Zwei neue Bücher zu Energiewende und „Klimaschutz“

"Risiko Energiewende, Wege aus der Sackgasse"

Konrad Kleinknecht beschränkt sich in seinem Buch im Wesentlichen auf das Thema der Energieversorgung und hier insbesondere auf die deutsche Energiewende. In den Kapiteln 1 bis 4 "Fossile Energiequellen", "Neue Energie" (liest sich wohltuend anstelle des propagandistischen "erneuerbar") und "Neue Spieler" erhält der Leser einen fachlich untadeligen und wohltuend komprimierten Überblick über die fossilen Ressourcen, die Methoden ihrer Nutzung und die "neuen Spieler" China und Indien. Insbesondere in diesem letztgenannten Kapitel werden die ungleichen Größenordnungen der Stromerzeugung deutlich, welche die beiden zu Global Playern strebenden Länder von deutschen Verhältnissen unterscheiden.

Der faktische Unsinn der hierzulande betriebenen Energiewende wird unter dem globalen Blickwinkel noch deutlicher als er aus elementaren technisch-naturwissenschaftlichen Gründen ohnehin schon ableitbar ist. Allein in China werden jedes Jahr so viele Kohlekraftwerke neu gebaut wie in Deutschland insgesamt stehen. Und auch Indien plant seine Stromerzeugung mit Kohle in den nächsten 5 Jahren zu verdoppeln. Daher ist es befremdliche Arroganz zu versuchen diese Länder mit unserem Klimaschutz- und Energiewende-Wahn zu beglücken. Länder von jeweils mehr als einer Milliarde Menschen auf der Schwelle zu Industrienationen hängen überlebenswichtig von der Kohleverbrennung ab. Ihr zügiger Zubau von Kernkraftwerken zeigt zudem, dass sie auch über die Kohlenutzung hinaus klüger und weiter denken als die deutsche Politik. 

Ohne dass es Konrad Kleinknecht explizit formuliert, wird ganz nebenbei an den Beispielen China und Indien der Abersinn der zu nichts verpflichtenden Pariser Klimaverträge entlarvt. Aus nüchterner Faktenschilderung in seinem Buch offenbart sich ferner die schier unglaubliche sachliche Dummheit Deutschlands (oder ist es womöglich sogar eine bewusst geplante Zerstörung der Strominfrastruktur?) mit planwirtschaftlichen Zwangsverfügungen "Klimaschutz", "Dekarbonisierung" und "EEG" in Gesetze und Durchführungsbestimmungen zu gießen. Von Windradmonstern hat die betroffene Bevölkerung ohnehin schon die Nase voll, wie es die stetig zunehmenden Bürgerinitiativen zeigen. 

Der Abschnitt 1.8 des Buchs von Konrad Kleinknecht bietet eine sachgerechte, kurzgehaltene Übersicht über die Wirkung des anthropogenen CO2 auf Klimaparameter und nimmt dieses Thema später unter Abschnitt 5.3 "Risiko Kima" noch einmal auf. Diese beiden Abschnitte bieten ohne unnötigen Ballast das Wichtigste, was der Laie zum Thema "Klima und CO2" wissen sollte. Kapitel 5.3 schließt mit den zutreffenden Sätzen "Die Modellrechnungen über Zeiträume von hundert Jahren sind mit so großen Unsicherheiten behaftet, dass die vorhergesagten Entwicklungen der Temperatur mit Vorsicht zu betrachten sind. Die Modelle müssen wesentlich genauer werden, wenn man sie ernst nehmen will. Es ist zu voreilig, aus den Ergebnissen politische Konsequenzen zu ziehen".

Die verantwortliche Politik freilich "ignoriert so etwas noch nicht einmal" (Zitat Karl Valentin). Dies sagt bereits alles über Demokratieverständnis und Bürgernähe der Verantwortlichen aus. Versuche von neutralen Fachleuten, den politisch Verantwortlichen technische Expertise zu vermitteln und damit für Vernunft zu sorgen, waren bisher so erfolgreich wie einen störrischen Ochsen das kleine Einmaleins zu lehren. Die Politik bevorzugt die Meinung von Öko-Ideologen. Die Mainstream-Medien klagen über Politikverdrossenheit und deren Anprangerung als "Lügenpresse"; wen wundert das unter diesen Umständen eigentlich noch?

Auf den neben "Klimaschutz" zweiten politischen Anlass der Energiewende, die Abwicklung der deutschen Kernkraftwerke, geht Konrad Kleinknecht unter 4.2 "Die Ethikkommission" näher ein. Trotz seiner stilistisch-höflichen Zurückhaltung  entgeht dem Leser natürlich nicht, dass diese Kommission aus Theologen, Soziologen, Juristen und Politikern bestand, aber nicht aus Energie-Experten! Sie war eher eine Art Talk-Show denn ein seriöses Gremium für eine der wichtigsten Gegenwartsentscheidungen Deutschlands.

Zweifellos offenbarte sich mit der Ethikkommision ein absoluter Tiefpunkt des deutschen Intellektualismus. Es offenbarte sich aber auch Feigheit der wenigen Kommissionsmitglieder, die hätten laut und deutlich widersprechen müssen (wie zum Beispiel Jürgen Hambrecht, BASF). Fachfremde und zudem ideologisch Voreingenommene über wichtige technische Weichenstellungen einer Industrienation entscheiden zu lassen ist so sinnvoll wie Gänse zum Sinn des Weihnachtsfestbratens zu konsultieren.

Im zweiten Teil des Buchs von Konrad Kleinknecht werden alle mit der Energiewende verbundenen Risiken fachkundig behandelt: Großflächige Black Out Ereignisse, unheilvoller Einfluss der Energiewende-Profiteure, Untergang der großen Energieversorger, Probleme der Stromspeicherung, Zähmung des fluktuierenden Sonnen- und Windstrom mit teueren Back-up Kraftwerken, expodierende Stromkosten, sich daraus ergebende soziale Schieflagen, Abwanderungen energie-intensiver deutscher Industrie ins Ausland usw. Dies erfolgt ähnlich auch in zahllosen anderen Buchveröffentlichungen mit identischen Schlussfolgerungen. Der Stil von Kleinknecht bleibt aber im Gegensatz zu dem vieler anderer Autoren stets zurückhaltend und ist dabei niemals trocken. Wenn es sachlich ganz schlimm wird, klingen ab und an Ironie oder schwarzer Humor an.

Als Fazit des Buchs von Konrad Kleinknecht bleibt für den Leser eine untadelige Sachinformation und die aus dem Buch implizit zu entnehmende Erkenntnis, dass die konsequente, sofortige Beendigung des gesellschafts-gefährdenden Experiments "Energiewende" unabdingbar ist. Das Buch hat den moderaten Preis von 19,99 €.

