Meerespegel­anstieg: Europa kann nicht alle (vor Klima­wandel-Desinfor­mation) schützen T2 (2)

          An der Südküste von England: Medmerry hat den Kampf gegen das Meer aufgegeben

Klimaretter.Info: [1] … Gerade Menschen in dünn besiedelten und weniger geschützten Gegenden Europas müssen langfristig umgesiedelt werden. So wie in Medmerry am Ärmelkanal südwestlich von London, das seine ständig zerstörten Deiche aufgegeben und stattdessen dem Meerwasser inlandig 500 Hektar zum Überschwemmen überlassen hat.

Bild 27 Lage von Medmerry an der englischen Südküste bei Portsmouth

Eine ganz schauerliche Geschichte über den wütenden Klimawandel, die nun präsentiert wird. Was der Nordsee (angeblich) bevorsteht [2], ist in England schon raue Wirklichkeit geworden.
Stutzig macht, dass nicht einmal die Süddeutsche Zeitung bislang darüber berichtete (zumindest fand sich durch Googeln kein Eintrag). Eine solche, klimaalarmistische Steilvorlage würde sich die SZ aber niemals entgehen lassen. Es bleibt also nichts anderes übrig, als wieder selbst zu recherchieren.

Die Küsten Englands leiden seit historischen Zeiten an schlimmsten Überflutungen

Dass das Flutproblem an Englands Küsten nicht neu sein kann, war zu erwarten.

NERC Planet Earth, 22 April 2016: A long history of flooding in the UK
The UK coastline has been subject to terrible floods throughout history. Records suggest that coastal floods killed 100,000 people in the UK in 1099, with similar death tolls in 1421 and 1446. Up to 2,000 people drowned around the Bristol Channel in 1607, the greatest loss of life from a natural catastrophe in the UK in the last 500 years.
In 1703, a severe storm washed away the lowest street of houses in the village of Brighthelmstone (today’s Brighton). Daniel Defoe, the author of Robinson Crusoe, wrote an interesting account of the events in The Storm. He described the aftermath of the flood as „the very picture of desolation“ and wrote that „it looked as if an enemy had sacked“ the towns affected.
The worst natural disaster to affect the UK in modern times was the ‚Big Flood‘ of early 1953. 307 people were killed in South-east England and 24,000 fled their homes, while almost 2,000 lives were lost in the Netherlands and Belgium
.

Trotzdem werden selbst stark betroffene Küstenstreifen besiedelt

Dass aufgrund des Siedlungsdrucks darauf wenig Rücksicht genommen wird, ebenso:

[5] As a consequence of the rapid increase in population since the early 20th century, many towns expanded onto lower lands where protection from regular floods by the sea was provided by the construction and strengthening of sea defences. For example, settlements were firstly developed at Benfleet and Southendon-Sea, Essex and subsequently from the 1920s extended onto Canvey Island where ground altitude ranges from 0.5m to 1.9m below local mean high water of spring tides (MHWST) (Zong, 1993). In other areas, coastal lowlands were reclaimed and drained for agricultural production. Consequently, the ground level became lower due to peat wastage, de-watering and sediment consolidation.

A typical example is Morecambe in Lancashire which was only a village with 2500 residents before the 1850s. It expanded and by the early 1920s it had a population of over 23,000. The rising population was accommodated by housing development extending from higher ground (1.5m to 3.5m above local MHWST) to the surrounding areas of lower altitudes (0m to 1.5m above local MHWST) (Zong, 1993). After the severe flood in 1907, the first hard sea defence was constructed, and further strengthened in the late 1920s and early 1950s. Such a level of protection helped encourage more people to settle, and the population rose to over 40,000 in the 1980s. Despite the improvement of sea defences, the town was flooded in 1977, 1983 and 1990.

Die Fluthäufigkeit hat entgegen der Klimawandeltheorie jedoch eher abgenommen

Wie so oft (bei den schlimmen Klimawandel-Meldungen), ist entgegen den Verlautbarungen aber kein negativer Einfluss durch den „obligatorischen“ Klimawandel nachweisbar. Hier zeigt sich eher das Gegenteil: Die Fluthäufigkeit an Englands Küsten geht zurück.

Bild 28 [5] Frequencies of storm floods recorded from the three coastal sectors with details listed in Table 2. The trends are calculated using a 5-term filter

Leider sinkt die Südküste tektonisch ab, während Schottland aus dem Meer aufsteigt

Wichtige, andere Einflussgrößen werden unterschlagen. Der Süden von England versinkt im Meer. Abhängig von der Literaturquelle mit 1 … 3 mm / pa. Das ist mindestens so viel, wie der Meerespegel (natürlich) steigt. In Summe ergibt dies einen „übernatürlichen“ Anstieg, der alles in sich hat – nur keinen Klimawandel.

Bild 29 Quelle: Ann Bowen, John Pallister: Geography 360°

The Telegraph, 07 Oct 2009: England is sinking into the sea while Scotland is rising at such a rate it may counteract the effects of sea level rise due to climate change, according to a new geological map.

Houses of Parliament, POSTNOT Number 363 September 2010: … the south of the UK is sinking at a rate of approximately 1mm per year in comparison to global mean sea levels, whilst the north is rising at a rate of 1mm per year.

Pegeldaten geben keinen Anlass zu Klimaalarm

Wieder das zugehörige Pegelbild des so investigativen Portals Corrective.org. Dass keine gesicherten Daten vorlägen, kann der Autor nicht bestätigen. Verblüffend ist es allerdings schon, dass eine seit historischen Zeiten bestehende Seefahrernation und Technologieland so wenige, über einen längeren Zeitraum reichende Pegeldaten vorweisen kann (oder im WEB hinterlegt).

Bild 30 [1] Pegel Portsmout (direkt bei Medmerry). Quelle: Searise corretive.org

Wieder das gleiche Spiel: Zuerst den Chart in Monatsauflösung ansehen: Sofort sieht der Verlauf viel „freundlicher“ aus und mindestens seit 1970 ist kein „Klimawandel“ erkennbar.

Bild 31 Pegelverlauf Portsmouth in Monatsauflösung. Quelle: PSMSL Viewer

Bei den Pegelverläufen in der Umgebung „verschwindet“ der Anstieg dann vollständig.

Bild 32 Pegelverlauf Devonport, etwas weiter westlich an der Südküste nach Plymouth. Quelle: PSMSL Viewer

Bild 33 Pegelverlauf Cherbourg, gegenüber von Medmerry (und Portsmouth) in Frankreich. Quelle: PSMSL Viewer

NOAA listet leider nur eine Station ganz im Westen der englischen Südküste (Bild 27). Mit 1,76 mm / pa meldet diese seit 1915 einen natürlichen Anstieg und auch, dass keine Beschleunigung davon vorliegt.

Bild 34 Pegelverlauf Newlyn 1915 – 2010. Quelle: NOAA Tides and Currents

Fazit

Die Sichtung der Pegelverläufe liefert keinen Grund, dass Medmerry exemplarisch langfristig umgesiedelt werden müsste. Und die Sturmsituation kann es auch nicht sein.
Doch was ist es dann?

Die EU zwang England zu Renaturierungsmaßnahmen, Medmerry wurde dazu außersehen

Liest man sich durch die Informationen, ergibt sich eine überraschende Wendung. Entgegen den Angaben im Artikel:
Klimaretter.Info: [1] … Gerade Menschen in dünn besiedelten und weniger geschützten Gegenden Europas müssen langfristig umgesiedelt werden. So wie in Medmerry am Ärmelkanal südwestlich von London, das seine ständig zerstörten Deiche aufgegeben und stattdessen dem Meerwasser inlandig 500 Hektar zum Überschwemmen überlassen hat.
-Wurden die Deiche nicht „aufgegeben“ und an eine „Umsiedlung“ wird schon überhaupt nicht gedacht.

Nein: Die EU fordert(e) von England Renaturierungsmaßnahmen von ehemaligem Marschland aufgrund der Küstenbebauungen. Und bei Medmerry hat man eine solche – mit dem dortigen, ehemaligen Marschland – durchgeführt.
[4] In Südost-England gingen 90 % der tidebeeinflussten Küstenmarschen bzw. Salzwiesen verloren
… Südost-England hat in der Vergangenheit viele Naturgebiete an seiner Küste verloren (Salzwiesen an „weichen“ Küsten ebenso wie Kliffs). Diese Region ist in besonderem Maße von Küstenabbruch (Erosion) betroffen. Die einstige Landgewinnung und nicht zuletzt die beschleunigte Erosion haben dort in den letzten Jahrhunderten zu einem Verlust von über 90 % der tidebeeinflussten Küstenmarschen (Salzwiesen) geführt.
… Konkreter Auslöser für den Beginn des Wallasea Island-Projektes war die Auffassung des Europäischen Gerichtshofs,
wonach der Verlust von Küstenlebensräumen, der in diesem Fall durch Hafenerweiterungen entstanden war, ausgeglichen werden müsse. Diese seien also an anderer Stelle wiederherzustellen.

Bild 35 [4] Das neue Flutgebiet von Medmerry. Davor die „ständig zerstörten Deiche“. Quelle: WWF Klimaanpassung an weichen Küsten Fallbeispiele aus Europa und den USA für das schleswig-holsteinische Wattenmeer

[4] … Die meisten Erfahrungen wurden dazu bei Projekten zur Renaturierung von Salzwiesen bzw. Küstenmarschen in Großbritannien gesammelt. Dort wurden seit Anfang der 1990er Jahre über 50 derartige Projekte durchgeführt (Wolters et al. 2005: 250; Scott et al. 2011: 1). Dabei wurde z. B. festgestellt, dass tiefer gelegene Küstenmarschen durch eine Wiederanbindung an das Tidegeschehen anfangs bis zu 10 cm pro Jahr (z. B. Humber-Ästuar) und mehr aufwachsen und sich so relativ zum Meeresspiegel erhöhen.

Think Progress Apr 9, 2014: … “People in Somerset who have had to endure terrible flooding this winter are quite upset about the whole thing,” said Chamberlain. “They want to know why the Environment Agency is spending £28 million on a ‘bird park’ when they could desperately have used those funds to dredge rivers and mitigate flooding in their area.”

As it turns out, the only reason the Environment Agency was able to set aside the money for the Medmerry scheme was precisely because they were creating habitat for birds. As Andy Gilham explained, under the E.U. Habitats and Birds Directive, the U.K. is required to compensate for wildlife habitat being destroyed elsewhere along the coast by creating new habitat. In the south of England especially, areas designated as Special Areas of Conservation along the Solent strait between the Isle of Wight and the mainland are being lost through a process known as “coastal squeeze.” Coastal squeeze refers to the loss of coastal habitat as land on the seaward side of rigid coastal protection structures is eroded away. The Medmerry project created nearly 200 new hectares of wetlands with similar ecological functions as the areas being lost to the west.

Der Kostenunterschied zwischen der jährliche Reparatur / Pflege der Deiche und dem angelgeten Poder beträgt:
Jährliche Deichkosten bisher: $332,000
Deichrückbau: $8.3 million (also 25 x so viel), wobei der Polder neu und die restlichen Deiche weiter gewartet werden müssen.
Kein Wunder, dass sich in England Leute darüber beschwerten.

Fazit

Wer würde beim Lesen des Klimaretter-Artikels auf eine solche Verdrehungen von Tasachen kommen? Unsere „Klimaintelligenz“ hält ihre Untertanen inzwischen wirklich für voll verblödet.

Corrective.Org

[1] … Das britische Forschungsinstitut CSIR hat Messgeräte an 180 europäischen Häfen aufgestellt, so viele gibt es auf keinem anderen Kontinent. Das Recherchezentrum Correctiv hat die Daten ausgewertet. Das Fazit: An den meisten Messpunkten steigt der Meeresspiegel.

Über die Verlinkung kommt man zur Seite von Corrective.org mit einer zoombaren Karte gefährdeter Küstengegenden. Nach Correctiv sind dies weltweit alle Gegenden unter 10 m Meereshöhe. Für Deutschland sieht diese Karte wie folgt aus:

Bild 36 Karte mit Kennzeichnung aller Küstenflächen unter 10 m Landhöhe. Quelle: Correctiv.org

Der Text dazu lautet: Deutschland
Aktuell produziert jeder Bewohner von Deutschland jährlich 9,22 Tonnen CO₂. Um den Klimawandel abzuschwächen, sollte jeder Mensch laut UNO nicht mehr als zwei Tonnen CO₂ pro Jahr produzieren. Die entstehen, wenn man rund 10.000 Kilometer mit einem Mittelklassewagen fährt oder von Berlin nach Washington fliegt – oneway.
In Deutschland leben 5 Prozent der Bevölkerung nahe an der Küste. Wahrscheinlich ist, dass die Menschen mit dem Klimawandel häufiger von Überschwemmungen und Stürmen heimgesucht werden.

Verlinkt sind darin die schon bekannten Pegelbilder mit den praktisch immer gleichen Texten.

Bild 37 Pegelbild Cuxhaven. Quelle: Correctiv.org

Man erkennt an den Begleittexten sofort, dass Correctiv keinerlei Interesse an einer sachlichen Diskussion zum Thema hat, sondernalleine die CO2-Hysterie konsequent schürt und unterstützt.

Wer lesen will, wie ein sachgebundene Diskussion dazu aussehen muss, sei auf einen EIKE-Artikel verwiesen, der auf einer Studie zum Nordseepegelverlauf basiert.
EIKE, 11. Dezember 2013: [10] Wo bleibt der Meeres-Anstieg ? Verlangsamung statt Beschleunigung!
… Die Variationen der Pegel über Jahre und Dekaden sind in der Nordsee größer als auf den Welt-Meeren, aber der Trend unterscheidet sich nicht: Weder die Anstiegsraten noch der Anstieg selber zeigen eine Beschleunigung.
… „The recent rates of sea level rise (i.e. over the last two to three decades) are high compared to the long-term average, but are comparable to those which have been observed at other times in the late 19th and 20th century.“

Im Artikel wird nicht behauptet, dass es keinen Pegelanstieg gibt. Wie mit Bild 22 des Schlusskapitels: „Zusatzinfo: Wann ist ein Pegelanstieg un-natürlich?“, im Teil 1 bereits gezeigt wurde, erhöht sich der Pegel auch in der Nordsee seit 3.000 Jahren immer noch mit einer (gegenüber der Zeit davor reduzierten) Rate von 1,1 mm / pa und unter deutlichen Schwankungen.

Verläuft der natürliche, globale Pegelanstieg (ca. 1,5 mm / pa) noch mehrere tausend Jahre weiter wie bisher, ergeben sich die folgenden Zeiten:
Pegelanstieg: 20 cm: 133 Jahre
Pegelanstieg: 100 cm: 666 Jahre
Pegelanstieg: 10 m: 6.666 Jahre (von Correctiv.org aktuell als gefährdet eingestuft)

Es geht deshalb darum, ob der aktuelle Anstieg wirklich durch anthropogenes CO2 beschleunigt wird, oder eher Teil einer natürlichen Variabilität sein kann. Diese wichtige Diskussion wird bei Correctv.org nicht einmal erwähnt. Dabei entscheidet diese darüber, ob nicht jeder Cent zur CO2-Vermeidung sinnlos in die Luft verpulvert wird.

Somit reiht sich Correctv.org nahtlos in die wie Pilze aus dem Boden schießenden NGO-Alarm-Institute ein, welche den Zeitgeist nutzen, um noch daran zu partizipieren.
EIKE 01.06.2017: [11] Der Meerespegel steigt drei Mal so stark an – ohne dass sich an dessen Verlauf etwas verändert hat

Gleich und gleich gesellt sich gern

Kein Wunder, dass die (Des-)Informationshomepage und ihr Redaktionsteam gerne mit diesem „Recherchezentrum“ zusammenarbeiten. Bei diesem ist man vollkommen sicher, dass keinerlei Scrupel bestehen, die Leser konsequent zu desinformieren, wenn es der Auftraggeber oder die „gute Tat“ erfordern.
[1] … Die Autorin ist Redakteurin des Recherchezentrums Correctiv, mit dem klimaretter.info kooperiert. Die Correctiv-Redaktion finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Ihr Anspruch: mit gründlicher Recherche Missstände aufzudecken und unvoreingenommen darüber zu berichten.

Bild 38 Screenshot von der Homepage von correctiv.org mit Artikeln der Autorin

Bleibt noch der Schluss:
Selten liest man Artikel, welche so konsequent und unverhohlen Desinformation verbreiten. Und es bleibt die Frage: Schämt sich das Redaktionsteam von Klimaretter, oder die im Hintergrund verantwortlich zeichnenden, honorigen Herausgeber*innen für überhaupt nichts? Ja, schämen sich wirklich nicht, sondern finden das richtig gut.
Dazu ein Auszug aus einem Beitrag auf Klimaretter, der dort gerade noch vor dem Einpflegen von diesem erschien:
Klimaretter.Info, Donnerstag, 03. August 2017: Expedition Klimakatastrophe
Ich würde mir wünschen, dass meine Generation beides wieder zusammenbringt: Spaß und Gesellschaftsveränderung. Und dafür habe ich auch einen guten Reisetipp. Das nächste Klimacamp im Rheinland kann alle Bedürfnisse befriedigen: abwechslungsreiche Landschaften, das intensive Gruppenerlebnis der gemeinsamen Baggerblockade, ein bisschen die Welt retten. Nicht zuletzt vernichten wir nicht die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen, die wir auf unserer Reise besuchen, sondern wir verteidigen sie.

Integrität ist eben nicht eine Frage der Titel und Ehrungen. Zumindest beim Thema Klimawandel und dem damit verknüpften EEG wird von unserer „Intelligenz“ jedoch kein Wert darauf gelegt. Wer die politisch vorgegebene Meinung verlässt und eine falsche vertritt, darf von dieser „Intelligenz“ keine Rücksicht erwarten. Im „heiligen Zorn“ darf, nein muss alles zerschlagen werden:
EIKE, 01. August 2017: Moralischer Bankrott: ARD „Energieexperte“ Jürgen Döschner lügt hemmungslos die „Vergasung von 10.000 Unschuldigen“ herbei!
EIKE 12. Juli 2017: Wenn für das Klima protestiert wird, muss man Gesetze und Anordnungen nicht so genau beachten, erzählt die „Infoplattform“ der Berliner Klimaberaterin
EIKE 23.07.2016: Der Unterschied in der Klimawandel-Berichterstattung, Kritik an der Berichterstattung des Portals Klimaretter.Info.

Vor allem muss der Untertan aber von der Hoffnung Abschied nehmen, von „Klimafachpersonen“ informiert zu werden.

Hinweis: Die Zusatzinfo: Wann ist ein Pegelanstieg un-natürlich? kam bereits im ersten Teil.

Quellen

[1] Klimaretter.Info, 29. Juli 2017: Europa kann nicht alle schützen

[2] EIKE 01.06.2017: Der Meerespegel steigt drei Mal so stark an – ohne dass sich an dessen Verlauf etwas verändert hat

[3] EIKE 27. Juli 2017: G20 Klimafakten ohne Hysterie betrachtet Teil 2 (4): Die Meerespegel steigen und steigen …(aber keinesfalls unnatürlich)

[4] WWF Klimaanpassung an weichen Küsten Fallbeispiele aus Europa und den USA für das schleswig-holsteinische Wattenmeer

[5] Zong, Y. and Tooley, M. J. (2003): A historical record of coastal floods in Britain : frequencies and associated storm tracks.‘, Natural hazards., 29 (1). pp. 13-36

[6] WUWT, David Middleton, July 20, 2017: More Fun With Sea Level

[7] EIKE 07.04.2016: Der Verlauf des Meeresspiegels im Holozän und seit 2.000 Jahren

[8] EIKE 27. Juli 2017: G20 Klimafakten ohne Hysterie betrachtet Teil 2 (4): Die Meerespegel steigen und steigen …(aber keinesfalls unnatürlich)

[9] EIKE 17.07.2016: Wie man den Meerespegel-Verlauf in die richtige Richtung dreht Aus dem Lehrbuch für (Klima-)Statistikbetrug

[10] EIKE, 11. Dezember 2013: Wo bleibt der Meeres-Anstieg ? Verlangsamung statt Beschleunigung!

[11] EIKE 01.06.2017: Der Meerespegel steigt drei Mal so stark an – ohne dass sich an dessen Verlauf etwas verändert hat




Trotz Merkels grünem Anschub: Langer Abschied von der Kohle in Deutschland

Bei der Wahlkampagne für die Wahlen am 24. September, bei der sie auf eine vierte Amtszeit hofft, vermeidet Merkel das brisante Thema der Schließung von Kohlekraftwerken, was zehntausende Arbeitsplätze vernichten könnte. Obwohl in jedem Jahr bereits deutlich über 20 Milliarden Euro ausgegeben werden, um Deutschlands grünen Sektor voranzubringen, macht Kohle immer noch 40% der Energieerzeugung aus, das sind nur 10 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2000. Um Unterbrechungen der Energieversorgung zu vermeiden, müssen Kohleimporte und Bergbau weitergehen, sagen Industrielobbys, trotz des Wechsels zu fossilfreier Energie.

„Kohle leistet einen großen Beitrag zur Energiesicherheit in Deutschland und Europa, und das wird noch lange Zeit so bleiben“, sagte der Vorsitzende Vereins der Kohleimporteure VDKI [hier steht was zu diesem Verein. Anm. d. Übers.] Wolfgang Cieslik. Er betonte auch, von welch kritischer Bedeutung die Kohle für die Stahlindustrie in Deutschland ist, des siebtgrößten Herstellers weltweit. Sie verbraucht ein Viertel der Kohleimporte.

Kritiker verweisen auf die Ironie in Merkels stillschweigender Unterstützung für Kohle, obwohl sie US-Präsident Trump für den Ausstieg aus dem Paris-Abkommen kritisiert hat, nachdem dieser den Wählern versprochen hatte, Umweltvorschriften aufzuheben und Arbeitsplätze im Bergbau zurückzuholen.

„Merkel hat kein Recht, die verheerende Klimapolitik von Präsident Trump zu kritisieren … die Zahlen dieses Landes sprechen für sich“, sagte der ehemalige Grünen-Politiker Franz-Josef Fell. Dabei bezog er sich auf das in UK ansässige Overseas Development Institute (ODI), dessen Zahlen das Ausmaß der in die Kohle-Unterstützung fließenden öffentlichen Gelder zeigen.

Unternehmen wie RWE, Uniper und EnBW, die die Energieerzeugung mittels Kohle in ihren Büchern haben, wehren sich dagegen und sagen, dass ihr Output gedeckt ist mit dem Erwerb von Emissionsrechte-Zertifikaten, während ein großer Teil ihrer historischen Profitabilität durch den Wettbewerb mit der [gewaltig subventionierten! Anm. d. Übers.] erneuerbaren Energie verloren gegangen ist.

Außer den umweltradikalen Grünen, welche die Kohleerzeugung bis zum Jahr 2030 komplett auslaufen lassen wollen, hat keine der großen politischen Parteien Zeitpunkte für den Kohleausstieg gesetzt.

Erhebliche Eigeninteressen beeinträchtigen die Debatte, seien das nun potentielle Arbeitsplatz-Verluste, welche die mächtigen Gewerkschaften alarmieren [so? Habe ich noch nichts von gehört! Anm. d. Übers.] oder die Auswirkungen auf Industrieunternehmen, welche auf eine stabile Energieversorgung angewiesen sind.

Zahlen der Industrie zeigen, dass Erneuerbare während der Jahre 2015 und 2016 zu 29% zum Energie-Output beigetragen haben im Vergleich zu 7% im Jahre 2000. Aber Kraftwerke, welche importierte Steinkohle verbrennen, machen immer noch einen Beitrag von 17% und bei heimischer Braunkohle 23% aus.

Billige Kohle sorgt dafür, dass sie mit voller Kraft laufen, wenn es erforderlich ist, während das Wetter diktiert, ob Wind und Solar überhaupt etwas erzeugen.

Cieslik erwartet, dass Steinkohle im Jahre 2030 immer noch einen Anteil von 15% bei der Energieerzeugung ausmachen wird.

Der VDKi warnt, dass Kernkraft mit einem Anteil von 14% die Rund-um-die-Uhr-Versorgungssicherheit weiter beeinträchtigen wird, wenn diese bis zum Jahr 2022 vollständig eingestellt wird. Wind und Solar können schon jetzt gegenwärtige Lücken nicht füllen, und ein hauptsächlich auf grüner Energie basierendes System könnte unmöglich die Versorgung für ein paar Wochen im Winter garantieren. Der Netzbetreiber Amprion sagt, dass das Netz in Deutschland im vergangenen Januar ganz dicht vor Blackouts gestanden hatte, als das Wetter lange Zeit ruhig und von viel Bewölkung gekennzeichnet war und Erneuerbare praktisch überhaupt nichts erzeugt haben.

Selbst Umweltverbände räumen ein, dass die Vertreter fossiler Energie hier einen Punkt haben, und machen geltend, dass es Möglichkeiten zur Überwindung der Intermittenz erneuerbarer Energie geben muss.

„Alte Kohlekraftwerke können zu vernünftigen Kosten flexibel gemacht werden, was es Ländern mit einem hohen Kohleanteil bei der Energieerzeugung ermöglicht, einen geordneten Übergang zu wetterfreundlichen* [im Original steht climate friendly] Energiesystemen zu bewerkstelligen“, heißt es in einer von Agora in Auftrag gegebenen Studie. Agora steht hinter der Energiewende.

Link: https://www.reuters.com/article/us-germany-emissions-idUSKBN1AH5FO

Übersetzt von Chris Frey EIKE

*Bemerkung in eigener Sache als Übersetzer: In Zukunft werde ich immer, wenn in einem Original der Termini mit der Vorsilbe „climate …“ mit „Wetter…“ übersetzen, so wie ich das hier schon gemacht habe (mit dem Verweis auf das Original in [eckigen] Klammern). Klima ist ja nichts weiter als die Summe von Wetter, und wenn man sagt „wetterfreundlich“ anstatt „klimafreundlich“ kommt der ganze Schwachsinn der „Klimafreundlichkeit“ viel besser zum Ausdruck. – Chris Frey, Übersetzer




Wie viel CO2 dürfen wir noch emittieren bis zur Klimakatastrophe? Oder, ist die Atmosphäre das Endlager für alles emittierte CO2?

Täglich können wir in unseren Zeitungen lesen: „ Es bleibt uns nur wenig Zeit. Die Wissenschaftler haben berechnet, dass wir nur noch 700 Gigatonnen CO2 emittieren dürfen bis zum Überschreiten des 2 Grad Ziels. Dies wird schon 2030 erreicht sein. Darüber erfolgt bekanntlich die Klimakatastrophe. Also müssen wir den allergrößten Teil, 80% der Vorräte an Kohle, Gas, Öl in der Erde lassen. Wir können nicht so weiter machen wie bisher!“

Das kann so nicht stimmen. Kein Wissenschaftler kann so dumm sein so etwas zu „berechnen“. Es gibt bekanntlich „Quellen“ und „Senken“ von CO2, z. B. natürliche und industrielle Emission von CO2 als Quellen und z. B. die Lösung von CO2 im Meer mit letztendlicher Verwandlung von CO2 in Kalkstein durch Mikroorganismen im Meer als Senken. Die AufnahmeRATE der Senken ist proportional dem Angebot aus den Quellen – RATE bedeutet Gigatonnen pro Jahr. Die Differenz bestimmt den CO2 Gehalt der Atmosphäre. Der CO2 Gehalt der Atmosphäre wird also nicht durch die Emissionsmenge, also Gigatonnen, bestimmt, wie behauptet, sondern durch die EmissionsRATE, also Gigatonnen pro Jahr.

Was heißt das? Zu jeder EmissionRATE ergibt sich eine bestimmte atmosphärische CO2 Konzentration. Also : wenn wir mit konstanter RATE emittieren, bleibt die atmosphärische CO2 Konzentration konstant. Bei konstanter Emission ändert sich der CO2 Gehalt der Atmosphäre ÜBERHAUPT NICHT, selbst wenn wir im Laufe der Zeit beliebig große Mengen emittieren.

Also ist die Aussage „Wir können nicht so weitermachen wie bisher“ schlichter Unsinn. Wir können selbstverständlich so weitermachen wie bisher und unseren Lebensstandard halten, ohne dass der CO2 Gehalt der Atmosphäre steigt. Sogar unendlich lange. Und kein Wissenschaftler würde das Gegenteil berechnen.

Fazit: Der Quatsch von der Dekarbonisierung „is just that“ Quatsch. Wir können beliebig CO2 emittieren und damit unseren Lebensstandard beibehalten, wenn wir konstant emittieren.

Dass im Übrigen die CO2 Konzentration mit der Erdtemperatur nichts zu tun hat, und dass eine Erhöhung des CO2 Gehalts der Atmosphäre für die Welternährung ungeheuer wichtig ist, ist in über 1000 wissenschaftlichen Arbeiten immer wieder belegt worden, wohingegen es für einen wesentlichen Einfluss von CO2 auf die Erdtemperatur bis heute keinerlei wissenschaftliche Belege gibt. Letzteres bestätigt selbst der Weltklimarat IPCC.

Diese Fakten sind den Fachleuten der Klimaforschung natürlich bekannt und unserer Regierung natürlich auch. Deswegen wehrt sich die „offizielle“ Klimaforschung so heftig in allen Medien in den USA gegen die in USA jetzt geplante öffentliche Diskussion der Argumente zum Klimawandel: Darüber herrscht in deutschen Medien selbstverständlich Schweigen. Eine öffentliche Diskussion würde ja die Medien umgehen und den Bürger direkt die Fakten wissen lassen…

Die hier geschilderten Zusammenhänge sind der Fachpublikation „H.-J. Lüdecke and C. O. Weiss: Simple model for the anthropogenically forced CO2 cycle tested on measured quantities, Journal of Geography, Environment and Earth science international, 8(4), p. 1-12, 2016 zu entnehmen (hier).




Meerespegel­anstieg: Europa kann nicht alle (vor Klima­wandel-Desinfor­mation) schützen T1 (2)

Im britischen Medmerry hat nun erstmals eine Kommune aufgehört, die Deiche zu verstärken – und Land dem Meer zurückgegeben. Ein Schicksal, das vielen Küsten bevorsteht

So berichtet es Klimaretter.Info mit einem Artikel des Rechercheinstitutes Correctiv Org.
[1] Teil 24 der klimaretter.info-Serie: Strategien gegen den Anstieg des Meeresspiegels.
… Auch an Europas Küsten lässt der Klimawandel den Meeresspiegel ansteigen, allerdings höchst unterschiedlich. Im britischen Medmerry hat nun erstmals eine Kommune aufgehört, die Deiche zu verstärken – und Land dem Meer zurückgegeben. Ein Schicksal, das vielen Küsten bevorsteht …
Aber Klimaforscher sind sich einig: All dies ist zu wenig, um die 200 Millionen Menschen zu schützen, die laut EU-Statistik in Küstennähe leben.

So erschütternd liest sich das Schicksal der ersten Küstengemeinde in Europa, welche wohl bald im Atlantik versinkt. Und es kommt noch schlimmer:
Klimaretter.Info: [1] … Gerade an den Binnenmeeren wird Europa Land verlieren. „Das sind Regionen, die am wenigsten auf einen schwankenden Meeresspiegel ausgerichtet sind“Die Folge wird sein: Gerade Menschen in dünn besiedelten und weniger geschützten Gegenden Europas müssen langfristig umgesiedelt werden. So wie in Medmerry am Ärmelkanal südwestlich von London, das seine ständig zerstörten Deiche aufgegeben und stattdessen dem Meerwasser inlandig 500 Hektar zum Überschwemmen überlassen hat.

Nicht nur die Nordsee-, auch die Ostseeanlieger sind betroffen:
Ein Herr Dr. Hans-Martin Füssel, Leiter der Klimaprojekte bei der Europäischen Umweltagentur EEA (Dr. F. erhielt einen Teil seiner Ausbildung beim PIK, Potsdam) kommt zu Wort: [1] … Kürzlich aßen wir mit Kollegen am Hafen von Kopenhagen und die Dänen sagten: Wo sollen wir denn hier noch einen Deich bauen?“, erzählt Füssel. Derzeit steht der Pegel vor der Hauptstadt rund zehn Zentimeter höher als vor 30 Jahren…
Und das Mittelmeer dazu:
Klimaretter.Info: [1] … Städte am Mittelmeer, wie das französische Nizza oder das griechische Lefkada, verzeichnen sogar schon rund 20 bis 30 Zentimeter gestiegene Pegel. Mit dem Klimawandel wird das Meer in Zukunft noch viel schneller ansteigen. Nach Daten des Weltklimarates IPCC zwischen 20 und 80 Zentimetern bis zum Jahr 2100 – die Prognosen variieren stark.

Es muss zwei Meere geben: Ein alarmistisch steigendes (in Computern) und ein ganz normales

Eben wurde vom Autor in mehreren Artikeln berichtet, dass der Meerespegel nirgendwo unnatürlich ansteigt [3] – schon gar nicht in der Nordsee [2] – und nun berichtet die (Des-)Informationsseite der Politikberaterin fürs Klima das Gegenteil. Natürlich ein Muss, diese neue Information nachzuprüfen. Es könnte ja sein, dass vollkommen neue, bisher unbekannte Daten vorliegen.

Bereits vorab zum Schlussstatement am Ende sei erwähnt, dass dieser erschütternde Bericht des „Rechercheinstituts“ auf „Klimaretter“ eines der ganz schlimmen – aber lehrreichen – Beispiele ist, wie Daten bewusst und konsequent missbräuchlich dargestellt und beschrieben werden. Und damit ein Musterbeispiel der Klimawandel-Desinformation durch unsere „Eliten“.

