Energiewende: Populismus der Antipopulisten

Kürzlich rechnete derTages-Anzeiger vor, dass die Stromproduktion mit Wasser infolge verschärfter Umweltauflagen trotz dem Bau neuer Kraftwerke längerfristig sinken werde. Von den 800 im Rahmen der Energiewende geplanten Windmühlen wurden bislang 37 gebaut; neue Projekte scheitern am Widerstand von Umweltschützern und Anwohnern. Das Bundesamt für Energie musste derweil einräumen, dass die Windverhältnisse in der Schweiz schlechter sind als bisher angenommen. Bei einem miserablen Nutzungsgrad von 17,8 Prozent stehen die Räder die meiste Zeit still. Und allmählich dämmert doch dem einen oder andern, dass Solarpanels im Winter, wenn man sie am ehesten gebrauchen könnte, praktisch keinen Strom liefern. Die Geothermie, einst ein zentrales Element der Energiewende, wurde längst abgeschrieben. Gestiegen ist nur der Konsum.

Die im Wahljahr 2011 nach der Kernschmelze von Fukushima eiligst durchgepeitschte Energiewende ist gescheitert, bevor sie richtig angefangen hat. Dabei mangelt es nicht an technologischer Innovation und auch nicht am guten Willen. Das Problem liegt bei den unbestechlichen Gesetzen der Natur. Erstens: Die Energiedichte von Sonne, Wind, Erdwärme oder Biomasse ist extrem gering; der klägliche Ertrag steht in einem krassen Missverhältnis zum Verschleiss an Ressourcen (Fläche, Rohstoffe, Manpower). Zweitens: Die Energie von Wind und Sonne fällt selten dann an, wenn man sie braucht; da Speicher in der dafür benötigten Grössenordnung weder ökonomisch noch ökologisch zu verantworten wären (siehe erstens), ist der wind-solare Flatterstrom auf dem Markt faktisch wertlos.

Weg in die Abhängigkeit

Jeder, der auch nur über rudimentäre Kenntnisse der Physik verfügt, hätte das Fiasko voraussagen können. Tatsächlich steckt hinter der Energiewende ein verantwortungsloser Populismus, wie man ihn in der Schweiz zuvor kaum je erlebt hat. Von links bis rechts versprachen besonders jene Politiker, die den Populismus am lautesten verdammen, ihren Wählern das Blaue vom Himmel: Die von der Natur zum Nulltarif gelieferte saubere Energie würde Innovation und Arbeitsplätze schaffen und die unheimliche Atomenergie überflüssig machen. Mit einer CO2-Steuer sollten die Leute zum Sparen gezwungen werden. Das klang so lange gut, bis die Leute merkten, dass sie selber gemeint waren.

Im März 2015 lehnte das Volk mit rekordverdächtigen 92 Prozent Nein-Stimmen eine von den Grünliberalen geforderte Energiesteuer ab. Wohlweislich vertagte Energieministerin Doris Leuthard (CVP) die CO2-Steuer auf später, um ihre Energiewende nicht zu gefährden. Doch im Jahr 2019 stehen wieder Wahlen an. Gemäss Umfragen droht, wie 2011, ein Durchmarsch der Grünen. Und plötzlich ist die FDP wieder offen für eine CO2-Steuer, die sie im letzten Jahr noch abgelehnt hat. Energieministerin Simonetta Sommaruga (SP) zeigt sich «beeindruckt» von der «Klimajugend», beschwört die «CO2-Neutralität» und einen «Schulterschluss in der Klimapolitik, damit die Umwelt, aber auch die Arbeitnehmenden und die Bevölkerung profitieren».

Bittere Realität ist aber: Will man von den fossilen Brennstoffen wegkommen, muss man mehr Strom produzieren. Ein CO2-Ablass hilft dabei nicht weiter. Denn die Elektrizität ist das Letzte, auf das die Menschen verzichten. Es braucht neue Kraftwerke. Bereits heute bestehen im Winter Versorgungslücken. Fallen auch noch die Atomkraftwerke dies- und jenseits des Rheins weg, gibt es zwei Varianten, um den Blackout zu verhindern: Kohlestrom importieren oder Gaskraftwerke bauen. Die weitgehend autarke und emissionsfreie Stromversorgung der Schweiz wird damit als Folge der Energiewende definitiv Geschichte.

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)**  Anmerkung der EIKE-Redaktion:

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der WELTWOCHE Zürich : Populismus der Antipopulisten | Die Weltwoche, Nr. 10 (2019) | 7. März 2019 ; http://www.weltwoche.ch/

EIKE dankt der Redaktion der WELTWOCHE und dem Autor ALEX BAUR für die Gestattung der ungekürzten Übernahme des Beitrages.

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Der ausgeblieben Weltuntergang – was ist eigentlich in Fukushima los?

Fast 100 Kernkraftwerke auf der ganzen Welt hatte ich schon gesehen. Ich war auch in Japan – allerdings war Fukushima noch nicht dabei. Meine Organisation hatte sich als zahnloser Tiger entpuppt und auf der ganzen Linie versagt. Ich wäre am liebsten vor Scham in den Boden versunken. Noch am gleichen Abend meldete ich mich freiwillig, um in Fukushima den Kollegen zu helfen. Ich war nicht der Einzige – hunderte Ingenieure der Nuklearindustrie taten das.

Die Erdachse wurde verschoben

Am 11. März 2011 um 14:46 Uhr Ortszeit traf Japan ein schweres Erdbeben. Die Pazifische Platte schob sich ruckartig fünf Meter auf die Nordamerikanische Platte. Die Erdkruste riss auf einer Länge von 400 Km bis in eine Tiefe von 60 km auf. Das Tohoku-Erdbeben vor der Küste von Fukushima wurde mit 9,1 auf der Richterskala bewertet. Die freigesetzte Energie des Bebens war äquivalent der Energie von 780 Millionen Hiroshima-Bomben. Das Erdbeben war so schwer, dass sich die Erdachse um 16 cm verschob – seither dreht sich die Erde etwas schneller, die Tageslänge verkürzte sich um 1,8 Mikrosekunden. 400.000 Gebäude stürzten ein. Alle Kernkraftwerke Japans schalteten sich bei dem Beben automatisch ab und gingen in den Notkühlbetrieb über. Das Stromnetz in großen Landesteilen wurde erheblich beschädigt.

Als Folge des Bebens verwüstete ein gigantischer Tsunami die Küstenregion von Fukushima. 22.000 Opfer waren zu beklagen. Das Kernkraftwerk Fukushima mit seinen sechs Reaktor-Blöcken wurde von einer Wasserwelle von 14 Metern Höhe getroffen und vier tiefer gelegenen Reaktorblöcke wurden überschwemmt und völlig verwüstet. Mit dem kleinen Finger ihrer linken Hand drückte die Flutwelle die eisernen Maschinenhaustore der Reaktorblöcke auf und verwandelte die Turbinen-Gebäude in U-Boote, in denen das Wasser fünf Meter hochstand. Dort befanden sich aber auch die Notstromdiese, deren Funktion für diese Anlagen jetzt überlebenswichtig war. Die umfangreichen Sicherheitseinrichtungen des Kraftwerkes mussten ohne Notstromversorgung versagen und die Reaktorkerne überhitzten sich bis zur Teilschmelze. Das nennt der Fachmann GAU – Größter Anzunehmender Unfall. Durch eine Hitze-Reaktion des Zirkoniums der Brennelemente mit dem Wasserdampf entstanden große Mengen an Wasserstoff, der in Verbindung mit Luftsauerstoff als Knallgas gerne explodiert.

Japans Sicherheitskultur versagte

Zweifelsfrei hatte hier die Unfallvorsorge des Energieversorgers TEPCO (Tokyo Electric Power Company) versagt. Die Welt verstand Japan stets als ein Hochtechnologie-Land und lernte nun: „Hochtechnologieland“ bedeutet nicht unbedingt „Hochsicherheitsland“. Es war Japans Sicherheitskultur,die versagt hatte.

Die Bilder der Wasserstoffexplosionen in Fukushimawurden weltweit als explodierende Reaktoren wahrgenommen. Als wäre eine solche Katastrophe nicht genug, wurde der GAU in Fukushima mittels dieser Bilder von den deutschen Medien im Einklang mit der Politik regelrecht orchestriert und in einen Super-GAU erhöht. Einen Supergau gibt es sprachlich gar nicht, da GAU schon „Größter Anzunehmender Unfall“ heißt. Eine ungeheuerliche Medienkampagne brach in Deutschland los und spülte ganz nebenbei in Baden-Württemberg einen grünen Ministerpräsidenten an die Macht. Der ARD-Korrespondent Robert Hetkämper relotierte damals darüber, dass in Fukushima Obdachlose und Jugendliche in einem Kamikaze-Einsatz verheiztwürden. Eine heute amtierende Bundestagspräsidentin widmete kurzerhand die Tsunamiopfer zu Strahlenopfernum. Nichts davon stimmte. Es gab keine Strahlenopfer in Fukushima. Die sieben Todesopfer im Werk fielen dem Erdbeben – ein Kranführer stürzte von seinem Kran ab – oder dem Tsunami zum Opfer – sie ertranken in den Fluten.

