Biobauern sind die größten Lebensmittel-Vernichter Ohne Klimawandel überlebt die Biolandwirtschaft ihre Ernteverluste nicht

Die konventionelle Landwirtschaft hatte ein ganz kleines bisschen weniger Ertrag, als im letzten Jahr des „Klima-Menetekels“. Deshalb jammert sie (wegen einem Prozent weniger gegenüber dem Höchstertrag) wie üblich, wies aber Erträge aus, welche einfach weiterhin nur hervorragend waren:

Anm.: Nicht Deutschland, aber zur Information, wie das angebliche CO2-Gift den Weizenertrag fördert, obwohl Amerikas Westen angeblich durch den Klimawandel „verbrennt“:
dlz Agrarmagazin: USA: So soll sich die diesjährige Weltweizenernte nur noch auf rund 727 Mio. t belaufen und damit das zweithöchste Niveau erreichen. Das wären ein Prozent oder rund 7 Mio. t weniger als 2015.


Bild 1 Getreide Welt. Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Bericht Ernte 2016

Auch für Deutschland lässt sich das bekannte Frankenlied synonym verwenden, allerdings mit einer modernisierten Erweiterung:

So viel Korn ist zu verladen, dass auf des Maines Flut die Lastkähne in Stau geraten

Damit bestätigen die letzten Ernten, was bereits in „Ernteerträge und Klimawandel“ berichtet wurde: Die Erträge übersteigen laufend alles bisher da gewesene. Von einem negativen Klimawandel-Einfluss wirklich nirgends eine Spur.

Was nicht bedeutet, dass Bauernpräsidenten nicht umso dreister gegen alle Fakten (bzw. gegen die wegen Überangeboten zu niedrigen Weltmarktpreise) jammern, was das Zeug hält.

[2] Berlin – Die Ernte in Deutschland fällt diesmal drastisch schlechter aus
Vielen Ackerbauern geht das Geld jetzt auch aus», sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied bei der Vorlage einer Erntebilanz.
Wegen ungünstigen Wetters zeichnet sich bei Getreide ein Minus von elf Prozent auf 43,5 Millionen Tonnen ab – weniger waren es zuletzt vor fünf Jahren. Auch bei Raps dürften mit 4,5 Millionen Tonnen elf Prozent weniger hereinkommen als im Vorjahr. Angesichts niedriger Weltmarktpreise für viele Produkte hoffen die Landwirte auf mögliche weitere Krisenhilfen des Staates von 100 Millionen Euro.

DER SPIEGEL: Ernte 2016: Regen, Pilze, Krankheiten – schlechtes Wetter lässt Bauern verzweifeln Der verregnete Sommer sorgte bei Kartoffeln für Probleme mit Pilz- und Infektionskrankheiten. "Wir sind froh, dass wir heute mit Pflanzenschutzmitteln, die Pilzinfektionen bekämpfen können. Hätten wir diese nicht gehabt, gäbe es in diesem Jahr keine Kartoffeln", sagte Rukwied dem Bayrischen Rundfunk.

Was für einen Bauerverbands-Präsidenten „drastisch schlechter“ bedeutet, kann man in der offiziellen Ertragstabelle sehen. Die Abweichungen vom hohen Mittelwert der Jahre 2010 – 2015 sind in der Regel so minimal, dass es kaum gemessen werden kann. Interessant ist nur, dass die Erträge im angeblichen Katastrophenjahr 2015 bis auf Sommerweizen und Hafer durchgehend noch besser waren. Lediglich aufgrund der extrem guten Ergebnisse des Jahres 2015 ergeben sich nun moderate Minderungen:

  

Bild 2 Getreide Deutschland 2016, Daten aus dem Schaubild 1 im BFEL-Bericht vom Autor tabelliert und erweitert. Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Bericht Ernte 2016

Selbst der Hopfen, nach den Grünen und Prof. H. Lesch ein angeblich untrüglicher Indikator für den schlimmen Einfluss des Klimawandels „Wenn der Hopfen nicht stirbt, stirbt dann der Klimawandel?“, spielt das grüne Klimaspiel nicht mit:

Bild 4 Deutschland Hopfenerträge. Daten für 2016 vom Autor ergänzt (rot). Quelle: LfL Jahresbericht 2015 Sonderkultur Hopfen

Und nicht einmal die gemeldeten, angeblich immer schlimmeren Ertragsschwankungen zeigen sich bei einer Nachschau: „Schlechte Erntejahre kommen ganz offenbar immer häufiger

Einfügung: Gerade vor dem Wegschicken kam auf EIKE die Ernteinfo von Herrn Kämpfe:

Die erfreuliche Nachricht: Sehr gute Getreideernte 2016 in Thüringen- wo bleiben die negativen Folgen des angeblichen „Klimawandels“?

welche die Darstellungen bestätigt.

Trotzdem wird von Experten unbekümmert simuliert. Und im Computer sinken die Weizenerträge kontinuierlich. Wenn man feststellt, dass die Simulationen nicht mit den realen Daten übereinstimmen, werden viele Simulationen erzeugt und dann gemittelt – mangels Unabhängigkeit ein eklatanter, statistischer Fehler – beim Klimawandel aber erlaubt, falls sich nur so ein Alarm erzeugen lässt. Und wie früher dem Mann auf der Kanzel nicht widersprochen werden durfte, gilt es heute für Ergebnisse von Computersimulationen.

Bundesministerium für Bildung und Forschung, Journalbeiträge:

Rechnen mit der Unsicherheit Starke Einbrüche beim Weizen

Die Forscher verglichen die Ergebnisse von 30 Computermodellen mit experimentellen Daten von Versuchsfeldern in Arizona (USA). Dabei stellten sie fest, dass die Modelle mit zunehmender Temperatur von den Ergebnissen der Feldversuche abwichen. Lediglich der Median aller Modelle kam den im Feld ermittelten Ergebnissen nahe. Daraus schlossen die Forscher, dass ein Modell alleine unter Umständen keine realitätsnahen Prognosen liefern kann, sondern dass die Werte mehrerer Modelle verwendet werden sollten, um Aussagen zu treffen. Ihre Ergebnisse nutzten die Forscher anschließend zu einer Prognose der globalen Weizenerträge bei steigenden Temperaturen: Hier zeigte sich, dass die Erträge mit jedem Grad mehr um etwa sechs Prozent einbrechen werden. Weltweit wären das 42 Millionen Tonnen, etwa ein Viertel des 2013 global geernteten Weizens. Sie stellten zudem fest, dass die Ertragseinbußen beim Weizen bereits bei geringeren Temperaturanstiegen einsetzen, als bisher berechnet wurde.

Während sich die Ernten der gescholtenen Agrarindustrie allen Simulationsergebnissen sogenannter Klimafachleute widersetzen und dank dem sich stetig wandelnden Klima von einer Ertragsspitze zur nächsten eifern, gibt es eine Ausrichtung, welche nach der Ideologie davon nicht betroffen sein soll, aber genau darunter massiv verzweifelt.

Biobauern traf der Sommer 2016 hart

Neue Zürcher Zeitung 4.8.2016: [6] Miserable Weizenernte im Kanton Zürich Wer ist schuld an der Missernte?

In einem Jahr wie diesem zeige sich schonungslos, dass diese ökologisch geprägte Politik nicht aufgehe. An Zürcher Sammelstellen zeige sich bezüglich der Getreideernte «der blanke Horror»: Vor 150 Jahren hätte eine solche Missernte ein Hungerjahr bedeutet, sagt Haab, jetzt müsse halt stärker auf das Ausland gesetzt werden. Dies sei die Quittung dafür, dass Bauern mit Beiträgen vom Bund im Rahmen des Extenso-Programms und mit IP-Suisse-Geldern davon abgehalten würden, ihre Weizen wirksam vor Pilzbefall zu schützen.
Bauern, die extensiv produzierten, also ohne Einsatz von Fungiziden, hätten einen Ernteausfall von rund 40 Prozent zu verkraften, konventionelle Produzenten einen solchen von 20 bis 25 Prozent, sagt er.

DIE WELT 11.08.16: [5] Ernteausfälle bei Bio-Gurken im Spreewald
Ein Betrieb aus Steinreich (Dahme-Spreewald) etwa beklagt bei Bio-Schälgurken Ernteausfälle von 70 Prozent. Grund sei eine Pilzkrankheit. Die EU stufte vor Jahren ein Mittel dagegen, das im Ökolandbau angewendet durfte, als Pflanzenschutzmittel ein. Damit darf es nicht mehr auf die Felder
.

Frankfurter Rundschau 21. Juli 2016: Kleine Körner, faule Kartoffeln
Auch Kartoffeln dürfte es dieses Jahr weniger geben. Die Kraut- und Knollenfäule wütet, eine Pilzkrankheit, die ebenfalls durch Nässe ausgelöst wird. „Auf manchen Äckern gibt es Einbußen bis zu 100 Prozent“, sagt Weber.

