Nicolas Sarkozy wieder mal bei den Klima-Skeptikern

Am Mittwoch, dem 14. September, erklärte der um seine Wiederwahl ringende Ex-Präsident in einem Vortrag im unternehmernahen französischen Institut de l’Entreprise, der Mensch sei nicht alleine verantwortlich für den Klimawandel. Dass die Sahara zur Wüste geworden sei, könne schwerlich der Industrie angekreidet werden. Es sei menschliche Arroganz, zu behaupten, wir könnten das Klima ändern. Und dann kam der Satz, der rund um den Globus (außer in Deutschland!) von Print- und Online-Medien zitiert wurde: „Wir hatten eine große Klima-Konferenz. Wir diskutieren viel über Störungen des Klimas. Das ist interessant. Aber das Klima ändert sich seit viereinhalb Milliarden Jahren. Der Mensch ist nicht allein dafür verantwortlich. (…) Ich fände es besser, über ein viel wichtigeres Thema zu reden: den demografischen Schock. Frankreich sollte sich für eine internationale Konferenz über die Demografie stark machen. Noch nie hat die Erde eine demografische Explosion erlebt wie die, die auf uns zukommt: In wenigen Jahren werden wir elf Milliarden sein. Dafür sind die Menschen direkt verantwortlich. Aber niemand redet darüber.“ (zit. N. Le Figaro online vom 14. September 2016) Sarko möchte also lediglich eine Form des Malthusianismus durch eine andere ersetzen. Auf die Angst-Rhetorik möchte er keineswegs verzichten. Andernfalls liefe er Gefahr, den Machtanspruch der Nomenklatura, die er repräsentiert, in den Augen seiner potenziellen Wähler unglaubwürdig zu machen. 

Sarko sieht sich offenbar gezwungen, das Thema zu wechseln, weil er weiß, dass in Politikerkreisen kaum jemand wirklich von der Klimagefahr überzeugt ist und dass diese Gefahr inzwischen in internationalen Meinungsumfragen ganz am Ende der Sorgen-Skala von Normal-Menschen rangiert. Er hat auch den Aufstieg des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump in den Augen, der sich als Klima-Skeptiker geoutet hat und wohl gerade deshalb die Gunst vieler US-Wähler erwirkt hat. Und er möchte verhindern, dass ihm seine wichtigste Konkurrentin im Kampf um das Amt des Staatspräsidenten, Marine Le Pen vom Front National, dieses Thema wegschnappt. 

Sarko hatte sich übrigens schon einmal vor sieben Jahren als Staatspräsident mit dem Klima-Skeptizismus angefreundet. Ahnend, dass der „Klima-Gipfel“ von Kopenhagen Ende 2009 zum Fiasko werden würde, spielte er offen mit dem Gedanken, seinen farblosen Minister für Umwelt und Nachhaltigkeit, Jean-Louis Borloo, durch den weltbekannten Geologie-Professor Claude Allègre auszutauschen. (Borloo spielt übrigens eine unrühmliche Rolle in Michel Houellebecqs Zukunfts-Roman „Unterwerfung“) Allègre ist Sozialdemokrat der alten Schule (etwa wie unser Thilo Sarrazin) und als solcher ein rotes Tuch für alle Grünlinge. Der mit dem Crafoord-Preis, einem dem Nobelpreis ebenbürtigen Preis für Spitzenleistungen in den Naturwissenschaften, ausgezeichnete ehemalige Chef des Pariser Institut de la Physique du Globe, übte unter dem Trotzkisten Lionel Jospin einige Jahre lang das undankbare Amt des Ministers für Erziehung und Wissenschaft aus. In einer Reihe populärer Sachbücher tat er kund, dass er die Warnungen vor einer drohenden Klimakatastrophe für ausgemachten Schwindel hält. Er ging so weit, den ihm persönlich bekannten Ex-US-Vizepräsidenten Al Gore als Gauner zu bezeichnen. Doch nachdem erste Presseorgane bereits den bevorstehenden Amtswechsel von Borloo zu Allègre angekündigt hatten, machte Sarko im letzten Moment aus taktischen Erwägungen einen Rückzieher. 

