Der Todfeind der Regierung: Die Physik

Von Günter Keil

In der DDR gab es den Witz: „Wer sind die vier Todfeinde des Sozialismus?….. Frühling, Sommer, Herbst und Winter.“Seit der friedlichen Revolution in diesem Land, bei der sich die Bevölkerung von der Partei- und Stasidiktatur befreite, sind diese Todfeinde arbeitslos geworden – aber sie kommen gerade in der ehemaligen „BRD“ wieder. Den Vortritt hat der Winter, der mit der Dunkelflaute zusammenarbeitet. Es sind aber leider wieder neue Todfeinde hinzugekommen, die ebenso wie die alten schon immer da waren – nur eben früher nicht als Feinde, sondern als eherne Grundpfeiler eines jeden Industrielandes. Es ist die Physik mit ihren Gesetzen.

Seit unsere Regierung beschlossen hat, anstelle der bisher üblichen Energiepolitik eine Energiewende zu veranstalten, befindet sie sich im Kampf mit den neuen Todfeinden, die daran Schuld sind, das buchstäblich alles, was man sich dazu an angeblich neuen Energiequellen ausgedacht hat, von der mitleidlosen Physik nicht nur behindert, sondern geradezu sabotiert wird.
Eine Reihe von Beispielen soll das veranschaulichen.

Erneuerbare Energien. So heißen Gesetze, so steht es als Titel in Regierungsberichten, so haben es folgsam die Medien übernommen. Aber erneuerbare Energien gibt es nicht. Was es aber gibt, das ist der 1. Hauptsatz der Thermodynamik. auch als Gesetz von der Erhaltung der Energie bekannt. Energie kann danach immer nur umgewandelt werden, wobei eine höhere Energieform (elektrische, mechanische, potenzielle Energie) stets nur in eine niedrigere Energieform umgewandelt werden kann, was mit Verlusten – vor allem in Form von Niedertemperaturwärme – verbunden ist. In solchen Umwandlungsprozessen bleibt die Energiemenge gleich; nichts daran ist „erneuerbar“.
Es ist bezeichnend, dass dieser mit der Energieerzeugung und –Versorgung befasste Politikbereich von vornherein eine physikalisch falsche Bezeichnung trägt. Als wollten die Verantwortlichen den Bürgern mitteilen: „Bitte kommt uns nicht mit der Physik – die gilt bei uns nicht.“

Das Kirchhoffsche Gesetz. Es schreibt fest, dass sich in einem Stromnetz an jedem Knotenpunkt Erzeugung und Verbrauch zu jedem Zeitpunkt präzise die Waage halten müssen. Eine Konsequenz: Wenn es in einem Netz keinen Stromspeicher gibt – und das gilt insbesondere für Deutschland, das über sehr wenig Speicherkapazitäten verfügt, die allenfalls für wenige Stunden einen Ausgleich für Ungleichgewichte bereitstellen können – dann wird jede plötzliche Schwankung der Stromerzeugung zum unkalkulierbaren Risiko.
Es bleiben dann nur die kurzzeitig als Puffer wirkenden rotierenden Massen der Turbinen und Generatoren der Kraftwerke. Schaffen die keine Stabilisierung der Frequenz auf 50 Hertz mehr, dann droht der Kollaps des gesamten Netzes.
Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) greifen inzwischen ständig ein, um das Gleichgewicht trotz aller Störungen, Ausfälle, vom Wetter verursachte Leistungsspitzen der Windräder oder auch deren plötzliche Leistungseinbrüche zu halten. Bereits jetzt exportiert man geradezu verzweifelt, die unerwünschten und gefährlichen Stromüberschüsse ins Ausland – und muss dafür oft sogar noch zuzahlen, damit sie überhaupt abgenommen werden. Die Nachbarländer beginnen, sich mit Drosselungsanlagen an der Grenze dagegen zur Wehr zu setzen. Der Job der ÜNB wird in jedem Monat schwieriger, denn die Regierung sorgt mit ihrer EEG-Subventionspolitik für eine stetige Erhöhung der wetterabhängigen Erzeugung von Wind- und Solarstrom, ohne auch nur eine kleine Möglichkeit zur Schaffung von bezahlbaren Speichern zu haben. Damit erhöht sie systematisch die Anzahl der schweren Netzstörungen – und das wird sich eines Tages bitter rächen.

Die ultimative Strafe für die andauernde Verletzung des 1. Kirchhoffschen Gesetzes ist der große Blackout, der ohne weiteres ein bis zwei Wochen andauern kann, weil das Wiederhochfahren eines großen Stromnetzes eine extrem schwierige Angelegenheit ist.

Der Solarstrom. Der liebe Gott hat nun einmal unser Sonnensystem erfunden, in dem Planeten auf elliptischen Bahnen um das Zentralgestirn kreisen. Die Folge ist der Tag und leider auch die Nacht, in der Photovoltaik-Paneele keinen Strom liefern. Schlimmer noch: Die astronomischen Gesetze bescheren uns die Jahreszeiten – und da kommt General Winter ins Spiel: In dieser Jahreszeit steht die Sonne sehr tief, der Einstrahlwinkel ist ungünstig und die hellen Stunden des Tages sind deutlich weniger als im Sommer. Aufzeichnungen der Leistung aller Solarstromanlagen zeigen drastisch, wie gering der Beitrag dieser besonders teuren „erneuerbaren“ Stromquelle im Winter ist – ausgerechnet, wenn man gerade besonders viel Strom benötigt.
Wie konnten die Ministerialbeamten das vorhersehen ?

 

Kernkraftwerke. Bei der Nutzung der Kernkraft gibt es in Deutschland eine äußerst seltsame Entwicklung: Die gesamte Branche wird politisch zunächst geduldet und sogar mit Laufzeitgarantien versehen, dann aber nach einem Unfall in Japan wird die Kernkraftwirtschaft nur wenige Tage danach und ohne jegliche Prüfung der Ursachen von der Regierung zur Schließung verurteilt. Um die Unfallursachen geht es auch gar nicht, denn aus diesen würde man entnehmen müssen, dass sie auf Deutschland niemals zutreffen können. Man greift zur Manipulation, indem das positive Sicherheitsvotum der Reaktorsicherheitskommission ignoriert wird und eine Experten-freie sog. Ethik-Kommission zur Ablieferung einer Abschaltempfehlung                                                        eingesetzt wird. Es folgt der Abschaltbeschluss für einen Teil der Kernkraftwerke und ein Stilllegungsbeschluss für alle übrigen Anlagen. Die rasende Eile, mit der alles durchgezogen wird, dient der Vermeidung jeglicher Debatten.
Die Erklärung der politischen Beobachter ist: Die Bundeskanzlerin wollte diesen Vorfall als Chance nutzen, um der Partei der Grünen deren Dauer-Argument „Atomkraft beenden“ aus der Hand zu schlagen. Der damit angerichtete wirtschaftliche Schaden interessierte offensichtlich weder sie noch sonst jemand.
Die Medien agierten als Verbündete Merkels. Im Gegensatz zu der Berichterstattung im Ausland ignorierten die deutschen Medien die schrecklichen Unfallzahlen durch den Tsunami und stellten es so dar, als ob vor allem das Reaktorunglück für die Toten verantwortlich war. Dabei gab es jedoch keine Toten.
Fukushima und das, was daraufhin in Deutschland (und nur in Deutschland) geschah, stellte eine dramatische Kehrtwendung in der Energiepolitik dar. Man opferte gezielt einen beträchtlichen Teil der Kraftwerkswirtschaft, der für die Grundversorgung – mit Grundlaststrom – benötigt wurde. Und vor allem hatte man für diesen Wegfall keinerlei Ersatz – außer eigene Kohlekraftwerke und Stromimporte aus dem Ausland, die pikanterweise nicht nur ebenfalls aus Kohlestrom bestehen, sondern auch aus Kernkraftstrom. Man nimmt das dankbar hin, weil man sonst gar nichts erhält.

Wer Geothermiekraftwerke bauen will, sollte sich eigentlich vorher überlegen, ob es nicht ungleich sinnvoller ist, die aus dem Untergrund kommende Niedertemperaturwärme zu Heizzwecken zu nutzen. Gerade im kühlen Norden ist der Bedarf an Heizwärme viel größer als der an Strom – und die Temperatur der Thermalquellen ist für diese Anwendung brauchbar. Aber wenn man aus völlig unverständlichen und anscheinend ideologischen Gründen immer nur Strom haben will, egal, ob sich die jeweilige „erneuerbare“ Energiequelle überhaupt dafür eignet und auch egal, was dann die Kilowattstunde kostet, dann hat man die deutsche Situation. Und man sieht sich der Thermodynamik gegenüber und im Falle der Stromerzeugung dem Carnotschen Kreisprozess, der den theoretischen erreichbaren Grenzwert des Wirkungsgrades für eine ideale, regenerative Wärmekraftmaschine definiert. Er hängt allein von den beiden Betriebstemperaturen ab: Von der Eingangstemperatur des Thermalwassers, die wohl kaum über 130 oC übersteigt und der Ausgangstemperatur des Kühlwassers – bestenfalls also 15 -20 oC. Das gibt nach Carnot einen theoretischen Wert von 30 %. Der Wert für eine reale, nicht reversible Anlage dürfte bei 18 % liegen. (Ein Kohlekraftwerk mit einer Frischdampftemperatur von 540 oC und einer Kühlwassertemperatur von 15 OC hat einen Carnot-Wirkungsgrad von 65 %; tatsächlich aber 38 %.)
Der Rest ist etwas Mathematik: Bei 18 % an Wirkungsgrad erzeugt ein Geothermiekraftwerk bei hohen Kapitalkosten recht wenig Strom – der dann entsprechend teurer ist.
Das gleiche Elend wie bei dem Solarstrom: Hohe Kosten, wenig Strom – und der ist bei der Photovoltaik auch noch Wetter- und Tageslicht-abhängig. Man kennt die Rechnung, die zwar nicht die Sonne schickt, wohl aber die Chinesen. Bei der Geothermie bezahlt man die Kapitalkosten und den hohen Wartungsaufwand.

Das Carnotsche Gesetz verurteilt auch Aufwindkraftwerke zum Dasein als nutzlose Investitionsruinen, denn sie bestehen aus einem mehrere hundert Meter hohen Kamin, in dem am Boden durch die Sonne erhitzte Luft aufsteigt, was von einer im Kamin steckenden Windturbine zur Stromerzeugung genutzt wird. Weil die System-Eingangstemperatur der Warmluft am Boden noch geringer als die des Thermalwassers bei der Geothermie ist und die Verluste der Windturbine noch dazu kommen, ist die Stromausbeute mehr als kläglich. Dennoch steht so eine Anlage (wenn sie noch steht) in Spanien; vor Jahren mit deutschem Steuergeld bezahlt. Die Physik war auch schon früher der Feind deutscher Bundesregierungen.

Stromspeicher. Von Anfang an kritisierten Fachleute, dass der ganzen Energiewende ein entscheidendes Schlüsselelement im System fehlt: Ausreichende Speicher für die Überbrückung von langen Flauteperioden, in denen die gesamte installierte Windkraft buchstäblich nichts liefert, als ob sie überhaupt nicht existiert. Gas- und Kohlekraftwerke und auch die Kernkraftwerke müssen dann den gesamten Strombedarf des Landes liefern, weil es die großen Speicher nicht gibt. Das Peinliche daran: Es kann sie auch gar nicht geben, wie man auf dem bekannten Bierdeckel leicht ausrechnen kann. Um eine zweiwöchige Flaute ohne die konventionellen Kraftwerke und nur mit gespeichertem Strom zu überbrücken, braucht man mehrere tausend riesige Pumpspeicherwerke wie das im thüringischen Goldisthal. Und das ist vollkommen irreal. Nicht einmal ein Prozent davon wäre in Deutschland realisierbar: Es fehlen geeignete Standorte, die Kosten wären exorbitant . aber vor allem sind die Bürger nicht mehr bereit, Naturlandschaften wegen der Fehlplanungen der inkompetenten Erfinder der Energiewende zu opfern – siehe das aufgegebene Projekt an der Rur und die Bürgerinitiativen in Bayern.

Dieser für die ganze Energiewende tödliche Systemfehler kann man der Unkenntnis der politischen Planer über die Fakten der Stromversorgung zurechnen; insofern ist es in der Tat die völlige Unkenntnis einfachster physikalischer Tatsachen. Aber es besteht der Verdacht, dass es der ideologischen Planergruppe völlig gleichgültig war, ob es überhaupt funktioniert. Viel wichtiger scheint gewesen zu sein, einen Zerstörungskrieg gegen die konventionelle Kraftwerkswirtschaft zu beginnen, an dessen Ende „irgendwie“ etwas Alternatives stehen könnte. Aber Hauptsache, das bisherige System ist erst einmal kaputt. Dass die Regierung auf diesem Wege immer weiter geht, liegt offenbar an der Angst vor der Blamage, wenn man das Scheitern der Energiewende-Politik eingestehen müsste.

