Deutschlands Energiewende-Traum ist eine Utopie — FAZ Redakteur beschimpft kompetenten Leser

Einer muss den Anfang machen, einer ist aus dem Energiewende-Mainstream  jetzt ausgeschert und hat Klartext geredet, der Verleger Dirk Ippen: „Der deutsche Traum, unser Land zuverlässig mit ‚grüner’ Energie aus Sonnenschein und Wind zu versorgen, ist nur eine Utopie“, schrieb er jüngst in allen seinen Zeitungen unter der Überschrift „Deutschlands Energiewende fährt gegen die Wand“. Ippen äußerte sich in der Kommentar-Rubrik „Wie ich es sehe“. Ippen ist nicht irgendwer. Sein Verlagskonglomerat ist die fünftgrößte Zeitungsgruppe in der Bundesrepublik. Wenn ein bedeutender, einflussreicher Medienmann derart entschieden auftritt, ist das besondere Aufmerksamkeit wert und kann in allen jenen Medienredaktionen nicht unbeachtet bleiben, die faktenblind noch immer der Energiewende- und Klimaschutzpolitik wie gleichgeschaltet folgen. Die nämlich führt zur Havarie.

Bisher schon 550 Milliarden Euro unnötig ausgegeben

Ippen schreibt nicht „Weg mit dieser Politik“, er fasst nur zusammen, was an Tatsachen vorliegt und zu beklagen ist: „Obwohl schon heute große Teile der Küstenländer mit Windturbinen verschandelt sind und trotz aller Sonnenzellen auf den Dächern, decken Wind und Sonne nur 27 Prozent unseres Strombedarfes und nur 5 Prozent der gesamten benötigten Energie ab. Dafür wurden bereits 550 Milliarden Euro ausgegeben. Überhöhte Energiekosten treffen die Wirtschaft und private Haushalte – Landbesitzer und Turbinenbauer werden reicher. Das ist eine unsoziale Umverteilung von unten nach oben. Und schlimmer noch bedroht diese Art der Energieversorgung unser Stromnetz. Konventionelle Kraftwerke müssen ständig hoch- und runtergefahren werden, um die stark schwankende Stromlieferung auszugleichen. In windreichen Zeiten wird die Überproduktion an Nachbarländer abgegeben, die den Strom gar nicht wollen und für dieses ‚Dumping’ viel Geld verlangen. Die Windstromerzeuger aber bekommen trotzdem 90 Prozent der zu viel gelieferten Energie voll bezahlt. Die Kosten tragen die Stromkunden in Deutschland. Großverbraucher von Strom müssen schon heute in Zeiten geringer Stromproduktion ihre Betriebe vom Netz nehmen. Diese Kosten tragen auch die Stromverbraucher.“

Am Anfang hätte der Kohleausstieg stehen müssen, nicht die Abkehr von der Kernkraft

Dies stimmt ebenfalls: „Wind- und Sonnenstrom sind unzuverlässige Energien, und das mindert ihren Wert erheblich. Die notwendige Grundlast kann nur durch konventionelle Kraftwerke aufgebracht werden. Der Effekt einer Verringerung von Treibhausgasen wie CO2 ist nicht eingetreten, so dass Deutschland seine selbst gesteckten Klimaziele nicht erreichen wird. Dazu wäre es nötig, zur Energieversorgung einen Übergang auf Erdgas in Erwägung zu ziehen. Das ist mit horizontaler Bohrtechnik und hydraulischer Technik auch in Deutschland reichlich vorhanden. Dieses sogenannte Fracking ist aber hierzulande verpönt. Ebenso wie die Nutzung der Kernkraft es ist. Sie empfiehlt sich aber als die immissionsfreieste Energiequelle überhaupt. Im Bemühen um weniger Treibhausgas-Emissionen hätte man mit dem jetzt in Gang gesetzten Ausstieg aus der Kohle anfangen müssen, anstatt sich von der Kernkraft zu verabschieden, nur weil es in Japan ein Seebeben gab.“

Ohne Kohle kein Stahl, kein Zement, keine Windkrafträder

Zusätzlich macht Ippen auf eine Folge des Kohleausstiegs aufmerksam, die bisher kaum bis gar nicht wahrgenommen wird.  In der jetzt geplanten absoluten Form  sei der Kohleausstieg allerdings unrealistisch. Ohne Kohle könne man keinen Stahl erzeugen, auch keinen Zement und damit unter anderem auch keine Windkrafträder herstellen: „Die bestehen nämlich, abgesehen von den Rotorblättern aus Fiberglas, zumeist aus Stahl und Betonfundamenten. Windmühlen brauchen auch seltene Erdmetalle für die Magneten in den Turbinen. Deren Produktion in der Mongolei und anderswo erzeugt giftigsten Abfall in großen Mengen. Die Phrase ‚saubere Energie’ ist daher nur ein schlechter Witz.“

Albert Einstein wird symbolisch durch die verfehlte Klimapolitik zum zweiten Mal aus dem Land vertrieben

Ohnehin: Wer regt sich eigentlich noch darüber auf, dass Regierung und Parlament mit dem massiven staatlichen Eingriff in die Stromerzeugung Marktwirtschaft und Wettbewerbsfreiheit in diesem Wirtschaftsbereich den Laufpass gegeben haben. Salopp formuliert: Der Wettbewerb ist im Eimer. Schlimmer noch: Dies ist staatliche Planwirtschaft pur. Die Folgen der Staatsintervention laufen ab wie in ökonomischen Lehrbüchern abstrakt und abschreckend beschrieben besonders von Ludwig von Mises. Ippen immerhin greift es auf: „Deutschland verabschiedet sich mit dieser Energiewende zu alledem auch noch von der Wettbewerbswirtschaft auf dem gesamten Gebiet der Energieerzeugung. Die wird nun ersetzt durch ein System staatlicher Steuerung mit Subventionen und Vorschriften jeder Art. Ein solches System staatlich gelenkter Wirtschaft ohne einen wettbewerblichen Ansatz, wie ihn z. B. der Emissionshandel der EU bietet, ist immer und überall zum Scheitern verurteilt. Albert Einstein als Symbol von Vernunft und Wissenschaft wird durch unsere verfehlte Klimapolitik heute zum zweiten Mal aus diesem Land vertrieben.“ Veröffentlicht ist der Ippen-Kommentar zum Beispiel im Münchner MerkurNr. 34, 9./10. Februar 2019.

Eine Punktlandung

Eine kleine Korrektur erlaube ich mir, nämlich zum Stichwort Emissionshandel. Ja, ein solcher Handel mit freier Preisbildung am Markt ist zumindest ein wettbewerbliches Element. Aber erstens ist es innerhalb der großen staatlichen Intervention nur ein dürftiges Feigenblatt, und zweitens – das ist der entscheidende Punkt – beruht dieser Handel auf dem irrigen Glauben, man könne mit der zu begrenzenden Ausgabe von CO2-Emissionszertifikaten das Klima schützen. Dies jedoch nur nebenbei, denn sonst ist, was Ippen schreibt und wie er es tut, eine Punktlandung und  in dieser knappen Form auch schreiberisch bestes journalistisches Handwerk. Er liefert Tatsachenfeststellungen, die Schlussfolgerung daraus überlässt er dem Leser. Und wenn der nicht grün-ideologisch verblendet ist, müsste dessen Ergebnis lauten: Weg mit dieser Politik.