Zur Erinnerung. Der anhand von Tidenpegeln berechnete, globale – und als natürlich geltende – Pegelanstieg verläuft abhängig von Autor / Methode mit 1,3 … 1,93 mm / pa.
Anmerkung: Ganz am Schluss des Artikels sind die Daten detailliert dargestellt und erklärt.

Bild 1 Globaler Pegelverlauf (Varianten) seit 1880, ermittelt aus Tidenpegeln. Quelle: Energie Matters, November 9, 2015, Roger Andrews: How much have sea levels really risen?

Kopenhagen, wird es untergehen?

Was sollen dem Leser solche Sätze und das (verlinkte) Pegelbild (Bild 2) sagen:
Klimaretter.Info: [1] … Wo sollen wir denn hier noch einen Deich bauen?“, erzählt Füssel. Derzeit steht der Pegel vor der Hauptstadt rund zehn Zentimeter höher als vor 30 Jahren..

Bild 2 [1] Pegel Kopenhagen 1889 – 2012. Quelle: Searise corretive.org

Doch sicher, dass Kopenhagen durch einen vom unerbittlichen Klimawandel erzeugten Pegelanstieg bedroht ist – und sich dagegen nicht einmal wehren kann.

Manche erinnern sich vielleicht, dass die Ostseeanlieger praktisch keinen Pegelanstieg kennen (dürfen), da sich das Land, seit es mit dem Ende der letzten Eiszeit von einer tausende Meter dicken Eisdecke „befreit wurde“, immer noch hebt (wie es, allerdings erst später, im Klimaretter-Artikel dann auch erwähnt wird).
Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde: … Als während der Eiszeiten einige tausend Meter mächtiges Inlandeis auf der skandinavischen Landmasse lag, bewirkte diese Masse ein Einsinken der Erdkruste in die darunter befindlichen quasiflüssigen Bereiche des Erdmantels. Das Abschmelzen der Eiskappen setzte dann einen Wiederaufstieg der entlasteten Erdkruste in Gang. Gegenwärtig sind solche isostatische Hebungsvorgänge vor allem in Skandinavien zu beobachten. Am intensivsten sind sie mit 8 mm pro Jahr an der Westküste des Bottnischen Meerbusens im Zentrum des ehemaligen Eisschildes.

… bestimmt nicht durch den Klimawandel!

Der Text meldet mit den 10 cm in dreißig Jahren zum Bild 2 einen Pegelanstieg für Kopenhagen von 3,3 mm / pa. Das ist ein deutlicher Anstieg. Jeden Kenner von Pegeldarstellungen verleitet dies allerdings weniger zu Alarm (wie es ein Herr Dr. Füssel berichtet), sondern zu der Frage, ob die Daten nicht ganz bewusst und selektiv ausgewählt wurden – und den wirklichen Sachverhalt gar nicht darstellen.

Dazu zuerst die Pegeldaten von Bild 2 in der vollen Länge und in Monatsauflösung: Der schlimme Anstieg ist schon einmal in der Pegelvarianz verschwunden.

Bild 3 Pegelverlauf Kopenhagen 1889 – 2012 in Monatsauflösung. Quelle: PSMSL Viewer

NOAA berechnete dazu die lineare Regression und kommt auf einen Pegelanstieg von 0,67 mm / pa.

Bild 4 Kopenhagen, Pegeldarstellung 1889 – 2012 mit Regressionsgerade. Quelle: NOAA Tides and Currents

Nach der vollständigen Pegeldarstellung steigt die Ostsee bei Kopenhagen also um 0,67 mm / pa und nicht um die bewusst selektiv angegebenen 3,3 mm / pa. Das ist definitiv nichts, beziehungsweise deutlich unter dem natürlichen Restanstieg seit der letzten Eiszeit, da der natürliche, weltweite Tiden-Pegeltrend-Mittelwert irgendwo zwischen 1,4 … 1,6 mm / pa beträgt.

Noch deutlicher wird es, wenn man etwas genauer nachsieht. Komischer Weise endet der Pegel von Kopenhagen mit dem Jahr 2012, kurz nachdem er am höchsten war! Der Pegel gegenüber auf der schwedischen Seite reicht aber bis ins Jahr 2016. Und darin sieht man, dass diese Pegelspitze längst in der Pegelvariabilität verschwunden ist und der Zeitbereich zwischen 1985 und 2012 vor allem keinen Trend anzeigt. Zur Zeit liegt der Pegel beim Wert von 1930! Der „Klimafachmann“, Dr. Füssel bezieht sich in seinem Statement somit genau auf die Jahre, als der Pegel (wahrscheinlich durch einen Zyklus bedingt) stärker anstieg. Ein Effekt, welcher sich bei fast jedem längerfristigen Pegelverlauf finden lässt.

Bild 5 Pegelverlauf Klagsham 1929 – 2016 auf der Kopenhagen gegenüberliegenden, schwedischen Seite. Vom Autor aus den PSLM-Daten gezeichnet. Datenquelle: PSMSL Viewer

NOAA gibt für den Pegelanstieg von Klagsham 0,64 mm / pa an, reicht aber nur bis zum Jahr 2012. Nimmt man die weiteren vier Jahre dazu, zeigt die Regressionsgerade 0,4 mm / pa.

Bild 5.1 Pegelverlauf von Kopenhagen seit 1889 (schwarz) und Klagsham ab 1929 – 2016 (gelb) auf den gleichen Endwert normiert und übereinander gelegt. Jahresmittelwert Kopenhagen (rot). Fehlender Pegel Kopenhagen ab 2013 durch den (dazu normierten) Pegel von Klagsham ergänzt Datenquelle: PSMSL Viewer

Übereinandergelegt, zeigen beide Pegel eine gute Übereinstimmung und die Regressionsgeraden laufen absolut parallel (in Bild 5.1 nicht eingezeichnet). Ende 2016 hatte der Jahresmittelwert von Kopenhagen genau den Wert von 1890- Dass der von correcti.org angegebene, steile Anstieg vollkommen im Pegelrauschen verschwindet und keinen Trend markiert, sieht man dadurch noch viel deutlicher. Kopenhagens Pegelanstieg nach Bild 5.1 beträgt seit dem Jahr 1889 gerade einmal 60 mm und somit 0,473 mm / pa.

Und damit lässt sich der Pegelanstieg vor der Küste von Kopenhagen gut begründet zwischen 0,40 … 0,67 mm / pa festlegen – und genau so begründet feststellen, dass der „Klimafachmann“ Dr. Füssel eine ganz bewusste Desinformation verbreitet, welche weder Correctiv Org, noch das große Redakteursteam von Klimaretter erkennen (wollten).
Jedenfalls können die Bürger von Kopenhagen, welche nicht am Frühstück teilgenommen haben, unbesorgt (vom Meeerespegelanstieg) weiter die restlichen Probleme der Stadt lösen.

Ein Bild sagt mehr als viele Worte

Im Klimaretter-Artikel ist zum Text über den steigenden Meerespegel von Kopenhagen das folgende Bild eingefügt:

Bild 6 [1]

Jeder wird anhand des Kapitelinhalts und des Bildtextes von Bild 6 wohl sofort an das Foto einer Überschwemmung durch das nahe Meer denken und es als eine Bestätigung für den dort so schlimm berichteten Meerespegelanstieg finden. Betrachtet man jedoch die Zeitangabe „ … vor sechs Jahren … „ und zählt zurück, kommt man auf das Jahr 2011. Und dann findet sich eine ganz andere Erklärung dafür:
Institut für Landschaftsplanung und Ökologie Universität Stuttgart, INTERNATIONALE ANSÄTZE UND REFERENZPROJEKTE ZU KLIMAANPASSUNGSSTRATEGIEN: … Als Antwort auf die verheerenden Regenfälle am 2. Juli 2011, die in Kopenhagen Schäden von ca. 1 Milliarde Euro verursachten, wurde ein Wolkenbruch-Masterplan entwickelt.
Stadt + Grün, 24.08.2013: „Skybrud“ – Wolkenbruch. So bezeichnet man in Dänemark sintflutartige Regenfälle wie die vom 2. Juli 2011, als der Himmel seine Schleusen öffnete und die Stadt Kopenhagen in den Fluten versank. In der Stadtmitte stieg das Hochwasser bis zu einem Meter

Der Autor nimm an, dass nicht viele Leser eine solche, unverfrorene Falschdarstellung wie mit diesem Bild in einer von einem angeblichen „Rechercheinstitut“ erstellten und über die Plattform der Regierungsberaterin für Klima und Energie verbreiteten „Klimawandel-Information“ erwartet hätten. Aber es vervollständigt das Bild:
Nicht nur der befragte Dr. Hans-Martin Füssel vom EEA versucht ganz bewusst, die Leser in die Irre zu führen. Das (klimaalarmistische) Correctiv.org zeigt ebenfalls in seiner Verlinkung dazu nur den veralteten Pegeltrend von Kopenhagen, daneben vorhandene mit aktuellen Werten, die den Verlaufstrend richtig darstellen, wurden weggelassen. Das Bild 6 soll die Leser dann noch vollkommen desinformieren, indem es falsche Tatsachen andeutet.

