Speicher – keine Lösung für die Energiewende in Sicht?

…Lassen Sie mich ein paar der Missverständnisse ausräumen und dann anhand der wichtigsten Anwendungsfelder von Stromspeichern erläutern, warum wir meines Erachtens fast überall noch mehrere Jahrzehnte von ihrem großtechnischen Einsatz entfernt sind – wenn dieser denn jemals kommt.

Erstens: Stromspeicher produzieren nichts und verdienen per se kein Geld. Speicher optimieren ein Energieversorgungssystem an anderer Stelle. Ob die Optimierung durch Speicher bspw. zur Erhöhung der Versorgungssicherheit volkswirtschaftlich sinnvoll ist, hängt davon ab, ob die nächstbesten Lösungen teurer sind oder nicht. So waren die Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland jahrzehntelang Gelddruckmaschinen für die Energieversorger, weil die Bereitstellung von Spitzenlaststrom durch andere Kraftwerke noch teurer war.  Und die Preisunterschiede beim Strom zwischen Nacht und Mittagsspitze waren so groß, dass mit der Differenz gute Gewinne erwirtschaftet werden konnten. (Pumpspeicherkraftwerke pumpen mit "überschüssigem" Strom Wasser von einem Talsee hoch zu einem Bergsee. Wenn Strom benötigt wird, wird Wasser über Turbinen wieder heruntergelassen. Die Seen werden in der Regel künstlich angelegt. Dass Pumpspeicherkraftwerke heutzutage kein Geld mehr verdienen können, werden wir weiter unten noch diskutieren.)

Zweitens hängt die Wirtschaftlichkeit von Stromspeichern empfindlich vom Anspruch an sie ab. Um sich zu Hause in den Sommermonaten mithilfe einer Photovoltaikanlage und einem Speicher für einige Zeit vom Stromnetz abkoppeln zu können, reicht ein Speicher mit wenigen Kilowattstunden an Kapazität. PV-Anlage und Speicher kosten zusammen einen deutlich fünfstelligen Betrag, der sich derzeit noch nicht rechnet, dennoch aber von manchen innovativ gesinnten Hausbesitzern ausgegeben wird. Würde man sich aber das ganze Jahr vom Stromnetz unabhängig machen wollen, benötigte man mehrere Tausend kWh an Speichern für einen Gegenwert einer Villa im Grünen. Die Kosten für Speicher schnellen also exponentiell in die Höhe, wenn man von 30% Selbstversorgung aus Wind- bzw. Solarkraftwerken auf vollständige Autarkie kommen möchte und überfordern uns wirtschaftlich und technisch. Dies gilt sowohl für einzelne Hausbesitzer als auch für die gesamte Volkswirtschaft.

Daraus folgt übrigens unmittelbar, dass es keinen profitablen Pfad zu einer Vollversorgung Deutschlands mit speicherüberbrückten Wind- und Solarkraftwerken geben wird. Solange thermische Kraftwerke benötigt werden, um sonnen- und windarme Zeiten zu überbrücken, wird es sich vorbehaltlich massiver staatlicher Eingriffe nicht rechnen, zusätzliche Speicher zu bauen, die um die gleichen Produktionsstunden konkurrieren.

Drittens kommt es bei Stromspeichern stark auf ihren Wirkungsgrad an. Da man Strom in nennenswerten Mengen nicht direkt speichern kann, muss man die elektrische Energie in Lageenergie (wie beim Pumpspeicherkraftwerk) oder chemische Energie (Batterien und Gase) umwandeln und bei Bedarf wieder zurück in elektrische Energie. Dies gelingt nie vollständig, sondern bei jeder Umwandlung von Energie in eine andere Form fallen Verluste an – mal mehr, mal weniger. Am Ende zählt der Gesamtwirkungsgrad, also wie viele Kilowattstunden am Ende herauskommen pro eingesetzter Kilowattstunde an Energie. Zuvor sind Verluste aus Umwandlung einer Energieform in die andere, ggf. Verdichtung und Kühlung, Transport und Lagerung abzuziehen. Bei guten Batterien und modernen Pumpspeicherkraftwerken liegt man im Gesamtwirkungsgrad bei über 80 Prozent, ein guter Wert. Bei allen mir bekannten Power-to-Gas-Technologien (P2G, d.i. die Umwandlung von elektrischer in chemisch gebundene Energie) liegt der Gesamtwirkungsgrad für die Wiederverstromung aber bei 10-20 Prozent je nach Technologie, wenn man ehrlich rechnet. Dies zeigt die enorme Herausforderung, vor denen die Ingenieure stehen, um P2G-Technologien für die Stromwirtschaft nutzbar zu machen.

