Mehr Arbeits­plätze bei Solar sind ein Fluch, kein Segen

Der Times zufolge ist das etwas Positives, zeigt es doch, wie wichtig Solarenergie geworden ist, Menschen aus der Arbeitslosigkeit zu holen und ihnen produktive Arbeitsplätze zu verschaffen, meldet die Zeitung.

Tatsächlich, so heißt es in dem Artikel, gab es in Kalifornien im Jahre 2016 die höchste Rate von Solar-Arbeitsplätzen pro Kopf dank der „starken Standards erneuerbarer Energie und Anreizen zur Installation“ (mit anderen Worten Vorschriften und Subventionen).

In Wirklichkeit ist das in keiner Weise etwas Positives und mit Sicherheit kein positiver Trend. Climate Depot und der Washington Examiner weisen auf eine Studie des American Enterprise Institute hin, der zufolge diese Zahlen von Arbeitsplätzen unterstreichen, wie verschwenderisch, ineffizient und unproduktiv Solarenergie in Wirklichkeit ist.

Schreiend offensichtlich wird das, wenn man sich die erzeugte Energiemenge pro Bereich anschaut. (Die folgende Aufstellung berücksichtigt nicht Stromerzeugung durch Kern-, Wasserkraft oder geothermisch):

398.000 Arbeiter im Bereich Erdgas = 33,8% allen 2016 in den USA erzeugten Stromes,

160.000 Arbeiter im Bereich Kohle = 30,4% des erzeugten Stromes,

100.000 Arbeiter im Bereich Windenergie = 5,6% des erzeugten Stromes,

374.000 Arbeiter im Bereich Solarenergie = 0,9% des erzeugten Stromes.

Noch schreiender offensichtlich wird dieser Unsinn, wenn man sich die Gesamtmenge erzeugter Energie pro Arbeiter anschaut. Kohle erzeugte unglaubliche 7745 MWh Strom pro Arbeiter, Erdgas 3812 MWh pro Arbeiter, Wind lediglich 836 MWh und Solar die katastrophal geringe Menge von 98 MWh pro Arbeiter.

Mit anderen Worten, um die gleiche Menge Energie mit einem Kohle-Arbeiter zu erzeugen, braucht man dafür 2 Erdgas-Arbeiter – 12 Windenergie- und 79 Solarenergie-Arbeiter.

Erheblich verschlimmernd kommt noch hinzu, dass während Kohle- und Erdgas-Strom billig und bezahlbar sind sowie praktisch zu 100% der Zeit zur Verfügung stehen, Wind- und Solarenergie teure, unzuverlässige und immer wieder unterbrochene Stromquellen sind, welche auch nur etwa 15% bis 30% der Zeit verfügbar sind auf jährlicher Basis.

Die Wahrheit ist: der einzige Bereich, in dem es Wind- und Solarenergie-Unternehmen wirklich gut geht, ist das Einsammeln von Milliarden Dollar an Subventionen vom Steuerzahler sowie Milliarden Dollar über erheblich höhere Stromrechnungen von den Verbrauchern. Und wenn man sich das Gesamtbild anschaut, ist es bzgl. der Erzeugung von Wind- und Solarenergie noch viel schlimmer:

Landfläche: Wind- und Solarenergie haben einen gewaltig großen Landverbrauch. Moderne Kohlekraftwerke erstrecken sich über etwa 300 Acres [ca. 120 Hektar], um über fast 100% der Zeit 600 Megawatt Strom zu erzeugen. Der 600-MW-Windpark bei Fowler Ridge überdeckt 50.000 Acres [ca. 20.000 ha] und erzeugt während etwa 20% der Zeit in einem Jahr Strom. Die Solarpaneele an der Nellis Air Force Base in Nevada erzeugen triviale 14 MW an 22% der Zeit von 140 Acres [ca. 56 ha]. Um 600 MW an 22% der mit derartigen Solarpaneelen zu erzeugen, bräuchte man 6000 Acres [ca. 2400 ha].

Backup-Energie: Weil Wind- und Solarenergie nur auf zufälliger Basis und unterbrochen erzeugt wird, muss dies gestützt werden durch zuverlässige Kohle- oder Gaskraftwerke, welche tatsächlich 80% der Arbeit machen. Daher müssen wir sowohl Erneuerbaren-Systeme als auch Fossile-Treibstoff-Systeme bauen.

Überlandleitungen: Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke können lediglich ein paar Kilometer entfernt von Städten errichtet werden. Wind- und Solarparks sind oft 100 bis 200 Meilen [ca. 150 bis 300 km] von Städten entfernt und benötigen daher ultralange Überlandleitungen [in Deutschland ,Stromautobahnen‘ genannt. Anm. d. Übers.]

Rohmaterialien: Alle jene Windturbinen, Solarpaneele, Backup-Kraftwerke und Überlandleitungen erfordern gewaltige Mengen Beton, Stahl, Kupfer, Fiberglas, seltene Erdmetalle und andere Rohstoffe. Erze müssen aus dem Boden geholt werden, in nutzbare Rohmaterialien umgewandelt und zu fertigen Komponenten gemacht werden.

Falls wir uns lediglich auf Kohle- und Gasenergie stützen würden, würden wir all dieses Land und alle diese Rohstoffe nicht brauchen (und auch nicht die Energie zur Herstellung derselben) zur Errichtung Hunderter Windturbinen und Tausender Solarpaneele.

Auswirkungen auf die Umwelt und auf Menschenrechte: In den USA besteht im Wesentlichen ein Verbot, Bergbau nach seltenen Erd- und anderen Metallen zu betreiben. Also importieren wir diese Stoffe aus anderen Ländern. Seltene Erdmetalle für Windturbinen und Solarpaneele kommen aus der Batou-Region in China und der Mongolei, wo Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsstandards sowie die Bedingungen insgesamt schrecklich sind – was die Arbeiter krank macht und ökologische Wüsten hinterlässt.

Hohe Stromkosten: Sogar mit all den versteckten Subventionen der Steuerzahler ist Strom aus Wind und Solar doppelt so teuer wie aus konventionellen Quellen. Das schädigt die Budgets von Familien und von der Industrie. Energieintensive Krankenhäuser und Fabriken sind rapide steigenden Energiekosten ausgesetzt, welche zu Entlassungen und der Schließung von Werken führt. Studien aus UK, Deutschland und Spanien sind zu dem Ergebnis gekommen, dass jeder Wind- und Solar-Arbeitsplatz zum Verlust von zwei bis vier Arbeitsplätzen in anderen Wirtschaftszweigen führt.

Flora und Faune nebst deren Habitaten: Solarpaneele überdecken viele Hektar und verhindern, dass unter ihnen Pflanzen wachsen; sie reduzieren Wildnis-Habitate und Populationen. Windturbinen töten in großer Zahl Adler, Falken, andere Vögel und Fledermäuse – obwohl die tatsächlichen Todeszahlen von Windunternehmen und Regierungsagenturen geheim gehalten werden. Außerdem ist Big Wind von den Naturschutzgesetzen bzgl. bedrohter Spezies und Schutz der Umwelt ausgenommen.

Klimawandel: Wenn wir alle überflüssigen Energiesysteme einbeziehen, lange Überlandleitungen, die erforderlichen Rohmaterialien zur Herstellung derselben sowie die für Bergbau, Verarbeitung, Herstellung, den Transport, Konstruktion und Wartung erforderliche Energie, kommt heraus, dass Wind und Solar keinerlei Reduktion von Kohlendioxid oder anderen Treibhausgasen mit sich bringt. Falls also diese Gase wirklich den Klimawandel treiben (was sie nicht tun), bringen Wind und Solar keinerlei Klima-Vorteile. Sie sind all pain, no gain.

Selbst mit all diesen Sonderbehandlungen ist Suniva kürzlich zum jüngsten Solarunternehmen geworden, welches bankrott melden musste [wie war das mit SolarWorld in Deutschland? Anm. d. Übers.]. Und jetzt heißt es, dass dieses Unternehmen sowie andere Solarunternehmen in den USA komplett verschwinden werden – es sei denn, die Regierung schreibt sofort Tarife für Solarzellen und Module vor, welche von irgendwoher außerhalb der USA importiert werden.

Wind und Solar sind einfach ein schlechter Deal für Verbraucher, Arbeiter und die Umwelt.

Link: https://www.cfact.org/2017/05/09/more-solar-jobs-is-a-curse-not-a-blessing/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Die spinnen, die Finnen – sie haben nämlich die Quadratur des deutschen Kreises gefunden

Eine ähnlich unlösbare Aufgabe scheint die Lagerung des Atommülls zu sein. In Deutschland jedenfalls wurde die Lagerung von Atommüll schlicht als unlösbare Aufgabe deklariert. Die Bürgerinitiative Lüchow Dannenberg konnte 2009 beweisen: „Der Atommüll muss für mehrere Million Jahre sicher von der Biosphäre, von Menschen, Tieren und Pflanzen abgeschirmt werden. Dies ist realistisch betrachtet eine unlösbare Aufgabe“.
Genau dieser pessimistischen Philosophie folgte jüngst die deutsche Gesetzgebung zur Endlagersuche. Seit 50 Jahren streiten sich die Deutschen um einen Standort für ein Endlager. Sie gaben schon ungefähr zwei Milliarden Euro dafür aus, keinen Standort zu finden. Nun haben sie ein Gesetz verabschiedet, welches garantiert, dass es auch ja für alle Zeiten so weitergeht: bis 2036 soll der unter Sicherheitsgesichtspunkten „bestmögliche“ Standort gefunden werden. Schon die Formulierung „bestmöglich“ garantiert, dass das nichts wird. Damit ist es auch irrelevant, das bis zum Jahre 2100 (sic) das Lager gebaut werden soll. Da werden an diesem Sankt Nimmerleinstag die Ururenkel der heutigen Politiker ihre Freude an dem Text haben. Und es wird gleichzeitig garantiert, das die Endlagersuche noch viele Milliarden kosten wird. Man hat ja immer jemanden, dem man die Rechnung anhängen kann: den Energieriesen, solange es die noch gibt, oder dem Steuerzahler. Nach 2100 soll gewährleistet werden, dass weitere 300 Jahre die eingelagerten Castoren rückholbar sein müssen. Das Ganze erinnert mich ein wenig an die Forderung, den weltweiten Temperaturanstieg bis zum Jahre 2100 auf zwei Grad zu begrenzen, besser noch auf 1,5 Grad.
Das deutsche Endlagergesetz stellt lediglich eins sicher: den Grünen kommt das wichtigste Anti-Atom-Argument nicht abhanden. Oder kurz gesagt: die Deutschen brauchen ein Endlager, aber sie wollen keines.
Und nun, unerwähnt von den deutschen Medien und unbemerkt von den deutschen Bürgerinitiativen, bauen die Finnen einfach ein Endlager für die hochradioaktiven Wertstoffe (hierzulande vulgo Atommüll genannt). Und das ohne die deutschen Vorreiter zu fragen. Dürfen Finnen das?
Jedenfalls erteilte die finnische Regierung 2015 eine Genehmigung zum Bau eines Endlagers für hochradioaktive Rückstände am Standort Olkiluoto, das ist dort, wo schon drei Kernkraftwerke stehen. Schon im Jahre 2001 wurde dieser Standort in Finnland beschlossen. Vorangegangen waren 40 Jahre umfassende multidisziplinäre Forschungen und Untersuchungen. Die mit dem Bau beauftragte Firma POSIVA begann unmittelbar nach der Genehmigung mit den Arbeiten und wird das weltweit erste Endlager für gebrauchte Kernbrennstäbe namens ONKALO im Jahre 2020 in Betrieb nehmen.

Die Anlage wird aus zwei Teilen bestehen: einer oberirdischen Anlage zur Endverpackung für die gebrauchten Brennelemente in die Endlagerbehälter- bei uns eher bekannt als „Castoren“. Diese Behälter werden in 400m tiefen Granitstollen zum endgültigen Verbleib eingebracht. Wie die Langzeitsicherheit eines solchen Endlagers funktionieren soll, zeigt anschaulich dieses Video. Den gegenwärtigen Stand der Arbeiten stellt dieses Video dar – unbedingt ansehen, da kommt sogar ein deutsches Spitzenprodukt vor, das demnächst auch verboten werden soll. (Wer’s rausfindet, darf einen Leserbrief schreiben).
Im Jahre 2020 ist es dann soweit: finnish mission impossible completed. Dann werden wohl die Finnen die Vorreiter sein. Es gibt – natürlich außerhalb Deutschlands – umfangreiches internationales Interesse an dem Projekt. Wir Deutschen hingegen haben ja noch Zeit bis 2100 eine bessere Lösung zu erfinden, die wir dann in alle Welt exportieren können.
Finnisch ist sicherlich eine schwierige Sprache. Aber Sie kennen mit Sicherheit das finnische Wort für „Besserwisser“. Das ist nämlich ganz einfach: „Besserwisser“.




Eine weitere neue Studie ordnet Varia­tionen von Temperatur und Nieder­schlag eindeutig Varia­tionen der Sonnen­aktivität zu

Eine weitere neue Studie, nämlich die von Zhang et al. 2017, ist gerade online erschienen. Die an den Forschungen beteiligten neun Wissenschaftler betonen besonders die Relation zwischen Sonnenaktivität und Klima in dem mittelasiatischen Gebiet des Qinghai-Tibetan Plateau (QTP) während der letzten 10.000 bis 12.000 Jahre.

Die Autoren weisen eine Verbindung nach zwischen hoher und geringer Sonnenaktivität mit korrespondierenden hohen und niedrigen Temperaturen bzw. Niederschlagsmengen. Wellenförmige Temperaturverläufe im Maßstab von Jahrtausenden und Jahrhunderten variieren um etwa 2,5°C über das gesamte Holozän. Kohlendioxid als einflussreicher Faktor bzgl. Klimawandel wird nirgendwo erwähnt.

Obwohl die instrumentellen Aufzeichnungen aus dem Gebiet eine abrupte Erwärmung während der letzten Jahrzehnte dokumentieren (was zusammenfällt mit dem Modern Grand Maximum), zeigen Beweise aus Proxys subfossiler Chironomiden [Zuckmücken], welche für die Rekonstruktion der Temperatur herangezogen worden waren, keinen signifikanten oder ungewöhnlichen Erwärmungstrend im vorigen Jahrhundert.

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Hoch aufgelöste rekonstruierte quantitative Sommertemperatur-Rekonstruktion im Südosten des Qinghai-Tibetan Plateau (QTP in Central Asia)

Zhang et al., 2017

1. Aus der Aufzeichnung geht hervor, dass die Sommertemperatur um ~2,5°C über den gesamten Zeitraum variiert. Zu einer allgemein wärmeren Periode war es von vor 8500 bis 6000 Jahren gekommen, und ein Abkühlungstrend setzte vor 5500 Jahren ein*. Das gesamte Muster passt zur sommerlichen Einstrahlung auf 30°N und zu Aufzeichnungen des asiatischen Sommermonsuns aus den benachbarten Gebieten. Sie zeigen, dass die Sommertemperaturen im Südosten der QTB auf Einstrahlungs-Antriebe reagieren sowie auf die vom Monsun gesteuerte Variabilität im Zeitmaßstab von Jahrtausenden. Modifizierungen dieses Gesamt-Trends treten auch aus der feineren zeitlichen Auflösung hervor, und wir denken, dass die Sonnenaktivität ein wichtiger Faktor sein könnte, welcher die Variabilität im Zeitmaßstab von Jahrhunderten steuert. Es könnte einen verstärkten Effekt zum Ende des Holozäns gegeben haben, schwächte sich doch der monsunale Einfluss ab.

[*Hinweis des Übersetzers: Im Original stehen die Zeitangaben in der Form „c.8500 cal yr BP“. Falls die Übersetzung „vor 8500 Jahren“ unzutreffend ist, bitte ich um Korrektur. Anm. d. Übers.]

2. Wir heben hervor, dass die Sonnenaktivität wahrscheinlich eine verstärkte Rolle spielt bei Änderungen der Sommertemperatur, und zwar wegen der hohen Seehöhe der QTB, wenn der Monsun schwächer ist. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die sommerliche Temperatur-Variabilität auf der QTB im späten Holozän sofort auf Änderungen der Sonneneinstrahlung reagiert.

3. Der Temperaturrückgang kann auch einer Abnahme der Sonnenaktivität geschuldet sein, zusammenhängend mit dem Hallstatt-Zyklus, wobei sich solare Minima um die Zeit vor 8200, 5500, 2500 und 500 Jahren konzentrieren (Steinhilber et al. 2012).

4. Alle drei Aufzeichnungen folgen dem abnehmenden Trend der sommerlichen Einstrahlung auf 30°N (Berger und Loutre 1991), und dieses Muster zeigt sich großräumig in ganz Süd- und Ostasien von Dongge und Qunf Caves (Dykoski et al., 2005; Fleitmann et al., 2007). Der Trend ist gekennzeichnet durch eine umfassende Verschiebung in zu niedrigeren mittleren sommerlichen Temperaturwerten von vor 5500 Jahren in den See-Aufzeichnungen. Dies zeigt, dass langfristige Änderungen von Temperatur und Niederschlag im Sommer im südwestlichen China auf Änderungen des Einstrahlungs-Antriebs reagieren (Gray et al. 2010).

5. Die verzögerte Reaktion des regionalen Klimas auf orbitale Antriebe zu Beginn des Holozäns kann zusammenhängen mit der Temperatur-Variabilität, welche getrieben wird durch Fluktuationen der solaren Einstrahlung während dieses Zeitraumes im Zeitmaßstab von Jahrhunderten (Fleitmann et al., 2003; Wang et al., 2005). Zusätzlich könnte die Existenz restlicher Eisschilde in hohen Breiten der Nordhemisphäre zu Beginn des Holozäns auch die Verzögerung des Erreichens eines Temperatur-Optimums im südwestlichen China verursacht haben als Reaktion auf das Maximum der solaren Einstrahlung (Xiao et al., 2009; Wen et al., 2010).

6. Die Reihe aus den Chironomiden aus dem Tiancai-See zeigt eine sommerliche Erwärmung um 2,2°C erst vor rund 2500 Jahren, und die auf Alkenonen* basierende Reihe aus dem Qinghai-See zeigen ebenfalls eine Erwärmung in diesem Zeitintervall. Die Warmperiode dauerte fast 1000 Jahre bis vor rund 1600 Jahren. Diese zeitliche Kohärenz bedeutet eine regionale Klima-Reaktion und zeigt, dass sekundäre Antriebe das von der Einstrahlung getriebene System modifizieren können. Diese Warmzeit hängt möglicherweise zusammen mit dem rapiden und allgemeinen Anstieg der Sonnenaktivität (Steinhilber et al. 2012).

[Alkenone: hier bei Wikipedia steht, was das ist, sofern man dieser Plattform trauen kann. Anm. d. Übers.]

7. Diese Beobachtungen können die Variabilität des Indischen Sommermonsuns reflektieren als Folge des Einflusses der verstärkten Sonnenaktivität. Sie liegen auf einer Linie mit Beweisen in einigen Studien (Lihua et al., 2007; Thamban et al., 2007; Hiremath et al., 2015) des vom Indischen Sommermonsun beeinflussten Gebietes (z. B. im Golf von Bengalen). Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Fluktuation der solaren Einstrahlung die sommerlichen Lufttemperaturen im QTB beeinflusst, entweder durch einen direkten Anstieg der Wassertemperaturen in dem See auf der hohen Seehöhe unter einem abgeschwächten Sommermonsun. Alternativ könnte diese Fluktuation auch zu Variationen der Aktivität des Indischen Sommermonsuns führen im Zeitmaßstab von Dekaden und Jahrhunderten.

8. Allgemein wird das Muster der Änderungen der Sommertemperatur im Zeitmaßstab von Jahrtausenden getrieben durch die von der sommerlichen Einstrahlung erzwungene Intensität des asiatischen Sommermonsuns. Variationen dieses allgemeinen Musters traten zum Ende des Holozäns hervor und können zusammenhängen mit einer Verschiebung der Sonnenaktivität (z. B. von vor ~2500 bis 1600 Jahren).



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Link: http://notrickszone.com/2017/05/18/another-new-paper-traces-variations-in-temperatures-precipitation-to-variations-in-solar-activity/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Das ist ein guter Tag für alle Stromver­braucher – um noch einmal zu feiern, weil es der letzte (gute) war

Einmal von unserer SPD-Umweltministerin, welche überzeugt ist, dass Ökostrom bald keine Rechnungen mehr stellt, indem sie einem Moderator unwidersprochen die Aussagen zubilligte:
EIKE 27.03.2017: Nee, bei uns gibt´s keine Klimaleugner
Moderator: Warum überzeugt man die Bevölkerung nicht damit, dass man ihnen sagt: Hey .. wenn wir das jetzt, wenn wir einmal bei 100 % sein sollten, dann braucht man für Strom gar nichts mehr zu bezahlen, weil sich das dann irgendwie selbst ergibt durch die Erneuerbaren und das Einzige was dann irgendwie kostet sind die Instandsetzung. Warum wird das Argument nie gebracht. Eh Leute, irgendwann braucht man für Strom nie mehr bezahlen …
Aber auch durch die Fachpersonen der anderen Parteien, welche (wieder) belegen, dass Unkenntnis in Berlin schon länger nicht mehr parteigebunden ist, weil wie bei Abstimmungen [7] nur noch eine „Einheitskenntnis“ herrscht.

Energiebeauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Bareis, Diplom-Betriebswirt:
SZ, Nr. 116: „Das ist ein guter Tag für alle Stromverbraucher
Sprecherin für Energiepolitik GRÜNE, Julia Verlinden, Umweltwissenschaftlerin:
SZ, Nr. 116: „Die Aussschreibung habe bewiesen, dass Windenergie „längst wettbewerbsfähig ist“ … „folglich sei es unsinnig, die Menge des grünen Stromes zu deckeln“.

Anmerkung: EIKE ist kein politischer Blog. Wer von den Lesern das hier aufs EEG bezogene allgemeinpolitisch lesen möchte, schaue noch dort hinein: THE EUROPEAN: Achtung Satire: SPD nominiert Merkel

Das Fachpersonal der Parteien

Über die Klima- und Energiekenntnisse des Herrn Bareis lässt sich wenig recherchieren. Er ist aber Mitglied im Rat von Agora Energiewende, in dessen Vorsitzendem-Gremium der ehemalige Minister und PIC Gründungsdirektor Klaus Töpfer ebenfalls Mitglied ist.
Seine Informationen zum EEG sind teilweise diametral, so dass man nicht weiß, welche seiner Andeutungen Wissen, und welche der Absicherung gegen politisch „unschickliche“ Fehlmeinungen entspringen.

[1] Thomas Bareiß, der Vorsitzende der Untergruppe Energie im Bundesfachausschuss, erläuterte die Formulierung aus dem Entwurf auf Nachfrage. „Die Kosten für erneuerbare Energien sinken schnell, andererseits werden die CO2-Zertifikatepreise aufgrund unserer hohen Reduktionsziele in den nächsten Jahren schnell steigen“, sagte der CDU-Abgeordnete. Dadurch werden erneuerbare Energien aus seiner Sicht „automatisch konkurrenzfähig“.

Von Frau Verlinden kann man es jedoch in ihrer Dissertation nachlesen.

Danach wird man Umwelt- und Energie- und sonst noch alles Wissenschaftler*in durch das Fach Philosophie:
Dissertation zur Doktorin der Philosophie: Energieeffizienzpolitik als Beitrag zum Klimaschutz Analyse der Umsetzung der EU-Gebäude-Richtlinie in Deutschland (Bereich Wohngebäude).
Geleitwort
Die deutsche Energieeffizienzpolitik hat Frau Verlinden anhand der EU-GebäudeRichtlinie und deren Umsetzung in Deutschland untersucht. Die Veröffentlichung ihrer Dissertation passt hervorragend zu einem der diesjährigen Schwerpunkte des Umweltbundesamtes: „Bauen und Wohnen“ und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur politikwissenschaftlichen Forschung, die sich bisher kaum mit dem Politikfeld Energieeffizienz beschäftigt.
Die vorliegende Arbeit ist zwischen 2008 und 2012 in Kooperation mit dem UBA entstanden.
Die Dissertation von Julia Verlinden ergänzt auf hervorragende Art und Weise die aktuelle UBA-Forschung zu Techniken, Hemmnissen, ökonomischen Anreizen und der Weiterentwicklung von Rechtskonzepten zur Gebäudesanierung und dem Ziel des klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050.

Es wird oft behauptet, dass Techniker „nicht über ihren Schreibtisch hinaus schauen“ würden. Bei einer „Philosophin“ scheint dies aber auch nicht anders zu sein. Jedenfalls gilt auch dort der Glaube an das was andere (oder der Arbeitgeber, oder die Partei) sagen, als ausreichende Begründung:
Dissertation: … Doch um die Klimaschutzziele zu erreichen, ist…
… Ein Blick in vorliegende Technologiestudien und Weltenergieszenarien zeigt, dass ‚Effizienz + Erneuerbare‘ in der Tat die einfachste und vom technischen Potential her prinzipiell ausreichende Formel für die Lösung des Klimaproblems darstellt … (Hennicke 2010: 9) … Unsere Gesellschaft benötigt also eine „Effizienzrevolution“ (Hennicke 2010, vgl. zur „Energierevolution“ auch Hennicke et al. 2010) mit einer klaren politischen Strategie – und dafür ist nicht mehr viel Zeit

Ansonsten ist die Dissertation (nach rein persönlicher Meinung des Autors) im Wesentlichen reine Fleißarbeit an Recherchen, die umso leichter gefallen sein dürfte, als der Arbeitgeber die Möglichkeiten dazu (an)bot. Über das im Dissertationsthema angegebene Thema „Klimaschutz“ ist in der Dissertation inhaltlich, geschweige als Gegenstand einer Forschungsarbeit, nichts zu finden.
Wenn man abschreibt, verliert man schnell die „Doktor-Würde“, wenn man nichts (dazu) schreibt, behält man sie und steigt politisch auf.

Die unendliche EEG-Geschichte in Wiederholung

Aktuell macht die Windkraft am Strom Gesamtmix 12,3 % aus. Den Offshoreanteil kann man in den Betrachtungen vernachlässigen, beziehungsweise abziehen, womit noch ca. 10 % Anteil am Gesamt-Strommix verbleiben.

Bild 1 Strommix Deutschland 2016

Auch ohne viel zu rechnen, erkennt man, dass dieser „Durchbruch“ an „Kostenminimierung“ am Gesamt-Kostenbild wenig verändert. Wenn also eine „Fachperson“ Bareiß mitteilt: „Die Kosten für erneuerbare Energien sinken schnell“,

und im aktuellen Nachspann meldet: Das ist ein guter Tag für alle Stromverbraucher
zeigt es nur, dass Fake-News durch Fehleinschätzungen gerade bei Politikern weit verbreitet sind.

Ist man GRÜN und zugleich durch eine Betrachtung zur Umsetzung der Gebäuderichtlinie promoviert, darf man noch eines drauf setzten und sagen: „folglich sei es unsinnig, die Menge des grünen Stromes zu deckeln“.

Wobei diese „Fachfrau“ vergaß, eher: Es gar nicht weiß, dass man beim Strom zwischen Preisgefüge und technischen Notwendigkeiten unterscheiden muss.

Zum Preisgefüge

Anhand der EEG-Vergütungswerte – das ist der Nettopreis, den der private Stromkunde dem EE-Lieferanten immer bezahlen muss – sieht man, wie die anfangs teils exorbitanten Vergütungen ganz langsam abnehmen. Wegen der 20-Jahre Garantie aber eben mit einer riesigen Verzögerung.

Bild 2 Mittlere Vergütungszahlungen an Betreiber für EEG-Strom (in Cent pro kWh) gemäß Jahresabrechnungen. Vom Autor zusammengesetzt. Quelle: WIKIPEDIA

Was es konkret im Geldbeutel bedeutet, zeigt das folgende Bild. In der EU ist Dänemark Spitzenreiter, gefolgt von Deutschland – weil es später mit dem Wahnsinn angefangen hat. Frankreich, welches weiterhin auf Atomkraft setzt, ist gleichzeitig ein Vorbild an (unsinniger, aber für extrem wichtig gehaltener) CO2-Vermeidung und gleichzeitig geringen Stromkosten.

Bild 3 Stromkostenvergleich verschiedener Länder

Beide Fachperson*in-en (Frau Hendricks gehört natürlich auch noch dazu, doch als Person deren Wissen über EEG und Klima nicht identifizierbar ist, übersieht man sie leicht) erwähnten in ihrem Überschwang nicht, dass die relativ geringen Gesamt-EEG-Vergütungsänderungen inzwischen wenig vom Strompreisverlauf bestimmen.

Dies erfolgt durch das parallele Bevorraten der Backup-Kraftwerke, dem Leitungsausbau und was noch stark unterschätzt wird, den Steuerungsausbau, angefangen vom Smart-Grid Zähler bis zu dem, was man modern „intelligentes Netz“ nennt und riesige Investitionen im unteren bis Mittelspannungsbereich erfordert.

EIKE 01.01.2016: Die neuen Energien im Jahr 2015 und im Jahr 2050 für Dummies Teil 2 intelligente Versorgungsnetze,
dazu eine massive Erhöhung der CO2-Zertifikatekosten und natürlich den Kosten für den noch nicht im Ansatz begonnenen Speicherausbau.

Was alleine die Speicherkosten beim Strompreis für eine Explosion verursachen, wurde gerade anschaulich an einem innogy-Angebot dargestellt:
EIKE 18.05.2017: Rechnerisch lohnt sich die solare Eigenversorgung nicht

Fazit

Der geringfügige Rückgang der EEG-Einspeisevergütung wird in Zukunft durch die enormen Investitionen und den Speicherkosten um ein Vielfaches aufgehoben. Fachleute munkeln, dass die kWh für den privaten Strombezieher noch die Größenordnung von 1 EUR erreichen kann.
Unsere Politik wird dies als Erfolg verkünden: Wer auf uns gehört hat, nur noch im Passivhaus wohnt, Niedrigst-Energie-Geräte verwendet, vorwiegend Fahrrad fährt und sonst nur öffentliche Verkehrsmittel benutzt, beziehungsweise sein Elektroauto beim (öffentlichen) Arbeitgeber fast umsonst laden kann, bemerkt davon praktisch nichts. Für die anderen – unbelehrbaren – wollten wir, dass es so kommt.

Der Deal zwischen Staat und Industrie

Aber es gibt trotzdem kein Zurück mehr, Grund: Inzwischen hat die gesamte Industrie (und nicht mehr nur einzelne Interessensverbände) das Volumen erkannt. Und wie bisher immer in der deutschen Geschichte beim Krieg gegen böse Kräfte will sie an den immensen Beschaffungsvolumen für das Kriegswerkzeug verdienen. Dazu ist ihr jeder Deal (und Gedächtnisverlust) willkommen.

Ruhrkultour: Die Energiewende ist ein industrielles und gesellschaftliches Umbauprojekt
… “Die Energiewende ist ein groß angelegtes industrielles und gesellschaftliches Umbauprojekt”, heißt es in der Präambel der “Charta für eine EnergiewendeIndustriepolitik”. “Es geht um nichts weniger als darum, die Energiebasis der deutschen Wirtschaft innerhalb einer Generation, also in gut 30 Jahren, komplett umzustellen – weg von Kohle, Öl und Erdgas, hin zu Erneuerbaren Energien. Dies ist für den Industriestandort Deutschland Chance und Risiko zugleich.” …
… Damit die Idee zur Schaffung einer neuen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung funktioniert, darf Deutschland seine Industrie allerdings nicht verlieren. Ohne sie wäre eine Transformation nach grünen Ideen nicht möglich. Natürlich haben die grünen Planer beobachtet, dass die Investitionen in Deutschland fast zum Stillstand gekommen sind. Und daher scheint der richtige Zeitpunkt für sie jetzt gekommen zu sein, sich den Industrieunternehmen, die sie zunächst an den Rand der Existenz gedrängt hatten, als Retter anzubieten …

Der Deal zwischen Staat und Industrie
Ab Ende 2017 soll zwischen Staat und Industrie ein Wirtschaftspakt vorbereitet werden, in dessen Mittelpunkt die beschlossenen Klimaziele, die Rahmenbedingungen für die Industrie und die zentralen Instrumente, stehen sollen. Der Deal zwischen Staat und Industrie besteht laut Dialogpapier aus folgender nicht verhandelbarer Vereinbarung:
Der “Zukunftspakt für eine Energiewende-Industriepolitik” sieht vor, dass die Industrie von der Politik die Garantie erhält, dass sie, “insbesondere die im internationalen Wettbewerb stehenden energieintensiven Branchen, auch während der Transformation verlässliche Investitionsbedingungen und wettbewerbsfähige Energiekosten vorfinden wird.”
Die Industrie verpflichtet sich ihrerseits für dieses Entgegenkommen des Staates, “dass sie sich mit dem Pariser Klimaschutzabkommen identifiziert und die Politik bei dessen Umsetzung in Deutschland durch die Klimaziele von Bundesregierung und Bundestag, insbesondere für die Zieljahre 2030, 2040 und 2050, unterstützt.”
… “Aus der energieintensiven Industrie kommt kein Widerstand, weil diese von der Umlagegebühr befreit ist – Stahl, Chemie, Kupfer, Aluminium profitieren sogar von den tiefen Großhandelspreisen. In Wirklichkeit ist das System aber insgesamt viel teurer. Die Privathaushalte und die übrige Industrie sowie das Gewerbe zahlen einfach die Zeche.” …

Der Verein NAEB e.V. (WEB-Adresse www.naeb.de) hat zu diesem Thema ebenfalls eine Information auf ihrem aktuellen Newsletter verbreitet. Obwohl der Autor mit ein paar technischen Angaben nicht einverstanden ist, ist der kommerzielle Tenor eindeutig:
NAEB e.V. Newsletter (Auszug): CPQM Consumer Power Quality Management – oder zurück zur Strom-Autarkie?
Jeder Besucher in Entwicklungsländern und industriell unterentwickelten Ferienregionen kennt den ohrenbetäubenden Lärm der Notstrom-Aggregate, wenn das Netz ausgefallen ist – die ultima-Ratio des CPQM. Davor liegen die intelligenteren Maßnahmen des CPQM wie Kurzzeit USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung), Strom-Verbauchermanagement (was man uns unter dem Namen intelligenter Zaehler verkaufen will) und das eigentliche Monitoring bis hin zur Qualitätsüberwachung der drei einzelnen Phasen des Netzes.
Bezogen auf die rund 1.000 lokalen Stromversorger und die vielen 100-tausend größeren Stromverbraucher entsteht ein riesiger völlig neuer Markt durch den Einsatz der EE. Bisher lag die Funktion des PQM bei den meinetwegen 250 jeweils aktiv an der Versorgung beteiligten Strom (Power)-Produzenten. Die gehen nun aus dem Markt, zumindest sind die Kessel kalt, in jedem Fall nicht bei 75% Last (wo das Granersche Patent optimal wirken kann)
Stellen Sie sich vor, wie der beginnt zu boomen, wenn wir die ersten 5 Blackouts in Deutschland hatten. Insofern ist auch die These unserer Freunde falschen, wir bräuchten nur einen Blackout, und die EE-besoffenen Deutschen (und Franzosen, Schweitzer, Kalifornier und und…)kämen zur Vernunft. Das ist zumindest meine Einschätzung, ich freue mich aber über Ihren Kommentar!
Entscheiden dazu ist, wie man die Blackouts marketingmäßig aufbereitet: Ich wollte mich auf der Industriemesse bei ABB darüber informieren, wie man sich vorstellt, mit der Anforderung des Rückganges der „rotierenden“ Massen bei weiterem Ausbau der EE und Behinderung des Stromabflusses ins Ausland durch Querregler fertig zu werden. Umso überraschter war ich, als der mir auf Grund meiner Terminanfrage zugeteilte Referent mit tiefster Überzeugung eröffnete, dass man das Problem auf diesem Wege angehen würde (er nannte den Begriff CPQM nicht sondern beschrieb den Weg). Es traf mich wie ein Blitz!
Dann aber leuchtete es mir ein. Mache einen 1.000 fach größeren Markt (statt 250 Stromerzeuger 250.000 Großverbraucher und Stadtwerke), indem der erstere einfach über das von unserem Pressesprecher Prof. Dr. Appel immer wieder kritisierte Strompreisdumping zerstört wird.

Und das wichtigste ist, dass das Politiker-Ziel 100%EE greifbar wird – egal um welchen Preis.
Nachdem ich mich vom Schock in der Kalten Sonne (nicht der von Prof. Vahrenholt) auf dem Freigelände der Hannovermesse an diesem April-Tag 2017 erholt hatte, bin ich dann inkognito zu Siemens gegangen und fühlte mich nach etlichem Rumfragen bei vielen Exposes (die haben ja inzwischen Zeit) bestätigt. Und nun war mir plötzlich auch klar, warum in Halle 13 von Jahr zu Jahr der Anteil der Stände mit PQM-Fokus wuchs – inzwischen ca. ein Drittel. Es macht alles sehr viel Sinn:
Bedeutet dass nun zurück zur Stromautarkie wie in den ersten Dekaden der Stromnetze nach 1900? Nein, dies wird der allmächtige Moloch Staat durch entsprechende Besteuerung verhindern, indem er auch den selbsterzeugten Strom aus dem eigenen Kraftwerk so besteuert, dass es preisgünstiger ist, den minderwertigen Blackout-behafteten Strom der EE zu beziehen und sich nicht mit CPQM zu behelfen. Das Ergebnis möchte dann ein Strompreis in der Größen-Ordnung 1 EUR zwischen 2025 und 2030 sein

Der Deal wird auch von einem wichtigen Umweltverband mitgetragen:
[1] Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), brach noch einmal in aller Deutlichkeit die Lanze für den Klimaschutz – auch auf Kosten der Landschaft. Die Energie aus der Sonne oder indirekt aus der Sonne brauche Platz. Auf der anderen Seite stünden Milliarden an Folgekosten durch den Klimawandel.

Der Ökovirus hat nun auch die Schweiz erfasst – allerdings …

Eben kam die Meldung, dass die Schweizer Bürger in der Volksabstimmung der Energiewende ihrer Regierung zugestimmt haben.

BLICK: BERN – 58 Prozent für die Energiewende Das Schweizer Stimmvolk sagt Ja zur Energiestrategie. Der Bau neuer Atomkraftwerke wird verboten, die erneuerbaren Energien werden stärker gefördert

Man muss sich allerdings deren aktuellen Energiemix ansehen, um die Auswirkungen zu relativieren: Der Anteil Solar- und Windstrom beträgt 0,57 und 0,29 %, die Kernkraftwerke sind nicht verboten, neue dürfen jedoch nicht zugebaut werden.

Bild 4 Strommix Schweiz. Quelle: CH Stromkennzeichnung: Lieferantenmix Schweiz (Daten für 2016 liegen noch nicht vor)

Ansonsten aber wie überall das Gleiche:

dw.com: Finanziert wird die Schweizer Energiewende teilweise durch Zusatzabgaben der Stromnutzer. Die rechtspopulistische Volkspartei SVP hatte mit Warnungen vor horrenden Stromrechnungen dagegen Stimmung gemacht. Gegner der Strategie befürchten eine Gefährdung der Energieversorgung sowie ausufernde Kosten und kritisiert zudem, dass die Energiewende vor allem von Kleinkunden gestemmt und Großabnehmer finanziell entlastet würden.
Das Besteuern von Atemluftbestandteilen und Klimaschutz-Ablasshandel war eben auch für die Regierung der Schweiz zu lukrativ, um darauf verzichten zu wollen.

Und wie einstmals in Deutschland „wissen“ die Befürworter, dass GÜNE-Energie fast nichts zusätzlich kostet:
20minuten.ch: [5] … Auch Kathy Riklin (CVP) ist überzeugt: «Die Schweiz wird den Energie- und Stromverbrauch senken können, ohne dass die Bürger darunter leiden werden.» Der technologische Fortschritt entwickle sich rasant, so dass sich der Konsument dank energieeffizienteren Geräten und Fahrzeugen nicht einschränken müsse. «Er wird auch in Zukunft nicht auf seinen Kühlschrank oder die Kaffeemaschine verzichten müssen. Das heisst: Gleicher Lebensstandard mit weniger Energie.» Klar müsse, wer Energie konsumiere, mehr dafür zahlen. Aber: «Man kann auch mit einer geringeren Energieproduktion wunderbar leben», sagt Riklin. Einen Wäschetrockner etwa solle man massvoll einsetzen: «Das ist ein extremer Energieverschleiss. Stattdessen hängt man besser die Wäsche auf.»
Dank effizienterer Wärmeproduktion, Maschinen, Autos und besser isolierten Häusern werde man Ende Monat sogar mehr Geld im Portemonnaie haben. Zum Energiesparen trügen auch neue Arbeitsmodelle wie etwa Home-Office bei. Man müsse die Kosten im Verhältnis sehen: «Strom kostet Schweizer Bürger etwa zehnmal weniger als die Krankenkasse.» Unter dem Strich werde die
Energiestrategie «keinen Rappen mehr kosten» als die jetzige Energieproduktion.

während die Gegner natürlich Unsinniges behaupten wie:
20minuten.ch: [5] … «Kommt die Energiestrategie 2050 durch, katapultiert uns das in Richtung 1960er-Jahre zurück» … Energieträger wie Strom, Heizöl oder Erdgas würden massiv verteuert. In einer zweiten Phase der Energiestrategie würde über eine Lenkungsabgabe wahrscheinlich auch das Benzin verteuert.
[3] … Rechnet man die 200 Mrd. auf 8,5 Mio. Einwohner um, so wird jeder Schweizer Bürger mit CHF 23.000,- zur Kasse gebeten, was pro Jahr CHF 713,- ergibt. Für eine vierköpfige Familie summiert sich dies auf total CHF 94.000,- bzw. auf jährlich CHF 2.852,- gut das 71fache der „amtlichen“ CHF 40,-.

Auch in der Schweiz darf für den Klimaschutz die Natur selbstverständlich leiden, wie es H. Weiger in Deutschland ja auch für zulässig hält [1]. Bei den Umweltverbänden muss man jetzt jedenfalls immer erst prüfen, ob es sich um einen „Guten“, oder um einen „Schlechten“ handelt.
20minuten.ch: [4]
Wie Umweltverbände die Energiewende torpedieren
Die Umweltorganisationen sind zwar für die Energiestrategie 2050. Doch fast alle Wind- oder Wasserkraftprojekte sind durch ihre Einsprachen blockiert.
Lieber ein Windpark, als Kohlestrom
… Für Rigassi von Suisse Eole ist aber klar, dass es für die Energiewende Kompromisse brauchen wird. Er ruft zu einer ganzheitlichen Betrachtung auf: «Ich hätte lieber einen Windpark in der Nähe, als Strom aus Kohlekraftwerken im Ausland. Ich meine, dass müsste auch im Sinnne des Umweltschutzes sein. Zumindest der WWF ist offenbar auch dieser Ansicht: Er hat sich diese Woche zum Ziel von 400 Anlagen in der Schweiz bekannt – heute sind es zehnmal weniger …

Bald wird die Schweiz bestimmt zusätzlich auch Ökotouristen anziehen. Was in Deutschland noch nicht so richtig klappt:
EIKE 25.03.2016: Windräder als Aussichtsplattformen sind Touristenmagnete
ist dort leichter, da man nicht erst auf die Windradplattform steigen muss, sondern bequem davor relaxen kann.

Bild 5 Geplanter Windpark Altaventa AG Schweiz. Medienbild (Auszug)

Herrn Schily, der es persönlich übernommen hat, die Schweizer ganz, ganz kurz vor dem Referendum noch gegen die Energiewende aufzurütteln und zu informieren,

EIKE: Appell an Schweizer: Ex-Innenminister Schily warnt vor Energiewende,
bietet sich nun eine gute Gelegenheit, dies in Deutschland zu wiederholen. Hier ist der Vorteil, dass man dafür Legislaturperioden und länger Zeit hat.

Er kollidiert damit zwar massiv gegen den Anspruch auch „seiner“ Partei, die als Regierungsmitglied ganz andere Ziele ausweist. Ohne die Verantwortung für „die Welt…“ tut „man“ es in Berlin nämlich wieder nicht:
BuFi 2014, 125: [6] Das Ziel der Bundesregierung ist es, mit Forschung und Innovation einen Strukturwandel von einer erdöl- hin zu einer biobasierten Industrie zu ermöglichen, der mit großen Chancen für Wachstum und Beschäftigung verbunden ist. Deutschland soll im internationalen Vergleich zu einem dynamischen Forschungs- und Innovationsstandort für biobasierte Produkte, Energie, Verfahren und Dienstleistungen werden. Zugleich soll es Verantwortung für die Welternährung, die Rohstoff- und Energieversorgung aus Biomasse sowie für den Klima- und Umweltschutz übernehmen.“

Quellen

[1] ERNEUERBARE ENERGIEN: Politikerstreit um die Energiewende im Wahljahr

[2] SPIEGEL ONLINE: CDU erwägt Stopp der Ökostromförderung

[3] Ruhrkultour: Volksabstimmung zur Energiestrategie 2050: Ein teurer Pyrrhussieg

[4] 20minuten.ch: Wie Umweltverbände die Energiewende torpedieren

[5] 20minuten.ch: Müssen wir künftig extra zahlen, wenn wir waschen?
[6] ZIVILGESELLSCHAFTLICHE PLATTFORM FORSCHUNGS WENDE: Working Paper 2015

[7] EIKE 04.10.2016: Klimavertrag von Paris im Bundestag erreicht 100 % Zustimmung. Die DDR Volkskammer lässt grüßen




Die EnBW im Sinkflug

Das Unternehmen hatte im Berichtsjahr 2016 einen Rekordverlust von fast 2 Milliarden Euro erlitten, wodurch der Gesamtschuldenstand auf 10 Milliarden anstieg. Die Eigenkapitalsquote lag 2016 auf dem mickrigen Wert von 8,3 Prozent, was gegenüber dem Vorjahr einen Abschlag von 5 Prozentpunkte bedeutete. Wo soll unter diesen Umständen das Kapital für Neuinvestitionen herkommen? Kein Wunder, dass mit 800 Aktionären die Reihen im Karlsruher Kongresszentrum deutlich lückenhafter waren als in der Vergangenheit.

Reaktoren und Rückbau

 
Es waren die fünf Kernkraftwerke in Obrigheim, Philippsburg und Neckarwestheim, welche der EnBW über Jahrzehnte hinweg 50 Prozent ihres Konzerngewinns bescherten. KWO (mit 360 Megawatt), KPP 1 (930 MW) und GKN I (840 MW) mussten im Gefolge der Energiewende stillgelegt werden und befinden sich seitdem im Rückbau. Damit verbunden war ein dramatischer Finanzeinbruch, der nur dadurch gebändigt werden konnte, weil EnBW dem Land Baden-Württemberg samt einigen Landkreisen zu ca. 95 Prozent gehört und von diesen finanziell unterstützt wurde. Die ganz großen Atomkraftwerke KPP 2 (1.450 MW) und GKN II (1.400 MW) müssen gesetzesgemäß 2019 bzw. 2022 abgeschaltet werden. Das wird nochmals einen riesigen Gewinneinbruch verursachen.
Nicht im Entferntesten wird der Ausfall dieser Kernkraftwerke kompensiert durch Windparks, von denen bislang onshore nur 270 MW und offshore nur 350 MW in Betrieb sind. Zehn Solarparks mit einer Gesamtleistung von 35 MW komplettieren den Bestand an EE-Kapazität.
Seit 2012 bemüht sich die EnBW, die Voraussetzungen zum Rückbau und zur Abfalllagerung der genannten fünf KKW zu erbringen. Dafür waren 4,7 Milliarden Euro in den Atomfonds der Bundesregierung einzuzahlen, welche (hoffentlich) in all den früheren Betriebsjahren bilanziell zurückgestellt worden sind. Im Vorjahr wurde damit begonnen, an den Standorten Philippsburg und Neckarwestheim sogenannte Reststoffbearbeitungszentren zu errichten. Darin sollen die leicht-und mittelaktiven Abfallstoffe vom nichtradioaktiven Abfall (ca. 90 Prozent) getrennt werden. Einige Castorbehälter beabsichtigt man auf dem Neckarfluss  von Obrigheim nach Neckarwestheim zu schiffen.
Kohlekraftwerke und Kolumbien

Zur Energieversorgung ist die EnBW derzeit noch auf konventionelle Kraftwerke angewiesen, die zu jeder Tages-und Nachtzeit zur Verfügung stehen. Das haben die kalten Wintermonate einmal mehr gezeigt. Doch gerade diese Anlagen sind kaum wirtschaftlich zu betreiben. Seit 2014 musste die EnBW deshalb für acht Kraftwerksblöcke die Stilllegung beantragen, welche aber allesamt von der Netzagentur als „systemrelevant“ eingestuft wurden. Seit 2013 wurde das Erzeugungsportfolio bereits um 40 Prozent reduziert. (Zum Umstieg auf Gas ist derzeit das Gaskraftwerk Stuttgart-Gaisburg mit 210 MW im Gange). Trotzdem sind die Kohlekraftwerke immer noch der zentrale Baustein für die Versorgungssicherheit.
Der Großteil der Kohle kommt aus dem südamerikanischen Land Kolumbien. Deswegen gab es bei den vergangenen Aktionärstreffen immer wieder heftige Kritik; Umweltschutzorganisationen werfen den Förderkonzernen Drummond und Prodeco Umwelt-und Menschenrechtsverfehlungen vor. Aber offensichtlich haben sich die Verhältnisse in diesem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land erkennbar verbessert. Mit einer Delegation vor Ort konnte sich die EnBW-Manager davon überzeugen, dass die kolumbianischen Kohleproduzenten nun deutliche Verbesserungen beim Arbeitsschutz und den Gewerkschaftsrechten eingeführt haben. Ein Stopp der Kohlelieferungen, wie manche es fordern, wären weder für die Mitarbeiter vor Ort, noch für das wirtschaftlich arme Land hilfreich. EnBW wird deshalb weiterhin Steinkohle aus dieser südamerikanischen Region beziehen.

Vertrieb und Vergütung

Der Stromverkauf – sprich: der Vertrieb von Kilowattstunden (kWh) – ist mittlerweile zu einem schwierigen Geschäft geworden. Die Gründe dafür sind zweifacher Natur:  zum einen ist der Stromverbrauch seit Jahren rückläufig; zum anderen gibt es nicht mehr (wie früher) nur wenige Stromproduzenten, sondern deren Zehntausende. All die Mini-Erzeuger von Wind- und Solarstrom dürfen nach den planwirtschaftliche Gesetzen der Energiewende nahezu risikolos in das Stromnetz einspeisen und drücken damit die Preise. Und die Großkunden, wie Daimler, DB etc, kaufen ihren Strom billig für 2 bis 3 Cent/kWh an der Börse in Leipzig. Die EnBW wird damit immer mehr in Nischen gedrängt, wie zur Telekommunikation, zu E-Tankstellen und zur Straßenbeleuchtung. Nicht mehr um die Versorgung großer  Umspannwerke geht es, sondern um einzelne Steckdosen in der Garage eines E-Mobil-Besitzers. Im Berichtsjahr 2016 hat sich die EnBW deshalb schweren Herzens entschlossen, den imageträchtigen Bereich des Großkundenvertriebs zur Gänze aufzugeben.
Ein weitreichender Schritt, den der frühere Vertriebsvorstand Dirk Mausbeck schon seit Jahren vorhergesehen hatte und mit einem Bündel von Effizienzmaßnahmen begegnen wollte. Aber Mastiaux ließ seinen Anstellungsvertrag Ende 2014 auslaufen und bestellte die Vodafone-Managerin Susan Hennersdorf als Generalbevollmächtigte für den Vertrieb. Aber auch diese, eine Branchenfremde, konnte das Ruder nicht herumreißen und gab Ende 2016 ziemlich frustriert auf. Nun sollen zwei hausinterne Vertriebler möglichst viele Kilowattstunden verkaufen. Es könnte noch schlimmer für die EnBW kommen, wenn US-amerikanische Internetfirmen sich in den Verkauf von Kilowattstunden einschalten würden. Denn bedenke: das Unternehmen Uber besitzt kein eigenes Taxi, hat aber das globale Mietwagengeschäft revolutioniert. Und Airbnb verfügt über kein einziges Zimmer und lehrt weltweit den Hoteliers das Fürchten. Demnächst eine IT-Firma (ohne Erzeugungsanlagen und Netze!), die Strom verhökert?…
Aufgrund der Einnahmeausfälle haben der CEO Frank Mastiaux und sein Finanzvorstand Thomas Kusterer inzwischen den Notanker geworfen. Wegen der finanziellen Schieflage des Konzerns sollen alle Mitarbeiter für die nächsten vier Jahre auf ihre Erfolgsbeteiligung verzichten. Bei den leitenden Angestellten wird die variable Vergütung entsprechend gekürzt.
Da fällt natürlich auf, dass die Aufsichtsrätin Gunda Röstel ihre Vergütung im Berichtsjahr 2016 – im Vergleich zum Vorjahr – von 57.000 auf 74.427 Euro erhöhen konnte. Ich frage deshalb den Vorsitzenden des Aufsichtsrats:
Welche sonderlichen Leistungen, Herr Lutz Feldmann, hat Gunda,die gelernte Sonderschulpädagogin und ehemalige Chefin der Grünen Partei  für die EnBW erbracht, dass die Erhöhung ihrer Jahresvergütung um satte 30 Prozent angemessen war?
Übernnommen vom Rentnerblog hierhttp://www.rentnerblog.com/2017/05/die-enbw-im-sinkflug.html