Was Ippen ehrt

Offensichtlich hat sich Ippen sehr kundig gemacht. Er ist auch kundig gemacht worden. Fachleute haben ihm  geschrieben, einige dieser Aufklärungsschreiben habe ich in meinem Archiv. Es ehrt ihn, dass er solche Informationen aufnimmt und sich dann nicht scheut, öffentlich seine Folgerungen daraus zu ziehen. Er habe großen Zuspruch gefunden, schrieb er mir auf meine Bitte hin, mir seinen Text elektronisch verfügbar zu machen, Zuschriften mit gegenteiligen Auffassungen seien nur wenige. So zum Beispiel Karl-Ludwig Judt aus Zorneding: „Es ist unbestritten, dass der Klimawandel menschengemacht ist und eine Energiewende neben Energiesparen und Energieeffizienz nur durch Nutzung aller erneuerbaren Energien einschließlich der Förderung der Speichertechnik möglich sein wird. Das EEG (Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien) war auf einem guten Weg und wird jetzt leider durch die Bundesregierung und unsere Staatsregierung (Stichwort 10-H-Rege-lung) ausgebremst.“

Leser haben sich überrascht die Augen gerieben

Jakob Geltinger ausMünchen dagegen beglückwünscht ihn: „Ich bin nicht immer mit Ihren Ansichten konform. Dieses Mal in allen Punkten. Ihr Artikel ist an Deutlichkeit und Sachlichkeit kaum zu übertreffen. Ich hoffe sehr, dass er nicht nur Furore macht, sondern Verantwortliche in Wirtschaft und Politik endlich zum verschärften Nachdenken und Handeln zwingt.“ Oder Dr. Karl Hermann Behrens aus Odelzhausen 4: „Nicht wenige Leser werden sich bei Lektüre der ausgezeichneten Kolumne überrascht die Augen gerieben haben. Ist sie doch eine schonungslose Abrechnung mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und damit mit unserer Kanzlerin …“ Oder Peter Hütz ausKrailling: „Als pensionierter ehemaliger Vorstandsvorsitzender eines stark von Stromkosten abhängigen Industriebetriebes begrüße ich Ihren Artikel zur Energiewende in Deutschland, der endlich einmal zu diesem Thema Klartext spricht.“  Oder als letztes Beispiel Andrea v. Beaulieu Marconnayaus Petershausen: „Für diese schonungslose, aber ausgezeichnete Darstellung der ziel- und planlosen Energiepo-litik der deutschen Bundeskanzlerin mit all den schädlichen Auswirkungen auf das Wohler-gehen der deutschen Bürger werden gewiss sehr viele Leser dankbar sein. … Dennoch ist für mich – und vielleicht für viele Leser – unerklärlich, warum Sie dieses Thema in dieser deutlichen form erst jetzt aufgreifen. da schon derart unumkehrbare Fehler zementiert sind?“

Ein Vorbild für andere – aber für die FAZ noch nicht

Ich weiß nicht, wie Ippens Zeitungen bisher über Energiewende und Klimaschutz geschrieben haben und wie sie künftig schreiben werden. Ich nehme an, dass Verleger Ippen seinen Redaktionen nicht vorschreibt, was und wie sie sich zu diesen beiden Themen äußern sollen. Aber ein deutliches Zeichen hat er gesetzt, auch wenn es nur („Wie ich es sehe“) ein persönliches Zeichen ist, ein Vorbild für andere. Was ich jedoch weiß, ist, wie die FAZ mit den beiden Themen umgeht. Bisher berichtete und kommentierte sie stramm auf Mainstream-Kurs, in jüngster Zeit aber mit vorsichtiger Absetzbewegung – deutlich inzwischen Mitherausgeber Holger Steltzner, zuletzt am 15. Februar mit seinem sehr guten und lange fälligen Leitartikel im Wirtschaftsteil „Klimareligion mit Ablasshandel“ (Seite 15, hier). Aber dass der Mensch das Klima nicht schützen kann, schon gar nicht mit dem Vermeiden von anthropogenem CO2-Ausstoß, ist bei ihm noch tabu. Auch fehlt dem Leitartikel die sich aufdrängende Aufforderung: Weg mit der Energiewende.*)

Eine rüder Ton, wie er seitens der FAZ bisher nicht üblich war

Dominiert wird das Informieren über die Energiewende- und Klimaschutzpolitik in der FAZ bisher von den Redakteuren Andreas Mihm (Wirtschaft) und Joachim Müller-Jung (Ressortleiter „Natur und Wissenschaft“), beide einseitig informierend und resistent gegenüber Tatsachen, wenn man sie auf diese aufmerksam macht. Man darf gespannt sein, wann und wie diese beiden endlich die Kurve kriegen. Ohne innerredaktionelle Nachhilfe wird das aber wohl nicht gehen. Mihm zwar liefert inzwischen Beiträge zur Energiewende mit auch kritischen Tönen, die sich aber im Regelfall auf Fehlentwicklungen beschränken, sei es bei nicht beabsichtigten Folgen, sei es bei der Regulierung. Ein besonders hoffnungsloser Fall ist Müller-Jung, also ausgerechnet der Leiter des Wissenschaftsteils, der das „audiatur et altera pars“ nicht gelten lassen will. Jüngst hat er sich sogar im Ton vergriffen. Ein Fachmann hatte am 13. Februar Folgendes an ihn übermittelt: „Als Fakten darf ich Ihnen noch verraten dass der CO2-bedingte Anstieg nur etwa 1/4 des bisher beobachteten transienten Werts von rund 0,8 Grad seit vorindustrieller Zeit ist und dass Deutschland mit seinen CO2-Emissionen von ~1840 bis heute bei einem globalen Anteil von 2,3% rechnerisch nur 0,007 Grad (im Gleichgewicht) bewirkt hat: 0,6*ln(400/280)/ln(2)*0,023=0,007.“ Müller-Jung antwortete nicht gerade FAZ-like einen Tag später: „Wenn Sie Ihren inkompetenten, wichtigtuerischen Geifer bitte über andere ausschütten und mich künftig mit Ihren Mails verschonen, wäre ich Ihnen sehr verbunden! Diese Aufforderung gilt per sofort! Das gilt auch für Ihre Gesinnungsgenossen!“  Abgesehen vom rüden Ton ist die Antwort klar: Do n’t confuse me with facts. Oder information is ruination, sie zerstört bisher Vermitteltes.

„Wann wechseln Sie zur taz?“

Der Fachmann schrieb zurück: „Besten Dank für diese groteske Antwort, die zeigt, dass Sie als ‚Science Editor’ mit Klima-Wissenschaft nichts am Hut haben, sondern politisch-korrekte links-grüne Ideologie vertreten. Frage: Wann wechseln Sie zur taz oder vielleicht zum ZdF-Team von Prof. Lesch, damit endlich das Renommé der FAZ wieder für gebildete konservative Leser hergestellt wird?
Ich empfehle Ihnen das NZZ-Interview des Springer-CEOs, der mal Chefredakteur der WELT war:
https://www.nzz.ch/feuilleton/medien/springer-ceo-doepfner-viele-verhalten-sich-unjournalistisch-ld.1457143

Müller-Jung-Antwort für die FAZ keine Werbung

Auch der unermüdliche Hans Penner (Dipl.-Chem. Dr. rer. nat.) meldete sich gleich zu Wort und schrieb: „Sehr geehrter Herr Müller-Jung, der Stil Ihres Schreibens an Herrn Dietze (wahrscheinlich vom 14.02.2019) ist keine Werbung für die FAZ. Sie zeigen damit, daß die FAZ die katastrophale Energiepolitik der Bundeskanzlerin unterstützt. Kohlendioxid-Emissionen sind nicht klimaschädlich. Frau Dr. Merkel hatte auf einer Weltklimakonferenz gesagt: „Das CO2 ist so giftig es kann die ganze Menschheit ausrotten!“ (https://www.wahrheiten.org/blog/2016/07/07/das-baldige-ende-aller-buergerlichen-freiheiten-eu-ausschuss-beschliesst-netzsperren/). Diese absurde Behauptung unterstützt die FAZ! Die FAZ unterstützt es, daß den Bürgern 2 Billionen Euro geraubt werden zur Finanzierung der sinnlosen Energiewende. Außerdem ruiniert die Energiewende unsere einst sichere Stromversorgung. Herr Dietze hat die Klimasensitivität des Kohlendioxids zu 0,6°C berechnet (https://www.solidaritaet.com/fusion/2018/2/index.htm). Zahlreiche andere Berechnungen bestätigen diesen Wert. Sogar Prof. Rahmstorf vom PIK sagte, daß auf dem „direkten Strahlungseffekt des Kohlendioxids“ eine Klimasensitivität von „etwa 1°C“ beruht (https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/am-puls-der-klimakrise-vortrag-rahmstorf-zum-klima/). Angenommene positive Rückkopplungseffekte sind hypothetisch. Diese geringe Klimasensitivität hat keine katastrophalen Folgen.“