Nun gibt es ein Ersatzprojekt: Elektrochemische Speicher. Also Batterien. Bereits zu Beginn der Automobile gab es den elektrischen Antrieb und seit über 120 Jahren forscht und entwickelt man an Batterien. Der inzwischen erreichte Stand dieser Technik ist bekannt. Die Automobilindustrie hat sich sehr bald von dieser Technik verabschiedet, weil das Antriebssystem Verbrennungsmotor und ein flüssiger Treibstoff in einem gerade einmal 100 l großen Tank alle Anforderungen an Reichweite, Kosten, Langlebigkeit, Sicherheit, Heizung des Fahrzeugs im Winter und auch Sauberkeit der Emissionen erfüllt. Für Letzteres ist die Technik gleichfalls sowohl für Diesel als auch Benziner entwickelt; sie auch einzusetzen, wird nach den unverständlichen Software-Tricksereien bei Dieselfahrzeugen keine Frage mehr sein.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen, die PKW mit elektrischem Antrieb zu einem die Kunden überzeugenden Angebot zu machen, war es in den letzten Jahren dazu still geworden. Die Batterien waren Schuld. Auch nach 120 Jahren ihrer Entwicklung gelang es nicht, ihr Gewicht, ihr Speichervermögen, ihre Kosten, ihre Lebensdauer und teilweise auch ihre sichere Verwendung derart zu verbessern, dass die damit ausgerüsteten PKW besser als die konventionell angetriebenen Vorgänger sind. Das hätte einigen Leuten zu denken geben müssen. Oder man hätte die Fachleute der physikalischen Chemie fragen können, woran es denn liegt und ob überhaupt irgendein überraschender Durchbruch mit der Überwindung aller Nachteile in Aussicht – oder überhaupt noch möglich – ist.
Man erhält dann recht pessimistische Aussagen, die beschreiben, welche Materialkombinationen überhaupt noch in Frage kämen und welche der hinsichtlich ihrer herausgehobenen Werte bezüglich der Spannungsreihe interessanten Typen derart gefährlich sind, dass eine Anwendung nicht in Frage kommt.
Man stößt somit auf eine grundsätzliche Frage: Befindet man sich mit dem was man heute hat, bereits dicht an der Grenze, die von der Physik bestimmt wird ?

Bei der Photovoltaik sieht es schon länger so aus: Fortschritte erzielt man nur noch in der Optimierung der Fertigungsprozesse. Also teure Fortschritte im Prozentbereich, aber die von Politikern gerne beschworene Hoffnung auf den großen Durchbruch: Aussichtslos.

Auch das Argument, die sog. Elektromobilität diene dem Umweltschutz, greift nicht mehr, seit moderne, besonders sparsame Dieselantriebe mit ihren neuen Abgasreinigungs-Verfahren weniger Emissionen verursachen, als die Stromerzeugung, die noch lange auf Kohle- und Gaskraftwerken beruhen muss.
Was vom Umweltschutz durch Elektrofahrzeuge bleibt, ist nur die Verlagerung der Emissionen, nicht ihre Vermeidung. Davon hat die Umwelt nichts. Eine weitere teure Aktivität der Regierung, die den angeblich angestrebten Zielen in keiner Weise dient. Das gilt auch für die übrigen Themenfelder der gesamten Energiewende.

Windkraftanlagen. In grauer Vorzeit hatte man als Energiequellen nur Wasser- und Windmühlen sowie von Zugtieren angetriebene Göpelwerke. In diesem Trio waren die Wassermühlen – von ihren jahreszeitlichen Schwankungen abgesehen –unschlagbar. Die Windmühlen hingegen litten damals wie heute unter einem für ihre Nutzung schwerwiegenden Nachteil, woran die unverändert geltende Physik Schuld ist: Ihr Leistungsvermögen hängt von der 3. Potenz der Windgeschwindigkeit ab.
Dieses von der Aerodynamik festgelegte extrem nichtlineare Verhalten führt zu einem gravierenden prinzipiellen Nachteil der Windstromerzeugung: Ihre extremen Leistungsschwankungen bei auch nur geringen Änderungen der Windstärke.
Ein Beispiel: Eine Anlage hat bei einer Windgeschwindigkeit von 14 m/sec (7 BFT) eine Leistung von 4000 kW. Bei der halben Windstärke (7 m/sec = 4 BFT) leistet sie um den Faktor 0,5 x 0,5 x 0,5= 0,125 – also nur noch 12.5% von 4000kW = 500 kW. Sinkt die Windgeschwindigkeit abermals auf die Hälfte (also 3,5 m/sec = 3 BFT, was immer noch eine leichte Brise darstellt), gibt es theoretisch nur noch 1,6% = 64 kW. Praktisch steht die Windmühle bei dieser Windstärke aber still.
Dieses Verhalten zeigen sämtliche Windräder, weshalb ihre Stromerzeugungskurve eine Abfolge wilder Schwankungen ist, die sehr oft auf Null einbrechen. Weil das Wettergeschehen ganz Europa großräumig betrifft, verhalten sich alle zigtausende europäischer Anlagen gleich. Sie können sich nicht gegenseitig ausgleichen; nur ihre Schwankungen gemeinsam verstärken. Es gibt in einem Industrieland keine Stromverbraucher, die mit einer solchen chaotischen „Versorgung“ klar kommen. Und Speicher, die diese Schwankungen ausgleichen, gibt es nicht und kann es auch nicht geben. (s.o.). Wegen dieser Totalausfälle, die bei kräftigen Hochdruckgebieten auch 2 oder mehr Wochen andauern können, bewertet die Elektrizitätswirtschaft den Beitrag der gesamten Windkraft für die Versorgungssicherheit mit „Null“.

Dass diese Netzstörung – denn nur darum handelt es sich – nun mit neuen, teuren Höchstspannungstrassen von Nord- nach Süddeutschland geleitet werden soll, ist ein schlechter Witz. Denn keine Fabrik, kein Krankenhaus, kein Privatkunde kann das im Süden gebrauchen. Kein einziges konventionelles Kraftwerk kann deshalb abgeschaltet werden – notfalls müssen ausländische Kohle- und Kernkraftwerke einspringen. Eine Abnahme der Emissionen findet daher auch durch einen noch so riesigen Ausbau der Windkraft nicht statt. Stattdessen gibt es enormen Flächenverbrauch, Zerstörung von Wäldern, Tötung von Greifvögeln und Fledermäusen sowie gesundheitliche Schädigung der Menschen durch Lärm und Infraschall.
Die Windanlagen-Subventionierung stellt den größten und verhängnisvollsten Schaden dar, den die Regierung dem Land zufügt.
Biogas aus „Energiepflanzen“. Die Verwendung von Biomasse als Energielieferant ist so alt wie die Menschheit. Sowohl als Nahrung wie auch als Brennmaterial. Auf die Idee, Pflanzen als Energiequelle für PKW-Antriebe zu nutzen, kam man vor etlichen Jahren in Brasilien, wo in riesigem Maßstab Zuckerrohr zur Verarbeitung zu einem Benzinersatz angebaut wurde. Trotz der ungleich besseren Voraussetzungen, die dieses Land im Gegensatz zu Deutschland für ein solches Verfahren bietet, blieb Bioalkohol als Pflicht-Zusatz für Benzin immer ein Subventionsgrab. Ob dessen Energiebilanz jemals positiv sein kann, ist eine offene Frage. Riesige Flächen sind zu bewirtschaften, zu düngen, zu bewässern und schließlich abzuernten – und die folgenden Verarbeitungsprozesse produzieren weitere Energieverluste.
Logisch, dass nach diesem Großexperiment und dessen fragwürdigen Resultaten keine anderen Länder diesem Beispiel folgten.
Bis die deutsche Regierung beschloss, auch dieses selbst in Brasilien nur durch staatlichen Zwang weiter existierende Verfahren in einem kleinen, kühlen Land wie Deutschland mit Milliarden-Subventionen zu etablieren. Das Ergebnis: Gewaltige ehemalige Agrarflächen werden für den Anbau von Silomais und Raps genutzt – hinzu kommt noch der Einsatz von Weizen, mit dem in den Biogasanlagen ein höherer Ertrag an Gas erreicht wird. Typisch auch für diese „erneuerbare“ Energiegewinnung ist die damit verbundene Umweltzerstörung:
– Das Düngen der großen Flächen führt zu sehr großen Austrägen an Düngemitteln in das Grundwasser. Dessen Nitratbelastung ist ein ernstes und schon länger kritisiertes Problem. Kürzlich übte auch die EU daran Kritik.
– Für den Artenschutz sind diese Monokulturen eine Katastrophe. Von den Insekten bis zu den Vögeln bedeutet der Anbau der Energiepflanzen den Wegfall ihres Lebensraumes.

Der einzige Vorteil dieses Verfahrens ist dessen zeitliche Anpassungsfähigkeit der Stromerzeugung an den Bedarf – eine Eigenschaft, die für jede Stromerzeugung unverzichtbar ist, die aber den größten, wetterabhängigen Subventions-Abgründen Windkraft und Photovoltaik fehlt.
Dafür gehört die Biogasproduktion zu den teuersten Methoden der Stromerzeugung. Und natürlich muss auch dieses Verfahren am Ende Strom liefern; koste das auch was es wolle. Die rätselhafte Zielsetzung der Energiewende-Erfinder allein auf die Stromerzeugung – trotz des viel größeren Bedarfs an Heizenergie – ist der Grund. Nachdem der Schaden in größtem Maßstab in Deutschland angerichtet wurde, gibt es jetzt eine Beschränkung des weiteren Ausbaus.

Zusätzlich zu dem Anbau der Energiepflanzen gibt es nach wie vor den massiven Import von Palmöl, das sich dann im abermals gesetzlich vorgeschriebenen „Bio-Benzin“ an der Tankstelle wiederfindet. Schon lange wird das Ende dieser Importe gefordert, weil für den Anbau von Ölpalmen z.B. in Indonesien Wälder gerodet werden.
Angeblicher Umweltschutz mit der Folge realer Umweltzerstörung: Das ist das durchgängige Ziel der Energiewende.

Die Unbrauchbarkeit der Energiepflanzen-Nutzung zur Erzeugung von Energieträgern ist wiederum eine Folge der Naturgesetze. Die Pflanzenarten, die es in der Evolution bis in die Gegenwart geschafft haben, sind in sämtlichen Aspekten von der Natur optimiert worden. Ihre genetischen Prozessbefehle bestimmen, wie viel der eingestrahlten Sonnenenergie – ihre einzige Energiequelle – in das weitere Wachstum der Pflanze investiert wird. Für die Vermehrung der Pflanzen steht weitaus weniger energiehaltiges Material zur Verfügung, weil das offenbar vollkommen ausreicht. Früchte und Samen werden dafür gebildet und sorgen – oft in Symbiose mit Tieren – für die Fortpflanzung. Das Ergebnis ist ein erstaunlich geringer „Wirkungsgrad“ der von der Sonne eingesammelten Energie in Bezug zum Energiegehalt der Früchte und Samen – bzw. zum Zuckergehalt in der Biomasse des Zuckerrohrs. Dieser Wirkungsgrad liegt in der Nähe von einem Prozent, woraus sich ein riesenhafter Flächenbedarf für die Energiepflanzen ergibt.

Es scheint, dass sich die Evolution nicht darum gekümmert hat, ob es ab dem Jahre 2000 n.Chr. eine Bundeskanzlerin Angela Merkel geben könnte, die ausgerechnet auf ihrem kleinen und kühlen Territorium mit Mais, Raps und Weizen Strom erzeugen möchte.
Offene Fragen

Diese Zusammenstellung eines ganzen Bündels von energiepolitischen Maßnahmen, die sämtlich sowohl den bekannten Stand der Wissenschaft und Technik ignorieren und auch keinerlei Rücksicht auf die Wirtschaftlichkeit nehmen, führt zu mehreren Grundsatzfragen.

– Wer sind die Leute, die diese Pläne ausgedacht haben – und was führten sie tatsächlich im Schilde? Dass mit diesem Maßnahmenbündel die Umwelt oder gar das Klima geschützt werden könnte, kann sich angesichts der offen zutage liegenden gravierenden Fehler und Defizite niemand ernsthaft vorgestellt haben.
Was also wurde tatsächlich beabsichtigt?

– Alle angeblich „erneuerbaren“ Energietechniken der Energiewende sind aus der Vergangenheit bekannt. Sie wurden von überlegenen neuen Techniken verdrängt, die weitaus weniger Nachteile hatten, die ihre Nutzung erschwerten.
Es war eine Erlösung, als die Dampfmaschine die Windkraft ablöste und sie zu einer Museumsattraktion machte. Die Nutzung der Solarwärme war vor allem in südlichen Ländern lange etabliert – aber die solare Stromerzeugung blieb eine kostspielige Nischentechnik für wenige Anwendungen. Der Anbau von Biomasse als Energieträger (Gas und Treibstoff) ist selbst für große, klimatisch begünstigte Flächenländer wie Brasilien unrentabel und auch alles andere als umweltfreundlich. Für kleinere, in kälteren Zonen liegende Länder wie Deutschland der reine Unfug.
Mit der massiven Zwangsförderung von längst zu Recht aufgegebenen Alt-Techniken will die Regierung einem Industrieland ein auch nur in einem einzigen Punkt besseres Energieversorgungssystem bescheren?

– Was hat die Regierung also veranlasst, derartige Pläne in Gesetzen festzuschreiben – das EEG ist nur eins davon – und weshalb erfolgte davor keine gründliche fachliche Diskussion, zu der die Regierung alle Möglichkeiten hatte? Der schlichte Glaube an den unschwer erkennbaren konzentrierten Unsinn konnte es nicht gewesen sein.
Was also war das Motiv der Regierung?

– Der Regierung arbeiten große Ministerien zu, die ihrerseits über hochrangig besetzte Sachverständigenkreise und externe professionelle Beratungsunternehmen verfügen. Wenn es von dort Warnungen gab: Weshalb wurden sie nicht beachtet? Und wenn es keine gab, was nur schwer vorstellbar ist, stellt sich die Frage: Was ist in diesen Ministerien los? Gibt es dort nur noch fachfremde, keine Erfahrung in der Wirtschaft aufweisende Parteibuchbesitzer?
– Was ist mit dem Parlament los? Weshalb wurden die neuen Gesetze und Verordnungen nicht eingehend in den dafür zuständigen Ausschüssen diskutiert und geprüft?

– Wo blieb anschließend die parlamentarische Debatte? Und weshalb schwieg die Opposition?

Die pauschale Antwort auf alle diese Fragen könnte in der Abwandlung eines bekannten Satzes liegen: „Etwas ist faul im Staate Deutschland“.





Feinde der Mensch­heit

Von wo und wie können sie das Geld hernehmen, um immer wieder ins Krankenhaus zu gehen, jedes Mal wenn ein Familienmitglied an Malaria erkrankt, wenn sie auch Nahrung, Kleidung und so viele andere Dinge brauchen – oder wenn Malaria sie so hinfällig macht, dass sie Wochen oder sogar Monate lang nicht arbeiten können? Viele Eltern können tatsächlich nichts anderes tun als zuzusehen, wie ihre geliebten Kinder in Agonie sterben und ihnen dann ein einfaches Begräbnis geben.

Viel zu viele Menschen sterben jedes Jahr an Malaria in Afrika, die große Mehrheit davon Frauen und Kinder. Viel zu viele sterben an Lungen- und Herzkrankheiten, weil wir keinen Strom, Erdgas, sauberes Wasser oder moderne Wohnungen und Krankenhäuser haben.

Malaria schwächt außerdem viele Menschen so sehr, dass sie an anderen Krankheiten sterben, von denen man in Europa und den USA fast nie etwas hört, wie etwa chronische Dysenterie (Ruhr). Es raubt den Menschen über Jahre ihre Stärke und hinterlässt sie mit ernsten Leber- und Nierenerkrankungen. Zerebrale [= das Gehirn betreffende] Malaria verursacht lebenslang Probleme beim Lernen und bzgl. des Gedächtnisses.

Alle diese Krankheiten bilden enorme Hindernisse für das ökonomische Wachstum Afrikas. Sie verschlingen unsere Budgets der Gesundheitsvorsorge und vertiefen unsere Armut. Die Kontrolle von Malaria und deren Behandlung kommen Afrika mit über 12 Milliarden Dollar pro Jahr zu stehen. Uganda allein gibt 11 Millionen Dollar pro Jahr für den Kampf gegen diese Krankheit aus. Die Krankheit beraubt die afrikanische Wirtschaft jedes Jahr um geschätzt 100 Milliarden Dollar.

Auch Indien und andere Länder leiden schwer unter Malaria. Die WHO sagt, dass Indiens Wirtschaft dadurch bis zu 2 Milliarden Dollar pro Jahr verloren gehen. Milliarden Gehälter gehen verloren, weil die Menschen sterben oder nicht zur Arbeit gehen können, oder die Produktivität der Menschen ist wegen Müdigkeit nur gering, und sie müssen sehr viel ausgeben für Bett-Netze, Insektizide, Käfer-Abwehrmittel, Arzneien, Behandlungen und Krankenhaus-Aufenthalte.

Extrem schlechte Straßen bedeuten, dass selbst wenn Medikamente nach Afrika geliefert werden, diese nur sehr wenige Menschen auch erreichen. Viele stehen in Geschäften herum, bis ihr Verfallsdatum überschritten ist, wonach sie auf dem Schwarzen Markt verkauft werden. Die Menschen kaufen sie – und sterben. In anderen Fällen nehmen sie Arzneien, bis sie sich besser fühlen und verkaufen dann den Rest. Dann kehrt eine noch tödlichere Malaria mit resistenteren Erregern nach Afrika zurück und macht alles noch viel schlimmer.

Und trotzdem geben grüne Campaigners auf der ganzen Welt Geld aus in dem Versuch, die Afrikaner am Verbrauch fossiler Treibstoffe zu hindern, und sie versuchen, uns kleine Solaröfen anzudrehen. Aber diese herzige Großzügigkeit tut nichts, aber auch gar nichts gegen die schrecklichen Realitäten, an denen die Menschen heute zugrunde gehen – Tag für Tag, Jahr für Jahr. Die Grünen machen sich ständig Sorgen, weil die Afrikaner Insektiziden ausgesetzt sind. Wir hingegen machen uns Sorgen, weil wir an Malaria sterben.

Wir brauchen keine Feinde der Menschheit. Was wir brauchen ist finanzielle und politische Unterstützung, um gegen Malaria, Lungenkrankheiten und Darm-Parasiten zu kämpfen. Wir brauchen sauberes Wasser und bezahlbaren, zuverlässigen Strom in unseren Dörfern und Städten. Wir brauchen moderne Krankenhäuser.

Wir brauchen Umweltaktivisten, die erkennen, wie unendlich wichtig fossile Treibstoffe und Wasserkraftwerke sind für einen vernünftigen, gesunden Lebensstandard, für Licht, Computer, das Internet, saubere Krankenhäuser, sauberes Wasser und alles Übrige, über das moderne Länder verfügen.

Wir brauchen das alles zuallererst zum Kampf gegen Malaria – was bedeutet, dass wir mehr als nur Insektennetze um unsere Betten brauchen. Wir brauchen Campaigner, die erkennen, dass wir die gleichen Rechte auf moderne Lebensstandards und moderne Technologien haben wie die Menschen in reichen, industrialisierten Ländern.

Malaria-Erreger mutieren fortwährend, was verfügbare Behandlungen weniger effektiv macht, und viele Arzneien sind Fake, so verpackt, dass sie aussehen wie das echte Original. Die Menschen geben dafür Geld aus, aber sie helfen in keiner Weise, und die Menschen sterben.

Die WHO sagt, dass über 3 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt immer noch das Risiko der Infektion mit Malaria haben. Im Jahre 2015 gab es 212 Millionen Fälle von Malaria, und 438.000 Menschen sind daran gestorben, die große Mehrheit davon in Afrika.

Viele dieser Krankheiten und Todesfälle könnten verhindert werden, falls jetzt sofort nur ein paar einfache Schritte unternommen werden würden, vor allem, indem man es Ländern gestattet und diese ermutigt, präventive Maßnahmen zu ergreifen, die funktionieren, wie DDT.

Viel zu viele Menschen haben nur sehr unregelmäßig Zugang zu medizinischer Versorgung. Andere haben niemals gelernt, wie man sich angemessen um sich selbst und um seine Kinder kümmern kann. Aber das fundamentalste Problem sind die Malaria tragenden Mücken, welche die Quelle unserer größten Geißel sind. Dabei gibt es eine lebensrettende und sofort verfügbare Lösung – DDT und andere Pestizide, welche die Mücken töten und sie von unseren Häusern fernhalten.

Meiner Ansicht nach gibt es einfach keinen Ersatz für DDT. Es ist das billigste, am längsten wirkende und effektivste Abwehrmittel gegen Mücken, das es heute gibt. Sprüht man es in geringer Menge auf die Hauswände, ein- oder zweimal pro Jahr, wehrt DDT Mücken aus dem gesamten Haus ab, tötet alle, die sich auf Hauswänden niederlassen, und verwirrt oder irritiert alle, die nicht sofort sterben oder abgewehrt werden, so dass deren Verlangen verloren geht, jemanden zu stechen.

Andere Pestizide, welche uns einige Aktivisten zu verwenden gestatten, sind längst nicht so geeignet, oder sie sind bis zu sechs mal teurer als DDT, oder sie müssen viel öfter versprüht werden. Jeder Dollar, der auf diese Weise verschwindet, ist verloren für die Versorgung mit Trinkwasser, Strom und lebensnotwendige Bedürfnisse.

DDT in Innenräumen zu versprühen ist verboten, weil es vermeintlich gefährlich für die Umwelt ist und in unserem Blut oder landwirtschaftlichen Produkten abgelagert werden könnte. Wir gebrauchen es sorgfältig, es ist weniger gefährlich als andere Pestizide, und selbst wenn man es entdeckt, heißt das noch lange nicht, dass es zu einem Risiko für jedermann wird. Niemand ist jemals daran gestorben, und es kann helfen, Malaria und andere Krankheiten zu verhindern, welche unser Leben ruinieren und uns töten.

Wo DDT in der entwickelten Welt angewendet wird, gehen die Fälle mit Malaria und Todesfälle oftmals um über 80% zurück. Wo es nicht angewendet wird, sterben die Menschen. Falls wir Malaria und andere, durch Insekten übertragene Krankheiten verhindern können, gäbe es nicht so viele kranke Menschen, die nicht zur Arbeit gehen können. Familien müssten ihre Ersparnisse nicht für Behandlungen ausgeben. Ärzte und Krankenschwestern wären nicht so überlastet und hätten Zeit und Ressourcen, um gegen andere Gesundheitsprobleme vorzugehen. So einfach ist das.

Aber zu viele Politiker und Aktivisten haben es unmöglich gemacht, diese Krankheit mittels Abtöten und Abwehren der Mücken zu verhindern. Sie sind fortwährend gegen die Anwendung von DDT und beharren darauf, dass Entwicklungsländer mit Insekten-Netzen, Larven fressenden Fischen und anderen Strategien aufwarten müssen, welche einfach ungeeignet sind.

Malaria ist in westlichen Ländern kein Killer mehr – weil sie DDT verwendeten, um diese Krankheit schon vor Jahrzehnten auszurotten. Das dürfte einer der Hauptgründe dafür sein, dass viele im Wohlstand lebende Westler Umweltprobleme ganz oben auf die Prioritätenliste setzen und den Afrikanern und anderen Drittweltländern diktieren, keine Pestizide anzuwenden wegen vermeintlicher Gesundheitsrisiken und Umweltschäden.

Malaria hat auch nichts mit globaler Erwärmung zu tun. Sie wütete Jahrhunderte lang in Nordeuropa und sogar in Sibirien. Dort lebt immer noch die gleiche Mücken-Spezies. Nur tragen sie eben keine Malaria-Erreger mehr und können folglich auch nicht die Menschen infizieren. Das wollen wir auch in Afrika so haben.

Amerikaner würden niemals akzeptieren, wenn man ihnen sagt, dass sie ihre Kinder nicht schützen dürfen – oder dass sie sich auf Insektennetze stützen oder weitere endlose Jahre warten auf die Behandlung mit neuen Medikamenten oder Zauber-Mücken, die keine Malaria übertragen können. Aber den Afrikanern wird immer wieder aufs neue eingetrichtert, dass wir uns mit genau diesen begrenzten Mitteln zufrieden geben sollen, während Eltern und Kinder krank werden und sterben. Das ist unmenschlich und imperialistisch.

Falls wohlhabende Nationen wirklich den Entwicklungsländern helfen wollen, sollten sie den Bau fossil betriebener Kraftwerke unterstützen, um zuverlässigen und bezahlbaren Strom zu erzeugen. Sie sollten DDT unterstützen als wichtigen Bestandteil zum Ausrotten dieses Serienkillers, damit Afrikaner arbeiten können, weniger für Malaria ausgeben müssen, mehr Geld zur Verfügung haben für andere gesundheits- und Familienbedürfnisse und sich so zu entwickeln, wie es bei den reichen Ländern der Fall ist.

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Steven Lyazi ist Student und Arbeiter in Kampala, Uganda. Er fungierte als Sonderassistent für den Direktor des Kongresses für Rassengleichheit in Uganda Cyril Boynes, bis Boynes im Januar 2015 starb. Er plant, das College zu absolvieren und seinem Land sowie ganz Afrika dabei zu helfen, die Energie und andere moderne Technologien zu bekommen, die sie brauchen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/07/27/enemies-of-humanity/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Latif und Rahmstorf oder wie Satire als (vermeint­liche) Wissen­schaft verpackt wird, Teil 1

Endlich hat Gott die Schar der Klimaforscher erhört – zumindest scheint es so – und ihnen ein Naturschauspiel geliefert, dass sie endlich wieder auf die Titelseiten der Weltpresse bringt und noch viel wichtiger, weitere Steuermillionen, von denen sich weiter gut leben, ähh, natürlich gut forschen lässt. Von elementarer Wichtigkeit für die Schar der Klimaforscher, haben sie doch nichts rechtes gelernt. Nichts gelernt, was der Gesellschaft oder unserem oder einem anderen Land irgendwie von Nutzen wäre. Denn, wie kann die Forschung nach einem Mittelwert, denn nichts anderes ist Klima, der statistische Mittelwert des Wetters, für eine Gesellschaft von Nutzen sein? Aber der Autor möchte nicht zu hart ins Gericht gehen, hat unsinniges Forschen im Abendland doch eine lange Tradition.

Hatten sich nicht im Mittelalter Heerscharen von Gelehrten mit einer ähnlich gelagerten Frage beschäftigt: Wie viele Engel auf einer Nadelspitze Platz haben? Auch eine statistische (Unsinns)Frage. Und heute wie damals, hat sie zahllose Forscher mit „Brot“ versorgt. Was kann es da wundern, wenn Herr Latif als einer der Ersten, nach „Brot“ ruft und die Glaubensgemeinschaften von heute, in ein Hosianna einstimmen. Schreibt denn die Bild „Der Südpol zerbricht“. Donnerwetter, ein ganzer Kontinent fällt auseinander. Seit den Sauriern hat es das nicht gegeben. Welch Schrecken. Damals hieß der Kontinent Pangäa. Uns Menschen gab es zu jener Zeit noch nicht und erst Recht nicht die CO2-Hype. Ob vielleicht die Saurier damals am Auseinanderbrechen des Kontinents Pangäa schuld waren? Die dominanten Lebewesen von damals. Das wäre doch eine Schlagzeile für die Bild: „Kontinent zerbricht durch die Last der Saurier“. Schauen wir daher auf den heutigen Zerfallskandidaten Südpol und den Antrieb unserer hochgeschätzten Klimaforscher wie Herrn Latif, die all die Bürden nur für unser Gemeinwohl auf sich nehmen, Schlimmeres zu verhindern.

Bild schreibt weiter „Warnschuss für die Menschheit“. Natürlich, denken wieder nur an sich und was ist mit den armen Pinguinen? Den eigentlichen Bewohnern des Südpols!

Abb.2, Quelle: MIDAS Project, A. Luckman, Swansea University, zeigt oben das abgebrochene Stück auf der Halbinsel Peninsula in der Westantarktis und kleines Bild unten, den gesamten Südpol.

Wie? „Der Südpol zerbricht“! Dem Autor geht es jetzt wie unseren gallischen Helden (hier) (https://www.allmystery.de/dateien/65302,1298545918,ratlos.gif). Wie in dem Großausschnitt in Abb.2 zu erkennen, handelt es sich um ein (großes) Stück Eisberg des südpolaren Schelfeisgebietes vor der Halbinsel Peninsula (graublaue Fläche in Abb.2). Was schreibt da die Bild für einen Unsinn und Herr Latif gibt sich für diesen Unsinn auch noch her, da er in diesem Artikel mehrmals zu Wort kommt.

Eine weitere Größe unter den Klimaforschern hat, welch Orakel, alles vor Jahren bereits so kommen gesehen. Die Rede ist von Herrn Rahmstorf. Orakelte er doch in 2014 „Westantarktischer Eisschild hat seinen unaufhaltsamen Zerfall begonnen.“Welch ein verkanntes Genie. Nun haben wir den „Salat“. Angesichts der Abb.3 ist ein solches Orakel allerdings ungefähr so vorausschauend, wie die Vorhersage: „Am Südpol ist im Winter mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen.“

Abb.3, Quelle wie Abb.2, zeigt die verschiedenen Phasen des jetzt final stattgefundenen Eisabbruches. Bereits 2010, also 4 Jahre vor dem Orakel vom PIK-Potsdam war abzusehen, dass sich ein Stück des Schelfeisstückes von Larson C ablösen wird.

Schelfeis ist überhängendes Eis, welches mit dem Land verbunden ist und dessen aller Zukunft darin besteht, als freischwimmender Eisberg zu enden. Wie jetzt wieder. Ein ganz normaler Vorgang also.

Genau wie bei Gletschern, fließt auch das Eis / der Eispanzer des Südpols und zwar von seinen höchsten Punkten im Landesinnern, zu seinen Küsten hin. Es gibt kein statisches Eis. Der Eispanzer der Antarktis ist somit ständig in Bewegung. Das Eis fließt zu den Rändern des Eisschildes, also zu den Küsten. Abb.4 rechts zeigt anhand von Satellitenmessungen, die unterschiedliche Fließgeschwindigkeit und die Richtung des fließenden Eises (Quelle: https://www.indybay.org/newsitems/2012/09/28/18722545.php).

Abb.4 links zeigt schematisch die Ursachen des Eisflusses. Durch Niederschläge wird der Eisschild vergrößert. Durch das zusätzliche Gewicht und dem daraus resultierenden Druck, wird das Eis darunter verdichtet und erhält, wenn der Druckimpuls am Boden ankommt, einen seitlichen Impuls, der wegen der Topographie des Bodens und der Schwerkraft, seitlich zu den Küsten abfließt – das Eis fließt. Verliert das Eis den Grund, bricht es früher oder später. Abb.4 rechts zeigt die unterschiedliche Fließgeschwindigkeit des antarktischen Eisschildes. Zu den Küsten hin wird diese größer.

Weiter hat die Oxford University bereits in den 1990 herausgefunden, dass ab einer Mächtigkeit von ca. 3.000m die Eisdecke thermische Energie stauen kann. In der Folge kommt es zu einem basalem Auftauen – das Eis ist nicht mehr mit dem Grund verzahnt, fließt und bricht, Quelle: Oxford unsiversity press 1997. Das heißt nichts anderes: Je mächtiger die Eisdecke und damit umso dicker und stabiler, umso schneller fließt das Eis und umso vermehrt kommt es an den Küsten zu Eisabbrüchen. Also genau das Gegenteil von dem, was die Superforscher Latif und Rahmstorf verkünden. Das Eis wird tatsächlich mächtiger.

Im Laufe von Jahrtausenden muss es also zum Abbrechen ganzer Eisfelder kommen, da sich das Eis immer weiter ins Meer schiebt, den Grund (Boden) verliert und wegen seines zunehmenden Gewichtes instabil wird. Schelfeis ist ähnlich wie eine Hängebrücke, nur ohne Seile.

Wie Untersuchungen der British Antarctic Survey ergaben, hat sich insbesondere an den Küsten und besonders auf der antarktischen Halbinsel die Niederschlagsmenge (Schnee) stark erhöht und zwar um über 1 t/m2 pro Jahr (folgende Abbildung rechts). Leicht vorzustellen, welchen Einfluss dieses zusätzliche Gewicht auf die Stabilität der Schelfeisfelder ausübt.

Abb.5 links gibt einen Überblick über die Schelfeisflächen der Antarktis und deren Größe. In der Abbildung rechts ist deutlich erkennbar, dass die antarktische Halbinsel (“Peninsula“), dort, wo die spektakulären Eisabbrüche zu verzeichnen waren, die stärksten Schneefälle pro Jahr, mit der höchsten Gewichtszunahme erhielt. Quelle: British Antarctic Survey

Abb.6, Quelle: (https://www.iceagenow.com/Antarctic_Snowfall_Has_Doubled_Since_1850.htm) zeigt die deutlich gestiegenen Schneefälle auf der Halbinsel Peninsula, dort, wo es zu dem großen Eisabbruch kam, seit ca. 1870.

Abb.2 gibt einen Überblick über die Größe des Eisberges. In den Medien ist von einer Fläche von 6.000km2 zu lesen. In Die Welt gar von über 9.000km2. Bei einer Zunahme von 1t Eis/Schneemasse/Jahr und m2 laut British Antarctic Survey, macht dies seit dem Beginn des Ablösens in 2010 ein zusätzliches Gewicht von 50 bis 100 Millionen Tonnen!

Meine sehr geehrten Herren Latif und Co., haben Sie schon einmal etwas von Statik gehört? Statik ist ein Teilgebiet der angewandten Physik und wird dort angewendet, wo Brücken und Häuser gebaut werden, denn, wird sie missachtet, kommt sofort Newton ins Spiel und verlangt nach seinem Recht. Da kann man heil froh sein, dass die Herren Latif und Co. keine Brücken oder Häuser bauen. Bei ihrer Klimablödelei kommen wenigstens keine Personen zu schaden. Zumindest nicht direkt.

Schelfeis hängt kilometerweit über Wasser, wie eine Hängebrücke, nur eben ohne Seile. Haben die Herren Latif und Co. eine Vorstellung davon, was ein zusätzliches Gewicht von bis zu 100 Millionen Tonnen ausmacht? Da gibt es keine Säulen im Wasser, die das Eis abstützen. Die Säulen des Herakles gab es nur in der griechischen Mythologie und die waren darüber hinaus noch an ganz anderer Stelle. Mythen und Realitäten haben bekannter Weise wenig gemein. Meine HerrenLatif und Co., Sie sollten sich so langsam aus Ihren Mythenwelten verabschieden und in der realen Welt leben. Auch wenn dies womöglich mit etwas mehr Anstrengung verbunden ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Gewässer um die Halbinsel in den letzten Jahren erwärmt haben. Bei dem Eisfeld Larsen C handelt es sich, wie bereits geschildert, um schwimmendes Eis. Erwärmt sich das umgebende Wasser, so muss dies Auswirkungen auf die Eisfelder und deren Stabilität haben. Da sich die Messstationen in der Antarktis vorrangig in Küstennähe befinden, wird durch sie weitgehend die gesamte ausgewiesene antarktische Mitteltemperatur bestimmt.

Abb.7 zeigt den Sea Surface-Temperaturtrend von 1955 – 1998 nach den Angaben der POGO (Partnerchip forObservationoftheGlobalOceans). Insbesondere die Gewässer um die antarktische Halbinsel zeigen dabei eine im Vergleich deutliche Temperaturerhöhung. Inwieweit die Daten auf eine Erwärmung des Wassers vor Ort oder auf Meeresströmungen zurückzuführen sind, zeigt Abb.8.

Die Oberflächengewässer der antarktischen Halbinsel werden vorrangig durch die WSSP-Meeresströmung (Western Subtropical South Pacific), die warmes Wasser von der australischen Ostküste an der antarktischen Halbinsel vorbei in den Südatlantik transportiert (folgende Abbildung), bestimmt. Dieser Strom wird stark von der ENSO beeinflusst, die Schwingungscharakter aufweist und von natürlichen Ursachen (Sonne) bestimmt wird.

Abb.8 zeigt die Meeresströmungen im Südpazifik (Quelle: Prof. John Turner, “The ElNiño-Southern OscillationandAntarctica“, International Journal of Climatology, 2004) und dazu den ENSO-Index von 1950 – 2010, Quelle: (http://www.esrl.noaa.gov/psd/enso/enso.mei_index.html). Ab 1977 lässt sich eine Änderung der ENSO erkennen. Sie wechselt ins Positive. Damit ist erklärbar, warum vermehrt warmes Wasser an die Westantarktis gelangt (rot umrundet). Da die ENSO wie alle Ozeanoszillationen zyklisch ist, ist mit einem erneuten Wechsel zu rechnen.

Dass es sich bei den veränderten Meeresströmungen um wiederkehrende, wechselnde Ereignisse handelt, zeigt Abb.9.

Abb.9 links zeigt die Temperaturoberflächenanomalie für die antarktische Halbinsel (rot) und für die übrige Antarktis (grün, Quelle: http://www.appinsys.com/GlobalWarming/AntarcticWilkinsIceShelf.html) im Zeitraum von 1860 – 2009. Zum einen ist ersichtlich, dass das Gebiet um Peninsula eine deutlich höhere Temperaturschwankungsbreite aufweist, was auf die ENSO zurückzuführen ist und zum anderen, sind recht gut die beiden Zyklen zu erkennen, die im Betrachtungszeitraum liegen. Ab Mitte der 1940-Jahre begann der jetzige Zyklus.

Zwischenergebnis

  • Der Südpol ist nicht zerbrochen und befindet sich weiterhin dort, wo wir ihn erwarten. Auch wenn die Bild und mit Ihr Herr Latif Unsinn verbreiten.
  • Bei dem Eisabbruch handelt es sich um weit über Land, frei hängendes Eis, welches zum Meer hin fließt und sich damit immer weiter vom Land entfernt. Da ich hier hoffentlich mit den Herren Latif und Rahmstorf Übereinkunft erzielen kann und das Eis nicht beliebig bis zum Äquator fließt, muss es zwangsläufig abbrechen.
  • Seit dem sich abzeichnenden Abbruch in 2010 lastet ein zusätzliches Gewicht von 50 bis 100 Millionen Tonnen auf der schwimmenden Eisbrücke.
  • Das weit überhängende Eis wird seit Jahren von wärmerem Wasser unterflossen, was die Stabilität weiter schwächt. Das wärmere Wasser ist auf die WSSP zurück zu führen, die durch die ENSO bestimmt wird, zyklisch ist und auf natürliche Ursachen, die Sonne (dazu kommt der Autor noch) zurück zu führen ist.

Beweis

Abb.10 zeigt den Zusammenhang der Oberflächentemperatur im Südpazifik in Relation zum CTI (Eastern Equatorial Pacific Sea Surface TemperatureAnomalies „ColdTongue Index“). Der CTI deckt das Meeresgebiet ab, welches durch den ElNiño vorzugsweise betroffen ist (kleine Abbildung).

Die Zeitreihe zeigt deutlich den Zusammenhang zwischen Süd Pazifik SSTA und CTI, Quelle: (http://climatechange1.wordpress.com/2008/11/29/how-enso-rules-the-oceans/) und die Abbildung rechts das Gebiet des CTI, Quelle: (http://gcmd.nasa.gov/records/GCMD_JISAO_CTI_SST_PACIFIC.html).

Wie in Abb.10 unschwer zu erkennen, laufen beide Zeitreihen weitgehend synchron.Nun wollen wir uns den Zeitraum von heute genauer betrachten (Abb.11).

Abb.11, Quelle wie Abb.10, zeigt deutlich den Zusammenhang zwischen der Meerestemperatur im Südpazifik (blau) und der solaren Aktivität im bekanntesten Sonnenzyklus, dem 11-jährigen Schwabezyklus (rot). Zusätzlich ist seit ca. den 1930-Jahren eine insgesamt steigende Temperatur zu sehen, was auf den Haupt-Sonnenzyklus, den im Mittel 208-jährigen De Vries-Suess-Zyklus zurück zu führen ist, der zu Beginn dieses Jahrhunderts, sein Maximum erreichte.