[3] Insbesondere für die Erzeuger von Biokartoffeln war die Ausbreitung des Krautfäuleerregers Phytophthora infestans ein großes Problem; im Ökoanbau wurde auch ein vermehrtes Auftreten von Kartoffelkäfern beobachtet.

topagrarONLINE, 09.08.2016: Bio-Kartoffelbauern in der Pfalz drohen 100 Prozent Ernteausfall
Feucht-warme Witterung begünstigt die Krankheit und kann zu Ertragsverlusten von 20 bis 40 % oder sogar zu Totalschaden führen. Die Behandlung mit Kupfer, die im Bio-Anbau bis zu einer bestimmten Grenze pro Hektar erlaubt ist, greift bei häufigen Niederschlägen nicht, weil das Kupfer sofort wieder von der Pflanze abgewaschen wird und damit wirkungslos bleibt. Andere Pflanzenschutzmittel, wie zum Beispiel das systemisch wirkende und komplett abbaubare Kaliumphosphonat, sind beim Bio-Anbau nicht erlaubt.
Die Ökobauern befinden sich aufgrund des dauerhaft feuchten Wetters im Frühjahr und Frühsommer 2016 in einer Zwickmühle. Entweder sie verlieren ihr
Biosiegel oder die komplette Ernte.

Welch gewaltigen Ertragunterschiede schon „im normalen Mittel“ bestehen, zeigt ein Artikel von „agrar heute“. Und er zeigt, dass der Biolandbau im Vergleich nicht besser, sondern schlechter wird. Die Daten stammen vom inzwischen grün eingefärbten Landwirtschaftsministerium, somit dürften sie nicht allzu weit daneben liegen.

agrar heute 07.01.2016:  Öko-Erträge fallen weiter zurück – vor allem beim Raps

Die Datengrundlage lieferte das sogenannte Testbetriebsnetz des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Hier werden repräsentative Daten von Betrieben beider Bewirtschaftungsformen unter ähnlichen Bedingungen (u. a. Betriebsgröße, Standort) erhoben und verglichen.

Bild 5 Mehrerträge im konventionellen Landbau gegenüber Ökolandbau. Quelle: agrar heute, ausgabe 07.01.2016:  Öko-Erträge fallen weiter zurück – vor allem beim Raps

Natürlich finden sich beliebig viele Veröffentlichungen, welche das Gegenteil beweisen. In aller Regel gelingt dies, indem „Umweltkosten“ und vor allem auch „Klimaschutz-Nutzen“ monetär bewertet und zugerechnet werden.

Nutzen von Pflanzenschutzmitteln

Man sollte meinen, diese Tatsachen würden zwar nicht Biophantasten, aber wenigstens offizielle Verantwortliche überzeugen. Dem ist aber nicht so. Berliner Ideologie und Frau Hendricks kann keine Krautfäule überzeugen. Was ideologisch als böse festgelegt ist, muss bestraft werden.
Klimaretter.Info 08.09.3015: "Heutige Landwirtschaft ist auch nicht gut für Bauern"

(Anm.: Frau Hendricks)auf Pflanzenschutzmittel soll es künftig eine Abgabe geben.

Die Natur hat auf den Menschen noch nie Rücksicht genommen

Das gesamte, vorherige Kapitel zieht es sich wie ein roter Faden hindurch: Ohne moderne Pflanzen-Schutzmaßnahmen geht in feuchteren Jahren ein erheblicher Teil der Ernte verloren.
Im Artikel: Biobauern darben ohne Klimawandel wurde es schon einmal thematisiert.

Eine Illusion der Grünen ist, Natur wäre grundsätzlich „gütig“. Dieses Jahr zeigte wieder, wie sie wirklich ist.

TELEPOLIS 22.08.2016: [4] Kartoffelernte würde ohne Pflanzenschutzmittel weitgehend ausfallen
Welche Folgen Missernten ohne Pflanzenschutzmittel haben, konnte man Mitte des 19. Jahrhunderts sehen: Damals sorgte der Kartoffelmehltau (Phytophthora infestans) dafür, dass die Ernten in Europa in den Jahren 1845 und 1846 deutlich zurückgingen: In Preußen beispielsweise um 47, in Württemberg um 55, in Dänemark um 50, in Schweden um 20 bis 25, in Frankreich um 20, in den Niederlanden um 71, in Belgien um 87 und in Irland um 88 Prozent zurückging.
Dort, in Irland (und in den schottischen Highlands), hatte der Ernterückgang die verheerendsten Folgen, weil man auf etwa einem Drittel der bebaubaren Fläche Kartoffeln anbaute, während man in Württemberg nur 3 bis acht Prozent dafür nutzte. Deshalb verhungerten auf der Insel zwischen 1845 und 1852 mindestens eine Million Menschen. Weitere ein bis zwei Millionen entkamen dem Hungertod nur dadurch, dass sie auswanderten – vor allem in die USA. Am Ende der Hungersnot lebte in Irland ein Fünftel bis ein Viertel weniger Menschen als vorher.

Damit sind die Grünen mit den Biobauern die größten Lebensmittel-Vernichter

Zitierungen aus einem lesenswerten Artikel, von dem die Überschrift zu diesem übernommen wurde.

Novo Argumente, Ludger Wes: [1] Schluss mit der Lebensmittel-Verschwendung
Oft wird den Discountern und Verbrauchern unterstellt, sie würden in großem Maße Lebensmittel verschwenden. Doch an anderer Stelle werden viel mehr Lebensmittel verschwendet.
Verschwendung Biolandbau
Aufmerksame Leser ahnen es: Es geht um den Biolandbau. Der hat in diesem Jahr bei Kartoffeln, Wein, Weizen und Gurken extreme Ernteausfälle zu verzeichnen; in einzelnen Regionen verdarben 30-50 Prozent der Ernte, in anderen 100 Prozent. Als Ursache geben die Ökobauern das feuchte Wetter an, das das Wachstum von Schädlingen wie dem Falschen Mehltau oder der Kraut- und Knollenfäule begünstigt habe.
Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Unter der Witterung hatten auch konventionell arbeitende Bauern zu leiden. Doch ihre Ertragseinbußen waren weitaus geringer, dank moderner Pflanzenschutzmittel.

Ernteverlust durch Agrarwende
Andreas von Tiedemann, Professor für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz an der Universität Göttingen, rechnete kürzlich bei einem
Vortrag in Göttingen vor, dass Weizen, Reis, Mais, Kartoffeln und Soja etwa 90 Prozent der Weltnahrungsmittel ausmachen. Pro Jahr geht etwa ein Drittel davon durch Krankheiten und Schädlinge verloren. Ohne Pflanzenschutzmittel wären es zwei Drittel. Verluste bei Lagerung und Transport sind dabei noch nicht eingerechnet.
Von Tiedemann erinnerte daran, dass die Gelbrost-Epidemie, die sich seit 2010 in Europa ausbreitet, ohne den Einsatz von Pestiziden 60 Prozent der hiesigen Weizenernte vernichten würde. Ohne Pflanzenschutzmittel würde für Weizen, Gerste, Raps und Kartoffeln eine doppelt so große Anbaufläche benötigt, um die gleichen Erträge wie mit Pestiziden zu erzielen. Die von der Partei Die Grünen und von Umweltschützern geforderte Agrarwende mit Umstellung auf 100 Prozent Bio würde, so von Tiedemann, einen Ernterückgang von 20 bis 50 Prozent bedeuten. In diesem Jahr würden deutsche Landwirte dann womöglich gar keinen
Wein, kaum Kartoffeln und Gurken und nur minderwertigen Weizen ernten.

Das Beispiel zeigt: Bio ist eine Luxuswirtschaftsweise für Menschen in Ländern, in denen die Läden von Nahrungsmitteln überquellen. Menschen in solchen Ländern können es sich leisten, Feldfrüchte auf Hunderttausenden von Hektar vergammeln zu lassen. Mutwillig auf bewährte, jahrelang getestete Pflanzenschutzmittel zu verzichten, bedeutet, die Verschwendung von Ressourcen und Lebensmitteln in großem Maßstab in Kauf zu nehmen. Wer so handelt, hat kein Recht, Unternehmen und Menschen zu verurteilen, die Lebensmittel wegwerfen.
Es scheint also, dass die Verschwendung von Nahrungsmitteln im Ökolandbau zur Standardpraxis gehört. Dank der hohen Preise lässt sich auch dann noch Geld verdienen, wenn ein Großteil der Ernte den Schädlingen überlassen wird. Gelebte Nachhaltigkeit?

Das Klima des Jahres 2016

In einigen Publizierungen wurde das Wetter dieses Jahres und die langfristige „Einsortierung“ bereits dargestellt:

Klima-Monatsrückschau August 2016

Im Klimawandel nicht Neues, der Juli 2016 war im Mittel wieder zu warm

Nachdem vor allem die Feuchte den Biobauern zu schaffen machte, anbei die Niederschlagsdaten der Vegetationsperiode. Dieser lag dieses Jahr im Vertrauensbereich der Mittelwerte und innerhalb eines Bereiches, der dem Wert seit 1881 entspricht. Und trotzdem war es für die Biobauern bereits ein Fiasko. Was passiert erst, wenn das Wetter wie von den Grünen gefordert, noch schlechter wird?