Wie ist es im Mittelmeer?

Nizza

Im Artikel [1] werden weitere Pegeldarstellungen genannt.
Klimaretter.Info: [1] … Städte am Mittelmeer, wie das französische Nizza … verzeichnen sogar schon rund 20 bis 30 Zentimeter gestiegene Pegel…

Bild 7 [1] Pegel Nizza. Quelle: Searise corretive.org

Wieder die Meldung eines steigenden Pegels, noch schlimmer und diesmal am Mittelmeer. Und wieder ist man etwas überrascht, denn ausgerechnet am Mittelmeer – dem der Atlantik Wasser zuführen muss – sollen die Pegel (Klimawandel-bedingt) stark steigen.

Man stellt fest. Der Pegel von Nizza beginnt mit dem Jahr 1985. Wenige Kilometer von Nizza entfernt in Monaco findet sich jedoch ebenfalls ein Pegel (Bild 9) und der beginnt mit dem Jahr 1956. Wie so oft bei Pegeln – selbst in „Technologieländern“ – ist dieser Pegel zwar unglaublich lückenhaft, es zeigt sich aber, das er zur Ergänzung gut verwendet werden kann.

Bild 8 Pegelverlauf Monaco 1956 – 2016 (direkt neben Nizza gelegen) in Monatsauflösung. Quelle: PSMSL Viewer

Normiert man den von Monaco auf den Endwert dessen von Nizza und legt beide übereinander, stellt man fest, dass Pegel von Monaco (wo solche vorhanden sind), mit den Werten von Nizza gut übereintimmn – also als Referenz verwendbar sind. Und der Pegelverlauf, erweitert um die „Monaco-Reihe“, ergibt einen Wert von 0,45 mm / pa, liegt also wieder weit unter dem“ natürlichen“ Anstieg.

Bild 9 Pegelverlauf von Nizza (orange) und Monaco (schwarz) auf den gleichen Endwert normiert und übereinander gelegt. Datenquelle: PSMSL Viewer

Verblüfft stellt man fest, dass Correctiv.org genau den Trick angewendet hat, den man schon von WIKIPEDIA kennt:
EIKE 17.07.2016: [9] Wie man den Meerespegel-Verlauf in die richtige Richtung dreht Aus dem Lehrbuch für (Klima-)Statistikbetrug

Bild 10 [9] Pegelverlauf von Booby Island (Bild 3). Monatswerte blau, Jahres-Mittelwert grün und Werte von Bild 1, Mittelwert rot, übereinander gelegt

Die Aussage:
Klimaretter.Info: [1] … Städte am Mittelmeer, wie das französische Nizza … verzeichnen sogar schon rund 20 bis 30 Zentimeter gestiegene Pegel…
zeigt sich jedenfalls wieder als eine bewusste – und gekonnte – Falschdarstellung. Jedenfalls war der Pegel auch in Nizza mit ziemlicher Sicherheit im Jahr 2016 nicht höher, als zu Beginn der Messreihe von Monaco in den 1956er Jahren. Das Pegelbild vom auch nicht allzu weit entfernten Toulon (Bild 11) bestätigt es.

Bild 11 Pegelverlauf Toulon 1961 – 2016 in Monatsauflösung. Quelle: PSMSL Viewer

Will man den Pegelverlauf dieser Mittelmeerküste wirklich recherchieren, muss man sich geeignetere Verläufe suchen. Der nächst-gelegene dafür findet sich mit Marseille (der leider den Abstieg der letzten Jahre nicht mehr zeigt).

Bild 12 Pegelverlauf Marseille 1885 – 2016 in Monatsauflösung. Quelle: NOAA Tides and Currents

Deren langfristiger Pegeltrend weist einen Wert von 1,25 mm / pa aus, wieder unter dem globalen, natürlichen Trendwert und mit keinerlei Beschleunigung. Somit dürfte der Pegeltrend dieses Küstenbereiches irgendwo zwischen 0,5 … 1,25 mm / pa liegen und die Bewohner dieser Mittelmeerküste dürfen sich ebenfalls beglückwünschen, dass „ihr“ Pegel nicht einmal mit dem natürlichen Wert ansteigt.

Griechenland

Levkas

Klimaretter.Info: [1] … Städte am Mittelmeer, wie … das griechische Lefkada, verzeichnen sogar schon rund 20 bis 30 Zentimeter gestiegene Pegel.

Bild 13 [1] Pegel Levkas, Griechenland Westküste. Quelle: Searise corretive.org

Was von Lekas berichtet wird, ist noch viel mehr Klimawandel als bei den vorherigen Pegelmeldungen: Eine Anstiegsgeschwindigkeit von bis zu 6,4 mm / pa soll es dort sein, also so viel, wie an den schlimmsten Stellen des Süd-Pazifik (vorkommen soll).

Es beginnt somit wieder das gleiche Spiel: Pegelverläufe in der Umgebung, wie Preveza, wenige Kilometer von Levkas entfernt ansehen.
In Preveza relativiert sich der vermeintliche Anstieg von Lefkas.

Bild 14 Pegelverlauf Preveza 1968 – 2016 in Monatsauflösung. Quelle: PSMSL Viewer

Das Mittelwert- Pegelbild von Preveza aus dem corrective.org-Viewer (Bild 15) zeigt gerade hier, wie unterschiedlich bei Pegelbildern die optische Wahrnehmung zwischen Bildern mit verdichtetem Mittelwert und solchen in Monatsauflösung (Bild 14) ist.

Bild 15 Pegelverlauf Preveza. Quelle: Searise corretive.org

Wieder legt der Autor die zwei Pegelverläufe auf den Endwert normiert übereinander:

Bild 16 Pegel von Levkas (ocker) und Preveza (schwarz) auf den gleichen Endwert normiert und übereinander gelegt. Datenquelle: PSMSL Viewer

Und stellt (wieder) fest, dass wenige Kilometer Abstand darüber entscheiden, ob „die Welt“ im Meer mit 6,44 mm / pa untergeht, oder ob die Küstenbewohner seit 1969 mit einer Pegel-Änderungshorizontalen beruhigt weiter leben können.

Vielleicht werden solche „unnatürlich“ verlaufenden Pegeldaten demnächst als „erwiesenermaßen fehlerhaft“ aus dem WEB verschwinden, oder zumindest zum „klimaalarmistisch richtigen“ Verlauf korrigiert, wie es bei den Temperaturdaten regelmäßig geschieht.?

Um zu entschieden, was davon richtig sein könnte, muss man wieder weitere Pegelverläufe ansehen. Hier ist es nicht einfach, da in diesem Mittelmeerbereich Stationen mit brauchbaren Pegeldaten nur sehr weit auseinander liegend zu finden sind. Wie schon oft festgestellt: Gerade bei (angeblich) schlimm vom Klimawandel betroffenen Weltgegenden ein häufiger Fall.

Bild 17 Pegelverlauf Katakolon 1969 – 2015 (Peloponnes, nahe Olympia, nächstgelegene NOAA-Pegelangabe). Quelle: NOAA Tides and Currents

Bild 18 Pegelverlauf Piräus (Athen) 1969 – 2015 in Monatsauflösung. Quelle: PSMSL Viewer

Man ist nicht mehr überrascht: Der schlimm aussehende, extrem ansteigende Trend von Lefkas findet sich in den anderen Stationen nicht, weder direkt daneben, noch bei dem von Athen (der für die Westseite des Peloponnes natürlich nicht repräsentativ ist). Vielleicht ist es der von Katakolon (Bild 17) mit 1,81 mm / pa – also im Bereich des natürlichen Anstiegs und 28 % des alarmistischen Wertes von Lefkas.

Der SPIEGEL wusste im Jahr 2000 dazu sogar etwas ganz seltsames:
SPIEGEL ONLINE, 27.06.2000: Geoforschung: Das Mittelmeer trocknet langsam aus
… Während die Wasserstände der Weltmeere jährlich steigen, sinken die Pegel im Mittelmeer…. Um drei bis fünf Zentimeter ist der Wasserstand in den Küstenregionen des Mittelmeeres in den letzten 40 Jahren gefallen, sagt der griechische Meeresforscher Michalis Tsiblis. In einer Studie, die in der griechischen Presse veröffentlicht wurde, macht Tsiblis die schnellere Verdampfung und den erhöhte Salzgehalt des Mittelmeeres dafür verantwortlich. Am stärksten wird das Phänomen der Studie zufolge entlang der dalmatinischen Küste registriert. Dort ist das Wasser im Vergleich zum Ende des 19. Jahrhunderts um fünf Zentimeter gesunken, hieß es.

Pegelverläufe in der Ägäis könnten darauf hindeuten. Es muss aber gesagt werden, dass der von Siros der einzige bei PSMSL hinterlegte der Ägäis ist, welcher es so ausgeprägt zeigt.

Bild 19 Pegelverlauf Insel Siros (zwischen Athen und Kreta) 1969 – 2015 in Monatsauflösung. Quelle: PSMSL Viewer

Allerdings gehen im Mittelmeerraum viele Küsten wirklich unter – während sich andere heben und das seit historischen Zeiten: Aber natürlich nicht wegen eines Klimawandels. Das als mögliche Ursache zu berichten, wäre aber nicht zeitgemäß:

Bild 20 Textauszug zu Senkungen und Hebungen im Mittelmeer. Quelle: Hans-Günter, Gierloff-Emden: Geographie des Meeres – Ozeane und Küsten, Teil 2

Fazit
Der bei Levkas gemessene – und berichtete – Pegelanstieg von 6,4 mm / pa kann auch für diesen Mittelmeerbereich – nicht einmal für die nähere Umgebung – repräsentativ sein. Der Anstieg dürfte unter Betrachtung der anderen Pegelverläufe irgendwo zwischen 0 … 1,8 mm / pa liegen. Bewusst wurden andere Information zu den besonderen – nicht Klimawandel-basierenden – Pegelverhalten des Mittelmeeres weggelassen.

Damit ist Teil 1 zu ende. Im Teil 2 geht es um die Südküste von England, an der der Ort Medmerry wohl gerade untergeht.

Zusatzinfo: Wann ist ein Pegelanstieg un-natürlich?

Nachdem die Bewertung der Pegeldaten davon abhängt, ob es natürlich verlaufende, oder Klimawandel-bedingt abweichende sein könnten, eine kurze, informelle Darstellung.

Seit der letzten Eiszeit erhöhte sich der Meerespegel um ca. 130 m.

Bild 21 Meerespegelanstieg seit der letzten Eiszeit

Wie man im folgenden Bild sehen kann, verläuft dieser Anstieg in der Nordsee seit der Bronzezeit mit ca. 20 cm in 100 Jahren und ist auch noch nicht beendet. Jeder „Klimafachmann“, der von einem stabilen Meerespegel faselt und mm / pa Pegeländerung als vom Menschen verursachten Weltuntergang darstellt, betreibt reine Propaganda. Dies führt zu der Feststellung:
Meerespegel steigen weiter, weil sie es seit der letzten Eiszeit so gemacht haben. Dieser Anstieg ist nicht zu Ende. Es wird also auch Küsten geben, die unter diesem vollkommen natürlichen Anstieg irgendwann leiden. Aber eine CO2-Verhinderung hilft dagegen überhaupt nichts.

Bild 22 Meerespegelverlauf der südlichen Nordsee in den letzten 7500 Jahren. Aus Behre (2004)

Der reduzierte Anstieg seit ca. 4.000 Jahren erfolg nicht als „Gerade“, sondern es gibt dazwischen Wellenbewegungen der Pegel, welche selbst in historischer Zeit einen Meter erreichen konnten und abrupt kamen und gingen. Es ist vollkommen unrealistisch, anzunehmen, dass es solche Änderungen in Zukunft nicht mehr geben kann.

Bild 23 Pegeländerungen bei den Malediven innerhalb der letzten 5000 Jahre. Quelle: Mörner, Sea level curve for the last 5000 years for the Maldives.

Seit ca. 1850 verläuft der Tidenpegelanstieg relativ konstant steigend und zum Glück ohne die historisch oft aufgetretene Varianz. Alleine anhand dieser Daten wird ein Tiden-Pegelanstieg bis ca. 2 mm / pa als „natürlich“ angenommen.

Bild 24 [6] Verlauf Tidenpegel global seit 1800

Bild 25 [6] Tidenpegel global, Pegel-Änderungsrate seit 1800

Eine Aussage wie:
Klimaretter.Info: [1] … Das britische Forschungsinstitut CSIR hat Messgeräte an 180 europäischen Häfen aufgestellt, so viele gibt es auf keinem anderen Kontinent. Das Recherchezentrum Correctiv hat die Daten ausgewertet. Das Fazit: An den meisten Messpunkten steigt der Meeresspiegel.
-ist damit zwar richtig, aber – gewollter – Unsinn, da man das Ergebnis ohne alle Maßnahmen vom Schreibtisch aus hätte vorhersagen können. Der Pegel „muss“ an den Messpunkten ansteigen, sonst wäre das Meer nicht in Ordnung, oder die Pegelstationen defekt. Ohne die Zusatzanalyse, ob es eine unnatürlich starke Pegeländerung ist, kann man keine informative Aussage treffen.

Anmerkung: Der Autor konnte kein „britisches Forschungsinstitut CSIR“ googeln.

Was den Autor wundert ist, dass es neuer Messstationen bedarf, um Tidenpegel auswerten zu können. Das Problem sind nicht zu wenige Stationen, sondern grottenschlechte Daten (wie es in diesem Artikel gezeigt wurde) mit teils extremen Datenlücken selbst in „Industrieländern“. Man müsste die Datenqualität verbessern und nicht die Stationsanzahl. Noch mehr so schlechte Daten (wie bisher) bringen keinen Gewinn. Bis neue Stationen erste Erkenntnisse bringen (können), vergehen mindestens 30 … 60 Jahre, wie es Bild 17 zeigt. Zudem müssten erst einmal die gravierenden Differenzen zwischen Tidenpegel und von Satelliten gemessenen Pegeln klären und bereinigen [8].

Noch nicht geklärt ist damit jedoch, wie Anstiegsänderungen zuzuordnen sind. Wie Bild 23 zeigt, können solche ziemlich regellos, aber mit erheblichen Pegeldifferenzen und Geschwindigkeiten ablaufen.

Die Klimawandler mache es sich deshalb einfacher und simulieren fehlendes Wissen (weg)

Der behauptete Einfluss des Klimawandels auf die Meerespegel erfolgt durch die Erwärmung des Meerwassers, vor allem aber dem (simulierten) und auch hier wieder – mehr als natürlich erfolgendem Schmelzen – des Grönland- und Antarktiseises.
Ausschließlich aufgrund dieser Klimasimulationen wird ein unnatürlicher, beschleunigter Meerespegel-Anstieg vorhergesagt.

Bild 26 [7] Pegel-Zukunfts-Vermutungen zweier deutscher PIK Klimawissenschaftler und vom Rest der Welt

Quellen

[1] Klimaretter.Info, 29. Juli 2017: Europa kann nicht alle schützen

[2] EIKE 01.06.2017: Der Meerespegel steigt drei Mal so stark an – ohne dass sich an dessen Verlauf etwas verändert hat

[3] EIKE 27. Juli 2017: G20 Klimafakten ohne Hysterie betrachtet Teil 2 (4): Die Meerespegel steigen und steigen …(aber keinesfalls unnatürlich)

[4] WWF Klimaanpassung an weichen Küsten Fallbeispiele aus Europa und den USA für das schleswig-holsteinische Wattenmeer

[5] Zong, Y. and Tooley, M. J. (2003): A historical record of coastal floods in Britain : frequencies and associated storm tracks.‘, Natural hazards., 29 (1). pp. 13-36

[6] WUWT, David Middleton, July 20, 2017: More Fun With Sea Level

[7] EIKE 07.04.2016: Der Verlauf des Meeresspiegels im Holozän und seit 2.000 Jahren

[8] EIKE 27. Juli 2017: G20 Klimafakten ohne Hysterie betrachtet Teil 2 (4): Die Meerespegel steigen und steigen …(aber keinesfalls unnatürlich)

[9] EIKE 17.07.2016: Wie man den Meerespegel-Verlauf in die richtige Richtung dreht Aus dem Lehrbuch für (Klima-)Statistikbetrug




Das ABC von Energiewende und Grünsprech! Hier: Die Glättung

Täglich werden wir mit Begriffen konfrontiert, die im Ergebnis einer als alternativlos gepriesenen Energiewende verwendet werden oder durch sie erst entstanden sind. Wir greifen auch Bezeichnungen auf, die in der allgemeinen Vergrünung in den Alltagsgebrauch überzugehen drohen – in nichtalphabetischer Reihenfolge.

G wie

Glättung, die

Die „Glättung“ ist ein von der Erneuerbaren-Branche gern benutztes Zauberwort. Es soll den Eindruck erwecken, dass durch weiteren, möglichst umfangreichen Zubau von Windkraftanlagen die unvermeidbar volatile Stromeinspeisung vergleichmäßigt werden kann. Über die Jahre gelang es der Lobby, politischen Entscheidungsträgern einzuflüstern, dass man nur den Ausbau weiter treiben müsste, um eine Verstetigung der Lieferungen zu erreichen. Fürs Volk gibt es die Sprüche: „Irgendwo ist immer Wind“ oder dass sich Wind und Sonne ergänzen würden.

Der Bundesrat ging der Lobby offenbar ungeprüft auf den Leim und formuliert:

„Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, dafür Sorge zu tragen, dass der nationale Ausbau der Windenergie an Land auch weiterhin angemessen in ganz Deutschland regional verteilt fortschreiten kann. Eine solche angemessene Verteilung dient der Netzstabilität wie auch der Versorgungssicherheit insgesamt und bietet allen Ländern die Chance, von der Energiewende zu profitieren und ihren unverzichtbaren Beitrag dazu zu leisten, dass das volle Potenzial der Erneuerbaren Energien erschlossen und die damit einhergehenden Nutzen und Lasten der Energiewende angemessen verteilt werden können.“

Gewinne zu steigern und Lasten zu verteilen ist das eigentliche Ziel der Sage von der Verstetigung. Der Gesetzgeber entsprach der Forderung des Bunderates und beschloss im EEG 2017 im Paragrafen 36h und der zugehörigen Anlage das „Referenzertragsmodell“ (siehe auch „Dunkelflaute“, S. 134). Neue, vom Windaufkommen her uninteressante Flächen sollen für Investitionen in Windkraftanlagen reif gemacht werden, um der Branche den Absatz zu sichern. Im Norden sind die Flächen knapp, der Strom kann immer schlechter abtransportiert werden und das Volk wird mürrisch im Schatten der Rotoren. So geht man mit erhöhter Vergütung weiter in den Süden und lässt dort Geld drucken. Folge dieser Politik: Immer weniger Stromertrag pro installierter Leistung und damit volkswirtschaftlicher Schaden, indem weniger effektiv erzeugter Strom von der Kundengemeinschaft bezahlt  werden muss.

Das Mäntelchen der dadurch erreichten angeblichen Glättung des Windstroms über die ganze Republik ist zu dünn, um nicht die Realitäten durchblicken zu lassen.

Frische Brise

Die Offshore-Windenergie ist im Kommen. Als Vattenfall und andere 2011 den ersten Offshore-Windpark Alpha-Ventus (60 Megawatt) in die Nordsee pflanzten, ging das Unternehmen von einer „grundlastnahen“ Stromerzeugung aus. Gut, damals gab es noch keine Betriebserfahrungen und gesicherte Messreihen.

Sechs Jahre später ist man klüger, aber kaum jemand spricht darüber. Auch der Seewind glättet nicht, wie wir hier sehen:

Er weht sogar ziemlich exakt in der gleichen Weise wie der Wind an Land. Der Unterschied besteht darin, dass der Seewind kräftiger weht und daher die Volllaststunden der Anlagen auf See höher sind (ca. 3.800 Stunden pro Jahr) gegenüber Anlagen an Land (ca. 2.200 Stunden pro Jahr in Schleswig-Holstein, 1.000 in Bayern). Stunden und Tage mit Schwachwind und Flaute gibt es aber auch hier. Trotz einer Fast-Verdopplung der installierten Windleistung seit 2010 auf 50.019 Megawatt im Jahr 2016 liegen die Leistungsminima unverändert im sehr niedrigen Bereich:

2010: 117 MW
2011:   86 MW
2012: 115 MW
2013: 118 MW
2014:   24 MW
2015: 105 MW
2016: 141 MW

Wenn die Maxima auf Grund des Zubaus steigen, die Minima aber nicht, ist dies das Gegenteil einer Glättung. Eine Steigerung der volatilen Einspeisung verringert nicht die Schwankungsbreite. Dies ist auch durch die mathematische Statistik nachweisbar, wie Interessenten hier nachlesen können.

Im folgenden Bild ist gut zu erkennen, dass eine stark steigende installierte Leistung von Windkraftanlagen nicht die entsprechenden Anstiege der Maximal-, weniger noch der Durchschnittsleistung nach sich zieht. Und eben keinen Anstieg der Minimallast.

Wissenschaft und Politik

Die Thinktanks der Erneuerbaren wie Agora oder das IWES (Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik) ignorieren nach Möglichkeit die gemessenen Realitäten, denn sie haben ein politisches Ziel ihrer Auftraggeber umzusetzen. Worin dieses besteht, beschrieb Frank Drieschner in der ZEIT: „Rund um die Erneuerbaren-Energien-Branche ist ein regelrechter politisch-ökonomischer Komplex herangewachsen  . . .  Alle Akteure in diesem Komplex verbindet ein Interesse: Probleme der Energiewende müssen lösbar erscheinen, damit die Wind- und die Sonnenbranche weiter subventioniert werden.“

Dennoch kommt IWES sie nicht umhin, einzugestehen,  „ . . . dass es generell eine große Korrelation der Windstromeinspeisung in ganz Deutschland gibt. Tendenziell lässt sich sagen, dass es Wochen gibt, in denen in allen Teilen Deutschlands viel Wind weht, wie auch Wochen, in denen die Einspeisung in allen Teilen Deutschlands gering ist.“

Aber nicht nur das. Das folgende Bild zeigt die Windstromproduktion in 14 europäischen Ländern, auch hier gehen die Schwankungen weitgehend synchron.

Verläufe, die zu einer Sockelbildung – und damit zu einer Grundlastabsicherung – führen würden, sind beim besten Willen nicht zu erkennen.

Auch die angeführte Glättung der gesamten Windeinspeisung durch den vermehrten Einsatz von Schwachwindanlagen tritt nicht ein. Statistisch laufen fast alle Windkraftanlagen zeitanteilig am häufigsten im Schwachlastbereich, hier als Beispiel der Monat Mai 2017:

[Quelle: Rolf Schuster]

Knapp 88 Prozent der Betriebsstunden verbrachten Windkraftanlagen in Deutschland in diesem Monat im Leistungsbereich unterhalb 30 Prozent. Dabei unterscheiden sich die Kennlinien von Schwach- und Starkwindanlagen kaum.

Die sicher zur Verfügung stehende elektrische Leistung aus Windkraftanlagen ist unwesentlich größer als null. Dass eine Glättung selbst über Jahreszeiträume nicht eintritt, zeigt die Windstromproduktion des Jahres 2016, die trotz eines Zubaus an installierter Leistung von 4.970 Megawatt deutlich unter der von 2015 lag (77,4 zu 79,2 Terawattstunden). Der Wettergott ist kein Grüner.

Öko-Grundlast nicht in Sicht

Fazit: Da die Minima auch bei weiterem Ausbau von Wind- und Sonnenkraft nur kurz über null bleiben, die Maxima jedoch steigen, wird die durch Konventionelle als Backup vorzuhaltende Leistung mit weiterem Zubau an Windkraftanlagen größer, nicht kleiner. Die Regelkapazität könnte reduziert werden durch afrikanische Windparks (DESERTEC lässt grüßen,  siehe „Dunkelflaute“, S.53) und ein europäisch dicht ausgebautes Supergrid bis hinter den Ural, dessen Kosten astronomische Höhen erreichen würde. Die Bürgerinitiativen der Trassengegner wären noch vor dem ersten Spatenstich gegründet, von regionalpolitischen Widerständen ganz zu schweigen.

Da die Wind- wie die Sonnenenergie zu einem stark fluktuierenden Einspeiseprofil führen, dessen Prognosen immer mit Unsicherheiten behaftet bleiben werden, sind sie nicht in der Lage, Versorgungsaufgaben zu erfüllen. Sollten sie durch ausreichend große Speicherkapazitäten dazu in die Lage versetzt werden, würden die Speicherkosten natürlich bilanziell diesen Erzeugungstechnologien zuzuschlagen sein.

Nennenswert große Stromspeicher existieren kaum und auch in den nächsten Jahren können absehbar keine eingesetzt werden. Damit stellen die konventionellen Erzeuger die nötige und immer stärker schwankende Residuallast bereit, die ergänzend für das Gleichgewicht von Erzeugung und Verbrauch nötig ist. Nur sie können den Wind- und Sonnenstrom noch glätten.

Der Beitrag erschien zuerst auf Tichys Einblick hier