Die Angst der deutschen Politik vor dem Zeitgeist

Was ist aus den Weltuntergangs-Szenariengeworden, die von den Medien angeheizt, Panik über den Erdball verbreiteten? Nichts, rein gar nichts – außer, dass der Tsunami in Fukushima in Deutschland mehr Kernreaktoren zerstört hat, als im fernen Japan. Ließ doch die deutsche Kanzlerin auf der Tsunamiwelle reitend für ein paar Wählerstimmen einen ganzen Industriezweig gesetzwidrig enteignen, indem die gültigen Betriebsgenehmigungen deutscher Kernkraftwerke eingezogen wurden. Acht Blöcke wurden sofort abgeschaltet, die restlichen werden bis 2022 außer Betrieb genommen – aus Angst vor einem Tsunami in der deutschen Tiefebene?

Nein, aus Angst vor dem Zeitgeist. Genützt hat es der CDU nichts. Die Wahl in Baden-Württemberg hat sie damals trotzdem nicht gewonnen. Und den deutschen Steuerzahler hat die Kanzlerinnenpanik viele Milliarden gekostet, Milliarden, die anderswo dringend gebraucht wurden. Deutschland hat sich durch den Abschied von der Kernenergie meilenweit vom Erreichen seiner selbstgesetzten Klimaziele entfernt. Lernen aus Fehlern? Das muss in Deutschland nicht sein. Jetzt wird – genau mit der gleichen Panikmache – ein weiterer Ast abgesägt, auf dem der deutsche Wohlstand sitzt. Die Gretaisierung der deutschen Politikschreitet auch heute noch unaufhaltsam und majestätisch wie eine Tsunamiwelle voran. Und genau so verheerend wie ein Tsunami wird auch die Wirkung sein. Aber ach – das sagend fühle ich mich wie Kassandra– die der Legende nach begabt war, die Zukunft vorherzusagen und dazu verdammt war, dass ihr niemand Glauben schenkte.

Was wurde aus der Zone der Evakuierung?

Unmittelbar nach dem GAU wurde eine 20km-Zone um das havarierte Kraftwerk von der japanischen Regierung evakuiert. Ob dies notwendig und besser für die Betroffenen war, darüber lässt sich unter Strahlenschutzgesichtspunkten trefflich streiten. Ich glaube, es war eher kontraproduktiv. In den letzten Jahren wurde die Evakuierungszone aufwendig dekontaminiert, ein Vorgang, den man sich in Deutschland nicht vorstellen mag. 15,2 Millionen Kubikmeter „kontaminiertes Erdreich“ wurden in der Präfektur Fukushima abgetragen und in 150.000 speziellen Lagerstättenverstaut. Die Strahlenbelastung in Fukushima Stadt ging von 2,74 Mikrosievert nach dem Unfall auf heute normale Werte von 0,14 Mikrosievert zurück. Ich bin kein Strahlenschutzexperte. Deshalb ein paar etwas laienhafte Erklärungen dazu. (Zum einfacheren Vergleichen gebe ich die Werte in Mikrosievert pro Stunde (μSv/h) und gerundete Zahlen an. In einigen gesperrten Teilen der Evakuierungszone sind die Werte deutlich höher).

Die Luftstrahlung an der Messtation Odaka – 15 km vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt und typisch für die wieder zum Heimkehren freigegebenen Bereiche – beträgt 0,14 μSv/h. Das liegt leicht über dem normalen Strahlungsniveau von z.B. New York, ist aber etwas niedriger als in Rom und deutlich niedriger, als in einigen Gebirgsregionen Deutschlands. Eine der höchsten natürlichen Strahlenbelastungen weltweit findet sich im iranischen Ramsar mit Spitzenwerten der effektiven Dosis von 14μSv/h. Zum weiteren Verständnis: 5-10μSv werden für einmaliges Zahnröntgen appliziert und mehr als 50μSv für einen einfachen Flug von Tokio nach New York.  Noch ein Beispiel: 12.000 Computertomografien werden in Deutschland pro Jahr durchgeführt.  Bei einer Ganzkörper-CT werden zwischen 1000μSv und 10.000μSv verabreicht.

Mehr als die Hälfte der Evakuierungszone von 371 Quadratkilometer wurde inzwischen wieder für die Bevölkerung zum Wiederbezug freigegeben. Insgesamt kehrten etwa 50.000 Einwohner (2,6% der Bevölkerung der Präfektur) nicht in ihre angestammte Heimat zurück. Selbst in die Dörfer nahe des Kraftwerkes Fukushima kehrt das Leben langsam zurück. Es wird aber noch Jahre dauern, bis die Narben des Unglücks verheilt sind. Zum Beispiel sind in Odaka Town, etwa 15 km vom Kraftwerk entfernt, erst ein Drittel (2.832 von einst 8.313) der Einwohner zurückgekehrt. Oder in Nami-Town – das erst 2017 freigegeben wurde – sind von den einst 20.000 Einwohnern erst 500 zurück.

Viele der hastig Evakuierten haben in den letzten sieben Jahren eine neue Heimat gefunden und wollen gar nicht zurückkehren. Einige haben auch Angst vor Strahlung und bleiben lieber woanders. Es kommen aber auch Menschen von anderswo nach Fukushima, um sich mit den Unterstützungsprogrammen der Regierung hier eine Existenz aufzubauen. Die „Todeszone“ ist längst wieder zum Leben erwacht.

Das Soma NomaoiSamurai-Festival zog jedenfalls im Jahr 2018 über 40.000 Besucher nach Fukushima an. Und landwirtschaftliche Produkte, wie die berühmten Fukushima Pfirsiche, sind wieder gefragt. Doch das ist hierzulande keine Nachrichten wert, da schüttelt sich der deutsche Haltungsjournalistvor Abscheu.

Wie sieht es heute auf dem Kraftwerksgelände aus?

Eines Vorab: Das Kraftwerk Fukushima ist heute eine Touristen-Attraktion.  Tausende Nuklearexperten besuchen jährlich das Gelände. Welcher Nuklearexperte möchte sich nicht adeln, indem er sagt: „Ich war in Fukushima“. Es bestehen lange Wartelisten für den Fukushima-Entgruselungsbesuch. Aber es gibt auch genügend normale „23.000 Yen-Sensationstouristen“, die das Kraftwerksgelände wenigstens von Weitem sehen wollen. Ich kann mir schönere Orte für meinen Japanbesuchvorstellen.

Die Aufräumarbeiten haben von den hiesigen Medien völlig ignoriert gute Fortschritte gemacht. TEPCO veröffentlicht in regelmäßigen Abständen ein Vorher-Nachher-Videomit der gegenwärtigen Situation auf dem Gelände des havarierten Kraftwerkes – sehenswerte acht Minuten.

Mehr als 6.000 Menschen arbeiten an dem Rückbau des havarierten Kraftwerks und vollbringen Leistungen, die den hiesigen Medien höchstens negative Erwähnungwert sind. Was die linken Journalisten am meisten ärgern dürfte und nicht ins Weltbild passt: auf dem riesigen Gelände des havarierten Kraftwerks verkehrt ein fahrerloses vollelektrisches Bussystem. Gäbe es das woanders, wären die Jubelmeldungen endlos. Aber – das Kraftwerksgelände ist dekontaminiert und neue Sozialgebäude sowie eine komplett neue Infrastruktur für den Rückbau wurden errichtet.

Im Block 1 wird das zerstörte Gebäude repariert und der Kernbrennstoff aus den Abklingbecken entfernt. Auch das Gebäude des Blockes 2 wurde abgedichtet und die Entfernung des Brennstoffes aus den Becken wird vorbereitet. Am Block 3 wurde ein neues Dach installiert und der Abtransport des Brennstoffes aus den Becken wird vorbereitet. Block 4 ist vollkommen brennstofffrei. In den Reaktoren eins bis drei untersuchen Roboter den Zustand der teilweise geschmolzenen Reaktorkerne, um auch hier den Brennstoff zu entfernen. Dies wird aber noch ein paar Jahre dauern.

Um das Grundwasser am Eindringen und Ausfließen zu hindern, wurde um das gesamte Kraftwerk eine 1500 Meter lange und 30 Meter tiefe Eis-Mauerin den Boden gefroren. Sie funktioniert wie ein Kühlschrank. Durch tausende von in die Erde getriebene Rohre fließt Kühlflüssigkeit, die das Erdreich wie eine Mauer gefrieren lässt – eine technische Meisterleistung, von der Sie, lieber Leser wohl kaum je etwas gehört haben. Der verlinkte Artikel ist in Englisch, da ich keinen deutschsprachigen Beitrag finden konnte. Daher gilt hier ironisch der erste Haferburgsche Medien-Lehrsatz: „Die deutschen Medien informieren mich umfassend und wahrheitsgemäß – außer auf dem Gebiet, von dem ich etwas verstehe“.

Nach dem Unfall mussten die Aufräumarbeiter anfangs unter Vollschutzkleidung und Atemmasken arbeiten. Heute, dank Dekontamination, können sich die Arbeiter auf 96% des gesamten Geländes in normaler Kleidung ohne Masken bewegen. Mehrere neue Wasseraufbereitungsfabriken dekontaminieren das in den Tanklagern aufgefangene radioaktive Wasser. Diese Wässer werden noch in großen neuen Tanklagern zwischengelagert, in denen die provisorischen Tanks durch neue, geschweißte Tanks ersetzt wurden. Die Küstenmauer des Kraftwerkeswurde komplett neu wasserdicht erbaut. Große Lager für niedrigradioaktiven Bauschutt wurden eingerichtet.

