Legaler Betrug vom TÜV beglaubigt – Der TÜV, die Sandra und die grünen Elektronen

Alles so schön grün hier: »Bei unserem OSTSEE-STROM handelt es sich um ein ökologisch wertvolles Produkt.« So werben die Stadtwerke Rostock um ihre grünen, aber unbedarfteren Kunden und wollen ihnen noch ein wenig mehr Geld als ohnehin schon für den sündhaft teuren Strom aus der Tasche ziehen. (Hier)

»Ihre Vorteile liegen auf der Hand« säuseln die Werber: »Monatlich kündbar, keine Mindestvertragslaufzeit.«

Dann sollen Umweltgewissen und Geldbeutel aufgehen:

»Der Strommix setzt sich zusammen aus Wasserkraft und der Erzeugung über die emissionsarme und erdgasbetriebene GuD-Anlage in Rostock Marienehe. Er kommt gänzlich ohne Anteile aus Atom-, Kohle- und Ölkraftwerken aus.«

Und als krönendes Argument fügen sie dem erleichterten Kunden ein Siegel des TÜV bei:

»Zertifizierung geprüfter Ökostrom gem. VdTÜV Standard 1304.«

Na, wenn das nicht das umweltbewußte Herz beruhigt, was denn sonst? Der TÜV (»Wir machen die Welt sicherer!«) bescheinigt also gegen gutes Geld grüne Ideologie. Zertifizierungen sind nun mal nicht billig.

Das aber wiederum findet Revierkohle nicht so gut. Hier sind tatsächlich Fachleute an Bord, die sich als politischer Verband verstehen und die Interessen seiner Mitglieder nach außen vertreten. Schwerpunkte der Arbeit bilden unter anderem die Energiepolitik und die Öffentlichkeitsarbeit für den Deutschen Steinkohlebergbau (Auslaufarbeit) die Vermittlung von Industriestrom über einen eigenen Energiedienst.

Sie wissen, wie sich das mit solch komplizierten Dingen wie elektrischem Strom tatsächlich verhält.

Daher ihr Verdacht: Irreführende Werbung, wenn die Stadtwerke Rostock mit dem TÜV Siegel werben, ihr Ökostrom komme gänzlich ohne Anteile an Strom aus Atom-, Kohle- oder Ölkraftwerken aus.

»Wir haben Grund zur Annahme,«, so schreiben sie an den TÜV, »daß aufgrund Ihrer Zertifizierung die Stadtwerke Rostock irreführende Werbung gem. $ 5II, Abs. 1 UWG i.V.m. $ 16 Abs. 1 UWG betreibt.«

Revierkohle also fragt beim TÜV nach, wie der denn zu seiner Zertifizierung komme: »Bevor wir den Rechtsweg prüfen, möchten wir von Ihnen gerne wissen, was Sie hinsichtlich der Beschaffenheit des Stroms veranlaßt hat, den Stadtwerken Rostock zu bescheinigen, daß der Strommix gänzlich ohne Anteile aus Atom-, Kohle- und Ölkraftwerken auskommt.«

»Es mag zwar sein, daß die Stadtwerke Rostock ihren Strom aus einem Wasserkraftwerk eingekauft haben, dennoch fließt dieser Strom nicht als reine ‚Ökostrom‘ durch die Leitungen bis hin zum Endverbraucher.«

»Insofern vermitteln Sie den Eindruck, es handele sich um ‚sauberen Strom’. Gleichzeitig suggerieren Sie damit, daß Strom aus konventionellen Kraftwerken ‚schmutzig‘ wäre.«

Revierkohle bittet mit einem freundlichen »Glückauf« um Darlegung der Rechtsauffassung des TÜV.

Den liefert die politisch korrekte neue Geschäftführung des TÜV NORD CERT, glücklicherweise eine Frau, Sandra Gerhartz.

Vom Wesen des Stromes hat die Sandra vom TÜV Nord CERT nicht so viel verstanden. Technische Kompetenz bei einem technischen Überwachungsverein wird sowieso überbewertet. Die Geschäftsführerin verlegt sich also aufs Blumige und beschreibt in einem launigen Wortschwall:

»Jegliche Ökostromzertifizierungen basieren auf einer bilanziellen Prüfung gemäß der EU-Richtlinie 2829. Die bilanziell entwerteten Herkunftsnachweise werden durch das Umweltbundesamt registriert.«

Lustig wirds, wenn die Sandra vom TÜV technische Hintergründe darlegen soll:

»Physikalisch gesehen kann der Strom nicht wie andere Produkte individuell in direkten Chargen an den Endkunden geliefert werden.«

Her mit der Kiste Strom.