Viertens sind vor einer technischen und wirtschaftlichen Planung eines Speichereinsatzes viele Daten zu den wahrscheinlichen Einsatzbedingungen zu erheben. Manche dieser Daten werden schwer verfügbar sein. Wenn Stromspeicher aber elektrische Energie so puffern sollen, dass sie immer ausreichend zur Verfügung steht, sollte ein genaues Verständnis des Lastverhaltens und des wetterbedingten Produktionsprofils von Wind- und Solarkraftwerken bereitstehen, bevor investiert und gebaut wird. Die raum-zeitlichen Eigenschaften der Witterung auf einer Zeitskala von Tagen bis Monaten und für kontinentale Gebiete wurden aber bislang noch nie systematisch untersucht, obwohl dies für die Planung der Energiewende mit Wind, Sonne und Speichern notwendig gewesen wäre. Solche Analysen werden in der Meteorologie jetzt erst begonnen, von einem hinreichenden theoretischen Verständnis der Wirtschaftlichkeit von Stromspeichern sind wir aber noch weit entfernt. Dies gilt sowohl für die volkswirtschaftliche Betrachtung ganzer Energienetze als auch für einzelne Insellösungen wie einsam gelegene Hotelanlagen.

Als gescheitert darf man beispielsweise ein Experiment auf der kanarischen Insel El Hierro betrachten.  Dort wurden bis Frühjahr 2015 Wind-, Solar- und Speicherkraftwerke errichtet, um sich von der Stromproduktion aus Dieselaggregaten komplett unabhängig zu machen und die gesamte Insel mit Strom zu versorgen. Dies gelang nicht einmal ansatzweise, nach einem Jahr stammten zwei Drittel des Stroms aus Diesel und er kostete durchschnittlich mehr als einen Euro je Kilowattstunde. Der Hauptgrund für dieses grandiose Scheitern ist, dass es auch auf den Kanaren lange windarme und bewölkte Perioden gab, die in der Planung nicht berücksichtigt wurden.

Wenn man heute über den Einsatz von Stromspeichern nachdenkt, sollten diese vier Missverständnisse berücksichtigt werden. Was bedeutet das nun für die sechs typischen Anwendungsfälle von Speichern?

Der Einsatz von Speichern in mobilen Kleingeräten vom Mobiltelefon bis zum Roboter-Rasenmäher ist technisch gut verstanden, weniger kostenkritisch und soll daher hier nicht weiter betrachtet werden. Ein neuer Anwendungsfall für Speicher ist die dezentrale Stromnetzstabilisierung mit Batteriespeichern. Dies ist ein Anwendungsfall, den es vor wenigen Jahren noch nicht gab, was ein wenig erläuterungsbedürftig ist. Um ein Stromnetz stabil zu betreiben, muss neben der Spannung auch Frequenz und Phase kontrolliert werden. Die Elektrotechniker sprechen von bereitzustellendem "Blindstrom". Weil Generatoren von Großkraftwerken große rotierende Massen haben, können kleine Instabilitäten in Phase und Frequenz durch die Trägheit der rotierenden Massen ausgeglichen werden, ein Stromnetz mit Großkraftwerken ist also in Teilen selbstregulierend. Erst die Abschaltung von Großkraftwerken zu Gunsten von kleinen, dezentralen Stromerzeugungskapazitäten hat es erforderlich gemacht, an vielen Stellen das Stromnetz auf zu stabilisieren. Beispielsweise wurde das stillgelegte Kernkraftwerk Biblis zu einer großen Schwungmasse umgebaut. Daneben gibt es viele Projekte, um dezentral Blindstrom über Batteriesysteme bereitzustellen. Ökonomisch wäre es angezeigt, die Verursacher der Netzinstabilitäten, also die Eigentümer von Wind- und Solaranlagen, an diesen Kosten angemessen zu beteiligen, statt sie über Netzentgelte zu sozialisieren….

Weiterlesen beim Deutschen Arbeitgeber Verband hier 




Klima-Monatsrückschau August 2016

Nachdem der Juli bereits dargestellt wurde „der Juli 2016 war im Mittel wieder zu warm“ folgt anbei eine Übersicht zum August.

Unsere Umweltministerin in Berlin ist überzeugt, den Klimawandel täglich spüren zu können. Spüren kann sie ihn also höchsten während ca. 1/4 des Jahres, während der restlichen 3/4 des Jahres „spürt“ sie ihre Überzeugung.