Mal sehen, wie es jetzt in Sachen Energiewende und Klimaschutz in der FAZ weiterläuft. Wirkliche Gegenstimmen zum Thema kamen bisher nur in der Leserbrief-Rubrik zum Ausdruck, nicht im redaktionellen Teil. Ich habe etliche davon gesammelt.

 

*)Immerhin aber hat Steltzner die im Anti-Mainstream für die Klimaschutzgläubigkeit schon lange kursierende Bezeichnung „Religion“ und „Ersatzreligion“ aufgegriffen, auch schon zuvor: „Kli­ma­schutz hat in gro­ßen Tei­len der Ge­sell­schaft den Rang ei­ner Er­satz­re­li­gi­on. Es wird ein ex­trem teu­rer Aus­stieg aus der Koh­le be­schlos­sen, ob­wohl nie­mand weiß, wie Koh­le- und Atom­strom rasch er­setzt wer­den kön­nen, die heu­te mehr als die Hälf­te der deut­schen Strom­er­zeu­gung aus­ma­chen. Wo­her der zu­sätz­li­che Strom für die sie­ben bis zehn Mil­lio­nen po­li­tisch ge­woll­ten Elek­tro­au­tos kom­men soll, wird nicht ein­mal ge­fragt. Aus fran­zö­si­schen Atom- oder pol­ni­schen Koh­le­kraft­wer­ken? Die Bun­des­re­gie­rung er­hebt das Kli­ma weit über an­de­re wich­ti­ge Po­li­tik­fel­der wie So­zia­les oder Wirt­schaft. Darf man hof­fen, dass die Uni­on doch noch zur Be­sin­nung kommt und im Sin­ne der Ge­mein­schaft die Ko­ali­ti­on plat­zen lässt, be­vor sich CDU/CSU vom SPD-ge­führ­ten Um­welt­mi­nis­te­ri­um das nächs­te Kli­ma­ret­tungs­plan­wirt­schafts­ge­s­e­tz dik­tie­ren las­sen (FAZ vom 1. Februar 2019, Seite 15, hier).

Der Beitrag erschien zuerst im Blog des Autors hier

 




Unternehmen macht Werbung für klimaaktivistische Veranstaltung und zeigt sich ahnungslos

Genau diese Qualitäten besitzt sicherlich das Carolinen-Mineralwasser, das von Mineralquellen Wüllner GmbH & Co. KG mit Sitz in Bielefeld vertrieben wird.

Ende 2018 fanden Mineralwassertrinker in der Region auf Flaschen der Carolinen classic jedoch eine fragwürdige Werbeaktion für einen “Schüler-Klimagipfel” am 22.11.2018 in Bad Salzuflen. Alle Schulen konnten mitmachen, hieß es. Als Internetadresse wurde www.planet1st.de angegeben.

Im Prinzip ist es positiv, wenn sich ein Unternehmen für die Jugend einsetzt. Es ist wichtig, die Jugend an ein umweltbewusstes und ressourcenschonendes Leben heranzuführen. Aber ist ein “Schüler-Klimagipfel” wirklich der richtige Ansatz? Auch Mineralquellen Wüllner sollte es nicht entgangen sein, dass der Klimawandel in der Gesellschaft ein hochkontroverses Thema darstellt. Mittlerweile hat sich eine ganze Klimaalarm-Industrie herausgebildet, die die Gesellschaft mit Klima-Hiobsbotschaften dauerberieselt. Dazu gehört auch das PIK in Potsdam. In der Wissenschaft selber gibt es hingegen ein weites Spektrum von wissenschaftlichen Ansichten. Ein großer Teil der Klimaforscher sieht die Sachlage sehr viel differenzierter und hält beispielsweise einen signifikanten natürlichen Beitrag zur Erwärmung der letzten 100 Jahre durchaus für denkbar.

All das hat sich die Marketingabteilung von Mineralquellen Wüllner sicher nicht so richtig überlegt. Anstatt sich für eine differenzierte Diskussion der Sachverhalte einzusetzen, wird lieber die aktivistische Kinderkarte gespielt. Letztendlich produziert der “Schüler-Klimagipfel” nur eines: Kinder-Klimaaktivisten. Dies ist hochbedenklich, da den Kindern selbstverständlich die fachliche Grundlage fehlt und sie daher einfach das nachplappern, was ihnen erwachsene Aktivisten einflüstern.

Die auf der Mineralwasserflasche angegebene Webseite www.planet1st.de wollen wir uns näher anschauen. Dort lernen wir als erstes, dass es sich nicht um eine einmalige Aktion aus dem November 2018 handelt, sondern eine ganze Serie von Klima- und Umwelt-Schülerveranstaltungen, die etwa alle 2 Monate stattfinden. So wird es am 22. März 2019 in Bielefeld einen “Wasser-Gipfel” geben. Der nächste Schüler-Klimagipfel ist für den 12. November 2019 in Herford geplant. Ganz oben auf der Webseite gibt es einen Link “News“,  der zu den “Klimanews” weiterleitet. Was finden die hierher surfenden Schüler? Ein kurzer Blick zeigt es: Klimaalarm vom feinsten! Ein paar Beispiele:

09.08.2018 – Ursache der langanhaltenden Hitzeperiode – Focus Online.

06.08.2018 – Der Erde droht eine „Heißzeit“ – ZDF

04.08.2018 – Bis zu 38 Grad möglich – Waldbrandgefahr bleibt hoch – T-Online

03.08.2018 – Hitze! Waldbesitzer sprechen von Jahrhundertkatastrophe – FAZ

29.07.2018 – Extremwetter durch Erderwärmung? – Spektrum

26.7.18 – Ein Sommer der Extreme – PIK-Potsdam

21.07.2018 – Die Erde glüht – Tagesspiegel

Dazu werden O-Töne von Stefan Rahmstorf und PIK-Pressemitteilungen gereicht. Verlinkungen auf neutralere Forschungsergebnisse aus den Klimawissenschaften sucht man vergeblich. Hier hat sich wirklich ein Klimaalarmist ausgetobt, der den Schülern ein vollkommen verzerrtes Bild der Klimawandeldebatte auftischt.  

Meldungen wie diese fehlen:

Das Programm des Schüler-Klimagipfels im November 2018 in Bad Salzuflen ist auf der Webseite offenbar schon wieder gelöscht. Allerdings findet man noch einen verlinkten Pressebericht der Lippischen Landes-Zeitung zur Veranstaltung:

Klimagipfel: Schüler treffen sich in Bad Salzuflen
Sie sind die Hauptpersonen des diesjährigen Klimagipfels gewesen: Gut 450 Jugendliche aus ganz Deutschland haben das Salzufler Stadttheater am Donnerstag ganz für sich eingenommen. Den gesamten Tag über drehte sich alles um den Klimaschutz. […] Diesmal habe man das vor allem durch ein vielfältiges Programm versucht. „Längst stehen nicht mehr nur Vorträge im Fokus – darüber hinaus werden beispielsweise auch Videos gezeigt. Und: In den Pausen gibt es verschiedene Mitmachaktionen an diversen Informationsständen”, erzählt der Schüler.