Japan wird Vorreiter

Wer sehen will, was am 11. März 2011 wirklich in den Reaktoren von Fukushima passierte, sehe sich dieses Videoan. Roboter dringen in das Innerste der kaputten Reaktoren ein und zeigen die teilweise geschmolzenen Reaktor-Bauteile. So schlimm der Gau auch war – Japan erarbeitet sich gerade eine echte Vorreiterrolle im Bauen von Robotern, die schier Unmögliches vollbringen. Und man sieht den Ingenieuren den Stolz auf ihre Geräte an, auch wenn man kein Japanisch kann.

Bis 2011 erzeugte Japan ein Drittel seines Stroms aus Kernenergie. Da Japan kaum über eigene Energieressourcen verfügt, belastet der Import von Energieträgern die Japanische Industrie sehr hoch und gefährdet ihre Wettbewerbsfähigkeit. Anders als in Deutschland neigen die Japaner nicht zur Klima- und Atomhysterie. Deshalb wurde ein Atomausstieg nach Fukushima nicht in Betracht gezogen. Im Gegenteil, die Japaner lernen aus ihren Fehlern. Japan rüstet seine 37 Reaktoren sicherheitstechnisch nach und nimmt sie sukzessive wieder in Betrieb. Die ersten zwei Einheiten wurden bereits 2015 wieder angefahren. Sieben weitere Reaktoren laufen heute wieder. 17 weitere Reaktoren befinden sich gegenwärtig im Prozesse der Wiedererteilung der Betriebsgenehmigung.

Ich habe mir die neuen Sicherheitsmaßnahmen vor Ort in Kashiwazaki Kariwapersönlich angesehen, sie sind durchaus beeindruckend. Gigantische Flutwälle, zusätzliche flutsichere Notstromaggregate, unabhängige Notkühlaggregate, erdbebensichere Notfallgebäude, Vorräte für autarke Langzeitversorgung der Mannschaft, strukturunabhängige Notfallkommunikationsmittel…  Getan wird, was menschenmöglich ist, um ein zweites Fukushima zu verhindern. Getan wird alles, damit die Kernkraftwerke wieder angefahren werden können. Weil sie, so seltsam das klingt, von der Regierung für eine sichere Energieversorgung als notwendig erachtet und von der Bevölkerung akzeptiert werden.

Die deutsche Energiewende scheitert am Atomausstieg

Trotz der gigantischen Geldausgaben von über 500 Milliarden Euro wird Deutschland seine selbstgesteckten Ziele der CO2 Einsparung für das Jahr 2020 völlig verfehlen. Die Energiewende ist gescheitert. Die Hauptursache für dieses Totalversagen ist der überstürzte Atomausstieg. Kernkraftwerke sind nun mal die einzige CO2-freie wetterunabhängige Grundlastquelle. Gerichtet werden soll es jetzt mit einem genauso überstürzten Kohleausstieg. „Aussteigen ohne Einzusteigen“ ist das Motto, oder „Mehr vom Selben“. Wahnsinn ist, wenn man versucht, mit mehr von denselben Mitteln, die vorher schon nichts brachten, ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Um das eigene Komplettversagen in der Energiepolitik zu vernebeln, verweist die Politik jetzt auf Zeiträume weit außerhalb ihrer Legislaturperioden-Kompetenz. So werden halt andere Politiker für das Nichterreichen der nächsten Ziele und die Damit verbundene Geldverschwendung verantwortlich sein. Beim Pro-Kopf Ausstoß von CO2rangiert Deutschland derzeit mit ca. 9 Tonnen pro Jahr auf Platz 24. Die Sieger der „Dekarbonisierung“ auf Platz 1 bis 5 heißen Kongo, Niger, Äthiopien, Südsudan und Eritrea mit je weniger als 0,5 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr.

Liebe deutsche Landsleute, sollten Gretasund der GrünenForderungen nach „der Änderung von Allem“ umgesetzt werden, dann wisst Ihr jetzt, wo es hingeht. Und vielleicht meinte ja Angela Merkel genau das, als sie davon sprach, dass die deutsche Politik „Fluchtursachen beseitigen“ muss. Nämlich dann, wenn Deutschland es schaffen würde, einen CO2-Ausstoß von kleiner als einer Tonne pro Kopf zu erreichen. Dann bestünden absolut keine Fluchtursachen nach Deutschlandmehr. Die Politik ist auf einem guten Weg dazu.

 

Manfred Haferburg ist Autor des Romans „Wohn-Haft“. Der Roman beschreibt auf spannende Weiseden aussichtslosen Kampf eines Einzelnen gegen ein übermächtiges System. Ein Kampf, der in den Schreckensgefängnissen des sozialistischen Lagers endet. Ein Kampf, in dem am Ende die Liebe siegt. Wolf Biermann schrieb dazu ein ergreifendes Vorwort. Der 524 Seiten Roman ist als Hardcover zum Verschenken für 32€, als E-Book für 23,99€ und als Taschenbuch für 20€ erhältlich. (Amazon 36 Kundenbewertung 4,5 von 5 Sternen)

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT




BLACK OUT – eine ökosozialistische Dystopie

Um mich herum Vogelgezwitscher in allen Tonlagen.

„Seltsam so laut habe ich es noch nie gehört“, murmle ich vor mich hin.

Vom azurblauen Himmel scheint die Sonne gleißend hell und kleine Wolken ziehen langsam dahin. Ein Paar Rot Milane schreit sich hochtönend die Entdeckungen zu. Um mich vor dem grellen Licht zu schützen, halte ich eine Hand vor meine Augen und sehe ihnen durch die Finger bei ihren beschwingten Schleifen eine Weile zu. Etwas brummt eindrücklich am Ohr vorbei. Eine Riesenhummel schwenkt wie ein kleiner Helikopter schaukelnd Richtung Wiese ein. Deutlich sehe ich ihre gelben Bänder auf dem tiefschwarzen Körper.

Erst jetzt bemerke ich das Brummen und Summen um mich herum. Die Luft ist erfüllt von geschäftigen Insektentreiben. Sie stürzen sich auf das Blütenmeer der Wildblumen. Roter Mohn, weiße Margeriten, blaue Ackerblumen, Klee, viele die ich nicht kenne. Ein gelber Käfer mit schwarzen Streifen groß wie ein Fünf-Mark-Stück droht mich an.

„Haha, Fünf-Mark-Stück“ wie komme ich jetzt bloß darauf.

Gemütlich schlendernd gehe ich weiter. Irgendwie fühle ich mich beschwingt und schreite aus. Die Pflanzen, die Insekten – alles wirkt vergrößert, satt, grell wie in einem Fernseher mit zu viel Farbkontrast. Direkt am Weg steht eine Gruppe Rehe und schaut mich aus samtschwarzen Augen an. Ohne Furcht senkt eines seinen Kopf, um weiter zu äsen.

Unter einer großen Eiche, die ihre gewaltige Krone beschützend ausbreitet, sehe ich Holzkreuze, ich laufe hin und bleibe stehen. Erst jetzt bemerke ich die Feldsteine, die zu ihren Füßen aufgeschichtet wurden. Überwachsen von Moosen und Wildkräutern. Die Kreuze sind verwittert und einige neigen sich schon. Man kann nur erahnen, dass auf ihrem Querholz mal Buchstaben und Zahlen standen. Vom vergangenen Tod kündend wollen sie nicht so richtig in eine Landschaft passen, die vor Leben über zu quellen scheint. Bleiern kriecht Betroffenheit in mir hoch. Langsam gehe ich rückwärts und schwenke wieder auf den Feldweg ein.

Leises Plätschern kündet einen nahen Bach an. Links sehe ich langbeinige Pferde. Ihre grazilen Köpfe drehen sich nach mir um. Leise schnaubend nehmen sie mich zur Kenntnis. Auch sie passen nicht so richtig hierher. Eher auf eine Rennbahn, denke ich. Einige von Ihnen haben Zaumzeug um.

Der Weg beschreibt eine Kurve und als ich sie umrundet habe, steht plötzlich eine hölzerne Karre vor mir. In ihr liegen Kartoffeln und Weizenähren sowie Maiskolben. Auch sie sind übergroß. Kartoffeln, Weizen zu dieser Jahreszeit? Verwirrt schüttle ich langsam meinen Kopf. Seltsam!

Ich blicke mich um.

Da entdecke ich am Bach eine menschliche Gestalt. Sie dreht mir ihren nackten männlichen Rücken zu und schöpft Wasser aus dem sprudelnden Bach.

Plötzlich stürzen laut bellend riesige dunkle Tiere auf mich zu, gefolgt von einer Horde kleiner kläffender Felltiere mit wedelnden Ohren. Erschrocken bleibe ich stehen. Die Gestalt dreht sich zu mir um. Wilde, lange, ergraute Haare und ein ebenso zotteliger Bart schauen zu mir herüber. Ein Arm geht hoch und er ruft etwas.

