Scheitert Frau Nahles Rentenreform auch am Klimawandel? Eine Studie legt es nahe

Eine sehr prägnante Analyse, welche direkt in aktives Politikgeschehen eingreift, sei diesmal rezensiert. Dabei geht der Dank an das Team von kaltesonne, welches unermüdlich (wie auch der Autor) solche bewegenden Studien recherchiert und bespricht:
kaltesonne, 9. November 2016: [1] Neues Highlight der Klimafolgenforschung: Heiße Tage hemmen die Kopulation
Eine wissenschaftliche Studie [2] hat jetzt Sensationelles herausgefunden: Nach einem einzelnen heißen Tag geht die Geburtenrate 9 Monate später zurück. Alan Barreca vom Department of Economics der Tulane University schlussfolgert zusammen mit zwei Kollegen daraus messerscharf, dass in Folge des Klimawandels das Bevölkerungswachstum ernsthaft gefährdet sein wird.
Demnach ist wissenschaftlich belegt, dass Tage, an denen die Temperatur genau 80 Fahrenheit, also aufgerundet 26,667 °C überschreitet, zu einer messbaren, heißt statistisch unbezweifelbar signifikanten Verringerung der Geburtenrate führen:
[2] To investigate whether such adjustments could apply to fertility, we estimate the effects of temperature shocks on birth rates in the United States between 1931 and 2010. Our innovative approach allows for presumably random variation in the distribution of daily temperatures to affect birth rates up to 24 months into the future. We find that additional days above 80 °F cause a large decline in birth rates approximately 8 to 10 months later.

[Übersetzung: Um festzustellen, ob derartige Adjustierungen auch auf die Fruchtbarkeit angewendet werden können, schätzen wir die Auswirkungen von Temperatur-Schocks auf die Geburtenrate in den USA von 1931 bis 2010. Unser innovatives Verfahren steht für vermutlich zufällige Variationen der Verteilung der täglichen Temperaturen, die die Geburtenraten bis zu 24 Monaten danach beeinflussen können. Wir kommen zu dem Ergebnis, dass zusätzliche Tage mit über 80°F zu einer großen Abnahme der Geburtenrate etwa 8 bis 10 Monate später führen]

Bild 1 Umrechnung der Geburtenraten – Kipptemperatur von Fahrenheit in Celsiusgrade

Zu einer guten Rezension gehört die eigene Nachschau. Leider gibt es beim DWD keine Deutschlandtemperaturen in Tagesauflösung, anhand deren man die Anzahl signifikanter Tagestemperaturen über einen ausreichend langen Zeitraum ermitteln könnte, weshalb sich der Autor mit den Sommertemperaturen behelfen muss. Um die in der Klimawissenschaft als unbestechlich geltende Korrelation zu prüfen, sollte dies jedoch ausreichen. Im folgenden Bild ist das Ergebnis – eine deutliche Korrelation – sichtbar. Man meint sogar, den Hiatus (Wärmestillstand) auch anhand der Geburtenrate zu erkennen. Dass dabei der unbedingt erforderliche Vertrauensbereich fehlt, ist diesmal kein Mangel, denn man kann die untersuchte US-Population aus historischen Gründen als mit der Europäischen sehr ähnlich betrachten.
Fazit: Das Ergebnis der Studie trifft signifikant eindeutig auch auf Deutschland zu.

Bild 2 Verlauf der Geburtenrate Deutschland (linke Achse, blau) und der Sommertemperatur (rechte Achse, rot) seit 1960

Nun kann man (wie es bei kaltesonne steht) einwenden:
[1] Kurzer Faktencheck: Wenn heiße Tage die Geburtenrate hemmen, weshalb ist dann das heiße Afrika eigentlich bei den Geburten in der Welt führend?
Das erscheint naheliegend, ist aber zu kurz gedacht. In der erst kürzlich vom Autor erschienenen Analyse:
EIKE: Forscher des Weltklimarates IPCC rechnen, dass die globale Erwärmung 10 bis 50 % der jährlichen Ernte bedroht
wurde gezeigt, dass es Gene gibt, welche diesen Einfluss der Tageshitze ausschalten können. Und irgend so etwas muss auf diesem Kontinent passiert sein, womit manche Maßnahmen unserer Kanzlerin damit in einem ganz anderen Licht erscheinen.

Und man weiß endlich auch, warum die vielen Geld-Segnungen der bisherigen Familienministerinnen zur Ankurbelung des Nachwuchses bei unserer einheimischen Bevölkerung immer versagten und weiter versagen müssen, weshalb Frau Nahles Rentenreform(-Vorschlag) alleine schon am Klimawandel scheitern würde.

Eine mögliche (gewesene) Alternative muss der Vollständigkeit halber jedoch auch erwähnt werden.
In der Pressemitteilung der Studie steht ganz zum Schluss:
[2] Based on our analysis of historical changes in the temperature-fertility relationship, we conclude air conditioning could be used to substantially offset the fertility costs of climate change.
Es ist danach also denkbar, die vielen, zu einer Anpassung an das für die Zukunft simulierte Klima erforderlichen Generationen ausfallen zu lassen, indem man dem Bürger Klimaanlagen vorschlägt! – wie der Autor findet, ein absolut genialer Einfall, auf den man selbst kaum gekommen wäre. Und wie in der Studie schon angesprochen, wäre diese Lösung eventuell sogar billiger als das, was bisher als Lösung durchgeführt wurde.

Leider ist diese Alternativ-Lösung inzwischen nicht mehr möglich:
Im Klimaschutzplan von Umweltministerin Hendricks sind so eiserne und weitgehende Energie-Reduzierungsverpflichtungen hinterlegt, dass zusätzlicher Energiebedarf durch Klimaanlagen wohl kaum zugelassen werden kann. Es würde zum Beispiel auch dazu führen (müssen), dass der Bürger zu entscheiden hat, ob die Klimaanlage laufen darf, oder das verpflichtende E-Auto zu laden ist. Oder noch schlimmer: Das E-Auto für die Klimaanlage zu entladen wäre (und man dann am nächsten Morgen nicht mehr in Arbeit fahren kann). Wie wird der Bürger dann wohl entscheiden? Wahrscheinlich wieder falsch.
Solchen Risiken kann sich keine Regierung mehr aussetzen.

Eine Rezension ohne eigenen Analyseanteil taugt nichts. Deshalb ein paar exemplarische Temperaturverläufe, um die Auswirkungen auf deutsche Städte zumindest grob abschätzen zu können.
Wie man sieht, sind nicht glücklicher Weise nicht allzu viele Gegenden Deutschlands von der Gefahr wesentlich betroffen. Und ausgerechnet die Stadt, deren Temperaturen öfters einmal darüber „herausragen“ (Freiburg), zeigt eine deutliche Korrelation, jedoch in der umgekehrten Richtung.

Bild 3 Tageswerte von München, rote Linie ca. 26,7 °C


Bild 4 Tageswerte von Berlin, Schönefeld, rote Linie ca. 26,7 °C


Bild 5 Tageswerte von Freiburg, rote Linie ca. 26,7 °C, darüber die Entwicklung der Einwohnerzahl

Wer allerdings der stetigen Überhitzung durch einen imaginären Klimawandel anhängt, sieht sich ebenfalls enttäuscht. Wie die Temperaturverläufe zeigen, wurde es in Deutschland bisher nicht wirklich heißer. Da nutzt es nichts, dass Klimaretter.Info (wie immer, wenn etwas pro Klimawandel berichtet werden kann) massiv dagegen anschreibt (weil es unsere Bundesregierung so behauptet):
Klimaretter.Info: Bundesrepublik plant Hitzeschutz
Vor allem auf die steigende Belastung durch Hitze muss sich Deutschland beim Klimawandel einstellen.
EIKE: Die heißeste Temperatur Deutschlands war nur ein Wärmeinseleffekt

Man stelle sich vor, in den DWD-Daten wären die städtischen Wärmeinseleffekte, die zum Beispiel in der Innenstadt von München bis zu 10 °C erreichen, nicht enthalten. Dann würde es kälter (wie es Herr Kowatsch auf EIKE ja vehement publiziert):
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg: Städtebauliche Klimafibel 2.3 Urbane Wärmeinsel
Hinsichtlich der Temperatur tragen Städte stets zu einer Erwärmung bei … Städte sind im Jahresmittel um 1 bis 2 Grad Celsius wärmer als die sie umgebende Landschaft.
Der langfristige Mittelwert der Lufttemperatur im Baugebiet steigt nach Vollzug aller Baumaßnahmen je 10 % Versiegelungsgrad um ca. 0,2 Grad Celsius über die Temperatur der unbebauten Umgebung. Bei Strahlungswetterlagen erhöht sich je 10% Versiegelungsgrad die mittlere Tagesmitteltemperatur um 0,3 bis 0,4 Grad Celsius, das mittlere Tagesmaximum um ca. 0,3 Grad Celsius und das mittlere Tagesminimum der Lufttemperatur um 0,5 bis 0,6 Grad Celsius (Abb. 2/5, Anmerkung: hier Bild 6)

Würde man unserer fürsorglichen und allwissenden Bundesregierung (und Klimaretter.Info) glauben, müssten praktisch alle Städte alleine aufgrund der selbst verursachten Temperaturerhöhung schon längst unbewohnbar sein. Dabei muss man beachten, dass unsere Regierung (mit dem Geld der Bürger) gegen eine Erhöhung von 0,41 … 0,87 Grad „Resttemperatur“ zum imaginären 1,5 Grad Ziel ankämpft:
EIKE: Klimavertrag von Paris im Bundestag erreicht 100 % Zustimmung

Es überrascht, dass dazu ausgerechnet ein Ministerium des Grünen Baden-Württemberg, welches geleichzeitig eines der (wenigen) Bundesländer mit einem Klimaschutzgesetz ist, verkündet, dies hätte Vorteile für den Bürger:
Städtebauliche Klimafibel: Eine wahrnehmbare positive Wirkung übt dieses generell höhere Temperaturniveau der Städte auf die innerstädtische Vegetation aus. Die Wirkung kommt im Vorhandensein zahlreicher wärmeliebender Pflanzenarten in Vorgärten und Grünanlagen sowie in der verlängerten Vegetationsperiode zum Ausdruck. Auch ist in Städten häufiger die Möglichkeit zu Freizeitaktivitäten im Freien gegeben. Ebenso ist der Heizenergiebedarf reduziert.
Was sich damit wie Satire liest (Vorteile ableiten, aber gleichzeitig bekämpfen), hat in unserer grün infiltrierten Politik jedoch Methode:
EIKE: Tollhaus Berlin – Forscher sollen nachträglich die „Wissens- und Entscheidungsbasis“ für das verabschiedete 1,5 Grad Ziel suchen


Bild 6 Maximale Temperaturunterschiede in europäischen Städten. Quelle: Städtebauliche Klimafibel

Weiteres kann diese Studie allerdings auch nicht erklären, man könnte fast behaupten, es widerspricht ihr vollkommen: Nach der Kenntnis des Autors kann man in den Kirchenbüchern nachlesen, dass auch während der mittelalterlichen Kaltzeit bis in noch nicht allzu ferne vor-Klimawandel-Jahre die Geburtenrate in Europa und Deutschland wesentlich – eigentlich drastisch – höher war:
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung: Vom Kinderreichtum zur planbaren Familie
Die Bauersfrau im Mittelalter bekam durchschnittlich wohl fünf bis sechs Kinder. Im späten Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit vor dem 17. Jahrhundert waren bis zu zwanzig Geburten in der Ehe nicht selten. Allerdings gilt es, zwischen Geburtenzahl und Kinderzahl zu unterscheiden. Es wurden viele Kinder geboren, aber ein Viertel bis ein Drittel starb vor der Mündigkeit, oftmals sogar mehr. Mangelnde Hygiene, Epidemien, Kriege, Schmutz und Enge der Wohnung trugen zu einer sehr hohen Kindersterblichkeit bei, so dass in vielen Familien nur ein bis zwei Kinder überlebten.

Nur hat sich das nicht in „Lebenden“ geäußert, weil die wenigsten Kinder das 1., maximal das 2. Lebensjahr überlebten. Den Müttern erging es ähnlich, weshalb in Grimms Märchen so häufig die bösen Stiefmütter vorkommen.
Vielleicht bleibt dies aber ein Geheimnis, welches so viele Klimawandel-Studien hinterlassen. Kein Geheimnis ist jedoch: Falls der neue US-Präsident seine Ankündigung wahr machen würde – die Forschungsmittel für den AGW-Klimaglauben einzuschränken – geht der Welt nichts an Wissen verloren, eher wäre es für den verbleibenden Rest an Klima-„Wissenschaft“eine Überlebensschance.

Quellen

[1] kaltesonne, 9. November 2016: Neues Highlight der Klimafolgenforschung: Heiße Tage hemmen die Kopulation

[2] NBER Working Paper No. 21681 October 2015, Alan Barreca, Olivier Deschenes, Melanie Guldi: Maybe Next Month? Temperature Shocks, Climate Change, and Dynamic Adjustments in Birth Rates