Gerne würde man wissen: Wer hat vorgetragen, welche Videos wurden geschaut? Die NRW-Energieagenturführt einige der Vortragenden auf:

Zu den Referenten gehören unter anderem Dr. Klaus Grosfeld (Klimaforschern der deutschen Klimaforschungsinstitute Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven), Dr. Tobias Bayr(GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung in Kiel), Clara von Glasow (Vertreterin der Klimadelegation der UN) sowie per Videokonferenz Associate Professor Dietmar Dommenget (School of Earth, Atmosphere and Environment an der Monash University in Australien).

Bei Clara von Glasow handelt es sich um eine lupenreine Aktivistin, die für die Klimaaktivistengruppe “Klimadelegation” tätig ist. Die Organisation hat folgendes Ziel:

Wir sind eine politisch unabhängige Gruppe klima- und umweltpolitisch engagierter junger Menschen im Alter zwischen 16 und 35 Jahren, in und aus Deutschland. Wir setzen uns dafür ein, dass junge und zukünftige Generationen ein klimagerechtes und nachhaltiges System und einen lebenswerten Planeten vorfinden. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass die Interessen junger Menschen ernst genommen werden und stärker in politische Entscheidungen einfließen — auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Dazu nehmen wir seit 2012 an den UN Klimaverhandlungen teil. Dort vertreten wir die klimapolitischen Interessen junger Menschen und zukünftiger Generationen. Zudem berichten und informieren wir über die Verhandlungen und klimapolitische Prozesse, insbesondere um junge Menschen zu sensibilisieren und für eigenes Engagement zu motivieren.

Auf der Team-Webseite lesen wir auch über Clara von Glasows Anfänge bei der Grünen Jugend:

Clara studiert im Jura und BWL in Wiesbaden und ist seit Februar 2017 Mitglied der Klimadelegation. Ihre ersten Berührungspunkte mit Klimapolitik hatte Clara im Rahmen ihres Engagements bei der Grünen Jugend Hennef

Sie ist Verfechterin des Klimfastens, wie sie im Interview mit Think Tank 30 erläutert:

Die Idee hinter dem Klimafasten ist es, während der Fastenzeit bewusst auf Konsumgüter und Verhaltensweisen zu verzichten, die das Klima belasten.

Auf der Webseite der Klimadelegation gibt es auch einen Hinweis auf einen “Jugendaustausch GerFiji”, was wohl für gegenseitige Besuche von Jugendlichen aus Germany und Fiji steht. Klickt man auf den Link, führt der ins Nichts. Hat man die vielen schönen Reisfotos der touristisch hochattraktiven Fahrt schon wieder gelöscht? Ist man dorthin auch mit der Bahn gefahren, wie Greta? Mit ein bisschen Googlen findet man dann doch die Seite auf klimadelegation.de, die im August 2017 für die Abenteuerreise warb:

Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen und die Klimadelegation des Jugendbündnis Zukunftsenergie organisieren in diesem Zusammenhang in Zusammenarbeit mit Project Survival Pacific Youth aus Fidschi einen Austausch zwischen 15 deutschen und 15 fidschianischen Jugendlichen zum Thema Klimaschutz. Dieser Austausch findet voraussichtlich zwischen dem 1. und 14. Oktober 2017 statt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit prüft derzeit die Förderung und strebt eine Unterstützung im Rahmen der COP23 an. In Fidschi werden wir uns Maßnahmen zum Klima- und Meeresschutz anschauen und mit Aktivist*innen zusammenarbeiten. Außerdem treffen wir uns mit Vertreter*Innen von Regierung und internationalen Organisationen.

Hat das BMU die Flugreise auf die Fidschiinseln bezahlt? Offensichtlich ja, denn im November 2018 dankte Aktivistin Anna Braam via Twitter dem BMU für die Unterstützung. Über die Finanzierung der “Klimadelegation” findet man auf der Webseite der Gruppe leider keine Informationen. Eine Anfrage bei der Klimadelegation läuft derzeit, vermutlich ohne Aussicht auf Erfolg.

Wer hat den Schüler-Klimagipfel finanziert und ausgerichtet? Zu letzterem lesen wir im Artikel der Lippischen Landes-Zeitung:

Veranstaltet wurde der diesjährige Klimagipfel erstmals gemeinsam von der Agentur „GetPeople“, der „EnergieAgentur.NRW” und dem Klimapakt Lippe.

Zu den Partern des Klimapakt Lippe gehören auch von Bündnis 90/Die Grünen. Andere politische Parteien sind nicht beteiligt.

Neben der Klimaaktivistin Clara von Glasow trat beim Schüler-Klimagipfel auch ein Mitglied der Geomar-Arbeitsgruppe von Mojib Latif auf. Normalerweise tritt Latif selber vor jedes Mikrofon, was man ihm entgegenhält. Diesmal hat er die Aufgabe jedoch offenbar an einen Untergebenen delegiert, Tobias Bayr. Man kann davon ausgehen, dass der Chef die Vortragsfolien von Bayr zuvor auf Aktivistenlinie getrimmt hat. Hier einige frühere Beiträge zu Latifs aktivistischer Öffentlichkeitsarbeit:

Thema von Bayr war:

Der natürliche und menschengemachte Treibhauseffekt

Zu gern hätten wir die Folien zu dem Vortrag gesehen. Denn gerade in diesem Bereich scheint die Latif-Gruppe etwas unsicher zu sein. Latif selber behauptet, der IPCC würde bis zu 49% natürliche Faktoren bei der Erwärmung der letzten 100 Jahre einräumen. Liest man jedoch den neuen 1,5°C-Spezialbericht des IPCC, so entpuppt sich dies schnell als falsch. Der IPCC geht knallhart von 100% anthropogenen Ursachen für die Erwärmung in moderner Zeit aus.

Neben dem allgegenwärtigen Aktivismus steht auch die fachliche Robustheit der Veranstaltung auf dem Prüfstand. Es beginnt schon bei Kleinigkeiten wie der falschen Hochstellung der 2 in der Molekülbezeichnung CO2. Auszug aus dem Originalprogramm:

Zusammenfassend fällt die fehlende Ausgewogenheit und politische Grünfärbung der Veranstaltung auf. Eine der Hauptrednerin ist eine Klimaaktivistin, die früher bei den Grünen Jugend aktiv war. Die Finanzierung der Aktivistengruppe ‘Klimadelegation’ – zu der die Rednerin gehört – ist undurchsichtig. Ein Mitveranstalter des Klimagipfels (Klimapajt Lippe) ist stark durch Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen geprägt. Ein weitere Hauptredner (T. Bayr) stammt aus der Arbeitsgruppe eines bekannten wissenschaftlichen Klimaaktivisten (Latif). Hand aufs Herz: Würden Sie ihre Kinder gerne zu einer solch einseitig informierenden Veranstaltung schicken? Die meisten Eltern würden dies wohl ablehnen, mit Ausnahme von Grünen-Wählern.

Umso verständlicher ist es, wenn Bürger aus der Region über die klimaaktivistische Werbeaktion auf den Mineralwasserflaschen empört sind. Dazu gehört auch der Zahnarzt Dr. Klaus Rocholl, der seinem Ärger in einem Schreiben an Mineralquellen Wüllner am 5. Februar 2019 Luft machte (Auszug):

Seit längerer Zeit bezieht meine Praxis über einen Getränkegroßhandel u. a. ihr Mineralwasser. In der heutigen Mittagspause machte mich eine Mitarbeiterin auf den Aufdruck auf Ihrem Flaschen aufmerksam, auf den ich nur mit Fassungslosigkeit reagieren kann! Es ist schlimm genug, daß unsere Kinder und Jugendlichen u. a. in Schulen, Medien und sonstigen Foren mit der sogenannten „Klima‐Rettungs“‐Ideologie indoktriniert werden. Daß sie als Wirtschaftsunternehmen sich an dieser Indoktrination beteiligen, nehme ich mit kompletter Fassungslosigkeit und ebensolchem Unverständnis zur Kenntnis. 