Wie dargelegt, hängt die Meerestemperatur um die Südpol-Halbinsel, an dessen Küste es Anfang Juli zu dem großen Eisabbruch kam, letztendlich mit der ENSO zusammen. Abb.12 gibt eine Vorstellung, warum es gerade jetzt zu dem finalen Eisabbruch kam. Dass es unweigerlich dazu kommen muss, hat der Autor bereits dargelegt. Zur Erinnerung: Fließendes, frei schwebendes Eis vor den Küsten muss zwangsläufig abbrechen. Die Physik und Newton lassen gar kein anderes Szenario zu.

Abb. 12 zeigt einen wesentlichen Teil der ENSO, die El Niño 3.4 (bezieht sich auf ein entsprechendes Gebiet im Pazifik). Deutlich ist der starke El Niño vor ca. 1 ½ Jahren zu sehen, der den Eisabbruch sicherlich beschleunigte, Quelle NOAA aus (https://wattsupwiththat.com/reference-pages/climatic-phenomena-pages/enso/). und der ein reines natürliches Ereignis ist. Siehe hierzu z.B. die EIKE-Artikel des Autors zur Sonne und El Niño:

https://eike.institute/2012/04/02/welche-rolle-spielen-treibhausgase-teil-1/

https://eike.institute/author/leistenschneider-23/?print=print-search

https://eike.institute/author/leistenschneider-20/?print=print-search

https://eike.institute/2011/01/24/la-nina-und-el-nino-was-sich-dahinter-verbirgt-und-was-sie-wann-ausloest-die-sonne-ist-an-allem-schuld/

Teil 2 in Kürze

Raimund Leistenschneider – EIKE




G20 Klimafakten ohne Hysterie betrachtet Teil 4 (4)

Wer aufgepasst hat, merkt es am Text: Nicht die Hochwasser haben sich verstärkt, sondern Wetterlagen, welche solche Risiken bergen. Denn eines ist ganz klar: Gegenüber früheren Zeiten haben die Hochwasser deutlich abgenommen. Der Pegelverlauf des Main bei Würzburg und der des Rhein bei Köln zeigen es wohl am deutlichsten.

Bild 4-1 Hochwasserpegel Köln 1784 – 2013 lt. Daten der Stadtentwässerungsbetriebe Köln AöR (Grafik aus den Tabellendaten vom Autor erstellt). Y-Achse: Rheinpegel (m).

Bild 4-2 Hochwassermarken des Mains bei Würzburg seit dem Mittelalter bis 2013 (Grafik vom Autor anhand der Hochwassermarken-Angaben erstellt)

Bild 4-3 Elbe, Fließmengen. Wert der Flut 2002 von 4.700 m3 nach vom Autor nach den Angaben in der Studie ergänzt. Quelle: MUDELSEE ET AL.: EXTREME FLOODS IN CENTRAL EUROPE

Der Klimamonitoringbericht 2015 des UBA beschreibt die Hochwasserlage und Tendenz für Deutschland:
UBA: … Obwohl es im Betrachtungszeitraum mehrfach großflächige Hochwasserereignisse gegeben hat, ist kein signifikanter Trend abzulesen.

Bild 4-4 [3] UBA Klimainformation Hochwasser

Wieder Daten der MunichRe, die angeblich den schlimmen Klimawandel belegen (sollen). Wieder zeigen diese auch dazu keinen Beleg.

Bild 4-5 Anzahl der Flutereignisse Deutschland seit 1980. Quelle MuRE NatCat-Viewer

Bild 4-6 Anzahl relevanter klimatischer Ereignisse in Europa seit 1980. Quelle MuRE NatCat-Viewer

Weiteres dazu lässt sich in mehreren Artikeln nachlesen:
EIKE 01.07.2017: K. G. Eckardt versucht sich auf dem GRÜNEN Parteitag mit „Klimawandel“ und zeigt dabei:
EIKE 10.05.2017: Die Volkshochschule Hannover und ihre Ausstellung: Wir alle sind Zeugen – Menschen im Klimawandel

EIKE 21.11.2015: Die bayerische Umweltministerin Frau Scharf: Extremwetter, Extrem-Hochwasser und die Unberechenbarkeit des Wetters nehmen zu. Doch stimmt das wirklich?

Und dort, wo Jahrhundertjochwasser drauf steht, ist teils nur menschliches Versage drin:
EIKE 24.01.2017:
Jahrtausendhochwasser am 01.06.2016 in Simbach – so entstehen Menetekel des Klimawandels
EIKE 14.06.2017:
Fake News: Diesmal Pfingstunwetter um Hildesheim – neue Einschläge des Klimawandels?

Schwere Gewitter richten größere Schäden an

G20-Klimawandel-Faktenliste: [2] Schwere Gewitter richten größere Schäden an.
… Weltweit hat sich laut Daten des Versicherers Munich Re seit 1980 die Zahl schadensrelevanter Naturereignisse insgesamt etwa verdreifacht, in Deutschland nehmen vor allem die Risiken durch schwere Gewitter zu. Seit 1980 zeigt der Trend bei den Schadenssummen deutlich nach oben (die Daten sind „normalisiert“, das heißt, die Effekte der Inflation und zunehmender Vermögenswerte wurden berücksichtigt)

Bild 4-7 [2] Schwergewitterschäden in Deutschland

Anstelle von Daten nur Angaben aus einer Versicherungs-Datenbank

Man muss einmal ganz klar sagen: Eine Listung von Schwergewitterschäden seit 1980 aus einer Datenbank einer Versicherung sagt nichts über das Klima aus. Dass es trotzdem im G20-Faktenpapier alleine zu dem Thema erwähnt wird – und sonst nichts an weiteren Daten -, belegt, dass es keine negative Klimaaussage dazu gibt.
Es bedeutet: Die Schäden selbst können sehr wohl ansteigen, aber es liegt nicht am Klimawandel, sondern im Wesentlichen an der zunehmenden Bebauung und Versiegelung.
Das hätten die G20-Autoren natürlich auch schreiben können, wollten sie aber nicht. Deshalb vervollständigt es der Autor.

Gewitter in Deutschland

Bild 4-8 Niederschlag Deutschland seit 1881. Quelle: DWD Klimaatlas

Der DWD geht in seinem „Nationaler Klimareport Deutschland 2016“ direkt auf Tage mit hohen Niederschlägen ein und berichtet auch dazu nichts Negatives, weder für Deutschland, noch für die ganze Welt:
Report: … Wird die Anzahl der Tage von mindestens 10 mm Niederschlag ausgezählt, so werden bei gleichzeitig großen jährlichen Schwankungen im Mittel über ganz Deutschland 21 Tage beobachtet. Diese Zahl hat sich in den letzten 135 Jahren kaum verändert.
Für Niederschlagsmengen von
mehr als 20 mm pro Tag ist keine Änderung der Anzahl seit den 1950erJahren festzustellen.
Dem niederschlagsärmsten Winter mit 69 mm im Jahr 1890/91 steht der niederschlagsreichste Winter mit 304 mm im Jahr 1947/48 gegenüber. Normal sind 181 mm (Mittel 1961–1990).
Analysen der höchsten Tagesniederschläge je Jahr zeigen weltweit an vielen Stationen
minimale Anstiege der extremen Niederschlagssummen. Bei nur wenigen Stationen (< 10 %) sind diese Trends signifikant.

Eine Detailrecherche des CLI zu Extremniederschlägen fand auch nichts davon:
Climate Service Center, Daniela Jacob at al.: Ergebnisse und Auswertungen der Recherche zur Entwicklung von Extremwetterereignissen in Deutschland

Bild 4-9 Anzahl der Tage mit mindestens 30 mm Niederschlag pro Jahr: Es gibt keinen langfristigen Trend; die Anzahl der Tage bleibt konstant.

Und wieder weist auch die so gerne angezogene Datenbank der Münchner Rückversicherung keinen negativen Klimawandeleinfluss aus.
Es gibt starke Schwankungen, aber keine erkennbare Zunahme solcher Ereignisse. Im Datenbank-Viewer der MuRe kann man die Daten nur noch bis 1980 zurück sehen. Zufällig hat der Autor noch eine Kopie vor dieser Umstellung ab 1970. Damit ergänzt, verschwindet jeglicher auch nur denkbare – negative – Klimawandeleinfluss mindestens für den Zeitraum ab 1970 völlig.

Bild 4-10 Daten der Münchner Rückversicherungsgesellschaft zu hydrologischen und meteorologischen Ereignissen in Deutschland seit 1970. Vom Autor aus zwei Zeitspannen des NatCat-Viewer zusammengesetzt.

Bild 4-11 Jährlicher Schadenaufwand Deutschland Sturm, Hagel, Elementarereignisse von 1970 – 2015. Quelle: GDV Serviceteil zum Naturgefahrenreport 2016

Von einer stetigen Zunahme ihrer Ausgaben durch irgend einen Klimawandel sehen die Versicherer in Deutschland nichts, aber aufgrund der Werbung vom DWD und unseren Medien bestimmt viel mehr Versicherte.

Wollte man Deutschlands Bürger wirklich vor Gefahren bewahren, müsste man die Hauswasserzuleitungen abschalten und verbieten. Das Leitungswasser in den Gebäuden ist nämlich eine wachsende und die wirklich wesentliche Schadensquelle. Und diese ließe sich bestimmt sicherer und billiger lösen als Sturm, Hagel und Elementarereignisse durch CO2-Minderung.

Bild 4-12 Schaden nach Gefahren. Dunkelgrau: Leitungswasser, Hellgrau: Feuer. Quelle: GDV Serviceteil zum Naturgefahrenreport 2016

Entgegen den Angaben in der G20-Faktenliste musste der IPCC im letzten Sachstandsbericht zugeben, dass die Alarmmeldungen der früheren Berichte zu Extremereignissen nicht belegbar sind und zurückgenommen werden mussten.
Die vollständige Listung darüber lässt sich in einer Übersetzung als Anlage im folgenden Artikel nachlesen:
EIKE 25.11.2016:
Das heißeste Jahr, aber die niedrigste Tornadorate – obwohl nach der Theorie beides gleichzeitig höher werden muss
Trotzdem werden sie von „Klimawissenschaftlern“ regelmäßig wiederholt.

Der Meeresspiegel an den deutschen Küsten steigt

G20-Klimawandel-Faktenliste: [2] Der Meeresspiegel an den deutschen Küsten steigt.
… In Nord-und Ostsee wurde eine Zunahme um 10 bis 20 Zentimeter über die vergangenen hundert Jahre gemessen – eine Folge ist, dass die Sturmfluten höher ausfallen. Pro Jahr steigt der Meeresspiegel an der deutschen Nordseeküste um 1,6 bis 1,8 Millimeter.

Fast nichts ist klimanormaler, als die deutsche Nordseeküste

Man könnte meinen, die Verfasser des G20-„Faktenpapiers“ wollten auch testen, wie weit man die Politiker (und sonstige Leser) desinformieren kann, bevor Protest laut wird. Vor kurzem wurden zur Nordseeküste kleine Rezensionen gebracht:
EIKE 01.06.2017: [24] Der Meerespegel steigt drei Mal so stark an – ohne dass sich an dessen Verlauf etwas verändert hat
EIKE 14.05.2017: Land unter im Norden ab 2050 – oder: Pünktlich zur Tagung des UN-Klimasekretariats in Bonn steigt der (simulierte) Meeresspiegel verstärkt
Darin ließ sich zeigen, dass alle unnatürlichen Veränderungen an der deutschen Nordseeküste ausschließlich in Simulationen geschehen, die wahre (Nord-)See davon aber keinerlei Notiz nimmt.
Die wirklichen Klimaereignisse an der Nordsee geschahen im Mittelalter während der angeblich „idealen“ Klimazeit, als wesentliche Teile der Küstenlinie und deren Bewohner in mehreren heute unvorstellbaren Sturmflutereignissen in den Fluten versanken.

Natürlich steigt die Nordsee an, nur eben natürlich. Wie das aussieht, zeigt das folgende Bild.

Bild 4-13 Meerespegelverlauf an der südlichen Nordsee in den letzten 7500 Jahren. Quelle: Behre (2004)

Dieser natürliche Anstieg müsste sich nun beschleunigen, um einen AGW-Klimawandeleinfluss zu zeigen – und genau das macht er gerade nicht.

Bild 4-14 [24] Jahreszeitliche Langzeit-Pegelverläufe Cuxhaven

Normal geblieben ist auch vieles, was aus der höheren Temperatur angeblich „sicher“ schlimmer werden soll. Nur als Beispiel die Sturmaktivitäten an der Ostsee. In einem Vortrag von H. von Storch sieht man es als kleine Grafik: Seit 1820 hat sich die Sturmaktivität bei Stockholm nicht negativ verändert. Eine Kernaussage des Vortrags lautet: „Bisher Sturmfluten nur durch Meeresspiegelanstieg höher“, also überhaupt nichts von dem, was Klimawandelhysteriker behaupten.

Bild 4-15 Quelle: Vortrag Nordseesturmfluten im Klimawandel, Hans von Storch at al.

Land-und Forstwirtschaft spüren bereits deutlich Folgen des Klimawandels

G20-Klimawandel-Faktenliste: [2] Land-und Forstwirtschaft spüren bereits deutlich Folgen des Klimawandels.
Im Vergleich zu den 1970er Jahren blühen heute Apfelbäume rund 20 Tage früher – doch weil es so früh im Jahr nachts häufig noch sehr kalt wird, haben Obstbauern häufiger schwere Frostschäden zu beklagen (wie es etwa im Frühjahr 2017 der Fall war). Der Klimawandel verändert die Wuchsbedingungen für zahlreiche Baumarten schneller, als diese sich in neue Regionen ausbreiten können. Trockenstress durch weniger Sommerniederschläge, die beschleunigte Entwicklung von Schadinsekten und die zunehmende Gefahr von Waldbränden bedrohen die Forstwirtschaft.
In Baden-Württemberg zum Beispiel könnten Studien zufolge die für den Fichtenanbau geeigneten Flächen im Laufe dieses Jahrhunderts um 93 Prozent abnehmen
.

Die Landwirtschaft spürt weltweit schon lange die extrem positiven Folgen des etwas wärmer gewordenen Klimas

So hätte man die Kapitelüberschrift in der G20-Faktenliste richtig texten müssen. Die landwirtschaftlichen Erträge sind dank des sich stetig wandelnden Klimas zum Glück explodiert. Auch dazu gibt es EIKE-Artikel mit detaillierten Informationen.
EIKE 26.11.2016: Forscher des Weltklimarates IPCC rechnen, dass die globale Erwärmung 10 bis 50 % der jährlichen Ernte bedroht – Was steckt dahinter?
EIKE 30.06.2015: Ernteerträge und Klimawandel

Bild 4-16 Ertragsentwicklung von Winterweizen und Sommergerste in Deutschland von 1800 bis 2007. Quelle: schweizerbauer.ch, 6.08.2014, Ruth Floeder-Bühler: Ackerbau, Flächenmanagement professionalisieren

Bild 4-17 Flächenertragsentwicklung wichtiger Getreidesorten nach Regionen innerhalb eines halben Jahrhunderts

Obstertrag

Früchte, welche ausgerechnet während Spätfostzeiten blühen, hatten es schon immer schwer. Man kann das in alten Filmen sehen, wo um 1950 die Weinbauern in Franken ihre Weinfelder verzweifelt versuchen mit Feuern vor dem Schlimmsten Frost zu bewahren. Das Problem ist nämlich keinesfalls neu, sondern schon immer latent.
Auch die Südtiroler Obstbauern haben das Problem, nur: Die schützen sich durch Spritzen von klarem Wasser davor.

Aber unabhängig davon: Die statistischen Ertragsdaten zeigen, dass es nicht schlimmer geworden sein kann, denn dann müssten die Erträge zurückgegen und nicht wie es tatsächlich ist, zunehmen.

Bild 4-18 Erträge von Obstsorten in Deutschland seit 2005. Quelle: Statistisches Bundesamt Fachserie 3 Reihe 3.2.1 Land- und Forstwirtschaft, Fischerei Wachstum und Ernte – Baumobst 2016

Nach der G20-Faktenliste soll es wieder weniger Sommerniederschlag geben. Dabei heißt es doch immer, mehr Wärme = mehr Niederschlag. Zum Glück gibt es Daten und die zeigen, dass es weder weniger, noch mehr gibt, sondern der Sommerniederschlag seit 1881 unter „Abarbeitung“ natürlicher Schwankungen vollkommen gleich geblieben ist.

Bild 4-19 Deutschland Niederschlag Sommer. Quelle DWD Klimaatlas

Der Klimawandel … bedroht die Forstwirtschaft

Man weiß nicht, schreiben es die „Fachpersonen“ von den Grünen ab, oder ist es umgekehrt? Jedenfalls hat es mit der Forstwirklichkeit nichts zu tun. Dem deutschen Wald geht es jedenfalls blendend, wie die mit viel Aufwand durchgeführten Zustandserhebungen immer neu zeigen. Nur beim Interpretieren der Daten zeigen Umweltminister, welche ihre Notwendigkeit beweisen wollen, ab und zu (ihre) Probleme.
Sicher nicht zufällig heißt es auch: „bedrohen“ die Forstwirtschaft. Das mag sein. Alles ist irgendwie bedroht, und wenn es nur durch das unvermeidbare Ableben ist. Es äußert sich aber nicht in einem schlechter werdenden Waldzustand, wie zwei Sichtungen von Waldzustandsberichten eindeutig zeigen.
EIKE 22.12.2016: Der Wald muss wegen der Ideologie weiter leiden: Macht DIE LINKE den Wald in Thüringen kaputt und gar nicht der Klimawandel?
EIKE 05.08.2015: Nicht ewig leiden die Wälder– Wie der deutsche Wald innerhalb von drei Monaten genesen ist
Es mag aber sein, dass der Wald, beziehungsweise die Fichten in Baden-Württemberg etwas Besonderes sind und sich nicht nach dem deutschen Durchschnitt orientieren. Dazu kann man sich im württembergischen Waldschadensbericht 2016 [26] die folgenden Bilder ansehen und erkennt:
– Die Gesamtschäden nehmen nicht zu,
– den Fichten geht es mindestens seit 1993 mit Schwankungen immer gleich, vielleicht sogar besser;
– den Kiefern geht es besser,
– den Tannen geht es wesentlich besser.

Bild 4-20 [26] Waldschadensbericht 2016 Württemberg. Anzahl abgestorbener Bäume

Bild 4-21 [26] Waldschadensbericht 2016 Württemberg. Mittlerer Nadelverlust Fichten

Bild 4-22 [26] Waldschadensbericht 2016 Württemberg. Mittlerer Nadelverlust Kiefern

Bild 4-23 [26] Waldschadensbericht 2016 Württemberg. Mittlerer Nadelverlust Tannen

Deutscher Urwald bestand aus Laubbäumen und nicht aus der für Deutschland standortgrenzwertigen Fichte

Christian Kölling, Lothar Zimmermann und Herbert Borchert: Fichte im Klimawandel – Von der „Kleinen Eiszeit“ zur „Großen Heißzeit“ – LWF-aktuell 69 Die Erfolgsgeschichte des Fichtenanbaus

Die im 18. Jahrhundert beginnende Ausbreitung der Fichte und die Ausweitung ihres Anbaugebietes sind in zahlreichen forstgeschichtlichen Arbeiten (z. B. Mantel 1929; Schmidt-Vogt 1987; Mantel 1990; Beck 2003) dokumentiert. In einer ersten Welle geschah die Ausbreitung subspontan, d. h. vom Menschen nicht bewusst, sondern nur indirekt gefördert im Zuge der Veränderungen der Waldbehandlung. In einer Zeit vermehrter Übernutzung war es hell geworden in den deutschen Wäldern, die Böden lagen bloß und devastiert da. Diese Faktoren waren eine Vorbedingung für das Vordringen der Fichte in die ursprünglich fast reinen Laubwaldgebiete. Eine andere Vorbedingung stellte das kühle Klima der »Kleinen Eiszeit« dar, das das Gedeihen einer an kühlen Klimate (borealer Nadelwald, Hochgebirge) angepassten Baumart fördert.
Schon Rubner und Reinhold (1953) bringen das Vordringen der Fichte mit dem Temperaturrückgang in der »Kleinen Eiszeit« in Verbindung
… Die Fichte in der »Großen Heißzeit«: Im Zweifelsfall nein
… Nahezu einhellig sagen die Experten bis zum Ende des Jahrhunderts einen fortgesetzten Anstieg der globalen Mitteltemperatur um mindestens 1,5 °C, bezogen auf die Referenzperiode 1961–1990, vorher (IPCC 2007). Welche Auswirkungen dies auf den Fichtenanbau haben wird, geht wiederum aus Abbildung 3 hervor. Der gelbe Punkt stellt die nach dem Emissionsszenario B1 für das Gebiet Deutschlands mit einem statistischen regionalen Klimamodell errechneten Klimawerte für die Periode 2071 bis 2100 dar (Spekat et al. 2007). Würde sich die erwartete Temperaturerhöhung von 2 °C im Inneren der Klimahülle der Fichte abspielen (Kölling und Zimmermann 2007), hätte dies sicher keine großen Auswirkungen. Weil die klimatischen Bedingungen in Deutschland aber schon in der Gegenwart hinsichtlich der Klimaansprüche der Fichte grenzwertig sind, kann in vielen Gebieten Deutschlands eine Erhöhung um »nur« 2 °C die Anbaueignung deutlich beeinträchtigen. Jeder kann sich selbst ausmalen, welchen Einfluss ein weiterer, durchaus nicht unwahrscheinlicher Anstieg der Temperaturen über die 2 °C-Marke hinaus, wie ihn das pessimistische Emissionsszenario (SRES A2) eines anderen regionalen Klimamodells (REMO, Jacob et al. 2008) nahe legen, auf die Abnahme geeigneter Anbauflächen der Fichte in Deutschland haben wird (oranger Punkt in Abbildung 3).
Im Klimawandel erweist sich nun als nachteilig, dass man bis in die jüngste Vergangenheit beim Fichtenanbau oft an die Grenze des Vertretbaren gegangen ist. Daraus sollte die Lehre gezogen werden, bei keiner Baumart, auch nicht bei der Fichte, künftig die Standortstoleranz bis zum Äußersten zu beanspruchen. Es ist heute eine unverantwortliche Sorglosigkeit, bei Umtriebszeiten von mehr als 80 Jahren konstante Umweltbedingungen vorauszusetzen. Je näher man der Grenzlinie der Klimahülle kommt, desto eher »rutscht« man bereits bei kleinen, aber in die falsche Richtung verlaufenden Veränderungen aus der Hülle heraus.

Dass Fichten für Deutschland ungeeignet sind, wusste man schon 1924

Fichte im Klimawandel:
… Die Geschichte des Fichtenanbaus begann in der »Kleinen Eiszeit«. Im Laufe der ab 1900 einsetzenden Erwärmung offen-bart sich vielerorts schon im letzten Jahrhundert ein erhöhtes Anbaurisiko, das viele Autoren beschrieben und diskutierten (zuerst Rebel 1924).

Als es das heute „ersehnte“ Klima gab, war ein Heulen und Zähneklappern – und Migration aus Deutschland

Es ist wie beim Sozialismus. Zuerst wollen alle hinein und wenn sie drin sind, wieder hinaus. Nur hat nicht jedes Volk das Glück, dabei als Nachbar einen reichen, kapitalistischen Bruder zu haben, um in die vorher verdammten Segnungen zurückkehren zu können (dort aber als Partei weiter vom verlorenen Paradies schwärmen zu dürfen).

In der kleinen Zwischenkaltzeit vor der Industrialisierung klangen die Klimabericht ähnlich wie heute und auch damals führten sie zu einer Migrationswelle (von echten Klimaflüchtlingen) – von Deutschland nach Amerika:
[27] The observed century was in general characterized by the Little Ice Age Climate with three distinct cooling periods, causing major glacier advances in the alpine regions and quite a number of climatic extremes such as major floods, droughts and chilly winter times.

Als 1974 und auch 1922 die Welt dem Klimauntergang geweiht war

Der Mensch vergisst unbequemes gerne. Deshalb wieder die Berichte der allwissenden Klimaforscher, welche sich einst aufgrund kurzfristiger Wetterereignisse vollkommen sicher waren, dass die Eiszeit bevorsteht und die heute so verteufelte Wärme als Idealklima lobten.

Spiegel 12.08.1974: Katastrophe auf Raten
„Die extremen Wettersituationen“, erläuterte „Touropa“ -Sprecher Heinz Göckeritz, hätten in den letzten Jahren zugenommen. Alles in allem sei „halt das Wetter auch nicht mehr das, was es einmal war Eisberge wandern weiter südwärts … „
… Zu diesem Allerweltsurteil sind die professionellen Wetterbeobachter schon längst gekommen. Spätestens seit 1960 wächst bei den Meteorologen und Klimaforschern die Überzeugung, daß etwas faul ist im umfassenden System des Weltwetters: Das irdische Klima, glauben sie, sei im Begriff umzuschlagen — Symptome dafür entdeckten die Experten nicht nur in Europa, sondern inzwischen in fast allen Weltregionen. Am Anfang standen Meßdaten über eine fortschreitende Abkühlung des Nordatlantiks. Dort sank während der letzten 20 Jahre die Meerestemperatur von zwölf Grad Celsius im Jahresdurchschnitt auf 11,5 Grad. Seither wanderten die Eisberge weiter südwärts und wurden, etwa im Winter 1972/73, schon auf der Höhe von Lissabon gesichtet, mehr als 400 Kilometer weiter südlich als in den Wintern zuvor.
Zugleich wuchs auf der nördlichen Halbkugel die mit Gletschern und Packeis bedeckte Fläche um rund zwölf Prozent, am Polarkreis wurden die kältesten Wintertemperaturen seit 200 Jahren gemessen. In Großbritannien und Island wurden die Folgen des Kälte-Trends bereits spürbar. Auf Island ging die Heuernte um 25 Prozent zurück, auf der Britischen Insel schrumpfte die jährliche Wachstumsperiode der Pflanzen um etwa zwei Wochen.

Die sich in den letzten Jahren häufenden Meldungen über Naturkatastrophen und extreme Wetteränderungen in aller Welt glichen anfangs eher den Bruchstücken eines Puzzle-Spiels: Ein Orkan, der heftigste seit einem Jahrhundert, verwüstete im November 1972 weite Teile Niedersachsens. Im selben Jahr richtete im Osten der USA der Hurrikan „Agnes“ für mehr als drei Milliarden Dollar Schäden an; 122 Menschen kamen ums Leben. Es war das folgenschwerste Unwetter, das jemals in Nordamerika registriert worden war.
Ein Schneesturm ruinierte im August 1973 große Getreideanbaugebiete im Weizengürtel Kanadas. Und im November und Dezember letzten Jahres brandeten innerhalb von fünf Wochen sechs schwere Sturmfluten gegen die norddeutschen Küsten — die dichteste Sturmflut-Folge seit rund 50 Jahren.
Weit dramatischer kündigte sich unterdes der globale Klima-Umschwung in Südostasien, Afrika oder auf dem südamerikanischen Kontinent an. Sintflutartige Regenfälle überschwemmten in jüngster Zeit immer öfter Teile Japans oder Perus. In Argentinien, in Indien und Südafrika sanken im letzten Winter die Temperaturen auf Werte. wie sie seit Beginn der wissenschaftlichen Wetterbeobachtung vor etwa 300 Jahren noch nie registriert wurden.
Ungewöhnlich ergiebige Regengüsse — und im Winter Schneeschauer — gingen auch im Nahen Osten nieder, etwa im Libanon, in der Türkei und in Israel, aber auch in Italien und in manchen Regionen der USA: In San Francisco beispielsweise wurden in diesem Sommer schon die stärksten Niederschläge seit 125 Jahren gemessen.
Und während im Osten Afrikas und im Norden der USA die Wasserspiegel der großen Binnenseen stetig steigen, herrscht in den Ländern südlich der Sahara seit nunmehr sieben Jahren Dürre.

Änderungen im Magnetfeld der Erde.
Dort, in der sogenannten Sahelzone, verdorrte die Vegetation, sind die Brunnen versiegt, die Viehherden zugrunde gegangen und Millionen Einwohner vom Hungertod bedroht.
Mißernten, Hungersnot und Wassermangel gab es seit Ende der sechziger Jahre auch immer häufiger in anderen Regionen der Subtropen, in Mexiko, auf den Kapverdischen Inseln im Atlantik sowie im Norden Indiens und Pakistans, wo der Monsunregen neuerdings spärlicher fällt.

Was die Temperaturwerte und Niederschlagsangaben der Wetterwächter vielmehr in düsterem Licht erscheinen ließ, waren vor allem die Forschungsergebnisse jener Wissenschaftler, die den Gang der irdischen Klimageschichte ergründeten.
Sie haben in den letzten Jahrzehnten mit Hilfe wissenschaftlicher Detektiv-Methoden das Auf und Ab im Weltklima der Vergangenheit rekonstruiert. Sie untersuchten mit radioaktiven Meßmethoden die Veränderungen der Grönlandgletscher, sie analysierten Fossilien, Gesteinssedimente und die Jahresringe und schrieben danach die Klimageschichte des Planeten.
Denn mittelfristig, glauben sie, sei eine Verbesserung des Erdklimas kaum zu erhoffen. Die Chancen für eine rasche Rückkehr des günstigen Klimas etwa der dreißiger Jahre, so taxierte der US-Wetterforscher James McQuigg, stünden „bestenfalls eins zu 10 000“. Globale Kälteperioden, so errechnete auch der britische Klimatologe Hubert Lamb, dauerten normalerweise mindestens 40 Jahre; Jahrzehnte würden vergehen, bis der Atlantik, einmal abgekühlt, ·sich wieder erwärmt habe.
Manche Klimabeobachter sehen gar eine erdumspannende Naturkatastrophe heraufziehen. So hält der österreichische Wissenschaftsautor Peter Kaiser („Die Rückkehr der Gletscher“) die gegenwärtigen Wetterveränderungen für Vorzeichen, die auf einen kommenden Zusammenbruch des irdischen Magnetfelds hinweisen — auf einen „Polsprung“, bei dem die magnetischen Erdpole ihren derzeitigen geographischen Ort wechseln würden.

Wer einmal als Klimaskeptiker die Möglichkeit haben sollte, auf einer Klimaalarmveranstaltung vortragen zu dürfen, sollte diese Texte dort wiederholen und dann nach der Jahreszahl fragen.

Ergänzend könnte dann noch ein weiterer Text folgen:
Quelle: Alles Schall und Rauch: Bericht einer Polarexpedition aus Spitzbergen im Jahr 1922:
… Die Arktis scheint sich zu erwärmen. Berichte von Fischern, Robbenjägern und Forschern welche das Meer um Spitzbergen und den östlichen Teil der Arktis befahren, zeigen alle auf eine radikale Änderung der klimatischen Bedingungen und bis dato gänzlich unbekannten hohen Temperaturen in diesem Teil der Welt. Er wies daraufhin, das Wasser um Spitzbergen hatte sonst eine gleichbleibende Temperatur im Sommer von 3°C. Dieses Jahr wurden Temperaturen von bis zu 15°C gemessen und letzten Winter ist das Meer nicht mal an der Nordküste von Spitzbergen zugefroren.“
Viele Landschaften haben sich so verändert, sie sind nicht mehr erkennbar. Wo vorher grosse Eismassen sich befanden, sind jetzt oft Moränen, Ansammlungen von Erde und Steinen. An vielen Orten wo früher Gletscher weit ins Meer ragten, sind sie komplett verschwunden.
Die Temperaturveränderung, sagt Kapitän Ingebrigtsen, hat auch die Flora und Fauna in der Arktis verändert. Diesen Sommer suchte er nach Weissfisch in den Gewässern um Spitzbergen. Früher gab es grosse Schwärme davon. Dieses Jahr sah er keine, obwohl er alle seine alten Fischgründe absuchte.
Es gab wenige Robben in den Gewässern um Spitzbergen dieses Jahr und der Fang war weit unter dem Durchschnitt.

Der Schluss

Was bereits ganz am Anfang gesagt wurde, sei nun wiederholt. Dieses Konsortium von „Klimaintelligenz“ hat in seinem angeblichen Faktenpapier nicht eine Spur Wert darauf gelegt, neutral über Klimafakten zu berichten. Damit steht er nicht alleine, auch der Wissenschaftsdienst des Berliner Parlaments hat es nicht getan:
EIKE 19.08.2016: Vom Wissenschaftlichen Dienst veröffentlichte Klimainformation für Abgeordnete Rezension: Teil 2

Bleibt den Untertanen nur die Frage: Warum akzeptiert die „Führungsmannschaft unseres Staates“ – die vielen angeblichen Volksvertreter – so einen Zustand und sorgt nicht dafür, vernünftig informiert zu werden? Ist nicht informiert sein im Merkelparlament inzwischen Bedingung? Die erschütternde Darstellung mancher Minister*innen lässt es glauben:
EIKE 20.07.2017: Randalen von Atomfrontkämpfern werden von Frau Hendricks ausdrücklich als „Freunde des Staates und der Gesellschaft“ gelobt
Anmerkung: Es geht um die auf Kindergartenniveau liegende Darstellung ihrer Reise nach Tschernobyl und zur Kernkraft vor dem Parlament (Bundestags-Video).

Nun ist es bei Weitem nicht so, dass es immer eindeutige Daten gäbe. Verblüffend oft sind die Daten lückenhaft, ungenau und widersprüchlich. Und genau darauf will der Autor hinweisen: Die angebliche Sicherheit der AGW-Klimawandelaussagen besteht nicht entfernt. Mit dem, was dann übrig bleibt, lässt sich die extrem teure und folgenreiche CO2-Minderungstrategie jedoch niemals rechtfertigen. Dieses sprichwörtlich verpulverte Geld kann für wirkliche Probleme sinnvoller ausgegeben werden.

Es besteht jedoch keinerlei Einsicht, es vielleicht besser zu machen

Wenn man erfahren will, wie konsequent der Untertan von der „Klimaintelligenz“ desinformiert wird, braucht nur regelmäßig beim (Des)Informationsportal der Berliner Politik-Beraterin für Klima und Energie, C. Kemfert vorbei zu schauen. Es gibt wirklich keinen Unsinn, der – sofern klimaalarmistisch – nicht sofort gebracht und bejubelt wird.

Kürzlich wurde vom Autor auf EIKE eine Studie aus Schweden (bewusst) auf die Schippe genommen:
EIKE 18.07.2017: Die wirksamste Bekämpfung des Klimawandels ist der Verzicht auf Kinder
… Es gibt Studien, da ist man schon froh, dass sie nicht aus Deutschland stammen. Das hilft nicht viel, aber es entlastet wenigstens davon, Deutschland wäre mit seinem PIK und dem Predigersohn Latif der einzige Dauerlieferant für Klimaalarm-Schwachsinn.
Es entlastet natürlich nicht davon, dass es unseren Medien beim Publizieren vollkommen egal ist, woher der Schwachsinn stammt und die Deutsche Presseagentur, über die solche meistens „geschleift“ werden, diesen regelmäßig juristisch reinwäscht*.

Klimaretter hat nun ebenfalls über diese Studie informiert:
Klimaretter.Info, 22. Juli 2017: Schulbücher informieren falsch
Von Benjamin von Brackel In Schulbüchern und Regierungspapieren fehlen ausgerechnet die effektivsten Möglichkeiten, um die eigenen CO2-Emissionen zu senken: Weniger fliegen, weniger Fleisch essen, aufs Auto verzichten. Stattdessen werden Maßnahmen empfohlen, die gar nicht viel bringen.
Welche Veränderungen im täglichen Leben helfen dem Klima wirklich? Das haben sich wohl die meisten schon mal gefragt. Das Problem: Die Antworten darauf führen einen häufig in die Irre. Zu dem Schluss ist Kimberly Nicholas gekommen.

So können sich Bewertungen unterscheiden:
-Der Autor ist froh, dass dieser Schwachsinn mal nicht aus Deutschland kommt,
-die Beraterin unserer Berliner Politiker „informiert“, wie wegweisend diese Studie ist und dass die Ergebnisse unbedingt in unsere Schulbücher einfließen müssen.

Es reicht nicht, dass die Berliner Politikmannschafft schon hoffnungslos klimahysterisch verdummt und als Duckmäuser vor ihrer allwissenden Führerin entlarvt ist:
EIKE 04.10.2016: Klimavertrag von Paris im Bundestag erreicht 100 % Zustimmung. Die DDR Volkskammer lässt grüßen
es wird konsequent bei den Kindern weiter gemacht. Die kommende Ökodiktatur unterscheidet sich nicht von anderen.

Quellen

[1] EIKE: Der dürregebeutelte Sahel wird grün – ein schlimmes Anzeichen des Klimawandels

[2] Klimawandel – eine Faktenliste zum Stand der Forschung Pressekonferenz in Hamburg 6. Juli 2017

[3] Johannes Gutenberg University, 55099 Mainz, Jan Esper at al, 8 JULY 2012: Orbital forcing of tree-ring data

[4] Universität Giessen, 9. Juli 2012: Klima in Nord-Europa während der letzten 2.000 Jahre rekonstruiert: Abkühlungstrend erstmalig präzise berechnet

[5] EIKE, 10. Juli 2017: Brandaktuelle Studie: Temperatur-Adjustierungen machen „fast die gesamte Erwärmung“ in den Klimadaten der Regierung aus

[6] EIKE, 20. Februar 2017: [6] Weitere Daten-Manipulationen seitens NOAA, NASA, HadCRUT … Vergangenheit kälter, Gegenwart wärmer gemacht

[7] Dr. James P. Wallace at al., June 2017: On the Validity of NOAA, NASA and Hadley CRU Global Average Surface Temperature Data & The Validity of EPA’s CO2 Endangerment Finding Abridged Research Report

[8] WUWT, Christopher Monckton of Brenchley, July 7, 2017: How They airbrushed out the Inconvenient Pause

[9] EIKE 11.05.2016: Die Problematik der Temperaturrekonstruktion Eine beispielhafte Sichtung dazu anhand des Projektes PAGES 2k

[10] EIKE 07.01.2017: Drei-Königs Sternsinger Aktion 2017 gegen Klimawandel-Auswirkungen in Kenia: Seit 5000 Jahren besteht dort ein ununterbrochener Trend zum heutigen Klima, doch seit Kurzem ist der Westen daran schuld

[11] EIKE 30.07.2016: Weltweiter Temperaturrekord gemessen?

[12] EIKE 28.07.2015: 5. Juli 2015, der bisher heißeste Tag Deutschlands?

[13] EIKE 24.09.2016: Die heißeste Temperatur Deutschlands war nur ein Wärmeinseleffekt: Ein Klimaprofessor plaudert aus seinem „Nähkästchen für Temperatur“

[14] EIKE 17.07.2016: Wie man den Meerespegel-Verlauf in die richtige Richtung dreht Aus dem Lehrbuch für (Klima-) Statistikbetrug

[15] EIKE 25.12.2016: Man sollte schon langsam an die nächste Eiszeit denken, denn wenn die neuesten Hypothesen sich als falsch erweisen, kann sie schnell da sein

[16] EIKE, 8. Juli 2014 Klaus-eckart Puls: Säkularer und Aktueller Meeres-Anstieg: Pegel (1.6 mm/Jahr) oder SAT-Altimeter (3.2 mm/Jahr) – WAS ist richtig ?

[17] EIKE 14.12.2015: Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 3 Die Marshall-Inselgruppe – (kein) Beispiel für einen Untergang

[18] EIKE 26.11.2015: Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 2

[19] RMIT University, Bundoora, VIC, Australia. A. Parker, 23/Jul/2014: Problems and reliability of the satellite altimeter based Global Mean Sea Level computation

[20] EIKE 07.04.2016: Der Verlauf des Meeresspiegels im Holozän und seit 2.000 Jahren

[21] EIKE, 26. Dezember 2014: Schummeleien überall: Jetzt zur Versauerung der Ozeane

[22] ScienceScepticalBlog, 22. Oktober 2014: Versauerung” der Meere: Reale Bedrohung, oder nicht mehr als Panikmache?

[23] Vinje, T. 2001. Anomalies and Trends of Sea-Ice Extent and Atmospheric Circulation in the Nordic Seas during the period 1864-1998. Journal of Climate, February 2001, 255-267.

[24] EIKE 01.06.2017: Der Meerespegel steigt drei Mal so stark an – ohne dass sich an dessen Verlauf etwas verändert hat

[25] ScienceScepticalBlog 2012: Was nicht passt wird passend gemacht – ESA korrigiert Daten zum Meeresspiegel

[26] Forst BW Waldzustandsbericht 2016 für Baden-Württemberg

[27] kaltesonne, 18. Juli 2017: Der Bauer und sein Klima: Film ist jetzt im Internet verfügbar

[28] WUWT, David Middleton, July 20, 2017: More Fun With Sea Level

[29] Uba Juli 2015: Klimawandel könnte künftig mehr Hitzetote fordern. Hitzewellen erhöhen das Sterblichkeitsrisiko von Herzkranken um bis zu 15 Prozent. Das ergab eine Studie des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für das Umweltbundesamt (UBA). WEB: http://www.dwd.de/klimawandel

[30] NoTricksZone, 2017 / July / 20, Kenneth Richard: Scientists Find At Least 75% Of The Earth Has Not Warmed In Recent Decades




Der Visionär E. Musk (Tesla) rettet Südost­australien für 32 Sekunden vor dem Blackout

Klimaretter.Info, 15. Juli 2017: [2] Teslas Riesenbatterie: Topp, die Wette gilt
Tesla-Chef Elon Musk ist nun offiziell eine Wette mit Südaustralien eingegangen: In 100 Tagen will er dort die weltgrößte Batterie aufbauen – dauert es länger, kriegt der australische Bundesstaat den millionenschweren Stromspeicher geschenkt.
… Jetzt will er für die südaustralische Regierung die weltgrößte Batterie mit einer Kapazität von 129 Megawattstunden bauen – in 100 Tagen.

Australien ist inzwischen ein „Vorzeigestaat“ für die katastrophalen Auswirkungen eines EEG-Ausbaus

Anlass war ein vorhergegangener, großflächiger Stromausfall in Südost-Australien währen einer Hitzewelle.
Klimaretter.Info: [2] … Australien, speziell Südaustralien, litt unter großflächigen Stromausfällen, weil die Klimaanlagen des Landes durch den besonders heißen australischen Sommer stark hochgefahren waren und das Stromnetz überlasteten. Rund 90.000 Haushalte saßen im Dunkeln, die Industrie durfte nur noch eingeschränkt arbeiten.
Inzwischen dort nicht mehr unbekannt, nachdem der deutsche Exportschlager EEG übernommen wurde:

EIKE: Australien: Offener Brief auf Ihre Übersicht über die Sicherheit des Nationalen Strommarktes
EIKE: Australien ist mit der Energiewende schon weiter- Stromausfälle über Stromausfälle
EIKE:
Großer Blackout in Südaustralien nicht verhindert – weil letztes Kohlekraftwerk zuvor abgeschaltet worden war.

Auch in Australien sucht „die Politik“ nicht nach den Ursachen, sondern verschlimmbessert ihre bisherigen Fehler

Da Fachpersonen der Energieversorgung ganz offensichtlich keine neuen Ideen haben, sondern nur immer ihren goldenen, stabilen und billigen Versorgungszeiten nachtrauern und deshalb seit der Ausrufung des EEG-Zeitalters konsequent ignoriert werden, müssen Visionäre her. Am besten solche, welche gelernt haben, wie sich beim WorldWideWeb und Computern die Geschwindigkeiten problemlos steigern lassen und der Strom genau genommen, wie „brain-energie“ doch auch nur aus dem WEB herausfließt und sich damit genau so beliebig beschleunigen und lenken lässt:
[6] … Die Technik für die nächste Stufe der dezentralen Energiewende ist da: Neue Smartphone-Anwendungen machen den „Strom von nebenan“ möglich.
Und wer wäre da besser geeignet als der Tesla „Erfinder“, der neben seinen erfolgreich gehypten Autos (welche trotz massivster Subventionierungen keine Gewinne erwirtschaften) inzwischen auch Akkuspeicher produziert.
Klimaretter.Info: [2]… Die Welt der zukunftsträchtigen Technologien hat einen Rockstar: Elon Musk, besonders bekannt für seine E-Auto-Firma Tesla. Ständig macht er mit Visionen Schlagzeilen. Mal will er ein Transportmittel schaffen, mit dem alle mit Schallgeschwindigkeit durch Vakuum-Röhren fahren können, dann wieder die Menschheit mit künstlicher Intelligenz retten und die Sonnenenergie-Revolution anleiern.

Erfolg ist, wenn etwas das früher immer stabil war, heute für Minutenbruchteile gewährleistet werden kann

Wenn man die „Erfolgsmeldung“ dieses von der ganzen Welt (durch unsere Medien) hochgelobten Phantasten grob nachrechnet, sieht man, wie tief inzwischen das Niveau an technischer Bildung (nicht nur in Deutschland und bei Energieberater*innen samt ihren Redakteur*innen) gesunken ist:
-Die Spitzenlast beim Blackout betrug laut einer Zeitungsmeldung 14.700 MW [1] (Anm.: Deutschland benötigte letztes Jahr im Dezember in Spitzenzeiten etwas über 80.000 MW)
-der Tesla Akkuspeicher hat eine Kapazität von ca. 130 MWh
Damit kann dieser Akku die Spitzenlast für 0,0089 Stunden, also 32 Sekunden liefern, sofern er vorher ganz voll war, vollkommen verlustfrei arbeiten würde und die Energie in so kurzer Zeit abgeben könnte.

Batteriespeicher als Lösung …

Batteriespeicher sind die absolut teuerste Art, Strom zu speichern. Das weiß jeder leidlich Informierte*in, sofern er noch Dreisatzrechnen kann und dies nicht als verzichtbare, höhere Mathematik in der Schule bereits abwählte [3] [4]. Die Kosten sind so hoch, dass sie in Speicherkosten-Grafiken nicht dargestellt werden, weil sie “über der Decke” liegen und in seriösen Speicherstudien deshalb oft gar nicht mit betrachtet werden [5] [7].

Visionäre hält das jedoch nicht davon ab, genau solche Lösungen anzubieten. Denn Visionen dürfen nicht durch Kostenbetrachtungen angefeindet oder gestört werden. Zur Ehrenrettung muss man aber entwarnen: Früher vernichteten Visionäre auch mal ihr Volk, heute „beschränken“ sie sich auf deren Vermögen.
Leider muss man anmerken, dass in Deutschland Versorgervorstände den gleichen Visionen anhängen, wissend, dass wie bei den Krankenkassen, die Vorstände ihr Gehalt durch den Umsatz multiplizieren, die eigenen Kunden jedoch ohne die Möglichkeit irgend eines Ausweges immer die (zusätzlichen) Kosten zu tragen haben [8].

… und die Kosten explodieren

Die Kosten des Teil-Minutenspeichers liegen irgendwo zwischen den von E. Musk genannten 50-Millionen Dollar oder /eher erheblich mehr. Ein Tag Speichervolumen (für einen Teil Australiens) kostet dann ganz grob so ab 135,7 Milliarden US$ Investkosten aufwärts.
Nun müssen diese Akkus wie Pumpspeicher auch vorher geladen werden und sie dienen beim EEG auch der Kappung von über-Einspeisung. Ganz grob vereinfacht benötigt man deshalb mindestens das doppelte Speichervolumen, eher noch mehr. Dann kostet ein Tag „Energierettung“ schlappe 271 Milliarden US$ Minimal-Invest, welches zum Vorteil für die Lieferanten im Betrieb konsequent verschleißt und in wesentlichen Teilen regelmäßig durch Austausch erneuert werden muss.
Die Australier wird es freuen, solche Lösungen „geschenkt“ zu bekommen.

Prof. Quaschning von klimaretter löst es pragmatisch: lasst die Speicher doch erst einmal weg

Pragmatisch bedeutet beim EEG: Wenn ich für etwas keine Lösung habe, beachte ich es auch nicht.
Weil sich damit unglaublich Vieles ganz schnell und problemlos “lösen” lässt, ist es zu einem Leitbild moderner “Forscher und Erfinder” geworden.

Klimaretter sieht sich etwas als das Visionszentrum des EEG. Entsprechend sammeln sich dort selbsternannte Koryphäh*innen großer Lösungen. Und so hat sich dort auch ein Professor Quaschning aus Berlin “eingenistet”.
Dieser Professor ist felsenfest vom absoluten Unheil des CO2 überzeugt und betrachtet den in seinem wirklichen Fachgebiet Politik gescheiterten Al Gore als den großen Klima-Propheten, dem bedingungslos zu folgen ist:
Volker Quaschning, Buch Erneuerbare Energien und Klimaschutz: …
Dabei lässt sich das Klimaproblem nicht aussitzen. Von Jahr zu Jahr wird immer deutlicher erkennbar, dass der Klimawandel bereits eingesetzt hat. Die Prognosen der Klimaforscher sind verheerend. Gelingt es uns nicht, die Notbremse zu ziehen, werden die katastrophalen Folgen des Klimawandels unsere heutigen Vorstellungsgrenzen weit überschreiten. Die Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahr 2007 an den Klimapolitiker Al Gore und den Weltklimarat, die seit Jahren eindringlich vor den Klimafolgen warnen, sind eher ein Zeichen der Hilflosigkeit als einer nahenden Lösung des Problems ...
Als Folge ordnet er wirklich alles was er (energietechnisch) von sich gibt, der alleinigen Prämisse unter:
CO2 verhindern, koste es, was es wolle. Wenn überhaupt, erst danach (vielleicht, aber nicht zwingend) über den Sinn und Kosten nachdenken.

Sein Vorschlag an die Australier lautet: Weitermachen wie bisher. Was interessiert eine Stromversorgung, so lange „ihr“ noch böses CO2 emittiert:
Klimaretter.Info: [2] Quaschning sieht solche Großprojekte aber nicht als Bedingung für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren: „Es wird gern vorgeschoben, dass große Projekte wie der Netz- oder Speicherausbau erstmal fertig sein müssen, bevor die Energiewende losgehen kann“,kritisiert er…. Fragt man Quaschning, sind Netze und Speicher sogar der letzte Schritt. Der erste heiße Kohleausstieg – und der ist in Australien noch nicht weit fortgeschritten.

Klar, dass ein Mitherausgeber von Klimaretter und Geschäftsführer für Energiewirtschaft beim unabhängigen Ökostrom-Anbieter Lichtblick die Idee – allerdings wieder die ursprüngliche von E. Musk – ebenfalls vorbildlich findet. Man wird heute wohl nur noch Geschäftsführer, wenn Fach-Entscheidungen und Reden genau den vorgegebenen EEG-Neusprech-Regeln genügen und nicht durch Wissen beeinträchtigt werden könnten:
Klimaretter.Info, 23. Juli 2017, Gerd Lücking: Lichtblick: Motivierende Speicher, kostensenkende Ausschreibungen und eine ängstliche Energiepolitik
… Der Einsatz von Großbatterien stellt zur Vermeidung dieser Spitzen eine adäquate technische Lösung dar. So können Netze entlastet werden. Und der Zubau steuerbarer, hochflexibler fossiler Kraftwerke wird auch vermieden …

Hat E. Musk vielleicht ganz andere Beweggründe, als Australien zu „retten“?

In einem Blog fand sich eine (rein hypothetische und bestimmt vollkommen aus der Luft gegriffene) „Erklärung“ für E. Musks Spendierfreudigkeit: Tesla hat wohl so viele Akkuspeicher auf Lager, dass er sie irgendwie ohne Gesichtsverlust loswerden muss und dazu ein solches Termingeschäft risikolos eingehen kann.
Allerdings: Belege gibt es dafür nicht im Entferntesten.

Quellen

[1] STUFF, February 10 2017: Sydney braces for catastrophic record-breaking heatwave, … AEMO was forecasting NSW electricity demand to reach as high as 14,700 megawatts by Friday afternoon, beating the record demand of 14,600 MW set in February 2011.

[2] Klimaretter.Info, 15. Juli 2017: Teslas Riesenbatterie: Topp, die Wette gilt

[3] EIKE 18.06.2015: Elektro-Energiespeicherung, Notwendigkeit, Status und Kosten. Teil 3 (Abschluss)

[5] Studie Juli 2014: Erstellung eines Entwicklungskonzeptes Energiespeicher in Niedersachsen

[6] EIKE 13.05.2017: Wie dank SPD-Super Martins genialer Idee die Energiewende gerettet wird

[7] EIKE 18.05.2017: Rechnerisch lohnt sich die solare Eigenversorgung nicht – so lange unser Versorgungsnetz stabil ist. Doch das wird sich ja ändern

[8] EIKE 30.11.2016: Ökostrom verschieben zur Lösung der EEG-Blockade Ein lokaler Versorger ist innovativ und löst das Speicherproblem – Koste es was es wolle
EIKE 22.11.2016: Energieversorger helfen ihren Kunden gegen teuren EEG-Strom! Aktion lokaler Versorger in Bayern: Energiewende bezahlbar

EIKE 06.02.2016: Nachgefragt: Ein lokaler Versorger bricht die Macht der Stromgiganten