Zwei Hundemonster bremsen vor mir und bringen sich in Stellung. Eines von ihnen streckt seinen Kopf zu mir vor. Er ist auf Brusthöhe. Die riesige Nase erkundet unaufgeregt meine Kleidung, während seine kleinen Freunde mich umkreisen und einen ohrenbetäubenden Lärm veranstalten.

Der Mann winkt zu mir herüber. Seine Gesten bedeuten mir, zu ihm zu kommen.

Langsam setze ich mich in Bewegung. Die Hundeschar folgt mir argwöhnisch.

„Keine Angst, die tun nichts!“, höre ich eine kräftige Stimme.

Klar, der übliche Spruch der Hundehalter. Ob die das auch wissen? Denke ich und lasse die Viecher nicht aus den Augen.

Wir kommen näher. Er weist auf einen Baumstamm und lädt mich zum Hinsetzen ein. Der Mann setzt sich mir gegenüber auf einen Stein. Mund und die Augen werden von einem Delta von Fältchen eingerahmt. Die Haut ist braun gebrannt, sieht fast gegerbt aus und große Hände, die lässig über Knien gekreuzt sind, erzählen von dauernder Handarbeit. Seine Hose besteht aus einem undefinierbaren Stoff von einer eher grauen Farbe. Die Schuhe sind grob und klobig, scheinen aber alle Belastungen auszuhalten. Trotz des unverkennbaren Alters ist der Eindruck drahtig und kraftvoll.

„Lange keinen mehr hier draußen gesehen“ sagt er sichtlich froh, mich hier zu treffen.

Ich reiche ihm die Hand, die bereitwillig kräftig geschüttelt wird. Die Hundemeute scheint besänftigt und lässt sich hechelnd im Gras nieder. Ein blechernes Trinkgefäß mit kühlem Wasser wird mir gereicht.

„Nur mal so spazieren“ sage ich und nicke dankend.

Ein Lächeln zerreißt das Bartdickicht und ich werde freundlich gemustert.

Auf den Karren deutend sage ich: „Sind die Kartoffeln jetzt schon reif… und der Weizen?“

Verwunderter Blick: „Ja klar, ernte ich zweimal im Jahr, zumindest das, was das Viehzeug übrig lässt!“

Erst jetzt bemerke ich, dass es gar keine Wiese ist, sondern eine Art Feld. Zwischen den wilden Blumen und Gräsern wachsen Getreide und Kartoffeln. Weiter hinten stehen gewaltige Maispflanzen.

„Und die Pferde…“ frage ich.

„Sind wahrscheinlich mal aus einem Rennstall abgehauen, wie die Rinder und Schafe. Leben fast wild.“ Erzählt er ruhig.

Mein Arm geht hoch und ich zeige auf die Krone der Eiche im Hintergrund.

„Was ist passiert?“

Erstaunte Augen sehen mich an. „Sie kommen wohl von weiter weg?“

Ich nicke.

„Na damals der Black Out!“ Es klingt eindringlich.

Merke, wie ich meinen Kopf fragend hin u. her bewege.

Seine große Hand fährt übers Gesicht. Er wird ernst. Sein Blick geht nach unten. Immer noch erstaunt über mein Nichtwissen, fängt er an zu erzählen.

„Ich habe sie alle begraben… meine Kinder, meine Nachbarn. Weiß nich, wo meine Frau liegt. Sie war damals in der Stadt…“ Er bricht ab und schaut sich um. Dem Blick folgend, drehe auch ich mich um.

Ohne es zu merken, haben Rinder uns umringt, dazwischen laufen Schafe und Ziegen. Einige liegen und käuen wieder, andere schauen gelangweilt zu uns herüber.

„Sie suchen unsere Nähe.“ Wieder ungläubiges Staunen wegen meines fragenden Blickes.

„Wegen der Wölfe und so, haben sich ganz schön vermehrt“

„Wölfe…?“ Ich muss an mein unbeschwertes Schlendern von vorhin denken.

„Ja, wir haben hier alles Mögliche… Bären, Pumas, Leoparden…“

Dann zeigt er auf die Hundemeute. „Die passen auf und das wissen die!“

Wieder blickt er zu Boden und scharrt sinnierend mit dem Fuß in der Erde.

„Die haben einfach die Tore aufgemacht und alles laufen lassen. Was sollten sie auch machen, es ging kein Wasser mehr, kein Licht, Futter war irgendwann mal alle. Die im Zoo auch. Manche haben alles einfach verrecken lassen und sind abgehauen. Weit sind die aber nicht gekommen.“

„Wie hat das alles begonnen?“ Frage ich.

Auf die Unterlippe beißend, stiert der Alte in die Ferne, als ob da die Antwort zu finden sei.

Stockend kommen seine Worte, dann spricht er flüssiger:

„Damals fing es an wärmer zu werden! Irgendjemand kam dann auf die Idee, dass Treibhausgase daran schuld seien, Kohlendioxid und so… aus Industrieanlagen und Autos. Schau dich um, es ist alles weg und trotzdem ist es wärmer.“

Kurze Pause.

„Es ist einfach nur wärmer geworden … Ja und dann haben sie überall diese Windräder aufgestellt und gegen die Kohle demonstriert… Selbst die Kinder haben sie verrückt gemacht.“

„Ja ich weiß“ Sage ich: „Immer Freitags haben sie die Schule geschwänzt“.

Leises Abwinken.

„Aus Kindern wurden Jugendliche, die haben dann richtig randaliert! Haben die Kohlekraftwerke und Tagebau-Bagger besetzt, man hat ihnen erzählt, man könne die einfach abschalten und alles über Wind, Solar und so ‘n Zeugs erledigen. Ja und dann haben sie einige Kraftwerke einfach sabotiert… und den Saft abgedreht“

Jetzt lässt er den Kopf hängen. Das Kinn liegt fast auf der Brust.

„Das ging am Anfang auch noch gut, es gab nur ein paar Stromausfälle… aber dann. Aus…, nichts mehr… Black Out! Na gut dachte man. In ein, zwei Tagen, dann geht’s schon wieder. Denkst de … dann brach das Chaos los. Plünderungen…wie die Tiere… ein richtiger Krieg. Ein paar Atomkraftwerke gingen hoch… Dann kamen die Epidemien,  kein sauberes Wasser, überall Dreck, Müll und Fäkalien. Keine Medikamente mehr. Die Menschen starben wie die Fliegen. Wer nicht ermordet wurde, starb an Krankheiten oder Hunger, verbrannte oder wurde von irgendeinem Chemie-Gau ausgelöscht. Meine Kinder….“

Eine Hand zeigt zur Eiche. „… sie starben an Cholera. Nur ich war noch übrig…“

Tränen rollen über seine faltigen Wangen und versickern langsam im Bart. Jetzt wirkt er alt und gebrechlich. Ein Windstoß durchpflügt die grauen Haare, der Bart flattert heftig.

„Man musste sie sofort begraben, Kühlung gab es ja nicht mehr. Viele wurden gar nicht begraben. Meine Frau fuhr in die Stadt… sie kam nicht wieder, ich weiß nicht…“

Zitternde Stimme. Man sieht ihm die Gedanken an, die weit in der schmerzhaften Vergangenheit unterwegs sind. Wieder wischt seine Hand über die Augen. Dann wieder fester.

„…das ist jetzt über 30 Jahre her. Und jetzt. Alles wächst und wird riesig, Co2 ist immer noch da. Wir haben hier Wetter wie früher auf den Azoren. Es ist wie im Paradies, wir könnten viele Menschen ernähren… Jetzt sind kaum noch welche da…“

Die riesigen Hunde bewegen sich, ihre Köpfe gehen hoch und gewaltige Nasen durchsuchen die Luft nach verdächtigen Molekülen. Wie auf ein geheimes Zeichen stehen jetzt alle auf und starren in Richtung des kleinen Wäldchens, aus dem ich kam.

Auch in die Viehherden kommt Bewegung. Schnauben und Scharren dringt von den Pferden herüber.

„Lass uns gehen, die Sonne geht gleich unter, da werden die Raubtiere munter. Ganz schön dreist sind sie geworden.“ Nun wieder der drahtige, verschmitzt lächelnde Mann.

Ich merke ein Lecken an meiner Hand…

Jäh schrecke ich hoch. Etwas Feuchtes stupst mich an. Im Dunkeln ertaste ich mein Gesicht. Es ist nass. Auch das T-Shirt ist schweißnass. Unser Hund rückt näher an mich heran. Im Bett sitzend, atme ich keuchend. Noch benommen, setze ich mich auf die Bettkante und suche nach der Wasserflasche. Real wirkt das eben Geträumte in mir nach. Blicke mich um und sehe schemenhaft ein sanftes auf und ab der Bettdecke neben mir. Leises Atmen meiner Frau.

Langsam wird mir klar: Der alte Mann… das war ICH!

 

 

 

 




Neue Untersuchung: Den Eisbären geht es weiterhin gut

Die Autorin des Berichts, die Zoologin Dr. Susan Crockford, erklärt, es gibt nur sehr wenige Hinweise, die die Annahme stützen könnten, dass der Eisbär durch den Klimawandel vom Aussterben bedroht ist.