Bild 6 Niederschlag Deutschland Frühling von 1881 – 2016. Vom Autor aus dem DWD-Datensatz erstellt

Bild 7 Niederschlag Deutschland Sommer von 1881 – 2016. Vom Autor aus dem DWD-Datensatz erstellt

An den Niederschlagsdaten kann man natürlich auch sehen, dass der ominöse Klimawandel in Deutschland bis auf einen geringen Anstieg der Temperaturen (nachdem vorher eine Kaltzeit war) mit keinem sonstigen Klimaparameter feststellbar ist. Da die Daten bis zum August 2016 reichen, lässt sich das Gerede immer weiter steigender Niederschläge (wärmer = mehr Niederschlag) auch in das Land der Klimafabeln verweisen. Jedenfalls lässt sich weder für den Frühling noch den Sommer ein statistischer Unterschied zum Beginn der Messreihe im Jahr 1881 feststellen. Auch die Variabilität nimmt nicht zu, wie es die goldenen Jahres-Differenz-Werte seit 1881 zeigen.

Bonner Politik ist inzwischen zur reinen Umsetzung von Ideologie verkommen

Von der Idee, sich an der Wirklichkeit zu orientieren und dazu glaubhafte Politik zu machen, haben sich die Koalitionsparteien längst verabschiedet. Es ist unfassbar, wie schnell, problemlos und konsequent es einer in Agitation geschulten Person gelang, eine komplette Parteienlandschaft zum reinen Marionettentheater zu degradieren – und wie unsere „Eliten“ wieder dazu überlaufen.
Nun war das Thema Landwirtschaft schon immer fest in Lobbyisten-Hand. Aber nun wird dies selbst in den C-Parteien im Bemühen, die Grünen unbedingt überholen zu müssen, stur um eine ideologische Komponente erweitert: Bayerischer Klimakongress 2016 in Würzburg.

Was auf Landesebene gilt, gilt natürlich auf Bundesebene:

BMEL: Eine Zukunftsstrategie für den ökologischen Landbau

Bei der Kick-Off-Veranstaltung im BMEL in Berlin hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt am 19. Mai 2015 den offiziellen Startschuss für die Entwicklung der "Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau" gegeben. "Die Öko-Landwirtschaft leistet schon heute einen entscheidenden Beitrag zu unserer Ernährung! Ihr Potenzial will ich voll auszuschöpfen!", unterstrich Schmidt.

Umweltbundesamt: Ziel der Bundesregierung ist es, den Ökologischen Landbau in Deutschland weiter zu stärken. Hierzu soll der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland auf 20 % erhöht werden.

Wie in Berlin aber allgegenwärtig, gibt es Ressorts, welche jeden Unsinn noch wagen zu übertrumpfen. Frau Hendricks will eine Abgabe auf Pflanzenschutzmittel:

Klimaretter.Info 08.09.3015: Hendricks fordert stärkeres Ministerium
"Heutige Landwirtschaft ist auch nicht gut für Bauern"… auf Pflanzenschutzmittel soll es künftig eine Abgabe geben.

Damit nicht etwa noch im Ansatz so etwas Vernunft diese Erntevernichtung und Frau Hendricks Anweisungen topedieren kann, soll es per Machterweiterung geschehen:

Klimaretter.Info 08.09.3015: … Und fordert ein neues Initiativrecht für ihr Haus – "zur Stärkung der Umweltpolitik des Bundes". Berater empfahlen Hendricks, ein Vetorecht zu fordern

Das würde bedeuten: Die Umweltministerin kann – im Einvernehmen mit der Bundeskanzlerin – verlangen, dass sie sich auch mit Angelegenheiten befassen darf, die eigentlich in den Geschäftsbereich eines anderen Ministeriums gehören.

Wer die Maßnahmen und vor allem unreflektierende Klimahysterie von Frau Hendricks und ihrem Ministerium verfolg, ahnt was das bedeutet: (Noch) denkbare Opposition soll in Zukunft von vornherein ausgeschaltet werden, damit Frau Merkel weiterhin international als Vorreiterin der Klimarettung brillieren kann.

Anmerkung:
Damit soll nicht gesagt werden, dass die industrielle Landwirtschaft in jeder Form immer problemlos und allein selig machend wäre. Aber von einer Seite zur anderen zu überschlagen, sind keine erfolgreichen Zukunftsszenarien.

Die Hopfenbauern machen vor, wie man mit Verzicht auf Ideologie mit gezielter Pflanzenzüchtung und gekonntem (und nicht ideologisch verbotenem) Planzenschutzmittel-Einsatz beides in Einklang bekommen kann.

agrar heute 18.08.2007: Laut dem Industrieverband hat sich gerade beim Hopfen in der Vergangenheit eine erstaunliche Entwicklung vollzogen. Der Ertrag an Alphasäure, der eigentlichen Bierzutat, konnte durch moderne Sorten von 50 auf 400 Kilogramm pro Hektar gesteigert werden. Auch im Pflanzenschutz gab es laut dem Industrieverband beispielhafte Fortschritte. Pilzkrankheiten hätten noch vor 30 Jahren 15 bis 16 Spritzungen im Jahr erfordert. Seither sei in der Hallertau ein raffiniertes Vorhersagesystem für Pilzkrankheiten entwickelt worden. An zahlreichen Beobachtungsstellen werde täglich die Anzahl der Pilzsporen ermittelt. Erreichen sie eine bestimmte Schwelle, werden die Hopfenpflanzer per SMS oder Fax informiert, dass sie eingreifen müssen. Dadurch hätten die Spritzungen bei den modernen toleranten Sorten auf zwei bis vier in der Vegetationsperiode reduziert werden können.

Quellen

[1]
Novo Argumente, Ludger Wes: Schluss mit der Lebensmittel­verschwendung
https://www.novo-argumente.com/artikel/schluss_mit_der_lebensmittelverschwendung

[2]
WELT, 19.08.2016: Schlechte Ernte 2016 bringt Bauern in Bedrängnis
https://beta.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article157749020/Schlechte-Ernte-2016-bringt-Bauern-in-Bedraengnis.html?wtrid=crossdevice.welt.desktop.vwo.google-referrer.home-spliturl&betaredirect=true

[3]
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Bericht Ernte 2016

[4]
TELEPOLIS 22.08.2016: Kartoffelernte würde ohne Pflanzenschutzmittel weitgehend ausfallen
http://www.heise.de/tp/artikel/49/49188/1.html

[5]
DIE WELT 11.08.16: Ernteausfälle bei Bio-Gurken im Spreewald
http://www.welt.de/regionales/berlin/article157605956/Ernteausfaelle-bei-Bio-Gurken-im-Spreewald.html

[6]
Neue Zürcher Zeitung 4.8.2016: Miserable Weizenernte im Kanton Zürich Wer ist schuld an der Missernte?




Zwei neue Bücher zu Energiewende und „Klimaschutz“

"Risiko Energiewende, Wege aus der Sackgasse"

Konrad Kleinknecht beschränkt sich in seinem Buch im Wesentlichen auf das Thema der Energieversorgung und hier insbesondere auf die deutsche Energiewende. In den Kapiteln 1 bis 4 "Fossile Energiequellen", "Neue Energie" (liest sich wohltuend anstelle des propagandistischen "erneuerbar") und "Neue Spieler" erhält der Leser einen fachlich untadeligen und wohltuend komprimierten Überblick über die fossilen Ressourcen, die Methoden ihrer Nutzung und die "neuen Spieler" China und Indien. Insbesondere in diesem letztgenannten Kapitel werden die ungleichen Größenordnungen der Stromerzeugung deutlich, welche die beiden zu Global Playern strebenden Länder von deutschen Verhältnissen unterscheiden.

Der faktische Unsinn der hierzulande betriebenen Energiewende wird unter dem globalen Blickwinkel noch deutlicher als er aus elementaren technisch-naturwissenschaftlichen Gründen ohnehin schon ableitbar ist. Allein in China werden jedes Jahr so viele Kohlekraftwerke neu gebaut wie in Deutschland insgesamt stehen. Und auch Indien plant seine Stromerzeugung mit Kohle in den nächsten 5 Jahren zu verdoppeln. Daher ist es befremdliche Arroganz zu versuchen diese Länder mit unserem Klimaschutz- und Energiewende-Wahn zu beglücken. Länder von jeweils mehr als einer Milliarde Menschen auf der Schwelle zu Industrienationen hängen überlebenswichtig von der Kohleverbrennung ab. Ihr zügiger Zubau von Kernkraftwerken zeigt zudem, dass sie auch über die Kohlenutzung hinaus klüger und weiter denken als die deutsche Politik. 

Ohne dass es Konrad Kleinknecht explizit formuliert, wird ganz nebenbei an den Beispielen China und Indien der Abersinn der zu nichts verpflichtenden Pariser Klimaverträge entlarvt. Aus nüchterner Faktenschilderung in seinem Buch offenbart sich ferner die schier unglaubliche sachliche Dummheit Deutschlands (oder ist es womöglich sogar eine bewusst geplante Zerstörung der Strominfrastruktur?) mit planwirtschaftlichen Zwangsverfügungen "Klimaschutz", "Dekarbonisierung" und "EEG" in Gesetze und Durchführungsbestimmungen zu gießen. Von Windradmonstern hat die betroffene Bevölkerung ohnehin schon die Nase voll, wie es die stetig zunehmenden Bürgerinitiativen zeigen. 

Der Abschnitt 1.8 des Buchs von Konrad Kleinknecht bietet eine sachgerechte, kurzgehaltene Übersicht über die Wirkung des anthropogenen CO2 auf Klimaparameter und nimmt dieses Thema später unter Abschnitt 5.3 "Risiko Kima" noch einmal auf. Diese beiden Abschnitte bieten ohne unnötigen Ballast das Wichtigste, was der Laie zum Thema "Klima und CO2" wissen sollte. Kapitel 5.3 schließt mit den zutreffenden Sätzen "Die Modellrechnungen über Zeiträume von hundert Jahren sind mit so großen Unsicherheiten behaftet, dass die vorhergesagten Entwicklungen der Temperatur mit Vorsicht zu betrachten sind. Die Modelle müssen wesentlich genauer werden, wenn man sie ernst nehmen will. Es ist zu voreilig, aus den Ergebnissen politische Konsequenzen zu ziehen".

Die verantwortliche Politik freilich "ignoriert so etwas noch nicht einmal" (Zitat Karl Valentin). Dies sagt bereits alles über Demokratieverständnis und Bürgernähe der Verantwortlichen aus. Versuche von neutralen Fachleuten, den politisch Verantwortlichen technische Expertise zu vermitteln und damit für Vernunft zu sorgen, waren bisher so erfolgreich wie einen störrischen Ochsen das kleine Einmaleins zu lehren. Die Politik bevorzugt die Meinung von Öko-Ideologen. Die Mainstream-Medien klagen über Politikverdrossenheit und deren Anprangerung als "Lügenpresse"; wen wundert das unter diesen Umständen eigentlich noch?

Auf den neben "Klimaschutz" zweiten politischen Anlass der Energiewende, die Abwicklung der deutschen Kernkraftwerke, geht Konrad Kleinknecht unter 4.2 "Die Ethikkommission" näher ein. Trotz seiner stilistisch-höflichen Zurückhaltung  entgeht dem Leser natürlich nicht, dass diese Kommission aus Theologen, Soziologen, Juristen und Politikern bestand, aber nicht aus Energie-Experten! Sie war eher eine Art Talk-Show denn ein seriöses Gremium für eine der wichtigsten Gegenwartsentscheidungen Deutschlands.

Zweifellos offenbarte sich mit der Ethikkommision ein absoluter Tiefpunkt des deutschen Intellektualismus. Es offenbarte sich aber auch Feigheit der wenigen Kommissionsmitglieder, die hätten laut und deutlich widersprechen müssen (wie zum Beispiel Jürgen Hambrecht, BASF). Fachfremde und zudem ideologisch Voreingenommene über wichtige technische Weichenstellungen einer Industrienation entscheiden zu lassen ist so sinnvoll wie Gänse zum Sinn des Weihnachtsfestbratens zu konsultieren.

Im zweiten Teil des Buchs von Konrad Kleinknecht werden alle mit der Energiewende verbundenen Risiken fachkundig behandelt: Großflächige Black Out Ereignisse, unheilvoller Einfluss der Energiewende-Profiteure, Untergang der großen Energieversorger, Probleme der Stromspeicherung, Zähmung des fluktuierenden Sonnen- und Windstrom mit teueren Back-up Kraftwerken, expodierende Stromkosten, sich daraus ergebende soziale Schieflagen, Abwanderungen energie-intensiver deutscher Industrie ins Ausland usw. Dies erfolgt ähnlich auch in zahllosen anderen Buchveröffentlichungen mit identischen Schlussfolgerungen. Der Stil von Kleinknecht bleibt aber im Gegensatz zu dem vieler anderer Autoren stets zurückhaltend und ist dabei niemals trocken. Wenn es sachlich ganz schlimm wird, klingen ab und an Ironie oder schwarzer Humor an.

Als Fazit des Buchs von Konrad Kleinknecht bleibt für den Leser eine untadelige Sachinformation und die aus dem Buch implizit zu entnehmende Erkenntnis, dass die konsequente, sofortige Beendigung des gesellschafts-gefährdenden Experiments "Energiewende" unabdingbar ist. Das Buch hat den moderaten Preis von 19,99 €.

"Kriminalfall Klima: Opfer, Täter, Profiteure"

Das Buch von Wolfgang Burkel unterscheidet sich zwar im Stil deutlich von dem w.o. besprochenen Kleinknecht-Buch, die Kernaussagen sind dennoch identisch. Burkel beschränkt sich auf das Thema "Klima", das ja bekanntlich (s. oben) einer der beiden Begründungs-Pfeiler der Energiewende ist. Wolfgang Burkels Stil vermeidet im Gegensatz zu Konrad Kleinknecht nicht die Polemik, ohne diese aber unangemessen zu übertreiben. Das Buch ist daher bestens für Einsteiger geeignet, die sich über Motive, Gründe und Folgen der deutschen "Klimapolitik" informieren und dabei auf angriffsfreudigen und unterhaltsamen Lesegenuss nicht verzichten möchten. Hierbei tragen auch die ämüsanten Zeichnungen im Buch bei, deren Protagonisten – sogar der Eisbär auf dem Buchcover – stets nur mit Zorro-Augenmasken krimineller Täter abgebildet sind.

Wolfgang Burkel scheut keine drastischen Worte, wenn er zum Beispiel über die Klimaforschung schreibt "

Der gesamte blinde Aktionismus zur Rettung des Klimas ist ein extrem teurer und schädlicher Irrsinn. Könnte das ein Laie erkennen? Ja, anders als damals bei Galileo, er könnte! Ein gesunder Menschenverstand reicht völlig aus: Wieso sollte ein wärmeres Klima plötzlich eine Katastrophe sein? Noch nie waren Warmzeiten von Nachteil für die Menschheit, ganz im Gegensatz zu Kaltzeiten oder gar Eiszeiten. Für diesen klammheimlichen Paradigmen Wechsel ist uns die Klima Wissenschaft jede Erklärung schuldig geblieben. Außerdem deutet nichts auf eine galoppierende Erwärmung hin. Entgegen den Prognosen der Panikmacher macht die Klimaerwärmung schon seit 20 Jahren Pause. Ein Zusammenhang zwischen Kohlendioxid und globaler Temperatur besteht offensichtlich nicht oder nur in sehr geringem Maße. Das erkennt man auch daran, dass die Kohlendioxid-Konzentration schon zigfach höher war. Außerdem weiß jeder, dass Kohlendioxid der unverzichtbare Baustein des Pflanzenwachstums ist. Ohne Kohlendioxid wäre Leben auf der Erde nicht möglich. Eine höhere Konzentration steigert die Ernte Erträge, ein Umstand, der seit Jahrzehnten in Gewächshäusern genutzt wird."

Das Buch von Wolfgang Burkel bietet somit einen Gesamtüberblick über alle Schattierungen von "Klimaschutz" sowie den weiteren von Politik und interessierten Interessengruppen aus "Klimaschutz" abgeleiteten sachlichen Schwachsinn. "Klimaschutz" schädigt durch seine extremen Kosten unseren Wohlstand und die unseren Wohlstand erst ermöglichende Industrie. Darüber hinaus bedroht er unsere Demokratie durch die von Ökoideologen geforderte und von der Bundesregierung allen Ernstes in Angriff genommene "große Transformation". Deren Hauptmerkmal ist nichts anderes als Planwirtschaft nach dem Vorbild der ehemaligen DDR.

Ein Atout von Wolfgang Burkels Buch ist sein unschlagbarer Preis von 4,43 € infolge amazon self publishing.

 




Substanzlose Endlagersuche

Zum Artikel der F.A.Z vom 5. August: „Neue Köpfe für die Suche nach dem Atomendlager“ von Herrn Mihm habe ich den veröffentlichten Leserbrief vom 11. August in der F.A.Z „Substanzlose Endlagersuche“ geschrieben, der dieser unglaublichen Geschichte folgt.

Wiesbadener Kurier, 26.09.16         

Die unglaubliche Geschichte von Gorleben, das weltweit zu den technisch     aussichtsreichsten Endlagerprojekten gehört(e)!