Es ist ja auch nicht so einfach mit dem Ökostrom. Das hat die Sandra schon ganz richtig erkannt. Elektrönchen zählen ( die Grünen ins Töpfchen, die Grauen ins Tröpfchen ) geht nicht.

»Wenn sich Kunden für reinen Ökostrom entscheiden, dann wird damit der Gesamtanteil von Strom aus erneuerbaren Quellen gezielt gefördert.«

Also alles Schwindel in Sachen Ökostrom. Den gibt es gar nicht. Das traut sich die geschäftsführende Sandra denn doch nicht zu schreiben. Also fabuliert sie weiter:

»Aufgrund der physikalischen Eigenschaften elektrischer Energie ist es jedoch unmöglich zu steuern, daß nur jene Elektronen fließen, die ursprünglich aus Erneuerbaren Quellen gewonnen wurden.«

»Somit kann aus der Steckdose dennoch Strom aus konventionellen fossilen Quellen oder Atomstrom kommen.«

Auweia, böse Elektronen aus einem Atomkraftwerk versauen jetzt das gute Gewissen?

»Dies ist jedoch keine Verzerrung, da die physikalischen Eigenschaften von Strom – unabhängig von der Quelle – stets gleich sind. Diese Eigenschaften wurden somit von den gesetzgebenden Organen der Bundesrepublik und der Europäischen Union bei der Erstellung der o.a. gesetzlichen Regeln berücksichtigt.«

Puh, gerade noch einmal so geschafft, eine höhere Autorität ins Spiel zu bringen und damit ihre Erzählkunst aufzuwerten versuchen.

Wir wollen die Sandra jetzt nicht verwirren, aber sie hat offenbar die grundlegenden Eigenschaften des Stroms nicht so ganz verstanden. Da machen sich keine Elektronen auf die Wanderschaft durch die Leitungen, sondern es wird Energie transportiert. Träger dieser Energie sind elektromagnetische Felder. Die Elektronen selbst fließen immer nur ein kurzes Stückchen hin und her. Dieser Energie ist es ziemlich egal, wer sie in Bewegung setzt, in der Regel muß Wärmeenergie in elektrische Energie umgewandelt werden. Grün ist da schon gleich gar nichts. Und Wind, Wasser und Sonne sind viel zu schwach, als daß sie einen lohnenden Anteil liefern könnten.

»Es wird damit deutlich, daß die Anteile an Strom aus erneuerbaren Quellen nur bilanziell dargestellt werden können. Die Ökostromzertifizierungen des TÜV NORD basieren im Wesentlichen auf den o.a. Herkunftsnachweisen und dienen somit der Überprüfung der Konformität mit den gesetzlichen Anforderungen an den erneuerbaren Charakter des vertriebenen Stroms.«

Schreibt sie weiter. Klartext hinter dem Wortschwall: alles Schwindel mit dem Ökostrom. Wo Ökostrom draufsteht, ist kein Ökostrom drin! Hauptsache, wir kassieren zusätzlich – zertifiziertes Abzocken dank TÜV! Wobei der TÜV sich insofern fein aus der Affäre zieht, indem er zertifiziert, was in den gesetzlichen Bedingungen steht. Der Betrug ist legalisiert, der TÜV stempelt lediglich ab: Paßt alles zu den Gesetzen!

Sandra Gerhartz ist, wie der TÜV stolz schreibt, nein, nicht Sozialarbeiterin, sondern Diplom-Ökonomin und baute das »Geschäft der verbrauchernahen Zertifizierungen auf«, zum Beispiel »Medizinprodukte, Lebensmittel, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Bildung«.

Also alles Aufgaben, bei denen man Leuten politisch korrekt das Geld aus der Tasche ziehen kann.

Ihre Kollegin beim TÜV NORD (»Excellence for our Business«), die Svea, ist für Zertifizierung, Spenden und Sponsoring zuständig. Kann sie mal bei der Deutschen Umwelthilfe vorbeischauen.