 

Bild 1 Temperaturverlauf der Jahreszeiten Deutschland von 1750 … Aug. 2016. Quelle WIKIPEDIA: Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Der August selbst liegt gerade noch über dem 30-Jahres Mittelwert. Der 95 % Vertrauensbereich des Mittelwertes (n=30; t-Verteilung) liegt im Vertrauensbereich vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Streng statistisch hatten wir damit einen August-Mittelwert, welcher sich signifikant nicht vom Mittelwert um 1807 unterscheidet. Der Verlauf selbst gibt nicht entfernt zu einer Erwärmungshysterie Anlass. Ein Klimawandel mit explodierenden Temperaturen ist im Augustverlauf jedenfalls nicht zu entdecken.

 Bild 2 Temperaturverlauf August Deutschland von 1750 … 2016., ergänzt um den 30-Jahres Mittelwert (braun) und den
95 % Vertrauensbereich des Mittelwertes (rot gestrichelte Linien), berechnet aus der n=30 Referenzperiode.
Quelle WIKIPEDIA: Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Sichtung von Experten-Aussagen

Immer neu erschütternd ist es, die Aussagen sogenannter – von den Medien hoffierten – Klimaexperten und gar Klimawissenschaftlern zu sichten. Wenn jemand den Klimawandel bejaht, darf er jeden Unsinn reden – denn niemand (außer z.B. auf EIKE) will es bemerken.

Es wird immer extremer

Beispiel: Klimaexperte Dr. Gunther Tiersch
WAZ 07.07.2016: Das Wetter wird immer extremer
Ist das Wetter extremer geworden oder kommt das dem Laien nur so vor?
Dr. Gunther Tiersch: Ich muss schon sagen, dass es extremer geworden ist. Von sehr warm geht es jetzt sehr schnell wieder zu relativ kühl, ob das jetzt im Frühjahr, im Sommer oder im Herbst ist. Wir haben zuletzt relativ milde Winter erlebt, die haben in Deutschland zugenommen, und in diesem Frühjahr gab es viele Gewitter und Starkregen. Solche Wetterlagen waren früher nicht in dem Maße üblich. Müssen wir uns in Zukunft auf häufigere Extremwetter wie Dauerregen und Hitzewellen einstellen?
In den Klimavorausberechnungen für die nächsten Jahrzehnte ist es ein eindeutiger Trend, dass die Extreme immer weiter zunehmen. Wir sind in einem Klimawandel, daran gibt es gar nichts zu rütteln. Die Auswirkungen sind wahrscheinlich stärker, als das bislang jemand vermutet hat, und darauf müssen wir uns einstellen.

Beispiel: Ein Experte des DWD
BR 31.08.2016: Sommer 2016 Sommer 2016 – ein Hinweis auf den Klimawandel?
"Ein einzelner Sommer macht noch keinen Klimawandel", sagt Uwe Kirsche vom DWD. Starke Niederschläge und Hitzewellen habe es auch früher schon gegeben. Rückblickend könne es in einigen Jahren allerdings durchaus heißen: "Das waren klare Signale für den Klimawandel." Dieser werde sich den Klimaforschern zufolge in ausgeprägteren Hitzewellen und häufigeren Unwettern zeigen, mit extrem starken Niederschlägen wie in Simbach am Inn Anfang Juni.

Wie es damit wirklich aussieht, zeigt das folgende Bild mit den Abweichungen der Augusttemperaturen vom Mittelwert.

Der aktuelle Temperaturwert liegt nahe 0, also der minimal möglichsten Abweichung und die „Ausschläge“ werden auf keinen Fall höher, sondern in allen Zeiträumen niedriger.

 

Bild 3 Monat August ab ca. 1780, prozentuale Abweichung vom 30-Jahre Mittelwert. Diese nehmen ab und nicht zu

Das Unwetter in Simbach muss weiterhin als Beleg für immer extremere, bzw. wie der Experte vom DWD sagte, „extrem starke“ Niederschläge herhalten. Dabei könnte man schon erwarten, dass nach Monaten wirklich jeder sich so bezeichnende Wetterkasper beim DWD die Stationsdaten Simbach hätte einsehen können. Bild 3.2 zeigt die Niederschläge seit 1981 (beim DWD abgerufen am 01.09.2016). Der Ausschlag am 32.05.2016 in Simbach ist deutlich, aber bei Weitem nicht extrem. Was niemand der „Experten“ gerne zugibt erkennt man ebenfalls: Die Temperaturdifferenz an jenem unseligen Tag war absolut unspektakulär (roter Pfeil im Bild 5). Nichts mit: „höhere Temperaturextreme = mehr Starkregen“. Deshalb bleibt der Autor bei seinen Darstellungen, dass die Ursache der Überschwemmung behördliches Versagen (Bruch eines vollkommen ungeeigneten, niemals als Damm geplanten Talübergangs durch Verstopfung) war, siehe: EIKE 09.06.2016: An den Unwettern ist der Mensch eher nicht schuld – aber ganz sicher an deren Folgen