„Neue Köpfe für die Suche nach dem Atomendlager“ F.A.Z:

     „ … Jetzt haben BGE und BfE auch Gesichter. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat deren Leiter ernannt. Es sind alte Bekannte, und sie bilden das Spektrum der politischen Farben ab: Schwarz, Rot und Grün. Die dem Ministerium unterstellte Endlagergesellschaft bekommt gleich drei Geschäftsführer: Ursula Heinen-Esser, Ewold Seeba und Hans-Albert Lennartz …“ (F.A.Z. vom 5. August 2016)

Dr. Barbara Hendricks SPD:

BundesumweltministerIn, in deren Ressort die Endlagerung bzw. Untertagedeponierung von radioaktiven „Abfällen“ liegt, brilliert öffentlich mit ihren markanten Ansichten zur Endlagerung:

 2013: „Wir beginnen jetzt nach strengen wissenschaftlichen Kriterien die Suche nach einem bestmöglichen Endlagerstandort … Für sie als überzeugte Christin sei es immer ‚gotteslästerlich‘ gewesen, dass Menschen dachten, sie könnten etwas für Millionen Jahre garantieren …“ (RHEINISCH POST vom 21.12.2013). Dazu sei angemerkt:

– Das soll wohl bedeuten, dass nach ihrer Meinung die bisherigen Untersuchungen und Ergebnisse von Gorleben nicht nach strengen wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt worden sind. Darauf kann man nur mit einem Sprichwort antworten: Schuster bleib bei Deinem Leisten.

– Es ist im wahrsten Sinne des Worte realitätsfremd, einen „bestmöglichen“ Standort zu fordern. Gefragt ist ein lange Zeit sicheres Endlager bzw. eine für eine lange Zeit sichere Untertage-Deponie (Synonyme). Denn bei der Forderung ‚bestmöglich‘ müssten dafür mehrere Standorte bis zur Eignungsaussage untersucht und diese Ergebnisse dann miteinander verglichen werden, ohne dabei den sichersten Standort wirklich zu finden, denn es könnte ja noch einen besseren geben, der nicht untersucht wurde.

– Auch ist es fachfremd, ein für eine lange Zeit sicheres Endlager/Untertage-Deponie zu konzipieren, bei dem für 300 Jahre eine Rückholung der „Abfälle“ möglich sein soll: Ein Friedhof kann nicht gleichzeitig ein Krankenhaus sein. Ende ist Ende. Diese Forderung hat keinen rationalen, sondern einen taktisch geschickten ideologischen Hintergrund. Mit ihr ist das viel versprechende geologische Medium Salz aus dem Rennen, denn Salz schweißt als einziges den „Müll“ sehr schnell für lange Zeit sicher ein – und damit ist Gorleben mit dieser eigentlichen sicheren Lösung vom Tisch. Für Zwischenlager eignen sich Stollen oder Hallen.

– Abgebrannte Brennelemente haben nach ca. 600.000 Jahren den Wert der natürlichen Strahlung erreicht. Kokillen mit „Abfällen“ aus wieder aufgearbeiteten Brennelementen nach ca. 300.000 Jahren und der „Müll“ aus „transmutierten“  Brennelementen nur noch nach ca. 300 Jahren. Warum dann die Forderung für eine Million Jahre? Diese Thema wurde wohl aus gutem Grund in dem Kommission-Bericht (Kapitel 542, Teil B, S.128) kaum angesprochen, obwohl es von kompetenten Fachleuten des Instituts für Festkörper-Kernphysik gGmbH Berlin, also von außerhalb der Kommission Vorschläge, dazu gegeben hat (Ruprecht, G.: 10.06.16 EIKE: Das Ende der Endlagerkommission).

 2014: am 10. April  (ZEIT ONLINE, NEWSTICKER) machte sie die Aussage „ … sie hält ein Ausscheiden des Salzstocks Gorleben aus der Suche nach einem Atommüll-Endlager für möglich. Sie könne es sich ’sehr gut vorstellen‘, dass Gorleben nach wissenschaftlichen Kriterien nicht in Frage kommt. Eine ‚politische Vorfestlegung‘ gegen Gorleben könne es aber nicht geben, betonte sie. Gorleben müsse genauso untersucht werden wie alle anderen denkbaren Standorte…“. Die Ergebnisse der „Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben (VSG)“ scheinen ihr vorenthalten worden zu sein. Auch im Endlagersuchgesetz steht etwas anderes.

 2016: am 5.7.2016 um 17.51 Uhr sagte sie im NDR:  „ … sollten wir uns hüten, bei der Bewältigung dieser Jahrtausendaufgabe auf Zeit zu spielen …“.

Diese Einschätzung könnte heute schon überholt sein. Siehe meinen folgenden Leserbrief vom 11.08.2016.

Ursula Heinen Esser:

 Diplom-Volkswirtin; seit 1983 Mitglied der CDU: Politikerin, von 2009 bis 2013 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, zuerst unter Norbert Röttgen, dann unter Peter Altmaier. Damals hatte sie die Verlängerung der AKW- Laufzeit unterstützt und im „Untersuchungsausschuss“ zu Gorleben die Meinung der CDU/CSU und FDP mitgetragen: „aus heutiger Sicht sei die Erkundung (von Gorleben) geradezu beispielhaft und fortschrittlich“.

 In dieser Legislaturperiode hat sie das Endlagersuchgesetz mitgestaltet, mit dem Gorleben „quasi“ verboten worden ist, war Vorsitzende der Atommüll-Kommission und wurde nun Vorsitzende der Geschäftsführung der neu gegründeten Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE).

 Zur Asse schrieb sie einmal als Antwort auf Nachfrage von Bärbel Höhn, B’90/DIE GRÜNEN,

Um den beobachteten Anstieg der Krebsfälle durch Strahlung erklären zu können, müsse die Dosis etwa 10 000 Mal höher sein als beobachtet“.

Trotzdem unterstützt sie später als Mitglied der „Frauenkonsensgruppe Asse“, bestehend aus Vertreterinnen der CDU, FDP, SPD und B’90/DIE GRÜNEN, die jeder strahlenrelevanten Vernunft widersprechende Rückholung der nur noch schwachen und immer schwächer werdenden radioaktiven Abfälle (Halbwertzeiten), deren Zwischenlagerung und deren erneute Entsorgung in der Untertage-Deponie „Schacht Konrad.“ In La Paz, Bolivien, das knapp zwischen 3500 und 4000 m über NN liegt, ist die ewige natürliche Strahlung beträchtlich höher als bei der Asse. Dort leben mehr als 800.000 Menschen. Sie werden nicht evakuiert. 

Dieser kurze Abriss zeigt beispielhaft, wie bei der Endlagerwende ein politisch hochgelobter, sehr teurer Konsens gegen einen vielfach dokumentierten fachlich positiven Kenntnisstand der vorigen Endlagerung an den Bürgern vorbei sich durchgesetzt hat. Dies ist ein Rückschritt beim heutigen rasant wachsenden Wissen- und Technologiefortschritt. Hauptsache, man kann dieses Vorgehen für politische und auch eigene Zwecke nutzen wie im DER SPIEGEL zu lesen ist: „… es geht auch um Pfründe und Einfluss, um Gefälligkeiten und Personalpolitik und um die Frage, wer sich den Zugriff auf die wichtigsten Posten sichern kann …“. Und es ist auch ein nicht zu übersehender Hinweis der CDU, zum Machterhalt auf die ökologistischen Wünsche ihres zukünftigen Wunsch-Koalitionspartners B’90/DIE GRÜNEN einzugehen, wie wir schon vor zwanzig Jahren in unserem Politthriller „DIE GERMAN ANGST“ im letzten Kapitel angedeutet haben. Dort sagte der romanhafte Vater des Ökosozialismus Karl: „… Denn jetzt betteln sogar die Konservativen schon bei seinen ideologisch gestählten Polittruppen darum, sie bei ihrem Wunsch zum Machterhalt zu unterstützen. …“ Ein Wunsch-Partner, der weiterhin mit demokratisch nicht legitimierten und um Spenden buhlende Hilfstruppen, wie beispielhaft den NGOs, taktisch geschickt Angst vor Allem erweckt, um weiter an der Macht zu bleiben. Und dann dürften diese auch schnell im politischen Konsens eine hoch subventionierte totale Kohlenstoffwende für Deutschland einfordern. Laut der F.A.Z. vom 27. August fand in diesem Sinne ein gemeinsames Abendessen zwischen der Bundeskanzlerin (CDU) und dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg (B’90/DIE GRÜNEN) statt, der angeblich meint: „… Schwarz-Grüne passe in die Zeit“!

„ …In der Rolle folgen wird ihm der heutige Präsident des Bundesamtes für     Strahlenschutz, Wolfram König. Der ausgewiesene Entsorgungsexperte König ist 58 Jahre alt, Mitglied der Grünen und war einmal Umwelt-Staatssekretär in Sachsen-Anhalt. Er leitet das BfS, das mit der neuen Behördenstruktur zahlreiche Aufgaben abgeben muss.“ (F.A.Z. vom 5. August 2016).

Wolfram König:

1998 nach der Machtübernahme der Regierung durch die SPD und durch das B’90/DIE GRÜNEN wurde von dem grünen Politiker Trittin, neuer Bundesumweltminister, umgehend sein Parteigenosse König zum Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) ernannt. Mit dieser Auswahl eines Fachfremden wurde schnell erkennbar, dass damit eines der wichtigsten strategischen Ziele der rot-grünen Regierungskoalition erreicht war: Aus der Behörde von innen heraus taktisch, medial und publikumswirksam zusammen mit politisch gleich gesinnten NGOs die Endlagerung in Deutschland subtil zu stören, zu verzögern, zu unterbrechen und letztendlich zu verhindern. Dieses Ziel hat er inzwischen erfolgreich erreicht. Trotzdem wird er heute als ausgewiesener Entsorgungsexperte gelobt. Zynischer kann man diese Einschätzung der Öffentlichkeit nicht näher bringen.

