Wird Greta bald heiligge­sprochen?

Zeichen der Zeit

In einem EIKE-Artikel hatte der Autor einst nachgesehen und für EIKE-Leser beschrieben, woran und wie Theologen „erkennen“, dass etwas, die Gesellschaft oder die Massen Bewegende, „von Gott gewollt“ ist, also dem Anspruch genügt, ein „Zeichen der Zeit“ zu sein:
[3] EIKE 18.04.2016: Kirche und Klimawandel Viel „Mensch“, viele Bibelsprüche, die Orientierung vom PIK, von kritischer Reflexion keine Spur
… Wenn eine Thema genügend offensiv in der Gesellschaft wahrgenommen bzw. publiziert wird und die Eliten beeinflusst, prüft die Kirche ob es „den Glauben an Gott und den Schöpfer nicht unberührt lässt“. Ist dies der Fall – wie beim Klimawandel festgestellt – bekommt es für die Kirche einen göttlichen Charakter.
Die wirklichen Fachpersonen, beschreiben das Verfahren anhand dieses konkreten Beispiels theologisch ausformuliert so:
[4] Entscheidung der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der deutschen Bischöfe:
Und gerade zur „Erfüllung dieses ihres Auftrags obliegt der Kirche allzeit die Pflicht, nach den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten“ (Gaudium et Spes 4). Als umfassende Herausforderung für Schöpfungsverantwortung, Gerechtigkeit und Solidarität mit den Armen, Schwachen und Benachteiligten ist der Klimawandel ein solches Zeichen der Zeit, das den Glauben an Gott als Schöpfer und Erlöser nicht unberührt lässt.

Sehr verkürzt und etwas überspitzt zusammengefasst, lautet die Kernaussage (nach rein persönlicher Meinung des Autors): Was so lange des Volkes Meinung ist und gleichzeitig von den Herrschenden unterstützt wird, dass man mit einer Oppositionshaltung Gefahr läuft, seinen Anteil an den „Fleischtöpfen der Herrschenden“ und Privilegien zu reduzieren, eventuell sogar zu verlieren, ist als „Gottes Wille“ erkannt.
Es lässt sich auf die Aussage konzentrieren: Gott kann doch nicht wollen, dass es seiner Vertretung auf Erden schlecht geht. Und die Kirche ist damit über Jahrtausende „gut gefahren“, womit Gott deutlich erkennbar gezeigt hat, dass diese Interpretation und Vorgehen auch wirklich „sein Wille“ sein muss. Ein extremes Beispiel dazu lieferten die Amtskirchen während des „Dritten Reiches“ [14] nicht nur in Deutschland, sondern auch anderen, damals faschistisch regierten Ländern.

Diese Begründung hat sich der Autor nicht einfach „aus den Fingern gesaugt“. Theologisch ist sie nicht selten. Sebaldus, der Stadtheilige von Nürnberg (und viele weitere) wurden mit einer solchen heiliggesprochen („dass Nürnberg so reich geworden ist, belegt die segensreiche Wirkung ihres Heiligen“). Die Pilgerväter haben es als ein religiöses Glaubens-Fundament übernommen: Erfolg (und Reichtum) zeigt persönlichen Gottessegen an.

Greta als eine Prophetin des Klimaschutzes erkennen

Zurück zur Evangelischen Kirche. In einer Schulungsunterlage für Konfirmand*innen findet sich Information, wie und woran Jugendliche die Schwedin und Klimaaktivistin Greta als (von den Verfassern bereits deklarierte) Prophetin erkennen können:
[2] Sekundarstufe 1, Konfirmandenarbeit, Anke Trömper/Achim Plagentz, Unterrichtshilfe: „IHR SEID NICHT ERWACHSEN GENUG, DIE WAHRHEIT ZU SAGEN“ Greta Thunberg – eine Prophetin des Klimaschutzes?
… Kurzbeschreibung: Ausgehend vom Auftreten Greta Thunbergs entdecken die Jugendlichen
Spuren prophetischer Zeitansage in ihrer Welt. Anhand der Aktion „Klimafasten“ überlegen sie eigene Handlungsoptionen zum Klimaschutz …
Ziele: Die Jugendlichen … … können prophetische Reden als Positionierung „im Namen Gottes“ verstehen …
Material: M2: Textsammlung: Zitate Greta Thunberg / Bibl. Prophetenworte
Dazu liefert die Unterrichtshilfe folgende Detailinformationen:
Vorbemerkung
Der Auftritt der damals 15-jährigen Greta Thunberg vor der Weltklimakonferenz in Katowice 2018 hat beeindruckt. Mit klaren Worten hat sie auf die Dramatik der Situation aufmerksam gemacht.
… Theologischer Bezugspunkt ist die Wahrnehmung eines prophetischen Habitus in Gretas Auftreten. „Prophetie bezieht sich auf die Gegenwart und lebt von der Zukunft. Davon, dass die Welt anders sein könnte und anders sein wird. Sie hält der Welt einen Möglichkeitsspiegel entgegen und zeigt auf, wohin individuelles und kollektives Fehlverhalten zwangsläufig führt. Prophetische Ermahnungen geben Impulse für Veränderungen. [….] Selbst zu träumen – also für sich selbst und die heutige Gesellschaft positive Gegenbilder zu entwerfen – und selbst zu warnen – also die Katastrophen zu realisieren, die heute drohen – führt zu der Einstellung, auf die es den Propheten ankam: die Welt und das eigene Verhalten im Lichte Gottes (bzw. mit Blick auf die Struktur der Wirklichkeit) kritisch und hoffnungsvoll zugleich zu sehen.“ …
… Gretas kompromissloses Engagement erklärt sich u.a. aus ihrem klaren Blick auf die Wirklichkeit und nicht aus religiösem Antrieb. Trotzdem haben ihre Aussagen im oben beschriebenen Sinne eine prophetische Kraft …
… Die Hoffnung auf und der Glaube an eine bessere Zukunft gehören fest zu den Kennzeichen biblischer Propheten. „Gott ist der Welt und den Menschen in Liebe zugetan, er lässt die Welt schlussendlich nicht untergehen, Buße und Umkehr sind immer möglich und können das drohende Unheil verhindern.“

In der folgenden Schulungs-Ausarbeitung wird dargelegt, wie man durch Gruppenzwang Kritik ganz subtil, aber wirkungsvoll unterdrückt, denn Kritik ist nicht gewünscht:
… In einer zweiten Gesprächsrunde äußern die Schüler*innen ihre Ansichten über Greta. Auf grünen und roten Moderationskärtchen werden die unterschiedlichen Einschätzungen notiert und auf dem Plakat angebracht. Mögliche unfaire und abfällige Kommentare sollten mit der Gruppe zusammen thematisiert und nur dann aufgenommen werden, wenn eine würdigende und konstruktive Formulierung gefunden wird.
Schließlich geht es darum, die Vorgaben der Theologen zu bestätigen:
… Greta – eine moderne Prophetin (45 Minuten)
Ausgewählte Zitate von Greta und ausgewählte Prophetenworte M2 können auf Plakate geklebt und ausgestellt oder mit Bildern und / oder Musik präsentiert werden. Die Schüler*innen werden aufgefordert, sich alle Botschaften gut durchzulesen und eine auszusuchen, die sie besonders anspricht. In Partner*innenarbeit setzen sie sich mit den ausgewählten Zitaten auseinander.

Das Hintergrundwissen

Lobend muss erwähnt werden, dass die Jugendlichen zum Klimawandel auch auf „Wissensseiten“ verlinkt werden, zum Beispiel zur Bundeszentrale für politische Bildung. Dort erfahren sie:
Dossier Klimawandel
Globale Erwärmung und Klimawandel – spätestens seit sich zerstörerische Hurrikane, sengende Sommerhitze und milde Winter häufen, sind diese beiden Worte in aller Munde. Die Prognosen für die Zukunft klingen nicht weniger bedrohlich: Wüsten breiten sich aus, Gletscher schmelzen und Landstriche werden überflutet. Mittlerweile hat man die Gefahren des Klimawandels erkannt und bemüht sich weltweit um Klimaschutz. Doch wie konnte es überhaupt zum Klimawandel kommen? Und reichen die Bemühungen im Kampf gegen die globale Erwärmung aus?
Bis auf die “schmelzende Gletscher“ stimmt nichts davon und ist auch nicht belegbar, wie es selbst der IPCC zugibt [10]. Deshalb wird auch auf die Zukunftsvorhersagen der grottenschlechten Klimasimulationen ausgewichen. Nicht ein – auch kein kleiner – Hinweis findet sich zu diesen wichtigen Problempunkten der Darstellungen.