Der TÜV verschleiert offenbar die Betrugsabsichten, minder bedachten Verbrauchern teuer ein gutes Gewissen mit Ökostrom zu verkaufen.




In eigner Sache: Kommentarfunktion verbessert

Sonst hätten nur bereits registierte Benutzer kommentieren können. Da wir neben denen, die hier öffentlich auftauchen, täglich 20 bis 30 Scheinregistrierungen verzeichnen, vermutlich von automatischen Bots, lassen wir das jetzige Paket zunächst mal versuchsweise einige Zeit laufen. Sollte es sich bewähren, bleibt es freigeschaltet.
Ich bitte daher um Geduld und ggf. Nachsicht.




Neue Studie bestätigt: Der Erwärmungs-„Stillstand“ ist real und zeigt sich immer deutlicher

Die Studie versucht, den ,Stillstand‘ zu erklären mittels eines Blickes darauf, was man über die Klima-Variabilität weiß. Sie sagen, dass es vier Jahre nach Veröffentlichung des AR 5vom IPCC, in welchem viel vom ,Stillstand‘ die Rede war, an der Zeit ist zu checken, was man daraus lernen kann.

Man könnte ein wenig sarkastisch fragen, warum Nature sieben ganze Seiten einem Ereignis zur Verfügung stellt, von dem manche vehement vorbringen, dass es niemals existierte [darunter kürzlich die ,Süddeutsche Zeitung‘, Anm. d. Übers.] und die darauf bestehen, dass es schon vor langer Zeit widerlegt wurde. Jetzt jedoch, da die El Nino-Temperaturspitze der letzten paar Jahre abflacht, scheint es wieder in Mode zu kommen, den ,Stillstand‘ zu analysieren.

Die Autoren dieser jüngsten Studie ziehen eine feine Grenze zwischen den beiden gegensätzlichen Lagern, wenn sie einerseits sagen, dass beide Seiten irgendwie recht haben und deren bestimmte Analyseverfahren verständlich sind. Andererseits stellen sie klar, dass es da ein wirkliches Ereignis gibt, welches untersucht werden muss.

Als jemand, welcher den ,Stillstand‘ seit fast einem Jahrzehnt genau verfolgt hat, bin ich vielleicht aufmerksamer als die meisten Anderen, wenn es um ein Wiederaufwärmen der Historie des Gedankens und der Beobachtungen geht.

Die Autoren sagen, der Stillstand begann mit Behauptungen von außerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Nun, ja und nein. Er wurde versuchsweise in den Jahren 2006 und 2007 von Klimaskeptikern in den Raum geworfen, von denen viele erfahrene Wissenschaftler waren, die sehr gut in der Lage sind, eine Graphik zu interpretieren und Statistiken zu berechnen. Ein Jahrzehnt, nachdem die Behauptungen aufgekommen waren, ist es ein Tribut an all jene, die ihn zuerst entdeckt hatten und seitdem harter Kritik ausgesetzt waren. Es waren die Skeptiker, welche den Stillstand bemerkten und damit einen wertvollen Beitrag zur Wissenschaft leisteten. Jahrelang war er ausschließlich in der Blogosphäre Gegenstand von Analysen und Diskussionen war, bevor Journale geruhten, von ihm Kenntnis zu nehmen.

Es gibt nichts Neues in ihrer neuen Studie oder dass nicht bei der GWPF diskutiert worden wäre. Vielleicht verschafft dies Einigen, welche Fronten zwischen Stillstands-Unterstützern (Skeptiker) und den Stillstand Befürwortenden (Wissenschaftler) ziehen, eine Pause zum Nachdenken.

Was die Autoren nicht mit ihren drei Definitionen des Stillstands erwähnen, ist die einfache Tatsache, auf die wir schon oft hingewiesen haben. Man betrachte HadCRUT4 von 2001 (nach dem El Nino von 1999 – 2000) bis 2014 (vor Beginn des jüngsten El Nino), und man wird erkennen, dass der Temperaturverlauf flach ist. Außerhalb der El-Nino-Zeiten gab es keinerlei globale Erwärmung seit 2001, obwohl es während dieser Zeit mehrere El Nino- und La Nina-Ereignisse gegeben hatte. Das ist es, was ich einen Stillstand nenne.

Ich werde es dem Leser überlassen, einen Trend zu berechnen sowie den Fehler dieses Trends im gleichen Zeitraum mittels anderer globaler Datensätze der Temperatur. Die Dauer des Stillstands erstreckt sich inzwischen etwa über die Hälfte der nominalen 30-Jahre-Periode der Klimazustands-Abschätzung, und falls er sich während der nächsten paar Jahre erneut einstellt, könnte er zum dominanten Klimaereignis in jüngster Zeit werden. Der Stillstand endete nicht infolge einer graduellen globalen Erwärmung, sondern aufgrund eines natürlichen Wetterereignisses, dessen vorübergehende Rate der globalen Erwärmung viel zu groß war, um anthropogenen Ursprungs zu sein. Dies hinderte entsprechende Kreise jedoch nicht daran zu behaupten, dass wir in eine Periode der katastrophalen globalen Erwärmung eingetreten seien.

Man betrachte ihre Abbildung 1, welche Trends der globalen Temperatur-Datensätze zeigt. Man erkennt, dass etwa seit dem Jahr 2000 die Trends in allen Datensätzen abnehmende Trendraten zeigen. Erst der jüngste El Nino hat diesen Vorgang unterbrochen. Man beachte, dass alle Variationen in der Graphik den Autoren zufolge deutlich innerhalb der Grenzen der natürlichen Variation liegen. Dies zeigt, dass während der Zeit, die der Graph abdeckt, nichts Ungewöhnliches vor sich gegangen ist.

Man betrachte auch ihre Abbildungen 2b und 2c. Sie zeigen HadCRUT3 von 1980 bis 2008 und zeigen die jüngste Stillstands-Periode. Dann werden fünf globale Datensätze gezeigt von 1980 bis 2015, die zeigen, dass der Stillstand verschwunden ist. Da spielt es keine Rolle, dass der Grund für den Stopp des Stillstandes kein klimatischer ist, sondern dem kurzfristigen El Nino geschuldet ist.

Man betrachte auch ihre Abbildung 5, von der gesagt wird, Beobachtungen und Computer-Modelle zu verschmelzen, um zu zeigen, dass es keine Diskrepanz gibt. Wieder ist es aber nur der jüngste El Nino, der Modelle und Messungen in Übereinstimmung bringt. Ohne dieses kurzlebige Wetterereignis wären die Klimamodelle eindeutig zu warm.

All dies widerspricht dem Ziel der Studie, den Stillstand mit dem zu erklären, was über die Klima-Variabilität bekannt ist.

Es gibt auch einen Kommentar von Risbey and Lewandowsky zu der Studie, welche im Bereich ,Nachrichten und Standpunkte‘ bei ,Nature‘ veröffentlicht worden ist und der einfach nur absurd ist. Sie liegen falsch hinsichtlich ihrer Standpunkte zu Had CRUT4 und Flachverlaufs-Perioden, siehe oben. Sie weisen darauf hin, dass die Datensätze weiterhin signifikante Erwärmungstrends zeigen, wenn die Trendlänge über 16 Jahre hinausgeht. Dies ist ein offensichtlicher Punkt, wenn man den Anstieg der globalen Temperatur betrachtet, welcher in den Jahren vor dem El Nino 1998 erkennbar ist. Sie sollten auch noch einmal Abbildung 1 betrachten und im Gedächtnis behalten, was ich zu El Ninos sage.

Der Stillstand war für die Wissenschaft extrem wertvoll und erhellend. Vor einem Jahrzehnt, herrschte die Ansicht vor, dass das anthropogene Signal der globalen Erwärmung ausgeprägt war. Als jedoch die Temperaturen im Gegensatz zu den Modellsimulationen nicht um mehr als 0,3°C stiegen, wurden dafür Erklärungsversuche gemacht. Die natürliche dekadische Variabilität wurde herangezogen, um das Fehlen eines Temperaturanstiegs zu erklären, und es resultierte in einer graduellen Änderung der Standpunkte.

Jetzt wurde behauptet, dass das anthropogene Signal verschleiert worden ist durch die dekadische klimatische Variabilität, und es würde mehrere Jahrzehnte dauern, bevor es wieder hervortreten und noch darüber hinaus gehen werde. So jedenfalls behaupteten es Meehl et al. in Nature Climate Change. „Längerzeitliche extern angetriebene Trends der globalen mittleren Temperatur sind eingebettet in das Hintergrundrauschen der intern generierten multidekadischen Variabilität“.

Ob sich nun tatsächlich der Stillstand nach Ende des jüngsten El Nino und dessen Nachwehen wieder einstellen wird, bleibt abzuwarten. Seit seiner Entdeckung durch Skeptiker ist der Stillstand zu einem wesentlichen Streit- und Diskussionsobjekt in der Klimawissenschaft geworden. Trotz fortgesetzter Versuche, ihn insgesamt zu leugnen oder neue Gründe für dessen Existenz zu finden, weiß niemand wirklich etwas hinsichtlich der Ursachen oder ob er sich erneut einstellen wird.

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/05/04/new-study-confirms-the-warming-pause-is-real-and-revealing/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Nun muss man nicht mehr nur die Dritte Welt für die Erwär­mung entschä­digen, sondern auch die heimischen Bauern wegen der gewünschten Kälte

Und was in der Aprilrückschau [1] mit: Die Konsequenz daraus liest sich wie eine mittelalterliche Unwetterbeschreibung zu Beginn eines Hungerjahres …
beschrieben wurde, ist nun auch bei unseren Behörden aufgeschlagen. Und man ist überrascht:

Das sehnlichst herbeigeflehte, vorindustrielle Wetter ist auf einmal eine Naturkatastrophe

Man mag es kaum glauben. Es sind noch einige Grad Kälte bis zum durch standhafte und teure CO2-Vermeidung zu erzwingenden, vorindustriellem, kalten „Idealklima“ zu „erarbeiten“ [1] – erst ein „wichtiger Zwischenschritt“, der Mittelwert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 ist gerade erreicht – und auf einmal erklärt die GRÜNE Regierung von Baden-Württemberg diesen mühsam und extrem teuer erkämpften Beginn zur Idealtemperatur zur Naturkatastrophe!
Bayerisches Fernsehen: Bayerns Obstbauern fordern Staatshilfen
Erst sehr warm, dann eisig kalt – das schöne Wetter im März und die Frostnächte im April haben den Obstbäumen heftig zugesetzt. Von möglichen Millionenschäden ist die Rede. Bayerische Obstbauern hoffen jetzt auf staatliche Hilfe
Zwei Wochen sind die frostig kalten Nächte im April her. Und langsam wird das ganze Ausmaß deutlich. Bis zu minus sieben Grad hatte es in Veitshöchheim in Unterfranken – viel zu kalt für viele Blüten. Von möglichen Schäden im zweistelligen Millionenbereich spricht der Bayerische Bauernverband. Vor allem bei Kirschen und Zwetschgen sei mit Ernteeinbußen von bis zu 80 Prozent zu rechnen, so ein Sprecher.
Vorbild Stuttgart
Baden-Württemberg will den Bauern helfen. Das Kabinett in Stuttgart hat am Dienstag die Frostnächte im April zur Naturkatastrophe erklärt. Dies sei Bedingung, damit der Staat den Bauern überhaupt finanziell unter die Arme greifen dürfe, ohne dabei EU-Recht zu verletzen. Bayerische (Obst-)Bauern fordern das jetzt auch vom Freistaat.
„Die Schäden haben wir in Äpfeln, in Birnen, in Zwetschgen, in den Quitten, in Kirschen, in Aprikosen, Pfirsichen, teilweise auch in den Himbeeren, in den Jungruten, die jetzt gerade aufwachsen, eigentlich müssen wir sagen in den kompletten Obstkulturen.“
Alexander Zimmermann von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau.
Ähnlich die Situation am Bodensee:
Wenige Kilometer weiter – am Bodensee entlang – auf baden-württembergischer Seite gelten die Frostnächte im April schon als
Naturkatastrophe. So hat es die Landesregierung in Stuttgart beschlossen.

Gegen solche Naturkatastrophen ist man – wie so oft – nicht vorbereitet

Was in Baden-Württemberg sofort funktioniert, benötigt in Bayern noch etwas Zeit. Denn obwohl sich dort eine Umweltministerin befindet, welche an fachlicher (Un-)Kenntnis mit der des Bundes problemlos mithalten kann, scheint man vollkommen überrascht zu sein, dass die gewünschte, vorindustrielle Kälte schon damals Ernten unmöglich gemacht hat, sie zumindest drastisch verringerte. Und was macht man, wenn man historisches Wissen aus ideologischen Gründen – und in vielen Fällen wohl auch (zusätzlich) aus schlichter Dummheit – ignoriert hat und dann nicht mehr weiter weiß: Man gründet einen Arbeitskreis
[2] Mitteilung von Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, CSU:
… Um eine einheitliche Vorgehensweise sicherzustellen, werde ich mich mit den betroffenen Ländern wie Baden-Württemberg sowie dem Bund abstimmen.“ …

Doch es hat auch sein Gutes. Wenn es einmal so ganz langsam auch den dümmsten Politikern klar wird, was sie mit ihrer 100 % Zustimmung zum Klimavertrag für einen Unsinn unterstützt haben:
EIKE 04.10.2016: Klimavertrag von Paris im Bundestag erreicht 100 % Zustimmung. Die DDR Volkskammer lässt grüßen,
ist zumindest für die dann beschäftigungslos werdende Gilde der Pseudo-Klimawissenschaftler eine neue Arbeit vorhanden:
[2] Alle Schäden zu erfassen, ist jetzt auch Aufgabe der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim
Diese Arbeitsmaßnahme wird man wenn es zum geforderten, noch weit kälterem Klima kommen sollte, ausweiten müssen.
Dabei haben die Simulationen diese Kälte doch (fast) richtig vorhergesagt. Sie zeigen praktisch alle eine noch wesentlich schlimmere Kälte an (die Simulationswerte repräsentieren den berechneten Mittelwert und nicht die aktuelle Temperatur). Wurde dieses „Simulationswissen“ einfach vollkommen ignoriert, weil es die falsche Richtung anzeigte? Oder hat niemand der vielen „Fachpersonen“ Ahnung, was Kälte für die Landwirtschaft bedeutet, weil alle nur „gegen“ Wärme forschen?
Nach dem DWD-Bild würde die jetzige Aprilkälte (im Mittel) mindestens ungefähr bis zum Jahr 2050 andauern. Ob es danach stimmt und besser (nach der Klimaideologie allerdings wieder schlimmer) würde, wenn schon aktuell nichts stimmt, sei einmal dahingestellt. Jedenfalls müsste es sich lohnen, schnellstens nach Resistenzen gegen Kälte zu forschen.

Bild 1 DWD Klimaatlas Apriltemperatur (inzwischen mit dem Aprilwert 2017). Dieser liegt genau auf der grünen „Ideallinie“


 

Kälte schadet doch nicht

Als nächstes werden die Bürger anfangen zu lamentieren, wenn sie nicht mehr mit Öl oder Gas heizen dürfen und der gerade im Winter rare EEG-Strom nicht mehr zum einzig erlaubten Elektroheizen ausreicht. Die brauchen dann aber sicher nicht wie die Bauern, wegen einer Entschädigung anzuklopfen. Die Ideologie weiß ja, man stirbt nur wegen zu viel Hitze:
EIKE 21.07.2015: Ruhestand im Süden kann tödlich sein – Wetterdienst glaubt Klimawandel tötet alte Menschen
Zudem hält der (gesunde) Mensch wenn es sein muss, wirklich viel Kälte aus. In einer ARTE-Reportage kam jüngst, dass in Nepals buddhistischen Klöstern nicht geheizt wird – bei bis zu -30 °C im Winter.
Die von einer bevorzugten und in vielen Ämtern schon bewährten Berliner Führungskraft „geforderten“ 18 °C sind dagegen immer noch der reine Luxus und ein wirklich generöses Zugeständnis an das Volk:
WELT N24, 23.12.2012: Peter Altmaier „Bei mir zu Hause ist es nicht wärmer als 18 Grad“
Das notwendige – bei der politischen Führungskraft erkennbar bewährte – Wärmepolster auf den Rippen lässt sich mit Fast-Food auch für Harz-4 Empfänger realisieren.
Quellen
[1] EIKE 04.05.2017: Es darf ruhig noch kälter und schlimmer werden – der April war immer noch zu warm
[2] Bayerisches Fernsehen: Bayerns Obstbauern fordern Staatshilfen




Die Eisheiligen werden immer kälter, Vorschau auf 2017

So behauptete DWD-Vorstand Friedrich noch all die Jahre davor, dass
1) Die Eisheiligen in jüngster Zeit immer wärmer würden, sie seien bald zu Heißheiligen geworden, was die Presse dann gern zum Anlass nahm, um gleich von Schweißheiligen zu reden und
2) Überhaupt seien die Eisheiligen wegen der Klimaerwärmung bald gänzlich verschwunden.
Um diese Aussagen zu unterstreichen, wird meist auf das umfangreiche Archiv des Deutschen Wetterdienstes verwiesen. Das erweckt natürlich bei unseren unkritischen Medien Eindruck. Aber niemals wird irgendeine Temperaturgrafik gezeigt und schon gar nicht die Aussagen überprüft.
Wir wollen das im Voraus tun, damit der Leser weiß, worum es gehen wird ab dem 11.Mai und was wahr und falsch ist.
Wir wählen zur Betrachtung möglichst wärmeinselarme Stationen, also nicht Frankfurt-Land, denn die Station steht bekanntermaßen an den Landebahnen des Großflughafens im Strahle der 600 C heißen Abgase. In den Heizräumen unserer Häuser ist am Thermometer bekanntermaßen auch kein Eisheiliger feststellbar.
Die ersten beiden Grafiken beginnen 1985 und wir lassen Platz für den 2017er-Wert, damit der Leser die neuen Werte einordnen kann.

Grafik 1: Die fünf Eisheiligentage in Potsdam wurden seit 1985 eindeutig kälter. Das ist genau das Gegenteil dessen, was als Ankündigung der Eisheiligen in den Medien steht.


Die zweite Grafik kommt aus Dresden Klotzsche, genauso wie Potsdam eine offizielle Messstation des Deutschen Wetterdienstes. Herr Samuel Hochauf hat neben dem Temperaturmittel der fünf Tage in Blau auch noch die Maximaltemperaturen, die Minimumtemperaturen und auch die Minimumtemperaturen in Bodennähe (5cm) seit 1985 dargestellt bis 2015. Der fünf Tagesmittel der Eisheiligen für 2016 betrugen 12,88C, genau auf der Fortsetzung der blauen Linie. Die Grafik scheint zunächst etwas unübersichtlich, dem ungeübtem Betrachtet sei empfohlen, zunächst mit der blauen Betrachtung zu beginnen, das sind die üblichen Durchschnittstemperaturen der Eisheiligen seit 1985

Grafik 2: DWD-Station Dresden Klotzsche. Man betrachte zunächst Blau: In Blau sind die fünf Eisheiligentagesmittel dargestellt. In Braun die Tages-Maximaltemperaturen, in Grau die Minimaltemperaturen und in Gelb die Minimumtemperaturen in 5 cm-Bodennähe.


Auswertung: Die Minimumtemperaturen (gelb) in Bodennähe sind die kältesten und die Maximumtemperaturen (braun) die wärmsten. Wichtiger ist der Blick auf die Trendlinien: Die Trendlinien sind sich sehr ähnlich, sie sind nur parallel verschoben. Im Gegensatz zu manchen Vermutungen scheint es unwesentlich zu sein, welche Temperatur der Eisheiligen dargestellt werden. Alle vier Trendlinien zeigen, dass die Eisheiligen seit 1985 kälter und nicht wärmer wurden. Alle vier Trendlinien zeigen, dass die Aussagen der DWD-Führungsriege falsch sind. Die Eisheiligen werden kälter in Deutschland.
Und schließlich Goldbach bei Bischofswerda, die Klimastation gibt es erst seit 1996, aber auch dort werden die Eisheiligen kälter. Die ungenauen Angaben der DWD-Vorstände mit „in jüngster Zeit“ oder „in der „Gegenwart“, könnte man vielleicht die letzten 20 Jahre meinen. Aber auch in jüngster Zeit ist das Ergebnis eindeutig, die Eisheiligen werden kälter. Je kürzer der Betrachtungszeitraum, desto fallender die Trendlinien. Fallende Temperaturtrendlinien sind das genaue Gegenteil von Erwärmung. Und damit können die Eisheiligen in jüngster Zeit auch nicht zu Heißheiligen geworden sein. Wir bitten die Leser, bei entsprechenden Falschmeldungen sofort bei ihren Tageszeitungen aktiv zu werden.

Grafik 3: Auch in dem kleinen Ort Goldbach werden die Eisheiligen in der Gegenwart kälter. Man darf gespannt sein, wo sich 2017 einordnet.


Dieses Jahr erwarten wir von DWD Vorstand Friedrich vor dem 11. Mai folgende Eisheiligen-Pressemitteilungen: „ Der Monat Mai wird kälter, aber die Eisheiligen werden noch kälter.“ Und als Ergänzung: Die Eisheiligen werden bald wieder so kalt sein wie um die Jahrhundertmitte als die damaligen Klimaforscher eine neue Eiszeit befürchteten. Das war vor 60 Jahren.
Was könnten die Gründe sein für das Kälter werden der Eisheiligen seit über 20 Jahren?
Wir wissen, dass unter anderem die Sonnenaktivität die Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen (GWL) beeinflusst; auch die AMO könnte hierbei eine Rolle spielen. Die seit 2 Jahrzehnten nachlassende Sonnenaktivität mit der (noch) bestehenden AMO- Warmphase scheint zu Witterungsextremen neigende Meridionallagen, welche im Frühling ohnehin besonders häufig auftreten, zu begünstigen, während die ausgleichend wirkenden Zonallagen (Westwetterlagen) seltener werden. Im „Horror- Frühling“ 2017 mussten wir das schon reichlich erleben – erst die angenehme Wärme bei Südwetter Ende März/Anfang April; dann die Nordlagen mit Horrorkälte, Schnee und schweren Spätfrostschäden ab Mitte April. Bei einer typischen „Eisheiligen-Lage“ befindet sich ein Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln, der Nordsee und/oder dem Nordmeer; manchmal dehnt es sich bis nach Skandinavien aus. Zwischen ihm und tieferem Luftdruck über Ost- und Südeuropa fließt dann arktische Luft nach Deutschland, die bei nächtlichem Aufklaren oft noch Fröste verursacht. Auch 2017 besteht diese Gefahr; zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Beitrages am 3.Mai war die Sicherheit der Mittelfrist-Prognosen aber noch ungenügend. Eine typische Eisheiligen-Lage erlebten wir 2016:

Abbildung 1: Nordlage am 14. Mai 2016. Tagsüber wurden kaum mehr als 10 bis 13 Grad erreicht; in den Mittelgebirgen gab es Schnee- und im Flachland Graupelschauer. Größere Frostschäden blieben aber aus, weil die Luftmasse (Arktische Meeresluft) relativ wolkenreich und der Wind stark war, so dass die nächtliche Abkühlung moderat ausfiel.


In dem hier gewählten kurzen Untersuchungszeitraum ab 1985, welcher wegen der starken Streuung der Häufigkeiten der Großwetterlagen keine signifikanten Aussagen zulässt, nahm die Häufigkeit der Nordlagen im Mai leicht zu, was eine höhere Wahrscheinlichkeit für deren Auftreten auch im Mai bedeutet:

Grafik 4: Seit 1985 nahm die Häufigkeit der Nordwetterlagen (hier die Objektive Wetterlagenklassifikation des DWD) im Mai leicht (nicht signifikant) zu. Im ungemütlichen Mai 1991 herrschte an 20 Tagen „Nordwetter“, was „Dauer- Eisheilige“ zur Folge hatte; es musste den ganzen Monat hindurch geheizt werden.


Für längerfristige Betrachtungen stehen seit 1881 nur die GWL nach HESS/BREZOWSKY zur Verfügung:

Grafik 5: Die Häufigkeit des „Nordwetters“ im Mai schwankte enorm; doch auch bei dieser langfristigen Betrachtung erkennt man eine Häufigkeitszunahme ab etwa 2010, was auch die Wahrscheinlichkeit für „Eisheiligen- Ereignisse“ wieder erhöht; ob diese unerfreuliche Entwicklung anhält, muss aber noch abgewartet werden.


Und am Ende zeigt sich: Die stetig steigende CO2- Konzentration vermag unser Klima auch im Mai nicht zu erwärmen und kann die Plage der „Eisheiligen“, den Horror aller Gärtner und Landwirte, nicht verhindern.
Fazit: Kaltluftvorstöße im Mai, welche bevorzugt (aber nicht immer) um die Eisheiligen auftreten, werden immer kälter.
Josef Kowatsch, unabhängiger, weil unbezahlter Natur- und Klimaforscher
Stefan Kämpfe, Diplom- Agrar- Ingenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher