SPIEGEL ONLINE Wissenschaft 15.02.2016:

Syrien: Forscher widersprechen These vom Klimawandel als Kriegsursache

Die Mahnung sorgt für Aufregung: Wissenschaftler und Politiker behaupten, der Klimawandel habe Dürre und Bürgerkrieg in Syrien wesentlich mitverursacht. Deutsche Forscher widersprechen.

Die These liefert Schlagzeilen rund um die Welt: Der Krieg in Syrien wurde wesentlich vom menschengemachten Klimawandel verursacht, behaupten Medien und Politiker. Sie berufen sich auf Klimaforscher, die entsprechende Studien publiziert hatten.

Deutsche Forscher haben nun eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht, in der sie der These widersprechen.

"Die vielfach propagierte einfache Kausalität zwischen Dürre, Migration und Konfliktausbruch in Syrien lässt sich so nicht halten", erklärt das Deutsche Klima-Konsortium, ein Zusammenschluss zahlreicher Forschungsinstitute.

Bereits zuvor hatten Forscher Zweifel angemeldet. Den Klimawandel als Ursache für Syriens Probleme anzuführen, lenke von den wahren Problemen ab, die Dürre und Hungersnöte verursachten, hatte Francesca De Châtel, Syrienexpertin an der Radboud University in Nijmegen, erklärt.

Exzessive Grundwasserförderung, Übernutzung des Bodens durch grasende Tiere und landwirtschaftliche Ausbeutung seien die Hauptursachen für die Hungersnot, sagte De Châtel.

"Die Rolle des Klimawandels ist nicht nur irrelevant, ihre Betonung sogar schädlich", meinte sie. Das Klimaargument erlaube es den Politikern, Schuldige für die Hungersnöte außerhalb des Landes zu suchen, obwohl sie doch eigentlich selber für das Missmanagement verantwortlich seien.

Mehr Dürren?

Dürrephasen gehörten in der Region zur Normalität.

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Was aber nicht sein darf, gibt es auch nicht. Das bekannte Klimawandel-Ideologieportal Klimaretter.Info hat auch nachgefragt. Natürlich bei Herrn Rahmstorf. Dass dieser seinen ursprünglichen Aussagen nicht widersprechen würde, war anzunehmen. Entsprechend eindeutig viel seine Bestätigung seiner ursprünglichen Aussagen aus: „Erst die Dürre, dann der Bürgerkrieg

Herr Rahmstorf weiss:

Fakt ist, dass das Land in den Jahren 2007 bis 2010 von der schlimmsten Dürre in der mehr als 100-jährigen Geschichte der dortigen Wetteraufzeichnungen heimgesucht wurde. Ernten blieben aus, sehr viel Vieh verendete.

Er weiß es damit besser, als der amtliche Deutsche Wetterdienst und das Deutsche Klima-Konsortium[1]. Vor allem kennt er genau die Vergangenheit, obwohl keine ausreichenden Daten dazu vorliegen: 

Deutsches Klima-Konsortium:

Dürrephasen gehörten in der Region zur Normalität. Tatsächlich sieht der Uno-Klimabericht, der das Wissen übers Klima zusammenfasst, zwar eine Erwärmung in Syrien, aber keinen eindeutigen Trend zu weniger Niederschlag. Die Datenmenge aus der Region gilt als ungenügend.

DWD:

Der Einfluss des Klimawandels bei der Dürregefahr sei jedoch "statistisch nicht signifikant nachweisbar", sagt Paul Becker, Klimaexperte des Deutschen Wetterdienstes. Die Regenmengen schwankten zu sehr, um unnatürliche Signale identifizieren zu können. 

Wer nun meint, das Deutsche Klima-Konsortium wäre zum Klimawandel kritisch eingestellt, muss nur die Namen im Vorstand nachlesen.

DKK Vorstand: 

Prof. Dr. Mojib Latif (Vorsitzender)  Prof. Dr. Gernot Klepper | Dr. Paul Becker Prof. Dr. Jochem Marotzke  |  Prof. Dr. Monika Rhein 

Dass sich dieses ansonsten Klimawandel-überzeugte Gremium zur aktuellen Aussage durchgerungen hat, ist ein seltener Lichtblick.  

  

Quellen

[1]

DKK Pressemitteilung: Klimawandel als ein Treiber unter vielen