Zuständig zeichnet dafür einmal das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH:
„Das Wuppertal Institut erforscht und entwickelt Leitbilder, Strategien und Instrumente für Übergänge zu einer nachhaltigen Entwicklung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Im Zentrum stehen Ressourcen-, Klima- und Energieherausforderungen in ihren Wechselwirkungen mit Wirtschaft und Gesellschaft. Die Analyse und Induktion von Innovationen zur Entkopplung von Naturverbrauch und Wohlstandsentwicklung bilden einen Schwerpunkt seiner Forschung.“
… Im Fokus der Forschung des Wuppertal Instituts stehen Transformationsprozesse zu einer Nachhaltigen Entwicklung.
Dieses ist direkt von der Bundesregierung beauftragt:
Partizipationsprozess zum Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung
Das Wuppertal Institut gestaltet gemeinsam mit der Beteiligungsagentur IFOK den Partizipationsprozess zur Erstellung von Klimaschutzmaßnahmen für den Klimaschutzplan 2050. In verschiedenen Beteiligungsformaten erarbeiten und diskutieren Verbände, Bundesländer und Kommunen Klimaschutzmaßnahmen, die als Empfehlung an die Bundesregierung gerichtet werden. (Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit)

Eine irgendwie gearteten Neutralität zum Thema ist nicht vorgesehen und findet sich auch nicht. Beim Durchlesen der Image-Broschüre „Making Utopia possible“ meint man, über viele Kapitel direkt Publikationen des PIK zu lesen, vor allem über deren „große Transformation“, wie sie von Herrn Edenhofer (PIK) vertreten wird. Ein Hinweis zum PIK findet sich allerdings nicht:
… Wissen für die Große Transformation Transformatives Wissen ist mehr als die Summe der Erkenntnisse aus den Fachdisziplinen. Es entsteht im lebendigen Austausch mit den Kenntnissen und Erfahrungen der Akteure und orientiert sich an gesellschaftlichen Zukunftsfragen. Für die Transformation zu einer nachhaltigen, klimaverträglichen und ressourcenleichten Gesellschaft haben Wissenschaft und Bildung entscheidende Bedeutung. Während die Wissenschaft dafür Visionen und Entwicklungspfade entwickelt, sollten Bildungsprozesse Problembewusstsein und systemisches Denken schulen. Denn die Gesellschaften benötigen für die komplexe Umbruchphase der Transformation besondere Aufgeklärtheit, die sogenannte „Transformation Literacy“.
Und verantwortlich ist auch ein Herr Toralf Staud [8]. Dieser ist EIKE Lesern bereits bekannt als ein ausgewiesener Klimaaktivist und ehemaliger (Mit-)Redakteur der Homepage „Klimaretter“, einer unrühmlichen und aggressiven Aktivistenseite [9].

Zumindest eines ist damit sicher: Diese Homepage bietet zum Klimawandel vieles, aber mit Sicherheit keine neutrale Information. Sie ist aber ein guter Beleg, dass unserer Politik nicht im Ansatz an einer neutralen Information ihrer Bürger gelegen ist.
Für die Jugendlichen bedeutet es, dass sie konsequent einseitig – streng politisch „wissenskonform“ – informiert werden. Kein Wunder, dass unsere Medien bereits die in ihren Augen überragenden Klimakenntnisse von 10-Jährigen Freitags-Demoschüler*innen – die SZ sogar von 5-Jährigen – loben [13].

Eine Nation schafft sich (und seine Demokratie) ab

Es ist etwas frustrierend, den aktuellen Hype um und mit der Schwedin erleben zu müssen und so zu erfahren, wie eine ganze Nation (allerdings nicht nur Deutschland) wieder eine Welterklärung, hier: CO2 ist Klimagift und muss abgeschafft werden, anbetet und niemand auf die Idee kommt, es zu hinterfragen.

Vor allem die geradezu euphorische Zustimmung aller Medien und nun auch von 23.000 Professoren – eine Aktion, von der sich Herr Schellnhuber rühmt, sie über das PIK initiiert zu haben [5] -, und der im Interview auch behauptet: „Greta hat messerscharf analysiert“, dabei sinngemäß allerdings sagt: Sie betet genau meine Anweisungen herunter (Hinweis: „Greta“ ist indirekt teilweise vom PIK gesteuert), deren Botschaft vom Kabarettist Hirschhausen persönlich an Demonstrierende überbracht wurde [11].
„Wissenschaftliche“ Verstärkung haben die Organisatoren ebenfalls bekommen:
[11] Die Vertreter von Fridays for Future Luisa Neubauer und Jakob Blasel treffen auf die Organisatoren von Scientists for Future. Darunter Prof. Volker Quaschning, Gregor Hagedorn und Eckart von Hirschhausen.

Bei so viel Klimawissen und professoralen Vorbildern hat niemand mit abweichenden Argumenten eine Change:
[11]Gleich mehrfach gibt es Seitenhiebe in die Richtung von Christian Lindner. Der FDP-Chef hatte den streikenden Schülern von „Fridays for Future“ die Kompetenz abgesprochen. Man solle das Thema lieber den Profis überlassen. Eine Steilvorlage so kurz vor der Pressekonferenz am Dienstag. Auf dem Podium sitzen die Sprecher von „Scientists for Future“, einem Zusammenschluss von Forschern. Ihre Antwort an Lindner ist eindeutig: Seht her, hier sitzen die Profis und wir sagen dir und der Welt: Die streikenden Schüler und Studenten haben recht. Aus 700 Erstunterzeichnern sind inzwischen 23.000 Wissenschaftler geworden, darunter zwei Nobelpreisträger und tausende Professoren.

So viel „wissenschaftliches Gewicht“ erdrückt selbstverständlich jedes Gegenargument. Herr Lindner ist im Kern allerdings nicht Klimawandel-kritisch eingestellt. Er sagt nur, was jeder der Kinder hat weiß: Mit 10 bis 18 Jahren haben Kinder noch Wissens- und vor allem Erfahrungsdefizite. Aber auch so etwas darf man heute nicht mehr sagen. Es diskriminiert ja die Heranwachsenden. Nach der Süddeutschen Zeitung sogar Kleinkinder, denn die SZ freut sich über 5 Jahre alte, mit-demonstrierende „Klimawandel-Kenner“ [13]. Bereits solche tun viel für das Klima: Ein 5-Jähriger verwendet beispielsweise kenntnisreich Mehrweg-Joghurtbecher. Klar, mag das sinnvoll sein. Nur rettet es kein Klima.