Sarkos jüngste Wendung deutet an, dass die intelligentesten und machthungrigsten Vertreter der politischen Klasse nun ahnen, dass mit dem Schüren der Klima-Angst bald kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Das ist für uns Klima-Skeptiker sicher ein Grund zur Freude und für alle, die die Klima-Angst zu ihrem Geschäftsmodell erkoren haben, umgekehrt ein Grund zur Panik. Dem Anliegen der Freiheit ist damit aber nur vorläufig gedient. Es wird darauf ankommen, alle Formen des Malthusianismus zurückzuweisen.  




Ethik-Kommission „Windkraft-Ausstieg“

Dies geschah durchaus in Kenntnis der Gründe, wegen derer eben diese noch im 19. Jahrhundert stark verbreitete Technik nach 1880 in kürzester Zeit durch eine weitaus überlegene moderne Technik – die Dampfmaschine – buchstäblich ausgerottet wurde. Dampfmaschinen ersetzten alle Windmühlen, die in Holland der Entwässerung dienten, sie machten allen Segelschiffen den Garaus und auch die Getreidemühlen, die dieser Technik ihren Namen gegeben hatten, verloren  ihren Windantrieb.

Der Grund für diesen tiefgreifenden Umbruch war der ewig ertragene gravierende Nachteil der Windkraft: Ihre wetterabhängige Unberechenbarkeit, ihre starken Leistungsschwankungen, ihre häufigen Stillstandzeiten und damit ihre grundsätzliche Nichteignung für jede Nutzung, die Dauerleistung und Zuverlässigkeit benötigt. Nichts hat sich an diesen „inhärenten“ Nachteilen geändert; schließlich gibt es immer noch das gleiche Wetter wie 1880. Dafür sorgt die Sonne.

Durch die neuen Windrad-Konstruktionen sind sogar neue, schwerwiegende Nachteile hinzu  gekommen: Die Gesundheitsgefährdung durch Lärm, Infraschall und Körperschall (s.u.). 

In einer Mischung aus Technikromantik, Öko-Ideologie und Ignoranz aufgrund von schlechter Schulausbildung in Physik und Mathematik haben es politische Gruppierungen geschafft, die Windkraft als eine angebliche Chance für die Stromversorgung eines Industrielandes in großzügige staatliche Förderungen zu bringen.

Aber nur in der Industrienation Deutschland kam die Regierung auf die Idee, die gesamte Grundlast-Stromversorgung aufzugeben und sie durch die sog. Erneuerbaren zu ersetzen. Die kostengünstige und zuverlässige Versorgung durch Kern- und Kohlekraftwerke soll abgeschafft werden – die Kernkraft, weil sie angeblich gefährlich ist; die Kohlekraftwerke, weil sie angeblich das Klima bedrohen. Ihr Ersatz soll ausgerechnet durch die Wetter- und Tageslicht-abhängigen Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen erfolgen.

Die Physik macht Windkraft zu einer unbrauchbaren Energieerzeugung

Da auch die Windstromerzeugung den physikalischen Gesetzen unterliegt, muss man zur Kenntnis nehmen, dass die Leistung einer Windturbine von der 3. Potenz der Windgeschwindigkeit abhängig ist. Dagegen hilft keine noch so merkwürdige Konstruktion.

Diese Eigenschaft wirkt sich wie folgt aus (s. Abb.1):

♦    Wenn bei der Windstärke vmax die volle Leistung P erzielt wird,

♦    dann wird bei der halben vmax nur noch ein Achtel von P erreicht, also nur

          noch   bescheidene 12,5% der Maximalleistung.

♦    Bei einem Viertel der Volllast-Windstärke vmax ist es nur noch

          ein Vierundsechzigstel von P, also 1,56% – das heißt Null.

Weil die Windstärke niemals völlig konstant ist und ständig variiert, sind extreme Schwankungen der Leistungsabgabe eine inhärente Eigenschaft dieser Technik, die ja gerade deshalb schon nach der Erfindung der Dampfmaschine vollständig durch diese je nach Bedarf einsetzbaren und arbeitenden Anlagen abgelöst worden ist.

Abb.1: Die elektrische Leistung aller Windkraftanlagen (WKA) ist proportional der 3. Potenz der Windstärke. Folge: Bei einer Windstärke von der Hälfte der Maximalwindstärke 6-7, bei dem die WKA ihre volle Leistung P erreichen, erzeugen sie nur noch (1/2)3= 1/8= 12.5% von P. Weil die Windstärke niemals konstant ist, werden diese Schwankungen mit der 3. Potenz verstärkt – und wilde Leistungs-Schwankungen sind normal. Für eine zuverlässige Stromerzeugung auf Grund der Physik völlig unbrauchbar.

Abb.2: Stabile Hochdrucklage über der Nordsee. Das von diesem Wetterphänomen beherrschte Gebiet ist wesentlich größer als das kleine Deutschland. Nicht nur in Deutschland stehen nun alle Windräder still – für Tage und oft auch Wochen. Und im Winter kommt das Russlandhoch; mit gleicher Wirkung. Quelle: DWD, Klimastatusbericht 2012

Wegen der Großflächigkeit der Witterungssituation, wo Hochdruckgebiete sehr oft von England bis Rumänien reichen, führen die dadurch entstehenden Flauten zu einem totalen Leistungseinbruch sämtlicher (nicht nur) in Deutschland installierter Anlagen – und das oft mehrere Wochen lang. Abb.2 ist ein Beispiel. So hatte das Hochdruckgebiet, das ab dem 16.7.2013 über Europa lag und den Betrieb der lt. Bundesregierung wichtigsten „Säule der Energiewende“ lahmlegte, eine Ausdehnung von 4.600 km in Ost-West-Richtung und in Nord-Süd-Richtung 2.300 km.  Wie das zu einem Ersatz der ununterbrochen im Dauerbetrieb laufenden Kernkraftwerke und auch der Kohlenkraftwerke führen soll, bleibt ein Geheimnis der Regierung. Nach dem Großen Blackout in einem der kommenden Winter wird sich das ändern….

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Lagen die Wissenschaftler falsch? Das Great Barrier Reef ist relativ unbeeinflusst durch die globale Erwärmung

Bild rechts: Touristen schnorcheln in der Nähe einer Schildkröte, wie diese nach Nahrung in den Korallen in der Lagune von Lady Elliot Island sucht, im Nordosten der Stadt Bundaberg in Queensland , Australien

 "Die Wissenschaftler haben den ganzen nördlichen Teil als komplett ausgebleicht abgeschrieben“ – sagte Chris Eade, Inhaber des Tauchboots Spirit Of Freedom, dem The Courier-Mail in einem Interview.

"Wir haben das Schlimmste erwartet, aber das Riff ist in einem unglaublichen Zustand, das Meiste davon ist unberührt, der Rest befindet sich in vollständiger Genesung. Das zeigt die Belastbarkeit des Riffs."

Die düsteren Prognosen über den Niedergang des Great Barrier Reefs haben dem Tourismus geschadet – eine 5 Milliarden-Dollar-Industrie. Er ist besonders ärgerlich über Wissenschaftler, die 93 Prozent des Great Barrier Reef durch die Korallenbleiche als geschädigt einschätzten, konzentriert vor allem in der nördlichen Hälfte.

"Zwischen 60 und 100 Prozent der Korallen sind bei 316 Riffen ernstlich ausgebleicht, fast alle in der nördlichen Hälfte des Riffs", meinte Terry Hughes, der führende Korallenriff Wissenschaftler an der australischen James Cook University, im April.

Glauben Sie, dass das Great Barrier Reef durch die globale Erwärmung beeinträchtigt ist?

Hughes Forschung stützte sich auf Untersuchungen von 911 Riffen aus der Luft und er fand 316 Riffe „ernsthaft gebleicht." Aber das entspricht nicht dem, was Eade und andere Riff Reiseveranstalter beobachten, wenn sie Touristen auf den täglichen Tauchgängen begleiten.

"Erst als wir Unterwasser waren, bekamen wir ein wahres Bild davon, wie viel Prozent des Riffs gebleicht sind“ sagte Craig Stephens, der die Mike Ball Tauchausflüge organisiert, dem The Courier-Mail.

Stephens hat das Riff genau begutachtet und seine Erkenntnisse mit einer ähnlichen Untersuchung von vor 20 Jahren verglichen. Er fand fast keine Veränderung zwischen dem, was er damals und heute sah.

"Die Sterblichkeit der Korallen in dem äußeren Shelf Riff nördlich von Lizard Island lag zwischen einem und fünf Prozent“, nach den Feststellungen des The Courier-Mail. Dies steht in krassem Gegensatz zu Berichten vom April mit 50 Prozent Korallenbleiche im nördlichen Teil des Riffs.

"Die Diskrepanz ist phänomenal. Die Vorhersagen sind so falsch, überall stießen wir auf gesunde Riffe", sagte Stephens.

Korallenbleiche kann auftreten, wenn die Ozeantemperaturen steigen, so dass die Riffe die Algen (Zooxanthellen) vertreiben, die in Symbiose auf ihrem Kalkgewebe leben. Als Folge verlieren die Korallen ihre Farbe und werden ganz weis", gemäß der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA). Auch kaltes Wasser kann Korallenbleiche verursachen.

[Dieses Phänomen kann örtlich begrenzt, aber auch großflächig auftreten. Allgemein angenommen wird, dass dieses bei zu hohen Wassertemperaturen auftritt – Quelle Wikipedia – Auf den Malediven werden die Korallen von den Inselbewohnern schon immer als natürlicher Baustoff geerntet und verwendet; der Übersetzer]

Die in diesem Jahr unglaublich starke Erwärmung durch El Nino erhitzte den tropischen Pazifik und löste eine massive Korallenbleiche aus, sodass die Meereswissenschaftler sehr besorgt wurden. Sie sagen, die Bleiche wird noch schlimmer werden, wenn die globale Erwärmung weitergeht.

Einige Wissenschaftler weinten den Berichten zufolge, als sie das Ausmaß der Korallenbleiche bei einigen pazifischen Riffen sahen. Die Medienberichterstattung über die Korallenbleiche hat sich auf Unheil und Düsternis Szenarien fokussiert, um ein massives Absterben der Korallenriffe in aller Welt vorherzusagen.

Aber neuere Forschungen haben gezeigt, dass einige Korallenriffe wieder zum Leben erwachen, viel schneller als Wissenschaftler für möglich gehalten haben.

Wissenschaftler fanden Korallenkolonien, die vor Leben nur so strotzen, bei einem Tauchgang in 2015, obwohl das Riff vor 13 Jahren für abgestorben erklärt wurde.

"Alles sah einfach großartig aus", sagte Jan Witting, [Professor of Oceanography] leitender Wissenschaftler des Tauchgangs, der an der Sea Education Association arbeitet, der New York Times"Im vergangenen Jahr, hielt der ganze Ort den Atem an. Der ganze Ozean voll in der Blüte in diesem Jahr."

Die Rangiroa Lagune in Französisch-Polynesien erholt sich seit gerade 15 Jahren, nachdem sie von dem unglaublich starken El Nino Ereignis in 1998 verwüstet wurde.

 "Unsere Projektionen waren völlig falsch", sagte der Meeresbiologe Peter Mumby den BBC News im Jahr 2014. "Manchmal ist es wirklich schön, als Wissenschaftler falsch zu liegen und dies ist ein perfektes Beispiel dafür."

Das Mumby Team sagte vorher, dass es 100 Jahre dauern würde, bis sich das Riff vollständig erholen würde, aber es dauerte nur 15 Jahre. Damals wurde 1998 von Klimatologen als das heißeste Jahr der Aufzeichnungen erklärt.

Erschienen auf The Daily Caller am 24. August 2016

Übersetzt durch Andreas Demmig

http://dailycaller.com/2016/08/24/scientists-proven-wrong-great-barrier-reef-found-relatively-unaffected-by-global-warming/




Save The Date: 11. & 12. November in Berlin – EIKE 10.internationale Klima – und Energiekonferenz

Wie jedes Jahr veranstaltet EIKE eine mit hochkarätigen internationalen Wissenschaftlern besetzte Klima- und Energiekonferenz zu den wichtigsten, vor allem teuersten, sowie sozial am weitest gehenden, Themen unserer Zeit.

Brauchen wir die "große Transformation", gar mittels Dekarboniserung, wie sie jetzt sogar die Staatsoberhäupter der G7 im letzten Jahr forderten. Oder handelt es sich um ein Scheinproblem. 

Schwerpunktthema für die Klimafrage werden deshalb die natürlichen Einflüsse auf dasselbe sein.

Insbesondere von Vulkanen. Schließlich hat sich der Ausbruch des Tambora in diesem Jahr zum 200. mal gejährt. Dazu gehört auch das

AL Gore – CO2 Experiment 

zum ersten Mal überhaupt wird life und öffentlich ein realistisches CO2 Experiment zum Treibhauseffekt von Forschern der Universität Oslo durchgeführt.

Insbesondere interessant für Lehrer und Schüler, die sich mit dem Treibhauseffekt beschäftigen wollen.

Im Energiebereich wird über die aktuellen Entwicklungen der Kosten der Energiewende berichtet, die den erzielten CO2 Einsparungen gegenüber gestellt werden. Auch wird u.a. über die Auswirkungen der jüngsten EEG Novelle berichtet.

Ort

Marriot Hotel,

Inge-Beisheim-Platz 1
10785 Berlin, Germany

Das Programm mit allen Details sowie das Anmeldeformular folgt in Kürze. 

Wie üblich wird synchron von Englisch nach Deutsch und zurück gedolmetscht.

Zur Anmeldung

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Neuer Hoch-Technologie-Trend: Windräder schnitzen gegen Afrikas Energiearmut

Bild rechts: Eines der beschriebenen Windräder. Quelle: Informationsmaterialien des Projektträgers zur Kleinstwindkraftanlage, Prospekt Taschengeldfirma – KitRad – Energieseminar: Windrad auf dem Tempelhofer Feld

Zumindest die Informationsseite der Energieberaterin C. Kemfert, im stetigem Bemühen, auch wirklich alles, sofern es nur Klimahysterie oder EEG befürwortet, automatisch und ungeprüft als innovativ und richtungsweisend zu propagieren verkündet es:

Klimaretter.Info, 11.09.2016: Windräder als Marke Eigenbau
… Hobby-Bastler und Forscher der TU Berlin haben die Windkraft für Jedermann entwickelt und am Samstag auf dem Tempelhofer Feld in Berlin ein Modellrad eingeweiht.

Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin dreht sich seit diesem Wochenende ein selbstgebautes Windrad. Es versorgt eine nahegelegene Fahrradwerkstatt sowie die Bildungsprojekte M.I.N.T. GrünesKlassenzimmer und LernOrtNatur mit Strom. Die Energie des Windrades mit 700 Watt Leistung wird in Batterien gespeichert, die in einem Container an seinem Fuß stehen. Darin befinden sich auch ein Gleichrichter und eine kleine Heizung. Sie nimmt als sogenannter Dump Load Strom ab, falls die Batterien voll sind.

 "Am Windrad sind die Flügel handgeschnitzt und die Spulen selbst gewickelt", erklärte Johannes Weber von KITRad bei der Einweihung am Samstagnachmittag. Mit geringen Investitionskosten könnte man sich also auch im globalen Süden so ein Windrad selbst herstellen. "Die Idee ist, netzautark Strom zu nutzen und den eigenen Energiehaushalt zu versorgen", sagt Weber, der KITRad zusammen mit Kommilitonen von der Hochschule für Technik und Wirtschaft gegründet hat. Er arbeitet inzwischen für die GIZ in Liberia an genau solchen Projekten für dezentrale erneuerbare Energien.

  • Kenndaten Windrad:
  • -Horizontal-Achser auf drei Beinen
  • -Nabenhöhe 10 m
  • -Flügelspannweite 2,40 m
  • -Nennleistung 700 W
  • -„Überenergievernichtung“ durch Gleichrichter mit angeschlossenem Lastwiderstand, deklariert als Heizung.

Eigentlich hat der Autor für technologisch anspruchsvolle Windräder andere Daten im Kopf. Für das dunkle Afrika scheint aber wohl auch eine Light Version zu genügen.

Quellen

[1]
Klimaretter.Info, 11.09.2016: Windräder als Marke Eigenbau
http://www.klimaretter.info/energie/hintergrund/21900-windraeder-als-marke-eigenbau

[2]
GrünBerlin: Kleinstwindkraftanlage auf dem Tempelhofer Feld

 Ein Bausatz und eine Anleitung – fertig ist das eigene Windrad. Selbstbauwindräder kosten wenig und können überall installiert werden. Hobby-Bastler und Forscher der TU Berlin haben die Windkraft für Jedermann entwickelt und am Samstag auf dem Tempelhofer Feld in Berlin ein Modellrad eingeweiht.

Aus Berlin Susanne Ehlerding

Selbstportrait Susanne Ehlerding: Mit einem Abschluss als Literaurwissenschaftlerin bin ich zuletzt auf meine alte Liebe zur Physik zurückgekommen und schreibe am liebsten über Technologien, die unseren Planeten retten.

Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin dreht sich seit diesem Wochenende ein selbstgebautes Windrad. Es versorgt eine nahegelegene Fahrradwerkstatt sowie die Bildungsprojekte M.I.N.T. GrünesKlassenzimmer und LernOrtNatur mit Strom. Die Energie des Windrades mit 700 Watt Leistung wird in Batterien gespeichert, die in einem Container an seinem Fuß stehen. Darin befinden sich auch ein Gleichrichter und eine kleine Heizung. Sie nimmt als sogenannter Dump Load Strom ab, falls die Batterien voll sind.

Die Idee für ein Windrad, das ganz autark und dezentral Strom produziert, hatte die Radwerkstatt THF und ihr Träger, der Taschengeldfirma. Sie treten in die Fußstapfen des Windradselbstbauers Hugh Piggott, der die Idee in Schottland verbreitete. Entwickelt wurde es vom Verein KITRad. Das Konzept der Gründer: Selbstbauwindräder als Bausatz herstellen und mit Anleitung verschicken. "Am Windrad sind die Flügel handgeschnitzt und die Spulen selbst gewickelt", erklärte Johannes Weber von KITRad bei der Einweihung am Samstagnachmittag. Mit geringen Investitionskosten könnte man sich also auch im globalen Süden so ein Windrad selbst herstellen.  "Die Idee ist, netzautark Strom zu nutzen und den eigenen Energiehaushalt zu versorgen", sagt Weber, der KITRad zusammen mit Kommilitonen von der Hochschule für Technik und Wirtschaft gegründet hat. Er arbeitet inzwischen für die GIZ in Liberia an genau solchen Projekten für dezentrale erneuerbare Energien.

Auf dem Tempelhofer Feld steht das KITRad richtig, weil es dort keinen Strom gibt und auch keiner gelegt wird, weil bauliche Veränderungen durch einen Volksentscheid nahezu ausgeschlossen sind. Deshalb hat das Windrad ein oberirdisches Fundament aus drei Betonplatten und ist damit ein sogenannter fliegender Bau. Die netzferne Situation war aber genau richtig, um mit dem Windrad eine Insellösung in der Praxis zu testen. "Wo sonst wäre das in Berlin möglich?", fragt Johannes Weber. 

Die besondere Situation in Tempelhof und die damit verbundenen bürokratischen Hürden waren aber auch der Grund, warum das Projekt vier Jahre brauchte, bis endlich das Windrad endlich stand. Johannes Weber war manchmal der Verzweiflung nah, lässt er durchblicken.

Bild 2 Und los: Professor Hans-Ulrich Heiß von der TU Berlin schaltet feierlich das Windrad ein. (Foto: Susanne Ehlerding)

Einen entscheidenden Schub brachte schließlich die Technische Universität Berlin (TU), die das Projekt zum Thema in ihrem Energieseminar macht. Die Studenten gaben sich drei Prinzipien: Beim Selbermachen besser lernen, nachhaltig arbeiten und der Gemeinschaft etwas zurückgeben. Der Vizepräsident für Studium und Lehre an der TU, Hans-Ulrich Heiß, durfte deshalb auch das rote Band durchschneiden und den Startknopf am Windrad drücken.

Bild 3 Das Windrad dreht sich seit dem Wochenende auf dem Tempelhofer Feld – zur Freude vieler Schaulustiger. (Foto: Susanne Ehlerding)

 Und die Windbauern haben dabei an alles gedacht: Eine Abschaltautomatik verhindert von April bis Oktober von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen, dass Fledermäuse und nachtaktive Vögel durch die Rotorblätter gefährdet werden. Eine Attraktion ist das Windrad schon jetzt – und wie das Tempelhofer Feld ein Symbol, dass Selbstorganisation nicht nur Spaß machen kann, sondern auch nachhaltig ist.