Auch die Temperatur bei Simbach ändert sich kaum. Seit 1981 (weiter zurück geht die Temperaturreihe leider nicht) sind nur minimalste Unterschiede erkennbar (Bild 4). Schon gar nicht wird es immer extremer und heißer. Nun könnten die zunehmenden Extreme in den kurzzeitigen Temperaturdifferenzen liegen. Aber die Auswertung in Bild 5 zeigt auch dazu nur in den letzten Jahren einen ganz kleinen Anstieg über die bisherigen, seit Beginn der Messreihe gleich gebliebenen Mittelwert-Maxima.

Es zeigen sich damit exemplarische Beispiele für Aussagen, welche klar den wirklichen Daten widersprechen. Bei Herrn Dr. Tiersch klingt es an, woher sein Wissen stammt: „ … in Klimavorausberechnungen … „ steht es eben so. Statt in den Computer, einmal aus dem Fenster zu sehen, ist für einen „Experten“ nicht mehr standesgemäß. Danach könnte man ja keine Interviews mit dem gewünschten Inhalt mehr geben.

 

Bild 3.2 Niederschlagsdaten in Tagesauflösung von 1981 – 8.2016 der Station Simbach, DWD Stations-ID 4706

Bild 4 Tagestemperaturen von 1981 – 8.2016 der Station Simbach, DWD Stations-ID 4706

 

Bild 5 Absolute Differenz der Tagestemperatur zum Vortag von 1981 – 08.2016 der Station Simbach, DWD Stations-ID 4706. Blaue Linie: Jahresmittelwert der Tagesdifferenz (rechte Skala). Der rote Pfeil zeigt die Tagesdifferenz am 31.05.2015, dem Tag des großen Unwetters mit 6,8 Grad (0,9; 4; 6,8; 0,9 Grad Tagesdifferenzen)

Einem Professor darf man aber wohl glauben

Herr Professor Lesch entrückt wohl immer weiter in die Sphären eines Klimapropheten und Weltretters, wie man an seinem neuen Buch: Lesch, Harald / Kamphausen, Klaus: “Die Menschheit schafft sich ab” erkennen kann.

Wohl deshalb hat er es sich nicht nehmen lassen, die ignorierenden Aussagen der AfD zum Klimawandel zu zerpflücken und darüber eine Videoreportage drehen zu lassen: Lesch youtube-Video: Das AfD-Programm wissenschaftlich geprüft. Eine vernichtende Kritik an einer darin gebrachten Darstellungen, dass der Hopfen in Deutschland wegen des Klimawandels aussterben würde, erfolgte bereits: Wenn der Hopfen nicht stirbt, stirbt dann der Klimawandel?

Doch Prof. Lesch berichtete in seinem Klima-Rettungseifer noch mehr, was eine Nachschau lohnt. Er behauptete, die AfD würde mit ihrem Beharren auf den Hiatus fast so etwas machen, wozu man in Bayern „bescheissen“ sagt. Ersichtlich genussvoll zeigt er dazu im Video nach und nach Temperaturbilder mit dem in seinen Augen nicht vorhandenen Hiatus, bis er beim letzten landet (Bild 7), in dem die Erde geradezu vor „Temperaturschmerz“ in die Überhitzung springt.

 

Bild 6 Prof. Lesch zeigt eine Darstellungen wie sie von der AfD verwendet wird mit dem „Hiatus“ (Wärmestillstand)

 

Bild 7 Prof. Lesch zeigt die wirklichen –aktuellen Daten der Nasa mit einer drastischen „Überhitzung“

Jedoch passiert Herrn Prof. Lesch das Gleiche wie der AfD. Seine Daten sind veraltet, genau genommen (bewusst?) in zu grober Auflösung. Man kann die Daten nämlich auch in Monatsauflösung auf der NASA-Homepage darstellen lassen und dann sehen sie wie in Bild 8 (Screenshot von der NASA-Homepage-Darstellung) aus. 

Und siehe da: Die aktuelle Temperatur bestätigt eher die Aussage der AfD nach einem Temperaturstillstand. Und dass die Natur wegen des CO2 solche kurzen „Schmerzenssprünge“ machen würde, glaubt sowieso kein vernünftiger Klimafachmann: Es sind atlantische Zyklen.

Ein schönes Beispiel, wie schnell man beim sich ständig und verblüffend stark ändernden Klima „falsche“ Daten zeigt (ist dem Autor auch schon passiert). Hier liegt es aber an der zeitlichen Auflösung. Und dass man da erst einmal nachsehen (oder die Daten zeigen) sollte, bevor man öffentlich in einem Video anklagt, müsste Prof Lesch, der nicht irgendein Privatmann, sondern Klima-Fachberater der Bayerischen Umweltministerin ist, wissen.  
Anm. zu den Giss-Bildern: Zum Zeitpunkt der Editierung waren die Giss-Daten noch nicht mit dem Augustwert aktualisiert, deshalb der Stand Juli 2016.

Bild 8 NASA giss Datensatz Stationsmessungen bis Juli 2016 in Monatsauflösung (Monthly Mean Global Surface Temperature) Vom Autor ergänzt

 

Bild 9 NASA giss Datensatz Stationsmessungen Sommer bis Juli 2016 in Jahresauflösung (August 2016 von der NASA noch nicht eingepflegt)

Nachtrag

Nach dem Abgeben des Beitrags erschien eine Sommerrückschau auf Klimaretter.Info. Im Wesentlichen ist es die Darstellung des DWD. Vielleicht deshalb, weil eine eigene Interpretation der Daten als Regierungsberater(-in) für Klima gegenüber Frau Hendricks „not amused“ wäre.

Klimaretter.Info: Deutscher Sommer um 1,5 Grad wärmer

Demnach lag die Durchschnittstemperatur mehr als 1,5 Grad über dem langjährigen Mittel von 16,3 Grad Celsius in den Sommern zwischen 1961 und 1990. 

Wie sich das im Detail darstellt, ist mit dem folgenden Bild gezeigt.

Bild 10 Detailansicht Sommertemperaturen Deutschland von 1750 – 2016. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.

 [3] Global gesehen war der vergangene Juli der wärmste seit Beginn der Messungen 1880.

Die Daten zeigt Bild 11. Was man nicht so deutlich erkennt:

Seit 1998, also 16 Jahren hat sich die Juli-Welttemperatur danach um +0,14 °C erhöht. Das ist eine nicht messbare Erhöhung.
Anm.: Eine sorgfältig kalibrierte elektronische Messstation hat einen Messfehler von +-0,2 Grad. 0,14 °C über die gesamte Welt sind damit nicht im Entferntesten messtechnisch nachweisbar.

Darstellungen wie im Bild 11 sind nicht sehr hilfreich. Wie die Verhältnisse Mittelwert / Temperaturausschläge eines Monats wirklich aussehen, zeigt Bild 12 (mit den gleichen Daten) besser. Eine Abweichung von vielleicht (nicht messbaren) +0,14 °C in 16 Jahren ist bei den wirklichen Temperaturspannen eines Monatsmittels nicht bemerkbar (Anm.: Die Temperaturspanne der Tagestemperatur beträgt in Deutschland typisch 30 °C)

 

Bild 11: GISS Datensatz der globalen Temperatur-Anomalie Monat Juli (°C). Grafik vom Autor aus den Daten erstellt.

Bild 12 zeigt auch, dass sich der Juli in Deutschland seit 1780 (da beginnt der 30-Jahre Mittelwert) um ca. 1 °C erhöht hat. Von einem alarmistischen Anstieg demnach keine Spur.

Bild 12 Temperaturverlauf Monat Juli Deutschland (dunkelblau) und GISS weltweit (rot, GISS-Daten auf Endwert Deutschland normiert)

[3] Durch den Klimawandel wird Starkregen in Deutschland künftig häufiger vorkommen. Der Deutsche Wetterdienst geht davon aus, dass Starkregenereignisse in den kommenden Jahrzehnten um bis zu 50 Prozent zunehmen werden.

Dass die Starkregen „starke Regen“, aber nichts Außergewöhnliches waren, wurde bereits am Anfang dargestellt (Bild 3). Siehe dazu auch: Die Niederschlagsentwicklung in Deutschland und weltweit zeigt keinen Klimawandel-Einfluss

Und dass von den Simulationen wenig zu halten ist und gerade Niederschläge nicht wirklich simuliert werden können, wurde bereits in:

Klimamodelle rekonstruieren Niederschlagsentwicklungen nur mit gröbsten Fehlern   

Der Himmel fällt uns auf den Kopf und ohne die Glaskugel im Computer würden wir es nie erfahren

Rezension: UBA Studie 24/2015 Die Vulnerabilität Deutschlands gegenüber dem Klimawandel gezeigt.

Fazit

Mit dem Sommer 2016 lässt sich abhängig vom gewünschten Ergebnis eine Entwarnung, wahlweise aber auch Klimaalarm vermitteln.

Bei Klimaretter.Info, der Informationsseite von C. Kemfert (Klimaberaterin von Frau Hendricks) erkennt man sofort, welche Tendenz gewünscht ist, siehe dazu auch: Der Unterschied in der Klimawandel-Berichterstattung

Quellen

[1]
EIKE 18.08.2016: Im Klimawandel nichts Neues, der Juli 2016 war im Mittel wieder zu warm
http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/im-klimawandel-nichts-neues-der-juli-2016-war-im-mittel-wieder-zu-warm/

[2]
Deutscher Wetterdienst DWD: Deutschlandwetter im August 2016 Datum 30.08.2016
http://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2016/20160830_deutschlandwetter_august_news.html
[3]

Klimaretter.Info 03. September 2016: Deutscher Sommer um 1,5 Grad wärmer
http://www.klimaretter.info/umwelt/nachricht/21861-sommer-in-deutschland-um-1-5-grad-waermer




Abkommen von Paris: Ein Blankoscheck für CO2-Emissionen durch China und Indien

Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie von Prof. Dr. jur. David Campbell (Lancaster University Law School), die heute von der GWPF veröffentlicht worden ist.

Während der letzten 25 Jahre ist die Klimawandel-Internationale damit gescheitert, ein Programm zur Reduktion der globalen Emissionen zustande zu bringen. Tatsächlich garantiert dieses Programm [von Paris] eine Erlaubnis für große Emittenten wie China und Indien, so viel zu emittieren, wie es ihnen passt. Daher waren globale Emissions-Reduktionen immer unmöglich, und seit 1992 haben die globalen Emissionen auch enorm zugenommen [zum Glück! Anm. d. Übers.].

Tatsächlich enthält das Paris-Abkommen eine kategorische Klausel, der zufolge Länder wie China und Indien nicht verpflichtet sind, irgendwelche Reduktionen vorzunehmen.

Die UK-Regierung schlägt vor, mit der Dekarbonisierung fortzufahren, obwohl die einseitige Dekarbonisierung von UK komplett sinnlos und damit total irrational ist.

Die ganze Studie steht hier (pdf).

Link: http://www.thegwpf.org/paris-agreement-a-blank-cheque-for-co2-emissions-by-developing-nations/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Wir sind in brennender Sorge … um unser Land

Dies betrifft vor allem: Das Allgemeinwohl, die Demokratie, die Menschenwürde und die Meinungsfreiheit, den Sozialstaat und den Rechtsstaat in seiner Grundstruktur, bei der Beurteilung der Rechtmäßigkeit des Geschäftsbereichs der Windkraftprofiteure, den Rechtsstaat als Bürgerschutz und das Gewaltenteilungsprinzip bzw. den Föderalismus.

Absolut unerträgliche Wohn- und Lebensumstände der Anwohner von so genannten Windparks und Monsterwindrädern: Unerträgliche Qualen und Leiden der Windrad-Anwohner; gesundheitliche Schäden, wirtschaftliche Schäden für die Anwohner, welche nicht mehr als pure Bagatelle hinnehmbar sind. Landschafts- und Naturzerstörung in einem exzessivem, noch nie da gewesenen und nahezu irreversiblen Ausmaß. Volkswirtschaftliche Schäden durch einseitige Kaufkraftabschöpfung und Verteuerung der Produktion. Finanzierung und Erforschung von sicheren, alternativen und auf dem neusten Stand der Technik befindlichen alternativen Stromversorgungsmöglichkeiten. Dieser Gesichtspunkt blieb mindestens über 15 Jahre auf der Strecke. Eine Orientierung am Allgemeinwohlinteresse sieht jedenfalls völlig anders aus. Erst recht können viele auch nicht die Gefahren für unsere freiheitliche Demokratie und den Rechtsstaat erkennen, wenn das Profitstreben einzelner zum Allgemeinwohl erklärt wird. Damit ist auch das Niederlassungsrecht eingeschränkt und das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist in erheblichem Ausmaß verletzt. Außerdem wird durch die EEG-Umlage und deren Modalitäten und das konkrete Verhalten der Windkraftprofiteure das Menschenrecht auf die Möglichkeit zur Führung eines menschenwürdigen Lebens eklatant in Frage gestellt.

Meinungsfreiheit: Wenn die Medien ihrer Kontrollfunktion nicht mehr nachkommen und sich zu einem Propagandainstrument der Windkraftlobby umfunktionieren lassen, wenn der Staatsbürger Angst hat, seine freie Meinung zu äußern, sind hier zwei wichtige Grundrechte in Frage gestellt.

Ganze Landstriche unter der Knute der Windkraftgeschäftemacher, Korruption und Rechtsbeugung durch Bürgermeister und Gemeinderäte einerseits, Bürgermeister und Kommunalparlamentsvertreter, die andererseits dem massiven Auftreten der Vertreter der Windkraftprofiteure hilflos ausgeliefert sind, eine Lobbyarbeit in den regionalen und bundesweiten Parlamenten, die es so in diesem Ausmaß in der BRD bisher noch nicht gab:  Alle diese angeführten Gesichtspunkte schränken den Rechtsstaat grundstrukturell ein oder stellen ihn damit gänzlich in Frage.

Die meisten Geschäftspraktiken der Windkraftprofiteure sind hinterfragen: Seriöse und einigermaßen an ethischen Grundwerten orientierte Geschäftspraktiken sehen jedenfalls anders aus.

Die Undurchschaubarkeit der gesetzlichen Bestimmungen, die es "normalen" Bürgern unmöglich macht gerichtlich Erfolge zu erzielen, wertlose Gutachten, die von den Windkraftprofiteuren selber in Auftrag gegeben und bezahlt werden, stellen den Rechtsstaat in seiner Grundfunktion als Bürgerschutz in Frage.

Es war innerhalb des fünfzehnjährigem exzessivem Ausbaus der Windkraft immer wieder festzustellen, dass zwar einerseits viele Landratsämter mit Drohungen und Einschüchterungsversuchen gegenüber "renitenten" Gemeinden schnell bei der Hand waren, andererseits aber diese Landratsämter im Zusammenhang mit Genehmigungsverfahren selber recht lasch bei der Überprüfung von Genehmigungsvoraussetzungen agierten.

So kann es nicht weiter gehen, wenn Menschenrechte, die Freiheit, die Demokratie, der Rechtsstaat und das Gewaltenteilungsprinzip verletzt bzw. in Frage gestellt werden und gefährdet sind durch den mittlerweile eingetretenen Wildwuchs an Macht, Arroganz und Einflussmöglichkeiten auf Seiten der Windkraftprofiteure.

Wenn aber die Zielsetzung so weit auseinanderklafft zur praktischen Umsetzung: pures Chaos – Wildweststrukturen – und ein möglicher Erfolg überhaupt nicht, auch nur ansatzweise, absehbar ist, aber andererseits derart hohe Opfer/Kosten verursachen und wichtige Verfassungsprinzipien in Frage gestellt werden, dann ist dieses Vorhaben "Energiewende" in seiner praktischen Durchführung nicht nur fragwürdig, sondern auch verwerflich … und letztlich – staatsschädigend.

Die unermessliche Gier der Windkraftgeschäftemacher erschüttert jedenfalls, unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft und unseren Staat in seinen verfassungsmäßigen Grundfesten.

Dies ist eine Textzusammenfassung. Der vollständige Text kann gelesen werden unter: goo.gl/9fl50H




Studie: Pflanzen überstehen Dürre bei erhöhten CO2-Werten besser

Eine neue Studie der Universitäten von Kalifornien, Irvine und der University von Washington zeigt, dass Pflanzen unter hohen CO2-Anteilen Wasser konservieren, damit viel von der Wirkung der wärmeren Temperaturen kompensieren und mehr Wasser auf dem Land halten, als bei Dürre häufig vorhergesagt. 

Nach dieser Studie, die in dieser Woche in den Proceedings of the National Academy of Sciences [~ Fortschrittsbericht der…] veröffentlicht wurde, ändert das Verhalten der Pflanzen die Annahmen über Auswirkungen von höheren CO2 Anteilen auf die Umwelt und damit die Annahmen über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft, die Wasserressourcen, das Risiko von Buschbränden und das Pflanzenwachstum. 

Diese Studie vergleicht aktuelle Indizes von Dürre mit denen, die Veränderungen im Wasserverbrauch der Pflanzen berücksichtigen. Geringere Niederschläge erhöhen die Dürre im südlichen Nordamerika, Südeuropa und Nordosten von Südamerika. Aber die Ergebnisse zeigen, dass in Zentralafrika und gemäßigten Asien – einschließlich China, dem Nahen Osten, Ostasien und die meisten Gebiete von Russland – die Konservierung von Wasser durch Pflanzen, dem Austrocknen aufgrund des Klimawandels weitgehend entgegen wirkt.

 "Diese Studie bestätigt, dass sich die Dürre in vielen Regionen in Zukunft noch verstärken wird", sagte Co-Autor James Randerson, UCI Professor für Erdsystemforschung. "Es zeigt auch, dass der Wasserbedarf der Pflanzen einen wichtigen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Wasser haben wird und dieser Teil der Gleichung ist in vielen Studien über Dürre und Hydrologie vernachlässigt worden."

Jüngste Studien haben geschätzt, dass mehr als 70 Prozent unseres Planeten mehr Trockenheit erleben, wenn sich die Kohlendioxid-Werte vom vorindustriellen Niveau über über die nächsten 100 Jahre vervierfachen.

[Im Original: … have estimated that more than 70 percent of our planet will experience more drought as carbon dioxide levels quadruple from pre-industrial levels over about the next 100 years. ..

 Ähm, spontan wundere ich mich: in 100 Jahren auf 1000 ppm CO2 oder mehr und mehr als 70% der Erde erlebt mehr Trockenheit, bei einem Anteil von 71% der mit Wasser bedecken Erdoberfläche!? Wie ich dann an den Kommentaren gesehen habe, geht es anderen ebenso; der Übersetzer]

Aber wenn Forscher den Veränderungen des Wasserbedarfs der Pflanzen Rechnung tragen, dann fällt die Schätzung auf 37 Prozent, mit größeren Unterschieden auf bestimmte Regionen konzentriert.

Der Grund dafür ist, dass, wenn die Atmosphäre der Erde mehr Kohlendioxid enthält, können Pflanzen tatsächlich mehr Moleküle nutzen, um ihre kohlenstoffreichen Körper zu bauen. Pflanzen nehmen Kohlendioxid durch winzige Öffnungen auf, genannt Stomata, die ihre Blätter bedecken. Aber, bei der Aufnahme von Kohlendioxid, entweicht Feuchtigkeit. Ist Kohlendioxid reichlicher vorhanden, müssen die Stomata nicht so lange offen sein, so dass die Pflanzen weniger Wasser verlieren. Die Pflanzen ziehen somit weniger Wasser über die Wurzeln aus dem Boden.

Globale Klimamodelle berücksichtigen bereits diese Veränderungen im Pflanzenwachstum. Aber viele Schätzungen von zukünftiger Trockenheit, nutzen die heutigen Standardindizes, wie den Palmer Drought Severity Index […Vorhersage Index der Dürren], der nur atmosphärische Variable berücksichtigt wie zukünftige Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Niederschlag.

"Neue Satellitenbeobachtungen und Verbesserungen in unserem Verständnis des hydrologischen Kreislauf führten zu bedeutenden Fortschritten in unsere Fähigkeit, die Veränderungen in der Bodenfeuchte zu modellieren", sagte Randerson. "Leider kann die Verwendung von Proxy-Schätzungen von Trockenstress geben uns irreführende Ergebnisse geben, weil sie die gut etablierten Prinzipien der Pflanzenphysiologie ignorieren."

Planer benötigen genaue Vorhersagen langfristiger Dürre, um die zukünftige Wasserversorgung zu entwerfen, die erwarteten Belastungen der Ökosysteme, Risiken von Buschbränden zu bewerten und zu entscheiden, wo Landwirtschaft sinnvoll ist.

"In gewissem Sinne gibt es eine einfache Lösung für dieses Problem, wir müssen nur neue Metriken erstellen, die berücksichtigen, was die Pflanzen tun", sagte der leitende Autor Abigail Swann, der University of Washington, Assistant Professor für Atmosphärenwissenschaften. "Wir haben bereits die Information, was zu tun ist; wir müssen nur mehr vorsichtig sein, um sicherzustellen, dass wir die Rolle der Pflanzen berücksichtigen."

Ist das eine gute Nachricht für den Klimawandel? Obwohl die Trocknung extrem geringer sein mag, als in einigen aktuellen Schätzungen, werden die Dürren mit Sicherheit zunehmen, sagen Forscher, und andere Aspekte des Klimawandels könnten schwerwiegende Auswirkungen auf die Vegetation haben.

"Es gibt viel, was wir nicht wissen, vor allem über heiße Dürren", sagte Swann. Die gleiche Dürre bei einer höheren Temperatur könnte schwerere Auswirkungen haben, oder Pflanzen vielleicht mehr stressen und anfällig für Schädlinge machen.

Selbst wenn Dürren nicht extrem weiter verbreitet oder häufiger sind, können sie tödlicher sein, wenn sie passieren".

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Andere Co-Autoren sind Forrest Hoffman am Oak Ridge National Laboratory und Charles Koven am Lawrence am Berkeley National Laboratory. Die Forschung wurde von der National Science Foundation und dem US-Department of Energy, Office of Science finanziert.

Erschienen auf WUWT am 30. 08.2016

Übersetzt durch Andreas Demmig

 https://wattsupwiththat.com/2016/08/30/study-plants-do-better-during-drought-thanks-to-increased-co2-levels/