Ist das „Gewicht“ nicht wissenschaftlich, „erdrückt“ es inzwischen die „allseits bekannte, allein zugelassene, weil richtige Meinung“. Das weiß und verkündet man aus Berlin an das Volk:
[12] (dpa) „Bundesforschungsministerin Anja Karliczek tritt verbreiteter Skepsis gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen, etwa zu Klimawandel und Luftverschmutzung, entgegen … Wenn Klimawandel angezweifelt wird … dann ist das auch für die Politik ein ernstes Thema … die Politik beziehe sich schließlich auf den Stand der Wissenschaft …
Und etwas aggressiver kommt es über Medien:
kaltesonne, 14.04.2019:
Maren Urner und Felix Austen am 6. Dezember 2018 mit einer ungeheuerlichen Frage auf perspective-daily.de:
Sollen wir Klimaleugnern den Mund verbieten?
Der menschengemachte Klimawandel darf nicht zur Debatte stehen – denn die Zeit drängt.[…] Und das, obwohl dieser wissenschaftlich inzwischen so unumstritten ist wie die Tatsache, dass der Apfel vom Baum fällt. Wie kann es sein, dass es auch im Jahr 2018 noch salonfähig ist, den menschengemachten Klimawandel anzuzweifeln? […] Die Motive der Leugner sind vielfältig: Sie reichen von einem falschen Verständnis wissenschaftlicher Skepsis über eine starke Angst, Privilegien im Hier und Jetzt zu verlieren, hin zu Lobbyismus, der wirtschaftliche Eigeninteressen verfolgt. […] Schulen könnten den Klimawandel auf dem Lehrplan nach oben schieben und die Parteien könnten ihn zum ständig wiederkehrenden Gesprächspunkt machen. Aber reicht das, um die Leugner zum Verstummen zu bringen und die Zweifel auszuräumen?
Ein gesetzliches Verbot der Klimaleugnung
Wahrscheinlich nicht – denn die Zeit drängt! Wie sähe es also aus, wenn wir das Leugnen des Klimawandels tatsächlich verbieten würden? Die freie Rede einzuschränken klingt erst mal nach George Orwell und sorgt vielleicht für ein beklemmendes Gefühl. Doch es gibt bereits einen Präzedenzfall für eine solche Einschränkung: Am 13. April 1994 entschied das deutsche Bundesverfassungsgericht, dass das Grundrecht der Meinungsfreiheit Grenzen hat.
Angeführt wird der Tatbestand der Leugnung des Holocaust. Weiter auf perspective-daily.de:
Wollen wir beim Klimawandel den gleichen Schritt wagen – und anders als beim Holocaust vor der kompletten Katastrophe eingreifen? Vielleicht. Vielleicht könnte ein Verbot das Schlimmste noch verhindern, wenn wir jetzt schnell handeln. Hier ist ein erster Entwurf: Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer den menschengemachten Klimawandel in einer Art, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung leugnet oder verharmlost.
So funktioniert also Wissenschaft im 21. Jahrhundert. Die genaue CO2-Klimasensitivität ist noch immer ziemlich ungenau bekannt, da wird sie einfach per Gesetz unter Androhung von Haft festgelegt. Eine grandiose Idee. Die Zeit drängt. Das stimmt genau. Aber sie drängt vor allem, weil sich die Hinweise häufen, dass der IPCC jahrelang maßlos übertrieben hat. Erst kürzlich hat sich das verbleibende CO2-Restbudget bis zur Erreichung des 1,5-Grad-Limits “über Nacht” verdoppelt. Einfach so. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen in unsere Klima-Führer.
Wieviel verstehen die beiden jungen Autoren von den Klimawissenschaften eigentlich? Maren Urner hat in Neurowissenschaften studiert. Felix Austen ist immerhin Physiker, fehlt aber vermutlich das Verständnis für die bewegte vorindustrielle Klimageschichte. Beide sind der Ideologie des Klimakatastrophismus verfallen und wünschen sich die weiter bestehenden Unsicherheiten einfach per Zauberspruch weg. Sie träumen von der unbefleckten und todgefährlichen Klimaapokalypse, so wie es ihnen ihre Klima-Führer erzählt haben. Toleranz gegenüber wissenschaftlich Andersdenkenden – Fehlanzeige. Mit Volldampf in die Klimadiktatur.

Wie zudem NGO`s zunehmend das Regieren „übernehmen“ und die Politik nichts dagegen tut, zeigt nicht nur die Deutsche Umwelthilfe. In den USA mit der anderen Gesetzgebung geht es weit härter zu. Nachlesbar bei:
Tychis Einblick: Religion statt Wissenschaft Ein Kampf um Glyphosat – die Hintergründe
Wenn Deutschland erst einmal sein Klimaschutzgesetz hat, wird es zu uns herüberschwappen.

Bis es so weit ist, wird die Deutsche Geschichte benutzt, um Kritik an der „einzig richtigen und damit ausschließlich erlaubten“ Meinung und damit konformen „Wissenschaft“ mundtot zu machen:
Tychis Einblick: Grüner vergleicht Kritiker der Umweltbewegtheit mit Holocaust-Leugnern
Dem Deutschlandfunk gab Grünen-Politiker Michael Cramer ein Interview zur aktuellen Feinstaubdebatte. Und verirrte sich darin furchtbar, bis hin – man mag es kaum glauben – zu einer unglaublichen Verharmlosung des Holocaust, wenn Cramer sagte: „Es gibt Leute, die leugnen den Klimawandel. Es gibt Leute, die leugnen den Holocaust. Es gibt Leute, die leugnen, dass Feinstaub und Feinstaubpartikel und CO₂ und Stickoxide gesundheitsschädlich sind – das gehört dazu.“ …
… Kurz zuvor war es Dieter Janecek, Bundestagsabgeordnete der Grünen, der andere Meinungen als „Reichsbürger-Niveau” abstempelte und Lungenärzte, die nicht seiner Meinung sind, für „verirrt” erklärte, dann noch mit weiteren kruden Vergleichen nachzog und auf das „Reichsbürger-Niveau“ noch „Niveau von Verschwörungstheoretikern“ draufsetzte.

Quellen

[1] Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche Westfalen: Theologische Impulse

[2] Sekundarstufe 1, Konfirmandenarbeit, Anke Trömper/Achim Plagentz, Unterrichtshilfe: „IHR SEID NICHT ERWACHSEN GENUG, DIE WAHRHEIT ZU SAGEN“ Greta Thunberg – eine Prophetin des Klimaschutzes?

[3] EIKE 18.04.2016: Kirche und Klimawandel Viel „Mensch“, viele Bibelsprüche, die Orientierung vom PIK, von kritischer Reflexion keine Spur

[4] Die deutschen Bischöfe Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen Kommission Weltkirche
Nr. 29, September 2006, Mit einem Geleitwort des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz: Der Klimawandel: Brennpunkt globaler, intergenerationeller und ökologischer Gerechtigkeit Ein Expertentext zur Herausforderung des globalen Klimawandels.

[5] EIKE 15.03.2019: Klima-Märchenonkel Schellnhuber im Morgenmagazin

[6] Achgut: Hurra, Kinderdemos sind jetzt Schulunterricht!

[7] Achgut: Wie die Regierung uns zwingt, in Luft-Geschäfte zu investieren

[8] EIKE 17.02.2018: Wenn ein SPD-Mann die Kosten des EEG (wenn auch stark untertrieben) anprangert, ist er schlimmer als die AfD

[9] EIKE 19.11.2016: Desorientierung ist Preis-Wert: Umwelt-Medienpreis für klimaretter.info

[10] EIKE 14.09.2016: Frau Hendricks glaubt im Klimawahn, Klimapäpstin geworden zu sein und den Irrglauben ihrer Bürger verdammen zu dürfen Zu ihrem Gastbeitrag „Weit verbreiteter Irrglaube“ im Handelsblatt

[11] energiezukunft: 23.000 Wissenschaftler für Fridays for Future

[12] Nordbayerische Nachrichten, lokale Printausgabe, 06.03.2019: (dpa) Kampfansage an Klimaleugner

[13] SZ, Wochenendausgabe vom 16./17.3.2019, Fridolin Skala: Rekordprotest im Regen.

[14] Karlheinz Deschner: Mit Gott und dem Führer. Die Politik der Päpste zur Zeit des Nationalsozialismus




Eine weitere fehlgeschlagene Energieprognose: Peak-oil-Demand

In Europa und vor allem Deutschland begannen die Kampagnen der NGOs und aktuellen Regierungen gegen Fracking. Man kann aktuell hinzufügen, die Absicht der „Umweltschützer“ (Nicht Naturschützer) und Profiteure der Wind und Solarindustrie ist es inzwischen, auch die in unseren Breiten vorhanden Kohlevorräte zu verdammen.

  • Auf WUWT ist ein David Middleton der Hauptautor, er beginnt mit den Gedanken von Jude Clemente und ergänzt das durch eigene Recherchen. Das gesamte Thema ergibt dann mehr als 20 Seiten in WORD, daher habe ich es aufgeteilt. Das ausführliche Original habe ich für unsere Leser übersetzt, es ist als PDF angefügt. der Übersetzer.

Einleitung durch den Übersetzer

 

Die Nachfrageprognose von BP für „Peak Oil“ fällt flach

Von Jude Clemente 22. Februar 2019

Es ist fast eine Verpflichtung, es zur Kenntnis zu nehmen: BP veröffentlichte kürzlich seinen Energie-Ausblick 2019. Es hat dieses Jahr wieder für großes Aufsehen gesorgt.