♦ 2000: zehnjähriges Moratorium für weitere Untersuchungen in Gorleben durchgesetzt.

 2001: Ergebnis der Bewertung des Moratoriums durch eine Internationale Expertengruppe (IEG): Ein Moratorium ist fachlich nicht gerechtfertigt. Wird vom BfS nicht zur Kenntnis genommen, denn es wird in keinem vom BMU und BfS initiierten Bericht erwähnt. Passte wohl nicht in das politishe Konzept des BfS! 

 2001(11. Juni) Vereinbarung zwischen Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen, dass nichts gegen Gorleben spricht.

 2002: Das Ergebnis des Abschlussberichtes des unabhängigen Arbeitskreises Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd), den der damalige Bundesumweltminister Trittin 1999 vergeben hat, lag vor. Der Arbeitskreis hatte die Aufgabe, alle fundierten Kriterien aufzustellen und zu bearbeiten, die bei einer landesweiten Endlagersuche wichtig sind. Dort sind praktisch schon alle Endlager-relevanten Themen ausführlich behandelt, wie z.B. unterschiedliche Gesteinsformationen, Erkundung, Strahlenschutz, Langzeitsicherheit, Auswahlverfahren,  Öffentlichkeitsbeteiligung, Chancen für die Entwicklung der Standortregionen und vieles mehr. Trotzdem werden jetzt nach der Endlagerwende nochmals die gleichen Kriterien erarbeitet, das heißt, das Rad der Erkenntnis soll unter enormen personellem und monetärem Aufwand neu erfunden werden. 

 2002: Anstatt die damals schon versprochene deutliche Verbesserungen der Transparenz ab jetzt durch eine sachliche und vollständigen Öffentlichkeitsarbeit zu realisieren, wie es in dem AkEndbericht (Kapitel 3 ) sehr deutlich beschrieben wird, wurde vom BfS im Tagesgeschäft zum Thema Gorleben genau das Gegenteil gepflegt.

 2003 – 2005: Beauftragung der BGR durch das BfS, eine Gesamtanalyse zur Entsorgung von radioaktiven Abfällen in Deutschland zu erstellen: Ergebnis: positive Bewertung der geologischen Befunde zu Gorleben. Nichts spricht gegen eine Weiterführung der Untersuchungen.

 2005: Die von der rot-grünen Bundesregierung erhobenen Zweifelsfragen von 2001 sind mit  dieser Einschätzung abgearbeitet. Trotzdem wird das Moratorium nicht aufgehoben.

 Seit 2000: Positive Verlautbarungen zu Gorleben, die vom BfS der Öffentlichkeit sehr zurückhaltend mitgeteilt wurden:

            – Zwischen der Bundesregierung und dem BfS

            – des Bundesrates

            – des Bundesrechnungshofes

            – und von zahlreichen anerkannten Sachverständigen.

 Seit 1997: Unwidersprochene negative Verlautbarungen zu Gorleben:

            – jahrzehntelang von NGOs wie Greenpeace; BUND etc.

            – Gruppe Ökologie (1998) im Jahresbericht der Heinrich Böll Stiftung

            – in der Koalitionsvereinbarung zwischen der SPD und B’90/DIE GRÜNEN (1998) etc..

 2010: In einer gemeinsamen Erklärung von Bundesminister Röttgen und vom Präsidenten König (BfS) heißt es: Zum 1. Oktober wird das Moratorium wieder aufgehoben.

 2013: Der 424 seitige Bericht „Vorläufige Sicherheitsanalyse Gorleben (VGS)“, der die Ergebnisse zahlreicher Einzelberichte von insgesamt 5628 Seiten zusammenfasst, erstellt unter der Leitung der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), der knapp 8 Millionen Euro gekostet hat, enthält keine Aussagen, die gegen die Eignung von Gorleben sprechen. Der Gesamtbericht ist für Jedermann im Internet zu finden und kann von jedem, der lesen kann, gelesen werden.

 2014: Trotzdem wurde im Konsens aller Parteien die ursprünglich geplante Bewertung des Berichtes durch eine neutrale Peer-Review-Fachgruppe beauftragt, entweder durch die EU, die IAEA oder die OECD/NEA, am 27. Juli 2014 also schon nach vier Tagen panikartig abgesagt, nachdem diese Vergabe durch das Endlagersuchgesetz am 23. Juli 2014 per Gesetz verboten worden ist. Diese Panik beweist die Riesenangst der Anti-Gorleben Ideologen in der Regierung vor der fachlichen Bewertung der VSG-Studie durch eine neutrale Instanz – genauso wie der Teufel eine Riesenangst vor dem Weihwasser hat. Warum wohl? 

 2014: die Ergebnisse des GRS-Studie, die vom BfS wie häufig bei anderen positiven Bewertungen von Gorleben auch nicht aktiv und mediengerecht verbreitete oder nicht verbreitet werden durften, waren dem Niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (B’90/DIE GRÜNEN) anscheinend auch nicht bekannt. Denn in seiner Antwort auf die von der FDP parlamentarisch vorgebrachte Frage, welche Fakten gegen eine Eignung von Gorleben sprächen, hat er nur die 9 kurzen, negativen Meinungsäußerungen (17. Wahlperiode Drucksache 17/1799) genannt, die fast ausschließlich in den späten 90iger Jahren von seinen grünen Parteigenossen und NGOs erstellt wurden. In mehreren Fällen mussten die Ergebnisse von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) inhaltlich korrigiert werden. Die positiven Ergebnisse der VSG-Studie wurden wohlweislich nicht genannt. Warum wohl? Kannte er sie nicht oder wollte er nicht?

 2016: Wenzel und König verkünden am 16. Mai (wendland-net.de), dass sich die Arbeiten zur Vorbereitung des Offenhaltungsbetriebes verzögern werden. Deshalb muss der Hauptbetriebsplan bis zum 31.12.2017 notgedrungen verlängert werden.

 2016: In seinem Leserbrief vom 03. Mai 2016 in der F.A.Z und in mehreren anderen Zeitungen „Millionenschwere Subvention“ meint Herr Amannsberger, früherer Leiter des Präsidial-Büros im BfS, dass alle Kosten für Gorleben aus Gründen des Verursacherprinzips, verbunden mit Kapitalismuskritik, von der E-Wirtschaft zu tragen sind. Dabei verleugnet er wider besseres Wissen – er gehörte ja zu den Insidern –, dass in Wirklichkeit die wahren Verursacher der immensen zukünftigen Kosten die Politik aller Parteien ist. Kann man hier möglicherweise noch den langjährigen Geist des BfS erkennen?

Mit der Regierungsübernahme von SPD und B’90/DIE GRÜNEN in 1998 und der seit 2013 bestehenden Großen Koalition von CDU/CSU und SPD, insbesondere nach der Fukushima Havarie,  wurde die von der grünen Bewegung taktisch sehr geschickt gesteuerte „Quasi-Zerstörung“ von Gorleben erreicht. Bei der Wende zur neudeutschen Endlagerung handelt es sich nicht um eine objektive Entscheidung, sondern um eine machtpolitische. Wie mit der „Energiewende“ des grünen Masterminds Baake und wie auch mit der „Endlagerwende“ des grünen Masterminds König sind nicht nur für grüne Parteigenossen langfristig lukrative Beamtenstellen sowie eine ausufernde Bürokratie geschaffen worden, sondern es wurde eine weitere, sehr sehr teure Sackgasse für die Steuerzahler geöffnet, die von der deutschen Öffentlichkeit erst mittelfristig erkannt werden wird. Denn schon heute stellt sich die spannende Frage, ob man überhaupt  noch ein Endlager in 50 Jahren für den dann wertvollen Energie-Rohstoff „Atommüll“ benötigt.

                             Der ökosozialistische Zeitgeist hat es geschafft!

                                                   Gorleben ist Geschichte!

Mit dem noch verbleibenden Galgenhumor kann man die heutige Situation in Deutschland nur noch in einem Gedicht zusammenfassen

Minister Stefan Wenzel lud am 28 Juli ein; ein "großes Gespräch" sollt‘ es sein.

Im Leineschloss traf sich die Runde, beharkte sich so manche Stunde.

Man labert und man diskutiert – ob dies auch zum Konsens mal führt?

Was ist das Fazit denn gewesen? Man konnte es in der Zeitung lesen:

Statt "Konsens" nur "Nonsensens" – leider! Nur Rechthaberei –

bringt die uns weiter?

Wer löst die Fragen aller Fragen, die ungelöst in all den Tagen?

Wo bleibt der Müll, der atomare? Hier gibt es Streit schon viele Jahre!