Gleichzeitig kündigte Dr. Rocholl an, auf Mineralwasser anderer Marken umsteigen zu wollen. Das Unternehmen reagierte prompt und suchte den Kontakt. Ein Mitarbeiter zeigte sich überrascht und stellte die Veranstaltung als grundsolide und neutral dar. Vielleicht war der Firma wirklich nicht bewusst, in wieweit sich Aktivisten und grüne politische Gruppierungen bereits in den Schulalltag vorgemogelt haben. Im Sinne eines produktiven Dialogs nahm sich Dr. Rocholl daraufjin die Zeit, dem Getränkeunternehmen detailliert zu antworten und seine Bedenken zu spezifizieren (wiederum Auszüge):

Sehr geehrter Herr …

Erst mal ein Kompliment: Ich hatte nicht ernstlich eine Reaktion Ihrer Firma erwartet. Meine Erfahrungen in dieser Richtung sind andere…  Sie fragen, was mich an der Aktion des „Kinder-Klimagipfels“ und des Sponsorings Ihrer Firma so verärgert habe. Diese Frage beantworte ich Ihnen gerne:

[…]

Meine Position zu Ihrer „Aktion“ fasse ich zunächst einmal wie folgt zusammen:

[…]

Der IPCC-beeinflußte „Mainstream“ sowohl der Medien und der Politik als auch der „Klimawissenschaftler“ behauptet, die Diskussion um den „menschengemachten Klimawandel“ sei „gesettled“, der Hauptverursacher CO2 sei gefunden und sicher identifiziert und die von ihm verursachte Erwärmung der Erde sei erwiesen. Ich bin sicher der letzte – und mit mir jeder, der sich seriös an dieser Diskussion beteiligt – der die Existenz von „Klimawandel“ bestreitet … oder „leugnet“.

Erstens ist „Klima“ per Definition „der Mittelwert aus 20 Jahren Wetter“ – also ein rein statistischer Wert – und es hat sich seit Beginn der Erdgeschichte schon immer geändert und wird sicher auch nicht damit aufhören. Alle anderen oben genannten Fragen oder Zusammenhänge sind aber, wenn man sich ein wenig breiter in das Thema „einliest“, in der Wissenschaft alles andere als unumstritten; alle oben genannten Behauptungen

  • daß die Erde sich seit Beginn der Industrialisierung kontinuierlich erwärmt,
  • daß die Ursache dieser Erwärmung die steigende Konzentration von CO2 in der Atmosphäre sei,
  • daß diese Steigerung des CO2 ausschließlich menschengemacht sei,
  • daß die Lösung in vermehrter oder ausschließlicher Nutzung sog. „erneuerbarer“ Energien liege („erneuerbare Energien“ – was ist das überhaupt? Gilt der Energieerhaltungssatz nicht mehr (Grundkurs Physik!)),

wird von sehr vielen – wenn nicht dem allergrößten Teil – der nicht mit der UN-Organisation IPCC – also der Politik – verbandelten seriösen Wissenschaftler stark angezweifelt oder bestritten.  Dazu weiter unten mehr …

Wenn es so ist, daß in dieser Diskussion gar nichts“ gesettled“ ist, sondern daß alle Faktoren – angefangenen von der Frage, ob eine Erwärmung der Erde überhaupt stattfindet über die Frage, was das CO2 damit zu tun hat,
bis hin zu der Frage, ob Menschen Klima überhaupt beeinflussen können (und es versuchen sollten) – ganz zu schweigen von der Bewertung der hierzulande stattfindenden „Energiewende“ und ihren Folgen – hoch umstritten sind, was ist ein „Kinder-Klimagipfel“, auf dem nach Ihrer Aussage „Kinder ihre „Klima-Projekte““ vorstellen können, dann anderes als eine Propagandaveranstaltung für die Ideologie des „menschengemachten Klimawandels“?

Eine Propaganda- und Indoktrinationsveranstaltung, auf der Kindern die Sicht der derzeit herrschenden Politiker und der UNO als Wahrheit dargestellt wird, die nicht etwa hinterfragt werden soll, sondern innerhalb derer ausschließlich „mitgemacht“ werden soll?

Diese Art von Beeinflussung – treffender gesagt Gehirnwäsche von Kindern – also der Erwachsenen von morgen – war und ist in jeder mittelmäßigen Diktatur üblich und eines der wesentlichen Kennzeichen von Totalitarismus […]. Zitat Prof Ottmar Edenhofer, „Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung“   :  „Aber man muss klar sagen: Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Dass die Besitzer von Kohle und Öl davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand. Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts mehr zu tun.“

[…]

Finden Sie es vor dem Hintergrund der oben dargelegten Fakten gut, Kindern einzureden, die „Geschichte vom Klimawandel“ sei wahr – und sie zu „Klimaprojekten“ (was soll das bitte sein – so nebenbei???) aufzustacheln? Finden Sie es verwunderlich, daß so aufgehetzte und indoktrinierte Kinder einem ebenso indoktrinierten Kind, das an Asperger-Syndrom leidet hinterherlaufen, wegen „direkt bevorstehenden Weltuntergangs“ in Panik geraten und für selbstmörderische Ziele („Kohleausstieg“) streiken? Ich finde das alles sehr besorgniserregend und diesen erneuten Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen für eine (links-totalitäre) Ideologie ekelerregend und widerlich!
Als Vater eines 6-jährigen Sohnes sehe ich es als meine Pflicht an, mit allen Kräften und innerhalb meiner Möglichkeiten gegen diese Ideologie vorzugehen und mein Kind – und so viele andere wie möglich! – vor dieser Ideologie zu beschützen – z. B. durch Boykott von Firmen, die solches unterstützen und Öffentlichmachen solcher Verhaltensweisen.

Sie haben mich gefragt – ich habe geantwortet. Tun Sie einfach, was Ihre Aufgabe im Gemeinwesen ist: Stellen Sie hochwertiges und gesundes Mineralwasser her, machen Sie gute Umsätze und Gewinne, seien Sie ein fürsorglicher und gerechter Arbeitgeber und zahlen Sie ihre Steuern.

Halten Sie sich einfach aus Ideologie und „Weltrettungs“-bestrebungen heraus. Solches ist in diesem Lande schon mehrmals gründlich schiefgegangen. Ich befürchte – wie ich finde mit guten Gründen – daß es auch diesmal mit fürchterlichen Folgen für alle schiefgehen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Klaus Rocholl

Der Beitrag erschien zuerst bei die Kalte Sonne hier




Der Green New Deal würde uns zurück ins Mittelalter werfen

Die Resolution ist im Ton aggressiv und hinsichtlich des Konzeptes sehr weit reichend. Der Green New Deal (GND) gibt vor, fossilen Treibstoffe vollständig zu entsagen und bis zum Jahr 2030 „Kohlenstoff-neutral“ zu werden. Die USA unterhielten länger als der Zeitraum bis dahin Vertretungen in Afghanistan und Irak, ohne dass ein Ende abzusehen war. Ich glaube nicht, dass sich die Welt so schnell ändert, nicht einmal mit den Hochgeschwindigkeits-Kommunikationen von heute.