Diesmal jedoch erkenne ich in der Prognose von BP, dass der globale Krieg um Kunststoffe der Hauptfaktor sein wird, der die globale Ölnachfrage schneller senkt, als bisher angenommen. So prognostizierte der Ausblick von BP zum ersten Mal einen „Höchststand“ [peak] beim Ölverbrauch. Mit 13 Millionen Barrel pro Tag macht der weltweite Bedarf an petrochemischen Rohstoffen 13% des gesamten Ölbedarfs aus.

Dies ist Teil eines wachsenden Trends in den letzten Jahren, in dem BP weiterhin ein „viel langsameres“ Wachstum der neuen Ölnachfrage erwartet (siehe Abbildung).

[…]

Abbildung 1. Die Y-Achse ist das jährliche prozentuale Wachstum der Nachfrage nach Mineralöl.

In der Zwischenzeit berichtete die International Energy Agency IEA, dass genau diese Petrochemikalien eines Tages die größte Nachfrage sein werden und sogar den Bedarf des Verkehrs und Transport in den kommenden Jahren übertreffen wird

„Die Petrochemie wird voraussichtlich mehr als ein Drittel des Wachstums der weltweiten Ölnachfrage bis 2030 ausmachen und fast die Hälfte des Wachstums bis 2050. Bis dahin werden täglich fast 7 Millionen Barrel Öl hinzugefügt“, IEA, Oktober 2018

Diese Schlussfolgerung der IEA basiert auf der Tatsache, dass Öl in nahezu allen Aspekten unseres Lebens inhärent verwurzelt ist, auch wenn diese Aspekte z.B. bei Autos oder Flugzeugen nicht sofort offensichtlich sind. In der Tat ist die größte Energie-Ironie der Welt vielleicht, dass Öl und Petrochemie selbst für erneuerbare Energien, Elektroautos und die „Energiewende“ unabdingbar sind:

„Petrochemikalien sind besonders wichtig, da sie in Alltagsprodukten verbreitet sind. Sie sind auch für die Herstellung vieler Teile des modernen Energiesystems erforderlich, einschließlich Sonnenkollektoren, Windkraftanlagen, Batterien, Wärmedämmung und Elektrofahrzeugen “, o.g. IEA Bericht.

In einer weiter gefassten Perspektive zur Erdölnutzung erkennt man, dass Bevölkerungs- und Einkommenswachstum die treibenden Kräfte hinter der Energienachfrage sind. Diese Gleichung ist überall  zu beobachten: mehr Menschen, die mehr Geld verdienen und dann auch mehr Energie verwenden. Als wichtigste Energiequelle der Welt und ohne jeglichen bedeutsamen Ersatz ist der Aufwärtstrend für Öl eindeutig hell.

Dies gilt insbesondere, da 6 von 7 Menschen, die heute leben, in Entwicklungsländern leben, in denen der Ölverbrauch gerade erst begonnen hat. Bis 2050 wird die Weltwirtschaft das reale BIP um 85 Billionen Dollar erhöhen, und die Weltbevölkerung wird um 30% auf über 10 Milliarden Menschen ansteigen.

Die potenzielle Nachfrage ist überwältigend: “ Was wäre, wenn Indien und China Erdgas und Öl wie die USA nutzen würden

[…]

Ich muss hier anmerken, dass BP die globale Ölnachfrage zuvor drastisch unterschätzt hat.

Zum Beispiel prognostizierte BP in seinem Energy Outlook 2011 eine weltweite Ölnachfrage im Jahr 2030 bei 102 Mio. Barrel / Tag. Die Welt könnte dieses Niveau bereits in diesem Jahr übertreffen, und wenn nicht, wird dies sicherlich in 2020 sein, ein Jahrzehnt vorher, als BP es in Betracht zog.

Für mich sind Ölfirmen, die ohne aktuelle Beweise den Höhepunkt des Öls vorhersehen, „ein bisschen eine europäische Sache“, insbesondere unter den großen Energieunternehmen, die mehr Investitionen in erneuerbare Energien, Erdgas und Speicherbatterien stecken: “ “Shell is Wrong: Global Oil Demand Can Only Increase. [Shell liegt falsch: Die globale Ölnachfrage kann nur ansteigen]

Der Druck von Umweltgruppen gegen das das äußerliche Anzeichen von „Pro-Oil“ hilft zu erklären, warum die wesentlichen Superplayer der Energieunternehmen verständlicherweise diese Position ablehnen […, dass der Ölbedarf nur weiter steigen kann]. Im Gegensatz dazu, marschieren die kleineren unabhängigen Öl- und Gasproduzenten unbeachtet mit der sehr realistischen Annahme von „mehr“.

Unter dem Gesichtspunkt der Öffentlichkeitsarbeit macht dies alles Sinn: Der Vorteil, wenn „man“ sich für „Pro-Oil“ einsetzt, ist winzig, während der Nachteil immens ist: Man bekommt sehr schlechte Publicity und wird beschuldigt, „die Wissenschaft zu leugnen“.

Tatsächlich deuten die Referenzszenarien der IEA schon seit sehr langer Zeit auf einen sehr starken Anstieg der weltweiten Ölnachfrage hin, ziemlich kontinuierlich, soweit sie es modellieren.

[…]

Wie im Folgenden zu sehen ist, prognostiziert unser nationales Energiemodellierungssystem in dem  Annual Energy Outlook 2019, dass die globale Ölnachfrage auf sehr solider Basis steht. Mehr, mehr und noch mehr.

Auf jeden Fall, egal ob von mir, BP, EIA oder Greenpeace selbst, habe ich während meiner 15-jährigen Karriere in der Energiebranche eine sehr einfache Wahrheit gelernt: Eines von zwei Dingen passiert normalerweise, wenn Sie ernsthafte und mutige Vorhersagen treffen, insbesondere für längerfristig.

Wenn es an der Zeit ist, zuzugeben, dass Sie falsch liegen, sind Sie entweder nicht in der Nähe, um Antworten zu müssen, oder die Kritiker haben vergessen, dass Sie überhaupt die Vorhersage gemacht haben.

Abbildung 2. Prognose 2019 der globalen Erdölbedarfs der US Energy Information Administration (EIA).

Real Clear Energy

 

***

BP Energie-Ausblick 2019. Zitat Auszug

… Es wird mehr Energie benötigt, um das Wachstum zu unterstützen und Milliarden von Menschen zu befähigen, von einem niedrigen zu einem mittleren Einkommen zu wechseln. Dies wird im Szenario mit mehr Energie untersucht.

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen menschlichem Fortschritt und Energieverbrauch. Der UN-Index für menschliche Entwicklung legt nahe, dass ein Anstieg des Energieverbrauchs um bis zu 100 Gigajoule (GJ) pro Kopf mit einem erheblichen Anstieg der menschlichen Entwicklung und des Wohlbefindens einhergeht. Heute leben rund 80% der Weltbevölkerung in Ländern, in denen der durchschnittliche Energieverbrauch unter 100 GJ pro Kopf liegt.

 

Von der Anfangsseite wird dann verlinkt zum BP Statistical Review 2018 (pdf)

Wesentliche Merkmale von 2017

Beginnen wir mit einigen Schlagzeilen. Globale Energie:

Die Nachfrage wuchs 2017 um 2,2%, verglichen mit 1,2% im letzten Jahr, der 10-Jahresdurchschnitt liegt bei 1,7%. Dieses über dem Trend liegende Wachstum wurde von der OECD, insbesondere durch die EU getrieben. Ein großer Teil dieser Stärke kann direkt mit der Belebung des Wirtschaftswachstums erklärt werden. Es spiegelte aber auch eine leichte Verlangsamung des Anstiegstempos wider, durch Verbesserung der Energieintensität (oder Energieproduktivität): die Menge an Energie, die zur Produktion einer Einheit benötigt wird. Trotz des ungewöhnlich starken Wachstums in der OECD, kam die überwiegende Mehrheit des Anstiegs des weltweiten Energieverbrauchs aus den Entwicklungsländern, die fast 80% der Expansion ausmachen.