Ich sehe für die Lösung schwarz! Beginnt die Suche man am Harz?

Versucht man es am Nordsee-Strand? Oder anderswo im Land?

Der Schwarzwald käme auch in Frage – dort im Granit, tief unter Tage…

Doch unser Landesbischof Meister reaktiviert nun alte Geister,

indem er lautstark konstatiert: Die Wissenschaft hat sich geirrt!

Die Theologie besitzt die Wahrheit – das sage ich in aller Klarheit.

(Galileo musst‘ es einst schon spüren und seine Thesen revozieren…)

Gemeinsam gehen sie jetzt ran: Bei „Null“ fängt alles wieder an.

Die Theologen vorneweg; zieh’n sie die Karre aus dem Dreck?

Gestützt von Greenpeace, NABU, BUND; läuft künftig dann die Sache rund?

Bin schon gespannt, ob das was bringt und ob es wirklich jetzt gelingt,

zu einem Standort „ ja“ zu sagen, statt alte Schlachten neu zu schlagen!

Rudolf Eberhart, Gedichtesammlung

Eigenverlag, NAEBev

Substanzlose Endlagersuche (Mein veröffentlichter Leserbrief vom 11.08.2016 in der F.A.Z.)

Zum Artikel „Neue Köpfe für die Suche nach dem Atomendlager“ (F.A.Z. vom 5. August). Die neue Bundesgesellschaft für Endlagerung und das ebenfalls neue Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit sowie das verkleinerte Bundesamt für Strahlenschutz sollen in den nächsten Jahrzehnten in Deutschland ein Endlager errichten, um den Atomabfall eine Million Jahre langzeitsicher zu vergraben. Bei diesem über mehrere Jahrzehnte dauernden und sehr teuren Unterfangen scheinen jedoch physikalische und chemische Gesetze sowie absehbare technische Entwicklungen außer Sichtweite geraten zu sein. Der sogenannte „Atommüll“ ist eine nationale und nachhaltige Energie-Rohstoff-Reserve für Deutschland, die die natürlichen Energieressourcen (Öl, Gas, Kohle, Uran) schonen kann: Abgebrannte Brennelemente enthalten energetisch nutzbare Nuklide, die heute schon bei wieder aufgearbeiteten Brennstäben eingesetzt werden. Die dabei entstehenden Reststoffe lassen sich in einer zweiten Recyclingstufe mittels des Transmutationsverfahrens zu neuen Brennstäben verarbeiten und abermals zur Stromerzeugung nutzen. Obwohl dieses Verfahren heute weder technisch noch ökonomisch voll ausgereift ist, wird in zahlreichen Ländern an seiner Optimierung gearbeitet. In Russland werden sogar heute schon nach diesem Verfahren hergestellte Brennelemente in Kernkraftwerken eingesetzt. In den nächsten Jahrzehnten dürfte sich außerhalb Deutschlands dieses zweite Recycling von sogenanntem „Atommüll“ weltweit als wichtiger Beitrag zur Stromerzeugung erweisen und zwar noch bevor ein Endlagerstandort in Deutschland gefunden, untersucht und genehmigt ist: Geschieht das im Jahre 2050 oder 2060? Diesen Standort würde man dann nicht mehr benötigen, da die nach der zweiten Recyclingstufe verbleibende Strahlung des restlichen Atommülls schon nach etwa 300 Jahren der natürlichen Strahlung entspricht. Oberflächlich wirkt das Konzept der deutschen Endlagerpolitik ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihm jedoch aus wissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gründen jede Substanz.




Der Unterschied zwischen echtem Skeptizismus und Leugnen

Der Leser wird sofort mit dem Themenbereich ,Klimawandel‘ konfrontiert. Die Kontroverse um den Klimawandel ist lediglich ein Beispiel einer polarisierten öffentlichen Diskussion, die vom tatsächlichen Status der Wissenschaft entfernt und abgekoppelt ist: innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft gibt es einen allgegenwärtigen Konsens, dass sich die Erde durch Emissionen von Treibhausgasen erwärmt (Anderegg, Prall, Harold, & Schneider, 2010; Cook et al., 2013; Doran & Zimmerman, 2009; Oreskes, 2004; Shwed & Bearman, 2010), aber außerhalb der Wissenschaft wird diese Tatsache fest verwurzelt geleugnet, zumindest in einigen Teilen der Gesellschaft (e.g., Dunlap, 2013; Lewandowsky, Gignac, & Oberauer, 2013). (Hervorhebung von mir [= dem Autor]).

Hoppla! Substantiell geht es bei ,Klimawandel‘ nicht einfach darum, ob sich der Planet durch Treibhausgasemissionen erwärmt hat. Wichtigere und damit zusammenhängende Fragen sind u. A. wie viel er sich erwärmt hat, was noch außer Treibhausgasen dabei mitgewirkt hat, oder ob die Erwärmung beispiellos ist oder nicht, spielt es überhaupt eine Rolle (ist Erwärmung nicht besser als Abkühlung?) neben vielen anderen. Genau genommen gibt es keine Notwendigkeit, einen Konsens mit dem Adjektiv allgegenwärtig [pervasive] zu schmücken. Falls es ein Konsens ist, ist er definitionsgemäß allgegenwärtig, was ,durchdrungen‘ [permeated] bedeutet oder ,diffundiert durch‘ usw.

Dann könnten sich interessierte Leser fragen, wo man das fest verwurzelte Leugnen der vermeintlichen Tatsache findet, dass sich die Erde durch Treibhausgasemissionen erwärmt. Die skeptische Gemeinschaft akzeptiert meiner Ansicht nach großenteils, dass Treibhausgase zur Erwärmung beigetragen haben, zu der es im vergangenen Jahrhundert oder so gekommen war (was nicht wirklich das Gleiche ist). Es gibt jedoch ein paar Abweichler [dragon-slayers], die anderer Ansicht sind (hier). Aber tief verwurzeltes Leugnen? Davon sehe ich nichts. Die Links helfen nicht, befasst sich doch die Studie von Dunlap 2013 mit 108 Klimawandel-Leugungs-Büchern [climate change denial books], wobei das größte Interesse den vermeintlichen Links zu Industriegruppen gilt. Der Lewandowsky-Link ist sogar noch weniger hilfreich, abgesehen davon, dass es sich um eine intellektuell scheußliche Studie (hier) handelt. Ich weiß nicht, was ich als Beispiel für tief verwurzeltes Leugnen zu finden erwarte im Gegensatz zu allgegenwärtigem Konsens, aber dafür gibt es hier keinen Beweis. Weiter heißt es:

In Medienberichten wird sogar gelegentlich proklamiert, dass die Erwärmung aufgehört hat (Ridley 2014) oder dass wir einer globalen Abkühlung entgegen gehen (z. B. Rose 2013). Diese Einwürfe haben keine wissenschaftliche Unterstützung…

Nun, das Op Ed von Matt Ridley im Wall Street Journal mag keine Spitzen-Wissenschaft sein, obwohl er sich auf die Wissenschaft beruft (hier), aber das UK Met. Office hat tatsächlich bestätigt, dass es bzgl. der Erwärmung einen Stillstand gibt (hier) und dass sich dieser noch bis 2017 fortsetzen werde. Die Wissenschaftler, die die Möglichkeit einer Abkühlung ins Spiel bringen, sind zumeist Solarphysiker, und ihre Ansichten mögen falsch sein. Aber die ,Abkühlungs‘-Sicht HAT einige wissenschaftliche Unterstützung (siehe z. B. hier).

Diese einführenden Bemerkungen sind ein wenig misstönend im Zusammenhang mit der reinen Plattitüde, die noch kommen wird. Öffentliche Debatte und Skeptizismus sind in einer funktionierenden Demokratie essentiell. Tatsächlich hat sich der Skeptizismus als fähig erwiesen, den Menschen die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Lüge leichter zu machen. Wie könnte man anderer Ansicht sein? Wie also können wir feststellen, ob das, was man uns sagt, wissenschaftliches Faktum oder Leugnen ist? Aber – es gibt drei Faktoren, die immer gegenwärtig sind, wenn Leugner involviert sind. Erstens bauschen sie alles auf. Zweitens, Leugnen enthält immer Bemerkungen hinsichtlich einer Verschwörung. (Ich glaube, dass der o. g. Dunlap 2013 ein perfektes Beispiel für die Art und Weise ist, wie Verschwörung ins Spiel gebracht werden kann, aber ich glaube nicht, dass die Autoren ihn im Sinn hatten). Drittens, Leugner fahren persönliche und professionelle Angriffe auf Wissenschaftler sowohl öffentlich als auch hinter den Kulissen und stoßen reichlich Klagen aus gegen die Institutionen, an denen die Wissenschaftler arbeiten mit Vorwürfen bzgl. des Forschungsgebahrens. Zwei der Autoren dieses Beitrags geben an, Derartiges schon erlebt zu haben.

Die Autoren behaupten aufgrund von etwas, das sie jüngste Beweise nennen, dass bis zu 1 Milliarde US-Dollar in Stiftungen und Denkfabriken in den USA fließen, jedes Jahr, deren Zweck es ist, politische Lobbyarbeit zu leisten für alle möglichen Themen. Eine der prinzipiellen Objektiven dieses Netzwerkes ist es, eine Klima-„Gegenbewegung“ zu unterstützen, die danach trachtet, das öffentliche Gerede um Klimawandel umzuleiten von einem überwältigenden wissenschaftlichen Konsens hin zu Zweifel, Diskussion und Unsicherheit (Brulle, 2014; Plehwe, 2014). Zur Verdeutlichung: über 90% aller jüngst erschienenen Bücher, die Umweltprobleme nicht ernst nehmen, wurden mit konservativen Denkfabriken in Verbindung gebracht (Jacques, Dunlap, & Freeman, 2008),, und solche Bücher werden niemals einer Begutachtung unterzogen (Dunlap & Jacques, 2013).Das sieht mir schon nach Verschwörung aus, zumindest auf den ersten Blick, aber auch hier glaube ich nicht, dass die Autoren dies im Sinn hatten.

Jetzt kommen weitere Plattitüden: In einer Demokratie sind Aufforderungen zu einer echten Debatte willkommen und müssen ernst genommen werden. Angesichts des Umstandes, dass wissenschaftliche Dinge weit reichende politische, technologische oder umweltliche Konsequenzen haben können, kann eine stärkere Teilhabe der Öffentlichkeit nur willkommen sein und zu einer besseren Politik führen. Wer würde dem nicht zustimmen? Man gibt uns hier ein kleines Beispiel, wie dies in der Praxis ausgesehen hat (es geht nicht um Klimawandel): Trotz des Anspruchs der Öffentlichkeit, in Dinge involviert zu sein, die wissenschaftliche Bildung voraussetzen, müssen wissenschaftliche Debatten immer noch geführt werden, wenn man den Regeln der Wissenschaft folgt. Argumente müssen auf Beweisen beruhen und Gegenstand von Begutachtungen sein, bevor sie einstweilig akzeptiert werden. Halt! Falls Argumente auf Beweisen beruhen müssen und diese Beweise die Argumente nicht stützen – was dann? Müssen wir wirklich auf gute Politik warten, bis der Begutachtungsprozess (etwas, dass fast ausschließlich akademische Arbeiten betrifft) sich mit der Angelegenheit beschäftigt hat? In der Arena der Klimawissenschaft haben es selbst sehr angesehene skeptische Wissenschaftler sehr schwer gehabt, dass kritische Studien zur Veröffentlichung akzeptiert worden waren.

Was das Thema Nichtübereinstimmung betrifft: die beiden erstgenannten Autoren räumen die Unsicherheit von Klimaprojektionen ein, machen aber geltend, dass im Gegensatz zur populären Intuition jedwede Unsicherheit sogar noch größeren Auftrieb für Klima-Entschärfung [climate mitigation] bietet. Diese Argumentationskette ist mir schon früher begegnet, und ich muss hier der ,populären Intuition‘ folgen. Falls es Unsicherheiten gibt darüber, ob etwas getan werden muss, weil die Beweise schwach oder zweifelhaft sind, würde es wirklich seltsam daherkommen zu sagen ,Ha! Das ist sogar noch mehr Grund, meinem gewählten Pfad zu folgen!‘ Ich bin offen dafür, überzeugt zu werden, aber nicht für diese Art der Beteuerung.

Was meiner Ansicht nach in dieser seltsamen, wirren und von Beweisen freien Studie vor sich geht, ist eine Art expliziter Argumentation, dass Begutachtung der einzige Weg ist, und sei es nur, weil die Blogosphäre (welche die Autoren verunglimpfen) kaum etwas zur Stützung des vermeintlichen Konsens‘ bietet. Inzwischen haben die Autoren den Titel der Studie vergessen, und wir bekommen dies: Menschen, die wissenschaftliche Fakten leugnen, die sie unakzeptabel finden, sind im Gegenteil in keiner Weise Skeptiker. Im Gegenteil, sie scheuen demonstrativ zurück vor einer wissenschaftlichen Debatte, indem sie es umgehen, ihre Gedanken einer Begutachtung zu unterziehen. Man muss noch einmal sagen, dass Begutachtung etwas für Akademiker und nicht der goldene Standard der Wissenschaft ist. Schlechte Daten, schlechte Argumentation und Eigeninteresse werden normalerweise rasch erkannt, und jedweder Vorschlag, der daraus resultiert, wird gewöhnlich verworfen oder zumindest beiseite gelegt. Was ,Klimawandel‘ davon unterscheidet ist, dass politische Maßnahmen wie die Kohlenstoffsteuer eingeführt wurden, bevor die Wissenschaft ordnungsgemäß durchgeführt worden ist (was immer noch nicht der Fall ist), und dass aus politischen Gründen diese Maßnahmen bestehen bleiben, trotz des Fehlens bekräftigender wissenschaftlicher Beweise.

Oha, schon wieder eine engstirnige, zwielichtige begutachtete Studie. Wer hat diese durchgewunken? Oh, ich habe vergessen, die Leitlinien zu erwähnen. Die erste davon mit dem Titel [übersetzt] ,vorgeschlagene Leitlinien für kritisches wissenschaftliches Engagement durch Mitglieder der Öffentlichkeit‘ beginnt mit dieser kleinen Präambel: Falls man etwas zu einer wissenschaftlichen Konversation beitragen will, muss man bestimmten Regeln folgen. Eine dieser Regeln lautet, dass wissenschaftliche Argumente in der begutachteten wissenschaftlichen Literatur behandelt worden waren. Falls man hierzu unwillig ist, haben diese Leitlinien kaum einen Wert. Tatsächlich! Viel Glück, du Möchtegern-Beitragender!

Der zweite Satz ist für Wissenschaftler gedacht, die von einem Mitglied der Öffentlichkeit angegangen werden, das nach kritischem Dialog trachtet. Die Leitlinien sagen, dass man sorgfältig vorgehen soll – es könnte jemand kommen der nicht gutgläubig ist und der Fehler in der Arbeit der Wissenschaftler finden will. Man helfe ihnen nicht!

Und wenn man beiden Leitlinien genügt hat, weiß man immer noch nicht, was die Autoren meinen mit ,echtem Skeptiker‘, oder wie er oder sie von einem ,Leugner‘ unterschieden werden kann. Und doch ist das eingebettet in den Titel des Beitrags.

Und schließlich die Autoren. Die ersten beiden Namen werden Lesern dieser Website bekannt vorkommen, ebenso wie jedem, der am Thema ,Klimawandel‘ interessiert ist: Stefan Lewandowsky, Michael E. Mann, Nicholas J. L. Brown und Harris Friedman. Über den dritten und vierten Autor erfährt man etwas aus der Lektüre des Artikels. Sie scheinen irgendwie vernünftiger als die ersten beiden. Oh, es gibt 96 Referenzen, von denen 22 von den Autoren selbst stammen, 16 von Lewandowsky allein. Ich kann mich irren, aber ich konnte nur drei Referenzen finden, die kritisch gegenüber dem Standpunkt der Autoren eingestellt waren. Nicht wirklich eine begutachtete Studie, wenn man all die Ansprüche betrachtet.

Und ich frage mich selbst wieder einmal: diese schlimme, kaum durch Argumente belegte und eigensüchtige Studie hat den Begutachtungsprozess erfolgreich durchlaufen? Wohin sind wir in der Welt der Journale schon gekommen?

Link: http://donaitkin.com/the-distinction-between-true-scepticism-and-denial/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Schiff HMS Terror nach 170 Jahren im nördlichen Eis wieder aufgetaucht.

Heute, also über 170 später ist das Wrack offenbar gefunden worden und viele der offenen Fragen zu dem Unglück von damals können möglicherweise beantwortet werden.

Die Meldung ist vermutlich genauso interessant, wie eine Meldung, die wir möglicherweise im Jahr 2050 lesen, wenn dann vielleicht endlich das Wrack von Flug MH370 gefunden wird.

Dennoch beinhaltet der Artikel, der beispielsweise auf dem Schweizer Fernsehen  oder auf n-tv  nachgelesen werden kann, noch eine ganz andere versteckte Nachricht:

Wie kann es sein, dass sich damals im Mai 1845 eine ganze Crew auf den Weg gemacht, um die Nordwestpassage zu durchqueren? War es damals vielleicht doch nicht so, dass die Eisbedeckung der Arktis viel größer war?

Es muss wohl bereits 1845 die realistische Chance gegeben haben, diese Seeroute zu durchqueren, hätte es auch im Sommer Packeis gegeben, wäre Sir Franklin wohl nie auf die Idee gekommen, es doch zu versuchen.

Manchmal gibt es in den Medien interessante Berichte, die ganz versteckt die Theorie der einzig vom Menschen gemachten Klimaerwärmung  in Frage stellen. Die Autoren stellen die wirklich kritischen Fragen zu ihren eigenen Artikeln leider nicht, aber Eike-Leser vielleicht eben schon. Dieser Artikel passt hier auch dazu.