Wir sind einen langen Weg gegangen seit den Pferdekutschen-Zeiten, als die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen nur wenig über 40 Jahre lag. Falls die Lebenserwartung heute doppelt so lang ist, dann wegen der Fortschritte, welche die Einbeziehung fossiler Treibstoffe in Forschung und Entwicklung mit sich gebracht haben, und zwar mit der Entwicklung tausender Erzeugnisse aus und mit fossilen Treibstoffen in unser tägliches Leben (hier).

Die ehrwürdigen Repräsentanten Senator Markey und Ocasio-Ortez frönen also dem Gedanken, dass wir ohne diese Fortschritte auskommen, dass sie mehr schaden als nutzen, weshalb man sie einfangen und zurück in die Erde drängen muss, wo sie herkamen, und dass man niemals wieder etwas von ihnen hört.

Fossile Treibstoffe loszuwerden würde einen großen Teil des Fortschritts rückgängig machen, den die Gesellschaft während der letzten paar Jahrhunderte erzielt hat. Solange es keine sinnvolle Stromspeicher-Technologie gibt, um die Unberechenbarkeit von Wind und Solar auszugleichen, wird die Welt weiterhin ausreichend Backup an fossilen Treibstoffen haben (hier) für jene windschwachen und wolkigen Tage, um der Ökonomie der Welt genügend Strom rund um die Uhr zur Verfügung zu stellen.

Strom allein, und schon gar nicht Strom aus Erneuerbaren, hat und wird nicht die Ökonomien der Welt antreiben; Strom allein ist nicht in der Lage, den Energiebedarf der Infrastruktur des Militärs, von Flugzeugen, der medizinischen Industrie, von Kreuzfahrtschiffen, Supertankern, Container-Transporten und Lastwagen zu decken.

Außerdem ist unberechenbarer Strom aus Erneuerbaren mit ihrer geringen Energiedichte für Verbraucher sehr teuer. Er hat dazu beigetragen, dass kalifornische Haushalte 50% höhere und industrielle Verbraucher über 100% höhere Preise für Strom berappen müssen als im nationalen Durchschnitt (hier).

Der größte Teil der Welt hat sich an die Verbesserungen des Lebensstandards gewöhnt, welche durch aufwändige Infrastrukturen und die Annehmlichkeiten ermöglicht worden sind, die das Aufblühen wachsender Bevölkerungen auf der Grundlage fossiler Treibstoffe mit sich gebracht haben.

Der Schlüssel ist das graduelle Ausmaß, mit dem wir uns von der Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen tief in der Erde unabhängiger machen, während wir gleichzeitig Technologien entwickeln, die unsere Welt in gleichem Maße mit Energie versorgen, wenn nicht sogar noch besser als fossile Energie es je vermocht hatte.

Hinsichtlich der Debatte: Uns von fossilen Treibstoffen zu lösen würde folgende, von der Energiedichte von Öl, Kohle und Erdgas angetriebene Industrien und Infrastrukturen negativ beeinflussen:

Arzneimittel, Impfstoffe, Antibiotika sowie medizinische Ausrüstung, welche insgesamt aus Chemikalien und Nebenprodukten von Öl hergestellt werden.

Elektronik, hergestellt aus den gleichen Stoffen.

Kommerzieller Luftverkehr mit 23.000 kommerziellen Flügen weltweit, womit jährlich etwa 4 Milliarden Fluggäste befördert werden.

52.000 Kreuzfahrtschiffe, von denen jedes jeweils 80.000 Gallonen Treibstoff täglich verbraucht und die jährlich über 25 Millionen Passagiere befördern.

In den USA sind 98 Kernkraftwerke in 30 US-Staaten in Betrieb (hier), welche Kohlenstoff-frei 20% zur Stromversorgung der USA beitragen

Die 52.000 Frachtschiffe, die weltweit täglich Produkte im Wert von vielen Milliarden Dollar transportieren.

Die militärische Präsenz, welche jedes Land vor jedem Land schützt, nimmt jedes Jahr zu, um die Welt zu retten.

Düngemittel, welche das Wachstum der meisten Nahrungsmittel fördert, womit jährlich Milliarden ernährt werden.

Über 8000 Kohlekraftwerke in den USA, welche 24 Stunden lang an 7 Tagen in der Woche die Bürger mit Strom versorgen.

Asphalt für den Straßenbau.

Die Weg-von-Fossilen-Experten, der fremd gehende Gouverneur von Kalifornien Jerry Brown, Arnold Schwarzenegger, Tom Steyer und Al „An Inconvenient Truth“ Gore, wollen uns glauben machen dass der sofortige Ausstieg aus fossilen Treibstoffen unsere einzige Chance ist, die Welt zu retten. Was sie vergessen zu haben scheinen ist, dass 100% der fossile Treibstoffe verbrauchenden Industrie zur Stützung der Weltwirtschaft ihren Verbrauch von Chemikalien steigern, ebenso wie die Produktion tausender Güter aus den gleichen fossilen Treibstoffen.

Diese Produkte haben buchstäblich Todesfälle im Zusammenhang mit Wetter eliminiert, sie sind verantwortlich für längere Lebenserwartung und haben das Kindbettfieber entscheidend verringert. Die Suche nach einem Heilmittel für Krebs wird teilweise ermöglicht durch Chemikalien aus den Nebenprodukten fossiler Treibstoffe.

Um der Argumentation willen – ja, die Loslösung von fossilen Treibstoffen würde schädliche Emissionen reduzieren, aber eine solch abruptes diesbezügliches Vorgehen, wie es die üblichen Verdächtigen durch die Regierungsgremien treiben wollen, würde auch drastisch unsere Art zu leben beeinflussen, an welche wir uns gewöhnt haben – und würde uns konsequent zurück in das Mittelalter werfen.

Link: http://www.cfact.org/2019/02/10/the-green-new-deal-would-takes-us-back-to-medieval-times/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Die gemein­samen Aktionen gegen den Klima­wandel erzeugen bei unseren Teil­nehmern einen Wohlfühl­effekt …

Wir machen einfach das Sinnvolle, weil es uns und unserer Umwelt gut tut

Was die 16-jährige Schwedin inzwischen als „Klimafachmännin“ unter enthusiastischem Beifall unserer Medien, unterstützt von der Politik und der angeblichen „Intelligenz“, laut in die Welt hinaus schreit:
[2]Ich will eure Hilfe nicht. Ich will nicht, dass ihr ohne Hoffnung seid. Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre.
ist wirklich vorbildlich getextet und plakativ. Und so, wie es von ihren Promotern aufgezogen wurde [4], unbestritten äußerst werbewirksam in Szene gesetzt. Die Aktion wäre trotzdem gnadenlos verpufft, wenn sie nicht genau auf den Punkt genau dem Zeitgeist entsprechen würde und deshalb nur einen ganz kleinen Anstoß benötigte, um „ins Rollen“ zu kommen.
Zum Zeitgeist gehört auch unsere „Intelligenz“, welche den offensichtlichen, psychischen Missbrauch einer 16-Jährigen toll finden und ihre Entscheidung, lieber nichts zu lernen, als versehentlich zu viel zu lernen, als vorbildlichen Vorschlag für angebliche Wissensnationen und die Lösung von Zukunftsfragen bezeichnen.

Bis nach Schweden hätten unsere Medien dafür allerdings wirklich nicht zu gehen brauchen. In Deutschland gibt es schon längst viele vergleichbare Aktionen und die „Kenntnisse“ der 16-Jährigen Schülerin zum Klima, bietet bei uns längst jeder lokale „Klimaretter-Ortsverein“.
[1 ] Klimaaktiv vor Ort: über uns
Wir wissen,
• dass wir alle mehr CO
2 erzeugen, als die Erde verkraften kann.
• dass wir bereits an einem so kritischen Punkt angekommen sind, dass die Folgen des Klimawandels schon jetzt spürbar sind
• dass wir nicht mehr die Zeit haben, auf die Politik zu warten
• dass wir jetzt sofort selbst handeln müssen, um die Katastrophe abzumildern.
Wir möchten unseren Kindern und Enkeln eine gesunde Welt hinterlassen! Deshalb wollen wir nicht mehr länger reden, sondern die Verantwortung für unser eigenes Tun und seine Konsequenzen selbst übernehmen!

Wie die 16-Jährige, haben auch solche Vereine keine Neigung, sich wirkliches Klimawissen anzueignen. Es reicht ihnen, dass sie nachbeten können, was man ihnen durch unsere Medien (vor-)gesagt hat. Denn eigentlich geht es nicht darum, zu ergründen, warum man etwas tun soll, sondern man möchte „etwas Gutes“ tun und sucht Gründe dafür. Und solche finden sich immer:
[3] Wir haben es geschafft, in kürzester Zeit 50% aller Arten auf der Erde auszurotten und die riesigen Ozeane zu vermüllen, warum sollte das Klima davon ausgenommen sein? Aber wie gesagt: Uns kommt es auf das Tun an.

[3] „Außerdem macht es Spaß, gemeinsame Aktionen zu gestalten!“

Diese Aussage verrät die Psychologie und den Ursprung. Im Drang, Gutes tun zu wollen, blühen viele auf, wenn sich dazu Mitstreiter finden. Denn soziologisch betrachtet, ist der Mensch ein Herdentier. Und wenn sich eine Herde gefunden hat, ist es auch nicht mehr wichtig, warum man etwas macht, sondern es geht darum, dass man es macht und sich gegenseitig motiviert, auch bestätigt, „besser“ als die anderen zu sein. Schließlich hat es auch Einschränkungen zur Folge. Und die leiden sich unter Gleichgesinnten nicht nur leichter; der Austausch schüttet auch die Glückshormone aus, welche zum Weitermachen und Steigerungsmotivation führen; die Religionsgeschichte ist voll davon:

[1 ] Klimaaktiv vor Ort: über uns
Wir sind nicht perfekt, wollen aber umdenken und lernen, unseren Alltag verantwortungsbewusster zu gestalten.
Dazu gehört vor allem:
• Weniger Energie verbrauchen!
• Weniger konsumieren!
• Weniger Müll produzieren!
• Weniger Fleisch- und Milchprodukte konsumieren!
• So weit wie möglich auf Plastik verzichten!
• Lange Wege vermeiden, mehr Fahrrad fahren, statt Auto
Da es so dringlich ist und wir gemeinsam wirklich etwas bewirken können, haben wir uns zusammengetan und wollen uns mehr und mehr mit so vielen Menschen und Einrichtungen wie möglich „vor Ort“ vernetzen.

So ist uns der Ökohimmel sicher

[1 ] Klimaaktiv vor Ort: … Wenn die gemeinsam Richtung „Klimaschutz“ stimmt, ist es egal auf welcher „Stufe der Nachhaltigkeit“ jemand steht!

Unsere Ideen zu verfolgen und vielleicht die eine oder andere umzusetzen und vielleicht sogar weiter zu verbreiten. Dabei nette Leute kennenzulernen, etwas für die eigene Gesundheit und etwas Sinnvolles für die Welt und Nötiges für uns,
unsere Kinder und Enkel zu tun.
Bisher gibt es die Interessengruppen „Klima“, „Plastik/Müll vermeiden“, „Öffentlichkeitsarbeit“.
[3] Es geht uns einfach darum, unseren Beitrag zu leisten, damit unsere Kinder und Enkel eine intakte Welt übergeben bekommen.

Selbstverständlich wissen wir auch etwas über den Klimawandel …, aber notwendig ist es nicht

[3] … Wenn von irgendetwas zu viel oder wenig da ist, kommt das Klima aus dem Gleichgewicht und uns geht es elend. Wir wollen auch im Großen natürlich nicht „das Wetter“ schützen (das wäre absurd), sondern unseren Beitrag leisten, dass das Klima der Erde von uns nicht aus dem Gleichgewicht gebracht wird und damit „krank“ wird.
Sie fragen wiederholt, ob wir dies oder das glauben. Darauf kommt es uns ehrlich gesagt nicht an. Wir machen einfach das Sinnvolle, weil es uns und unserer Umwelt gut tut. Natürlich haben die Naturkräfte ihre Wirkung nicht eingestellt. Und natürlich gab es immer Klimaveränderungen – aber in großen Zeiträumen und nicht in wenigen Jahren. Wir haben es geschafft, in kürzester Zeit 50% aller Arten auf der Erde auszurotten und die riesigen Ozeane zu vermüllen, warum sollte das Klima davon ausgenommen sein? Aber wie gesagt: Uns kommt es auf das Tun an.

Und leider nichts Genaues …

… sagt der Autor dazu. Denn was diese Initiative blind glaubt, ist nur das, was in Deutschland die Medien täglich verbreiten und vorwiegend das PIK immer neu „füttert“. Wenn es eine „hochrangige“ Kohlekommission allerdings nicht schafft, den (Un-)Sinn ihres Ergebnisses erkennen zu wollen [6] und die WBGU [5] (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung
Globale Umweltveränderungen), die abstrusen, ausschließlich auf grottenschlechten, aber immer alarmistischeren Simulationsergebnissen basierenden Katastrophenmeldungen des PIK (die vorwiegende Basis der „Alarmstimmung“ im WBGU-Papier sind) zu hinterfragen, von der gemeindlich angestellten „Klimaschutz-Umsetzt-Intelligenz“ [7] ganz zu schweigen; wie soll man es dann von Ortsvereinen erwarten (können)?
Dort herrscht schließlich noch ein ganz anderes Problem: Landestypische Vereinstätigkeiten, welchen “schon länger hier Lebende“ bisher nachgehen konnten, sind plötzlich nicht mehr nachhaltig, wenn nicht sogar im Verdacht, irgendwie – zumindest diffus – räääächts zu sein und damit für moderne, „multi, bewusst und nachhaltig“ lebende Bürger fast obsolet.

Es mag vielem nützen, aber mit Sicherheit nicht dem Klima

Für solche „bewussten“ Bürger muss Beschäftigungsersatz geschaffen werden. Und mit dem allgegenwärtigen „Klimaslogan“: „jedes vermiedene Kilogramm CO2 hilft dem Klima“, gelingt es problemlos.
[1] Eine Mutter engagiert sich z.B. bei Klimaaktiv vor Ort, nachdem sie die tägliche Fahrt zur Schule eine Woche lang gezwungenermaßen mit Fahrrad statt Auto bewältigen musste und merkte, dass es ihrem Kind und ihr sogar Spaß machte.
Da der Anfang jeder Veränderung immer ein kleiner Schritt ist, war unsere erste Aktion die „Käsefuß- Aktion“. Alle, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Weihnachtsmarkt gekommen waren und damit vor Ort kein CO
2 produziert hatten, erhielten als Dankeschön einen gebackenen „Käsefuß“, einen süßen Lebkuchenstiefel oder wahlweise sogar einen noch klimafreundlicheren, veganen Fuß.
Gebrauchtes rund um Grafrath/FFB
… Wenn weniger hergestellt werden muss, werden auch weniger Ressourcen verbraucht und weniger klimaschädliche Emissionen ausgestoßen. Viele Dinge kannst du im Landkreis Fürstenfeldbruck gebraucht kaufen und damit das Klima schonen …

Die psychologische Komponente ist unübersehbar:
Man radelt nicht mehr „nur einfach so“ irgendwo hin. Wer das macht, erzeugt keinen globalen Nutzen. Wichtig ist es, ein Auto zu haben und es bewusst stehen zu lassen, um wegen dem Klimaschutz das Rad zu nehmen.
„Second Hand“ ist nun auch für Gutsituierte zugänglich. Denn auch das nutzt mittlerweile nicht nur dem Geldbeutel – was man ja nicht nötig hat -, sondern dem Klima. Weil es „bekannt“ ist, kann man es nun auch stolz zeigen.
Niemand muss sich dabei für die (Klimarettungs-)Sinn-Nennung rechtfertigen, denn den kennt mittlerweile jeder. Und die Wenigen, welche Ahnung davon haben und es in Zweifel ziehen, sind so dünn gesät, dass sie zum Nachdenken darüber keinerlei Anlass geben.

