Neue Studie von Greenpeace Energy: Stromversorgung stabiler ohne Atomkraftwerke

Bild rechts: Der Jahresbericht 2015 der Bundesnetzagentur preist an:

Vielfältige Maßnahmen für ein Ziel – Energiewende

Klimaretter.Info  vom 05. September 2016:

[1] Stromversorgung stabiler ohne AKW

Vor fünfeinhalb Jahren hat Deutschland den Atomausstieg beschlossen – dennoch kann die Stromversorgung stabil und sicher gewährleistet werden. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Energy Brainpool hervor, die jetzt anlässlich der "Halbzeit" der für 2022 geplanten Abschaltung der letzten AKW veröffentlicht wurde.
… Die Behauptung der europäischen AKW-Lobby, die Atomkraft garantiere eine besonders stabile Stromversorgung, sei falsch, schlussfolgerte Auftraggeber Greenpeace Energy aus den Ergebnissen der Studie. Diese zeige außerdem, dass die Kohlekraftwerke, die derzeit als Reserve für abgeschaltete Reaktoren betrieben werden, nach und nach ersetzt werden könnten.

Ministerien sind auch nicht unabhängig (und nicht klüger), deshalb erschien auch dort eine ähnliche Meldung:
[3] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Versorgungsqualität in Deutschland steigt

Ein solcher Erfolg des EEG wäre eine räuige Umkehr vom bisherigen Kritiker zum Befürworter und ein Gläschen Champagner wert – wenn die Studie das EEG analysiert hätte und damit eine Aussage darüber geben würde.
So aber ist die Studie, welche Greenpeace Energy verfassen lies, wieder ein Bilderbuch-Beleg, wie man Fakten in das Gegenteil drehen lässt und Wichtiges weg lässt, um eine gewünschte Aussage zu erhalten.

Die Greenpeace Energy Studie

Studie energy brainpool:  [2] BISHERIGE AUSWIRKUNGEN DES KERNKRAFTAUSSTIEGS AUF DIE VERSORGUNGSSICHERHEIT Kurzanalyse im Auftrag von Greenpeace Energy eG

[2] Ziel der Studie
Vor diesem Hintergrund soll im Folgenden der deutsche Kernenergieausstieg bei gleichzeitigem Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung mit Blick auf die Versorgungssicherheit analysiert werden.

[2] … Bei konventionellen Kraftwerken können bestimmte Wettereignisse die Versorgungssituation verschärfen. So mussten in den heißen Sommern 2006 und 2007 Kraftwerke gedrosselt oder gänzlich abgeschaltet werden, um die Flusstemperaturen durch das Kühlwasser nicht über die zulässigen Grenzwerte ansteigen zu lassen. Niedrige Pegelstände von Flüssen führten bei Kohlekraftwerken im Dezember 2015 zu Versorgungsengpässen, weil die Kraftwerke nicht mehr per Schiff mit Kohle beliefert werden konnten.
Windkraft kann nach Zahlen des BMWi eine gesicherte Leistung von 7 Prozent der installierten Leistung beisteuern; mit anderen Worten existiert bei der Windkraft ein überregionaler Ausgleichseffekt: An Land oder auf See weht auch zum Zeitpunkt der Jahreshöchstlast genug Wind für 7 Prozent Einspeisung. Je größer das Gebiet ist, das für die Windkraft betrachtet wird, desto größer ist der Beitrag zur gesicherten Leistung. Bei einer gesamteuropäischen Betrachtung geht das BMWi etwa von 14 Prozent aus.

[2] … In den Folgejahren der Energiewende wird der Zubau von erneuerbaren Energien voraussichtlich zu großen Anteilen auf Wind- und Photovoltaikanlagen basieren. Um dann in einem auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystem weiterhin ein hohes Maß an Versorgungssicherheit zu gewährleisten, ist die Nutzung von Flexibilitätsoptionen (vgl. Energy Brainpool/Fraunhofer IWES, 2015) nötig. Flexibilitätsoptionen wie kurzfristige Speicher (z. B. Batterien) und langfristige Speicher (z. B. Power-to-Gas) können auf der Erzeugungsseite zur Erhöhung der Versorgungssicherheit beitragen. Darüber hinaus kommt der Flexibilisierung der Nachfrageseite (z. B. durch DSM) eine besondere Bedeutung zu. Denn mit DSM kann auf Basis (betriebs-)wirtschaftlicher Erwägungen die Jahreshöchstlast reduziert werden. Hierzu sind weitere Anpassungen an den Rahmenbedingungen des Strommarktes nötig (vgl. Energy Brainpool/Fraunhofer IWES, 2015), die sich mit dem Strommarktgesetz teilweise in der Umsetzung befinden.

Diskussion der Studie

Der SAIDI Wert

Die Überschrift der Meldungen lautet: Stromversorgung stabiler ohne AKW
Bezogen wird diese Aussage alleine auf den SAIDI Wert, der die Versorgungsqualität als Kennziffer ausweist. Betrachtet wird in der Studie nicht zufällig erst der Zeitraum vom Jahr 2006 an. Vorher gibt es nämlich keine Daten zum SAID – Index [3] für Deutschland. Trotzdem wird dieser Index wird als Basis für die euphorische Aussage genommen. Ob das Netz vorher nicht stabiler war, weiss also niemand. Und ob er beim aktuellen Erzeugermix überhaupt eine Aussage liefern kann, ist recht unwahrscheinlich. Jedenfalls liegt nach dieser Bewertung Deutschland in Europa erst an vierter Stelle bezüglich der Versorgungssicherheit.

Das Bild aus der Studie zeigt zudem:
-Vor dem Atomausstieg Anfang 2011, von 2006 – 2010 verbesserte sich der SAID-Index um -30,8 %
-Nach dem Atomausstieg von 2011 – 2014 verbesserte er sich nur noch um -17,6 %

Man hätte also auch texten können:
Seit Beginn des Atomausstiegs beträgt die Verbesserung der Netzqualität nur noch die Hälfte.
Damit soll gezeigt werden, dass dieser Index über den Zustand und Zukunft der EEG-Versorgung überhaupt nichts aussagt.

 

Bild 1 [2] SAIDI Wert Deutschland

[3] SAIDI Wert
Jochen Homann, Präsident der BNetzA, erläutert: "Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der systematischen Erfassung der Stromversorgungsqualität durch die Bundesnetzagentur im Jahr 2006. Diese Verbesserung der Versorgungsqualität liegt vor allem daran, dass das Jahr 2014 nur wenige Extremwetterereignisse aufwies. Ein maßgeblicher Einfluss der Energiewende und der steigenden dezentralen Erzeugungsleistung auf die Versorgungsqualität ist auch weiterhin nicht erkennbar."
SAIDI-Wert: Es werden weder geplante Unterbrechungen noch Unterbrechungen aufgrund höherer Gewalt, wie etwa Naturkatastrophen, berücksichtigt. In die Berechnung fließen nur ungeplante Unterbrechungen ein, die auf atmosphärische Einwirkungen, Einwirkungen Dritter, Zuständigkeit des Netzbetreibers und aus anderen Netzen rückwirkende Störungen zurückzuführen sind. Die Unterbrechung muss zudem länger als drei Minuten dauern.

Deutschland liegt damit in Europa an vierter Stelle hinter Luxemburg, Dänemark, Schweiz
[4] Figure 4: Total SAIDI (planned and unplanned, including exceptional events)

Stabiler ohne AKW

Die Presseinformation suggeriert, es würde keine AKW-Versorgung mehr geben. Dabei hat die AKW-Einspeisung nur wie folgt abgenommen:
-seit 1990: 40 %
-seit 2000: 46 % (Höchststand der AKW-Einspeisung)
-seit 2007: 34,7 %

Es werden also immer noch 65,3 % AKW-Strom (bezogen auf 2006) eingespeist. Von „ohne AKW“ kann also keine Rede sein. Erst im Text wird darauf hingewiesen „ … anlässlich der Halbzeit … „.

Die Pressemeldung suggeriert weiter, dass dies ein Beleg für die Verbesserung der Stabilität trotz Ökostrom wäre.
Bild 2 zeigt, dass der komplette Grundlastanteil weiterhin von konventionellen Kraftwerken geleistet wird (Einspeiseanteil ca. 74 %). Anmerkung: Wasserkraft wird als konventionell bewertet, da diese bereits vor der EEG-Wende vorhanden war.

Bild 2 Bruttostromerzeugung in Deutschland 1990–2015 Quelle WIKIPEDIA. Anm.: Der Ökostromanteil ist durch vom Autor zugefügten, zwei weissen, gestrichelten Linien gekennzeichnet.

Noch deutlicher sieht man es anhand der AGORA-Datengrafiken. Bild 3 zeigt, was die konventionellen Kraftwerke leisten (müssen), Bild 4 zeigt, was Ökostrom als un-planbaren „Zappelstrom“ liefert und anrichtet.

 

Bild 3 Stromverbrauch Deutschland und Stromerzeugung konventionelle Kraftwerke (inkl. Kernkraft) und Wasserkraft vom 01.01.2016 – 05.09.2016. Quelle: AGORA

Bild 4 Stromverbrauch Deutschland und Öko-Stromerzeugung (ohne Wasserkraft) vom 01.01.2016 – 05.09.2016. Quelle: AGORA

Eine Studie welche behauptet, der SAIDI-Wert hätte sich durch die Verringerung der AKW-Einspeisung verbessert, kann man damit einfach als eine „Lügenpostille“ bezeichnen. Dass die Versorgungsgüte so gut ist, liegt einzig an:

-der herausragenden Qualität der konventionellen Kraftwerke und des Netzes,
-das man immer noch parallel die komplette Leistung mittels konventioneller Kraftwerke vorhält und diese nicht wie gefordert abgeschaltet hat,
-dass man im Notfall die Ökostrom-Einspeisung einfach kappt oder (so lange das noch geht) an das Ausland verschleudert:
Muttertag war EEG-Geschenktag auf Kosten der nicht privilegierten Stromkunden

  

Probleme wurden gelistet, aber nicht in die Bewertung einbezogen

In der Studie hört die Bewertung nicht zufällig mit dem aktuellen Zustand auf. Denn dass die Unstabilität erst kommen wird, wenn die konventionelle Grundlastversorgung durch politischen Zwang abgeschaltet wird, erkennt sie genau, führt es aber nicht aus.