„Wir wissen jetzt, dass Eisbären sehr einfallsreiche Kreaturen sind. Sie haben es in der Vergangenheit durch warme Zeiten geschafft und scheinen auch die derzeitige Erwärmung mit Vorteil zunehmen.“

Tatsächlich sind es eher die Einheimischen Bewohner des Polarkreises, die sich am meisten Sorgen machen müssen. Bei immer mehr Bären in der Gegend zu jeder Jahreszeit gibt es beunruhigende Berichte, dass Menschen von Bären bedroht, verletzt und sogar getötet wurden, insbesondere aus Nunavut im Norden Kanadas.

Dr. Crockford erklärt,

„Die Menschen in Nunavut sehen keine hungernden, verzweifelten Bären – im Gegenteil. Sogenannte Eisbärenspezialisten behaupten jedoch, dass diese Bären Probleme verursachen, weil sie nicht genug Meereseis haben, um genügend zu fressen zu finden. Die Tatsachen vor Ort lassen ihre Behauptungen angesichts der Fülle an wohlgenährten Bären jedoch dumm aussehen. Die Einwohner drängen ihre Regierung auf eine Politik, die dem Schutz des menschlichen Lebens Priorität einräumt. “

Wesentliche Erkenntnisse

Die seit 2017 veröffentlichten Daten zeigen, dass die Zahl der Eisbären in der Welt seit 2005 weiter leicht angestiegen ist, obwohl sich das Meereseis im Jahr 2018 wieder auf einem niedrigen Niveau befand, welches erst Mitte des Jahrhunderts erwartet wurde: Der behauptete Rückgang der Eisbären um 67% fand nicht statt.

Trotz des starken Rückgangs des Sommereises gedeihen die Eisbären am Chukchi Sea weiterhin gut. Berichte der ersten Schätzung der Eisbärenpopulation für die Region, die 2016 durchgeführt wurde, zeigen, dass Bären in der Region reichlich vorhanden sind (fast 3000 Individuen) und gesund sind und sich gut fortpflanzen.

Das Journal National Geographic erhielt eine derart tiefgreifende Gegenreaktion auf ihr Video mit dem ausgehungerten und kranken Eisbären: „So sieht der Klimawandel aus“, das Ende 2017 veröffentlicht wurde, dass National Geographic in 2018 um eine formelle öffentliche Entschuldigung für die Verbreitung von Fehlinformationen nicht herumkam. [Redaktionmitglieder in Deutschland sind u.a. Frau Prof. Kemfert, Prof. Rahmstorf, Reinhold Messner].

In Kanada, wo vielleicht zwei Drittel der Eisbären der Welt leben, hat das „Komitee für den Status gefährdeter Wildtiere“ (COSEWIC) im Jahr 2018 beschlossen, die Einstufung „Besorgnis Erregend“ für Eisbären weiterhin beizubehalten, anstatt ihn auf „Bedroht“ zu verbessern.

Die Angriffe der Eisbären sorgten 2018 für Schlagzeilen: Zwei tödliche Attacken im kanadischen Nunavut und ein knapp abgewendeter Tod durch zerfleischen im Norden von Svalbard überraschten die Welt.

Auszüge aus der Studie [vom Übersetzer]

Die Autorin beschreibt, dass seit 1987 und nachfolgend, die Art der Erfassung und Abschätzung von Eisbärpopulationen sich mehrfach verändert haben. Ein Vergleich der Zahlen und eine Trendaussage sind daher nicht möglich.

(Im Original S.14: In addition, differences in survey methodology used to arrive at particular subpopulation estimates have led to numbers that are not considered comparable, so a trend cannot be established.)

Abbildung 7: Nahrungsangebot der Eisbären nach Saison.

Das intensivste Nahrungsangebot besteht im Frühling, gefolgt vom Herbst. Obwohl einige Individuen Schwierigkeiten haben, im Frühjahr genug zu fressen zu finden, wegen Unerfahrenheit, Konkurrenz, Alter, Verletzung oder Krankheit, sind Eisbären normalerweise im späten Winter am hungrigsten und nicht im Sommer, wie manche Leute glauben.193 Basierend auf Daten aus der Eisbärenliteratur, wurden die Jahreszeiten von Pilfold und seinen Kollegen 2015 definiert.194

 

Robben sind die bevorzugte Nahrung für Eisbären

Während Ringelrobben und Bartrobben 2012 unter dem US Endangered Species Act als „bedroht“ eingestuft wurden, gibt es keine Hinweise darauf, dass eine der beiden Arten zurückgegangen ist. Auch wurden keine negativen Auswirkungen aufgrund des verringerten Sommereises registriert.196 Der Status „bedroht“ beruht ausschließlich auf der Vermutung, dass zukünftiger Schaden durch weiteren Rückgang des Sommer-Eises verursacht werden könnte.197 Allerdings hat keine andere arktische Nation diesen Schutzeintrag für Ring- und Bartrobben unternommen und auch nicht die Rote Liste der IUCN, dort als „wenig bedenklich“ bezeichnet.

 

Weiterhin wird über die ausgezeichnete Fähigkeit der Eisbären berichtet, auch lange Strecken – bis zum nächsten Land bzw. Eisscholle, schwimmend zurückzulegen. Die seit den 1960er Jahren in der Polarregion tätige Ölexploration hat ebenfalls keine negativen Auswirkungen gezeigt,  im Gegenteil, man nimmt „gegenseitig Rücksicht“ aufeinander.

Susan Crockford: State of the Polar Bear Report 2018 (pdf)

Gefunden auf The Global Warming Policy Foundation

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://www.thegwpf.org/new-report-polar-bears-continue-to-thrive/




Wird die renommierte Neue Zürcher Zeitung (NZZ) zum Käseblatt?

Der NZZ-Artikel hat den ergänzenden Untertitel „Gefälschte Interviews, denunzierende Videos: Weltweit greifen Klimaskeptiker und Lobbyisten etablierte Wissenschaftler an. Ihr einflussreiches Netzwerk spannt sich auch über die Schweiz“. Verfasst wurde diese Klimaverschwörungs-Schmonzette von den NZZ-Redakteuren Carole Koch und Boas Ruh. Bei so viel internationaler Verschwörung muss man erst einmal Luft holen. Aber danach kommt einem das Ganze doch recht bekannt vor. Ja, richtig: Der NZZ-Artikel ist tatsächlich fast nur eine, auf Schweizer Verhältnisse angepasste, Kopie der früheren Artikel, wie

  • „Wir brauchen keine Klimaforscher“ der Süddeutschen Zeitung vom 31.3.2010 (hier)
  • „Die Gehilfen des Zweifels“ in der ZEIT vom 25.11.2010 (hier)
  • „Die Klimakrieger“ in der ZEIT vom 29.11.2012 (hier)

Die Bausteine all dieser Artikel sind immer die gleichen, die Akteure auch. Auf der einen Seite hehre Lichtgestalten seriöser Klimaforscher (in der NZZ die Schweizer Forscher Reto Knutti und Thomas Stocker), welche die Welt vor dem Erhitzungsuntergang bewahren wollen. Auf der anderen Seite stehen die erzbösen Klima-Leugner aus der dunklen fossilen Ecke, die nichts anderes im Schilde führen, als den Lichtgestalten ans Leder zu gehen.

Um Missverständnisse zu vermeiden: bei den in der NZZ geschilderten Ereignissen, in denen (wenn die NZZ wahrheitsgemäß berichtet) man R. Knutti in fast schon krimineller Weise gefälschte Aussagen und Facebook-Profile unterschob, hört natürlich der Spaß auf. Sie werden vom Autor und allen seriösen Klimarealisten aufs schärfste verurteilt. Unschuldige Waisenknaben sind Knutti und Stocker natürlich auch nicht. Es ist zwar gutes Recht jeden Forschers, seine Ergebnisse der Öffentlichkeit mitzuteilen und Reklame für seine Arbeiten zu machen. Es geht aber nicht an, dass Wissenschaftler darüber hinaus für  fragwürdige Öko-Ideologien werben und ihre Stellung und Bekanntheit gleichsam als politische Wissenschafts-Advokaten einsetzen.

Und genau dies tun diese beiden Schweizer Forscher, ebenso wie es ihre deutschen Kollegen Hans-Joachim Schellnhhuber, Stefan Rahmstorf und Mojib Latif tun.  Wissenschafts-Advokaten haben stets der Wissenschaft geschadet. Ohne eine Verbindung mit den heutigen Klima-Vorkommnissen herzustellen, darf in diesem Zusammenhang an den Extremfall der Eugenik des „dritten Reichs“ erinnert werden, die von deutschen Wissenschafts-Advokaten vorangetrieben wurde und zahlreiche Todesopfer forderte.

Gehen wir nun der Reihe nach vor und betrachten den NZZ-Artikel etwas näher. Es soll kurz werden, denn der geballte sachliche Unsinn der beiden NZZ-Redakteure C. Koch und B. Ruh ist nur schwer zu verdauen. Um unsere Kritik hier abzukürzen, wird auf die einschlägigen Stellen der schriftlichen Stellungnahme des Autors in seiner Bundestagsanhörung verwiesen (hier), welche bereits fast alles Nötige an Kommentaren zum NZZ-Artikel enthält. Der maßgebende Teil dieser Stellungnahme ab Kapitel 6, der geeignet ist, die eigentlichen Motive von Advokaten in der Klimawissenschaft zu beleuchten, findet sich im hier vorliegenden Text noch einmal direkt unter „Die große Transformation“. Der verbale Teil der Stellungnahme des Autors hat ein Kurzvideo unbekannter Autoren festgehalten (hier).  Schlussendlich sei auch auf die Webseite  des Autors selber verwiesen (hier).

Die NZZ-Causa

Die NZZ-Causa „IPCC: Nach der überschwänglichen Belobigung von R. Knutti und T. Stocker bemüht die NZZ auch noch eine Eloge über das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Die NZZ schreibt „Auf sie (Anm. die dem IPCC zuarbeitenden Forscher) verlassen sich die Regierungen der Welt“. Das ist natürlich sachlich falsch, denn neben den USA verlassen sich insbesondere die bevölkerungsreichsten Länder dieser Erde, wie China, Indien oder Brasilien keineswegs auf das IPCC. Diese Institution ist ihnen herzlich schnuppe. Eine nüchtern-neutrale Sicht auf das IPCC findet sich in Abschnitt 5.2, S. 16 der Stellungnahme (hier).

Natürlich schätzt auch der Autor viele Beiträge des IPCC. Insbesondere bietet das IPCC eine beispielhafte Dokumentation des heutigen Stands der Klimaforschung, die aber nicht vollständig ist, weil sie den wichtigsten Klimatreiber, die Sonne, unzulässig ignoriert und herunterspielt. Solange sich das IPCC als Speerspitze einer fragwürdigen Ideologie versteht, kann diese Organisation nicht als akzeptabel oder gar maßgebend gelten.

Die NZZ-Causa „Paul Bossert“: P. Bossert als ehemaliger Bauingenieur wird von der NZZ als Musterbeispiel für Ignoranz gegen die heilige Klimakirche angeführt. Der Mann muss bei den beiden NZZ-Redakteuren einen empfindlichen Nerv getroffen haben. Welchen wohl? Bossert ist kein Fachmann in Klimafragen. Aber er hat Eigenschaften, die sich infolge des Niedergangs der deutschsprachigen Medien (grün-linker Erziehungsauftrag, anstatt „berichten, was ist“) aktuell immer mehr Zeitgenossen aneignen, nämlich zwischen den Zeilen zu lesen, ein feines Ohr für die Methoden der Klima-Alarmisten zu haben und vor allem, den eigenen gesunden Menschenverstand einzusetzen. Bosserts fachliche Einschätzungen, ob falsch oder richtig, sind hier gar nicht relevant. Er hat den springenden Punkt klar erkannt – nämlich, den Schwindel, der mit der Bevölkerung getrieben wird. Wem der Ausdruck „Schwindel“ zu polemisch vorkommt, informiere sich weiter unten im Kapitel „Die große Transformation“.

Im Übrigen: sind die von der NZZ den Krimarealisten zugeschriebenen Attribute “männlich“ und „pensioniert“ gemäß heutigem Verständnis nicht sogar rassistisch? Der Wert einer Meinungsäußerung hängt nämlich weder vom Geschlecht noch vom Alter ab – sieht man von Kindern ohne fertige Schulausbildung ab. Es ist natürlich durchaus erlaubt, sich über den hohen Prozentsatz an Pensionären unter den Klimarealisten zu wundern. Die Gründe dafür sind freilich leicht erkennbar:

a) Solche Leute haben ein besseres Gespür für politische Entwicklungen auf Grund ihres höheren Alters. Nicht umsonst hatte das Alter in den altgriechischen, römischen und auch heute noch vielen asiatischen Kulturen einen anderen Stellenwert als die moderne uneingeschränkte Priorität der Jugend.

b) Nichtpensionäre können unter den heutigen Umständen keinen Klimarealismus vertreten, ohne berufliche Schädigung zu riskieren. Daher hört man von ihnen wenig.

Die NZZ-Causa „Horst-Joachim Lüdecke“: Die von der NZZ vorgenommene unsinnige Einteilung in die zwei Kategorien „Klimaleugner“ und „Klimaskeptiker“ soll hier besser mit freundlicher Nachsicht übergangen werden. „Klimarealisten“ reicht. Vielmehr erlaubt sich der Autor, von der NZZ als „Klimaleugner“ diffamiert, höflich bei den  beiden Journalisten anzufragen, ob sie sich darüber im Klaren sind, was sie da schreiben, denn es ist eine falsche Tatsachenbehauptung. Der Autor bestreitet nämlich in allen seinen Publikationen weder den Klimawandel, noch den global erwärmenden Einfluss des anthropogenen CO2. Im Übrigen ist ohnehin so gut wie niemand bekannt, der den fortwährenden Klimawandel – seit die Erde besteht – bestreitet. Welchen intellektuellen Umgang pflegen diese beiden Redakteure eigentlich? Der Autor publiziert in begutachteten Klima-Fachjournalen, seine Veröffentlichungsliste findet sich (hier). Er kennt daher die Fachliteratur und erlaubt sich infolgedessen darauf hinzuweisen, dass eindeutige Belege für eine gefährliche globale Erhitzung durch anthropogenes CO2 dort nicht auffindbar sind (Der Wert der sog. Klimasensitivität ist gemäß Fachliteratur praktisch unbekannt). Mehr dazu unter Abschnitt 5 der Stellungnahme (hier).

Vielleicht noch eine Berichtigung zur NZZ-Behauptung „Lüdecke war nie in Heidelberg tätig“ (Anm. die Uni Heidelberg ist gemeint): Das ist falsch, denn er hat in Heidelberg sein Diplom gemacht, promoviert und am MPI für Kernphysik wissenschaftlich gearbeitet. Mit dem Umweltinstitut der Universität Heidelberg hat er – Gott sein Dank –  nichts am Hut.

Die NZZ-Causa „Carnot-Cournot-Netzwerk (CCN)“: Das CCN lud den Autor zu einem Vortrag „Naturgesetzliche Schranken der Energiewende“ ein, der mit Klimafragen nichts zu tun hat. Diesen Vortrag hatte der Autor bereits an der sächsischen Akademie für Wissenschaften in Leipzig gehalten. Eine ausführlichere schriftliche Version des Vortrags erschien sogar in der renommierten  Naturwissenschaftlichen Rundschau Nr. 6, 71. Jahrgang (2018). Der entsprechende Text wurde zudem noch in EIKE veröffentlicht (hier). Dass Kollegen der Universität Basel den Veranstalter Prof. Silvio Borner dieses Vortrags wegen angriffen, darf als Rückkehr zu üblen mittelalterlich-akademischen Umgangsformen bezeichnet werden.

Die NZZ-Causa „Naomi Oreskes: War nicht gerade vom Mittelalter die Rede? So zitiert die NZZ, ohne vor Scham im Boden zu versinken, die abstrusen Ausführungen von N. Oreskes betreffend wissenschaftlicher „Diskussionen“: „Ist das Gegenüber jemand, der alternative Fakten als Fakten präsentiert, hat man verloren“. Und deswegen rät N. Oreskes Wissenschaftler-Advokaten, sich öffentlich nur mit etablierten Forschern zu duellieren. Hierzu zwei Fragen an die NZZ:

a) Gibt es Forscher, die zwar in begutachteten Klima-Journalen publizieren und trotzdem nicht „etabliert“ sind? Falls ja, was versteht dann die NZZ unter „etabliert“?

b)  Wie können Fakten einmal alternativ und dann wieder nicht alternativ sein? Fakten sind Fakten, oder nicht? Gibt es gar zulässige und unzulässige Fakten, sozusagen politisch inkorrekte?

Die NZZ-Causa „97% der Studien bestätigen eine menschgemachte Erderwärmung: Erstaunlich, wie lange sich dieser 97%-Unsinn hält. Die Fakten finden sich in Abschnitt 5.9 der Stellungnahme (hier). Es ist fast erheiternd, wenn jede der bisher bekannten Petitionen und Manifeste gegen die Klima-Hype von den alarmistischen Medien sofort als ungültig diskreditiert wird, wenn sie nicht ausschließlich von Klimawissenschaftlern unterzeichnet wurden. Ist etwa Klimawissenschaft ein Geheimbund, dessen Erkenntnisse und Meinungen unter hermetisch abgeschlossenen Mauern ausgeheckt und dem tumben  Mann oder der tumben Frau von der Straße nur von dazu erkorenen Hohepriestern gereinigt mitgeteilt werden dürfen? Es wäre vielleicht eine hübsche Fleißarbeit für die beiden NZZ-Starjournalisten C. Koch und B. Ruh gewesen, nur einmal die veröffentlichte Signaturliste der jüngsten dieser Petitionen – sie ging an den US-Präsidenten D. Trump (hier) – auf  international renommierte Klimaforscher hin zu überprüfen. Die beiden hätten etwas lernen können.

Früher nannte man solche altmodischen journalistischen Überprüfungen noch Recherche – scheint der NZZ aber zu teuer geworden zu sein. Den stetig fallenden Printauflagen der NZZ wird Rechercheverweigerung allerdings kaum wieder auf die Beine helfen. Auch die Verweigerung der NZZ des „auditur et altera pars“, eigentlich eine Selbstverständlichkeit jeden guten Journalismus, wird der Auflagenstärke nicht wieder auf die Beine helfen. Wie wär’s dagegen mit dem schon bewährten „berichten, was ist“, neutral, gut recherchiert und ohne ideologische Voreingenommenheit?

Die NZZ-Causa „Klimaleugner und insbesondere EIKE = Lobbyisten der fossilen Industrie: Insbesondere die unter Beschuss stehende fossile Industrie, die für unsere Fortbewegung per Auto und Flugzeug sorgt, keine kleinen Kinder frisst und, soweit bekannt, ordentlich ihre Steuern bezahlt, ist aus Imagegründen gezwungen, sich nicht auf Klimarealisten einzulassen. Wehe, wenn herauskäme, dass Esso oder Shell Klimarealisten finanzieren würde! Die Firmen würden öffentlich gesteinigt werden und der Shitstorm alle bislang bekannten Grenzen sprengen. EIKE würde im Übrigen sehr gerne Spenden der fossilen Industrie entgegennehmen, denn EIKE-Veröffentlichungen dürfen gemäß Satzung nicht an Spenden gebunden sein und sind es tatsächlich auch nicht. Leider ist es mit Spenden an EIKE aus der fossilen Ecke aber nichts.

Um hier jetzt keine Unklarheiten zurückzulassen: Selbstverständlich ist EIKE ein Lobbyverein, nämlich einer für die wissenschaftliche Wahrheit, Ehrlichkeit und Unabhängigkeit. Und natürlich ist einiges, was EIKE so gelegentlich veröffentlicht, nicht immer auf die strenge wissenschaftliche Goldwaage zu legen. Wir haben kein Peer Review. EIKE lässt daher gelegentlich auch krude Sondermeinungen durchrutschen und setzt generell auf offene Diskussion. Jeder darf darüber meckern und viele der Kommentaren tun dies auch. So what? Etwas dagegen einzuwenden?

Die NZZ-Causa „Kindesmissbrauch: Die NZZ zitiert R. Knutti „Man darf die Klimajugend nicht als naiv oder weltfremd abtun… Das Anliegen der Jugendlichen sei berechtigt, wir müssen den CO2-Ausstoß auf null reduzieren. Die Fakten sind eindeutig“. Hierzu folgende Fragen, welche die NZZ an R. Knutti und T. Stocker hätte stellen müssen, der Artikel wäre dann interessant und vielleicht sogar richtig gut geworden:

  1. Lieber Herr Knutti: Wussten Sie, dass die Instrumentalisierung Jugendlicher (aktuell das berühmte Schulkind Greta) eine beliebte und bewährte Methode aller bekannten Diktaturen war und ist?
  2. Lieber Herr Knutti: Welche der von Ihnen erwähnten, aber nicht spezifizierten Fakten sind eindeutig, um den CO2 – Ausstoß auf Null zu reduzieren?
  3. Lieber Herr Knutti: Wussten Sie, dass CO2-Reduzierung auf Null das Ende der heutigen technischen Zivilisation bedeutet? Auto, Flugzeug, Heizung, energieintensive Industrieproduktion etc. sind mit Solar- und Windenergie nicht machbar.
  4. Lieber Herr Knutti: Wussten Sie, dass die restliche Welt die Schnapsidee „Null-CO2-Emissionen“ nicht teilt? Im Gegenteil, China, Indien und jetzt auch die afrikanischen Staaten bauen ihre Kohleverbrennung weiter aus und werden sich davon weder durch Schweiz, Deutschland oder EU abbringen lassen.
  5. Lieber Herr Knutti: Ist Ihnen bekannt, wie groß die Minderung einer hypothetischen globalen Erwärmung durch CO2-Vermeidung ist, wenn man die ungünstigsten Annahmen des IPCC zur Erwärmungswirkung des anthropogenen CO2 zugrundelegt? Die Antwort (für Deutschland) findet sich im Abschnitt der Stellungnahme 5.8 (hier).
  6. Lieber Herr Knutti: Wir nehmen jetzt einmal an, Sie kennen die Antwort auf d). Halten Sie dann trotz der absurd schlechten Verhältnismäßigkeit von Nutzen zu CO2-Vermeidungsaufwand immer noch an Ihrer Null-CO2-Emissionsempfehlung fest? Befürworten Sie also, dass für ein Tausendstel Grad globaler Erwärmung weniger bis zum Jahre 2050 die gesamte Schweiz mit Windrädern verspargelt wird? Wenn ja, mit welcher Begründung?
  7. Lieber Herr Knutti: Ist Ihnen bekannt, dass mehr CO2 in der Atmosphäre das Pflanzenwachstum und damit die Erträge der Welternten erhöht und dass der heutige CO2-Gehalt der Atmosphäre in der Erdgeschichte noch nie so tief war wie heute? Ist Ihnen ferner bekannt, dass die Spanne bis zum Versiegen der Photosynthese nicht mehr sehr groß ist? Ist ihnen außerdem bekannt, dass die Menschheit mit der Kohleverbrennung der Atmosphäre nur dasjenige CO2 wieder zurückgibt, welches sie in Urzeiten einmal besaß?
  8. Lieber Herr Knutti: Ist Ihnen bekannt, dass Kernkraftwerke kein CO2 emittieren? Warum plädieren Sie dann logischerweise nicht für den Ausbau der Kernenergie?

Man hätte natürlich noch weitere Punkte des NZZ-Artikels kommentieren können, aber wer hat schon Zeit und Lust, auf so viel geballten sachlichen Unsinn. Daher jetzt zur Frage: Was treibt Wissenschaftler wie Knutti, Stocker, Hansen, Schellnhuber etc. zu ihrem Engagement an? Vielleicht kann dazu der folgende Abschnitt „Die große Transformation“ Antworten beitragen.

 

Die „große Transformation“

Schärfer hinsehende Zeitgenossen haben über die Entwicklung unserer repräsentativen Demokratie hin zu einer ideologischen Ökodiktatur schon lange keine Zweifel mehr (wäre dann die dritte im 20./21. Jahrhundert). Dennoch sind den meisten Mitbürgern das ganze Ausmaß und die Konsequenzen immer noch unbekannt. Der deutsche Ökostaat wurde seit Jahrzehnten vorbereitet und seine Vollendung stetig weiterverfolgt. Inzwischen ist der erste Schritt zur Realität geworden – eine ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogene deutsche Energiewende. Kein Land der Welt kopiert sie. Dies darf nicht verwundern, denn die deutsche Energiewende ist ein lupenreines Deindustrialisierungs-Programm. Es wird allein gestützt von der unbewiesenen Behauptung, das globale Klima sei durch konsequente CO2-Vermeidung Deutschlands zu schützen. In der Bevölkerung erhielt es Zuspruch, zumindest anfänglich, als die Folgen noch unbekannt waren. Dies scheint sich langsam zu ändern.

Die Schäden der öffentlich noch kaum bekannten Fortsetzung und Vollendung dieser ersten Wendeaktion, vom wissenschaftlichen Beirat der deutschen Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU) in seinem Hauptgutachten von 2011 als „Große Transformation“ bezeichnet, werden die Schäden der Energiewende noch weit in den Schatten stellen. Die Große Transformation basiert, offen von ihren Vertretern ausgesprochen, auf einer ökologischen und alle Menschen der Welt gleichmachenden Theorie des Umbaus der Menschheitsgesellschaft und einer Herrschaft „weiser“ Experten in einer Art Weltregierung. Sie ist damit totalitär und im Grunde nichts anderes als eine neue kommunistische Internationale mit all den historisch bekannten Zerstörungsfolgen. Wie für den alten Kommunismus muss dazu wieder ein neuer Mensch geformt werden, der sich begeistert für diese Vision gewinnen lässt.

Im alten Kommunismus war es die Utopie, unter der Idee sozialer Gerechtigkeit und Freiheit eine Herrschaft von Gemeineigentum und Kollektiv zu errichten. Das Resultat, nämlich insgesamt mehr als  hundert Millionen Opfer, ist bekannt (hier). Kein kommunistischer Versuch vermochte es, sich seinem eigenen Ideal ohne Unterdrückung, Mord und komplettes Herunterwirtschaften der betroffenen Volkswirtschaften auch nur zu anzunähern. Die Ideologie ist stets an den Gesetzen der Realität zerschellt. Dies verhinderte ersichtlich nicht, dass immer noch ausreichend viele Menschen globalweit vom Kommunismus träumen. Die „große Transformation“ hat dem alten Kommunismus nicht viel Neues hinzugefügt, außer das neue Atout „Klimaschutz“.

Die „Kunst“ gesellschaftlichen Wandels

Einzelheiten des neuen Kommunismus beschreibt mit euphorischem Geschwafel das Buch von Uwe Schneidewind „Die große Transformation: Eine Einführung in die Kunst gesellschaftlichen Wandels“ auf ca. 500 Seiten. Schneidewind ist Präsident des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt und Energie (hier). Es ist mit der globalen Ökoideologie-Szene bestens vernetzt, deren Verzweigungen und Ausmaß das Literaturverzeichnis des Buchs dokumentiert. Sein Institut genießt sogar Subventionen seitens der deutschen Politik! Es teilt sich mit dem wissenschaftlichen Beirat der deutschen Bundesregierung für globale Umweltveränderungen WBGU (hier) und dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung PIK (hier) die Schlüsselrollen in der großen Transformation, Öko-Agitation, Wendepolitik und damit der neuen kommunistischen Internationalen.

Beim Lesen des Buchs, aber auch der Schriften des WBGU stellt sich vielen Lesern die Frage, ob es sich um fehlgeleitete Verrückte, visionär getriebene Fanatiker oder eher um kühl rechnende Profiteure handeln mag. Außer der bereits von der deutschen Politik etablierten Energiewende sind nämlich im Buch die folgenden weiteren „Wenden“ zu finden

  • die Konsumwende,
  • die Ressourcenwende,
  • die Mobilitätswende,
  • die Ernährungswende,
  • die Urbane Wende,
  • die Industriewende und schließlich eine
  • „transformative Wissenschaft“ (vulgo Abschaffung der freien Wissenschaft).

Der Weg in die kommunistische Ökodiktatur

Von demokratischer Entscheidung des Bürgers ist im Buch von Schneidewind und den WBGU-Schriften praktisch nie Rede, nur von Überredung, Überzeugung, Glauben, Überwachung, Kontrolle und Pioniere, die alles etablieren sollen. Was davon zu halten ist, hat bereits im Jahre 2011 der Historiker Prof. Wolfgang Wippermann (FU Berlin), in einem Interview des FOCUS „Auf dem direkten Weg in die Klimadiktatur?“, hier betreffend das WBGU, im Wortlaut so formuliert (hier):

Die sprechen sogar von der  „internationalen Allianz von Pionieren des Wandels“. Und das erinnert mich an die faschistische oder kommunistische Internationale. Ob sie da hinwollen, weiß ich nicht. Aber die Sprache ist schon mal schrecklich und das macht mir Angst. Wer so spricht, der handelt auch. Das ist eine negative Utopie, eine Dystopie. Und wenn Utopisten am Werk sind, wird es immer gefährlich.“ und Wippermann weiter: „Wir haben es mit wissenschaftlichen Fanatikern zu tun, die ihre Vorstellungen durchsetzen wollen. Ich wundere mich, dass wir da zum ersten Mal drüber reden und wie wenig das in der Öffentlichkeit bisher beachtet wurde“.

Tatsächlich ist das WBGU vorwiegend an gesellschaftsverändernden Zielen interessiert, kaum an der Umwelt. Dies zeigt insbesondere seine Schrift „Politikpapier, Zeit-gerechte Klimapolitik: Vier Initiativen zur Fairness“ (hier). Stellvertretend einige der höchst fragwürdigen „Empfehlungen“ dieser WBGU – Broschüre im Original:

  • Eine Zero Carbon Mission als übergreifende Kampagne für den Kohleausstieg anstreben.
  • EU – Strukturförderung verstärkt auf Dekarbonisierung
  • Regionale Transformationsinitiativen institutionalisieren und professionell begleiten.
  • Transformative Bildungsinitiative vorantreiben, die über Qualifikation für neue Arbeitsplätze
  • Durch internationale Zusammenarbeit bei der Prozesskostenhilfe den durch Klimawandel Geschädigten effektive Klagemöglichkeiten über Staatsgrenzen hinaus ermöglichen.

Die Akteure der großen Transformation werden im Buch von Schneidewind ähnlich definiert als

  • organisierte Akteure der Gesellschaft
  • organisierte Zivilgesellschaft als Antriebskraft
  • Transformationsbewusste Unternehmer als Gestalter
  • Politik als Gestalter und Weiterentwicklung (Anm. Beendigung) demokratischer Prozesse
  • Wissenschaft mit neuem Gesellschaftsvertrag (Anm. Ende der freien Wissenschaft)
  • Pioniere des Wandels, ermächtigt durch den Dreiklang von Haltung, Wissen und Fähigkeiten

Die Diktion des Buchs von Schneidewind aber auch die des WBGU ist ehemalige „DDR“ pur. Der letztgenannte Punkt „Pioniere“ zielt vor allem auf die junge Generation, so wie im 3. Reich, der DDR, kurz, wie in allen Diktaturen. Jeder Demokrat fragt sich, wo hier eigentlich der deutsche Verfassungsschutz bleibt.

Die Argumente der „großen Transformation“

Die folgenden Argumente führt die große Transformation zu ihrer Rechtfertigung an, mehr gibt es im Wesentlichen nicht:

  1. Der Ressourcenmangel erlaube es nicht, die bisherige Lebensweise von technisch/zivilisatorischem Fortschritt beizubehalten.
  2. Die menschgemachte Änderung des „globalen“ Klimas sei belegt, sehr schädlich und könne nur mit der Klimaschutzmaßnahme der CO2-Vermeidung in noch tolerierbaren Grenzen gehalten werden (1,5 Grad Ziel).
  3. Gerechtigkeit für alle: Zudem soll gleichzeitig mit der Lösung der Punkte 1 und 2 die gesamte Menschheit auf gleiche Lebensbedingungen gebracht werden.

Punkt 3 ist der uralte Traum des Marxismus/Leninismus. Punkt 2 als „Klimaschutz“ steht aktuell im Vordergrund. Dies ist nachvollziehbar, denn angesichts stetig zunehmender Reserven von Erdöl, Erdgas und Kohle – trotz gestiegener Förderung – geraten Warnungen vor Ressourcenmangel (Punk 1) allmählich ins Lächerliche. Man weiß zudem, dass der Club of Rome mit seinen Vorhersagen stets falsch lag (hier). Der menschliche Erfindungsgeist hat alle düsteren Prophezeiungen widerlegt. Historisch stets zuverlässig, erwachte dieser Erfindungsgeist jedes-mal bereits bei Preissteigerungen einer Ressource, also lange vor ihrem hypothetischen Versiegen. Er hat immer neuen und besseren Ersatz gefunden: Von Steinen über Kupfer, Bronze, Eisen bis hin zu Kohle, Erdöl und Uran ging die geschichtliche Reise. Sie wird nie enden.

Uran aus dem Meer erlaubt bereits heute die komplette Energieversorgung von 10 Milliarden Menschen über viele Millionen Jahre mit Brutreaktoren der Generation IV, weil diese praktisch keinen Abfall mehr erzeugen. Solche Reaktortypen laufen bereits als Pilotanlagen in Russland. Vom ebenfalls überreich vorhandenen Kernbrennstoff Thorium aus der Erde ist dabei nicht einmal die Rede. Eine detaillierte Fachquelle dazu bietet das aktuelle Sachbuch von Götz Ruprecht und Horst-Joachim Lüdecke: Kernenergie, der Weg in die Zukunft, TvR Verlag, Jena, 2019, in welchem der heutige Stand und die zukünftige Entwicklung der generell CO2-freien Kernenergie aus den kommenden Generation IV – Kernkraftwerken im globalen Kontext beschrieben und analysiert wird.

Außer dem Traum vom Marxismus/Leninismus bleibt als Begründung der großen Transformation tatsächlich nur die freie Behauptung eines gefährlichen Klimawandels übrig – selbstverständlich verursacht durch eine zu aufwendigen Industrialisierung und Lebensweise der Menschen, die nach Buße verlangt. Würde dieser einzige noch verbliebene Pfeiler der großen Transformation zusammenbrechen, wäre es mit dem werbeträchtigen „Weltuntergang durch globale Überhitzung“ (H.-J. Schellnhuber: Selbstverbrennung, Bertelsmann Verlag) vorbei. Dies ist der Grund, warum ein so fadenscheiniges Argument wie „Klimaschutz“ mit einer  Verbissenheit ohne Beispiel von seinen Ideologen und wirtschaftlichen Profiteuren verteidigt wird.

Verräterisch ist insbesondere die ständige Betonung einer angeblich fest im Konsens stehenden und daher nicht mehr diskussionswürdigen wissenschaftlichen Wahrheit vom „menschgemachten Klimawandel“. Davon kann keine Rede sein (s. Abschnitt 5.9). Stünden tatsächlich alle Klimawissenschaftler auf ihrer Seite, wären solche Behauptungen unnötig. Bei der unwissenden Bevölkerung fiel Klimapropaganda freilich auf fruchtbaren Boden. Die erstaunt nicht, denn nach jeder ideologischen Verführung in der geschichtlichen Vergangenheit setzt zuverlässig das Vergessen der nächsten Generationen ein. Kluge Leute kannten diesen fatalen Effekt schon immer, so beispielsweise Otto von Bismarck (1815-1895) „Es ist nichts schwerer als gegen Lügen vorzugehen, die die Leute glauben wollen„, oder der Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg „Will man den Wahrheitsgehalt einer Aussage ergründen, sollte man sich zuerst die Methoden des Aussagenden ansehen„.

Es wird höchste Zeit, der undemokratischen, totalitären „großen Transformation“ und ihren Vertretern entschieden mit allen uns zur Verfügung stehenden demokratischen Mitteln entgegenzutreten. Wichtig ist dabei die Aufklärung der Bevölkerung, der noch weitgehend unbekannt ist, was sie von einer Politik erwartet, welche dem WBGU oder dem Wuppertaler Institut folgen würde. Primär ist die sachliche Aufklärung darüber, was es mit „Klimaschutz“ tatsächlich auf sich hat. Es sind öffentliche Sachdiskussionen zwischen Klima-Realisten und Klima-Alarmisten einzufordern, denen sich letztere, von seltenen Ausnahmen abgesehen, bisher stets verweigerten.