BP Report -Statistik Review of World Energy 2018, Seite 5 (GDP – Brutto Inlands Produkt)

Über ein Drittel dieses Wachstums trug allein Chinas Energiebedarf, deren Verbrauch wuchs 2017 um über 3%, fast dreimal so hoch wie zuvor in den letzten paar Jahren. Dieser scharfe Anstieg wurde durch eine Erholung in einigen der energieintensivsten Sektoren Chinas Eisen, Rohstahl und NE-Metalle getrieben. Trotz dieser Steigerung ist das Wachstum von Chinas Energiebedarf im Jahr 2017 immer noch deutlich unter dem zehn Jahres Durchschnitt und der Rückgang der Energieintensität war mehr als doppelt so hoch, wie im globalen Durchschnitt. Zwei Schritte vor, einen Schritt zurück.

Dieser Aussage kann gleichermaßen auf den Energiemix angewendet werden. Eine Vorwärtsbewegung kann darin gesehen werden, dass rund 60% der gewachsenen Primärenergie durch Erdgas und erneuerbare Energien erfüllt wurde. Erdgas (3,0%, 83 Mio. toe [Öl-Einheiten]) leistete den größten Beitrag zum Wachstum der Primärenergie, getragen von außergewöhnlichem Wachstum in China. Dies wurde dicht gefolgt von erneuerbaren Energien (einschließlich Biokraftstoffe) (14,8%, 72 Mio. toe), die erneut gewachsen sind, durch robustes Wachstum bei Wind- und Solarenergie.

Geringes Wachstum war bei Nutzung von Kohle (1,0%, 25 Mio. toe), die seitdem erstmals wieder wuchs Dies wurde im Wesentlichen von Indien getrieben, aber es ist auch bemerkenswert, dass der chinesische Verbrauch von Kohle nach drei aufeinander folgenden Jahren des Absinkens nun wieder stieg.

 

Gefunden über WUWT vom 11.03.2019

Die Übersetzung der Gedanken von David Middleton finden Sie in deutscher Übersetzung als PDF hier: David Middleton_Another Failed Energy Prediction

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://wattsupwiththat.com/2019/03/11/another-failed-energy-prediction-peak-oil-demand/

 




Friday for Future – Schüler antworten – Ein Erlebnisbericht vom 15.03.19

Liebes EIKE-Team,

an sich bin ich immer nur ein stiller Mitleser und habe mir meine Meinung zum Klimawandel gebildet, in dem ich Argumente verschiedener Meinungen lese und diese mit dem gesunden Menschenverstand abgleiche.

Nun muss ich mich jedoch einmal zu Wort melden.

Es geht um die weltweite „FFF“-Aktion der schulstreikenden Kinder am Freitag, dem  15.03.2019.

So blieb auch unsere Kreisstadt nicht von einer solchen „Demo“ verschont.
Lautstark lärmende Kiddies zweier Gymnasien zogen, begleitet von mehreren Polizeifahrzeugen, bei eiskalten 3°C und Regenwetter durch die Innenstadt.
Nach Aussage des Veranstalters sollen es etwa 600 Teilnehmer gewesen sein, die da plakateschwingend und trillerpfeifend ihrem (angeblichen) Unmut gegen die weltweite Klimapolitik ein Gesicht verliehen.

Die vorderen Reihen mögen ja tatsächlich ihre edlen Überzeugungen gehabt haben.
Ab Reihe Fünf jedoch hatte ich den Eindruck, dass die Kinder einfach nur froh waren, auch trotz des schlechten Wetters, ein paar Stunden schulfrei zu haben. Relativ lustlos und (wie augenscheinlich immer) auf ihre Handydisplays starrend folgten sie blind den vorneweg Gehenden.

Nun möchte ich anmerken, dass ich seit mehr als 10 Jahren einer sehr schönen und befriedigenden Arbeit nachgehe, die fast ausschließlich draußen statt findet. Als so eine Art „Ranger“. Somit bin ich sensibilisiert für die Umwelt, den darin stattfindenden Naturprozessen und setze mich u.a. auch für den Naturschutzgedanken sehr stark ein.
Ich persönlich habe mir die Meinung gebildet, dass der „menschengemachte Klimawandel“ ein modernes Schlagwort zur Erzeugung von Angst und zu einer Art „Ersatzreligion“ in unserer Welt geworden ist.

Doch zurück zur Kinderdemo.
Da wurden die aus der Presse bereits bekannten Sprüche auf den selbst gemalten Pappkartonschildern präsentiert:
„Es gibt keinen Plan(et) B“
„Zungenkuss statt Kapitalismus“ (Was, bitteschön, hat das mit dem Klimawandel zu tun?)
„Klimawandel stoppen – Bier muss kalt bleiben“ (Hä?)
„Make Love, not CO2“
(kein Scherz!) „Opa, was ist ein Schneemann?“
etc. pp…

Videoausschnitt von Hallo Niedersachsen des ndr vom 15.3.19 Schülerdemo „Friday for Future“; mit Dank an Klimamanifest von Heiligenroth

Grinsend und kopfschüttelnd stand ich am Eingang meines Büros.
Dazu muss ich anmerken, dass ich eine grüne Arbeitshose und eine orange Waldarbeiterjacke trug und ich somit als „einfacher Arbeiter“ erkennbar war.
Meine mimischen Äußerungen schienen einigen der Kiddies nicht wirklich zu gefallen und mir wurde des öfteren der „Stinkefinger“ gezeigt.
Jedoch war niemand bereit, sich auf ein Gespräch mit mir einzulassen.
Bis, ja bis zwei ca. 16-jährige es tatsächlich wagten, mich anzusprechen und zu fragen, was denn so lustig wäre.

Daraufhin entwickelte sich (aus dem Gedächtnis heraus), das folgende Gespräch:

Ich: „Wisst ihr eigentlich für oder gegen was ihr da demonstriert?“
Schüler 1: „Natürlich, gegen den Klimawandel. CO2 bringt uns alle um!“
Ich: „Wie viel CO2 ist denn momentan in der Luft?“
Schüler 1: „Weiß ich nicht, ist ja aber auch egal. Auf jeden Fall viel zu viel.“
Ich: „Es sind momentan 400 ppm. Weißt du, was die Abkürzung ppm bedeutet?“
Schüler 2: „Nö, wieso? Muss ich das wissen?“
Ich: „Du sagst doch, dass CO2 uns alle umbringt. Dann wäre es doch gut, wenn du wüsstest, dass „ppm“ Parts per Million, also Teilchen pro Million bedeutet. Also 400 Teilchen CO2 auf eine Million anderer Luftteilchen.“
Schüler 2: „Was weißt du denn schon?“
Ich: „Anscheinend mehr als du. Ist euch bekannt, dass das mit dem CO2 als sogenannter „Klimakiller“ überhaupt noch nicht wirklich bewiesen ist und dass es auch andere Meinungen zu dieser Aussage gibt?“
Schüler 2 zu Schüler 1: „Komm, lass uns gehen!“
Schüler 1: „Die Wissenschaftler sind sich doch einig.“
Ich: „Aber Wissenschaft ist keine Demokratie und die Mehrheit muss nicht immer unbedingt Recht haben. Wenn dem nämlich so wäre, würdest du in der Schule immer noch lernen, dass sich die Sonne um die Erde dreht und die Erde eine Scheibe ist.“
Schüler 2 zu Schüler 1: „Lass uns jetzt gehen!“
Schüler 1: „Das ist doch Quatsch. Auf jeden Fall muss im Klimaschutz was passieren.“
Ich: „Klimaschutz ist ein komisches Wort. Es ist nicht möglich, dass Klima zu schützen. Weißt du überhaupt, was Klima ist?“
Schüler 2: „Das spürt man doch, dass das Klima aus dem Gleichgewicht ist.“
Ich: „Aber das beantwortet meine Frage nicht. Klima ist das Wetter über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren.“
Schüler 1: „Dann denk mal an den letzten Sommer.“
Ich: „Das ist kein Klima, das ist Wetter.“
Schüler 1: „Aber die Sommer werden immer heißer.“
Ich: „Was nicht bedeutet, dass das über 30 Jahre lang so weitergehen wird. Seit wann gibt es denn den Klimawandel?“
Schüler 1: „Seit mindestens 100 Jahren.“
Ich: „Fast richtig – seit ca. 3,5 Milliarden Jahren.“
Schüler 1: „Wie jetzt?“
Ich: „Das Klima wandelt sich immer. So lange es eine Atmosphäre auf der Erde gibt.“
Schüler 2: „Klugscheißer!“ (zu Schüler 1) „Komm wir gehen!“
Schüler 1: „Bist du ein Klimaleugner?“
Ich: „Nein, ein Klimarealist, der sich wahrscheinlich intensiver mit dem befasst, für oder gegen was ihr hier demonstriert.“
Schüler 1: „Aber wir müssen unter den 2 Prozent bleiben.“
Ich: „Welche 2 Prozent?“
Schüler 1: „Na, unter 2% Erderwärmung!“
Ich: „Du meinst sicher unter 2 Grad Erderwärmung.“
Schüler 1: „Ach ja, natürlich, 2 Grad Erderwärmung.“
Ich: „Wie viel kälter würde es denn auf der Erde werden, wenn wir in Deutschland komplett auf CO2 verzichten?“
Schüler 2: „Keine Ahnung.“ (zu Schüler 1) „Lass uns jetzt gehen. Komm schon!“
Ich: „Es würde mal grade 0,02 Grad kälter werden.“
Schüler 1: „Du spinnst doch! Das kann doch gar nicht sein.“
Ich: „Wenn du ein wenig mehr Zeit hättest, würde ich es dir vorrechnen. Aber dein Kumpel will ja unbedingt weg.“
Schüler 1: „Aber im Fernsehen sagen die doch immer, dass wir was tun müssen. Und die Greta…“
Ich: „Ja, die Greta. Die hat natürlich voll den Plan! Bevor ihr uns mit euren unnsinnigen Forderungen ins Mittelalter zurück schießt, würde ich euch raten, mal etwas genauer hinzusehen und nicht alles zu glauben, was euch diese „Gretas“ sagen…“
Schüler 2 zu Schüler 1: „Der spinnt doch. Komm wir gehen!“
Ich: „Wohin geht’s denn im Sommer in den Urlaub?“
Schüler 2 (erfreut, aus der Situation irgendwie raus zu kommen): „Nach Ägypten.“
Ich: „Oh, da musst du aber früh los fahren. Reichen da sechs Wochen Ferien?“
Schüler 2 (verwirrt): „Ääääh. Wieso?“
Ich: „Na, das dauert doch, bis du mit dem Fahrrad in Ägypten ankommst.“
Schüler 2: „Ich fahr doch nicht mit dem Fahrrad nach Ägypten!“ (zeigt mir den Vogel)
Ich: „Tja, Fliegen darfst du natürlich nicht, wenn du hier bei der Demo mitgegangen bist…“
Schüler 1 kommt langsam ins Grübeln.
Ich: „Gestatte mir noch eine letzte Frage. Woher kommst du?“
Schüler 2: „Aus Ü.“ (eine Ortschaft ca. 8 km von der Kreisstadt entfernt).
Ich: „Aha. Und wann fährt heute dein Bus?“
Schüler 2: „Ich fahre doch nicht mit dem Bus! Meine Mutter bringt mich zur Schule und holt mich mittags auch wieder ab.“
Ich: „Was habt ihr denn für ein Auto?“
Schüler 2: „Einen …“ (nennt eine bekannte süddeutsche Automarke).
Ich: „Ist das so ein dicker SUV?“
Schüler 2: „Ja, klar!“
Ich: „Dann überleg mal ganz kurz, was du eventuell falsch machst… Schöne Demo noch!“

Damit drehte ich mich um und ging ich wieder zurück ins Büro. Vielleicht konnte ich diesen beiden ja ein paar Denkanstöße verpassen.

Videoausschnitt von „Hallo Niedersachsen“ des ndr vom 15.3.19 Schülerdemo „Friday for Future“ auf der Insel Juist; mit Dank an Klimamanifest von Heiligenroth

 

Falls gewünscht, erteile ich Ihnen hiermit die Erlaubnis, diesen Bericht zu veröffentlichen.




WENN KATRIN UND GRETA RICHTIG LIEGEN: Fuel Switch

Fuel Switch

Dieser relativ neue Anglizismus bezeichnet einen Brennstoffwechsel, im Rahmen der „Energiewende“ vor allem den Ersatz von Kohle durch emissionsärmeres Erdgas. Übertragen könnte man ihn auch auf den Trend, Dieselfahrzeuge durch Benziner zu ersetzen, die Ölheizung durch die Gasheizung oder den Kohleofen durch einen Holzofen.

Ziel des Fuel Switch im Rahmen der nationalen Stromwende ist die Senkung der Emissionen, vor allem des CO2-Ausstoßes. Betrachtet man isoliert die Emission der reinen Verbrennung, so verursacht Erdgas nur etwa 44 Prozent der spezifischen Emissionen der Braunkohle. Aber dies ist ein verengter Blick, der die möglichen „Klimawirkungen“ verschiedener Brennstoffe nur unzureichend wiedergibt. Das Erdgas liegt nicht vor der Tür, es muss im Vergleich zur Kohle aufwändig gefördert, getrocknet, gereinigt und transportiert werden. Da die Förderstätten für das in Deutschland verwendete Gas zum großen Teil im Norden Russlands oder in Westsibirien liegen, sind erhebliche Distanzen beim Transport zu überwinden. Um das Gas via Nordstream-1-Leitung durch die Ostsee zu drücken, ist eine Verdichterleistung von 360 Megawatt, also die eines mittleren konventionellen Kraftwerks, nötig. Diese Emissionen fallen nicht unter den europäischen Emissionshandel und tauchen natürlich in deutschen Bilanzen nicht auf. Bei einer ernsthaften Betrachtung der Emissionsbilanzen dürften sie allerdings nicht unter den Tisch fallen.

An dieser Stelle muss ich jetzt eine Aussage tätigen, die mir durchaus schwer fällt und die so nicht zu erwarten ist. Aber Drumherumreden hilft nicht, also: Katrin Göring-Eckardt hat Recht.

Zumindest in ihrer Ansicht, dass es „dem Klima“ nichts bringt, einen fossilen Rohstoff durch einen anderen zu ersetzen. Irrig allerdings ist ihre Annahme, man könne sich bis 2030 erdgasunabhängig von Russland machen und brauche es ab 2050 ohnehin nicht mehr. Die energiestrategischen Erwägungen und vor allem die zunehmende Abhängigkeit Deutschlands von ausländischen Energierohstoffen sind bisher politisch und medial völlig unterbelichtet, dies wird Thema eines späteren Beitrags sein.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende liegt richtig in ihrer vermutlich intuitiven Einschätzung der Emissionsbilanz von Erdgas. Wer als „Klimaschützer“ auftritt, sollte schon die Gesamtemissionen der Brennstoffe in der ganzen Produktions- und Nutzungskette betrachten und nicht isoliert nur die Verbrennungsemissionen.
Bezieht man die vorgelagerten Emissionen der Gasförderung, des Transports und der Verluste mit ein, schmilzt der Vorteil des Erdgases und es entstehen etwa 65 Prozent der Braunkohleemissionen.

Bei Berücksichtigung der Tatsache, dass Erdgas zu 90 Prozent aus Methan besteht und dieses die etwa 25-fache „Klimawirkung“ von CO2 hat, sieht die Bilanz noch schlechter aus.

Der „Methanschlupf“, also das Entweichen des Erdgases in der Prozesskette in die Atmosphäre, beträgt zwischen vier Prozent (russisches Erdgas) und 12 Prozent (gefracktes US-Gas). Im Jahr 2017 verbrauchte Deutschland 995 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Legt man grob gerechnet den „günstigen“ Methanschlupf russischen Erdgases von vier Prozent zugrunde, also zirka 40 Milliarden Kubikmeter, vernachlässigt die 10 Prozent der anderen Erdgasbestandteile (im Wesentlichen Stickstoff und CO2) und verrechnet dies mit der spezifischen Masse (0,784 kg pro Kubikmeter), multipliziert mit der 25-fachen Klimawirkung des Methans, so ergibt sich allein für das in Deutschland verbrauchte Erdgas 2017 eine Treibhausgas-Wirkung von 775 Millionen Tonnen CO2. Die gesamten anthropogenen CO2-Emissionen in Deutschland betragen nach offizieller Lesart für das gleiche Jahr ganze 905 Millionen Tonnen.

Überschlägig berechnet würde ein hochmodernes Gas-Kraftwerk wie Irsching 5, bei 330 Gramm CO2 pro Kilowattstunde plus 123 Gramm vorgelagerter Emissionen und vier Prozent Methanschlupf, eine Gesamtemission von über 900 Gramm CO2-Äquivalent ausstoßen. Das ist nur unwesentlich besser als ein mittelaltes Braunkohlekraftwerk (1.000 g CO2 pro kWh) und deutlich schlechter als ein modernes Braunkohle- oder halbwegs modernes Steinkohlekraftwerk.

Nun könnte man meinen, die erhöhte Klimawirkung des Methans werde dadurch gemildert, dass Methan in der Atmosphäre schneller abgebaut wird als CO2. Die Zersetzungsprozesse in CH3 und Wasser sowie die Bilanzen dazu sind noch weitgehend unklar. Erhebliche Schwankungen sowie große Emissionen aus Wäldern, Sümpfen, Ozeanen, Termiten und Reisanbau kommen hinzu. Die Anreicherung durch die verstärkte Nutzung von Erdgas würde in jedem Fall steigen, mit dem entsprechenden Treibhauseffekt und allen von den Klimaalarmisten vorhergesagten tödlichen Folgen.

Nun sollten die Betreiber der Klima-Panik, insbesondere die Greta-Thunberg-Bewegung, diese Brutto-Emissionen ernst nehmen, was zu der einzig folgerichtigen Forderung führen müsste, so schnell wie möglich aus der Nutzung von Erdgas auszusteigen. Alles andere wäre inkonsequent. Der Fuel Switch von Kohle zu Erdgas ist aus Sicht der Emissionen, der Wirtschaftlichkeit und der Energiestrategie ein Irrweg. Vermutlich werden Katrin und Greta zustimmen. Schlüge sich dies in Regierungshandeln nieder, ginge der deutschnationalen Energiewende nach dem Atomausstieg und dem politisch verhinderten Abscheiden von CO2 mit dem Fuel Switch ein weiteres „Klimainstrument“ verloren. Mit großer Anstrengung und hohen Kosten steigt man aus der Braunkohle aus – und gewinnt Nichts für das selbstgesteckte Klimaziel. Dumm gelaufen.

Der Beitrag erschien zuerst bei TICHYS Einblick hier




Winter-Nachlese: Die Deutschen Winter trotzen der Klima-Erwärmung. Wo bleibt die Wirkung von CO2?

Der Deutsche Wetterdienst hat den letzten Winter nun wie folgt in sein Archiv eingereiht: Dezember 2018 +3,9°C, Januar 2019 +0,6°C, Februar 2019 +4°C, Winter 2018/19: +2,8°C.

Wir fragen uns, wo ist der diesjährige Winterdurchschnitt einzuordnen?

Zunächst ein Winter-Rückblick über einen längeren Zeitraum in Deutschland.

Grafik 1: Auch ohne die polynome Trendlinie sieht man den Temperaturverlauf recht gut. Wie bei allen Monaten zeigt auch die Jahreszeit Winter vom Plateau 1910 bis 1925 das Absinken der Temperaturen in eine Kaltphase hinein, die um die Jahrhundertmitte ihren Tiefpunkt erreichte. Anschließend ein erneuter Anstieg auf das heutige höhere Niveau. Man beachte, dass unser mitteleuropäisches Klima meistens von atlantischen Westwinden beeinflusst wird – milde, schneearme Winter sind hier, anders als in Nordamerika und Nordasien, eher die Regel und nicht die Ausnahme.

Die Interpretation der CO2-Erwärmungskirche bedient sich eines Tricks. Sie vergleichen stets die Winter der Gegenwart mit dem Wellental der Kaltphase. Dann fällt fast jeder gegenwärtige Winter als „zu warm“ aus. Dabei täuscht jede Trendlinie eine Gleichmäßigkeit vor, die so nicht gegeben ist. Das jüngste höhere Plateau wurde durch einen Temperatursprung ab dem Mildwinter 1987/88 erreicht und seit über 30 Jahren wird dieses Plateau gehalten.

Wir stellen uns nun die Frage: Wie haben sich die Wintertemperaturen seit dem Erreichen des jüngsten Wintertemperaturplateaus vor 31 Jahren bis heute entwickelt?

Die letzten 31 Winter

Sie beginnen mit dem Winter 1988/89 und enden mit 2018/19. Verkürzt schreibt man auch Winter 1989 bis 2019. Das sind 31 Jahreszeiten Winter:

Grafik 2: Innerhalb des letzten Wärmeplateaus, also innerhalb der letzten 31 Jahre, zeigt der Winter in Deutschland keinerlei Tendenz. Wir halten fest: Die fast 2000 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes zeigen keine Winter-Erwärmung.

Nun wissen wir aber, dass die Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes zumeist dort stehen, wo die Menschen leben und arbeiten. Und just an diesen Orten trägt der Mensch Zusatzwärme in das Wettergeschehen ein, welche von den Thermometern miterfasst werden. Wegen des fehlenden Schnees auf den Straßen bleiben im Gedächtnis der Bürger schneearme Winter haften und in die Wohn- und Aufenthaltsräume der Menschen dringt die Winterkälte samt Schnee auch nicht vor. Das mag auch einer der Gründe sein, warum die Erwärmungslüge über die Jahreszeit Winter von den Deutschen nicht als solche erkannt wird. Und nach Beweisgrafiken und nach den Daten des Deutschen Wetterdienstes fragen die Medien nie. Gläubige hinterfragen eh nichts.

Der Winter außerhalt der Städte und der wachsenden Ansiedlungen.

Es ist jene freie Natur, in welche sich immer weniger Deutsche begeben, schon gar nicht die von den Medien hofierten Klima-Experten. Bei denen findet der Winter meist am Schreibtisch neben der Heizung statt. Die Jahreszeit Winter wird wegen des wachsenden Wohlstandes nicht mehr wahrgenommen. Wohlstandsmenschen verbringen diese Jahreszeit zunehmend in beheizten Räumen und die Kinder sind „eingesperrt“ in der überheizten Ganztagesschule und wachsen ohne Bezug zur kalten Jahreszeit Winter auf.

Wir fragen uns: Wie verhält sich der Winter nun aber in der freien Fläche, das sind immerhin gute 85% der Gesamtfläche Deutschlands. Leider gibt es dort keine Wetterstationen mehr wie einst bei einsamen Klöstern oder Forsthäusern am Waldrand. Es gibt aber noch kleine Ansiedlungen mit Wetterstationen, wir nennen sie wärmeinselarme Stationen.

Wärmeinselarme Stationen: Sie zeigen den tatsächlichen Winterverlauf

Beginnen wollen wir mit 31 Jahren Winter in Amtsberg-Dittersdorf am Fuße des Erzgebirges.

Grafik 3: Die Trendlinie der ländlichen Station Amtsberg/Dittersdorf ist deutlich negativ im Vergleich zu den weniger stark wärmeinselbehafteten fast 2000 DWD-Stationen in Grafik 2. Der Winter wurde richtig kälter im Erzgebirge in den letzten 30 Jahren.

Grafik 4: In dem kleinen Ort Neugersdorf im Landkreis Görlitz in der Oberlausitz wurden die Winter in den letzten 31 Jahren, seit dem Erreichen des derzeitigen Temperaturplateaus deutlich kälter.

Wolfach liegt im Südschwarzwald. Die DWD-Wetterstation wurde jedoch zu Hälfte des Betrachtungszeitraumes verlegt, was laut DWD keine Änderungen zur Folge haben soll.

Grafik 5: Die Trendlinie der Jahreszeit Winter ist im Südschwarzwald deutlich fallend. Außerhalb der Städte wurde es im Schwarzwald also deutlich kälter in den letzten 30 Jahren.

Deutschlands höchster Berg

Die Zugspitze mit 2962 m hat ab November wegen der Kälte im tiefen Minusbereich kaum mehr Besucher, so dass die menschengemachte Zusatzerwärmung durch massenhafte Touristenströme im Winter wegfällt. Im Winter ist die Zugspitze eine wärmeinselarme Wetterstation. Und die Wetterhütte beim DWD-Gebäude stand vor 30 Jahren auch schon genauso dort wie heute und geheizt wurde wohl auch im gleichen Umfang. Damit sind die Messwerte ab November ohne einen Wärmeinselkorrekturfaktor vergleichbar.

Grafik 6: Der letzte angeblich warme Winter war auf der Zugspitze deutlich kälter als der Winter 1988/89. Und die Trendlinie ist deutlich fallend. Es wird kälter auf Deutschlands höchstem Berg. Eine mögliche Erklärung ist höhenkalte Luft; diese war im Januar 2019 (Schneechaos!) wieder sehr aktiv.

Mittenwald, liegt bereits in den Alpen und ist Grenzort zu Österreich. Die DWD-Wetterstation befindet sich etwas außerhalb in den Buckelwiesen bei einem Bergbauern

Grafik 7: Mittenwald: In den Alpen wurden die Winter in den letzten 31 Jahren deutlich kälter. Die Wetterstation liegt etwa in 1000m Höhe. Der vergangene Winter war in den Alpen überhaupt nicht „zu warm“ (siehe auch Zugspitze), der Schnitt liegt auf der stark fallenden Trendlinie. Der Winter 1987/88 hatte denselben Schnitt wie 1989. Damit wäre der Temperatur-Absturz innerhalb des derzeitigen Plateaus noch stärker.

Wir halten fest: In ländlichen Gegenden und in der freien Landschaft, das sind immerhin 90% der Deutschlandfläche und insbesondere in den Alpen sind die Winter seit dem Temperatursprung 1987/88 auf ein höheres Plateau wieder deutlich kälter geworden.

Winter in Westdeutschland

Grafik 8: Winter in drei sehr unterschiedlichen Regionen Westdeutschlands. Während an der stark wärmeinselbelasteten Station Frankfurt/Main (Flughafenausbau, massive Verkehrszunahme) die winterliche Abkühlung ausblieb, wurden die Winter im milden Rheinland (Düsseldorf) und in der feuchtkühlen Eifel etwas kälter. Keiner der Trends ist jedoch signifikant – es bleibt aber festzuhalten, dass „im goldenen Westen“ seit gut drei Jahrzehnten keine winterliche Erwärmung eintrat.

Diese Prognose war ein Fehlschlag:

Am ersten April des Jahres 2000, also vor fast 2 Jahrzehnten, war bei SPIEGEL ONLINE folgende Meldung zu lesen: „…Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben, sagt der Wissenschaftler Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie…“ Und weiter: „Durch den Einfluss des Menschen werden die Temperaturen bei uns mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent noch weiter steigen“.

Wir fordern die Leser auf, selbst aktiv zu werden und bei Ihrer Heimatwetterwarte die Daten der letzten 30/32 Jahre zu verlangen. Unter „Wetterkontor“ sind die Winterdaten ausgewählter Stationen seit 1990 sogar frei verfügbar. Wir bezweifeln, ob es überhaupt eine Ausnahme-Wetterstation in Deutschland gibt, die eine Wintererwärmung seit 1988 anzeigt.

Ist Deutschland eine Ausnahme bei der Jahreszeit Winter?

Antwort: Nein. Auch in anderen Regionen kühlten sich die Winter in den vergangenen Jahrzehnten ab oder die Temperaturen blieben gleich. Die ländliche Wetterstation „Dale-Enterprise“ liegt gute 150 Kilometer südwestlich der US Hauptstadt Washington und zeigt eine ähnliche Winterabkühlung in den letzten 30 Jahren wie die deutschen Stationen. Lediglich das boomende Washington erwärmte sich WI- bedingt. Obwohl sich die Einzeljahre deutlich von den deutschen Stationen unterscheiden, -der letzte Winter war warm in Virginia -, ist die Trendlinie fallend. Wie es weitergeht weiß niemand, da CO2 wirkungslos ist. Und solange die Station am selben Fleck auf dem Gelände der dortigen isoliert stehenden Farm verbleibt, kann man auch zukünftig diese Station für vergleichende Beobachtungen heranziehen. Mit dem letzten Satz hat Mojib Latif schon Recht. Unter dem Einfluss des Menschen steigen die Temperaturen. Aber eben nicht unter dem Einfluss von Kohlendioxid, sondern unter dem Einfluss des Wärmeinseleffektes der Städte und Gemeinden. Das gilt für alle Orte dieser Welt.

Grafik 9: Ländliche Winter- Abkühlung in Virginia/USA, städtische, wärmeinselbedingte Erwärmung in Washington. Die Werte des aktuellsten Winters 2018/19 liegen noch nicht vor.

Zentralengland:

In Zentralengland erwärmte sich der Winter seit über 30 Jahren nicht; Ähnliches zeigt sich auch in Sapporo/Nordjapan sowie in Östersund/Mittelschweden (Biathlonweltmeisterschaften 2019) und in Oimjakon/Ostsibirien stagnieren die Wintertemperaturen seit gut 40 Jahren. Leider liegen noch nicht überall die Werte des jüngsten Winters vor:

Grafiken 10 bis 13: Auch in England, Nordjapan, Mittelschweden und in Ostsibirien blieb die Winter- Erwärmung aus.

Kurz zum Sommer: Natürlich gehen wir darauf im Sommer ein. Aber hier nur vorneweg:

Grafik 14 zeigt, dass sich während der vergangenen 32 Jahre die Winter- und Sommertemperaturen leicht gegensätzlich verhielten, was ebenfalls gegen die CO2-Erwärmungstheorie und für die Tatsache spricht, dass geänderte Großwetterlagenhäufigkeiten sowie die sommerliche Sonnenscheindauer die dominierenden Einflussgrößen auf das Klimaverhalten der Jahreszeiten in Deutschland sind. All das bewirkt, dass die Wärmeinseleffekte im Sommer wesentlich wirksamer sind als im Winter. Mehr Sonne auf Beton hat zur Folge, dass auch nachts die Städte und Gemeinden nicht abkühlen. Die Frischluftschneisen sind bei den deutschen Städten schon zum großen Teil zugebaut. Und jede Straße wirkt im Sommer wie ein Wärmeband in der Landschaft.

Ergebnisse:

Die behauptete globale Erwärmung der Erde mittels Kohlendioxid ist eine wissenschaftliche Irrlehre. Der Mensch wirkt am Klima jedoch mit durch die ständige Vergrößerung der Wärmeinseln, in denen auch die allermeisten DWD-Messstationen stehen. Im Grunde handelt es sich um eine Verwechslung der anthropogenen Ursachen.

Im Winter sind trotz Heizungen die Wärmeinseleffekte nicht so hoch wie im Sommer. Die DWD-Stationen zeigen seit über 30 Jahren Im Schnitt eine leichte Winterabkühlung. In ländlichen Gegenden, besonders in der freien Fläche, also auch in den Wäldern werden die Winter wieder kälter, in den Alpen sogar deutlich. Der deutsche Wald ist Bestandteil der freien Fläche, aber gerade die Forstleute behaupten, dass im Wald die Winter wärmer würden ohne jemals den Temperaturverlauf einer Wetterstation uns zu zeigen. Die vom Deutschen Wetterdienst ermittelten Wintertemperaturreihen werden ignoriert und von der politischen Führungsriege des DWD widerspricht niemand. Für die Deutschen ist diese CO2-Wintererwärmungslüge plausibel, da die Menschen nicht mehr in den kalten Wohnungen der Nachkriegszeit leben.

Es wird Zeit, dass endlich wieder Natur- und Umweltschutz in den Mittelpunkt des menschlichen Handelns gestellt werden und nicht das Geschäftsmodell Klimaschutz. Wer will, dass auch Großstädte im Winter wieder kälter werden, der braucht nur weniger zu heizen, alle Autos zu verbieten, die Städte zu verkleinern und eine Abschaffung des Winterdienstes zu verlangen, damit der Schnee wieder liegen bleibt – doch zurück in die angeblich so gute, alte kältere Zeit möchte wohl dann doch keiner.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter und unabhängiger, weil unbezahlter Klimaforscher

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher