Wie steht es um den Untergang der Marshall-Inseln?

In der Analysereihe:
[1]-Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 3 Die Marshall-Inselgruppe – (kein) Beispiel für einen Untergang
[2]Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 2
[3]Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 1 Die Malediven

wurde das Thema zwar umgehend behandelt und (vom Autor) nirgendwo ein Untergang gefunden. Doch das Informationsportal der Klimaberaterin C. Kemfert brachte zum letzten Klimagipfel eine Reportage mit dem Außenminister der Marshall-Inseln, in welcher eigentlich alle Ergebnisse des Autors in Frage gestellt wurden.

Klimaretter.Info: "Die wichtigste Reise meines Lebens"
Ohne das 1,5-Grad-Ziel im neuen Klimavertrag will Tony de Brum, Außenminister der Marshallinseln, vom Paris-Gipfel nicht nach Hause fahren. Der Inselstaat im Pazifik ist vom steigenden Meeresspiegel bedroht, viele Bewohner emigrieren bereits in die USA. Für Tony de Brum, der in diesem Jahr den "Alternativen Nobelpreis" erhielt, entscheidet der Vertrag über das Leben seiner Enkel – ein Scheitern wäre für ihn "eine persönliche Niederlage".
Sie meinen das 1,5-Grad-Ziel, das vor allem die kleinen Inselstaaten fordern?
Ja, in dem neuen Text steht das Ziel als eine Option immer noch drin. Denn zwei Grad durchschnittlicher globaler Erwärmung sind einfach zu viel für uns. Wir spüren heute schon sehr ernste Folgen der Klimaerwärmung und wir sind noch nicht einmal ganz bei einem Grad. Was wird dann erst bei zwei oder drei Grad passieren? Das wollen wir uns gar nicht vorstellen. Es gibt genug politischen Willen, dieses Ziel zu erreichen, da bin ich mir sicher.

Mit dieser Überzeugung steht diese Informationsplattform nicht alleine da, unsere Bundesregierung einschließlich der Kanzlerin sind ebenfalls überzeugt, dass es so sein wird:
DIE BUNDESREGIERUNG Steigender Meeresspiegel Klimawandel bedroht kleine Inseln
Zahlreiche kleine Inselstaaten liegen nur geringfügig über dem Meeresspiegel. Schon jetzt müssen deren Bewohner ihre Wohngebiete an den Küsten verlassen, weil das Wasser ihren Lebensraum einnimmt. Im Süßwasser, das unter einigen der Inseln liegt, steigt der Salzgehalt. Früchte und Gemüse in den Gärten sterben ab, weil die Pflanzen mit Meerwasser in Kontakt kommen.
Die 44 Mitglieder der Allianz der Kleinen Inselstaaten (kurz: Aosis) befürchten, dass sie in einer um zwei Grad wärmeren Welt keine Inseln mehr haben. Deshalb drängen sie nicht erst seit der Klimakonferenz in Lima darauf, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. "Für die dort lebenden Menschen wäre ein Versagen der Weltgemeinschaft beim Klimaschutz eine Katastrophe", so Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Zwar hatte die Recherchereihe des Autors ermittelt, dass Tony de Brum (und viele andere „Chefs“ kleiner, in der Regel diktatorisch regierter Inselstaaten) genau weiß, welche Gelder ihm erschütternde „Klimawandel-Stories“ ins Land spülen (werden) und es deshalb mit Daten und Übertreibungen – vor allem aber auch Geldforderungen an die „Verursacherländer“ – überhaupt nicht genau nimmt.

Klimaretter.Info: [5] (Tony de Brum) Ich möchte nicht heimfahren ohne einen Vertrag, der unsere Forderungen nicht anerkennt. Wir wollen die 1,5 Grad zumindest als Langfrist-Ziel im Vertrag sehen, eine Überprüfung der Ziele alle fünf Jahre durchsetzen und vernünftige Finanzzusagen bekommen.

… wobei ihm die Durchsetzung von Geldforderungen mit Unterstützung seiner „Freundin“, unserer Umweltministerin Frau Hendricks über den Welt-Klimavertrag auch gelungen ist, aber man kann sich auch irren, oder der Klimawandel hat doch noch plötzlich „zugeschlagen“ und die ursprünglichen Daten sind plötzlich veraltet.

Deshalb eine kurze Information, wie es um den Pegelanstieg derzeit steht.

Tidenpegel

Der Mittelwert von 285 weltweiten Pegelstationen mit Langzeitdaten zeigt einen Anstieg von ca. 12 … 13 cm in 100 Jahren.

NOAA’s 2013 list of 285 long term trend tide stations :
Der Mittelwert des Pegelanstiegs hat den Wert: 1,272 +-0,711 mm / pa

Im folgenden Bild 1 sind der Verlauf des Absolutpegels und der Pegeländerungen aus einer Rekonstruktion (Fundstelle: PSMSL Homepage) gezeigt. Man erkennt die hohen Ungenauigkeiten der Rekonstruktion in historischen Zeiten (aus denen man die genaue Zukunft ableitet), aber keinerlei Anstiegsalarm in der jüngeren Zeit. Vor allem erschließt sich bei dieser Rekonstruktion überhaupt nicht, woraus die Aussage eines „erst in jüngerer Zeit übernatürlichen Anstiegs“ abzuleiten wäre.


Bild 1 PSMSL Jevrejeva et al, 2014, Global Mean Sea Level Reconstruction von 1807 – 2010. Linke Achse: gsl rate (grün), rechte Achse: absoluter Pegel (blau)
PSMSL Datenbeschreibung: This page provides a short description and file with data of global sea level reconstruction for the period 1807-2010 by Jevrejeva, S., J. C. Moore, A. Grinsted, A. P. Matthews and G. Spada. All questions about the data themselves should be addressed to Dr. Svetlana Jevrejeva.

Authors have used 1277 tide gauge records of relative sea level (RSL) monthly mean time series from the Permanent Service for Mean Sea Level (PSMSL) database [Holgate et al, 2013]. Detailed descriptions of the RSL time series are available from the data page at the PSMSL. No inverted barometer correction was applied. RSL data sets were corrected for local datum changes and glacial isostatic adjustment (GIA) of the solid Earth [Peltier, 2004].

Nun das aktuelle Pegelbild der Marshall-Inseln vom Sea-Level Centre (Bild 2). Einige Leser dürfte der aktuelle Pegelstand überrasschen, falls sie nur die Untergangsmeldungen der Medien (und des Umweltministeriums) kennen.


Bild 2 Pegelverlauf Marshall-Inseln. Quelle: PSMSL Catalogue Viewer

Um zu zeigen, dass der Verlauf keine Ausnahme ist, noch weitere von umliegenden Inseln des Süd-Pazifik.

Bild 3 Pegelverlauf Kiribati Christmas Is. 1974 – 7.2015 (2.2015 – 7.2015 Verlauf aus einem 2. Datensatz ergänzt) Gloss Nr.: 146.Bild vom Autor anhand der Daten erstellt. Quelle: UHSLC

Bild 4 Pegelverlauf RAROTONGA B COOK ISLANDS 1993 – 2015. Gloss ID: 139. Quelle: PSMSL Catalogue Viewer

Fazit

Es ist offensichtlich: Die alarmistischen Pegelanstiege sind in den Pegelverläufen „verschwunden“. Man könnte geradezu den Eindruck gewinnen: Nun ist der Welt-Klimavertrag unterschrieben, jetzt dürfen die Pegelstände wieder ihr normales Bild zeigen.

Immer neu muss man es betonen: Der Autor hat trotz jahrelangen, umfangreichen Recherchen noch keine Insel gefunden, welche belegbar wegen einem Klimawandel-bedingt steigendem Meerespegel „untergeht“ oder „versank“. Alle! Darstellungen und Berichte bei NGOs und in Büchern stellten sich beim Nachsehen als Vermutungen bis reine Fälschungen, meistens als fortwährende Wiederholungen alter, ungeprüfter Meldungen heraus. Unter gehen die Inseln ausschließlich in Computersimulationen, wenn man eingibt, dass die Grönlandgletscher abtauen und der Antarktische Festlands-Eispanzer ins Meer rutscht (was sie noch nie in den letzten Millionen Jahren gemacht haben, aber in den nächsten 85 Jahren nach Simulationen des PIK „passieren“ wird).

Hinweis: Es gibt Südsee-Inseln, welche unter Pegeländerungen leiden. Dies sind aber Effekte der Kontinentalplattentektonik. Fast alle Inseln dieser Gegend gibt es nur deswegen (es sind fast alles Vulkaninseln) und sie liegen auf der aktivsten Bruchstelle der Erde. Sie erleben häufiger Erdbeben mit Hebungen / Senkungen im Meter-Bereich, also innerhalb von Tagen mehr Veränderung, als in Hunderten Jahren Pegelverlauf.

Ist das eine neue Erkenntnis?

Nein, sie wird nur konsequent – auch von den Fachstellen – ignoriert. Ohne dieses „bewusste Wegsehen“ wäre der Welt-Klimavertrag sonst nie zustande gekommen.

„kaltesonne“ berichtete schon früher darüber:

kaltesonne 29. Juli 2015: Marschallinseln im Pazifik besonders vom Klimawandel betroffen? In den letzten 2000 Jahren fiel dort der Meeresspiegel um anderthalb Meter

Am 1. September 2014 informierte das deutsche Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) auf seiner Webseite über eine interessante neue internationale Kooperation:
Bundesumweltministerium stärkt Zusammenarbeit mit Pazifikinseln zum Schutz vor Klimawandel
Ein neues Projekt des Bundesumweltministeriums soll Küstenzonen und Ökosysteme auf Pazifikinseln vor den Folgen des Klimawandels schützen. Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter unterzeichnete das entsprechende Abkommen mit dem Generalsekretär des Sekretariats des Pazifischen Umweltprogramms, David Sheppard. Das Treffen fand im Vorfeld des UN-Gipfels zu “kleinen Inselstaaten” auf Samoa statt. Durch den Anstieg des Meeresspiegels, die Versauerung der Meere und Zunahme von Stürmen sind die Lebensgrundlagen vieler Bewohner der pazifischen Inseln in ökosystembasierte Maßnahmen zum Schutz von Küstenzonen und lebenswichtigen Ökosystemen auf pazifischen Inseln. […] Die drei Inselstaaten Fidschi, Vanuatu und die Salomonen dienen hierbei als Pilotgebiete. Das Sekretariat des Pazifischen Umweltprogramms wird die dort gesammelten Erfahrungen mit seinen anderen Mitgliedsstaaten teilen, so dass auch andere pazifische Inseln eigene Anpassungsmaßnahmen entwickeln können. Durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) fördert das BMUB eine Reihe von Kooperationsprojekten mit “kleinen Inselstaaten” in den Bereichen Klimaschutz, Erhaltung der biologischen Vielfalt und nachhaltige Energieversorgung mit einem Volumen von ca. 120 Millionen Euro. Das Projekt mit dem Pazifischen Umweltprogramm setzt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Region bis 2019 fort und ist mit Mitteln im Umfang von fünf Millionen Euro ausgestattet.

Drei Gründe für die Projekte: „Anstieg des Meeresspiegels, die Versauerung der Meere und Zunahme von Stürmen“. Aber sind dies wirklich gute Gründe?
Meeresspiegel: Die Korallenatolle wachsen dem Meeresspiegel hinterher, so wie sie es seit 10.000 Jahren und länger tun. Überflutungsgefahr: Keine.
Versauerung der Meere: Vermutlich weitgehend gefahrlos: Siehe „Back to the roots: Meeresbewohner trotzen der Ozeanversauerung, da sie den abgesenkten pH-Wert bereits aus dem Urozean kennen“ und „Überraschung: Korallen kommen mit der Ozeanversauerung offenbar doch besser zurecht als lange gedacht“.
Stürme: Wohl ein Sturm im Wasserglas. Siehe „Schwerer Wirbelsturm verwüstet Vanuatu. Premierminister sieht es realistisch: “Stürme sind kein neues Phänomen, wir Insulaner leider darunter seit Besiedelung Vanuatus vor 5000 Jahren”“ und „Wer hätte das gedacht: Studien können keine Zunahme der tropischen Wirbelstürme im Indischen und Pazifischen Ozean feststellen“.

Fünf Millionen Euro für fragwürdige Probleme. Vielleicht sollte man das Geld lieber in eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Inseln stecken.
Euronews machte sich im April 2014 große Sorgen um die Marschallinseln:

Klimawandel: Marshallinseln schon jetzt betroffen
Den Bewohnern der Marshallinseln steht das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals. Der Inselstaat im Pazifischen Ozean bekommt die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels schon jetzt zu spüren. Starke Stürme mit heftigen Niederschlägen nagen an der Küste. Menschen müssen hilflos zusehen, wie Schutzmauern gegen die Flut im Meer versinken. Tony De Brum, verantwortlicher Minister für Energie und Klimafragen: “Wenn die Welt weitermacht, wie bisher und weiter die Umwelt verpestet, stellt sich nicht mehr die Frage, was in hundert Jahren geschieht. Es geht darum, was uns bereits jetzt widerfährt.” Die Küstenerosion geht mit Riesenschritten voran. Für den kleinen Inselstaat hat das geografische und wirtschaftliche Folgen. Genau davor warnt auch der jüngste Weltklimabericht. Tony De Brum appelliert eindringlich an die internationale Gemeinschaft. “Wir sind wie Kanarienvögel, die unter Tage sterben und dadurch Minenarbeiter vor dem Tod warnen. Wenn der Schaden so groß ist, dass wir diese Inseln räumen müssen, dann ist es auch für die Welt zu spät, sich selbst zu retten.”

Entwicklungspolitik Online schlug im Februar 2014 in die gleiche Kerbe:
Bevor die pazifischen Inseln versinken …
“Als ich jung war, wurde unser Garten noch nicht überflutet – und wir erlebten nicht, wie ein tropischer Sturm nach dem nächsten über die tropischen Inseln fegte.” So hat Tommy Remengesau, der Präsident von Palau, die Auswirkungen des Klimawandels auf seine pazifische Heimat wahrgenommen. Viele Menschen auf den pazifischen Inseln erkennen solch dramatische Veränderungen und warnen die Weltgemeinschaft vor den Folgen eines “weiter so” bei klimaschädlichen Emissionen. Sie fürchten, dass sie oder ihre Kinder ihre Heimat verlassen müssen, weil diese im Meer versinken könnte. Von Frank Kürschner-Pelkmann.
Die Marshallinseln gehören zu den Inselgruppen, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Mitte 2013 litten die Bewohner der nördlichen Inseln unter
Dürre und Wassermangel, während über den Süden starke Stürme mit heftigen Niederschlägen hinwegzogen. Seriöse Klimawissenschaftler sind sich einig, dass weltweit die Extremwetterereignisse durch die globale Erwärmung verstärkt haben und dieser Prozess sich in den nächsten Jahrzehnten noch beschleunigen wird. In der südpazifischen Region lässt sich studieren, wie sich dies konkret auswirkt. Die Weltregion, die am wenigsten zum globalen Klimawandel beigetragen hat, ist am stärksten von seinen Folgen betroffen. Tony de Brum, Regierungsmitglied der Marshallinseln, berichtete im Juni 2013: “Tausende meiner Mitbürger im Norden sind durstig und hungrig, Tausende von uns hier im Süden werden vom Meerwasser durchnässt.” Viele Inseln und Atolle der Marshallinseln und der Nachbarstaaten sind von einer Erosion der Korallenriffe und der Uferzonen betroffen, und vereinzelt dringt bereits Salzwasser in die kostbaren kleinen unterirdischen Süßwasserlinsen ein, ohne die ein Leben auf den Atollen unmöglich wäre. Wenn der Meeresspiegel im Südpazifik tatsächlich bis 2100 um zwei Meter steigen sollte, wäre dies zum Beispiel für die Bewohner der 500 flachen Atolle des mikronesischen Staaten Palau eine Katastrophe.

Zwei Meter Meeresspiegelanstieg bis 2100? Das sagt nicht einmal der IPCC. Derzeit steigt der Meerespiegel um 2-3 mm pro Jahr, was bis 2100 etwa 21 cm Anstieg ergibt. Die Stürme haben in den letzten Jahren keineswegs zugenommen (siehe Links oben). Und Dürren sind im Pazifik keineswegs ein ganz und gar neues Phänomen, vielmehr gibt es hier eine charakteristische Zyklik, die gerne übersehen wird. Siehe „Überraschung: Feucht- und Trockenphasen wechselten im Südpazifik in vorindustrieller Zeit stets ab“ und „Tropfstein aus Tuvalu birgt Überraschung: Niederschläge im Südpazifik schwankten in vorindustrieller Zeit viel dramatischer als heute“.

Bei all der Jammerei zu den Marschallinseln scheint vielen Schreibern nicht klar zu sein, dass sich der Meeresspiegel auf der Inselgruppe in den letzten 2000 Jahren um einen Meter abgesenkt hat (Abbildung 1). Dies zeigen Forschungsresultate eine Studie von Paul Kench und Kollegen, die im Februar 2014 in den Geophysical Research Letters erschienen ist.


Bild 5 Abbildung 1: Meeresspiegelentwicklung auf den Marschallinseln während der vergangenen 6000 Jahre. Quelle: Kench et al. 2014.

Quellen

[1] EIKE: Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 3 Die Marshall-Inselgruppe – (kein) Beispiel für einen Untergang

[2] EIKE: Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 2
[3] EIKE: Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 1 Die Malediven

[4] kaltesonne: Marschallinseln im Pazifik besonders vom Klimawandel betroffen? In den letzten 2000 Jahren fiel dort der Meeresspiegel um anderthalb Meter

[5] Klimaretter.Info: "Die wichtigste Reise meines Lebens"

[6] EIKE: Falsche Satelliten-Altimetrie? 225 Tidenmessstationen zeigen einen nur um 1,48 mm steigenden Meeresspiegel pro Jahr … weniger als die Hälfte der von Satelliten gemessenen Werte
http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/falsche-satelliten-altimetrie-225-tidenmessstationen-zeigen-einen-nur-um-148-mm-steigenden-meeresspiegel-pro-jahr-weniger-als-die-haelfte-der-von-satelliten-gemessenen-werte/




Landkreis könnte energieautark werden: Wie eine lokale Politikerin dank ausreichendem Nichtwissen das Trassenproblem in Bayern löst

Bild 1 (rechts): Quelle: Bayerischer Windatlas[3]

nordbayern 11.10.2016: [1] Strom vor der Haustür im Fürther Land Landkreis könnte energieautark werden
„Unsere Region muss ein Zeichen setzen“, sagt Gabi Schmidt … Sie greift den Vorschlag auf, den vor ihr schon die Gegner der Stromtrasse hatten: „Statt Strom vom Norden her über hunderte Kilometer hinweg zu uns zu leiten, können wir ihn auch selber sauber vor Ort produzieren. Damit machen wir uns unabhängig und behalten die Wertschöpfung in der Region.“
Schmidt hat zu dem Thema Anfragen an die Staatsregierung gestellt. Die Antworten stimmen die Politikerin optimistisch.

Die Idee der Frau Schmidt ist nicht neu. Wenn man keine Trassen will, erzeugt man den Strom eben lokal. Das kann jedes Kraftwerk. Das will man allerdings auch nicht, also machen es die Grünen Energien – dafür sind sie schließlich da. Und was bitte soll daran schwierig sein? Schließlich wird dies auch vom Nordbayerischen Versorger N-ERGIE und vielen lokalen Protestorganisationen vertreten. Und es gibt Studien, welche beschreiben, dass das (mit vielen, herben Einschränkungen, mit vielen Fragezeichen und auch nicht wirklich autark, jedoch mit sicheren, horrenden Kosten) so in etwa funktionieren könnte. Anmerkung: Die ganz aktuelle Studie N-Ergie zur lokalen Energieversorgung in Franken stellt fest, dass selbst mit gravierenden Maßnahmen und Ausbau lokaler Speicher realistisch nur eine Reduzierung der Trassen auf die Hälfte möglich wäre.

Interessiert hat den Autor jedoch, welche Antwort der Bayerischen Staatsregierung diese energetische Fachfrau (Landwirtin und ehemals Leiterin eines Heimes), doch Betreiberin einer eigenen Photovoltaikanlage, so optimistisch stimmt.
Nach der Recherche müsste es sich bei der Antwort zur Anfrage der Frau Schmidt um den Schriftsatz: „Bayerischer Landtag 31.08.2016 17/12093, Erneuerbare Energien in Mittelfranken“ [2], handeln.
Die Anfrage der energetischen Fachfrau der Freien Wähler ist in dem Stil gehalten, wie ihn auch die Grünen und DIE LINKEN lieben, um den Beamtenapparat kontinuierlich zu beschäftigen und eine Reduzierung desselben zu verhindern:

G. Schmidt: [2] Ich frage die Staatsregierung:
1. Wie hoch ist die Menge an erneuerbarer Energie, die derzeit pro Jahr in Mittelfranken produziert wird (bitte aufgeschlüsselt nach Art der Erzeugung und Landkreisen), und wie hat sie sich im Vergleich zu vor fünf Jahren entwickelt?
2. Welche Menge an erneuerbarer Energie wird derzeit in den Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Erlangen–Höchstadt und Fürth-Land sowie den Städten Fürth und Nürnberg produziert (bitte aufgeschlüsselt nach Art der Erzeugung und Gemeinde) und wie hat sie sich im Vergleich zu vor fünf Jahren entwickelt?
3. Welchen Überschuss (Unterdeckung) haben die genannten Kommunen im Vergleich Erzeugung – Verbrauch im Jahresdurchschnitt und wie haben sich die Zahlen im Vergleich zu vor fünf Jahren entwickelt?
Die Antwort kam. Die Bearbeiter(-innen) waren wirklich fleissig und haben alle Punkte der Anfrage sauber tabelliert dargestellt. Alle Angaben sind jedoch reine Statuswerte, über irgendwelche Ausbauszenarien oder Technisches findet sich keine Silbe.
Daraus die wichtige Information:

Bild 2.1 EEG-Stromerzeugung in Franken im Jahr 2014 [2]

Und nun ist der Autor am Grübeln, was die energetische Fachfrau der Freien Wähler veranlasst hat, den nordbayerischen Nachrichten mitzuteilen: [2] „Die Antworten stimmen die Politikerin optimistisch. Damit machen wir uns unabhängig und behalten die Wertschöpfung in der Region.

Aus der Anlage 1 der Antwort (Bild 2) kann man entnehmen, was die Region an Elektroenergie Erzeugt und „konsumiert“:
27 % des Strombedarfes im Regierungsbezirk Mittelfranken kamen aus EEG-Erzeugung,
3,9 % des Strombedarfes im Regierungsbezirk Mittelfranken kamen aus Windkraft,
12,6 % des Strombedarfes im Regierungsbezirk Mittelfranken kamen aus grundlastfähiger EEG-Erzeugung (Wasserkraft und Biomasse).

Um daraus ein Vorzeigebeispiel von Green-Energie-Versorgung herauszugreifen:
Die „Solarstadt Fürth“ erzielte trotz enthusiastischer Meldungen:
Stadt Fürth Homepage: Sonnige Aussichten für die Solarstadt
Auch 2014 war für die Solarstadt Fürth ein gutes Jahr: 55 Photovoltaikanlagen wurden neu installiert, worauf die Gesamtanzahl damit im Stadtgebiet auf 921 stieg. Auch das Ziel eines Solarstromzuwachses von mehr als einem Megawatt wurde erneut erreicht: Exakt kamen 1,169 Megawatt Solarstrom hinzu. Damit stieg die Gesamtleistung im Stadtgebiet auf über 21 Megawatt an – dies entspricht einem Stromertrag in einer Größenordnung von 21 Fürther Solarbergen.

… im Jahr 2014 gerade einmal 3,5 % seines Bedarfes durch Solarstrom und damit weit weniger als durch Biomasse (in der Stadt!). Man muss dazu anmerken, dass das Ergebnis verfälscht ist, weil ganz neue Solaranlagen viel im Eigenverbrauch fahren und nicht einspeisen, da sich das Einspeisen nicht mehr lohnt. Leider gibt es dazu aber keine Angaben. Darüber kann ein normaler Stromkunde allerdings nur froh sein, denn für die Zappelstrom-Eispeisung des Fürther Solarberges bezahlt er Netto noch ca. 10 Jahre lang über 50 ct / kWh direkt an die Betreiber.

Woher hat nun die energetische Fachfrau ihre Daten? Wir sehen in die Tabelle des Landkreises. In der Anlage 7 sieht man die zwei (von 14) Gemeinden, welche es schaffen, einen EEG-Überschuss zu erzeugen.

Bild 2.2 EEG-Stromerzeugung Landkreis Fürth im Jahr 2014 [2] (mit Ergänzungen durch den Autor)

Den Gemeinden gelingt es allerdings nur, weil es dort keine Industrie und keine größeren Verbraucher gibt.

Gemeinde Großhabersdorf
Einwohnerzahl: 4018
WIKIPEDIA: Durchschnittlicher Stromverbrauch in Deutschland pro Einwohner: 6.648 kWh/a

Die EEG-Vorzeigegemeinde Großhabersdorf erzeugt: 4,73 MWh / a Energie pro Einwohner. Das ist zwar ein Überschuss in dieser Gemeinde, reicht aber nicht im Ansatz, um den mittleren Strombedarf für diese Einwohnerzahl in Deutschland zu decken.

Der „grandiose EEG-Überschuss“ ist also sofort weggeschmolzen, sobald mehr als eine „Schlaf- und Bauerngemeinde“ versorgt werden muss. Würde die Gemeinde vor lauter EEG-Enthusiasmus, bzw. nach Vorschrift der Grünen, noch voll auf Elektroautos umrüsten und diese dann vom eigenen Strom laden müssen, wäre es mit dem Überschuss ebenfalls vorbei. Und dabei ist das Problem der Zwischenspeicherung noch gar nicht angesprochen worden.

Für Bayern sehen die Daten wie folgt aus (Bilder 3 und 4):
Nach dem Energieatlas Bayern betrugen die Anteile der Windenergie im Jahr 2014:
Windenergie Bruttostromerzeugung: 2 % (vom Verbrauch Bayerns)

Windenergie, Verhältnis installierte Leistung / erzeugte Energiemenge: 14 %

Bild 3 Anteil von Windstrom an der Energieversorgung Bayerns im Jahr 2014. Quelle: Energieatlas Bayern Windenergie im Vergleich

Bild 4 Windenergie Bayern, installierte Leistung und Energieertrag. Quelle: Energieatlas Bayern Windenergie im Vergleich

„Damit machen wir uns unabhängig und behalten die Wertschöpfung in der Region“

Um die Landkreise energieautark zu machen, müsste aufgrund der grottenschlechten Ganglinien demnach die EEG-Anschlussleistung ganz grob um das 5 … 10-Fache erhöht werden. Da Wasserkraft und Biogas langsam ihre Ausbaugrenzen erreichen, würde dies einen exzessiven Ausbau der Windkraft erfordern. Damit wäre eine Autarkie aber noch lange nicht erreicht, sondern nur die Ladefähigkeit für die notwendigen Speichersysteme. Solche müssten noch zusätzlich errichtet werden.
In der Antwort steht das alles nicht drin, denn es war auch nicht gefragt. Der Autor vermutet sogar, dass danach nicht gefragt wurde, weil die energetische Fachfrau davon nichts wusste (nicht jede Person welche vom elektrischen Energiesystem keine Ahnung hat, nutzt die umfangreichen und vor allem kostenlos auf EIKE zur Verfügung gestellten Informationen).

Mal sehen was passiert, wenn die Landkreisbewohner mitbekommen, was die Freien Wähler da vorschlagen

Wenn den Landkreisbürgern klar wird, dass die Freien Wähler jetzt vorschlagen, ihre fränkischen Landkreise so wie Deutschlands Norden nun auch konsequent mit Windparks „vollzupflastern“ wo sie eben wegen der (im Gegenzug geringen) Landschaftsverschandelung durch Trassenmasten auf die Straße gegangen sind, werden die Freien Wähler vielleicht einen Gegenwind spüren, wie sie ihn bisher noch nie kennengelernt haben.
Die „landschaftsverschandelnden“ Stromtrassen kann man in den Tälern und Flachland verlegen, so dass man sie nicht von überall sieht, trotzdem sind alle dagegen. Die Windräder in Franken stehen alle! weithin sichtbar auf Höhenzügen (ähnlich dem Bild 5), denn nur dort weht ausreichend Wind. Man muss schon eine enthusiastische Begeisterung für Energielandschaften (Bild 5 und 8) haben, um dies nicht als Landschafts(zer)störend zu empfinden.
Wie die Stimmung dazu beginnt umzukippen, wurde in Der massive – gesetzlich forcierte – Windkraftausbau kostet Wählerstimmen beschreiben. Ob die energetische Fachfrau das so mit ihrem FW-Vorsitzenden, Herrn Aiwanger abgesprochen hat, dass sie das Thema noch vor der kommenden Wahl „lostreten“ will?

Bild 5 Bild aus dem SZ-Artikel: Ihre Frage – Stehen in Franken mehr Windräder, um die Landschaft in Südbayern zu schonen? Originaltext zum Bild: Eine Verschönerung für die Landschaft sind Windräder wirklich nicht. Im Bild: Ein Windpark im Kreis Euskirchen. (Foto: dpa) Anmerkung des Autors: Euskirchen steht nicht in Franken

Das Bild 6 zeigt den berechneten, standortabhängigen Windertrag in Bayern in 100 m Höhe. Nur die Braun hinterlegten Gegenden bieten ausreichende Windgeschwindigkeiten. Man sieht deutlich, dass Südbayern kaum Windstandorte bietet. Das Bild 1 aus dem Bayerischen Energieatlas welches in ganz Bayern Windräder zeigt, ist demnach eine künstlerisch freie Wunsch-Darstellung des Grafikers und hat mit der Wirklichkeit an Windstandorten überhaupt nichts zu tun.
Bild 7 zeigt dagegen, wie es mit der Windanlagendichte aktuell in NRW aussieht. So in etwa könnte die Energiekartierung nach dem Wunsch der Freien Wähler in Zukunft auch für Franken als „Energiebauern-Landkreis“ Bayerns aussehen.


Bild 6 [3] Standorte in Bayern Anteil am Referenzertrag in 100 Meter Höhe. Die Farben zeigen den Anteil in Prozent. Quelle: Bayerischer Windatlas, Abb. 7


Bild 7 Bestand Windenergieanlagen in NRW. Quelle: Energieatlas Nordrhein-Westfalen

Das folgende Bild 8 zeigt, wie ein solches Land dann aussieht. Wohl nur Personen die dort nicht wohnen, finden das schön und wünschen sich solche „Energielandschaften“ auch für Franken sehnlichst herbei.

Bild 8 Screenshot aus dem ARD-Beitrag: Der Kampf um die Windräder – Die Auswüchse der Boombranche

Und das Speicherproblem?

Es bleibt ungelöst. Die energetische Fachfrau spricht das Thema nicht an – wohl, weil es ihr nicht bekannt ist – und die Zeitungsredakteurin fragt nicht danach (zu vermuten ist: aus dem gleichen Grund). Kavernen für Power to Gas mit Rückverstromung oder Druckluftspeicher bietet der fränkische Boden nicht. Bleibt das übrig, was der Nürnberger Versorger N-ERGIE sich wünscht (weil er es über eine eigene Firma verkauft): Jeder stelle sich gefälligst teure Akkus in den Keller, sofern er Wert auf eine sichere Stromversorgung legt. Wer das nicht kann (oder will) bezahlt die exorbitanten Akku-Speicherkosten eben über eine Umlage als Kunde. Denn Ausweichen kann er nicht. Energie-Autarkie bedeutet so schwache Ausgleichsnetze (dagegen wurde ja protestiert), dass externe Bezugsalternativen dann nicht möglich sind und der lokale Versorger seinen Kunden endlich rücksichtslos „auf dem Kopf herum tanzen“ kann (wie es sich der N-ERGIE Vorstand wüscht).

Fazit

Wünsche als Lösungen präsentieren wird zunehmend zur Methode, dies zu tun, ohne eine Spur Ahnung vom Thema zu haben ebenfalls. Leider merken es die Verkünder nicht, da dieses Verfahren von unseren Medien (deren Redaktionen ähnlich besetzt sind) hofiert wird. Und im Landtag, wo man eine solche Partei dafür demonstrativ auslachen könnte, sitzen in den anderen Parteien die gleichen „xxx“ (ein Wort, welches hier stehen soll, bitte selbst denken).
Eine Anmerkung zum Schluss muss noch kommen
Die Bayerische CSU gehört beileibe nicht zu den Hellsten und beherbergt Minister(vor allem -innen), welche oft genug zur Zielscheibe von schlimmem Spott des Autors werden. Doch in der Politik lässt sich alles toppen. Es hat schon seinen Grund, warum die Oppositionsparteien in diesem Bundesland so wenig Stimmanteile bekommen.

Anlagen


Bild 9 Installierte Nettoleistungen Deutschland gruppiert dargestellt. Quelle: Fraunhofer ISE Energy Charts


Bild 10 Installierte Nettoleistungen Deutschland gestapelt dargestellt. Quelle: Fraunhofer ISE Energy Charts

Quellen

[1] nordbayern 11.10.2016: Strom vor der Haustür im Fürther Land Landkreis könnte energieautark werden
http://www.nordbayern.de/region/fuerth/strom-vor-der-haustur-im-further-land-1.5536138

[2] Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Gabi Schmidt FREIE WÄHLER vom 19.05.2016, Erneuerbare Energien in Mittelfranken. Bayerischer Landtag Aktenzeichen: 31.08.2016 17/12093

[3] Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Bayerischer Windatlas März 2014: Windernte und Energieertrag.




Stillstand bestätigt: Wissenschaftler geben endlich zu, dass die Klimamodelle falsch sind.

„Es gibt da diese Diskrepanz zwischen dem, was die Klimamodelle erzeugen und dem, was die Beobachtungen und Messungen zeigen“, sagte John Fyfe der Zeitschrift Nature. Fyfe ist kanadischer Klima-Modellierer und Leitautor der neuen Studie. „Das können wir nicht ignorieren“.

„Die Realität hat sich von unseren Erwartungen abgekoppelt – es ist absolut normal, diese Differenz zu erkennen und zu verstehen“, sagte auch Mitautor Ed Hawkins, Klimawissenschaftler in UK, in einem Blogbeitrag.

Dies ist ein umwälzendes Eingeständnis von Klimawissenschaftlern und ein großer Sieg für Skeptiker hinsichtlich der AGW-Theorie, welche schon seit Jahren auf das Missverhältnis zwischen Prophezeiungen der Klimamodelle einerseits und tatsächlichen Temperaturmessungen andererseits hingewiesen hatten.

„Alles in allem ist die Studie ein Eingeständnis seitens prominenter Vertreter der wissenschaftlichen ,Mainstream‘-Gemeinschaft; dass sich nämlich die Temperaturen der Erde während der letzten beiden Jahrzehnte nicht in einer Weise entwickelt haben, wie es mit ziemlicher Sicherheit sowohl von der wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch von den Klimamodellen, auf die sie sich verlassen haben, erwartet worden war“, sagt Chip Knappenberger, Klimawissenschaftler am libertären Cato Institute der The Daily Caller News Foundation. „Das ist etwas, worauf die Skeptiker schon seit Jahren hinweisen“.

Knappenberger und sein Kollege bei Cato Patrick Michaels waren prominente Kritiker der Klimamodelle, auf die sich „Mainstream“-Klimawissenschaftler so sehr stützten. Sie sagen, dass die Modelle globale Temperaturanstiege für die letzten sechs Jahrzehnte nicht richtig vorhergesagt hätten (hier).

In einer jüngst veröffentlichen Studie verglichen Michaels und Knappenberger gemessene globale Erwärmungsraten der Temperatur seit dem Jahr 1950 mit Prophezeiungen von 108 Klimamodellen, die von Klimawissenschaftlern der Regierung herangezogen werden. Sie fanden dabei, dass die Klimamodelle viel höhere Erwärmungsraten projiziert hatten als tatsächlich beobachtet.

Michaels und Knappenberger stehen nicht allein da. Aus Satellitenmessungen abgeleitete Temperaturwerte zeigten einen „Stillstand“ der globalen Erwärmung seit mindestens der letzten 18 Jahre, trotz steigender CO2-Emissionen. Während einige Wissenschaftler versuchten, diese Satellitenmessungen zu diskreditieren, waren sie nicht in der Lage, das Fehlen einer signifikanten Erwärmung während der letzten Jahre zu erklären.

„Wenn eine Theorie den Fakten widerspricht, muss man die Theorie ändern“, sagte der Klimawissenschaftler John Christy in einer Anhörung vor dem Kongress im Januar (hier). „Die reale Welt spielt hinsichtlich einer rapiden Erwärmung nicht mit. Die Modelle müssen zurück auf den Prüfstand“.

Christy und sein Kollege Roy Spencer stellen an der University of Alabama in Huntsville (UAH) aus Satellitenmessungen abgeleitete Temperaturdaten zusammen.Ihre Satellitendaten haben seit etwa zwei Jahrzehnten keinerlei Erwärmung gezeigt (hier). Forscher, die hinsichtlich der Behauptungen einer katastrophalen globalen Erwärmung skeptisch sind, hatten wiederholt auf diese Daten hingewiesen.

„Beim Großteil der atmosphärischen Temperatur ist das Signal am stärksten“, sagte Christy in der Anhörung unter Verweis auf den Treibhauseffekt. „Wir haben dafür Messungen – sie passen nicht zu den Modellen. Weil dieses Ergebnis die gegenwärtige Theorie der Treibhausgas-Erwärmung ziemlich geradlinig in Frage stellt, gab es viele gut gestützte Angriffe auf jene von uns, die derartige Datensätze erstellen und heranziehen sowie auf die Datensätze selbst“.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Inzwischen scheint Skeptizismus den Tagessieg davongetragen zu haben – zumindest wenn es darum geht, andere Wissenschaftler davon zu überzeugen, dass es ein großes Problem mit den Klimamodellen gibt.

Fyfes Studie – bei der der wegen seiner „Hockeyschläger-Kurve“ berüchtigte Michael Mann als Mitautor fungierte – widerspricht einer Studie von NOAA-Wissenschaftlern mit der Behauptung, dass es keinen Stillstand der globalen Erwärmung gebe (hier).

„Alles in allem gibt es überzeugende Beweise, dass es eine vorübergehende Verlangsamung der beobachteten globalen Erwärmung gibt“, schrieb Hawkins in einem Blogbeitrag über die Studie. „Die jüngsten 15-Jahre-Trends sind alle positiv, aber niedriger als die meisten ähnlichen Trends der letzten paar Jahrzehnte. Dies ist ein eindeutiger Beweis, dass die Änderungsrate sich seit ihrem Spitzenwert verlangsamt hat“.

Aber selbst mit diesem Eingeständnis sind manche Skeptiker immer noch kritisch, weil die Autoren der Studie Verfahren angewendet hatten, denen sie, die Skeptiker, auch früher schon kritisch gegenüber standen.

„All dies sagt uns, dass die Autoren Verfahren angewendet hatten, um eine Verlangsamung zu zeigen – dass wenn die gleichen Verfahren von Skeptikern angewendet werden, diese dafür harsch kritisiert werden“, sagte Knappenberger. „Dies ist für mich ein Indiz, dass die Mainstream-Gemeinschaft einigen Forschern mehr Freiraum einräumt als anderen“.

Link: http://www.cfact.org/2016/02/26/hiatus-confirmed-as-scientists-finally-admit-climate-model-fail/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Blut-Handys und -Teslas

Inzwischen stellt sich heraus, dass Hybrid- und Elektrofahrzeuge längst nicht so „grün“ und „öko-freundlich“ sind. Gleiches gilt für Handys, Labtops, Windturbinen, Solarpaneele und eine Unmenge von Technologie, die für Batterien, Magnete und andere Komponenten angewendet wird und die Kobalt, Lithium, seltene Erden und andere Metalle benötigen.

Viele dieser Technologien stammen aus Minen, aus Bergbaumethoden und Verfahren, in Ländern, die nicht einmal in die Nähe moderner Standards des Umweltschutzes kommen, in denen es Kinderarbeit gibt und wo „keine soziale Verantwortung“ herrscht. Man kann sie „Blut-Technologien“ und „Konflikt-Metalle“ nennen.

In einem vor kurzem erschienenen Artikel in der Washington Post mit der Schlagzeile „The cobalt pipeline“ wurde versucht, die Ursprünge jenes essentiellen Metalls aufzuspüren, aus umweltlich verheerenden, sogar tödlichen, von Hand gegrabenen Minen in Kongo, die für multiple Verbraucherprodukte benötigt werden. Während in dem Augen öffnenden Artikel von Todd Frankel viele wichtige Dinge fehlten und andere nur aus der vereinfachten Perspektive entwickelter Nationen angesprochen wurden, ist er doch bzgl. moderner Technologien lesenswert.

Lithium-Ionen-Batterien, für die Kobalt unverzichtbar ist, stecken im Amazon Kindle, Apple und anderen Handys und Labtops sowie in Hybrid- und Elektrofahrzeugen von BMW, Chevrolet, Ford, Honda, Tesla und Toyota. Die Mengen reichen von 10 Gramm in Smart Phones und 28 Gramm in Labtops bis zu Mengen wie 15 kg in Elektroautos. All das wird in dem Artikel ausgeführt.

Etwa 60% des Gesamtverbrauchs weltweit stammt aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC), schreibt Frankel, und die große Mehrheit davon (72.000 Tonnen Eisenerz im Jahre 2015) wird mittels eines chinesischen Unternehmens (Congo DongFang International Mining) den größten Batterie-Herstellern der Welt geliefert.

Die globale Nachfrage nach Kobalt hat sich seit dem Jahr 2010 verdreifacht. Aber im Jahre 2015 verkauften US-Händler lediglich 115.000 Elektroautos – eine Abnahme um 4% im Vergleich zum Vorjahr und ein Anteil von lediglich 0,7% der 17,5 Millionen Autos und Kleintransporter, die in Amerika verkauft worden waren. Man stelle sich einmal vor, wie viel Kobalt-Erz erforderlich wäre, falls allen Autos in den USA ein Elektroantrieb vorgeschrieben wäre, wie viele Politiker und Umweltaktivisten fordern. [Woran erinnert mich das, wenn ich an D denke? Anm. d. Übers.]

Ferner stelle man sich die Millionen Tonnen Kobalt, Lithium, seltene Erden und andere Metallerze vor, die abgebaut werden müssten – oftmals unter ähnlich unsicheren, verschmutzenden und umweltlich verheerenden Bedingungen an Orten wie DRC oder auch Baotou, Inner Mongolia (siehe Bild oben) – um Millionen Windturbinen und Milliarden Solarpaneele herzustellen, von denen gefordert wird, dass sie fossile Treibstoffe ersetzen durch eine „umweltfreundliche erneuerbare“ Stromerzeugung in den USA, in Europa und anderswo. Man versuche einmal sich vorzustellen, wie viel riesige landschaftliche Flächen davon betroffen wären.

Ich schätzte, dass die Erzeugung lückenhaften Stromes in den USA ein Gebiet beanspruchen würde von der Größe Montanas, das mit einem Gewimmel von ca.120 m hohen Windturbinen gepflastert wäre. Ein anderer Analyst berechnet, dass mehr Landfläche betroffen wäre als Montana und North Dakota zusammen: [umgerechnet] 564.000 km². Vögel und Fledermäuse schlachtende Windturbinen (hier) würden freien Raum dazwischen lassen, aber Vögel röstende (hier) und andere Solar-Einrichtungen würden riesige Gebiete überdecken.

Und falls wir fossile Treibstoffe in primären und in Backup-Kraftwerken eliminieren, müssen wir den Wind- und Solarstrom speichern – was massive Batterie-Kapazitäten erfordert, die Millionen weitere Tonnen Kobalt und Lithium benötigen.

Bergbauexperten sagten mir, das bekannte Lagerstätten in den USA kommerziell abbaubaren Kobalt enthalten. Mit meinen eigenen Forschungen (hier) im Jahre 1994 hat sich ergeben, dass nahezu alle Metalle für diese und andere Technologien in den USA gefunden werden können, die aber für Ausbeutung und Entwicklung tabu sind, weil sie dutzendfach landschaftliche und umweltliche Standards verletzen. Wir können nicht einmal abschätzen, was es dort alles gibt – noch können wir vernünftige politische Entscheidungen treffen, ob die gesamte Bandbreite technologischer, ethischer, umweltlicher und ökonomischer Überlegungen für deren Ausbeutung spricht unter Anwendung moderner Verfahren unter der heutigen rigorosen Vorschriftenlage. Tatsächlich ist es so: selbst wenn Lagerstätten dennoch legal zugänglich wären, ist es zunehmend unmöglich, Genehmigungen für Evaluierung und Abbau zu erhalten. Der Bergbau verlagert sich folglich nach Übersee, weil selbst die leidenschaftlichsten Umweltaktivisten und Politiker es ablehnen, ohne ihre technologischen Wunderdinge zu leben.

Westliche Bergbau-Unternehmen könnten jene Übersee-Lagerstätten ausbeuten unter Vorschriften und Verfahren, die die Umwelt und die Sicherheit der Arbeiter gleichermaßen schützen. Aber oftmals werden sie zu stark verunglimpft und geschmäht, schikaniert und außen vor gelassen – durch leidenschaftliche Umweltaktivisten und Politiker. Das Vakuum wird gefüllt von Unternehmen aus China und anderswoher, die unter weit weniger rigorosen Sicherheits-, Umwelt- und Gesundheitsstandards operieren.

Oder noch schlimmer, es wird gefüllt durch tausende armer „Möchtegern“-Bergarbeiter, die Löcher buddeln und Minen graben mit Handwerkszeugen – unter geringen oder gar keinen Standards für Gesundheit, Sicherheit oder Umwelt, und oftmals auch ohne Genehmigung – um ein paar Dollars am Tag zu ergattern, um ihre Familien zu ernähren und einzukleiden. Die gefährliche, rückenschädliche Arbeit wird oftmals zum Familienunternehmen – wobei Frauen und Kinder Seite an Seite mit ihren Vätern arbeiten – alle eingehüllt in den Staub von Schwermetallen, den sie sogar noch nach Hause bringen und damit Babys und Kleinkinder infizieren.

Das Ergebnis sind hohe Niveaus von Kobalt, Blei und Uran in ihrem Blut, Urin und Organen – sowie multiple Blut- und Atemwegs-Erkrankungen, aber auch Geburtsschäden. Das Risiko schwerer Unfälle mit Todesfolge ist in den Minen allgegenwärtig und akut. Frankel und andere beklagen diese Situation zu Recht. Allerdings ist die nur allzu wirkliche Alternative für Mütter und Töchter die Prostitution, Diebstahl für Väter und Söhne, oder Hunger und Tod für alle.

Kurz- und mittelfristige Lösungen sind schwer zu fassen in Ländern, die so mittellos und dysfunktional sind wie die DRC. Sie werden sogar noch weiter ins Unglück gestürzt durch die gleiche „soziale Verantwortung“ und die „Umwelt“-Aktivisten, die Ruhm und Ehre gewinnen durch ihren Kampf gegen westliche Bergbau-Unternehmen (hier).

Als Doe Run extensive Projekte startete, um das Jahrzehnte lange Erbe entsetzlicher, vom Staat betriebener Blei- und Silberminen in Peru zu modernisieren und sauberer zu machen, erhoben jene Aktivisten schließlich ihre Stimme – um das Unternehmen dafür zu brandmarken, dass es diese Probleme nicht über Nacht beseitigte. Im gleichen Stil sind von Chinesen betriebene Bergbau-Unternehmungen eine Verbesserung gegenüber diesen Kleinst-Bergarbeitern, aber schaut man auf die Gesundheits-, Umwelt- und Menschenrechts-Verhältnisse in Batou, Peking und anderswo, gibt es wenig Grund zu Optimismus.

Mehr noch, die rund 100.000 Kleinst-Bergarbeiter in Kongo bedeuten, dass die Unternehmen keine Löhne zahlen oder sich um die Gemengelage von Gesundheit, Sicherheit und Verschmutzung keine Gedanken machen müssen. Dies macht das Kupfer billiger, was Bergbau-, Verarbeitungs-, Batterie-, Computer- und Auto-Unternehmen Vorteile verschafft – und der labyrinthische Akquisitions-Prozess macht es schlicht unmöglich, die Ursprünge einer bestimmten Menge Chrom zurückzuverfolgen.

Kleine und sogar moderne unternehmerisch betriebene Minen sind inhärent gefährlich und tödlich. Allerdings verabscheuen die globalen Grünen den Tagebau, trotz der weit geringeren Risiken. Erzwungene Umzüge von Familien und Gemeinden sind immer schwierig, wie Frankel beobachtet – sei es nun wegen Kobaltminen oder für TVA-Projekte, Chinas Drei-Schluchten-Damm, Klimaprogramme für Uganda (hier) oder Anti-Holz-Kampagnen, die die ökonomischen Grundlagen vieler Gemeinden zerschlugen.

Unter den Fragen sind jetzt Folgende: Wo und wann beginnt man mit dem Aufräumen dieses Durcheinanders, mit welchem Geld in dieser mittellosen und oft von Kriegen zerrissenen Region? Wie ersetzt oder verbessert man DongFang, oder wie macht man es für westliche Unternehmen attraktiv, gegen die skrupellose, heuchlerische Verunglimpfungs-Kampagnen losgetreten werden mittels der 15-Milliarden-Dollar-pro-Jahr-Kabale von Big Green?

Dies sind die gleichen öko-imperialistischen Aktionsgruppen, die gegen Bohren, Fracking und fossile Treibstoffe sind, selbst dann, wenn dies Familien aus der Armut holen würde; sie sind gegen Pipelines und Bahnlinien für Öltransporte, weil sie nach einer kohlenwasserstoff-freien Zukunft schreien; sie sind gegen DDT und andere Pestizide, um Malaria zu verhindern; sie sind gegen Goldenen Reis und andere GMO-Erträge, die Mangelernährung, Hunger, Armut, Blindheit und Tod vermeiden können. Sie stützen nur minimale ökonomische Entwicklung in Ländern der Dritten Welt und auch nur das, was mit Wind und Solar betrieben werden kann.

Über allem aber steht, dass sie auf unverschämte Weise sicherstellen, dass arme Nationen in Armut, Krankheiten und Tod verbleiben.

All dies sollte wirklich allmählich die Augen der Menschen öffnen. Man sollte umdefinieren, was „grüne“ Energie und Technologie ist, und eine intensive Debatte erzeugen darüber, was wirklich ethisch, umweltfreundlich und sozial verantwortlich ist; was umweltliche Gerechtigkeit und Öko-Rassismus ist. Ob das aber tatsächlich irgendwann geschieht, muss abgewartet werden.

Link: http://www.cfact.org/2016/10/08/blood-cell-phones-and-teslas/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

Bemerkung des Übersetzers: Es ist absolut erschreckend, dass es im Bundestag, wie kürzlich von Herrn Kuntz hier beschrieben, vor diesem Hintergrund keinen einzigen unserer Volksvertreter gibt, der dieses himmelschreiende Gebaren ablehnt oder zumindest hinterfragt. Man stelle sich mal vor, irgendwelche Nazis würden genau das Gleiche machen… C. F.




Die unvermeidliche Evolution schlechter Wissenschaft

Wie auch Andere hier schon angemerkt haben, liegt das Problem darin, dass das, was für individuelle Wissenschaftler gut ist, nicht notwendigerweise auch für die Wissenschaft als Ganzes gut ist. Gegenwärtig ist die Karriere eines Wissenschaftlers abhängig von der Veröffentlichung so vieler Studien wie möglich in den prestigeträchtigsten Journalen. Mehr als alles andere verschafft ihnen dies Prestige, [finanzielle] Zuwendungen und Jobs.

Jetzt stelle man sich vor, man sei ein Forscher, der mit diesem System spielen will. Folgendes wird man tun: man fertige viele kleine und statistisch auf schwachen Füßen stehende Studien an. Man optimiere dann seine Verfahren, um positive Ergebnisse sicherzustellen. Falls man negative Ergebnisse erhält, kehre man sie unter den Teppich. Man versuche niemals, frühere Ergebnisse zu checken; man verfolge nur neue und begeisternde Ergebnisse. Dies ist kein Larifari. Wir wissen, dass es solche Praktiken im Überfluss gibt. Sie sind großartig, um Veröffentlichungen zu lancieren, aber sie verunreinigen auch die wissenschaftliche Aufzeichnung mit Ergebnissen, die tatsächlich nicht wahr sind. Richard Horton, Herausgeber von The Lancet, schrieb einmal: „Niemand wird Anreize bekommen, um Recht zu haben. Stattdessen bekommen Wissenschaftler Anreize, produktiv zu sein“.

Dies ist kein neuer Gedanke. In den siebziger Jahren schrieb der Sozialwissenschaftler Donald Campbell, dass jedwede Qualitäts-Metrik korrumpiert werden kann, falls die Leute anfangen, die Metrik selbst zu priorisieren über die Wesenszüge, die sie vermeintlich reflektiert. „Wir fanden, dass dieses Argument selbst dann funktioniert, falls Individuen nicht versuchen, ihre Metrik zu maximieren“, sagt Smaldino.

Er und McElreath zeigten dies hier, indem sie ein mathematisches Modell erzeugten, in dem simulierte Labore miteinander im Wettbewerb standen und sich entwickelten – man denke an SimAcademia. Die Labore wählten Dinge, die sie studieren wollten, ließen Experimente laufen, um ihre Hypothesen zu testen und versuchten, ihre Ergebnisse zu veröffentlichen. Sie variieren hinsichtlich der Stärke der Bemühungen zum Austesten ihrer Gedanken, was darauf einwirkt, wie viele Ergebnisse sie bekommen und wie zuverlässig diese Ergebnisse sind. Da gibt es einen Zielkonflikt: Mehr Mühe bedeutet richtigere, aber weniger Veröffentlichungen.

Im Modell wie in der Akademia sind positive Ergebnisse leichter zu veröffentlichen als negative, und Labore, die mehr veröffentlichen, bekommen mehr Prestige, Förderung und Studenten. Auch sie geben ihre Verfahren weiter. Mit jeder Generation stirbt eines der ältesten Labore, während sich eines der produktivsten reproduziert und Nachwuchs hervorbringt, der den Forschungsstil seines Doktorvaters nachmacht. Das ist das Äquivalent eines Studenten aus einem erfolgreichen Team, der ein eigenes Labor eröffnet.

Mit der Zeit und über viele Simulationen gleiten die virtuellen Labore unaufhaltsam in Richtung weniger Mühe, schlechtere Verfahren und fast vollständig unzuverlässiger Ergebnisse. Das Wichtige dabei ist: Anders als der hypothetische Forscher, den ich zuvor heraufbeschworen habe, versucht keiner dieser simulierten Wissenschaftler aktiv zu schummeln. Sie wandten keine Strategie an und verhielten sich integer. Und doch glitt die Gemeinschaft in Richtung schlechterer Verfahren. Das Modell zeigt: eine Welt, die Wissenschaftler für Publikationen über allem anderen belohnt – also eine dieser Welt nicht ganz unähnliche – führt auf natürliche Weise zu schwächerer Wissenschaft.

„Das Modell kann sogar optimistisch sein“, sagt Brian Nosek vom Center of Open Science, weil es nicht unsere unglückliche Tendenz in Betracht zieht, den Status Quo zu rechtfertigen und zu verteidigen. Er merkt zum Beispiel an, dass Studien im Bereich der sozialen und biologischen Wissenschaften im Mittel beklagenswert schwach ausgestattet sind – sie sind zu klein, um zuverlässige Ergebnisse zu erbringen.

Geringe statistische Belastbarkeit ist ein offensichtliches Symptom schwacher Forschung. Sie ist leicht zu berechnen, und die Menschen haben darüber seit den sechziger Jahren geredet. Und doch, über 50 Jahre später, hat sich daran überhaupt nichts verbessert. Tatsächlich „gibt es nach wie vor aktiven Widerstand gegen Bemühungen, die statistische Belastbarkeit zu erhöhen, und zwar seitens der Wissenschaftler selbst“, sagt Nosek. „Wenn der Wunsch nach Veröffentlichung höher ist als der Wunsch nach Richtigkeit, werden Forscher geringe statistische Belastbarkeit verteidigen, obwohl dies Null Qualität für die Wissenschaft bedeutet“.

Wichtig: „Solange es die Anreize gibt, wird es Belohnungen für jene geben, die das System täuschen können, ob sie das nun absichtlich machen oder nicht“.

Wissenschaftler haben jetzt mit den Konsequenzen dieser Stagnation zu kämpfen. In vielen Bereichen, darunter Neurowissenschaft, Genetik, Psychologie, Ökologie und Biomedizin, gibt es Gerede über eine Reproduzierbarkeits-Krise, in der schwache und schlechte Studien die Welt mit zweifelhaften Ergebnissen überschwemmt haben. „Wir bringen viel Zeit damit zu, uns über die Kultur der Wissenschaft zu beklagen, aber verbale Diskussionen erlauben es den Leuten, darüber zu reden“, sagt Smaldino. „Ein formelles Modell erlaubt es deutlicher zumachen, worüber man spricht“.

Zum Beispiel haben sich viele Wissenschaftler auf Replikation konzentriert – also der Wiederholung von Studien, um zu sehen, ob deren Ergebnisse stehen – als eine Art, die Zuverlässigkeit der Wissenschaft zu verbessern. Aber das würde dem Modell von Smaldino und McElreath zufolge nichts besser machen. Ihre Labore könnten Zeit damit verbringen, Arbeiten der Vergangenheit zu reproduzieren, und falls diese Versuche scheitern, würden die ursprünglichen Autoren einen erheblichen Rufschaden erleiden. Aber das spielte keine Rolle, „weil es viel mehr Ergebnisse gibt als überhaupt reproduziert werden können“, sagt Smaldino. Langfristig sind Labore damit durchgekommen, wenn sie schlechte Verfahren angewendet hatten, sogar falls andere sie mit ihren dubiosen Ergebnissen konfrontierten.

„Solange es die Anreize gibt, wird es Belohnungen für all jene geben, die das System beschummeln können, ob sie das nun absichtlich tun oder nicht“, sagt Smaldino. Um die Wissenschaft zu verbessern, müssen sich die Anreize ändern.

Und diese Änderungen müssen für alle Bereiche gelten, aber es müssen keine großen Veränderungen sein, sagt Nosek. Beispiel: Wenn Wissenschaftler nach Promotionen streben, werden sie oftmals aufgefordert, eine vollständige Liste ihrer Studien vorzuweisen. Niemand hat die Zeit, alle diese Studien zu lesen, und darum greifen die Mitglieder des Komitees zu an sich unpassenden Dingen wie etwa der Anzahl der Studien oder dem Prestige der Journale. „Eine einfache Änderung wäre es, den Kandidaten aufzufordern drei Artikel einzusenden, welche das Komitee lesen und detailliert bewerten kann“, sagt Nosek. „Das wären Anreize für die Kandidaten, drei herausragende Arbeiten zu erstellen“.

Aber in UK hat man ein solches System bereits aufgelegt, um Wissenschaftler zu beurteilen, und Andrew Higginson sowie Marcus Munafo, zwei Psychologen der Universities of Exeter bzw. Bristol würden verneinen, dass dies besser ist. Sie haben ein anderes mathematisches Modell angewendet, um vorherzusagen, wie sich Wissenschaftler verhalten sollen, um den Wert ihrer Veröffentlichungen für ihre Karriere zu maximieren. Und sie kamen zu dem Ergebnis, dass falls die Leute auf der Grundlage einer kleinen Anzahl von hoch einflussreichen Veröffentlichungen beurteilt werden, es für sie die beste Strategie ist, all ihre Bemühungen auf geringerwertige Studien zu konzentrieren, die sich nur an neuesten Ergebnissen ausrichten ohne die Ergebnisse älterer Studien zu checken. Als Folge davon wird die Hälfte dessen, was sie veröffentlichen, falsch sein.

Es gibt andere Lösungen. Einige Wissenschaftler haben sich für ein System der „Vor-Registrierung“ [pre-registration] stark gemacht, wobei die Arbeit vor dem Hintergrund ihrer Gedanken und Pläne bewertet wird, bevor irgendeine Arbeit tatsächlich angefertigt wird. Sie verpflichten sich, den Plan buchstabengetreu auszuführen, und die Journale verpflichten sich, die Ergebnisse zu veröffentlichen, egal welcher Art diese sind. Das reduziert die Kapazität und den Anreiz, mit Studien Schindluder zu treiben, um die eigenen Chancen auf die Durchführung einer Studie zu erhöhen. Außerdem verschiebt sich der Schwerpunkt weg von augenfälligen Ergebnissen hin zu soliden, zuverlässigen Verfahren. Fast 40 Journale veröffentlichen diese Art von Registered Reports, und es gibt Bemühungen, diese enger an Zuwendungen zu binden (hier), so dass eine einzelne Begutachtung der Verfahren in einer Studie Zuwendungen und Veröffentlichung garantiert.

Das Hauptgewicht auf Transparenz zu legen, kann ebenfalls helfen, sagt Simine Vazire, eine Psychologin an der University of California. „Falls die Autoren verpflichtet werden, mehr Details über ihre Forschungen bekannt zu geben, werden die Journale und die Begutachter besser in der Lage sein, die Qualität dieser Studien zu evaluieren, und es wird viel schwieriger für die Autoren sein, das System vorzuführen“.

Spitzenjournale wie Nature und Science ermutigen Autoren tatsächlich, transparenter zu sein hinsichtlich Daten und Verfahren, während sie Checklisten ausgeben, um es einfacher für die Herausgeber zu machen, die statistischen Qualitäten neuer Studien zu inspizieren. Und das Center for Open Science von Nosek hat Standards für Transparenz, Offenheit und Reproduzierbarkeit erstellt (hier), welche Journale und Geldgeber übernehmen können, sowie Auszeichnungen für gutes Verhalten (hier).

Ultimativ „ist die Änderung von Anreizen über das gesamte Wissenschafts-Ökosystem ein Problem der Koordination“, sagte Nosek. „Institutionen, Geldgeber, Herausgeber, Gesellschaften und die Forscher selbst müssen ihre Erwartungen allesamt etwas ändern. Ohne dies wird keine Änderung effektiv sein“.

Munafo ist voller Hoffnung. „Wir haben Fortschritte gemacht, von der Beschreibung des Problems hin zum Verständnis von dessen Natur“, sagt er. „Das ist ein gutes Zeichen. Hoffen wir, dass es uns Hinweise gibt, wo wir Anreiz-Strukturen am effizientesten ändern können. Wir stecken mitten in einem faszinierenden natürlichen Experiment, wobei viele Innovationen eingeführt oder angestoßen werden. Was funktioniert und was nicht, und was populär ist und was nicht, bleibt abzuwarten“.

„Ich möchte nicht übermäßig pessimistisch sein“, sagt Smaldino. „Es gibt viele wirklich gute Wissenschaftler, die nach Arbeiten mit hoher Qualität streben. Es gibt immer mehr Individuen, die erkennen, dass Qualität tatsächlich bedeutsam ist. Ich hoffe einfach, dass Sentiment vorherrscht“.

Link: http://www.theatlantic.com/science/archive/2016/09/the-inevitable-evolution-of-bad-science/500609/

Übersetzt von Chris Frey EIKE