Vom Menschen verursachte Erderwärmung ? Uneinigkeit innerhalb der weltweiten Klimaforschung !

CO2  als Erwärmungsgrund

CO2 ist ein für den Menschen ungiftiges Spurengas, dessen Anteil an der Atmosphäre etwa 0,04 Volumen-Prozent beträgt und das etwa eineinhalb mal so schwer ist wie die Luft. 

CO2 zirkuliert ständig und in erheblichem Umfang zwi­schen Luft, Erde und Wasser.

Das in der Luft befindliche CO2-Gas ist nach den Gesetzen der Quantenmechanik In­frarot aktiv. Es  absorbiert einen Teil der von der Sonne kommenden, un­sichtbaren Wärmestrahl­ung (Infrarotstrahlung) und lässt die sichtbare kurzwelli­gere Strahlung pas­sieren. CO2-Moleküle, die infrarote Sonnenstrahlung absorbieren, werden ener­getisch an­geregt, ihre kinetische Energie nimmt zu. Von dem Teil der Sonnenstrah­lung, der beim Einfall aus dem Weltall nicht ab­sorbiert wird, wird wiederum ein Teil von der Oberfläche der Erde zunächst absorbiert und dann als langwellige Infrarot­strahlung in die Atmosphäre zurück gestrahlt, um dort nunmehr von einigen Spuren­gasen teilweise absorbiert und etwa zur Hälfte zur Erde zurück gestrahlt zu werden. Für diesen Prozess hat sich – physikalisch nicht korrekt, denn in einem Treibhaus herrschen andere physikalische Gesetze als in der erdnahen Atmosphäre) – der Be­griff „Treibhauseffekt“ eingebürgert. 

—————-  Fußnote: Soweit meteorologische Sachverhalte und Vorgänge gemeint sind, die die gesamte Erde betreffen. sollte „Klima“ als Begriff  unbedingt vermieden werden. „Erd-Klima-Wandel“, „Klimawandel“, „Klimakrise“, „Klimakatastrophe“, „Klimaskeptiker, „Klimaleugner“ sind sinnlose Begriffe. Es gibt kein „Erd-Klima“. „Klima“ beinhaltet neben „Temperatur“ zusätzlich unter anderem „Niederschlag“ (nach Art und Menge im Jahresverlauf) sowie „Wind“ (nach Stärke/Geschwindigkeit und Richtung, im Jahresverlauf). Diese Größen sind sinnvoll nur in Verbindung mit geographischen Räumen, auf die sie sich beziehen. Auf der Erde gibt es Ge­biete, Regionen oder Zonen, die ein  „Klima“ haben und deren „Klima“ sich wandeln kann. Aber dieser Wan­del des Klimas einer bestimmten Region ist nicht gemeint, wenn von „Klimawandel“ oder „Klimakrise“ gespro­chen wird. Dabei geht es stets um „Wärme“oder „Erwär­mung“, und deren Folgen.   —————–

Wer das aus seiner Infrarotaktivität resultierende „Treibhauspotential“ des CO2  grundsätzlich leugnet, mag  als „Leugner“ der anthropogenen globalen Erderwär­mung (AGW) bezeichnet werden. 

Alle Übrigen müssen so lange entweder als „Skeptiker“  oder aber als „Gläubige“ gel­ten, bis endlich der den Bedingungen wissenschaftlicher Beweispflicht genügende AGW-Beweis tatsächlich erbracht ist; oder bis das ganze Thema nach einem wissenschaftlich befriedigenden Gegenbeweis zu den Akten gelegt werden kann.

Ausmaß der Erwärmungswirkung des anthropogenen CO2  in der Wetterwirklichkeit

Die qualitative Aussage: „Anthropogenes CO2 hat einen Erwärmungseffekt“ ist in­haltsleer. Um sie mit Inhalt zu füllen, muss sie quantifiziert werden:

In welchem Ausmaß bewirkt CO2 , das von  Menschen verursacht in die Atmosphäre gelangt, unter den höchst komplexen Bedingungen und Wechselwirkungen der Wet­ter-Wirklichkeit eine Erwärmung der bodennahen Luft? 

Das AGW muss quantifiziert werden. Einer bestimmten Menge von menschen-verur­sachtem CO2 müssen die dieser Menge unter genau definierten Bedingungen (Erd­wärme, Gas-Mix der Erdatmosphäre etc.) zuzurechnenden Erwärmungsgrade zuge­ordnet werden. Nur wenn die Beziehung zwischen zusätzlichem anthropogenem CO2 einerseits und globaler Erderwärmung andererseits quantifiziert ist, gibt es über­haupt eine rationale Grundlage für:

 „Anthropogene Erderwärmung“ oder

 „Erwärmungsbegrenzung durch CO2-Emissionsbegrenzung“, 

Nur unter dieser Voraussetzung kann zum Beispiel das CO2-Restbudget bestimmt, also die zentrale AGW-Frage beantwortet werden: 

Wie viel CO2  darf die gesamte Menschheit weltweit noch emittieren, ohne dass die globale Erderwär­mung über die in Paris zugestandenen etwa 0,5 Grad Celsius ab 2016 hin­ausgehen wird ?

Einigkeit über dieses Restbudget setzt Einigkeit voraus – über die quantitative Verknüpfung zwischen künftigem an­thropogenem CO2 (z. B. in Gigatonnen) und künf­tiger Erderwärmung (z. B. in Zehntel Grad Celsius). 

Im Umkehrschluss bedeutet Uneinigkeit über das Restbudget zwingend Uneinigkeit über AGW:

Je geringer das Restbudget angesetzt wird, desto größer ist der dem an­thropogenen CO2 für die Zukunft zugemessene Erwärmungsbeitrag, und umgekehrt. 

Wie steht es  innerhalb der etablierten Klimaforschung um die Einigkeit über das der Menschheit noch verblei­bende CO2-Restbudget ?

Die Antwort ist ernüchternd: Es herrscht enorme Uneinigkeit – und entsprechend herrscht Streit. 

Ein einziges Zitat aus einer Spiegel-Online-Analyse vom 05.10.2018 zum CO2-Rest­budget reicht als Beleg: Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenfor­schung (PIK) beschreibt dort den globalen Dissens zur Bedeutung des anthropoge­nen CO2 für die künftige globale Er­wärmung wie folgt:

„Es gibt große Unsicherheiten über das Budget. Je nach Rechenmodell und den ge­machten Annahmen liegt das Budget zum Erreichen der Pariser Klimaziele zwischen 150 und 1050 Gigatonnen.“ ( Holger Dambek: „CO2-Budget der Menschheit“, Spiegel-Online, 5. 10. 2018). 

Mit anderen Worten: 

Innerhalb der unter dem Dach des IPCC versammelten etablierten Klimaforschung variiert die dem anthropogenen CO2 für die Zu­kunft zugeschriebene Erd-Erwär­mungswirkung um siebenhundert Prozent (Faktor sieben).

Um das Ausmaß der Uneinigkeit innerhalb der vorgeblich in überwältigender Mehr­heit völlig einigen Klimaforschung zu verdeutlichen, mag ein kleines Beispiel genü­gen: 

Der Bauherr eines neuen Hauses erhält von zwei anerkannten Heizungsinstallateu­ren je ein Angebot über die nach deren Berechnung für eine gute Beheizung erfor­derliche Installation von Heizkörpern gleichen Fabrikates. Als er die Gesamtzahl der vorgeschlagenen Heizrippen aufaddiert, liegt diese beim 1. Angebot bei 150 und beim 2. Angebot bei 1050, also dem Siebenfachen des 1. Angebotes.

Für das im IPCC maßgeblich vertretene PIK selber reklamiert Rahmstorf, ebenfalls  lt. Spiegel-Online, ein Restbud­get von 600 Gigatonnen. 

Einen Tag später, im „Spiegel“ vom 6. Oktober 2018, kündigt Prof. Jo­chem Ma­rotzke, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteoro­logie in Hamburg und einer der Leitau­toren des Weltklimarats (IPCC) an, der Weltklimarat wer­de zur Erreichung des 1,5-Grad-Erwärmungszieles den Höchstwert für das C02-Restbudget gegenüber den bisherigen Vorgaben  auf etwa 1000 Gigatonnen mindes­tens verdoppeln. Dies bedeu­tet im Klartext, dass allein zwischen nur zwei maßgeblichen deutschen Klimafor­schern ein AGW-Dissens von 67 Prozent besteht: Das PIK veranschlagt den Erwär­mungsbeitrag des anthropogenen CO2  1,67 mal so hoch wie das benachbarte MPI für Meteorologie in Hamburg.  

Derart können wir fortfahren, Dissens in der etablierten Klimaforschung aufzuzei­gen. In der anerkannten Fachliteratur findet man klimawissenschaft­lich begründete Fürsprache für fast jedes CO2-Restbudget innerhalb der von Rahm­storf genannten Grenzen von 150 Gigatonnen und 1.050 Gigaton­nen, d. h. innerhalb einer Spannweite von 700 Prozent. (vgl.  Holger Dambek: „CO2-Budget der Menschheit“, Spiegel-Online, 5. 10. 2018). 

Richard Millar von der Oxford University hat  im Fachblatt „Nature Geoscience“ das Restbudget ab 2018 laut neuer Berechnungen von bisher 200 Giga­tonnen mal eben auf wei­tere 800 Gigatonnen vervierfacht, seine quantitative Einschätzung des an­thropogenen CO2-Erwärmungsbeitrages demnach geviertelt.

Eine andere Forschergruppe dagegen plädiert im Fachblatt „Nature“ für ein verblei­bendes CO2-Budget von 600 Gigatonnen. Dieses gegenüber der Millar-Studie um 200 Giga­tonnen geringere CO2-Restbudget soll die Erwärmung mit nur 50-prozen­tiger Wahrscheinlichkeit  auf 1,5 Grad begrenzen. Auch für Rest-Budgets weit über 1000 Gigatonnen gibt es klimawissenschaftlich an­erkannte Fürsprecher. 

Ebenso für die These, dass es überhaupt keines CO2-Rest-Budgets bedarf, da der Zusammenhang zwischen tatsächlicher Erdwärme und anthropogenem CO2 ver­nachlässigbar gering sei. Bereits 2012 schrieben M. Beenstock u. a. in ei­ner umfang­reichen und mehrfach geprüften Studie:

„Die Tatsache, dass seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die Erdtemperatur in keinem Zusammenhang mit anthropogenen Einflüssen steht, verstößt nicht gegen die Gesetze der Thermodynamik, der Quantentheorie oder irgendeiner anderen physikalischen Theorie.“

Angesichts der Komplexität des Erdklimas und unseres unvollständigen Verständ­nisses des Klimaprozesses ist es schwierig, Kohlenstoff-Emissionen und anderen an­thropogenen Phänomenen die Hauptursache für die globale Erwärmung im 20. Jahr­hundert zu geben. Dies ist kein Urteil über Physik, sondern ein Urteil über die In­terpretation der vorliegenden Daten.

Wir haben gezeigt, dass anthropogene Erwärmungsbeschleuniger nicht polynomial kointegrieren mit der globalen Temperatur und der Sonneneinstrahlung.

Daher unterstützen die Daten für 1880-2007 nicht die These einer anthropogenen globalen Erwärmung in diesem Zeitraum.“ (zitiert nach: M. Beenstock et al.: Polynomial cointegration tests of anthropogenic impact on glo­bal warming , www.earth-syst-dynam.net/3/173/2012).

Wem diese Aussagen und erst recht die zugrunde liegende, mit Zahlen und Gleichun­gen über mehrere Druckseiten bestückte Arbeit zu mathematisch und zu komplex sind, muss zur Kenntnis neh­men, dass „Komplexität“ bis zur Unverständlichkeit Merk­mal aller ernsthaften Ar­beiten zur „Anthropogenen Globalen Erwärmung“ (AGW) ist; und auch sein muss, an­gesichts des überaus komplizierten Sachverhaltes, um den es geht: „Wetter und Klima welt­weit.“ 

Zusammenfassend ist zu sagen:

Die etablierte Klimaforschung ist in der AGW-Frage in höchstem Maße uneins. Wer „Klimaskeptiker“ oder gar „Klimaleugner“ sucht, braucht die etablierte Klimawissenschaft nicht zu verlas­sen. Die Positionen reichen von „kein Zusammenhang zwischen anthropogenem CO2  und Erderwärmung“ bis zu „sehr enger und exakt quantifizierbarer Zusammenhang zwi­schen anthropogenem CO2 und Erderwärmung“. 

Die Uneinigkeit resultiert aus Unterschieden in den wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungsergebnissen zu erwärmungsrelevanten Fragen jenseits der allseits ak­zeptierten Eigenschaft des Spurengases Kohlenstoff-Dioxid (CO2) als eines Infrarot aktiven Gases mit grundsätzlichem Erwärmungspotential.

Sie betreffen zum Bei­spiel: 

–  den Anteil des anthropogenen CO2 am gesamten CO2  – Gehalt der Atmosphäre

–  den Verbleib des anthropogenen CO2 in der Atmosphäre nach Menge und Zeit

–  den Strahlungsaustausch der erdnahen Atmosphäre (IR-aktive Gase wie CO2 und IR-erzeugende Wolken (Aerosole))

–  die Wechselwirkungen zwischen primärem anthropogenem CO2-Erwärmungseffekt, Meeres-Temperatur, Verdunstung, Wolkenbildung und deren Beitrag zu Erwär­mung versus Abkühlung

–  die konzentrations- und temperaturabhängigen Veränderungen der Wechselwirkungen zwischen CO2 und weiteren Treibhausgasen ( z. B. Wasserdampf, Methan)

–  die Bedeutung des LAMBERT-BEER’schen Gesetzes der logarithmisch abnehmenden Aufnahmefähigkeit der atmosphärischen Spurengase in den Strahlungsbanden. 

Diese Beispiele sind vorsichtige Hinweise auf die kaum zu überschätzenden Er­kenntnis-Schwierigkeiten, die dann auftreten, wenn man das „Labor der theoreti­schen Physik“ verlässt und sich in die weite Welt des weltweiten Wetters begibt. 

Nur wer diese Schwierigkeiten negiert oder nicht wenigstens ansatzweise in ihrer riesigen Dimen­sion erfasst, wird den „Mut“ oder die „Dummheit“ aufbringen, wissen­schaftliche Einigkeit und Übereinstim­mung auf dem nahezu unendlich komplexen Gebiet der Wetter- und in deren Gefolge der Klimaforschung zu unterstellen. 

So lange die Gebote der naturwissenschaftlichen Beweispflicht im Sinne eindeutig belegbarer und wiederholbarer Ergebnisse nicht erfüllt sind, ist es Aufgabe der Wis­senschaft zu fragen, zu zweifeln und auch zu streiten. 

Der wissenschaftliche Streit muss ohne wenn und aber bis zum eindeutigen Ende belegbarer und nachvollziehbarer Ergebnisse ausgetragen werden. Wissenschaftlicher Streit darf niemals dadurch umgangen werden, dass er, aus welchen Gründen auch immer, aus der Wissenschaft in die Politik  getragen und dort auf dem Wege der Ver­handlung durch „Kompromisse“ verkleistert wird, also willkürlich.

Diese Umgehung wurde im IPCC nach Struktur wie Verfahrensweise zum Prinzip er­hoben. Wissenschaftlichen Dissens durch politisch dramatisierte Kompromisse zu verkleistern hat sich dort als alltägliche Praxis und mit verheerenden Folgen einge­bürgert. Bereits 1999 gab Prof. Stephen Schneider, IPCC-Leit-Autor, die Aufgabe zur Dramatisierung vor:

„Deshalb müssen wir Schrecken einjagende Szenarien ankündigen, vereinfachende, dramatische Statements machen und irgendwelche Zweifel, die wir haben mögen, wenig erwähnen. Um Aufmerksamkeit zu erregen, brauchen wir dramatische State­ments und keine Zweifel am Gesagten. Jeder von uns Forschern muss entschei­den, wie weit er eher ehrlich oder eher effektiv sein will.“ (Bachmann, H.: Die Lüge von der Klima-Katastrophe, 4.Aufl., Frieling-Vlg. Berlin, 2008, S.9)

Aber der Kleister wird brüchig. Die innerwissenschaftliche Uneinigkeit und der Drang zu Drama und Katastrophe treten zutage. Angesprochen auf die politische Wirkung der bevorstehenden Verdoppelung des CO2-Restbudgets – also der AGW-Halbierung – durch den IPCC-Leitautor Prof. Marotzke (MPI HH) im o. a. Spiegel-Interview:

Einige von meinen Kollegen machen sich deshalb schon Sorgen, dass dies falsch ankommt. Wenn sich das herumspricht, so ihre Befürchtung, legen alle wieder die Hände in den Schoß. 

Mit anderen Worten:

Die klimawissenschaftliche Wahrheit steht beim IPCC stets in Konkurrenz zu politischer Opportunität und Dramatisierung. Ein Blick auf die nach ähnlichem Rezept – allerdings noch krankhaft gesteigert – agierende 16-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg zeigt, wie „weit“ man es inzwischen mit sach- und faktenferner Krisen- und Katastrophenpredigt in der ohnehin fast religiös aufgeheizten Klimadebatte bringen kann. 

Angesichts der riesigen energiepolitischen, wirtschaftlichen, verkehrspolitischen, gesellschafts- und sozialpolitischen sowie umweltpolitischen Dimension des Pro­jektes „Dekarbonisierung“ ist die Tatsache ein Skandal, dass bis heute jeder ernst­hafte Versuch fehlt, die AGW-These im Sinne einer umfassenden Klärung der Strahlungs- und Energie-Bilanz-Debatte experimentell zu überprüfen und abzusichern. 

Wie soll man verstehen, dass für experimentelle physikalische Grundlagenfor­schung, beispielsweise für den Bau und Betrieb von Teilchenbeschleunigern, Milliar­den aufgewendet werden, während die AGW-Debatte im Sumpf höchst spekulativer „Modell-Szenarien“ vermengt mit politischer Dramatisierung verkommt? Die Ant­wort kann auf jeden Fall nicht lauten, dass  AGW experimentell grundsätzlich nicht zu erforschen sei. (michael-schnell-experimentelle-verifikation-des-treibhauseffektes, https://www.youtube.com/watch?v=uyatWldokc4)




Selbst Lehrern geht das Klimageheuchel schon auf den Geist

Mich wunderte das etwas – war die politische Schlagseite der Schüler doch spätestens seit den 90ern von vielen Lehrern selber hervorgerufen worden. Heutzutage soll sogar die Mehrheit der Lehrer nach Aussage vieler kritisch eingestellter Schüler links-ökologisch eingestellt sein. Ein Praktikant bei der CDU berichtete mir dies beispielsweise von seinem Bildungsinstitut vor Ort, einem naturwissenschaftlich fokussierten Gymnasium.

Was stört die Lehrer also? Während der Arbeitszeit dürfen sie nicht jede Woche mit ihrer Klasse zum Demonstrieren ausschwärmen, müssten also freitags im Schulgebäude untätig herumsitzen, und würden ihren festgelegten Lehrplan fürs Abitur nicht absolvieren können.

Der entscheidende Grund allerdings scheint tatsächlich die Vernunft zu sein, wie ein von unserem geschätzten Leser Herrn Leibner kürzlich in den Kommentaren erwähntes Video nahe legt. Dort beteuert ein Schuldirektor zwar seinen Glauben an die Klimakatastrophe, kritisiert aber schwänzwillige Schüler heftig, indem er ihnen Heuchelei vorwirft. Konkret mahnt er an, dass der Klimaschutz nicht nur Freitagvormittag stattfinde, sondern schon viel früher. Wer klimademonstrieren wolle, müsse zuerst aufs Autofahren zur Bewältigung von Kurzstrecken, auf Flugreisen, Plastikverpackungen und vieles andere verzichten.

Wo er Recht hat, hat er Recht; nur sind seine Forderungen recht allgemein. Oder doch nicht? Ich hatte den Eindruck, dass er von konkreten Beobachtungen vor seiner Schule und im umgebenden Viertel berichtet. Er spricht von den vielen „SUVs“, diesen riesigen Halb-Limousine-halb-Geländewagen-Vehikeln, die mir selber gerne den Platz für meinen Drahtesel vorm Haus wegnehmen. Mit solcherlei Gefährten werden offenbar morgens viele Schüler von den Eltern zum Unterricht gebracht. Weiterhin spricht unser Rektor von den üppig mit Kunststoff verpackten Nahrungsmitteln, die er wohl in den Einkaufswagen des Schülermilieus beobachtet. Daher verlangt der kritische Lehrer in seinem Video, dass all die Ökobewegten, die nicht bereit seien, auf all diese CO2-erzeugenden Bequemlichkeiten zu verzichten, das Kommentieren unterlassen sollten. Auch hier kann man ihm nur zustimmen.

Allein, wird es etwas nützen? Nein, natürlich nicht. Der Mann im Video erinnert mich an die marxistischen Dissidenten in der DDR, die der SED-Regierung anhand der kommunistischen Theorie Inkonsequenz, Missbrauch der Ideale und Heuchelei vorwarfen. Es geht den „Idealisten“ nach aller Erfahrung aber nie tatsächlich um die Sache, sondern nur um die Vorteile, die man aus ihr ziehen kann. Sei es, dass man sich nur als Mitglied der „richtigen“ Gruppe präsentieren kann; sei es, dass man via Moralindustrie richtig viel Geld machen kann. Und mit dem Geld wiederum kann man Flugreisen buchen und teure SUVs kaufen….

Was in dem durchaus beeindruckenden Video auffällt, ist, dass der Direktor erstaunlich häufig betont, dass er der Klimakatastrophentheorie zustimme. Ich glaube ihm durchaus. Es scheint aber, als ob er erhebliche Angst davor habe, in den Verdacht zu geraten, etwas Verbotenes getan zu haben. Was meinen Sie, lieber Leser? Hier das Video:

https://www.youtube.com/watch?v=jc1rTAgchBw

 

 




Lernen Sie den neuen Chefberater der „Klimaskeptiker“ des Weißen Hauses kennen

William Happer, ein Wissenschaftler aus Princeton, der an den Gefahren des Klimawandels zweifelt, scheint die Beratungen des Weißen Hauses zu leiten, in Bezug auf der Schlussfolgerung, dass die globale Erwärmung eine Bedrohung darstellt.

Vor fünfundzwanzig Jahren hatte William Happer eine Begegnung mit dem Weißen Haus, die schlecht endete.

Zu dieser Zeit, im Jahr 1993, machte der Princeton-Professor eine Pause von der Wissenschaft, um wissenschaftliche Forschung am US-Energieministerium zu leiten. Er warf einen skeptischen Blick auf eines der Lieblingsprobleme des damaligen Vizepräsidenten Al Gore: die Risiken, die von Chemikalien ausgehen, die Ozon in der Stratosphäre zerstören sollen und dadurch gefährliche ultraviolette Strahlung einzulassen. Wie die Geschichte so geht, ging Happer ins Weiße Haus und sagte Gores Stab, dass er keine Beweise dafür sehe, dass das Ozonloch tatsächlich irgendwann mal jemanden verletzt hätte.

Gore war darüber sichtlich verärgert und Prof. Happer verlor seinen Job.

Heute ist Happer wieder im Weißen Haus und kämpft immer noch gegen unbegründete Behauptungen, wie z.B. die, dass unsere Welt in Gefahr ist. Aber dieses Mal wird sein Anliegen durch den Mann im Oval Office unterstützt.

Happer, 79, wurde im vergangenen Herbst in den Stab des Nationalen Sicherheitsrats von Präsident Trump berufen. Laut den an die Washington Post durchgesickerten Dokumenten, scheint er das Weiße Haus dazu zu drängen, die offizielle Einschätzung der Regierung zum Klimawandel zu überdenken, der zufolge, der Klimawandel als ernsthafte Gefahr für die nationale Sicherheit angesehen wird.

Am Donnerstag (28.02.2109) schickten die Vorsitzenden von vier verschiedenen Ausschüssen im Repräsentantenhaus einen Brief an Präsident Trump und äußerten sich besorgt über die jüngsten Berichte, wonach der Nationale Sicherheitsrat (NSC) ein geheimes Gremium zusammenstellen möchte, das von einem diskreditierten Leugner des Klimawandel geleitet wird. Man befürchtet, dass der überwältigende wissenschaftliche Konsens über Natur und Bedrohungen des Klimawandels untergraben werden könnte.“

Die vier Demokraten erklärten sich „zutiefst besorgt darüber, dass Dr. Happer diese Ausschüsse anzuführen scheint“.

Happer ist eine faszinierende und kontroverse Figur. Er wurde in Indien geboren, als es eine britische Kolonie war, als Sohn eines schottischen Oberst und einer amerikanischen, medizinischen Missionsschwester. Seine Mutter, mit dem jungen Will im Schlepptau, verbrachte einen Teil des Zweiten Weltkriegs als Ärztin am geheimen Standort des Manhattan-Projekts in Oak Ridge, Tenn. Die Familie ließ sich später in North Carolina nieder.

Happer wurde Physiker. Er lehrte an der Columbia University und trat 1980 der Princeton University bei.

„Er ist ein verdammt guter Wissenschaftler“, sagt Steven Koonin , ein prominenter Physiker, der jetzt Professor an der New York University ist und Happer seit 30 Jahren kennt. „Es gibt zwei wirklich bedeutende Beiträge, die mit ihm verbunden sind.“

Eine seiner Arbeiten ermöglichte es, viel bessere Bilder von den Lungen der Menschen aufzunehmen. Eine andere erlaubt es den Astronomen, die Sterne klarer zu sehen.

Gleichzeitig erlangte Happer einen Ruf als skeptischer Wissenschaftler, der unbewiesene Schlussfolgerungen in Frage stellt – insbesondere in Bezug auf die Umweltwissenschaften.

Dieser Ruf wurde durch die Konfrontation von Happer mit Gores Mitarbeitern hinsichtlich der Risiken durch das Ozonloch gefestigt. Der Vorfall wurde in wissenschaftlichen Veröffentlichungen ausführlich behandelt – Physics Today brachte einen Artikel mit dem Titel (~) „Happer verlässt das Energieministerium in einer Ozonwolke, wegen Verletzung der politischen Korrektheit“.

Koonin glaubt, dass Happer das tat, was ein Wissenschaftler tun sollte und verlangte bessere Beweise. „Ich denke, es hat ihn für die Schwammigkeit vieler Umweltwissenschaften sensibilisiert“.

Einige von Happers wissenschaftlichen Kritikern, sehen es jedoch als Misstrauen gegenüber den Wissenschaftlern an, die Umweltrisiken untersuchen.

In den letzten zehn Jahren hat Happer eine leidenschaftliche Kampagne durchgeführt, um Ängste vor der globalen Erwärmung durch Kohlendioxidemissionen und anderer Treibhausgase zu entkräften.

In einer 2015 vom Heartland Institute organisierten Konferenz, die gegen Beschränkungen der fossilen Brennstoffe argumentierte, spottete Happer diese Ängste und bezeichnete sie als Alice-in-Wonderland-Fantasie. „Als ich mich in diese Gebiete einarbeitete musste ich lernen, dass man davon ausging, dass CO2 eine schädliche Erwärmung verursachte. Extremes Wetter und Noahs Flut, wie es ihnen gesagt wird. Ich erinnere mich, das ich dachte:“ Sind die verrückt?“

Tatsächlich ist Kohlendioxid gut für den Planeten, macht Happer geltend. Es ist wie Dünger und macht die Ernte produktiver. „Wir müssen die Dämonisierung fossiler Brennstoffe energisch zurückdrängen. Sie sind überhaupt keine Dämonen, sie sind uns zu diensten.“

Einige Kollegen von Happer in Princeton sprechen öffentlich nur ungern über ihn. Es ist wie eine Verwandtschaft, die aus dem Ruder gelaufen ist.

„Ich meine, ich mochte ihn. Nach unseren Ausschusssitzungen sind wir ein paar Mal auf einen Kaffee gegangen“, sagt Michael Bender , emeritierter Professor für Geowissenschaften und Klimaforscher.

Aber jetzt würde er es jetzt nicht mehr tun. Dies liegt zum Teil am wissenschaftlichen Streit, weil Bender der Meinung ist, dass Happer die Beweise falsch versteht. Aber es liegt auch am Stil von Happer – er hat die Klimawissenschaft als Kult bezeichnet und andere Wissenschaftler beschuldigt, Klimaängste aufgebauscht zu haben, um ihre eigene Karriere anzukurbeln. Ergrimmt ist Bender durch Happers Behauptung: „Die Dämonisierung von Kohlendioxid ist genauso wie die Dämonisierung der Juden unter Hitler.“

„Wissen Sie, es gab einen Punkt, an dem er die Integrität meiner Kollegen angegriffen hat“, sagt Bender, „und ich hatte das Gefühl, dass ich danach keine herzliche Beziehung mehr mit ihm haben könnte.“

Happer, der letzten Herbst im Weißen Haus als leitender Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats gearbeitet hatte, war nicht autorisiert, zu dieser Geschichte Stellung zu nehmen.

Robert Socolow , ein anderer Princeton-Kollege, hat gemischte Gefühle in Bezug auf Happers Botschaft. Socolows eigene Biografie – zuerst Physiker, dann Umweltfachmann – macht ihn zu einer Art Brücke zwischen Happer und den Umweltwissenschaftlern auf dem Campus von Princeton. Er bezweifelt nicht das technische Verständnis von Happer in Bezug auf die Klimawissenschaft, sagt jedoch, dass „jeder [Wissenschaftler] Bereiche von Irrationalität hat“.

„Ich denke, dass die Umwelt im Allgemeinen und der Klimawandel im Besonderen ein Bereich von Wills Irrationalität ist. Trotzdem denke ich, dass er etwas erreichen kann“, sagt Socolow.

Socolow hofft, dass Happer sich im Weißen Haus weniger wie ein argumentierender Physiker verhält und eher wie eine Person, die sich auf jede Möglichkeit vorbereitet – einschließlich der Möglichkeiten, die er für unwahrscheinlich hält.

„Ein Soldat unterschätzt den Feind nicht. Eine Geschäftsmann unterschätzt nicht die Konkurrenz“, sagt Socolow. „Und selbst wenn, wie Happer es betont, Ungewissheit über den Verlauf des Klimawandels besteht, dürfen die USA diese Risiken nicht unterschätzen.“

Gefunden auf National Public Radio vom 01.03.2019

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://www.npr.org/2019/03/01/698073442/heres-the-white-houses-top-climate-change-skeptic?t=1551553550345&t=1551644137049




Geschenk von oben : Der Klimawandel bietet Behörden neue Eingriffsmöglichkeiten ; Sozialistische Politiker und NGOs sind begeistert.

Wahltaktisch geschickt hat der Basler Grosse Rat zudem zur Freude der Jugendlichen auf der Tribüne über Klimanotstand und Klimanotfall debattiert. Und aus Schulklassen tönt es: Maturareise per Bahn statt per Flugzeug.

Der Druck kommt von oben, und zwar von ganz oben, nämlich von der Uno, die seit Jahren den grossen Herausforderungen für die Zukunft der Weltbevölkerung hilf- und tatenlos gegenübersteht. Seien es Kriege, Machtkämpfe, Terror, Unterdrückung, Verfolgung, Korruption – Erfolge fehlen. Das gilt auch mit Blick auf die Bevölkerungsexplosion. Die Anzahl Füsse ist mindestens so wichtig wie der Fussabdruck. Da kommt der Klimawandel wie gerufen. Er ist ein echt globales Phänomen und eine erstklassige Gelegenheit für die Uno, sich weiter in Richtung Weltregierung vorzuarbeiten.

Jetzt kann man das sündhafte Atmosphärengift CO2 vor alle anderen Krisen, von Armut bis Krieg, setzen. CO2 ist wie die radioaktive Strahlung weder sichtbar noch riechbar und eignet sich bestens als Sündenbock für quasireligiöse Kampagnen. Das Höllen-Desaster liegt nicht im Jenseits, sondern im Diesseits des nächsten Jahrhunderts. Das Ziel, die Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, kann nämlich erst im 22. Jahrhundert erreicht werden – oder eben nicht. Die Rettung des Planeten, bezogen auf eine, politisch betrachtet, sehr ferne Zukunft, verleitet zu Jahrhundertfehlern.

Jahrhundertchance

Das völlig unverbindliche und wirkungslose Pariser Abkommen wird so zum irdischen Wunder erklärt, das der Uno eine Art Weltherrschaft und den nationalen Regierungen Vollzugsgewalt verspricht. Dabei könnte man das viel nüchterner sehen. Sollte die Temperatur tatsächlich empfindlich steigen, kämen unvergleichlich billigere Methoden zur Klimasteuerung in Betracht, beispielsweise künstlich erzeugte Wolken. Jetzt einen Klimanotstand für das 21. Jahrhundert auszurufen und die Welt in ein Energiedesaster zu stürzen, ist nicht nur hysterisch, sondern zynisch. Der Klimaprophet Professor Thomas Stocker verkündet die radikale Beseitigung von CO2-Emissionen auch gleich noch als Jahrhundertchance für die Wirtschaft.

Mit einigen Ausnahmen machen die meisten Länder schuldbewusst bis freudig mit. Indien und China dürfen ihren Ausstoss noch bis 2030 vergrössern. Den ärmsten Entwicklungsländern werden jährlich hundert Milliarden Dollar Abgeltung versprochen. Die Amerikaner sind schon offiziell ausgestiegen, und die Australier gehen eigene Wege. Aber warum ist man gerade in der Schweiz so eifrig bei der Sache?

Die Antwort: Für marktfeindliche Gruppen wie linke oder grüne Parteien sowie NGOs ist das ein Geschenk – nicht vom Himmel, aber immerhin von der Uno. All die gleichgefärbten Bürokraten der internationalen Organisationen verbünden sich mit ihren Kollegen in Bundesämtern. Hinzu gesellen sich kollektivistisch gesinnte Mitläufer aus dem Bürgertum. Heute haben es die Öko-Sozialisten viel leichter als früher, weil es ja um die Existenz unserer Kinder und Enkel geht und wir uns schuldbewusst geben können, ohne den Preis bezahlen zu müssen. Ein vom Parlament kürzlich abgelehnter unsinniger Schweizer Alleingang in weltrekordverdächtig hoher CO2-Besteuerung wird jetzt mit dem Support der einmal mehr kippenden FDP wiederbelebt. Lenkungsabgaben werden als Zukunftsinvestition begrüsst, dabei werden sie irgendwann in Subventionen für Sonderinteressen umgemünzt. Das Forcieren von Solar- und Windenergie sowie der Nuklearausstieg fördern in diesem Jahrhundert paradoxerweise das Gas.

Schon die sozialistische Planwirtschaft hatte gerade bei Menschen mit höherer Bildung viele Anhänger. Erst das Versagen bei der Umsetzung und der Niedergang nach zwei bis drei Generationen führten zur Abkehr davon. So weit ist es heute im modernen Öko-Sozialismus noch nicht, zumal staatliche Bürokratien und wissenschaftliche Propaganda die Medien und die Volksstimmung dominieren. Anzeichen der Ernüchterung gibt es jedoch. Im Musterland für opferbereite Klimahysterie hat das Berner Stimmvolk kürzlich ein unsoziales und ineffizientes Energiepaket abgelehnt. Wenn Wunschträume sich als falsch erweisen und die Portemonnaies der breiten Bevölkerung leeren, sind Illusionen schnell vom Tisch, allerdings sind die Täter dann auch schon von der Bühne verschwunden.

================================================================

)**  Anmerkung der EIKE-Redaktion: Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der WELTWOCHE Zürich : Geschenk von oben | Die Weltwoche, Nr. 9 (2019) | 22. Februar 2019 ; http://www.weltwoche.ch/

EIKE dankt der Redaktion der WELTWOCHE und dem Autor Silvio Borner für die Gestattung der ungekürzten Übernahme des Beitrages. Silvio Bornerist Mitglied im Carnot-Cournot-Netzwerk, einem Interdisziplinären Think Tank für Politikberatung in Technik und Wirtschaft  [http://www.c-c-netzwerk.ch/].

=================================================================




Hurrikane und Klimawandel 2: Zuordnung

Erkennung und Zuordnung von Änderungen der Hurrikan-Aktivität

Der gängigen Argumentation zufolge sollte die Hurrikan-Aktivität und besonders deren Intensität zunehmen, wenn sich die Ozeane im Zuge des Klimawandels erwärmen. Allerdings wird in jedem der im 1. Teil erwähnten Zustandsberichte der Zuordnung von Änderungen aus jüngerer Zeit der Hurrikan-Aktivität zur vom Menschen verursachten globalen Erwärmung nur geringes Vertrauen entgegen gebracht (low confidence).

Welche wissenschaftliche Grundlage gibt es, um die Frage zu beantworten, ob es die vom Menschen verursachte globale Erwärmung ist, die eine Änderung der Hurrikan-Aktivität nach sich zieht, oder ob es irgendetwas anderes ist?

Die Erkennung und Zuordnung anthropogener Signale im Klimasystem ist ein neues und rapide sich ausweitendes Feld. Will man eine beobachtete Änderung oder auch nur ein Teil derselben einem kausalen Faktor zuordnen (wie etwa einem anthropogenen Klima-Antrieb), so muss man normalerweise diese Änderung erst einmal erkennen. Eine erkannte Änderung ist eine solche, bei der es aufgrund von Beobachtungen sehr unwahrscheinlich ist (weniger als 10% Wahrscheinlichkeit), dass sie allein der internen natürlichen Variabilität geschuldet ist. Eine Zuordnung einer Änderung zu irgendetwas impliziert, dass der relative Beitrag kausaler Faktoren evaluiert worden ist, zusammen mit statistischem Vertrauen.

Es gibt einige Umstände, unter denen eine Zuordnung ohne Erkennung angemessen sein kann, obwohl eine Zuordnung immer nur geringes Vertrauen enthält, wenn sie nicht durch eine beobachtete Änderung gestützt wird. Zum Beispiel muss eine Trendanalyse für ein extrem seltenes Ereignis nicht bedeutsam sein. Schließt man eine Zuordnung ohne Erkennung in die Analyse von Auswirkungen des Klimawandels mit ein, reduziert man die Chance einer falschen negativen Zuordnung – und folgert fälschlich, dass der Klimawandel keine Auswirkungen auf gegebene Extrem-Ereignisse hat. Allerdings besteht bei einer Zuordnung ohne vorherige Erkennung das Risiko falscher positiver Zuordnungen – wobei man fälschlich folgert, dass der anthropogene Klimawandel einen Einfluss darauf hat, obwohl das in Wirklichkeit nicht der Fall ist.

Das konzeptionelle Modell der meisten Analysen bzgl. Erkennung und Zuordnung enthält vier Elemente:

Zeitreihen relevanter Beobachtungen

die geschätzte Zeitreihe relevanter Klima-Antriebe (wie etwa Treibhausgas-Konzentrationen oder vulkanische Aktivität)

eine Abschätzung der Auswirkung von Klima-Antrieben auf die interessierenden Klima-Variablen

eine Abschätzung der internen Variabilität der interessierenden Klima-Variablen – z. B. natürliche Variationen von Ozean, Atmosphäre, Festland, Cryosphäre usw. beim Fehlen externer Antriebe

Paläoklimatologische Antriebe aus geologischen Aufzeichnungen sind nützlich für Studien bzgl. Erkennung, bieten sie doch eine Grundlage dafür, dass man die gegenwärtige Variabilität mit derjenigen im vorigen Jahrhundert oder so vergleichen kann. Zeit des Entstehens ist der Zeitrahmen, in welchem Klimawandel-Signale in verschiedenen Regionen erkennbar werden – ein wichtiges Thema, kann doch die natürliche Variabilität erzwungene Klimasignale über Jahrzehnte verschleiern, vor allem in kleinräumigeren Gebieten.

Erkennung

Es gibt drei Hauptschwierigkeiten bei der Erkennung von Signalen der Änderung der Hurrikan-Aktivität:

sehr lange Zeitmaßstäbe in den Ozeanen, was zu einer substantiellen Verzögerung zwischen externen Antrieben und der Auswirkung auf den Klimawandel nebst dessen Auswirkungen führt

natürliche Variabilität mit hohen Amplituden in den Ozeanbecken in Zeitmaßstäben von Jahr zu Jahr und von Jahrtausend zu Jahrtausend.

starke regionale Variationen, sowohl innerhalb der Ozeane als auch der Hurrikan-Aktivität

Auf der Grundlage der zuvor zusammengefassten Beobachtungen kann man folgende Zusammenfassung hinsichtlich der Änderungen globaler oder regionaler Hurrikan-Aktivitäten geben:

globale Hurrikan-Aktivität: kleine, aber signifikante Trends abnehmender Hurrikan-Häufigkeit und zunehmender Stärke von Hurrikanen

globaler Anteil in Prozent von Hurrikanen der Stärke 4/5: zunehmender Trend seit 1970, obwohl die Qualität der Daten vor dem Jahr 1988 umstritten ist

Rate der Verstärkung: Hinweise auf eine globale Zunahme trotz nicht übereinstimmender Datensätze

Zugbahnen: im Zeitraum 1982 bis 2012 polwärtige Verlagerung der Breite, in der Hurrikane im Mittel die maximale Intensität ihres Lebenszyklus‘ erreicht haben

Atlantische Hurrikane: zunehmender Trend seit 1970, jedoch wurde eine vergleichbare Aktivität auch im Zeitraum 1950 bis 1960 beobachtet.

Hurrikane in anderen Gebieten: Aufzeichnungen von Beobachtungen sind zu kurz, aber es gibt keinerlei Hinweise auf Trends, die über die natürliche Variabilität hinausgehen.

Die Grundlage von Beobachtungsdaten (seit 1970 oder sogar seit 1850) ist zu kurz, um die volle Auswirkung der natürlichen internen Variabilität abzuschätzen, welche mit großräumigen Meeresströmen assoziiert ist. Paläoklimatologische Analysen zeigen aber, dass die derzeitige Hurrikan-Aktivität nicht ungewöhnlich ist.

Quellen von Variabilität und Änderung

Erkennt man keinerlei signifikante Änderungen der globalen oder regionalen Hurrikan-Aktivität, müssen Zuordnungs-Verfahren ohne Erkennungen angewendet werden. Diese Verfahren erfordern die Abschätzung der Beiträge externer Antriebe (z. B. CO2, Vulkane, solar) zur Klima-Variabilität/-Änderung plus der natürlichen internen Variabilität im Zusammenhang mit den großen Meeresströmen. In einem Zuordnungs-Verfahren in zwei Schritten sind Änderungen von Zwischen-Variablen (Wassertemperatur der Ozeane, Windscherung, Luftfeuchtigkeit) nützlich bei der Identifikation physikalischer Vorgänge, wobei eine Erwärmung zu einer Änderung der Hurrikan-Aktivität beitragen kann.

Der Schwerpunkt in diesem Abschnitt liegt auf der Identifikation von Quellen der Änderung und der Variabilität während des Zeitraumes seit 1850, also seit historische Daten verfügbar sind.

Häufig wird hinsichtlich einer Zunahme der Hurrikan-Aktivität argumentiert, dass sie einher geht mit einem Anstieg der globalen Wassertemperatur. Abbildung 4.1 zeigt die Variabilität global gemittelter Wassertemperaturen (SST) seit 1850 zusammen mit externen Antrieben durch CO2 aus Vulkanen und der Sonne.

Man erkennt in Abbildung 4.1a, dass die Wassertemperaturen im Jahre 1910 global ein Minimum durchlaufen haben, um danach bis etwa 1945 rapide zu steigen. Die erhöhte atlantische Hurrikan-Aktivität von den dreißiger bis zu den fünfziger Jahren war aufgetreten, als die globalen Wassertemperaturen etwa 0,8°C niedriger lagen als heute. Dieser Erwärmungsphase folgte eine Periode mit leichter Abkühlung bis etwa zum Jahre 1976, nach welchem die Temperaturen wieder zu steigen begannen.

Abbildung 4.1: (oben) Wassertemperatur-Anomalien global (°C) aus HadSST. (Mitte) anthropogene CO2-Emissionen; Quelle: IPCC AR 5. (Unten) jährliche mittlere Zeitreihe von Klima-Treibern: atmosphärische CO2-Konzentration, stratosphärische Aerosole (Vulkanausbrüche), solare Gesamt-Einstrahlung sowie troposphärische Aerosole; Quelle: Hegerl et al. (2018)

Die globale Erwärmung der Ozeane von 1910 bis 1945 um 0,6°C ist vergleichbar mit der Erwärmung um 0,7°C im Zeitraum 1976 mit 2018. Hinsichtlich der jüngsten Erwärmung zeichnete das IPCC folgende Zuordnung:

● „Es ist extrem wahrscheinlich, dass über die Hälfte der beobachteten Erwärmung von 1951 bis 2010 der Zunahme anthropogener Treibhausgase und anderen anthropogenen Antrieben geschuldet ist. Das best estimate des anthropogenen Beitrags zur Erwärmung ist ähnlich der beobachteten Erwärmung während dieses Zeitraumes“.

Mit anderen Worten, das best estimate des IPCC ist, dass die gesamte Erwärmung seit 1951 vom Menschen verursacht ist.

Was aber war dann die Ursache der Erwärmung zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Dieser Frage ist bemerkenswert wenig Aufmerksamkeit seitens der Klimawissenschaftler zuteil geworden. Eine fehlende Erklärung der Ursachen jener Erwärmung vermindert die Glaubwürdigkeit des IPCC-Statements bzgl. der Erwärmung ab 1951.

Eindeutig waren hinsichtlich der Erwärmung zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch andere Faktoren außer CO2 im Spiel (Abb. 4.1 Mitte). Hinsichtlich externer Strahlungsantriebe würde eine Periode relativ geringer vulkanischer Aktivität im Zeitraum 1920 bis 1960 einen relativen Erwärmungseffekt haben, obwohl der Zeitraum 1945 bis 1960 Schauplatz einer leichten insgesamten Abkühlung war. Der solare Antrieb zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf Erwärmungen unterschiedlicher Magnitude ist unklar, obwohl diese Magnituden unzureichend bzgl. eines solaren Einflusses sind, um ein direkter Haupt-Antrieb der globalen Erwärmung Anfang des 20. Jahrhunderts sein zu können.

Ändert die globale Erwärmung die internen Zustände der Variabilität?

Die internen Zustände der Variabilität im Zusammenhang mit großräumigen Ozean-Zirkulationen werden oftmals als ,Oszillationen‘ bezeichnet. Es ist jedoch unrichtig, diese Oszillationen als ,zyklisch‘ zu betrachten, sind doch deren Periode und Häufigkeit unregelmäßig. Im Prinzip kann eine bestimmte Oszillation aufhören zu bestehen oder ihren Zustand der Variabilität ändern, weil deren internen Zustände assoziiert sind mit der nicht linearen Dynamik des gekoppelten Atmosphäre-Ozean-Systems.

Weil die historischen Aufzeichnungen nicht besonders weit zurückreichen, vor allem in anderen Gebieten als dem Atlantischen Ozean, ist es sinnvoll, paläoklimatische Hinweise dieser Oszillationen in Betracht zu ziehen.

Der NCA4 (2017; Kapitel 5) kam zu dem Ergebnis, dass das Vertrauen gering ist hinsichtlich der Auswirkung einer vom Menschen verursachten globalen Erwärmung auf Änderungen dieser internen Zustände im Zusammenhang mit der großräumigen Ozean-Zirkulation.

Schlussfolgerungen

Modelle und die Theorie zeigen, dass Hurrikan-Intensität und Regenmenge in einem sich erwärmenden Klima zunehmen sollten. Es gibt aber keine Theorie, die eine Änderung der Anzahl der Hurrikane oder eine Änderung von den Zugbahnen derselben im Zusammenhang mit höheren Temperaturen umfasst.

Eine überzeugende Zuordnung jedweder Änderungen erfordert, dass eine Änderung der Hurrikan-Charakteristika mittels Beobachtungen erkannt wird mit einer Änderung, die über die natürliche Variabilität hinausgeht.

Aus Beobachtungen geht hervor, dass der globale Prozentsatz von Hurrikanen der Kategorien 4/5 zunimmt, obwohl die Stärke der Zunahme abhängig ist vom untersuchten Zeitraum, wobei aus manchen Gebieten vor dem Jahr 1987 nur fragwürdige Beobachtungen vorliegen. Wegen der kurzen Zeit mit Datenaufzeichnungen erfordert die Zuordnung jedweden Anteils dieser Zunahme zur anthropogenen globalen Erwärmung eine sorgfältige Auswertung der Daten und der Zustände der natürlichen Variabilität in jeder einzelnen Region, in der Hurrikane auftreten.

Während Theorie und Modelle zeigen, dass die Regenmenge bei Hurrikanen in einem sich erwärmenden Klima zunehmen sollte, sind Beobachtungs-Analysen aufgrund von Satellitendaten bisher in bedeutsamer räumlicher oder zeitlicher Auflösung nicht durchgeführt worden.

Es gibt einige Hinweise für eine globale Verlangsamung der Verlagerung tropischer Zyklone im letzten halben Jahrhundert, aber diese beobachteten Änderungen sind bis jetzt noch nicht halbwegs zuverlässig dem anthropogenen Klimawandel zugeordnet worden.

Zwar hat es im Atlantik seit 1970 eine gewisse Zunahme der Hurrikan-Aktivität gegeben, doch ist diese vermutlich getrieben durch Änderungen der Atlantischen Multidekadischen Oszillation (AMO) und des Atlantic Meridional Mode (AMM). Simulationen von Klimamodellen zeigen, dass die jüngste Rate der Intensivierung atlantischer Hurrikane über das hinausgeht, was man von der natürlichen internen Variabilität erwarten kann.

Falls die anthropogene globale Erwärmung eine Zunahme bzgl. mancher Aspekte der Hurrikan-Aktivität verursacht, sollte diese Zunahme global auftreten und nicht nur in einem einzelnen Ozeanbecken. Ein Problem dabei besteht darin, dass die Daten für eine Erkennung auf globaler Ebene unzureichend sind. Betrachtet man ein einzelnes Ozeanbecken, ist eine korrekte Interpretation und Simulation der natürlichen internen Variabilität unabdingbar wichtig, doch ist unser Verständnis und unsere Fähigkeit, die natürliche interne Variabilität zu simulieren, äußerst begrenzt.

Alles in allem ist das Trendsignal der Hurrikan-Aktivität noch nicht über die Hintergrund-Variabilität natürlicher Prozesse hinausgegangen. Anthropogener Klimawandel kann Änderungen der Hurrikan-Aktivität verursacht haben, die noch nicht erkennbar sind, und zwar wegen der geringen Größenordnung dieser Änderungen im Vergleich zur geschätzten natürlichen Variabilität oder wegen grenzen der Beobachtbarkeit. Aber an diesem Punkt gibt es keinen überzeugenden Beweis dafür, dass die anthropogen verursachte globale Erwärmung eine Änderung der Hurrikan-Aktivität verursacht hat.

Link: https://judithcurry.com/2019/02/20/24737/#more-24737

Übersetzt von Chris Frey EIKE