Studie: [2]In den Folgejahren der Energiewende wird der Zubau von erneuerbaren Energien voraussichtlich zu großen Anteilen auf Wind- und Photovoltaikanlagen basieren. Um dann in einem auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystem weiterhin ein hohes Maß an Versorgungssicherheit zu gewährleisten, ist die Nutzung von Flexibilitätsoptionen (vgl. Energy Brainpool/Fraunhofer IWES, 2015) nötig. Flexibilitätsoptionen wie kurzfristige Speicher (z. B. Batterien) und langfristige Speicher (z. B. Power-to-Gas) können auf der Erzeugungsseite zur Erhöhung der Versorgungssicherheit beitragen. Darüber hinaus kommt der Flexibilisierung der Nachfrageseite (z. B. durch DSM) eine besondere Bedeutung zu.

Anstelle einer seriösen Bewertung fabuliert sie Lösungen, welche aktuell nicht entfernt in Sicht sind. Da können  Klimaretter.Info und Greenpeace Energy noch so frei weg unseriöse Luftschlösser malen, es geht nicht, bzw. nur mit extremen Zusatz-Kosten. Wie unser SPD Wirtschaftsminister jüngst verkündet hat, ist dies allerdings auch das Ziel seiner Partei:
Science Sceptical Blog: Wohlfahrt statt Wohlstand – Gabriels Aufbruch in die Energiearmut
Sofern die politische Landschaft in Berlin erhalten bleibt, mag sich dieser Aspekt der  Studie also bewahrheiten. Jedoch nicht mit der Überschrift „der Strom würde stabiler“, sondern der wenige, verfügbare Strom wird so teuer, dass er nur noch an Vermögende als stabiles Kontingent geliefert wird.

Warum das EEG-Netz (noch) nicht zusammen bricht, wurde ebenfalls nur gelistet, aber nicht in die Bewertung einbezogen 

Studie: [2] Die untersuchten Indikatoren zeigen, dass ein hohes Niveau an Versorgungssicherheit während des Kernenergieausstiegs bei gleichzeitigem Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien aufrechterhalten wurde. Allerdings waren dafür weitere Maßnahmen nötig. Solche Maßnahmen sind insbesondere
der Ausbau, die Verstärkung und die intelligente Steuerung (smart grid) des Stromnetzes auf Übertragungs- und Verteilnetzebene wie auch das operative Verhalten der Stromerzeuger und Stromverbraucher,
das sich beispielsweise in einer Stärkung des kurzfristigen Stromhandels oder in der Anpassung des
Stromverbrauchs an das Dargebot erneuerbarer Energien (demand side management) abzeichnet. Wie
genau diese Maßnahmen im Einzelnen zur Erhaltung der Versorgungssicherheit beitrugen und welchen
konkreten Anteil sie daran hatten, bedarf weiterer Untersuchungen.

Eine seriöse Studie hätte etwas mehr dazu sagen müssen, wie die Netzstabilität trotz der hohen Ökostrom-Einspeiseschwankungen erhalten wird und vor allem dies auch in die Bewertung mit einbeziehen müssen. Der wesentliche Teil (wie komplettes, konventionelles Backup an Versorgung) wurde bereits in einem vorher gehenden Kapitel angesprochen, doch es kommen weitere dazu:

-Inzwischen werden die unteren Spannungsebenen teuer mit geregelten Trafos ausgerüstet, um die Spannungspegel (noch) in den zulässigen Grenzen zu halten, was nur funktioniert, wenn genügend Verbraucher vorhanden sind.
EIKE: Die neuen Energien im Jahr 2015 und im Jahr 2050 für Dummies, Teil 2 intelligente Versorgungsnetze
-Es müssen immer mehr Netzeingriffe erfolgen, um es stabil zu halten (Bild 5).

 

Bild 5 Netzeingriffe von 02.042013 bis 31.08.2016, MWh / Netzeingriff (linke Achse MWh), Anzahl Netzeingriffe (rechte Achse Anzahl). Zeitraster jeweils von April – April. Grafik vom Autor anhand der Daten von: Netztransparenz.de, Redispatch-Maßnahmen, erstellt

Bundesnetzagentur, 3. Quartalsbericht 2015 zu Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen:

Gegenüber dem Jahr 2014 hat sich die Redispatchgesamtmenge im Jahr 2015 damit mehr als verdreifacht. Diese Entwicklung schlägt sich ebenfalls in den Kosten nieder. Durch eine erste Abschätzung der ÜNB wurden die Kosten der Redispatchanforderungen (ohne Countertrading) auf rund 402,5 Mio. Euro taxiert. Im Jahr 2014 betrugen die Kosten noch rund 185,4 Mio. Euro. Redispatchmaßnahmen wurden in allen Regelzonen, insbesondere aber von TenneT und 50Hertz, ergriffen.

 

Bild 5.1 Bild der Redispatchmaßnahmen nach Stunden. Quelle: Bundesnetzagentur: Redispatch

Weiter fabuliert die Studie von einer Grundlastfähigkeit des Windstromes:

[2] Windkraft kann nach Zahlen des BMWi eine gesicherte Leistung von 7 Prozent der installierten Leistung beisteuern; mit anderen Worten existiert bei der Windkraft ein überregionaler Ausgleichseffekt: An Land oder auf See weht auch

zum Zeitpunkt der Jahreshöchstlast genug Wind für 7 Prozent Einspeisung. Je größer das Gebiet ist, das
für die Windkraft betrachtet wird, desto größer ist der Beitrag zur gesicherten Leistung. Bei einer gesamteuropäischen Betrachtung geht das BMWi etwa von 14 Prozent aus.

Dass Windkraft nicht grundlastfähig ist, wurde auf EIKE schon mehrmals, auch vom Autor dargelegt:
Ein EEG-Märchen wird zum Öko-Dogma – Offshore Windkraft sei grundlastfähig 

Dazu der Bereitstellungsverlauf Offshore Windkraft im Jahr 2015 (Bild 6). Die Einspeisung kann fast auf 0 fallen. Natürlich ist es bei onshore-Anlagen etwas besser. Jedoch gibt es die Leitungen von der Nordsee in den Süden nicht in ausreichendem Maß. und selbst wenn, entständen dadurch Verluste in erheblicher Größenordnung, welche die geringfügigen „pseudo-Grundlastfähigkeiten“ zur Makulatur machen würden. Auch wird in der Studie nicht erwähnt, dass es Ziel des EEG-Netzes ist, auf regionale Verteilnetze zu reduzieren, womit der „überregionale Ausgleichseffekt“ sowieso unmöglich wird.

Bild 6 Energie-Bereitstellung Windkraft onshore im Jahr 2015. Quelle AGORA

Kohlekraftwerke, die derzeit als Reserve für abgeschaltete Reaktoren betrieben werden, könnten nach und nach ersetzt werden.

In der Mitteilung von Klimaretter.Info steht: [1] Diese (Studie) zeige außerdem, dass die Kohlekraftwerke, die derzeit als Reserve für abgeschaltete Reaktoren betrieben werden, nach und nach ersetzt werden könnten.

In der Studie ist darüber allerdings nichts zu finden. Dort stehen nur beispielhaft Hoffnungen und Forderungen wie:

[2] Der weiteren Flexibilisierung des Strommarkts durch die konsequente Etablierung des Demand-SideManagements, durch kurzfristige Speicher (z. B. Batterien) und langfristige Speicher (z. B. Power-to-Gas) kommt dabei eine Schlüsselrolle bei der Anpassung des Stromsystems auf hohe Anteile erneuerbarer Energien bei einem gleichzeitig hohen Niveau an Versorgungssicherheit zu. Parallel zur Flexibilisierung des Energiesystems muss das Stromnetz, das ursprünglich auf große und zentrale Erzeugungsanlagen ausgerichtet war, auf eine zunehmend kleinteiligere und dezentrale erneuerbare Erzeugungsstruktur mit einer anderen geographischen Verteilung angepasst werden.
Wenn dieser Umbau des Energiesystems marktwirtschaftlich gelingen soll und dabei Synergien eines gemeinsamen europäischen Binnenmarktes genutzt werden sollen, müssen auch die regulatorischen Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene entsprechend angepasst werden.

Aus solchen vagen Fabulierungen abzuleiten: „ … könnten nach und nach ersetzt werden … „ ist typisch für Professorin C. Kemfert: Eine Professorin klärt den VDI auf, wie das EEG „wirklich“ funktioniert
Man hat keine Lösung (wie es die Studie selbst sagt), aber viele Ideen. C. Kemfert erklärt die Ideen einfach zu Lösungen. Dafür wird sie allseits hofiert, denn es ist genau das, was die Politik hören will.
Allerdings ist die Bundesregierung wohl nicht so optimistisch, wie ihre Energieberater(-innen). Sie rechnet wohl bald mit ersten Blackouts, wie ihr jüngster Aufruf zur privaten Bevorratung zeigt.

Fazit

Es ist immer wieder erschütternd, wie dick und unverblümt in Studien Behauptungen aufgestellt werden, die bewusster Irreführung gleich kommen. Und es ist noch erschütternder, dass angebliche Fachpersonen bis zu Regierungeberater(-innen) solches unterstützen und befürworten.

Man bekommt mit unserer Klima- und EEG-hysterischen Umweltministerin, Frau Hendricks langsam Mitleid. Wie soll diese Person mit erkennbar wenig Ahnung zu ihren Aufgabengebieten, aber einem unerschütterlichen Ökoglauben die richtige Information bekommen, wenn ihre Berater(-innen) sie darüber falsch, bzw. nur ideologisch gefiltert informieren.
Denn dass Frau Hendricks ab und zu bei EIKE vorbei sieht und sich die Information dort kostenlos holt, ist eher unwahrscheinlich (was nichts kostet, kann nichts Wert sein).

Quellen

[1]
Klimaretter.Info 05. September 2016: Stromversorgung stabiler ohne AKW
http://www.klimaretter.info/energie/nachricht/21867-stromversorgung-stabiler-ohne-akw

[2]
energy brainpool: BISHERIGE AUSWIRKUNGEN DES KERNKRAFTAUSSTIEGS AUF DIE VERSORGUNGSSICHERHEIT
Kurzanalyse im Auftrag von Greenpeace Energy eG
http://www.greenpeace-energy.de/fileadmin/docs/pressematerial/Hinkley_Point/2016-08-30_Energy-Brainpool_Kurzstudie_Kernenergieausstieg-und-Versorgungssicherheit_Greenpeace-Energy_3.Entwurf.pdf

[3]
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Versorgungsqualität in Deutschland steigt
https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2015/16/Meldung/infografik-versorgungsqualitaet.html

[4]
CEER Benchmarking Report 5.2 on the Continuity of Electricity Supply Data update Ref: C14-EQS-62-03 12 February 2015




Virtual Reality im Berliner Tagessspiegel – Umweltredakteurin Dagmar Dehmer behauptet, dass die AfD „den Klimawandel nicht mal als Realität anerkennt“

Der Berliner Tagesspiegel ist seit jeher die Lieblingslektüre von Berlins Bürgerlichen. Doch sie haben entweder nicht bemerkt, dass das ehemals liberale Blatt sich im letzten Jahrzehnt zu einem Sturmgeschütz der grün-linken Bewegung gewandelt hat, oder sie haben selber nach ihrem Marsch durch die Institutionen samt Umzug in die höheren Gefilde des Berufsbeamtentums diese Wandlung als Beleg für ihre immer noch 68er  Ideale herbeigeführt. Und, da wie wir wissen, dass ein Großteil der Journalisten nach links oder grün – eigentlich zu beiden- tendieren, sind manch von ihnen auch beim Tagesspiegel gelandet.

Sei es wie es sei, in diesem Milieu wirkt seit vielen Jahren die Journalistin Dagmar Dehmer und verantwortet in dieser Eigenschaft stark grün eingefärbte Umweltartikel. Das ist ihr gutes Recht und hilfreich ist dabei sicher, dass Frau Dehmer bis 1993 Co-Landesvorsitzende der Grünen in Baden-Württemberg war.

Man kann ihr auch kaum verübeln, dass sie ihre grüne Gesinnung lieber über die Medien in die Öffentlichkeit bringt,  als das Haifischbecken mit anderen Parteifreunden dazu zu nutzen.

Auf der  Website  der Online Ausgabe der Zeit, für die sie auch schreibt, erfahren wir, dass Ihre Leidenschaft Umweltthemen, dem Klimawandel und Afrika gilt.

Update 14.9.16:Abb. 1

Das Rätsel ist gelöst! Der fleißige Rechercheur Rainer Hoffmann konnte nach vermutlich langen auch nächtelangen Fernsehrecherchen klären, wie Frau Dagmar Dehmer auf ihre verwunderliche Behauptung kam, dass die AfD den Klimawandel nicht als Realität anerkenne, obwohl im Programm, dass sie auch zitiert, wortwörtlich und für jeden mit klarem Kopf verständlich, das genaue Gegen zu lesen ist. Die Erklärung: Sie hat vermutlich den ZDF Kinderkanal geschaut und dann dort abgeschrieben. Evtl. möglich ist aber auch, dass Frau Dehmer den Text dort selber geschrieben hat, passt er doch so gut in ihr Weltbild.

All das kann man gut finden, oder auch nicht, aber es wäre kein Anlass über Frau Dehmer hier einen kleinen Artikel zu schreiben.

Doch mit ihrem Artikel über die Aufweichung der Klimaziele im „Klimaschutzplan 2050“ der Bundesumweltministerin, der nur in der Printausgabe des Tagessspiegel vom 8. September erschien, ist das anders. Denn darin hat sie einmal mehr bewiesen, dass ihr Glauben vor Realität geht.

„…dass die AfD „den Klimawandel nicht mal als Realität anerkennt“. 

Das war, bisher jedenfalls für jeden guten Journalisten absolut verboten, man denke nur an Rudolf Augsteins legendäres Gebot an seine Redakteure: „Schreiben was ist!“ oder an den Hanns-Joachim Friedrich (fälschlich) zugeschriebene Satz: Ein (guter) Journalist macht sich mit keiner Sache gemein… auch nicht mit einer guten“

Frau Dehmer hält sich leider nicht daran (ebenso wenig wie die Spiegelredakteure von heute, möchte man hinzufügen) und mutiert damit flugs von der Journalistin zur Propagandistin.

Was war geschehen?

Ihr Artikel in der Printausgabe des Berliner Tagesspiegel vom 8.9,16 beschäftigt sie sich mit dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung, der jetzt in die Ressortabstimmung geht. Er trägt die Überschrift: „Text mit Lücken“ und den Untertitel: “Der Klimaschutzplan 2050 geht ohne Zeitpläne und ohne konkrete Vorgaben in die Ressortabstimmung – aus Angst vor der AfD“.

Soweit so klar, und wie ich hinzufügen möchte, soweit so gut. Im Text übernimmt Frau Dehmer dann die Positionen von Greenpeace, Naturschutzbund,  den Grünen und Linken, die sie als Beleg anführt und mit ihnen bedauert, dass im Klimaschutzplan 2050 fast jeder Zeitplan und andere konkrete Zahlen – wie der Zeitpunkt des Kohleausstiegs – herausgestrichen wurden.

Auch das mag sie zwar ärgern, ist aber immer noch im Rahmen normaler journalistischer Tätigkeit zu sehen. Auch die von ihr in der Überschrift geäußerte Vermutung, dass all das aus „Angst vor der AfD“ passierte kann man als Meinungsäußerung unbeanstandet lassen.  Es stimmt vielleicht ja auch. Dass sie die AfD nicht leiden kann, mag man ihr auch nachsehen, nicht aber, dass sie dann, im Bestreben die AfD unbedingt als ein bisschen blöd, im besten Fall als unseriös erscheinen zu lassen, den Halb-Satz einfließen lässt: „…dass die AfD „den Klimawandel nicht mal als Realität anerkennt“.

…Sie haben den Satz vermutlich verbrochen

Da das ganz eindeutig falsch ist, und da ich Frau Dehmer schon früher mal persönlich begegnet war und zudem dachte, dass das so nicht  stehen bleiben sollte, schrieb ich ihr am 9.9.16 um 9:55 Uhr  die folgende freundliche Email (in den folgenden Mails habe ich kleine Schreibfehler korrigiert.)

Liebe Frau Dehmer,

ich habe Sie ja schon anlässlich der Podiumsdiskussion beim Bundesanstalt für politische Bildung (Faktencheck hier  als eine Journalistin erlebt, die ihre Phantasie gern auch mal über die Fakten stellt. In Ihrem Artikel "Der Klimaschutzplan 2050 geht ohne Zeitplan..“ behaupten Sie wahrheitswidrig, dass die AfD „den Klimawandel nicht mal als Realität anerkennt“. Würden Sie bitte so freundlich sein und dies mit Quellenangabe belegen?. 

Im AfD Grundsatzprogramm (hier) steht in der ersten Zeile des betreffenden Abschnittes (Seite 61) das genaue Gegenteil Ihrer Behauptung: "Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert.“ 

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

Ihr

Michael Limburg

Vizepräsident EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie)

Tel: +49-(0)33201-31132

http://www.eike-klima-energie.eu/

Wenige Stunden (um 16.01 Uhr) später kam die uneinsichtige und – wie ich finde- etwas kesse Antwort:

Sehr geehrter Herr Limburg,

ich habe keine Ahnung, wie Sie folgenden Absatz aus dem AfD-Grundsatzprogramm, Seite 79, zu interpretieren gedenken. Aber er deckt eindeutig meinen Satz in meinem Text.

"Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert. Die Klimaschutzpolitik beruht auf hypothetischen Klima-Modellen basierend auf  computergestützten Simulationen des IPCC („Weltklimarat“). Kohlendioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil allen Lebens."

Da Sie diese Sätze vermutlich verbrochen haben, dürfen sie Ihnen bekannt vorkommen.

Weiter viel Spaß bei der AfD,

Dagmar Dehmer

Da es sich meiner Meinung nach nicht um eine literarische Interpretation eines dichterischen Textes, sondern um eine klare Fehlinformation der Leser handelt, konnte ich das nicht so stehen lassen und schrieb ihr etwas förmlicher am selben Tag um 22.29 Uhr zurück:

Sehr geehrte Frau Dehmer,

Sie weichen wie erwartet aus. 

Fakt ist, an keiner Stelle des Programms der AfD ist Ihre Behauptung  auch nur im Ansatz hinein zu „interpretieren“: dass die AfD „den Klimawandel nicht mal als Realität anerkennt“

Das Gegenteil ist richtig. So steht es im ersten Satz klar und deutlich.

Dass Sie keine Ahnung haben geben Sie ja nun selbst zu, aber dass Sie es trotzdem für richtig halten Ihren Lesern statt Fakten ihre „Interpretationen“ aufzutischen, spricht nicht für einen Journalismus nach dem Verständnis von Hajo Friedrich und Rudolf Augstein: "Berichten was ist!“ Es ist reine Propaganda.

Im Übrigen gibt es an dem von Ihnen jetzt korrekt zitierten Sätzen aus dem Programm nichts zu „interpretieren“. Die sprechen klar und deutlich aus „was ist“. 

Sollten Sie anderer Meinung sein, dann belegen Sie diese bitte mit Fakten, wie schon in der ersten Mail gefordert.

Ich freue mich darauf

und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Ihr

Michael Limburg

Vizepräsident EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie)

Tel: +49-(0)33201-31132

http://www.eike-klima-energie.eu/

Auch diesmal ließ die Antwort nicht lange auf sich warten, jedoch statt Einsicht zu zeigen schrieb sie am selben Tag um 22:44

Sehr geehrter Herr Limburg,

da Ihre Interpretation der Klimafakten mit der Realität nichts zu tun hat, werde ich mich nicht auf Ihre Spielchen einlassen.

Damit beende ich dieses Gespräch.

Mit freundlichem Gruss,

Dagmar Dehmer

Nun, das war  zwar keine Antwort auf meine Mail, aber in der Sache nun wirklich eindeutig und falsch. Frau Dehmer nimmt ihre Phantasie für die Realität und blendet die Realität selber völlig aus. Sie zieht ihre Virtual Reality vor. Aber, auch das zeigt die Mail, sie weiß auch nicht mehr weiter und versucht sich aus der Affäre zu ziehen, in dem sie das Gespräch abbricht.

Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Das wiederum wollte ich ihr nicht erlauben und sandte ihr am nächsten Morgen um 8:34 die folgende Mail:

Sehr geehrte Frau Dehmer,

das ist neu:

Sie glauben wirklich, dass die Sätze "Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert. Die Klimaschutzpolitik beruht auf hypothetischen Klima-Modellen basierend auf  computergestützten Simulationen des IPCC („Weltklimarat“). Kohlendioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil allen Lebens.“ nichts mit der Realität zu tun haben? 

Dann leben Sie – ich kann es nicht anders ausdrücken- in einer Traumwelt,  wie sie die Klimamodelle(1) herbeiphantasieren, anders kann ich mir Ihre Äußerung nicht erklären, 

Und, was Sie als „Spielchen“ bezeichnen ist nichts weiter als guter wissenschaftlicher Brauch und sollte besonders bei Journalisten zum Standard gehören, nämlich Behauptungen nicht ungeprüft zu übernehmen sondern sie eindeutig  mit Quellen zu belegen und Phantasiewelten von der Realität zu trennen.

Ich hatte gehofft, dass wir uns wenigstens auf diese Grundsätze verständigen könnten.

In diesem Sinne wüsche ich Ihnen ein schönes Wochenende

und 

verbleibe mit freundlichen Grüßen aus London, wo ich bis gestern an einer Klimakonferenz mit vielen hochkarätigen Wissenschaftlern teilnehmen durfte. Hätte Ihnen auch gefallen.

Ihr

Michael Limburg

Vizepräsident EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie)

Tel: +49-(0)33201-31132

http://www.eike-klima-energie.eu/

(1) Nicht dass Modelle der Wirklichkeit in der Wissenschaft grundsätzlich zu verwerfen sind, im Gegenteil, nur für das chaotische Klimasystem dass zu seiner Modellierung Millionen von ineinander greifenden und von einander abhängigen Differentialgleichung bedarf, deren Randbedingungen z.T. völlig unbekannt sind und nur grob (und damit oft falsch) geschätzt werden können,, taugen sie nunmal erwiesenermaßen nicht .

Eigentlich hätte ich noch hinzufügen sollen, dass auch in der Wolle gefärbte Alarmisten unter den Klimawissenschaftlern wie z.B. die PIK Leute gar nicht anders könnten, als jeden der zitierten Sätze aus dem AfD Programm ihre Zustimmung zu geben, wollten sie nicht völlig ihre wissenschaftliche Reputation  verlieren. Aber leider fiel mir das erst zu spät ein.

Eine Antwort auf diese Mail steht bisher aus und ich erwarte eigentlich auch keine mehr.

Hat sie sich doch nicht nur journalistisch blamiert, in dem sie, und wie ich meine vorsätzlich, Unwahrheiten verbreitet, und, wenn sie dabei erwischt wird, dies kess leugnet, sondern auch deswegen, weil sie die unbequeme Realität einfach ausblendet.

Beides zusammen, die bewusst unwahre Darstellung eines eindeutigen und simpel klaren Sachverhaltes, bei gleichzeitigem völligem Ausblenden der Realität, sind klare Erkennungsmerkmale einer Propagandistin.

Aber nicht einer von denen, die Ihnen wertlose Parfums oder andere Sachen im Kaufhaus andreht, sondern von der Sorte, die Ihnen  ihre Weltanschauung verkaufen möchten.

Bei solchen Leuten ist Hopfen und Malz verloren.

Eigentlich hätte ich das vorher wissen müssen, denn bereits lange vor der peinlichen Erfahrung mit ihr bei der Podiumsdiskussion im Hause der Bundeszentrale für politische Bildung hatte ich vor Jahren schon erhellende Mailwechsel zum selben Thema mit ihr.

Beim Stöbern im Archiv ist mir eine davon in die Hände gefallen, ich möchte sie Ihnen nicht vorenthalten

Von Michael Limburg Dipl. Ing.  vom 18.7.2012 um 13:22 Uhr

An: Dagmar Dehmer Blindkopie: Michael Limburg Dipl. Ing.

Ihr Artikel im Gegenwind: Kommentare; bei Bei EIKE nachlesen

Liebe Frau Dehmer,

da ich nicht weiß ob Sie die Kommentare zu Ihrem Artikel "im Gegenwind" verfolgen, hier mein Kommentar auf Ihre Anmerkungen zu EIKE und unserer "Satisfaktionsfähigkeit".

Liebe Frau Dehmer,

wie multiverus schon richtig bemerkte leugnet niemand bei EIKE den Klimawandel. Sie haben leider immer noch nicht verstanden, das Klima & Wandel zwei Seiten derselben Münze sind. Das gibt es solange die Welt eine Atmosphäre hat. Allerdings sollte man schon differenzieren ob wenige zehntel Grad Änderung schon Klimawandel bedeuten.

Doch darum geht es nicht. Es geht einzig um die Behauptung, das das anthropogene CO2 wäre für den geringen Temperaturanstieg der letzten 50 Jahre verantwortlich und würde bei weiterem Anstieg für eine Klimakatastrophe sorgen. Dafür fehlt bis heute jeder Beweis. Noch ärger: das CO2 steigt mit 2 ppm/Jahr und die globale Mitteltemperatur (was immer das sein soll) stagniert, bzw. fällt seit knapp 15 Jahren. Obwohl die Beziehung doch ganz linear sein sollte, mehr CO2 mehr Temperatur, so hat es Schellenhuber vor einiger Zeit laut und öffentlich verkündet. Auch gibt es weder mehr Tornados (http://wattsupwiththat.com/2012/07/16/tornado-season-statistics-update-remarkably-quiet/) noch Dürren, noch Hitzewellen noch Überschwemmungen als früher. 

Das alles lässt sich leicht recherchieren. Sie tun es aber nicht. Ein Kollege von Ihnen sagte einmal treffend: Ein Journalist, der nicht recherchiert ist ein Propagandist. Recht hat er. Leider weigern Sie sich – wie man aus Ihrer Bemerkung entnehmen muss- zu recherchieren, deswegen merken Sie auch nicht, wie sehr Sie daneben liegen. Marie v. Ebner Eschenbach sagte dazu treffend: Wer nichts weiß, muss alles glauben. Auch das trifft leider auf Sie zu. Dabei wäre es so einfach das zu ändern. Leider bin ich ziemlich sicher, dass Sie so weiter machen werden. Sei es drum. Trotzdem muss es mal gesagt werden. 

mfG

Michael Limburg EIKE

Eine Antwort darauf konnte ich in meinem Archiv nicht finden. Vermutlich gibt es keine. Eins zeigen die Mails m.M.n. ganz klar, wer ideologisch so verbohrt ist wie Frau Dehmer ist für die Realität immun. Die Engländer haben dafür ein passendes Sprichwort: Dont´t bother me with facts, my opinon stands!

Ob der Tagesspiegel weiß welche Propagandistin bei ihm schreibt.? Vermutlich ja!




Fritz Vahrenholt: Eingeständnis von Fehlern in der Energiepolitik hätte unabsehbare Folgen für das derzeitige politische Establishment

Deutschlands Energiepolitik benötigt eine Korrektur

Mit seinem derzeitigen Dekarbonisierungs-Plan zielt Berlin darauf ab, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamtenergieabgabe in Deutschland bis 2050 auf 80 Prozent zu erhöhen. Kein anderes Land der Welt fährt einen solch radikalen Kurs, der mit Sicherheit dazu führen wird, dass die Strompreise explodieren und auf ein bisher noch nie gesehenes Niveau ansteigen.

[…]

Die Akteure in der Solar-, Wind- und Biogasbranche sind zu den Nutznießern der Freigiebigkeit der Regierung geworden, und zwar in Form von zweistelligen Renditen auf ihre Investitionen aufgrund der staatlich garantierten Festpreise für die Energie, die sie erzeugen werden – und das mehr als 20 Jahre lang. Diese Erträge werden von den Stromverbrauchern finanziert, auch den Unterprivilegierten, die sich diese Kosten nicht leisten können.

[…]

Wenn ein Hochgeschwindigkeitszug einen Bahnhof verlässt, wenn ein Stahlwerk befeuert wird oder die Lichter in einem Stadion angehen, wird durch den Frequenzabfall im Stromnetz automatisch ein Kraftwerks-Generator aktiviert. Solar und Windkraft können solche sekundären Reserven nicht zuverlässig liefern. Es hat nichts mit ihrer Liebe zur Kohle zu tun, dass die Deutsche Energieagentur und die vier Netzbetreiber die Kohlekraftwerke in Betrieb lassen. Sie wissen, dass ohne diese Einrichtungen das Stromnetz zusammenbrechen könnte. Die technische Realität ist so, dass ein Minimum von 20 Prozent der Stromnachfrage durch herkömmliche Dampfturbinen-Generatoren erzeugt werden muss, um das System sicher zu halten.

Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung anerkennt, dass es keinen Sinn macht, noch mehr Windkraftanlagen, etwa in die Ostseeregion zwischen Rostock und Stralsund, hinzuzufügen. Während der dort häufigen Perioden mit hohem Windaufkommen füllt sich das örtliche Netz schnell mit Strom und für jede Windturbine, die an das System angeschlossen wird, müsste eine andere heruntergefahren werden – während man ihre Betreiber selbstverständlich weiterbezahlt.

[…]

Die politischen Entscheidungsträger versuchen, den aktuellen Kurs in die wirtschaftliche Katastrophe fortzusetzen. Die Angst vor einer CO2-induzierten Klimakatastrophe ist spürbar. Politisch würde eine ernsthafte Abkehr von der Energiewende als undenkbar angesehen werden: Das liefe auf das Eingeständnis eines strategischen Fehlers hinaus, mit unabsehbaren Folgen für das derzeitige politische Establishment.

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Übernommen von Die Kalte Sonne hier

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, geb. 1949, ist Professor im Fachbereich Chemie an der Universität Hamburg. 1984 wurde er Staatsrat der Hamburger Umweltbehörde, von 1991 bis 1997 war er Umweltsenator von Hamburg, danach Vorstand der Deutschen Shell AG, verantwortlich u.a. für Erneuerbare Energien und Chemie; 2001 bis 2007 Vorstandsvorsitzender des Windkraftanlagenherstellers REpower Systems. Von 2008 bis 2012 war er Geschäftsführer der RWE Innogy, der für Erneuerbare Energien zuständige RWE Tochtergesellschaft. Seit 2012 ist er Alleinvorstand der Deutschen Wildtierstiftung. Vahrenholt war Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung unter Kanzler Schröder und Kanzlerin Merkel und ist Mitglied des Senats der Fraunhofer- Gesellschaft und Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften Acatech in Berlin. 1978 erschien sein Bestseller Seveso ist überall, 1983 die Lage der Nation.




Radio Eriwan: Ist die Versorgung mit EEG-Strom möglich? Im Prinzip ja, sofern sie auf den Strom verzichten

Selbst-organisationsfähige Smart Grids

Eine technische Zeitschrift berichtete Anfang des Jahres 2015, wie man intelligenten Netzen die Intelligenz beibringt: Man macht sie lernfähig. Einer bisher beim EEG nicht in Erscheinung getretenen Abteilung für Dynamik und Selbstorganisation der Max Plank Gesellschaft ist dieser innovative Durchbruch gelungen.

smarterworld.de 02.02.2015: Smart Grids: Selbstorganisierte intelligente Netze

Bislang glaubte man, dass zum Erhalt der Stromversorgungssicherheit in der Energiewende Versorger Energie-Verbräuche und Angebote zentral erheben und abgleichen müssten. Forscher der Max-Planck-Gesellschaft halten mit Smart Metern ausgestattete Smart Grids dagegen prinzipiell für selbstorganisationsfähig .

Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation können Smart-Meter mit angeschlossenen, steuerbaren Verbrauchern das Stromangebot sowie die Nachfrage durch Industrie und private Haushalte in einem selbstorganisierten Prozess bis zu einem gewissen Grad aufeinander abstimmen. Die Forscher berücksichtigten dabei auch, ob Strom in Speichern wie etwa in Batterien zur Verfügung steht oder ob es darin freie Speicherkapazitäten gibt.

Durch Smart Meter, die es Versorgern erlauben, Stromproduktion und Lasten zentral abzugleichen, könnten Smart Grids aber in einem gewissen Rahmen »selbstorganisierend« werden. Forscher des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation zeigten, dass Smart Meter die Stromnachfrage dezentral und selbstorganisiert mit dem Stromangebot abstimmen können.

Man kann jede Banalität durch umständliche Beschreibung und Verweis auf Studien „in den Himmel heben“ und Laien wie auch Redakteure beeindrucken. Im Kern handelt es sich schlussendlich aber um ein ganz einfaches, technisches Rezept:

Man erweitere jedes Smart Grid (elektronischer Zähler) um ein Schütz zum Zu- und Abschalten von Verbrauchern und ergänze die Software um die einfachste Regelungsfunktion eines P-Reglers und einen 50 Hz-Zähler. Damit lässt sich dann die folgende Funktion ausführen:
Weicht die Netzfrequenz zu weit ab (Kennzeichen für Netz-Überlast, bzw. zu wenig Energie im Netz), schaltet das Smart Grid die Verbraucher rigoros vom Netz, kommt die Frequenz wieder in den zulässigen Bereich zurück (Kennzeichen, es ist wieder genügend Strom verfügbar), schalte es die Verbraucher wieder zu. Bei dieser primitiven Art der „Regelung“ ist natürlich keine Kommunikation erforderlich, womit Hacker keine Chance mehr haben. Anm.: Diese Idee hat der Autor auch schon aufgegriffen: [3] Kann man bald per App Deutschland „den Saft“ abdrehen

Wenn diese einfache Technik nicht ein Skeptiker, sondern ein EEG-überzeugter Redakteur (anhand der Pressemitteilung) beschreibt, liest es sich positiver, da die vielen Vorteile präzise hervor gehoben werden:

[1] Durch Smart Meter, die es Versorgern erlauben, Stromproduktion und Lasten zentral abzugleichen, könnten Smart Grids aber in einem gewissen Rahmen »selbstorganisierend« werden. Forscher des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation zeigten, dass Smart Meter die Stromnachfrage dezentral und selbstorganisiert mit dem Stromangebot abstimmen können. Eine zentrale Stelle, die zum Abgleich von Stromverbrauch und Angebot bislang für nötig gehalten wird, würde damit bis zu einem gewissen Grad überflüssig. Zudem glaubt Physiker Benjamin Schäfer vom Max-Planck-Institut (MPI) für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen, dass zentral organisierte Datensammlungen und darauf basierende Entscheidungen in Smart Grids gefährlich sind: »Eine solche zentrale Steuerung ist ein potenzielles Angriffsziel für Hacker«, so Schäfer.

Zusammen mit der Firma Easy Smart Grid aus Karlsruhe haben die Forscher des MPI untersucht, ob eine zentrale Smart Grid Struktur, in der wichtige Entscheidungen hierarchisch Top-down getroffen werden, überhaupt notwendig ist. Easy Smart Grid entwickelt Systeme für Netzwerktopologien, in denen die Erzeugung weitgehend dezentral in kleineren Einheiten stattfindet und Strom den Weg – Bottom-up – von der Verteilnetzebene in die Mittelspannung findet, statt – Top-down – von »oben« (dem Kraftwerk) nach »unten« in die Verteilnetze.

Es braucht etwas Zeit, bis die Kerninformation – dass nur Ab- und Zugeschaltet wird und das Verbraucher auch stören könnte – erwähnt wird:

[1] Voraussetzung für das Funktionieren eines selbstorganisierten Smart Grids ist allerdings, dass immer genügend Smart Meter mit angeschlossenen, steuerbaren elektrischen Verbrauchern existieren, die aktiviert oder abgeschaltet werden können. Zu der Bereitschaft der Nutzer, ein Abschalten ihrer Verbraucher an nebeligen, windstillen Wintertagen zu machen, trifft das MPI keine Aussagen.

Alleine an der Sprache erkennt jeder Laie, wie meilenweit ein moderner EEG-P-Regler, von den banalen bisherigen Ausführungen innovativ entfernt sein muss.

Und selbst verständlich lässt sich diese Innovation noch optimieren, wenn weiter geforscht werden darf:

[1] Lohnend für die weitere Forschung wäre: Das »Selbstorganisationspotential« eines Smart Grids in verschiedenen Szenarien mit nachvollziehbaren Variablen zu quantifizieren.

Der Autor fasst das Ergebnis dieser bahn-brechenden Lösung zusammen:

Modernste Forschung fand heraus: Das EEG-Netz kann ganz einfach ausgeführt werden, wenn festgelegt wird:
Strom gibt es nur, wenn welcher da ist.
Da Bürger dies (noch) nicht akzeptieren und die Information des Bürgers über das Verhalten bei Netz-Abschaltung und –Wiederkehr zu umständlich ist sowie das komplett-Abschalten zu sehr an Energie-Armut in Dritte-Welt-Ländern erinnert wird empfohlen, die dem Bürger fehlende Anpassung in Smart Grids zu verlagern. Mit entsprechender Unterstützung durch die Medien sowie auferlegter Kosten für die Nachrüstung mit Smart-Grid und von Lastabwurf-Schaltungen im Haus wird sich der Bürger dann überzeugen lassen, dass zeitweise und unplanbar fehlender Strom dank (banaler) Lastabwurftechnik eine innovative Eigenschaft moderner EEG-Netze einer modernen Welt geworden ist.

Im Kern liefert diese Studie allerdings eine geradezu geniale Lösung der EEG-Problematik:
Akzeptiere, dass das EEG ungeeignet ist. Versuche nicht, es zu verbessern, sondern automatisiere das Unvermeidbare: das Abschalten der Energie für den Bürger.

Damit hat sie große Chance, verwendet zu werden.

Quellen

[1]
smarterworld.de 02.02.2015: Smart Grids: Im Prinzip möglich: Selbstorganisierte intelligente Netze
http://www.smarterworld.de/smart-energy/smart-grid/artikel/116603/1/

[2]
Max Plank Gesellschaft 27. Januar 2015:  Smart-Grid – einfach selbstorganisiert

[3]
EIKE 31.08.2016: Kann man bald per App Deutschland „den Saft“ abdrehen

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/kann-man-bald-per-app-deutschland-den-saft-abdrehen/




„Klimaforschung“ – eine Spielvariante der Zukunftsforschung – Was ist „Zukunftsforschung“, was kann sie leisten?

„Klimaforschung“ – eine Spielvariante der Zukunftsforschung

Was ist „Zukunftsforschung“, was kann sie leisten?

Schon zu Anfang stellte der Mensch fest, dass er in die Rhythmen der Natur eingebunden ist, sich ihnen anpassen muss! Die Stern- und Kalenderforschung standen am Anfang aller Forschung wie deren Zusammenhang mit dem jährlichen Wetterablauf und dessen Einfluss auf das Pflanzenwachstum. Die „Bauernregeln“ bis hin zum „Hundertjährigen Kalender“ seien ein Hinweis.

Wenngleich seit jeher „das Morgen“ den Menschen ob seiner Neugier interessierte, so waren seine Möglichkeiten, in die Zukunft zu schauen, eher begrenzt und beschränkten sich auf Horoskope und Wahrsagerei. Die „Zukunftsforschung“ ist neuesten Datums, konnte sich aber nicht etablieren, weil der „Zufall“ nicht berechenbar ist. Wikipedia definiert sie als die „systematische und kritische wissenschaftliche Untersuchung von Fragen möglicher zukünftiger Entwicklungen“, beschränkt auf den „technischen, wirtschaftlichen wie sozialen Bereich“. Der natürliche Bereich ist ausgeschlossen und dazu gehört zweifelsohne das Wetter. Es ist ein „Sorgenkind“, weil es sich jedweder exakten räumlichen wie zeitlichen Vorhersage entzieht und daher zu den „chaotischen Naturvorgängen“ zählt.

Die „Zukunftsforschung“ entstand im Jahr 1943 in den USA. Ihr Begründer war Ossip K. Flechtheim (1909-1998), der an Horkheimers Institut für Sozialforschung der Columbia University in New York arbeitete. Er konstruierte die „Futurologie“ als „Synthese aus Ideologie und Utopie“ und machte klar, dass kein Anspruch auf „Wissenschaftlichkeit“ erhoben wird. Dieses ehrliche Bekenntnis wurde jedoch bald Opfer politischer Hybris, die seit je „Allmachtsansprüche“ hegt und pflegt. Zum Hauptzweck wurde die Erarbeitung gesellschaftlicher wie politisch-spekulativer Trends und Zielprojektionen, um über beliebig konstruierte „Zukunftsentwürfe“ soziale Ängste wie Stimmungen erzeugen und manipulativ politisch instrumentalisieren zu können. Die Politik fand nur zu leicht willfährige Helfer in den Wissenschaften.

Von der Zukunftsforschung illegal in die „Klimaforschung“

Mit der „Futurologie“ befassten sich in Deutschland vornehmlich zwei Physiker. Wilhelm Fucks (1902-1990) beschäftigte sich unter anderem mit der zukünftigen Entwicklung der globalen Machtverhältnisse und schrieb 1965 sein berühmtes Buch „Formeln zur Macht“. Er leitete das „Institut für mathematisch-empirische Sozialforschung“ in Aachen. Karl Steinbuch (1917-2005) gilt als „Haupttheoretiker der informierten bzw. falsch programmierten Gesellschaft“. Seine Bücher waren 1966 „Die informierte Gesellschaft“, 1968 „Falsch programmiert“, 1973 „Kurskorrektur“. Von Steinbuch stammt der Satz: „Das menschliche Gehirn ist nicht geschaffen, rationale Prozesse zu veranstalten, sondern das Überleben des Organismus zu bewirken.“ Und was ist leichter, als eine heile Welt im „Klimagleichgewicht“ zu versprechen?

Die Beschäftigung mit der Zukunft erfordert eine strenge Unterscheidung zwischen tatsächlichem Wissen und Glaube, Abschätzung und Vermutung, Extrapolation und Spekulation. Schon Platon und Kant bemühten sich diesbezüglich um Differenzierung. Von Platon stammen das Liniengleichnis, das Sonnengleichnis und das Höhlengleichnis. Die Höhle versinnbildlicht die Welt. Sir Francis Bacon (1561-1626) verglich klug die Schattenbilder mit menschlichen Vorurteilen, mit irrigen Vorstellungen. Jeder Mensch habe seine eigene Höhle, die das Licht der Natur bricht und verdirbt. Das erinnert schon an die heutige „Neuropsychoanalyse“, die das „narrative Selbst“ erforscht und der Frage nachgeht, wie unbewusste neuropsychische Prozesse unser Denken, Fühlen und Handeln steuern. Man sucht nach „verborgenen Determinanten“, nach den unbewussten Prozessen, die außerhalb der willentlichen Kontrolle der Betroffenen ablaufen und unser Verhalten lenken. Wenn wir aufgrund der Hirnstruktur auch nicht selbst die unbewussten Vorgänge in uns kontrollieren können, so könnten wir mutig unseren Handlungsspielraum erweitern, indem wir uns von selbst auferlegten Denkverboten befreien. Und davon gibt es in der modernen Medienlandschaft eine Unmenge.

Jedes Verstehen setzt eine Konstruktion unseres Geistes dar und führt uns an unsere kognitive Leistungsfähigkeit bei dem Bemühen, Bedeutung und Sinn bei den ständigen Veränderungen durch äußere Einflüsse zu erfassen. Leichtfertig überlassen wir der Politik die „Konstruktion“ der Welt. Irgendwo ist jeder in Strukturen eingebunden nach dem Motto „Ich bin vernetzt, darum bin ich!“ So ein „Netz“ ist wie ein Spinnengewebe, dem nur mit ganz gewaltigen Anstrengungen zu entrinnen ist. Gelingt der Befreiungsakt, ist man sofort der Kälte sozialer Einsamkeit ausgesetzt als Strafe für nicht konformes Verhalten. „Querdenker“ droht der mediale Pranger. Der uns ständig beobachtende, uns verfolgende und über uns thronende „Zeitgeist“ ist sehr wachsam und unerbittlich. Er signalisiert uns, wenn wir im „Abseits“ stehen und pfeift uns öffentlich zurück.

Wie man eine Zukunft konstruiert und diese aus einer fiktiven Vorstellung in die reale Welt projiziert, erleben wir auf internationaler Ebene in der „Klimaforschung“, in der „Klimapolitik“ mit dem aussichtslosen Bemühen, das Klima zu schützen und damit den Klimawandel zu stoppen. Klimaexperten haben ein „mathematisches Objekt“ geschaffen, dessen Existenz erst durch seine Konstruktion begründet wird.  Die „Globaltemperatur“ ist solch ein „Objekt“. Sie ist eine abgeleitete abstrakte Größe, ein Konstrukt ohne Existenz. Das Wetter ist ein realer Naturvorgang. Dagegen ist „Klima“ nicht existent und wird nur durch seine Konstruktion begründet. „Klima“ wurde vom Menschen definiert und diese Definition kann jederzeit mehrheitlich verändert werden. „Klima“ ist Menschenwerk, so gesehen „menschengemacht“. Dies lernte man in der Schule im Fach Geographie bei der Besprechung der „Klimakarten“ in den Schulatlanten. Das „Azorenhoch“ im Juli wie das „Islandtief“ sind menschengemachte statistische Scheingebilde, die keinerlei Bewegung zeigen. Sie sind ortsfest im Gegensatz zu den ständig ziehenden und vergänglichen Hoch- und Tiefdruckgebieten. Die Klimakarten sind „Dauerkarten“ im Vergleich zu den sich täglich verändernden Wetterkarten.

Neben der realen Wetterwelt mit ihren Überraschungen und Fehlprognosen ist eine „Klimawelt“ konstruiert werden, deren Existenz mit Hilfe von Computermodellen und Simulationen nur vorgetäuscht wird, die aber dennoch auf der politisch-sozialen Ebene eine starke „Wirkmacht“ auf uns ausübt, so dass viele Menschen fest daran glauben, den „Klimawandel“ spüren, sogar sehen können und sich ängstigen. Ich gehöre nicht zu den begnadeten Wesen, die den Unterschied zwischen den „Globaltemperaturen“ von 14,85°C im Jahr 2015 und der von 14,84°C im Jahr 2014 am eigenen Leib spüren.

Das „Globalklima“ ist ein abstraktes Konstrukt aus Sonnen- und Höhlengleichnis

Mit seinem „Liniengleichnis“ zeigte Platon auf, wie wir über „Abbilder“, die sinnlich wahrnehmbaren Dinge und „mathematische Konstrukte“ zu unseren Ideen gelangen. Mit dem „Sonnengleichnis“ versuchte Platon, das Gute gleichnishaft zu veranschaulichen. So wie die Sonne im Bereich des Sichtbaren als Quelle allen Lebens die alles beherrschende Macht ist, so herrscht in der geistigen Welt das „Gute“ als Quelle von Wahrheit und Wissen. Im „Höhlengleichnis“ versinnbildlicht Platon die Welt als Höhle. Schattenbilder beherrschen unsere Vorstellungen, obgleich wir längst im Weltall Raumstationen und Satelliten positioniert haben, von denen wir die Erdkugel von außerhalb der „Höhle“ direkt im Lichtkegel der Sonne sehen können.

Exemplarisch für die blinde Rückständigkeit der weltbesten Klimaexperten, die in den als Schiedsgericht fungierenden Weltklimarat IPCC der UNO entsendet wurden, sei gezeigt, wie diese die Erde sehen. Wie von Platon beschrieben, sehen sie in der finsteren Höhle die Erde auf der Projektionsfläche als dunklen kreisrunden Schatten als Scheibe mit der Fläche πr2. Sie fehlinterpretieren diese Beobachtung und sagen, dass die Erde als „Querschnittsfläche“ von der Sonne beschienen werde. Niemand erhebt Widerspruch. Dann fällt den Experten ein, dass die Erde eine Kugel ist, deren Oberfläche der 4-fachen der Kreisfläche entspricht. Nun machen sie folgende simple mathematische Berechnung. Sie nehmen die „Solarkonstante“ von S = 1368 Watt/m2 und teilen diese durch 4. Damit verteilen die Experten die auf die Erdscheibe eingestrahlte Sonnenenergie rechnerisch gleichmäßig über die Erde und erhalten eine Bestrahlung der Erdkugel von S = 342 Watt/m2. So verschwindet die frei im Weltall ihre Bahnen ziehende Erde in der kalt gerechneten „hohlen“ Sonne, die wie eine Hülle um die Erde gewickelt ist. Wer hier nicht massiv Widerspruch erhebt und den Experten glaubt, ist ihnen ausgeliefert!

Die Erde ist ein Himmelskörper, der täglich um seine eigene Achse rotiert und sich jährlich um die Sonne dreht. Im Wechsel der Tageszeiten wie der Jahreszeiten wird die Erdoberfläche unterschiedlich bestrahlt und erwärmt. Alles Leben auf der Erde richtet sich danach. Wer die Erde in eine Hohlraumsonne steckt, nimmt die Wirklichkeit nicht wahr, lebt in einer irrealen „Umwelt“. Dem Zwang ihrer Logik folgend nehmen die Klimaexperten die Stefan-Boltzmann-Gleichung S = σ T4, um die Temperatur der Erde in Kelvin (°Celsius + 273) zu berechnen. T bestimmt S und umgekehrt. Diese Gleichung wurde für einen „idealen schwarzen Körper“ entwickelt. Der „schwarze Körper“, der zugleich optimaler Empfänger wie Sender von elektromagnetischer Strahlung ist, wurde 1860 von Gustav Kirchhoff (1824-1887) als „idealisierte thermische Strahlungsquelle“ definiert. Die Idealisierung besteht darin, dass solch ein „Körper“ alle auf ihn treffenden elektromagnetischen Strahlen aller Wellenlängen vollständig absorbiert, sich optimal erwärmt. Seine eigene Wärmestrahlung emittiert er auch vollständig, wobei sie nach Intensität und spektraler Verteilung nur von seiner absoluten Temperatur abhängt. Solch ein Körper erwärmt sich schneller als alle anderen Körper, kühlt sich aber auch schneller als die anderen ab.

Da es solch einen „idealen schwarzen Körper“ in der Natur nicht gibt, ebenso wie sein Gegenteil, einen „idealen weißen Körper“, konstruierte Josef Stefan (1835-1893) eine „Kiste“, die dem Konzept des „Schwarzkörperstrahlers“ am nächsten kommt. Er baute einen geschlossenen „Hohlraum“, dessen Wände beheizt und mit Reglern auf konstante Temperaturen eingestellt werden konnten. Sodann bohrte er ein kleines Loch in eine Wand des Hohlraums und maß die austretende Strahlung. Es zeigte sich, dass die Wellenlänge der Strahlung mit der Beheizung oder Abkühlung der Wände kürzer oder länger war. Stefan entwickelte daraus eine einfache „Gesetzmäßigkeit“, die von Ludwig Boltzmann (1844-1906) theoretisch bestätigt wurde. So erhielt die Gleichung zwei „Väter“, die Stefan-Boltzmann-Gleichung. Diese Gleichung beschreibt nur den Einfluss der Strahlung auf die Temperatur eines Körpers, sonst nichts! Sie besagt, dass mit Variation der Strahlung die absolute Temperatur des Körpers mit der 4. Potenz steigt oder fällt. Das erklärt, warum die rot glühende Herdplatte bei Abschalten des Stromes so schnell schwarz wird. Ebenso schnell, wegen die Temperatur mit der 4. Potenz in die Gleichung eingeht, kühlt die rot glühende Lava eines Vulkans ab, verfestigt sich und wird schwarz. Daher sinkt zum Abend die Temperatur erst rasch und mit der Abkühlung in der Nacht immer langsamer.

Indem die Klimaexperten die Stefan-Boltzmann-Gleichung S = σ T4 zur Berechnung einer theoretischen „Strahlungsgleichgewichtstemperatur“ zwischen Sonne und Erde nehmen, zeigen sie, dass sie nicht nur selbst in der „Höhle“ Platons stecken, sondern auch die Erde in einen „Hohlraum“ einsperren, deren Temperatur man einfach regeln kann. Doch dazu bedarf es keinerlei „Treibhausgase“, keines „Treibhauseffektes“. Der Mensch wird zum „Regler“ der Natur, denn die Temperatur reagiert auf die Strahlung und bestimmt die Strahlung. Bei der Berechnung der Körpertemperatur kommt keine Atmosphäre vor. Die Berechnung gilt nur für den Fall, dass alle Strahlung auch absorbiert wird. Das geht nur im „Hohlraum“! Trotzdem bauen die Experten in die Gleichung eine „Albedo“ von 0,3 ein und reduzieren die „Solarkonstante“ um 30 Prozent.. Sie ziehen also von den 342 Watt/m2 30 Prozent ab und erhalten einen Wert S = 240 Watt/m2. Diesen Wert geben sie in die Stefan-Boltzmann-Gleichung ein und erhalten für T einen Wert von 255 Kelvin oder -18° Celsius. Wer sich auf dieses Rechenspielchen einlässt, ist dem Zwang der „Logik“ der Klimaexperten verfallen.

Diesen Wert von -18° Celsius deklarieren die Klimaexperten zu der „Normaltemperatur“ der Erde. Diese Temperatur sei die „Strahlungsgleichgewichtstemperatur“ einer Erde ohne „Treibhausgase“. Bei optimaler Einstrahlung der Sonne hätte die Erde nur eine Temperatur von -18°C, sie wäre eine „Eiskugel“, auf der ein Leben nicht möglich wäre. Nun wird der „natürliche Treibhauseffekt“, den es in der Natur nicht gibt und nicht geben kann, erfunden. Der theoretischen Phantasietemperatur von -18°C stellen sie eine nicht minder theoretische „Globaltemperatur“ von +15°C entgegen und erklären die Differenz von 33°C zum „natürlichen Treibhauseffekt“. Er ist der Hauptfeiler der „Klimapolitik“ und mit ihm steht und fällt das ganze Kunstgebilde. Aber die „Lüge“ wird gut kaschiert mit der Behauptung, dass es „ihm“ zu verdanken sei, dass die Erde ein „grüner Planet“ ist und eine lebenstaugliche Temperatur von +15°C hat. Dies sei dem Kohlenstoffdioxid CO2 zu verdanken. Nein! Das CO2 hat nichts mit den variierenden Lufttemperaturen zu tun. Seine lebenswichtige Bedeutung steckt in der Fotosynthesegleichung. Ohne CO2 und auch ohne H2O und ohne Sonnenstrahlung (hv) gäbe es keine grünen Pflanzen, gäbe es keine Nahrung und keinen Sauerstoff für die Tiere wie uns Menschen. 

Bei einer gleichmäßigen Oberflächentemperatur von -18°C strahlt die Erde gemäß der Stefan-Boltzmann-Gleichung 240 W/m2 ab, bei +15°C sind es 390 W/m2. Wo kommen diese 150 W/m2 her? Die Erde muss nämlich mit 390 W/m2 bestrahlt werden, um eine Temperatur von 15°C zu haben. Da eine Selbsterwärmung eines Körpers nicht erklärt werden kann, erfinden die Experten eine „Gegenstrahlung“. Wer diese jedoch nachts bei klarem Himmel messen will, hat Pech. Ausgerechnet bei klarem Himmel, wenn die „Treibhausgase“ ungehindert die Erde erwärmen könnten, wird es kalt und kälter, bis am Morgen wieder die Sonne aufgeht und den Erdboden erwärmt. Auch hier wird die Natur auf den Kopf gestellt. Jeder Körper, ob warm oder kalt, strahlt ab einer Temperatur größer O Kelvin oder -273°C  Wärme ab, immer. Die Intensität steigt mit der 4. Potenz der absoluten Temperatur. Kein Körper kann sich mit der ihm eigenen inneren Energie erwärmen, selbst dann nicht, wenn die von ihm abgestrahlte Energie von den „Treibhausgasen“ zu 100 Prozent an ihn zurückgestrahlt würde. Für die Erde bedeutet dies: Sie muss von außen erwärmt werden, von der Sonne. Alles Leben beginnt mit dem „Es werde Licht!“ Das Leben auf der Erde verdankt seine Existenz der Strahlkraft der Sonne, keineswegs den „Treibhausgasen“. Sie bestimmt die Temperaturen und deswegen folgen auch die Zugvögel, die Schwalben und Störche, der Sonne. Während jetzt das „Leben“ auf der Nordhemisphäre zum Winter hin langsam „erstarrt“, blüht es zum Sommer auf der Südhemisphäre auf. Woher wissen die Störche, wann es bei uns Frühling wird und sie wieder zurückkommen können?

Die Behauptung der Existenz eines „natürlichen Treibhauseffektes“ von 33°C ist eine Schutzbehauptung. Schlimmer, sie ist ein Phantasieprodukt, der größte physikalische Schwindel der Neuzeit. Der „Treibhauseffekt“ ist ein Schwindel, der aus einer intellektuellen Notlage geboren wurde, in die man sich selbst als „Höhlenbewohner“ hinein manövriert hatte und aus dem Schattenwurf der Erde irrigerweise schloss, diese sei eine „Scheibe“. Wie eine Kugel bestrahlt wird, das kann jeder an einem Fußball mit Hilfe einer Taschenlampe  überprüfen oder anhand eines Satellitenfotos von der Erde aus dem Weltraum. Alle Satellitenfotos zeigen zwar auf eine Fläche projiziert einen Kreis, aber dieser überdeckt flächenmäßig 180 Grad des Erdumfangs ab, also die doppelte Kreisfläche, die Halbkugel 2πr2. Bei der 24-stündigen Rotation der Erde um sich selbst wird immer eine Erdhälfte von der Sonne beschienen. Am Äquator sind das 12 Stunden Tag und 12 Stunden Nacht. Die Erde ist nicht wie eine Tomate oder ein Apfel in der Mitte aufgeschnitten und hält ihre Querschnittsfläche der Sonne entgegen. Auf dieser primitiven Annahme beruht das ganze Konstrukt der Erde als „Treibhaus“.

Wenn man auf diesem Expertenniveau verharrt und nur mal die Korrektur macht, dass die Erde nicht als „Querschnittsfläche“ sondern als „Halbkugel“ bestrahlt wird, man also die „Solarkonstante“ durch 2 und nicht durch 4 teilt, dann erhält man 684 Watt/m2 und nach Abzug der Albedo von 0,3 einen Wert von 480 Watt/m2 statt 240 W/m2. Der Treibhauseffekt kehrt sich in einen Kühleffekt um und damit nähern wir uns dem, was Isaac Newton (1643-1727) bereits um 1666 experimentell gefunden hatte. Alle Körper kühlen sich ab. Die Geschwindigkeit hängt dabei von der Differenz zwischen der Körper- und seiner Umgebungstemperatur ab. Das „Newton’sche Abkühlungsgesetz“ wollen die Klimaexperten nicht kennen oder ignorieren es in der Hoffnung, dass es nicht auffällt. Newton formulierte sein Gesetz, lange bevor 1791 Pierre Prévost (1751-1839) zeigte, dass alle Körper Wärme ausstrahlen, egal ob warm oder kalt.

Mögen die Klimaexperten „Newton’s Abkühlungsgesetz“ unterschlagen, es leistet gute Dienste in der Gerichtsmedizin bei der Rückberechnung des Mordzeitpunktes anhand der Abkühlungsgeschwindigkeit von Leichen. Man benötigt die Umgebungstemperatur und zu zwei Zeiten die Leichentemperatur, um anhand des Abkühlungsgesetzes die Zeit zu berechnen, die vom Mord bis zur ersten Temperaturmessung verstrichen ist. Schauen Sie bei „Google“ nach unter „Alibi zur Mordzeit“!

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und die Landwirtschaft!

Durch seine Pressemitteilungen gibt das PIK regelmäßig Einblicke in sein Innenleben wie seine Gedankenwelt. Am 24. August 2016 hieß es: „Landwirtschaft im Klimawandel: Freier Handel könnte ökonomische Verluste ausgleichen“. Die PM beginnt: „Rund um den Globus stellt der Klimawandel ein Risiko für die landwirtschaftliche Produktivität dar und könnte Nahrungsmittelpreise hochtreiben“. Dies zeige eine neue Studie, die nichts anderes sagt, was die Menschheit aus Erfahrung seit Urzeiten weiß. Doch dann wird es amüsant: „Die Landwirtschaft ist sehr anfällig für Klimaveränderungen – schon ein kleiner Anstieg der globalen Mitteltemperatur kann Konsequenzen haben für regionale Ernten“. Wie ist man bloß auf diese erleuchtende Eingebung gekommen? „Die Wissenschaftler kombinierten für ihre Studie 19 verschiedene Klimaprojektionen mit Simulationen zu landwirtschaftlichen Erträgen“.

Das hört sich äußerst beeindruckend an und strapaziert die kognitive Leistungsfähigkeit der meisten Menschen. Sie reagieren wie Tiere im Scheinwerferlicht und lassen sich durch eine vermutete Intelligenz blenden. Dabei ist es nichts als numerische Routine, das Spielen und Variieren von Computermodellen, die alles simulieren, nur nicht die Realität und das zukünftige Klima. Laut der von der Weltorganisation für Meteorologie international festgelegten Definition von Klima lassen sich Klimawerte nur lokal berechnen. Zugrunde gelegt werden die Wetterdaten von 30 Jahren. 30 Jahre muss man das Wetter ertragen, bevor man die Wettervergangenheit zu „Klima“ verarbeitet. Überall auf der Welt gibt es Wetter, extrem unterschiedliches Wetter, aber weder ein einheitliches „Globalwetter“ noch ein „Gobalklima“, von dem man ohnehin nur die „Globaltemperatur“ kennt.

Wie kommt das PIK zur Annahme, ein „kleiner Anstieg der globalen Mitteltemperatur“ hätte gravierende Konsequenzen „für regionale Ernten“. Lebt man dort nur noch in Modellwelten und sieht die Wirklichkeit nicht mehr? Jeder Gemüsebauer oder Landwirt könnte den PIK-Experten erklären, dass der Ertrag und die Qualität einer Ernte vom Wetter abhängen, wobei die Pflanzen die unterschiedlichsten Ansprüche an das ihnen optimale Wetter stellen. Etliche Faktoren wirken auf die Kulturpflanzen, nicht nur die Temperatur. Was nützen die angenehmsten Temperaturen, wenn es an Regen mangelt, es zu viel Regen gibt oder Hagel einen Weinberg entlaubt?

Den saisonalen landwirtschaftlichen Nutzpflanzen ist die globale Mitteltemperatur wie das „Globalklima“ völlig wurscht. Haben die PIK-Klimaexperten noch nie in einen Klimaatlas geschaut und festgestellt, dass es auf der Erde eine große Vielfalt sehr unterschiedlicher Klimata gibt. Selbst in einer Weinbauregion wie Rheinhessen ist nicht überall der Anbau von Wein klug und ratsam. Da empfiehlt sich ein genaues Studium der Topographie, der Inklination und Exposition einer Lage. Eine optimale Bestrahlung ist wichtig für hohe Oechsle-Grade. Das Wachstum von Pflanzen wird vom Wetter in der Zeit zwischen Saat und Ernte, der Vegetationsperiode, bestimmt. Diese beginnt für die Pflanzen der mittleren Breiten etwa März/April und endet etwa September/Oktober. Was interessieren die Rüben die Temperaturen im Winter? Wer die Wachstumsperiode verlängern und die Pflanzen vor Spätfrösten schützen will, betreibt Unterglasgartenbau, nutzt Gewächshäuser oder breitet im Frühjahr Folien über die Gemüsefelder aus. Salat, Kohl, Spargel, Sommergerste, Winterweizen, Kartoffeln, Zuckerrüben, alle Pflanzen haben spezielle Ansprüche, was den Wetterablauf während des Sommerhalbjahres betrifft. Es ist absoluter Unsinn, „klimabezogene Schäden“ durch eine Rechengröße wie die „Globaltemperatur“ herbei zu fantasieren. Nirgendwo auf dem weiten Erdenrund berechnen Pflanzen die „Globaltemperatur“, um ihr Wachstum danach auszurichten.

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und die „Biodiversität“

Am 29. August 2016 überraschte das Potsdam-Institut mit der sensationellen Meldung „Amazonaswald: Biodiversität kann Klimarisiken mindern“. Es heißt: „Wald mit einer großen Vielfalt kann besser auf Klimastress reagieren. Erstmals konnten Forscher dies jetzt für das Amazonas-Gebiet in umfassenden Computer-Simulationen, die den Artenreichtum von Bäumen dort mit einberechnen, zeigen. Biodiversität kann demnach ein wirksames Mittel sein, Klimarisiken abzumildern, und sollte nicht im Naturschutzkontext betrachtet werden.“

Ich zitiere weiter: „Die Vielfalt der Eigenschaften all der verschiedenen Pflanzen in den Wäldern des Amazonas könnte diesem helfen, sich auf ein gewisses Maß von Klimaveränderung einzustellen – manche der vorherrschenden Bäume würden absterben und andere Arten würden ihren Platz einnehmen, die mit den zukünftigen klimatischen Bedingungen besser zurecht kommen.“ Und dann die „Erkenntnis“: „Biodiversität erweist sich hier als ein Muss, nicht als hübsches Beiwerk. Sie kann funktional sein für das langfristige Überleben der großen Biomasse-Reservoirs unserer Erde, zu denen auch die Wälder der Amazonas-Region gehören.“ Seit 1992 gibt es das PIK! Jetzt nach 25 Jahren entdeckt man plötzlich die „Biodiversität“ und legt ungewollt die Lunte an das „Globalklima“. Es ist dieser Befehl „think global“, der den Blick nicht nur auf die Wettervielfalt sondern auch auf die Schönheit und Vielfalt der Natur versperrt.

Es heißt dann weiter: „Nie zuvor ist dieses Kräftespiel so genau und umfassend in eine biogeochemische Simulation von Vegetation und Klimawandel eingebaut worden, dies ist ein wichtiger Schritt vorwärts für die noch bessere Modellierung des Erdsystems.“ „Wir haben hieran mehrere Jahre gearbeitet. Bekannt war, dass Biodiversität bedeutsam ist für die Produktivität eines Ökosystems und für das Speichern von Biomasse. Aber bislang konnte dies im großen Maßstab nicht quantitativ gezeigt werden. Wir freuen uns, dass wir hier auf der Grundlage früherer Forschung eine Lücke schließen können.“ Zum Schluss der Satz: „Trotz der ermutigenden Ergebnisse zum funktionalen Wert der Biodiversität bleibt der Regenwald des Amazonas leider einer der Brennpunkte unseres Planeten, der nach einer raschen Verringerung des CO2-Ausstoßes verlangt.“

Exakt dies verlangt der „Regenwald“ nicht, denn er weiß, dass für ihn das CO2 zum Leben und Wachstum unverzichtbar ist. Er braucht vor allem H2O, dann CO2 und eine ganzjährige Vegetationsperiode. Mögen sich die PIK-Wissenschaftler freuen ob ihrer Simulationskünste. Was sie der Welt an „Weisheiten“ propagieren, ist für die Natur eine Selbstverständlichkeit. Die Biodiversität hat die Natur praktiziert und perfektioniert, lange bevor der neunmalkluge Mensch sich Gedanken darüber machte, wie die Natur funktioniert und sich den unterschiedlichsten Wetterbedingungen auf der Erde optimal anpasst. Im Grunde ist es eine Frechheit, was das PIK mit dieser Studie propagiert. Die Natur braucht das PIK nicht, um zu wissen, wie sie sich optimal an die variierenden erdgeschichtlichen Randbedingungen anpasst. Die Vegetation Skandinaviens während der Eem-Warmzeit vor etwa 120 000 Jahren musste der Weichsel-Eiszeit gewichen, um   nach deren Ende vor etwa 12 000 Jahren sofort wieder zurückzukehren und auf dem Wege der natürlichen Sukzession eine Artenvielfalt ohnegleichen zu schaffen. Die Natur bedarf uns Menschen nicht dazu.

Die Biodiversität mit den unterschiedlichsten Ökosystemen ist eine Leistung der Natur und hängt ab von der Strahlung, den Niederschlägen und den Temperaturen, die wesentlich das Wetter bestimmen. Wer jedoch von der „einen Welt“ mit der „einen Temperatur“ und dem „einen Globalklima“ träumt, sieht diese Vielfalt und Schönheit nicht. Doch soweit ist man im PIK nicht. Wer behauptet, dass „Biodiversität Klimarisiken mindern kann“, sieht die Wahrheit nicht. Die „Biodiversität“, die Mannigfaltigkeit von Flora und Fauna ist eine aktive Anpassungsreaktion der Natur auf die Wettervielfalt, auf die wechselnden Wetterregime. Die „Biodiversität“ mindert die Wetterrisiken nicht und damit auch nicht die „Klimarisiken“!

Wann wird die so gerühmte „Qualitätsforschung“ des Potsdam-Instituts von neutraler Stelle einer Evaluation unterzogen? Der Ruf der „Wissenschaft“ insgesamt steht auf dem Spiel. Wie will das PIK die Zukunft vorhersagen, wenn es nicht einmal die Vergangenheit in ihren Abläufen begriffen hat und halbwegs logisch erklären kann?