"Kriminalfall Klima: Opfer, Täter, Profiteure"

Das Buch von Wolfgang Burkel unterscheidet sich zwar im Stil deutlich von dem w.o. besprochenen Kleinknecht-Buch, die Kernaussagen sind dennoch identisch. Burkel beschränkt sich auf das Thema "Klima", das ja bekanntlich (s. oben) einer der beiden Begründungs-Pfeiler der Energiewende ist. Wolfgang Burkels Stil vermeidet im Gegensatz zu Konrad Kleinknecht nicht die Polemik, ohne diese aber unangemessen zu übertreiben. Das Buch ist daher bestens für Einsteiger geeignet, die sich über Motive, Gründe und Folgen der deutschen "Klimapolitik" informieren und dabei auf angriffsfreudigen und unterhaltsamen Lesegenuss nicht verzichten möchten. Hierbei tragen auch die ämüsanten Zeichnungen im Buch bei, deren Protagonisten – sogar der Eisbär auf dem Buchcover – stets nur mit Zorro-Augenmasken krimineller Täter abgebildet sind.

Wolfgang Burkel scheut keine drastischen Worte, wenn er zum Beispiel über die Klimaforschung schreibt "

Der gesamte blinde Aktionismus zur Rettung des Klimas ist ein extrem teurer und schädlicher Irrsinn. Könnte das ein Laie erkennen? Ja, anders als damals bei Galileo, er könnte! Ein gesunder Menschenverstand reicht völlig aus: Wieso sollte ein wärmeres Klima plötzlich eine Katastrophe sein? Noch nie waren Warmzeiten von Nachteil für die Menschheit, ganz im Gegensatz zu Kaltzeiten oder gar Eiszeiten. Für diesen klammheimlichen Paradigmen Wechsel ist uns die Klima Wissenschaft jede Erklärung schuldig geblieben. Außerdem deutet nichts auf eine galoppierende Erwärmung hin. Entgegen den Prognosen der Panikmacher macht die Klimaerwärmung schon seit 20 Jahren Pause. Ein Zusammenhang zwischen Kohlendioxid und globaler Temperatur besteht offensichtlich nicht oder nur in sehr geringem Maße. Das erkennt man auch daran, dass die Kohlendioxid-Konzentration schon zigfach höher war. Außerdem weiß jeder, dass Kohlendioxid der unverzichtbare Baustein des Pflanzenwachstums ist. Ohne Kohlendioxid wäre Leben auf der Erde nicht möglich. Eine höhere Konzentration steigert die Ernte Erträge, ein Umstand, der seit Jahrzehnten in Gewächshäusern genutzt wird."

Das Buch von Wolfgang Burkel bietet somit einen Gesamtüberblick über alle Schattierungen von "Klimaschutz" sowie den weiteren von Politik und interessierten Interessengruppen aus "Klimaschutz" abgeleiteten sachlichen Schwachsinn. "Klimaschutz" schädigt durch seine extremen Kosten unseren Wohlstand und die unseren Wohlstand erst ermöglichende Industrie. Darüber hinaus bedroht er unsere Demokratie durch die von Ökoideologen geforderte und von der Bundesregierung allen Ernstes in Angriff genommene "große Transformation". Deren Hauptmerkmal ist nichts anderes als Planwirtschaft nach dem Vorbild der ehemaligen DDR.

Ein Atout von Wolfgang Burkels Buch ist sein unschlagbarer Preis von 4,43 € infolge amazon self publishing.

 




Substanzlose Endlagersuche

Zum Artikel der F.A.Z vom 5. August: „Neue Köpfe für die Suche nach dem Atomendlager“ von Herrn Mihm habe ich den veröffentlichten Leserbrief vom 11. August in der F.A.Z „Substanzlose Endlagersuche“ geschrieben, der dieser unglaublichen Geschichte folgt.

Wiesbadener Kurier, 26.09.16         

Die unglaubliche Geschichte von Gorleben, das weltweit zu den technisch     aussichtsreichsten Endlagerprojekten gehört(e)!

„Neue Köpfe für die Suche nach dem Atomendlager“ F.A.Z:

     „ … Jetzt haben BGE und BfE auch Gesichter. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat deren Leiter ernannt. Es sind alte Bekannte, und sie bilden das Spektrum der politischen Farben ab: Schwarz, Rot und Grün. Die dem Ministerium unterstellte Endlagergesellschaft bekommt gleich drei Geschäftsführer: Ursula Heinen-Esser, Ewold Seeba und Hans-Albert Lennartz …“ (F.A.Z. vom 5. August 2016)

Dr. Barbara Hendricks SPD:

BundesumweltministerIn, in deren Ressort die Endlagerung bzw. Untertagedeponierung von radioaktiven „Abfällen“ liegt, brilliert öffentlich mit ihren markanten Ansichten zur Endlagerung:

 2013: „Wir beginnen jetzt nach strengen wissenschaftlichen Kriterien die Suche nach einem bestmöglichen Endlagerstandort … Für sie als überzeugte Christin sei es immer ‚gotteslästerlich‘ gewesen, dass Menschen dachten, sie könnten etwas für Millionen Jahre garantieren …“ (RHEINISCH POST vom 21.12.2013). Dazu sei angemerkt:

– Das soll wohl bedeuten, dass nach ihrer Meinung die bisherigen Untersuchungen und Ergebnisse von Gorleben nicht nach strengen wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt worden sind. Darauf kann man nur mit einem Sprichwort antworten: Schuster bleib bei Deinem Leisten.

– Es ist im wahrsten Sinne des Worte realitätsfremd, einen „bestmöglichen“ Standort zu fordern. Gefragt ist ein lange Zeit sicheres Endlager bzw. eine für eine lange Zeit sichere Untertage-Deponie (Synonyme). Denn bei der Forderung ‚bestmöglich‘ müssten dafür mehrere Standorte bis zur Eignungsaussage untersucht und diese Ergebnisse dann miteinander verglichen werden, ohne dabei den sichersten Standort wirklich zu finden, denn es könnte ja noch einen besseren geben, der nicht untersucht wurde.

– Auch ist es fachfremd, ein für eine lange Zeit sicheres Endlager/Untertage-Deponie zu konzipieren, bei dem für 300 Jahre eine Rückholung der „Abfälle“ möglich sein soll: Ein Friedhof kann nicht gleichzeitig ein Krankenhaus sein. Ende ist Ende. Diese Forderung hat keinen rationalen, sondern einen taktisch geschickten ideologischen Hintergrund. Mit ihr ist das viel versprechende geologische Medium Salz aus dem Rennen, denn Salz schweißt als einziges den „Müll“ sehr schnell für lange Zeit sicher ein – und damit ist Gorleben mit dieser eigentlichen sicheren Lösung vom Tisch. Für Zwischenlager eignen sich Stollen oder Hallen.

– Abgebrannte Brennelemente haben nach ca. 600.000 Jahren den Wert der natürlichen Strahlung erreicht. Kokillen mit „Abfällen“ aus wieder aufgearbeiteten Brennelementen nach ca. 300.000 Jahren und der „Müll“ aus „transmutierten“  Brennelementen nur noch nach ca. 300 Jahren. Warum dann die Forderung für eine Million Jahre? Diese Thema wurde wohl aus gutem Grund in dem Kommission-Bericht (Kapitel 542, Teil B, S.128) kaum angesprochen, obwohl es von kompetenten Fachleuten des Instituts für Festkörper-Kernphysik gGmbH Berlin, also von außerhalb der Kommission Vorschläge, dazu gegeben hat (Ruprecht, G.: 10.06.16 EIKE: Das Ende der Endlagerkommission).

 2014: am 10. April  (ZEIT ONLINE, NEWSTICKER) machte sie die Aussage „ … sie hält ein Ausscheiden des Salzstocks Gorleben aus der Suche nach einem Atommüll-Endlager für möglich. Sie könne es sich ’sehr gut vorstellen‘, dass Gorleben nach wissenschaftlichen Kriterien nicht in Frage kommt. Eine ‚politische Vorfestlegung‘ gegen Gorleben könne es aber nicht geben, betonte sie. Gorleben müsse genauso untersucht werden wie alle anderen denkbaren Standorte…“. Die Ergebnisse der „Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben (VSG)“ scheinen ihr vorenthalten worden zu sein. Auch im Endlagersuchgesetz steht etwas anderes.

 2016: am 5.7.2016 um 17.51 Uhr sagte sie im NDR:  „ … sollten wir uns hüten, bei der Bewältigung dieser Jahrtausendaufgabe auf Zeit zu spielen …“.

Diese Einschätzung könnte heute schon überholt sein. Siehe meinen folgenden Leserbrief vom 11.08.2016.

Ursula Heinen Esser:

 Diplom-Volkswirtin; seit 1983 Mitglied der CDU: Politikerin, von 2009 bis 2013 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, zuerst unter Norbert Röttgen, dann unter Peter Altmaier. Damals hatte sie die Verlängerung der AKW- Laufzeit unterstützt und im „Untersuchungsausschuss“ zu Gorleben die Meinung der CDU/CSU und FDP mitgetragen: „aus heutiger Sicht sei die Erkundung (von Gorleben) geradezu beispielhaft und fortschrittlich“.

 In dieser Legislaturperiode hat sie das Endlagersuchgesetz mitgestaltet, mit dem Gorleben „quasi“ verboten worden ist, war Vorsitzende der Atommüll-Kommission und wurde nun Vorsitzende der Geschäftsführung der neu gegründeten Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE).

 Zur Asse schrieb sie einmal als Antwort auf Nachfrage von Bärbel Höhn, B’90/DIE GRÜNEN,

Um den beobachteten Anstieg der Krebsfälle durch Strahlung erklären zu können, müsse die Dosis etwa 10 000 Mal höher sein als beobachtet“.

Trotzdem unterstützt sie später als Mitglied der „Frauenkonsensgruppe Asse“, bestehend aus Vertreterinnen der CDU, FDP, SPD und B’90/DIE GRÜNEN, die jeder strahlenrelevanten Vernunft widersprechende Rückholung der nur noch schwachen und immer schwächer werdenden radioaktiven Abfälle (Halbwertzeiten), deren Zwischenlagerung und deren erneute Entsorgung in der Untertage-Deponie „Schacht Konrad.“ In La Paz, Bolivien, das knapp zwischen 3500 und 4000 m über NN liegt, ist die ewige natürliche Strahlung beträchtlich höher als bei der Asse. Dort leben mehr als 800.000 Menschen. Sie werden nicht evakuiert. 

Dieser kurze Abriss zeigt beispielhaft, wie bei der Endlagerwende ein politisch hochgelobter, sehr teurer Konsens gegen einen vielfach dokumentierten fachlich positiven Kenntnisstand der vorigen Endlagerung an den Bürgern vorbei sich durchgesetzt hat. Dies ist ein Rückschritt beim heutigen rasant wachsenden Wissen- und Technologiefortschritt. Hauptsache, man kann dieses Vorgehen für politische und auch eigene Zwecke nutzen wie im DER SPIEGEL zu lesen ist: „… es geht auch um Pfründe und Einfluss, um Gefälligkeiten und Personalpolitik und um die Frage, wer sich den Zugriff auf die wichtigsten Posten sichern kann …“. Und es ist auch ein nicht zu übersehender Hinweis der CDU, zum Machterhalt auf die ökologistischen Wünsche ihres zukünftigen Wunsch-Koalitionspartners B’90/DIE GRÜNEN einzugehen, wie wir schon vor zwanzig Jahren in unserem Politthriller „DIE GERMAN ANGST“ im letzten Kapitel angedeutet haben. Dort sagte der romanhafte Vater des Ökosozialismus Karl: „… Denn jetzt betteln sogar die Konservativen schon bei seinen ideologisch gestählten Polittruppen darum, sie bei ihrem Wunsch zum Machterhalt zu unterstützen. …“ Ein Wunsch-Partner, der weiterhin mit demokratisch nicht legitimierten und um Spenden buhlende Hilfstruppen, wie beispielhaft den NGOs, taktisch geschickt Angst vor Allem erweckt, um weiter an der Macht zu bleiben. Und dann dürften diese auch schnell im politischen Konsens eine hoch subventionierte totale Kohlenstoffwende für Deutschland einfordern. Laut der F.A.Z. vom 27. August fand in diesem Sinne ein gemeinsames Abendessen zwischen der Bundeskanzlerin (CDU) und dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg (B’90/DIE GRÜNEN) statt, der angeblich meint: „… Schwarz-Grüne passe in die Zeit“!

„ …In der Rolle folgen wird ihm der heutige Präsident des Bundesamtes für     Strahlenschutz, Wolfram König. Der ausgewiesene Entsorgungsexperte König ist 58 Jahre alt, Mitglied der Grünen und war einmal Umwelt-Staatssekretär in Sachsen-Anhalt. Er leitet das BfS, das mit der neuen Behördenstruktur zahlreiche Aufgaben abgeben muss.“ (F.A.Z. vom 5. August 2016).

Wolfram König:

1998 nach der Machtübernahme der Regierung durch die SPD und durch das B’90/DIE GRÜNEN wurde von dem grünen Politiker Trittin, neuer Bundesumweltminister, umgehend sein Parteigenosse König zum Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) ernannt. Mit dieser Auswahl eines Fachfremden wurde schnell erkennbar, dass damit eines der wichtigsten strategischen Ziele der rot-grünen Regierungskoalition erreicht war: Aus der Behörde von innen heraus taktisch, medial und publikumswirksam zusammen mit politisch gleich gesinnten NGOs die Endlagerung in Deutschland subtil zu stören, zu verzögern, zu unterbrechen und letztendlich zu verhindern. Dieses Ziel hat er inzwischen erfolgreich erreicht. Trotzdem wird er heute als ausgewiesener Entsorgungsexperte gelobt. Zynischer kann man diese Einschätzung der Öffentlichkeit nicht näher bringen.

♦ 2000: zehnjähriges Moratorium für weitere Untersuchungen in Gorleben durchgesetzt.

 2001: Ergebnis der Bewertung des Moratoriums durch eine Internationale Expertengruppe (IEG): Ein Moratorium ist fachlich nicht gerechtfertigt. Wird vom BfS nicht zur Kenntnis genommen, denn es wird in keinem vom BMU und BfS initiierten Bericht erwähnt. Passte wohl nicht in das politishe Konzept des BfS! 

 2001(11. Juni) Vereinbarung zwischen Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen, dass nichts gegen Gorleben spricht.

 2002: Das Ergebnis des Abschlussberichtes des unabhängigen Arbeitskreises Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd), den der damalige Bundesumweltminister Trittin 1999 vergeben hat, lag vor. Der Arbeitskreis hatte die Aufgabe, alle fundierten Kriterien aufzustellen und zu bearbeiten, die bei einer landesweiten Endlagersuche wichtig sind. Dort sind praktisch schon alle Endlager-relevanten Themen ausführlich behandelt, wie z.B. unterschiedliche Gesteinsformationen, Erkundung, Strahlenschutz, Langzeitsicherheit, Auswahlverfahren,  Öffentlichkeitsbeteiligung, Chancen für die Entwicklung der Standortregionen und vieles mehr. Trotzdem werden jetzt nach der Endlagerwende nochmals die gleichen Kriterien erarbeitet, das heißt, das Rad der Erkenntnis soll unter enormen personellem und monetärem Aufwand neu erfunden werden. 

 2002: Anstatt die damals schon versprochene deutliche Verbesserungen der Transparenz ab jetzt durch eine sachliche und vollständigen Öffentlichkeitsarbeit zu realisieren, wie es in dem AkEndbericht (Kapitel 3 ) sehr deutlich beschrieben wird, wurde vom BfS im Tagesgeschäft zum Thema Gorleben genau das Gegenteil gepflegt.

 2003 – 2005: Beauftragung der BGR durch das BfS, eine Gesamtanalyse zur Entsorgung von radioaktiven Abfällen in Deutschland zu erstellen: Ergebnis: positive Bewertung der geologischen Befunde zu Gorleben. Nichts spricht gegen eine Weiterführung der Untersuchungen.

 2005: Die von der rot-grünen Bundesregierung erhobenen Zweifelsfragen von 2001 sind mit  dieser Einschätzung abgearbeitet. Trotzdem wird das Moratorium nicht aufgehoben.

 Seit 2000: Positive Verlautbarungen zu Gorleben, die vom BfS der Öffentlichkeit sehr zurückhaltend mitgeteilt wurden:

            – Zwischen der Bundesregierung und dem BfS

            – des Bundesrates

            – des Bundesrechnungshofes

            – und von zahlreichen anerkannten Sachverständigen.

 Seit 1997: Unwidersprochene negative Verlautbarungen zu Gorleben:

            – jahrzehntelang von NGOs wie Greenpeace; BUND etc.

            – Gruppe Ökologie (1998) im Jahresbericht der Heinrich Böll Stiftung

            – in der Koalitionsvereinbarung zwischen der SPD und B’90/DIE GRÜNEN (1998) etc..

 2010: In einer gemeinsamen Erklärung von Bundesminister Röttgen und vom Präsidenten König (BfS) heißt es: Zum 1. Oktober wird das Moratorium wieder aufgehoben.

 2013: Der 424 seitige Bericht „Vorläufige Sicherheitsanalyse Gorleben (VGS)“, der die Ergebnisse zahlreicher Einzelberichte von insgesamt 5628 Seiten zusammenfasst, erstellt unter der Leitung der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), der knapp 8 Millionen Euro gekostet hat, enthält keine Aussagen, die gegen die Eignung von Gorleben sprechen. Der Gesamtbericht ist für Jedermann im Internet zu finden und kann von jedem, der lesen kann, gelesen werden.

 2014: Trotzdem wurde im Konsens aller Parteien die ursprünglich geplante Bewertung des Berichtes durch eine neutrale Peer-Review-Fachgruppe beauftragt, entweder durch die EU, die IAEA oder die OECD/NEA, am 27. Juli 2014 also schon nach vier Tagen panikartig abgesagt, nachdem diese Vergabe durch das Endlagersuchgesetz am 23. Juli 2014 per Gesetz verboten worden ist. Diese Panik beweist die Riesenangst der Anti-Gorleben Ideologen in der Regierung vor der fachlichen Bewertung der VSG-Studie durch eine neutrale Instanz – genauso wie der Teufel eine Riesenangst vor dem Weihwasser hat. Warum wohl? 

 2014: die Ergebnisse des GRS-Studie, die vom BfS wie häufig bei anderen positiven Bewertungen von Gorleben auch nicht aktiv und mediengerecht verbreitete oder nicht verbreitet werden durften, waren dem Niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (B’90/DIE GRÜNEN) anscheinend auch nicht bekannt. Denn in seiner Antwort auf die von der FDP parlamentarisch vorgebrachte Frage, welche Fakten gegen eine Eignung von Gorleben sprächen, hat er nur die 9 kurzen, negativen Meinungsäußerungen (17. Wahlperiode Drucksache 17/1799) genannt, die fast ausschließlich in den späten 90iger Jahren von seinen grünen Parteigenossen und NGOs erstellt wurden. In mehreren Fällen mussten die Ergebnisse von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) inhaltlich korrigiert werden. Die positiven Ergebnisse der VSG-Studie wurden wohlweislich nicht genannt. Warum wohl? Kannte er sie nicht oder wollte er nicht?

 2016: Wenzel und König verkünden am 16. Mai (wendland-net.de), dass sich die Arbeiten zur Vorbereitung des Offenhaltungsbetriebes verzögern werden. Deshalb muss der Hauptbetriebsplan bis zum 31.12.2017 notgedrungen verlängert werden.

 2016: In seinem Leserbrief vom 03. Mai 2016 in der F.A.Z und in mehreren anderen Zeitungen „Millionenschwere Subvention“ meint Herr Amannsberger, früherer Leiter des Präsidial-Büros im BfS, dass alle Kosten für Gorleben aus Gründen des Verursacherprinzips, verbunden mit Kapitalismuskritik, von der E-Wirtschaft zu tragen sind. Dabei verleugnet er wider besseres Wissen – er gehörte ja zu den Insidern –, dass in Wirklichkeit die wahren Verursacher der immensen zukünftigen Kosten die Politik aller Parteien ist. Kann man hier möglicherweise noch den langjährigen Geist des BfS erkennen?

Mit der Regierungsübernahme von SPD und B’90/DIE GRÜNEN in 1998 und der seit 2013 bestehenden Großen Koalition von CDU/CSU und SPD, insbesondere nach der Fukushima Havarie,  wurde die von der grünen Bewegung taktisch sehr geschickt gesteuerte „Quasi-Zerstörung“ von Gorleben erreicht. Bei der Wende zur neudeutschen Endlagerung handelt es sich nicht um eine objektive Entscheidung, sondern um eine machtpolitische. Wie mit der „Energiewende“ des grünen Masterminds Baake und wie auch mit der „Endlagerwende“ des grünen Masterminds König sind nicht nur für grüne Parteigenossen langfristig lukrative Beamtenstellen sowie eine ausufernde Bürokratie geschaffen worden, sondern es wurde eine weitere, sehr sehr teure Sackgasse für die Steuerzahler geöffnet, die von der deutschen Öffentlichkeit erst mittelfristig erkannt werden wird. Denn schon heute stellt sich die spannende Frage, ob man überhaupt  noch ein Endlager in 50 Jahren für den dann wertvollen Energie-Rohstoff „Atommüll“ benötigt.

                             Der ökosozialistische Zeitgeist hat es geschafft!

                                                   Gorleben ist Geschichte!

Mit dem noch verbleibenden Galgenhumor kann man die heutige Situation in Deutschland nur noch in einem Gedicht zusammenfassen

Minister Stefan Wenzel lud am 28 Juli ein; ein "großes Gespräch" sollt‘ es sein.

Im Leineschloss traf sich die Runde, beharkte sich so manche Stunde.

Man labert und man diskutiert – ob dies auch zum Konsens mal führt?

Was ist das Fazit denn gewesen? Man konnte es in der Zeitung lesen:

Statt "Konsens" nur "Nonsensens" – leider! Nur Rechthaberei –

bringt die uns weiter?

Wer löst die Fragen aller Fragen, die ungelöst in all den Tagen?

Wo bleibt der Müll, der atomare? Hier gibt es Streit schon viele Jahre!

Ich sehe für die Lösung schwarz! Beginnt die Suche man am Harz?

Versucht man es am Nordsee-Strand? Oder anderswo im Land?

Der Schwarzwald käme auch in Frage – dort im Granit, tief unter Tage…

Doch unser Landesbischof Meister reaktiviert nun alte Geister,

indem er lautstark konstatiert: Die Wissenschaft hat sich geirrt!

Die Theologie besitzt die Wahrheit – das sage ich in aller Klarheit.

(Galileo musst‘ es einst schon spüren und seine Thesen revozieren…)

Gemeinsam gehen sie jetzt ran: Bei „Null“ fängt alles wieder an.

Die Theologen vorneweg; zieh’n sie die Karre aus dem Dreck?

Gestützt von Greenpeace, NABU, BUND; läuft künftig dann die Sache rund?

Bin schon gespannt, ob das was bringt und ob es wirklich jetzt gelingt,

zu einem Standort „ ja“ zu sagen, statt alte Schlachten neu zu schlagen!

Rudolf Eberhart, Gedichtesammlung

Eigenverlag, NAEBev

Substanzlose Endlagersuche (Mein veröffentlichter Leserbrief vom 11.08.2016 in der F.A.Z.)

Zum Artikel „Neue Köpfe für die Suche nach dem Atomendlager“ (F.A.Z. vom 5. August). Die neue Bundesgesellschaft für Endlagerung und das ebenfalls neue Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit sowie das verkleinerte Bundesamt für Strahlenschutz sollen in den nächsten Jahrzehnten in Deutschland ein Endlager errichten, um den Atomabfall eine Million Jahre langzeitsicher zu vergraben. Bei diesem über mehrere Jahrzehnte dauernden und sehr teuren Unterfangen scheinen jedoch physikalische und chemische Gesetze sowie absehbare technische Entwicklungen außer Sichtweite geraten zu sein. Der sogenannte „Atommüll“ ist eine nationale und nachhaltige Energie-Rohstoff-Reserve für Deutschland, die die natürlichen Energieressourcen (Öl, Gas, Kohle, Uran) schonen kann: Abgebrannte Brennelemente enthalten energetisch nutzbare Nuklide, die heute schon bei wieder aufgearbeiteten Brennstäben eingesetzt werden. Die dabei entstehenden Reststoffe lassen sich in einer zweiten Recyclingstufe mittels des Transmutationsverfahrens zu neuen Brennstäben verarbeiten und abermals zur Stromerzeugung nutzen. Obwohl dieses Verfahren heute weder technisch noch ökonomisch voll ausgereift ist, wird in zahlreichen Ländern an seiner Optimierung gearbeitet. In Russland werden sogar heute schon nach diesem Verfahren hergestellte Brennelemente in Kernkraftwerken eingesetzt. In den nächsten Jahrzehnten dürfte sich außerhalb Deutschlands dieses zweite Recycling von sogenanntem „Atommüll“ weltweit als wichtiger Beitrag zur Stromerzeugung erweisen und zwar noch bevor ein Endlagerstandort in Deutschland gefunden, untersucht und genehmigt ist: Geschieht das im Jahre 2050 oder 2060? Diesen Standort würde man dann nicht mehr benötigen, da die nach der zweiten Recyclingstufe verbleibende Strahlung des restlichen Atommülls schon nach etwa 300 Jahren der natürlichen Strahlung entspricht. Oberflächlich wirkt das Konzept der deutschen Endlagerpolitik ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihm jedoch aus wissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gründen jede Substanz.




Der Unterschied zwischen echtem Skeptizismus und Leugnen

Der Leser wird sofort mit dem Themenbereich ,Klimawandel‘ konfrontiert. Die Kontroverse um den Klimawandel ist lediglich ein Beispiel einer polarisierten öffentlichen Diskussion, die vom tatsächlichen Status der Wissenschaft entfernt und abgekoppelt ist: innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft gibt es einen allgegenwärtigen Konsens, dass sich die Erde durch Emissionen von Treibhausgasen erwärmt (Anderegg, Prall, Harold, & Schneider, 2010; Cook et al., 2013; Doran & Zimmerman, 2009; Oreskes, 2004; Shwed & Bearman, 2010), aber außerhalb der Wissenschaft wird diese Tatsache fest verwurzelt geleugnet, zumindest in einigen Teilen der Gesellschaft (e.g., Dunlap, 2013; Lewandowsky, Gignac, & Oberauer, 2013). (Hervorhebung von mir [= dem Autor]).

Hoppla! Substantiell geht es bei ,Klimawandel‘ nicht einfach darum, ob sich der Planet durch Treibhausgasemissionen erwärmt hat. Wichtigere und damit zusammenhängende Fragen sind u. A. wie viel er sich erwärmt hat, was noch außer Treibhausgasen dabei mitgewirkt hat, oder ob die Erwärmung beispiellos ist oder nicht, spielt es überhaupt eine Rolle (ist Erwärmung nicht besser als Abkühlung?) neben vielen anderen. Genau genommen gibt es keine Notwendigkeit, einen Konsens mit dem Adjektiv allgegenwärtig [pervasive] zu schmücken. Falls es ein Konsens ist, ist er definitionsgemäß allgegenwärtig, was ,durchdrungen‘ [permeated] bedeutet oder ,diffundiert durch‘ usw.

Dann könnten sich interessierte Leser fragen, wo man das fest verwurzelte Leugnen der vermeintlichen Tatsache findet, dass sich die Erde durch Treibhausgasemissionen erwärmt. Die skeptische Gemeinschaft akzeptiert meiner Ansicht nach großenteils, dass Treibhausgase zur Erwärmung beigetragen haben, zu der es im vergangenen Jahrhundert oder so gekommen war (was nicht wirklich das Gleiche ist). Es gibt jedoch ein paar Abweichler [dragon-slayers], die anderer Ansicht sind (hier). Aber tief verwurzeltes Leugnen? Davon sehe ich nichts. Die Links helfen nicht, befasst sich doch die Studie von Dunlap 2013 mit 108 Klimawandel-Leugungs-Büchern [climate change denial books], wobei das größte Interesse den vermeintlichen Links zu Industriegruppen gilt. Der Lewandowsky-Link ist sogar noch weniger hilfreich, abgesehen davon, dass es sich um eine intellektuell scheußliche Studie (hier) handelt. Ich weiß nicht, was ich als Beispiel für tief verwurzeltes Leugnen zu finden erwarte im Gegensatz zu allgegenwärtigem Konsens, aber dafür gibt es hier keinen Beweis. Weiter heißt es:

In Medienberichten wird sogar gelegentlich proklamiert, dass die Erwärmung aufgehört hat (Ridley 2014) oder dass wir einer globalen Abkühlung entgegen gehen (z. B. Rose 2013). Diese Einwürfe haben keine wissenschaftliche Unterstützung…

Nun, das Op Ed von Matt Ridley im Wall Street Journal mag keine Spitzen-Wissenschaft sein, obwohl er sich auf die Wissenschaft beruft (hier), aber das UK Met. Office hat tatsächlich bestätigt, dass es bzgl. der Erwärmung einen Stillstand gibt (hier) und dass sich dieser noch bis 2017 fortsetzen werde. Die Wissenschaftler, die die Möglichkeit einer Abkühlung ins Spiel bringen, sind zumeist Solarphysiker, und ihre Ansichten mögen falsch sein. Aber die ,Abkühlungs‘-Sicht HAT einige wissenschaftliche Unterstützung (siehe z. B. hier).

Diese einführenden Bemerkungen sind ein wenig misstönend im Zusammenhang mit der reinen Plattitüde, die noch kommen wird. Öffentliche Debatte und Skeptizismus sind in einer funktionierenden Demokratie essentiell. Tatsächlich hat sich der Skeptizismus als fähig erwiesen, den Menschen die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Lüge leichter zu machen. Wie könnte man anderer Ansicht sein? Wie also können wir feststellen, ob das, was man uns sagt, wissenschaftliches Faktum oder Leugnen ist? Aber – es gibt drei Faktoren, die immer gegenwärtig sind, wenn Leugner involviert sind. Erstens bauschen sie alles auf. Zweitens, Leugnen enthält immer Bemerkungen hinsichtlich einer Verschwörung. (Ich glaube, dass der o. g. Dunlap 2013 ein perfektes Beispiel für die Art und Weise ist, wie Verschwörung ins Spiel gebracht werden kann, aber ich glaube nicht, dass die Autoren ihn im Sinn hatten). Drittens, Leugner fahren persönliche und professionelle Angriffe auf Wissenschaftler sowohl öffentlich als auch hinter den Kulissen und stoßen reichlich Klagen aus gegen die Institutionen, an denen die Wissenschaftler arbeiten mit Vorwürfen bzgl. des Forschungsgebahrens. Zwei der Autoren dieses Beitrags geben an, Derartiges schon erlebt zu haben.

Die Autoren behaupten aufgrund von etwas, das sie jüngste Beweise nennen, dass bis zu 1 Milliarde US-Dollar in Stiftungen und Denkfabriken in den USA fließen, jedes Jahr, deren Zweck es ist, politische Lobbyarbeit zu leisten für alle möglichen Themen. Eine der prinzipiellen Objektiven dieses Netzwerkes ist es, eine Klima-„Gegenbewegung“ zu unterstützen, die danach trachtet, das öffentliche Gerede um Klimawandel umzuleiten von einem überwältigenden wissenschaftlichen Konsens hin zu Zweifel, Diskussion und Unsicherheit (Brulle, 2014; Plehwe, 2014). Zur Verdeutlichung: über 90% aller jüngst erschienenen Bücher, die Umweltprobleme nicht ernst nehmen, wurden mit konservativen Denkfabriken in Verbindung gebracht (Jacques, Dunlap, & Freeman, 2008),, und solche Bücher werden niemals einer Begutachtung unterzogen (Dunlap & Jacques, 2013).Das sieht mir schon nach Verschwörung aus, zumindest auf den ersten Blick, aber auch hier glaube ich nicht, dass die Autoren dies im Sinn hatten.

Jetzt kommen weitere Plattitüden: In einer Demokratie sind Aufforderungen zu einer echten Debatte willkommen und müssen ernst genommen werden. Angesichts des Umstandes, dass wissenschaftliche Dinge weit reichende politische, technologische oder umweltliche Konsequenzen haben können, kann eine stärkere Teilhabe der Öffentlichkeit nur willkommen sein und zu einer besseren Politik führen. Wer würde dem nicht zustimmen? Man gibt uns hier ein kleines Beispiel, wie dies in der Praxis ausgesehen hat (es geht nicht um Klimawandel): Trotz des Anspruchs der Öffentlichkeit, in Dinge involviert zu sein, die wissenschaftliche Bildung voraussetzen, müssen wissenschaftliche Debatten immer noch geführt werden, wenn man den Regeln der Wissenschaft folgt. Argumente müssen auf Beweisen beruhen und Gegenstand von Begutachtungen sein, bevor sie einstweilig akzeptiert werden. Halt! Falls Argumente auf Beweisen beruhen müssen und diese Beweise die Argumente nicht stützen – was dann? Müssen wir wirklich auf gute Politik warten, bis der Begutachtungsprozess (etwas, dass fast ausschließlich akademische Arbeiten betrifft) sich mit der Angelegenheit beschäftigt hat? In der Arena der Klimawissenschaft haben es selbst sehr angesehene skeptische Wissenschaftler sehr schwer gehabt, dass kritische Studien zur Veröffentlichung akzeptiert worden waren.

Was das Thema Nichtübereinstimmung betrifft: die beiden erstgenannten Autoren räumen die Unsicherheit von Klimaprojektionen ein, machen aber geltend, dass im Gegensatz zur populären Intuition jedwede Unsicherheit sogar noch größeren Auftrieb für Klima-Entschärfung [climate mitigation] bietet. Diese Argumentationskette ist mir schon früher begegnet, und ich muss hier der ,populären Intuition‘ folgen. Falls es Unsicherheiten gibt darüber, ob etwas getan werden muss, weil die Beweise schwach oder zweifelhaft sind, würde es wirklich seltsam daherkommen zu sagen ,Ha! Das ist sogar noch mehr Grund, meinem gewählten Pfad zu folgen!‘ Ich bin offen dafür, überzeugt zu werden, aber nicht für diese Art der Beteuerung.

Was meiner Ansicht nach in dieser seltsamen, wirren und von Beweisen freien Studie vor sich geht, ist eine Art expliziter Argumentation, dass Begutachtung der einzige Weg ist, und sei es nur, weil die Blogosphäre (welche die Autoren verunglimpfen) kaum etwas zur Stützung des vermeintlichen Konsens‘ bietet. Inzwischen haben die Autoren den Titel der Studie vergessen, und wir bekommen dies: Menschen, die wissenschaftliche Fakten leugnen, die sie unakzeptabel finden, sind im Gegenteil in keiner Weise Skeptiker. Im Gegenteil, sie scheuen demonstrativ zurück vor einer wissenschaftlichen Debatte, indem sie es umgehen, ihre Gedanken einer Begutachtung zu unterziehen. Man muss noch einmal sagen, dass Begutachtung etwas für Akademiker und nicht der goldene Standard der Wissenschaft ist. Schlechte Daten, schlechte Argumentation und Eigeninteresse werden normalerweise rasch erkannt, und jedweder Vorschlag, der daraus resultiert, wird gewöhnlich verworfen oder zumindest beiseite gelegt. Was ,Klimawandel‘ davon unterscheidet ist, dass politische Maßnahmen wie die Kohlenstoffsteuer eingeführt wurden, bevor die Wissenschaft ordnungsgemäß durchgeführt worden ist (was immer noch nicht der Fall ist), und dass aus politischen Gründen diese Maßnahmen bestehen bleiben, trotz des Fehlens bekräftigender wissenschaftlicher Beweise.

Oha, schon wieder eine engstirnige, zwielichtige begutachtete Studie. Wer hat diese durchgewunken? Oh, ich habe vergessen, die Leitlinien zu erwähnen. Die erste davon mit dem Titel [übersetzt] ,vorgeschlagene Leitlinien für kritisches wissenschaftliches Engagement durch Mitglieder der Öffentlichkeit‘ beginnt mit dieser kleinen Präambel: Falls man etwas zu einer wissenschaftlichen Konversation beitragen will, muss man bestimmten Regeln folgen. Eine dieser Regeln lautet, dass wissenschaftliche Argumente in der begutachteten wissenschaftlichen Literatur behandelt worden waren. Falls man hierzu unwillig ist, haben diese Leitlinien kaum einen Wert. Tatsächlich! Viel Glück, du Möchtegern-Beitragender!

Der zweite Satz ist für Wissenschaftler gedacht, die von einem Mitglied der Öffentlichkeit angegangen werden, das nach kritischem Dialog trachtet. Die Leitlinien sagen, dass man sorgfältig vorgehen soll – es könnte jemand kommen der nicht gutgläubig ist und der Fehler in der Arbeit der Wissenschaftler finden will. Man helfe ihnen nicht!

Und wenn man beiden Leitlinien genügt hat, weiß man immer noch nicht, was die Autoren meinen mit ,echtem Skeptiker‘, oder wie er oder sie von einem ,Leugner‘ unterschieden werden kann. Und doch ist das eingebettet in den Titel des Beitrags.

Und schließlich die Autoren. Die ersten beiden Namen werden Lesern dieser Website bekannt vorkommen, ebenso wie jedem, der am Thema ,Klimawandel‘ interessiert ist: Stefan Lewandowsky, Michael E. Mann, Nicholas J. L. Brown und Harris Friedman. Über den dritten und vierten Autor erfährt man etwas aus der Lektüre des Artikels. Sie scheinen irgendwie vernünftiger als die ersten beiden. Oh, es gibt 96 Referenzen, von denen 22 von den Autoren selbst stammen, 16 von Lewandowsky allein. Ich kann mich irren, aber ich konnte nur drei Referenzen finden, die kritisch gegenüber dem Standpunkt der Autoren eingestellt waren. Nicht wirklich eine begutachtete Studie, wenn man all die Ansprüche betrachtet.

Und ich frage mich selbst wieder einmal: diese schlimme, kaum durch Argumente belegte und eigensüchtige Studie hat den Begutachtungsprozess erfolgreich durchlaufen? Wohin sind wir in der Welt der Journale schon gekommen?

Link: http://donaitkin.com/the-distinction-between-true-scepticism-and-denial/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Schiff HMS Terror nach 170 Jahren im nördlichen Eis wieder aufgetaucht.

Heute, also über 170 später ist das Wrack offenbar gefunden worden und viele der offenen Fragen zu dem Unglück von damals können möglicherweise beantwortet werden.

Die Meldung ist vermutlich genauso interessant, wie eine Meldung, die wir möglicherweise im Jahr 2050 lesen, wenn dann vielleicht endlich das Wrack von Flug MH370 gefunden wird.

Dennoch beinhaltet der Artikel, der beispielsweise auf dem Schweizer Fernsehen  oder auf n-tv  nachgelesen werden kann, noch eine ganz andere versteckte Nachricht:

Wie kann es sein, dass sich damals im Mai 1845 eine ganze Crew auf den Weg gemacht, um die Nordwestpassage zu durchqueren? War es damals vielleicht doch nicht so, dass die Eisbedeckung der Arktis viel größer war?

Es muss wohl bereits 1845 die realistische Chance gegeben haben, diese Seeroute zu durchqueren, hätte es auch im Sommer Packeis gegeben, wäre Sir Franklin wohl nie auf die Idee gekommen, es doch zu versuchen.

Manchmal gibt es in den Medien interessante Berichte, die ganz versteckt die Theorie der einzig vom Menschen gemachten Klimaerwärmung  in Frage stellen. Die Autoren stellen die wirklich kritischen Fragen zu ihren eigenen Artikeln leider nicht, aber Eike-Leser vielleicht eben schon. Dieser Artikel passt hier auch dazu. 




Bundesregierung will E-Auto-Ladesäulen mit bis zu 30.000 Euro fördern

Trotzdem ist es auch mit zusätzlicher Kaufprämie nicht gelungen, ausreichend viele Bürger vom E-Auto-Wahnsinn überzeugen zu können. Das ist auch nicht erforderlich, denn in Zukunft wird, beginnend ab dem Ortsschild in Städten, das Fahren ohne Strom sowieso verboten, so dass dann zumindest ein Hybridfahrzeug für jeden fast unumgänglich wird.

Wie Frau Hendricks die Bürger informierte, betrachtet sie die EEG-Wende als einen [1] „… konsequenten und gut geplanten Umstieg … „, welcher auch überhaupt nichts mit Planwirtschaft zu tun hat: [1] „Dies als „Planwirtschaft“ zu bezeichnen, offenbart einen bemerkenswerten Mangel an Ernsthaftigkeit und Sachkenntnis in der Debatte“.

… was wohl nicht jeder Bürger so sehen muss. Aber dafür sind solche Personen ja in der Politik gelandet, wo Realitätsblindheit wohl zur Grundeigenschaft gehört1.
 

Auf jeden Fall wird die für „Sachkenner“ wie Frau Hendricks nicht existierende Planwirtschaft EEG und Elektroauto konsequent weiter geführt und mündet nun in die Subventionierung von Ladesäulen.

Wirtschaftswoche vom 15. September 2016: Bundesregierung will E-Auto-Steckdosen mit bis zu 30.000 Euro fördern
Das geht aus dem Entwurf zu der entsprechenden Förderrichtlinie hervor, der der WirtschaftsWoche vorliegt.

… Mit der Förderung will die Regierung ihrem kaum noch erreichbaren Ziel von einer Million E-Autos im Jahr 2020 ein Stück näher kommen. … Wer Geld aus dem Fördertopf möchte, muss nachweisen, dass der für den Ladevorgang erforderliche Strom aus erneuerbaren Energien oder aus vor Ort eigenerzeugtem regenerativem Strom – wie etwa einer Photovoltaik-Anlage stammt.

Wie man nachweist, dass der Strom aus Erneuerbaren Energie stammt, gar noch vor Ort erzeugt, entzieht sich jeglicher Kenntnis des Autors. Vielleicht sponsert Frau Hendricks Ministerium dafür noch ein Projekt „Ökostrom-Einfärbung“. Beim Diesel für die Bauern gab es das ja auch. Und die Physik des Färbens ist doch über all die Gleiche. Mit der Versorgung selbst dürfte es dann nachts und gleichzeitiger Windflaute schwierig werden. Aber dann wird der grüne Strom ja per Zertifikat durchs Internet rund um die Welt zur Steckdose transformiert. Und der green-Nachweis kommt per Mail-Anhang – moderne Energieversorgung eben.

Vorausdenkende Politiker wiesen schon darauf hin, dass die 1 Millionen ja auch nur zwei Räder haben könnten. Dann hätte der seligste Wusch von Frau Hendricks und unserer Kanzlerin immer noch die magische Millionen, aber eben nur die Hälfte „Beine“.

Vorausdenkende Städte haben sich dem bereits angenommen und helfen:

Süddeutsche Zeitung 30. November 2015: Stadt fördert auch E-Bikes
Die Stadt München will vom kommenden Jahr an nun doch den Kauf von Elektrofahrrädern, sogenannten Pedelecs, fördern. "Beim Verkauf von Pedelecs ist ein regelrechter Boom festzustellen", sagt Umweltreferentin Stephanie Jacobs. Sie hofft, dass in Zukunft nicht nur Privatleute, sondern auch Firmen die Vorteile der E-Bikes erkennen und "im Kurierdienstwesen, im Werksverkehr sowie im Dienstleistungsverkehr" verstärkt darauf setzen.
Die Förderung für all diese Fahrzeuge richtet sich aber nicht an Privatleute. Vielmehr können von April 2016 an nur Gewerbetreibende und Unternehmen sowie Freiberufler und gemeinnützige Organisationen das Geld beantragen.

Leider ist man als Bürger einer klammen Stadt damit immer noch ausgeschlossen, von der Antriebswende light zu profitieren. Aber als Arbeitnehmer freut man sich schon darauf, auf dem subventionierten E-Bike der Firma im Winter bei Schneetreiben zum Arbeitseinsatz dank Stromunterstützung mit einem das Klimakarma verbessernden Footprint zu E-Bike-radeln – ist ja immer noch besser als gar nichts von der Subventionierung zu haben.

1"Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“, ein öfters gebrachter Ausspruch des ehemaligen DDR-Staatsrats-Vorsitzenden Erich Honecker. Von ihm letztmals in wohl fester Überzeugung getätigt am 14. August 1989, also genau einen Monat vor seinem Rücktritt (14. Oktober 1989).

Quellen

[1]

EIKE 14.09.2016: Frau Hendricks glaubt im Klimawahn, Klimapäpstin geworden zu sein und den Irrglauben ihrer Bürger verdammen zu dürfen Zu ihrem Gastbeitrag „Weit verbreiteter Irrglaube“ im Handelsblatt[1]

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/frau-hendricks-glaubt-im-klimawahn-klimapaepstin-geworden-zu-sein-und-den-irrglauben-ihrer-buerger-verdammen-zu-duerfen-zu-ihrem-gastbeitrag-weit-verbreiteter-irrglaube-im-handelsblatt1/