Der Kampf gegen den Klimawandel wird in Deutschland so schnell nicht mehr enden. Mit was sonst könnte man so einen „Wohlfühleffekt“ erzeugen.

Aus aktuellem Anlass
Gerade hat das Volksbegehren zur Rettung der Bienen in Bayern seine 10 % Hürde überschritten. Kaum einer der Unterzeichner wird allerdings sagen können, wie viele Bienen in Bayern „vernünftig“ sind, und ob wirklich welche fehlen. Das Volksbegehren unterscheidet auch nicht zwischen Wildbienen und seinen von Menschen „gepflegten“ und stetig zunehmenden – nahrungskonkurrierenden – Verwandten.
Niemand weiß, ob weniger Insekten wirklich schädlich sind. Man muss auch daran denken: Über Jahrtausende waren sie eine Plage und verhinderten (wie in Afrika und Asien immer noch) die Besiedlung ganzer Landstriche, beziehungsweise macht deren Besiedlung zur Krankheits- wenn nicht gar Todesfalle, wie auch das früher malariaverseuchte Rheintal. Aber es greift eine diffuse Angst auf:
Das Volksbegehren heißt zwar „Rettet die Bienen!“, letztlich hat es aber zum Ziel, die Artenvielfalt zu erhalten. Viele Pflanzen- und Tierarten gehen in ihrem Bestand zurück, laut den Initiatoren sind es bei Insekten bis zu 75 Prozent.

Eine kleine Darstellung über die „Wissensbasis“ zum Artenschwund lässt sich nachlesen:
[8] novo-argumente 19.09.2018: Umweltministerium führt Bundestag hinters Licht
So ein Kreuzchen entlastet das Gewissen. Hat man es gemacht, muss man nicht mehr weiter denken, was einen wesentlichen Anteil haben könnte: Zum Beispiel die massive Vermaisung, deren Mit-Grund die Biogas-Herstellung ist. Und, ob man dann nicht auch zum Beispiel: „Rettet die Natur und die Wälder vor weiteren Windrädern“ ankreuzen müsste.
Herr Hubert Weiger (Vorsitzender BUND) zeigt, dass man damit mental problemlos zurecht kommt. Er kämpft „für die Bienen“ und verlangt gleichzeitig, dass in Bayern die 10H Abstandsregel gekippt wird, um endlich auch die Bayerische Natur wie schon die in Deutschlands Norden in eine verspargelte Energielandschaft umbauen zu können.

Quellen

[1] Klimaaktiv vor Ort: über uns

[2] taz: Klimaaktivistin bei Weltwirtschaftsforum „Ich will, dass ihr in Panik geratet“

[3] Antwort des Sprechers der Initiative „Klimaaktiv vor Ort“ auf eine Nachfrage

[4] EIKE 10. Februar 2019: Kindersoldaten der Linken

[5] WBGU, Politikpapier Nr. 9: Zeit–gerechte Klimapolitik: Vier Initiativen für Fairness

[6] EIKE 30.01.2019: Jeder Erwerbstätige bezahlt doch gerne bis zu 12.000 EUR für eine Temperaturreduktion von weniger als 0,001 Grad im Jahr 2100

[7] EIKE, 22.03.2017: Klimamönche, alternativ: die Klimaelite unserer Behörden

[8] novo-argumente 19.09.2018: Umweltministerium führt Bundestag hinters Licht

[9] Achgut: Die Lust, den Lebensstandard abzusenken




Wahlkampfunterstützung zur Europawahl? Erhöhung der Stickoxid-Grenzwerte und doch keine Fahrverbote?

Der umstrittene Grenzwert für Stickstoffdioxid NO2 von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft soll um 10 µg/m3 überschritten werden dürfen. Das meldete die Augsburger Allgemeine in einer exklusiven Geschichte aus Brüssel.

Wie die Redaktion aus Kreisen der Kommission erfuhr, darf in Deutschland der Grenzwert bis auf 50 µg/m3 überschritten werden. Das hat offenbar die Kommission entschieden. Dieser Grenzwert für den Jahresmittelwert an NO2 gilt seit 2010, dessen Überschreitung ist die Ursache für drohende Fahrverbote in vielen Städten, wie sie der umstrittene Abmahnverein »Deutsche Umwelthilfe e.V.« einklagt. Allerdings wird dieser Grenzwert immer seltener überschritten, wie Daten des Umweltbundesamtes anzeigen.

Diese unerwartete Rückendeckung für Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer kommt überraschend. Denn noch vor kurzem hat EU-Umweltkommissar Karmenu Vella kategorisch nur Verschärfungen der Grenzwerte in den Raum gestellt. Scheuer dagegen fordert seit langem höhere Grenzwerte.

Das würde für viele Städte bedeuten, dass sie keine Fahrverbote für Dieselfahrzeuge erlassen müssten. München hat bereits entschieden, dass es keine Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in der Stadt geben wird. Sie seien »unverhältnismäßig«, begründete die Stadt und bezog sich damit auf die zweite Bedingung, die das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig in seinem Dieselfahrverbotsurteil vor etwa einem Jahr ausgesprochen hatte: Fahrverbote müssten auch »verhältnismäßig« sein.

Allerdings hat diese Bedingung bisher fast keine Stadt geprüft. Das Umweltreferat befürchtet, dass sich bei einer Sperrung etwa des verkehrsreichen mittleren Ringes die Autofahrer andere Routen durch anliegende Wohngebiete suchen.

Deutschland ist das einzige EU-Land, in dem es aufgrund von Überschreitungen von Grenzwerten Fahrverbote geben soll. In anderen Ländern stehen die Messstationen in der Regel nicht so, dass deutlich höhere Anteile an NO2 gemessen werden.

Auf ein interessantes Ergebnis ist TE Leser Martin S. gestoßen. Der pensionierte Ingenieur hat sich die Mühe gemacht, sämtliche Messstellen der EU ohne Deutschland noch einmal rechnerisch unter die Lupe zu nehmen, die 2016 über 49 µg/m³ liegen.

Er hat in seiner Untersuchung die Abstände der Stationen zur Fahrbahn und Gebäuden summiert. Sein Ergebnis: In Baden-Württemberg stehen die Messstationen im Schnitt weniger als die Hälfte der restlichen EU näher an der Fahrbahn. Nischeninstallationen wie am Stuttgarter Neckartor gibt es EU-weit nicht.

Die Untersuchung ist hier abrufbar.

Ein Beispiel, wie man es »richtig« macht, liefert Malta, die Heimat des EU-Umweltkommissars Vella. Der strengt gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren an. Die Station steht am unverbauten Hafen, an dem meist ein frischer Wind weht und registriert – o Wunder – keine Überschreitungen der Grenzwerte. Es wundert nicht wirklich, dass gegen Malta keine Vertragsverletzungsverfahren laufen.

Offen sind derzeit die Hintergründe zu der Brüsseler Entscheidung. Nimmt die Kommission jetzt tausende mehr vorzeitige Tote in Kauf oder hat der aufkeimende Aufstand der Dieselfahrer in vielen Städten dazu geführt? Immerhin sind in diesem Jahr Europawahlen und da machen sich solche massiven Schläge gegen die Bürger schlecht.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier