WikiLeaks: Hillary Clintons Widersprüchliche Bemerkungen zum Fracking

  1. In Bezug auf Fracking, bieten die öffentlich gewordenen E-Mails einen Einblick in Reden, die sie vor geschlossenen Gruppen gehalten hat, die wir bisher nicht kannten. Eine solche Rede wurde vor der mit Problemen belasteten Deutschen Bank am 24. April 2013 gehalten.

    Dort lobte sie das Fracking als Werkzeug, um "noch mehr Länder mit mehr Energie zu versorgen". Sie erzählte dem Publikum: "Ich habe Fracking an anderen Orten auf der ganzen Welt gefördert." Sie prahlte über "die Vorteile, die auf uns zu kommen, vor allem in der Produktion, weil wir jetzt mehr Öl und Gas bekommen werden."

    Doch alles, was sie in ihrer Kampagne gesagt hat, ergibt ein anderes Bild.

    Ihre erklärte Energiepolitik ist gegen fossile Brennstoffe gerichtet. Die Partei-Basis fordert "eine Zielsetzung von 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen bis 2050." Zusätzlich zur Forderung "genug saubere erneuerbare Energie für die Stromversorgung jedes Hauses in Amerika innerhalb von zehn Jahren", umreißt Hillarys Website ihren Wunsch „die Menge an Ölverbrauch in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt zu reduzieren" Sie erklärte, dass das Verbot der Gewinnung fossiler Brennstoffe auf öffentlichen Grundstücken "ein erledigtes Geschäft ist." Während sie damit nicht rauskommt und klar sagt, dass sie Fracking verbieten würde, z.B. bei einer CNN-Debatte im März 2006 mit Bernie Sanders in Flint, Michigan.

    Sie erklärte stolz: "Wenn wir alle meine Bedingungen durchbekommen, glaube ich nicht, dass es noch viele Orte in Amerika gibt, wo Fracking weiterhin stattfinden wird. Und sie hat versprochen, “fossile Brennstoffe zu stoppen".

    Dann gibt es ihre Anmerkung über die Finanzierung Grüner Gruppen, die aus Russland kommt. Es ist schon lange vermutet worden, dass Russland seine nationalen Öl-und Gas-Interessen durch die Finanzierung des Anti-Fracking-Aktivismus schützen will – keine neue Idee, aber durch die aktuelle Aufmerksamkeit lohnt es sich, das zu überdenken.

    Meines Wissens, kam Russlands Beteiligung an der Gestaltung der öffentlichen Meinung im Jahr 2010 ans Licht, als verschiedene WikiLeaks Enthüllungen öffentlich gemacht wurden durch Stratfor [private Nachrichtenagentur] – die zuvor einen Hintergrundbericht über Shale Gas [Schiefergas] Aktivitäten veröffentlicht hatten -, der auf russische Finanzierung für den Anti-Fracking Film Gasland spekulierte.

    Im Jahr 2013 wies der Filmemacher Phelim McAleer in seinem Film "FrackNation" auf die "unaufrichtigen Einwände" Russlands hin.

    Darin sagte der britische Journalist James Delingpole: "Russland ist verschnupft, wenn es sein Gas nicht exportieren kann, so dass es für Russland wirklich wichtig ist, dass die Schiefergasrevolution nicht stattfindet, Es ist auch in Russlands Interesse, die Umwelt-Gruppen zu finanzieren, die sich Kampagnen gegen Fracking verpflichten“.

    Im Juni 2014 erklärte Anders Fogh Rasmussen, der frühere dänische Ministerpräsident, in seiner Eigenschaft als amtierender NATO Generalsekretär im Juni 2014, dass er "Verbündete" getroffen habe, die berichten können, dass Russland im Rahmen ihrer anspruchsvollen Informations- und Desinformationsoperationen aktiv miteinbezogen sei. So genannte NGO Umweltorganisationen, die gegen Schiefergas arbeiten, um die europäische Abhängigkeit von importiertem russischem Gas zu erhalten " Gemäß The Guardian, "Er lehne es ab, Details dieser Operationen preiszugeben und sagte:" das ist meine Interpretation".

    Ein paar Monate später, brachte die New York Times (NYT) eine Geschichte mit dem Titel:

    "Russisches Geld wird verdächtigt hinter Fracking Protesten zu stehen."

    Er berichtet von verschiedenen Ländern Osteuropas, die am stärksten von der russischen Energie abhängen, wo Chevron die Explorations – Gasbohrungen vorsah, die dann plötzlich von Protesten von Aktivisten bedroht waren, von denen viele bisher wenig Interesse an Umweltfragen hatten. NYT zitiert den rumänischen Premierminister Victor Ponta:

    "Energie ist heute die effektivste Waffe der Russischen Föderation – viel effektiver als Flugzeuge und Panzer." 

     "Russland“, fügt die NYT hinzu, "hat in der Regel wenig Bedenken hinsichtlich des Umweltschutzes gezeigt und hat eine lange Liste von schikanierten und sogar verhafteten Umweltschützern, die Proteste inszenieren." Bei Fracking jedoch, haben sich die russischen Behörden enthusiastisch grün verhalten, wie Putin im letzten Jahr erklärte, denn ‚Fracking ist ein großes Umweltproblem‘. An Orten wo es erlaubt war, sagte er, "kam nicht mehr Wasser aus ihren Hähnen, sondern ein schwärzlicher Schlamm." "Das russische Fernsehen zielte auf ausländische Zuschauer, übertrug Warnungen über vergiftetes Wasser. Doch die Erkundung im westlichen Rumänien durch Gazprom, Russlands größte Ölfirma, hat nicht zu ähnlichen Massenprotesten geführt. Darüber hinaus haben "pro-russische Separatisten im Osten, die sonst kein Interesse an grünen Fragen gezeigt haben, Fracking als tödliche Gefahr denunziert."

     

    Im Januar 2015 berichtete die Washington Free Beacon über eine Bermuda-Firma, die Verbindungen zu russischen Ölinteressen hatte und Geld für Anti-Fracking-Gruppen in den USA weiterleitete. Es zeigt, wie das Geldwäsche-System funktioniert und fast zusammen: "Die Überschneidungen zwischen den Führungskräften in Unternehmen mit Verbindungen zu russischen Ölinteressen und einem Multi-Millionen-Dollar-Spender für US-Umweltschützer-Gruppen hat einige Experten besorgt, dass die Russen ihre Anti-Fracking-Taktik in Europa verwenden, um die Fracking Praxis in den Vereinigten Staaten anzugreifen.

    Ich habe es im Februar in meiner Spalte adressiert, mit dem Titel : "Benennung der Gegner der US-fossilen Brennstoff-Förderung" – wo ich auch über das Engagement der OPEC, bei der Finanzierung von Anti-Fracking-Aktivitäten berichtet habe.

    Im März 2015, beim Forbes Reinventing America Summit in Chicago [Gipfeltreffen] erklärte Harold Hamm, Chairman und CEO bei Continental Resources – auch bekannt als "Fracking King" – "Russland hat hier viel Geld ausgegeben, um Panik auszulösen In den Vereinigten Staaten über fracking, um es zu stoppen, weil plötzlich ihr Marktanteil weg geht."

    Anti-Fracking-Gruppen wie Greenpeace, lehnen solche Anschuldigungen als "albern" ab.

     

    Trotz aller zahlreichen Verbindungen, die Russland mit Anti-Fracking-Aktivitäten verknüpfen, gibt es kaum harte Beweise.

     

    Aber jetzt, dank WikiLeaks, ist Russlands Anti-Fracking-Finanzierung wieder in den Schlagzeilen: "Durchgesickerte E-Mails zeigen Hillary Clintons Beschuldigung der Russen für die Finanzierung" erfundener "Anti-Fracking-Gruppen", schrieb die Washington Times.

     

    Marita K Noon @energyrabbit

    How they really work: #Steyer agrees to arrange phony green protest requested by Hillary’s campaign chairman! https://twitter.com/EnergyBrief/status/788757357371228160 …

     

    Nur jemand mit Kenntnis und einer hohen Sicherheits-Zugangsstufe und einem Verständnis der Außenbeziehungen, wie ein Staatssekretär, könnte – wie Hillary in einer Juni 2014 Rede in Edmonton Kanada, zu einem Publikum sagen

     

    "Wir waren gegen Russland und ermutigten Oligarchen und andere zum Kauf von Medien und wir waren sogar gegen erfundene Umweltschützer, und ich bin ein großer Umweltschützer, aber diese wurden von den Russen gefördert, um gegen jede Anstrengung, ob diese Pipeline [Keystone und / oder Dakota] oder Fracking, zu bestehen, wie auch immer das ein Problem für Sie sein wird, und eine Menge Geld, das diese Botschaft unterstützt, kam aus Russland. "

     

    Nun, dank WikiLeaks, haben wir die erste "halbamtliche Bestätigung", wie Delingpole es nannte, "zum russischen Sponsoring der großen, einflussreichen und schamlos gut finanzierten Anti-Fracking-Industrie."

     

    McAleer, in einer Pressemitteilung, beschuldigt diese Gruppen „als bezahlte Agenten für eine feindliche ausländische Macht zu handeln."

    Denken Sie daran, diese Gruppen sind große Anhänger von Hillary und sie ist, basierend auf ihrer erklärten öffentlichen Politik, ein großer Unterstützer ihrer Anti-Fracking-Agenda. Wie ich schon sagte, sind wir in einem wirtschaftlichen Krieg und es gibt viele, die nicht wollen, dass Amerika gewinnt. Die billigen Energiepreise dank Fracking, haben der USA einen wirtschaftlichen Vorteil gebracht – daher die Feindseligkeit dem gegenüber.

    Veröffentlicht durch Marita Noon, erhalten per Email am 19.10.2016

    Übersetzt durch Andreas Demmig

     http://energymakesamericagreat.org/




Wetterlagenhäufigkeit und Jahrestemperaturverhalten in Deutschland

Bild rechts: Eiskalt oder mild- Die jeweilige Großwetterlage entscheidet! Bildquelle: wetteronline.de

Neben dem altbewährten, Klassifikationsverfahren nach HESS/BREZOWSKY, welches mit Übergangslagen 30 Großwetterlagen unterscheidet und sich bis 1881, mit Unsicherheiten gar bis 1871 zurück anwenden lässt, wird beim Deutschen Wetterdienst (DWD) seit dem 01. Juli 1979 die sogenannte Objektive Wetterlagenklassifikation mit 40 Wetterlagenklassen durchgeführt. Über das Verfahren nach HESS/BREZOWSKY und dessen Ergebnisse wurde hier schon mehrfach berichtet, unter anderem siehe http://www.eike-klima-energie.eu/klima-anzeige/im-takt-der-amo-und-der-nao-1-das-haeufigkeitsverhalten-der-grosswetterlagenund-dessen-auswirkungen-auf-die-deutschland-temperaturen/ Dabei wird die großräumige Luftdruckverteilung über Europa in ihrer Auswirkung auf Mitteleuropa betrachtet; das Verfahren ist subjektiv, was allerdings durch die Zusammenfassung mehrerer verwandter Wetterlagen zu Clustern weitgehend behoben werden kann. Bei der Objektiven Klassifikation steht hingegen die Anströmrichtung über Deutschland und den unmittelbaren Nachbarregionen in der 700hPa- Druckfläche (etwa 3000 Meter Höhe) im Vordergrund. Jede Wetterlagenklasse erhält eine fünfstellige Buchstabenkennung. Die zwei ersten Buchstaben stehen für die Anströmrichtung in 700hPa: XX bedeutet keine vorherrschende Anströmrichtung, NO vorherrschend Nordost, SO Südost, SW Südwest, NW Nordwest. Der dritte Buchstabe steht für die Zyklonalität in 950, der vierte für die in 500 hPa, wobei A jeweils antizyklonal und Z zyklonal bedeutet, und der letzte Buchstabe kennzeichnet den Feuchtegehalt der Troposphäre mit T = trocken oder F = feucht. Somit ergeben sich 40 Wetterlagenklassen von XXAAT bis NWZZF. Näheres zu dem Verfahren siehe auf den Webseiten des DWD unter http://www.dwd.de/DE/leistungen/wetterlagenklassifikation/beschreibung.html;jsessionid=4D3E9F52EAD4CCF9210ECD505085C043.live11042?nn=16102&lsbId=375412 Das Klassifikationsgebiet mit seinen Modellrastern (aktuell wird das GME- Modell verwendet) ist der folgenden Abbildung zu entnehmen:

Abb. 1: Klassifikationsgebiet (blau) für die Objektive Wetterlagenklassifikation.

Aufgrund der unterschiedlichen Herangehensweise lassen sich die beiden Klassifikationsverfahren hinsichtlich ihrer Ergebnisse nicht eindeutig vergleichen, denn das Verfahren nach HESS/BREZOWSKY arbeitet großräumiger. Folgende Abbildung soll das anhand der Bodenwetterkarte vom 28. Januar 2006, 00 UTC verdeutlichen:

Abb. 2: Bodenwetterkarte vom 28. Januar 2006, 01 Uhr MEZ. Kalte Festlandsluft (cP) war wetterbestimmend. Eine Hochdruckzone reichte von den Britischen Inseln über das nordöstliche Mitteleuropa bis zum Balkan. Über Deutschland herrschte weder am Boden noch in 3.000 Metern Höhe eine vorherrschende Windrichtung bei in beiden Niveaus antizyklonalen Bedingungen und trockener Troposphäre- XXAAT nach Objektiver Klassifikation. Nach HESS/BREZOWSKY wurde diese Lage als HB (Hoch Britische Inseln) klassifiziert- eine zu den Nordlagen gehörende Großwetterlage. Bildquelle: DWD, leicht verändert und ergänzt.

Trotz dieser Unterschiede sollten sich getreu dem Motto „Die Zeit heilt Vieles“ längerfristig zumindest Ähnlichkeiten bei der Häufigkeitsentwicklung verwandter Wetterlagen zeigen. Seit 1881 fällt besonders die starke Zunahme der Südwestlagen auf; doch zeigt sich diese auch seit 1980, dem Vorliegen der Objektiven Wetterlagenklassifikation, im Jahresmittel? Die nächste Abbildung beantwortet diese Frage eindeutig mit „Ja“:

Abb. 3: Merkliche Zunahme der Südwestlagen (Tage absolut je Jahr) sowohl nach dem objektiven Klassifikationsverfahren (oben) als auch nach HESS/BREZOWSKY seit 36 Jahren.

Beide „Südwestlagencluster“ zeigen hinsichtlich ihrer Häufigkeit eine signifikante Korrelation zum DWD- Jahresmittel der Lufttemperatur für Deutschland seit 1980, die nach HESS/BREZOWSKY mit einem Bestimmtheitsmaß B von 14,9% aber recht bescheiden ausfällt. Wesentlich deutlicher ist der Zusammenhang, wenn man nur die 6 erwärmend wirkenden SW- Lagen der Objektiven Klassifikation von SWAAT bis SWZAF betrachtet (die 2 SWZZ- Lagen wirken im Jahresmittel leicht kühlend):

Abb. 4: Zu einem guten Drittel lässt sich die Variabilität der Jahresmitteltemperaturen in Deutschland mit der Häufigkeit bestimmter Südwestlagen erklären.

Im Ausgleich zu diesen häufiger werdenden, erwärmend wirkenden SW- Lagen mussten andere, kühlende seltener werden; die nächste Abbildung zeigt 2 Beispiele dafür:

Abb. 5: Im Gegensatz zu den erwärmend wirkenden SW- Lagen nahm die Häufigkeit aller NW- Lagen sowie aller in beiden Höhenniveaus zyklonalen Lagen ab Die starke Häufigkeitsabnahme der NW- Lagen zeigt sich übrigens nach der HESS-BREZOWSKY- Klassifikation seit 1980 nicht; allerdings nahm deren Häufigkeit seit 1881 deutlich ab.

Nun wollen wir der Frage nachgehen, ob sich vielleicht Cluster der Objektiven Wetterlagenklassifikation mit noch größerem Einfluss auf das Temperaturverhalten finden lassen, als die bereits erwähnten 6 SW- Lagen. Auf die richtige Fährte führt diese Abbildung:

Abb. 6: Alle zumindest in 500hPa antizyklonalen Lagen (AA- und ZA- Lagen) und alle feuchten Lagen (F) zeigten eine leichte Häufigkeitszunahme und wirkten ähnlich stark erwärmend, wie die 6 Lagen SWAAT bis SWZAF.

Bildet man nun ein Cluster aus allen mindestens in 500hPa antizyklonalen Lagen, die gleichzeitig feucht sind, so ergibt sich folgender Zusammenhang:

Abb. 7: Die Häufigkeit des Clusters aller mindestens in 500 hPa antizyklonalen (AA und ZA) Lagen, die gleichzeitig feucht sind (insgesamt 10 Wetterlagen), vermag mehr als 40% der Variabilität der Jahresmitteltemperaturen zu erklären; der Korrelationskoeffizient von 0,64 ist hoch signifikant. Ob sich da etwa die „Gegenstrahlung“ des Wasserdampfes stark wärmend bemerkbar macht und dem CO2 den Rang abläuft?

Zuletzt noch eine Prüfung, ob die Zunahme der 20 klassifizierten, mindestens in 500 hPa antizyklonalen Lagen reell ist. Hierzu wurde der Einfachheit halber nur die Tendenz der 500hPa- Höhenlage seit 1980 am relativ zentral gelegenen Gitterpunkt 50°N und 10°E betrachtet. Es zeigt sich eine hoch signifikante Übereinstimmung:

Abb. 8: Sehr gute Übereinstimmung zwischen der Häufigkeitsentwicklung aller mindestens in der Höhe (500 hPa) antizyklonalen Lagen (rosa) und der Entwicklung der Höhenlage der 500 hPa- Fläche am Gitterpunkt 50°N, 10°E.

Zusammenfassung

Beide in Deutschland verwendeten Wetterlagen- Klassifikationsverfahren haben ihre Daseinsberechtigung. Das Verfahren nach HESS/BREZOWSKY wird auch weiterhin genutzt werden müssen, weil nur mit ihm großräumige Verhältnisse über einen sehr langen Zeitraum von mehr als 130 Jahren analysiert werden können. Das Objektive Verfahren erlaubt hingegen eine sehr detaillierte Analyse der Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit von Großwetterlagen und den Temperaturverhältnissen in Deutschland. Die Häufigkeitsverhältnisse bestimmter Großwetterlagen- Cluster vermögen 35 bis über 40% der Variabilität der Jahresmitteltemperaturen zu erklären. Die Häufigkeitszunahme bestimmter Südwestlagen, aller mindestens in der Höhe antizyklonalen Lagen und aller feuchten Lagen ist ein wesentlicher Grund für den leichten, keinesfalls besorgniserregenden Temperaturanstieg in Deutschland seit 1980.

Stefan Kämpfe, Diplom- Agraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher




Der Strom, die Preise und die Netze

Rund 120 Jahren hat es gedauert, bis ein hervorragendes Stromsystem aufgebaut war. Die erste Überlandleitung für Strom wurde anläßlich der Internationalen Elektro-technischen Ausstellung 1891 in Frankfurt gelegt. Seitdem bauten Ingenieure ein Stromnetz auf, das in Sachen Zuverlässigkeit seinesgleichen suchte. So wenig Stromausfälle wie hierzulande gab es in nur wenigen anderen Ländern. Ebenso lieferte die Kraftwerksindustrie relativ preiswerte Elektroenergie. Voraussetzung für eine erfolgreiche Industrialisierung Deutschlands.

Jetzt also die Frage, wie schnell man das System wieder zerstören kann.

Einmal, indem die Preise immer stärker steigen.

In Deutschland sehen wir die »Erfolge« an ins wahnwitzige gesteigerten Strompreise. Es sind die zweithöchsten in Europa. Rund 1050 Euro kosten jene 3500 kWh, die eine dreiköpfige Familie durchschnittlich im Jahr verbraucht.

Das bedeutet: Strom wird langsam zum Luxusgut. Das merkt jeder im trauten Heim: Eine Viertelstunde Haare föhnen kostet bereits 12 Cents. Der Sonntagsbraten wird ebenso teurer.

Den größten Teil der Summe schluckt mit rund 265 Euro die sogenannte EEG-Umlage. Geld, das eine normale Familie für die sicheren Renditen von acht Prozent der Energiewenden-Gewinnler abdrückt. Die bekommen Geld sogar dann, wenn ihre Photovoltaik-oder Windanlagen keinen Strom produzieren, weil zu viel davon vorhanden ist.

Viele Ärmere können sich Strom kaum noch leisten. Zumal er im kommenden Jahr wieder teurer wird. Die EEG-Umlage steigt, wie wir gerade mitgeteilt bekamen. Nur der Bundestagswahl ist es sicherlich geschuldet, daß sie nicht in noch höhere Dimensionen steigt. Das könnte im darauffolgenden Jahr nachgeholt werden.

Insgesamt, so erregte kürzlich eine Studie des Institutes für Wettbewerbsökonomik an der Universität Düsseldorf Aufsehen, werde die »Energiewende« bis zum Jahre 2025 die unvorstellbare Summe von 520 Milliarden kosten. Das ist deutlich mehr als der Bundeshaushalt ( ca. 300 Milliarden Euro) beträgt. Eine Familie wird dann in diesem Zeitraum 25 000 Euro bezahlt haben.

Die Belastung der durchschnittlichen Haushalte ist so dramatisch gestiegen, daß die Erinnerung an die Kosten jener berühmten Kugel Eis wie Hohn klingt.

Es nützt nichts, wenn jetzt einzelne Forderungen erhoben werden, die Preise zu senken. Das bedeutet gleichzeitig: Abschied von der Energiewende. Denn die kann nur funktionieren, wenn die Betreiber der Anlagen mit Geld zugeschüttet werden. Auf einem freien Markt könnten sich diese Formen niemals behaupten.

Sonne und Wind sind nicht in der Lage, allein die Stromversorgung aufrecht zu erhalten. Dazu müssen konventionelle Großkraftwerke bereit stehen. Das bedeutet doppelte Kosten.

Ökostrom ist nutzlos, liefert einen lächerlich geringen Anteil, obwohl die Landschaft bereits mit Windparks zugekleistert ist. Das zeigt ein Blick auf den Stromverbrauch an einem durchschnittlichen Tag:

( Bild chart 8.10.)

Die großen blauen Anteile sind die Einspeisungen von Kraftwerken. Gelb ist das, was Solaranlagen zeitweise liefern. Dieser Anteil wird sich jetzt im nebligen Herbst und Winter weiter verringern. Fast mit der Lupe suchen muß man den Anteil, der von den Windanlagen kommt.

Erstaunlich, wie rund um den Erdball den Kampf gegen billige Energie geführt wird. Das scheint der neue Klassenkampf zu sein: Strom wird so verteuert, daß er zum Luxusgut mutiert.

Das gleiche Spiel sehen wir in der USA.

»Die Ärmsten tragen die Kosten der grünen Energieträume.« Das sagt in den Vereinigten Staaten William F. Shughart II. Er ist Research Director und Senior Fellow am Independent Institute im kalifornischen Oakland.

http://www.independent.org/newsroom/article.asp?id=8892

Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen verdienen so wenig, daß sie höhere Energiepreise nicht ausgleichen können. Sie werden am meisten belastet. Die Geringverdiener tragen also die Kosten der Spielereien der grünen Spitze. Die läßt sich‘s auf dem Rücken der Armen gut gehen.

In den USA hat die berüchtigte Environmental Protection Agency EPA, die amerikanische Umweltbehörde, den Clean Power Plan erlassen, ein »historischer und wichtiger Schritt«, eine Reaktion auf den Klimawandel, wie die EPA betont.

Doch Shughart und Kollegen stellen fest: Der Clean Power Plan wirke sich praktisch nicht aus. Es würde nur eine Temperaturreduktion von lediglich 0,0015 bis zum Jahr 2100 erreicht. Eine ähnliche Studie der American Coalition für Clean Coal Elektricity kommt zu dem Ergebnis, dass die Aktion gerade mal einen Effekt in der Größenordnung habe, wie »wenn sich der Meeresspiegel in der Stärke von ein bis zwei menschliche Haaren anhebe«.

Das einzige Ergebnis des Plans: Der Strom werde deutlich teurer als bisher sein, sagen die Forscher um William Shughart.

Sie werten in erstaunlicher Direktheit die Aktionen der EPA als aggressive Angriffe auf billigen Strom. Dabei werden die Eigentümer von Kohlekraftwerken gezwungen, ihre Kraftwerke zu schließen. Denn die lohnen nicht mehr.

Innerhalb eines Jahres nach der Umsetzung der Pläne würden Kraftwerkskapazitäten in der Größenordnung von 11 Gigawatt Kohleverstromung verschwinden. Das ist die Strommenge, die 2,5 Millionen Haushalte benötigen.

Dabei ist die EPA nicht die einzige staatliche Einrichtung in den USA, die preiswerte Stromquellen attackiert. Das Innenministerium will mit Hilfe einer Stream Protection Rule Kohlekraftwerken den Garaus machen.

Die merkwürdige Begründung: Die Qualität und Quantität von Oberflächenwasser solle geschützt werden. Auch das Grundwasser solle für die – na was wohl – nächsten Generationen geschützt werden. Es werden wie immer hehre Ziele ins Feld geführt; gegen die soll man schwerlich etwas sagen können.

Betroffen von diesen Regulierungen werden vor allem die Menschen in den Appalachen sein. Sie leben in den Mittelgebirgen im Osten Nordamerikas hauptsächlich vom Steinkohlebergbau und bezahlen einen dementsprechend hohen Preis, nämlich den mit Jobverlust. Das kennen wir – ähnlich wie hierzulande die Kohlearbeiter in den Braunkohlengebieten der Lausitz.

Rund 100.000 bis 300.000 Arbeitsplätze im Bergbau könnten verlorengehen. Kohle im Wert bis zu 29 Milliarden Dollar bliebe ungenutzt in der Erde, weil Bürokraten beschlossen hätten, sie dürfe nicht abgebaut werden.

Shughart und Kollegen machen die Rechnung auf: Das entspricht einem Verlust von bis zu 6,4 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen.

»Ein sauberer und grüner Planet sind würdige Ziele«, sagen sie. Das dürfe aber nicht blind für die Kosten machen.

Umweltgesetzgebung sei Klassenkampf, da die Geringverdiener die Umweltziele der politischen Elite bezahlen müsse. »Wir müssen uns immer fragen, wen wir schaden, um unsere angeblichen »grünen« Träume zu erreichen.«

Soweit kommt uns das in Deutschland ziemlich bekannt vor.

Die EPA ist jene amerikanische Umweltbehörde, die zur Zeit auch VW zerschießt und sich auf Kosten des deutschen Autoherstellers profilieren will.

An der Spitze dieser Behörde sitzt die Regierungsbeamtin Gina McCarthy, eine studierte Anthropologin. Sie will als Hardcore Umweltkämpferin zu Ruhm und Ehre kommen. Doch geriet sie selbst unter Druck, weil sie 6000 SMS auf ihrem Diensthandy gelöscht hatte, statt sie zu archivieren, wie es eigentlich Vorschrift ist.

Die Industrie wiederum wirft der Behörde vor, Arbeitsplätze zu vernichten. Sogenannte »Umweltschützer« prügeln von der anderen Seite auf sie ein, zu weich zu sein.

Währenddessen sorgten Mitarbeiter der EPA selbst für einen deftigen Umweltskandal, als sie drei Millionen Liter kontaminiertes Wasser in einen Fluß laufen ließen. So kam ihr der VW Diesel Affäre gerade recht, um abzulenken.

Präsident Obama wollte sich einen grünen Anstrich verpassen und ließ in einer seiner letzten Amtsstreiche die USA auf den Klimawandel vorbereiten, den Kohlendioxid-Ausstoß in den USA drastisch verringern und eine Führungsrolle im Klimaschutz einnehmen. Er erklärte tatsächlich seinerzeit CO2 zum Feind.

Obama wollte im Kampf gegen diesen Feind der »Wissenschaft ihren rechtmäßigen Platz zurückgeben« und hatte dazu mit John Holdren ausgerechnet einen der führenden Panikmacher zu seinem wissenschaftlichen Chefberater berufen. Holdren ist ein bizarrer Physiker, der alles tun will, damit »Treibhausgase« reduziert werden, der auch schon mal Zwangssterilisation von Frauen, die zu viele Kinder haben, befürwortet und vor einem überbevölkerten Planeten warnt, ohne aber selbst den Anfang machen zu wollen.

Das Ganze, daran muß immer wieder erinnert werden, weil ein paar Leute die Mär in die Welt gesetzt haben, das Wohl der Menschheit hänge künftig davon ab, CO2 zu verringern. Es ist immer das gleiche Spiel: die bösen Abgase, das böse CO2 der Popanz. »Der Mensch«, der alles versaut. Wären da nicht die »Guten«, die alles retten wollen und dafür Spendengelder brauchen sowie »Staatsknete« für Umweltprojekte.

Und nein, es sind nicht nur umweltbewegte Gruppen und NGOs, die durch ihre unseligen Aktivitäten die Automobilindustrie zerstören wollen. Die Autoindustrie zerstört sich selbst.

So hatte bekanntlich VW eine Stiftung auf die Beine gestellt, mit 2,9 Milliarden an Kapital ausgestattet, um »Gutes« zu tun, zum Beispiel: »Wir stiften Wissen«.

Diese Volkswagenstiftung finanzierte jenes Apokalypsenszenario »Grenzen des Wachstums«, das der Club of Rome 1972 vorstellte. Der Fortgang der Geschichte ist bekannt.

Heute finanzieren viele Industriestiftungen Projekte, nach den am grünen Wesen die Welt genesen soll.

Die Folgen reichen mittlerweile bis in den Produktionssektor, als dort, wo noch das Geld verdient wird. Die deutsche Industrie leidet sehr unter den exorbitanten Stromkosten. Energiepreise sind ein wesentlicher Produktionsfaktor. Rainer Thiele, SPD-Abgeordneter im nordrhein-westfälischen Landtag, sieht diese Entwicklung mit erheblicher Sorge und weist auf eine Studie aus den USA (IHS) hin, die zu dem Ergebnis kommt, dass alleine von 2008 bis 2013 Deutschland bereits ca. 52 Milliarden Euro Nettoexportverluste hinnehmen musste wegen der im internationalen Vergleich stärker gestiegenen Industriestrompreise.

Thiele: »Mir bereitet die Energiewende, so wie sie gemacht wird, große Sorgen. Für unsere Metall- und Chemieindustrie ist neben bezahlbaren Strompreisen die Frage der Versorgungssicherheit mindestens genauso wichtig. Und die ist bei Wind- und Sonnenenergie noch lange nicht gegeben. Trotzdem wird ein gewaltiger Druck aufgebaut, Braunkohlekraftwerke möglichst schnell zu schließen.«

Viele Unternehmen geraten in Schwierigkeiten, weil die Energiepreise die Gewinne auffressen. Für Investitionen bleibt häufig nichts mehr übrig.

Der Vorstand der BASF in Ludwigshafen hat bereits einen Vorstandsbeschluß gefaßt, aufgrund der deutschen Energiekostenperspektive Zukunftsprojekte nicht mehr in Deutschland zu investieren.

Der Direktor der Denkschule für deutsche Energiepolitik »Agora Energiewende«, Patrick Graichen wird in »Die Zeit« vom 4.12.2014 zur Energiewende wie folgt zitiert:

»Wir haben uns geirrt bei der Energiewende. Nicht nur bei ein paar Details, sondern in einem zentralen Punkt. Die vielen neuen Windräder und Solaranlagen, die Deutschland baut, leisten nicht, was wir uns von ihnen versprochen haben. Wir hatten gehofft, dass sie die schmutzigen Kohlekraftwerke ersetzen würden, die schlimmste Quelle von Treibhausgasen. Aber das tun sie nicht.«

Ein Irrtum, den die Stromverbraucher bisher mit 20 Milliarden an Mehrkosten bezahlt haben und weiter sehr teuer bezahlen werden.

Der Vorschlag lag einmal auf dem Tisch, die Erzeuger von Sonnen- und Windstrom daraufhin zu verpflichten, daß sie nicht nur Zufallsstrom liefern können, wann es ihnen paßt – unabhängig davon, ob die Ware Strom jemand braucht oder nicht. So, wie das auf einem Markt eigentlich normal wäre.

Sie müßten – wie jeder Lieferant – auch eine Lieferverpflichtung über Menge und Lieferzeit eingehen und dafür sorgen, daß Strom dann vorhanden ist, wenn er gebraucht wird. Also nicht nur sagen: Hier habt ihr Strom, nehmt ihn, in der nächsten Minute aber haben wir keinen. Schon sähe die Bilanz ganz anders aus. Doch dieser Vorschlag wurde sehr schnell hinweggefegt.

Bleibt jetzt nur die einzige Lösung: Die zerstörerische »Energiewende« muß weg. So schnell wie möglich.

Der Haken: Es verdienen dabei mittlerweile zu viele »Kriegsgewinnler«.

Die 520 Milliarden sind erst der Anfang. 




Wie steht es um den Untergang der Marshall-Inseln?

In der Analysereihe:
[1]-Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 3 Die Marshall-Inselgruppe – (kein) Beispiel für einen Untergang
[2]Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 2
[3]Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 1 Die Malediven

wurde das Thema zwar umgehend behandelt und (vom Autor) nirgendwo ein Untergang gefunden. Doch das Informationsportal der Klimaberaterin C. Kemfert brachte zum letzten Klimagipfel eine Reportage mit dem Außenminister der Marshall-Inseln, in welcher eigentlich alle Ergebnisse des Autors in Frage gestellt wurden.

Klimaretter.Info: "Die wichtigste Reise meines Lebens"
Ohne das 1,5-Grad-Ziel im neuen Klimavertrag will Tony de Brum, Außenminister der Marshallinseln, vom Paris-Gipfel nicht nach Hause fahren. Der Inselstaat im Pazifik ist vom steigenden Meeresspiegel bedroht, viele Bewohner emigrieren bereits in die USA. Für Tony de Brum, der in diesem Jahr den "Alternativen Nobelpreis" erhielt, entscheidet der Vertrag über das Leben seiner Enkel – ein Scheitern wäre für ihn "eine persönliche Niederlage".
Sie meinen das 1,5-Grad-Ziel, das vor allem die kleinen Inselstaaten fordern?
Ja, in dem neuen Text steht das Ziel als eine Option immer noch drin. Denn zwei Grad durchschnittlicher globaler Erwärmung sind einfach zu viel für uns. Wir spüren heute schon sehr ernste Folgen der Klimaerwärmung und wir sind noch nicht einmal ganz bei einem Grad. Was wird dann erst bei zwei oder drei Grad passieren? Das wollen wir uns gar nicht vorstellen. Es gibt genug politischen Willen, dieses Ziel zu erreichen, da bin ich mir sicher.

Mit dieser Überzeugung steht diese Informationsplattform nicht alleine da, unsere Bundesregierung einschließlich der Kanzlerin sind ebenfalls überzeugt, dass es so sein wird:
DIE BUNDESREGIERUNG Steigender Meeresspiegel Klimawandel bedroht kleine Inseln
Zahlreiche kleine Inselstaaten liegen nur geringfügig über dem Meeresspiegel. Schon jetzt müssen deren Bewohner ihre Wohngebiete an den Küsten verlassen, weil das Wasser ihren Lebensraum einnimmt. Im Süßwasser, das unter einigen der Inseln liegt, steigt der Salzgehalt. Früchte und Gemüse in den Gärten sterben ab, weil die Pflanzen mit Meerwasser in Kontakt kommen.
Die 44 Mitglieder der Allianz der Kleinen Inselstaaten (kurz: Aosis) befürchten, dass sie in einer um zwei Grad wärmeren Welt keine Inseln mehr haben. Deshalb drängen sie nicht erst seit der Klimakonferenz in Lima darauf, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. "Für die dort lebenden Menschen wäre ein Versagen der Weltgemeinschaft beim Klimaschutz eine Katastrophe", so Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Zwar hatte die Recherchereihe des Autors ermittelt, dass Tony de Brum (und viele andere „Chefs“ kleiner, in der Regel diktatorisch regierter Inselstaaten) genau weiß, welche Gelder ihm erschütternde „Klimawandel-Stories“ ins Land spülen (werden) und es deshalb mit Daten und Übertreibungen – vor allem aber auch Geldforderungen an die „Verursacherländer“ – überhaupt nicht genau nimmt.

Klimaretter.Info: [5] (Tony de Brum) Ich möchte nicht heimfahren ohne einen Vertrag, der unsere Forderungen nicht anerkennt. Wir wollen die 1,5 Grad zumindest als Langfrist-Ziel im Vertrag sehen, eine Überprüfung der Ziele alle fünf Jahre durchsetzen und vernünftige Finanzzusagen bekommen.

… wobei ihm die Durchsetzung von Geldforderungen mit Unterstützung seiner „Freundin“, unserer Umweltministerin Frau Hendricks über den Welt-Klimavertrag auch gelungen ist, aber man kann sich auch irren, oder der Klimawandel hat doch noch plötzlich „zugeschlagen“ und die ursprünglichen Daten sind plötzlich veraltet.

Deshalb eine kurze Information, wie es um den Pegelanstieg derzeit steht.

Tidenpegel

Der Mittelwert von 285 weltweiten Pegelstationen mit Langzeitdaten zeigt einen Anstieg von ca. 12 … 13 cm in 100 Jahren.

NOAA’s 2013 list of 285 long term trend tide stations :
Der Mittelwert des Pegelanstiegs hat den Wert: 1,272 +-0,711 mm / pa

Im folgenden Bild 1 sind der Verlauf des Absolutpegels und der Pegeländerungen aus einer Rekonstruktion (Fundstelle: PSMSL Homepage) gezeigt. Man erkennt die hohen Ungenauigkeiten der Rekonstruktion in historischen Zeiten (aus denen man die genaue Zukunft ableitet), aber keinerlei Anstiegsalarm in der jüngeren Zeit. Vor allem erschließt sich bei dieser Rekonstruktion überhaupt nicht, woraus die Aussage eines „erst in jüngerer Zeit übernatürlichen Anstiegs“ abzuleiten wäre.


Bild 1 PSMSL Jevrejeva et al, 2014, Global Mean Sea Level Reconstruction von 1807 – 2010. Linke Achse: gsl rate (grün), rechte Achse: absoluter Pegel (blau)
PSMSL Datenbeschreibung: This page provides a short description and file with data of global sea level reconstruction for the period 1807-2010 by Jevrejeva, S., J. C. Moore, A. Grinsted, A. P. Matthews and G. Spada. All questions about the data themselves should be addressed to Dr. Svetlana Jevrejeva.

Authors have used 1277 tide gauge records of relative sea level (RSL) monthly mean time series from the Permanent Service for Mean Sea Level (PSMSL) database [Holgate et al, 2013]. Detailed descriptions of the RSL time series are available from the data page at the PSMSL. No inverted barometer correction was applied. RSL data sets were corrected for local datum changes and glacial isostatic adjustment (GIA) of the solid Earth [Peltier, 2004].

Nun das aktuelle Pegelbild der Marshall-Inseln vom Sea-Level Centre (Bild 2). Einige Leser dürfte der aktuelle Pegelstand überrasschen, falls sie nur die Untergangsmeldungen der Medien (und des Umweltministeriums) kennen.


Bild 2 Pegelverlauf Marshall-Inseln. Quelle: PSMSL Catalogue Viewer

Um zu zeigen, dass der Verlauf keine Ausnahme ist, noch weitere von umliegenden Inseln des Süd-Pazifik.

Bild 3 Pegelverlauf Kiribati Christmas Is. 1974 – 7.2015 (2.2015 – 7.2015 Verlauf aus einem 2. Datensatz ergänzt) Gloss Nr.: 146.Bild vom Autor anhand der Daten erstellt. Quelle: UHSLC

Bild 4 Pegelverlauf RAROTONGA B COOK ISLANDS 1993 – 2015. Gloss ID: 139. Quelle: PSMSL Catalogue Viewer

Fazit

Es ist offensichtlich: Die alarmistischen Pegelanstiege sind in den Pegelverläufen „verschwunden“. Man könnte geradezu den Eindruck gewinnen: Nun ist der Welt-Klimavertrag unterschrieben, jetzt dürfen die Pegelstände wieder ihr normales Bild zeigen.

Immer neu muss man es betonen: Der Autor hat trotz jahrelangen, umfangreichen Recherchen noch keine Insel gefunden, welche belegbar wegen einem Klimawandel-bedingt steigendem Meerespegel „untergeht“ oder „versank“. Alle! Darstellungen und Berichte bei NGOs und in Büchern stellten sich beim Nachsehen als Vermutungen bis reine Fälschungen, meistens als fortwährende Wiederholungen alter, ungeprüfter Meldungen heraus. Unter gehen die Inseln ausschließlich in Computersimulationen, wenn man eingibt, dass die Grönlandgletscher abtauen und der Antarktische Festlands-Eispanzer ins Meer rutscht (was sie noch nie in den letzten Millionen Jahren gemacht haben, aber in den nächsten 85 Jahren nach Simulationen des PIK „passieren“ wird).

Hinweis: Es gibt Südsee-Inseln, welche unter Pegeländerungen leiden. Dies sind aber Effekte der Kontinentalplattentektonik. Fast alle Inseln dieser Gegend gibt es nur deswegen (es sind fast alles Vulkaninseln) und sie liegen auf der aktivsten Bruchstelle der Erde. Sie erleben häufiger Erdbeben mit Hebungen / Senkungen im Meter-Bereich, also innerhalb von Tagen mehr Veränderung, als in Hunderten Jahren Pegelverlauf.

Ist das eine neue Erkenntnis?

Nein, sie wird nur konsequent – auch von den Fachstellen – ignoriert. Ohne dieses „bewusste Wegsehen“ wäre der Welt-Klimavertrag sonst nie zustande gekommen.

„kaltesonne“ berichtete schon früher darüber:

kaltesonne 29. Juli 2015: Marschallinseln im Pazifik besonders vom Klimawandel betroffen? In den letzten 2000 Jahren fiel dort der Meeresspiegel um anderthalb Meter

Am 1. September 2014 informierte das deutsche Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) auf seiner Webseite über eine interessante neue internationale Kooperation:
Bundesumweltministerium stärkt Zusammenarbeit mit Pazifikinseln zum Schutz vor Klimawandel
Ein neues Projekt des Bundesumweltministeriums soll Küstenzonen und Ökosysteme auf Pazifikinseln vor den Folgen des Klimawandels schützen. Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter unterzeichnete das entsprechende Abkommen mit dem Generalsekretär des Sekretariats des Pazifischen Umweltprogramms, David Sheppard. Das Treffen fand im Vorfeld des UN-Gipfels zu “kleinen Inselstaaten” auf Samoa statt. Durch den Anstieg des Meeresspiegels, die Versauerung der Meere und Zunahme von Stürmen sind die Lebensgrundlagen vieler Bewohner der pazifischen Inseln in ökosystembasierte Maßnahmen zum Schutz von Küstenzonen und lebenswichtigen Ökosystemen auf pazifischen Inseln. […] Die drei Inselstaaten Fidschi, Vanuatu und die Salomonen dienen hierbei als Pilotgebiete. Das Sekretariat des Pazifischen Umweltprogramms wird die dort gesammelten Erfahrungen mit seinen anderen Mitgliedsstaaten teilen, so dass auch andere pazifische Inseln eigene Anpassungsmaßnahmen entwickeln können. Durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) fördert das BMUB eine Reihe von Kooperationsprojekten mit “kleinen Inselstaaten” in den Bereichen Klimaschutz, Erhaltung der biologischen Vielfalt und nachhaltige Energieversorgung mit einem Volumen von ca. 120 Millionen Euro. Das Projekt mit dem Pazifischen Umweltprogramm setzt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Region bis 2019 fort und ist mit Mitteln im Umfang von fünf Millionen Euro ausgestattet.

Drei Gründe für die Projekte: „Anstieg des Meeresspiegels, die Versauerung der Meere und Zunahme von Stürmen“. Aber sind dies wirklich gute Gründe?
Meeresspiegel: Die Korallenatolle wachsen dem Meeresspiegel hinterher, so wie sie es seit 10.000 Jahren und länger tun. Überflutungsgefahr: Keine.
Versauerung der Meere: Vermutlich weitgehend gefahrlos: Siehe „Back to the roots: Meeresbewohner trotzen der Ozeanversauerung, da sie den abgesenkten pH-Wert bereits aus dem Urozean kennen“ und „Überraschung: Korallen kommen mit der Ozeanversauerung offenbar doch besser zurecht als lange gedacht“.
Stürme: Wohl ein Sturm im Wasserglas. Siehe „Schwerer Wirbelsturm verwüstet Vanuatu. Premierminister sieht es realistisch: “Stürme sind kein neues Phänomen, wir Insulaner leider darunter seit Besiedelung Vanuatus vor 5000 Jahren”“ und „Wer hätte das gedacht: Studien können keine Zunahme der tropischen Wirbelstürme im Indischen und Pazifischen Ozean feststellen“.

Fünf Millionen Euro für fragwürdige Probleme. Vielleicht sollte man das Geld lieber in eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Inseln stecken.
Euronews machte sich im April 2014 große Sorgen um die Marschallinseln:

Klimawandel: Marshallinseln schon jetzt betroffen
Den Bewohnern der Marshallinseln steht das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals. Der Inselstaat im Pazifischen Ozean bekommt die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels schon jetzt zu spüren. Starke Stürme mit heftigen Niederschlägen nagen an der Küste. Menschen müssen hilflos zusehen, wie Schutzmauern gegen die Flut im Meer versinken. Tony De Brum, verantwortlicher Minister für Energie und Klimafragen: “Wenn die Welt weitermacht, wie bisher und weiter die Umwelt verpestet, stellt sich nicht mehr die Frage, was in hundert Jahren geschieht. Es geht darum, was uns bereits jetzt widerfährt.” Die Küstenerosion geht mit Riesenschritten voran. Für den kleinen Inselstaat hat das geografische und wirtschaftliche Folgen. Genau davor warnt auch der jüngste Weltklimabericht. Tony De Brum appelliert eindringlich an die internationale Gemeinschaft. “Wir sind wie Kanarienvögel, die unter Tage sterben und dadurch Minenarbeiter vor dem Tod warnen. Wenn der Schaden so groß ist, dass wir diese Inseln räumen müssen, dann ist es auch für die Welt zu spät, sich selbst zu retten.”

Entwicklungspolitik Online schlug im Februar 2014 in die gleiche Kerbe:
Bevor die pazifischen Inseln versinken …
“Als ich jung war, wurde unser Garten noch nicht überflutet – und wir erlebten nicht, wie ein tropischer Sturm nach dem nächsten über die tropischen Inseln fegte.” So hat Tommy Remengesau, der Präsident von Palau, die Auswirkungen des Klimawandels auf seine pazifische Heimat wahrgenommen. Viele Menschen auf den pazifischen Inseln erkennen solch dramatische Veränderungen und warnen die Weltgemeinschaft vor den Folgen eines “weiter so” bei klimaschädlichen Emissionen. Sie fürchten, dass sie oder ihre Kinder ihre Heimat verlassen müssen, weil diese im Meer versinken könnte. Von Frank Kürschner-Pelkmann.
Die Marshallinseln gehören zu den Inselgruppen, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Mitte 2013 litten die Bewohner der nördlichen Inseln unter
Dürre und Wassermangel, während über den Süden starke Stürme mit heftigen Niederschlägen hinwegzogen. Seriöse Klimawissenschaftler sind sich einig, dass weltweit die Extremwetterereignisse durch die globale Erwärmung verstärkt haben und dieser Prozess sich in den nächsten Jahrzehnten noch beschleunigen wird. In der südpazifischen Region lässt sich studieren, wie sich dies konkret auswirkt. Die Weltregion, die am wenigsten zum globalen Klimawandel beigetragen hat, ist am stärksten von seinen Folgen betroffen. Tony de Brum, Regierungsmitglied der Marshallinseln, berichtete im Juni 2013: “Tausende meiner Mitbürger im Norden sind durstig und hungrig, Tausende von uns hier im Süden werden vom Meerwasser durchnässt.” Viele Inseln und Atolle der Marshallinseln und der Nachbarstaaten sind von einer Erosion der Korallenriffe und der Uferzonen betroffen, und vereinzelt dringt bereits Salzwasser in die kostbaren kleinen unterirdischen Süßwasserlinsen ein, ohne die ein Leben auf den Atollen unmöglich wäre. Wenn der Meeresspiegel im Südpazifik tatsächlich bis 2100 um zwei Meter steigen sollte, wäre dies zum Beispiel für die Bewohner der 500 flachen Atolle des mikronesischen Staaten Palau eine Katastrophe.

Zwei Meter Meeresspiegelanstieg bis 2100? Das sagt nicht einmal der IPCC. Derzeit steigt der Meerespiegel um 2-3 mm pro Jahr, was bis 2100 etwa 21 cm Anstieg ergibt. Die Stürme haben in den letzten Jahren keineswegs zugenommen (siehe Links oben). Und Dürren sind im Pazifik keineswegs ein ganz und gar neues Phänomen, vielmehr gibt es hier eine charakteristische Zyklik, die gerne übersehen wird. Siehe „Überraschung: Feucht- und Trockenphasen wechselten im Südpazifik in vorindustrieller Zeit stets ab“ und „Tropfstein aus Tuvalu birgt Überraschung: Niederschläge im Südpazifik schwankten in vorindustrieller Zeit viel dramatischer als heute“.

Bei all der Jammerei zu den Marschallinseln scheint vielen Schreibern nicht klar zu sein, dass sich der Meeresspiegel auf der Inselgruppe in den letzten 2000 Jahren um einen Meter abgesenkt hat (Abbildung 1). Dies zeigen Forschungsresultate eine Studie von Paul Kench und Kollegen, die im Februar 2014 in den Geophysical Research Letters erschienen ist.


Bild 5 Abbildung 1: Meeresspiegelentwicklung auf den Marschallinseln während der vergangenen 6000 Jahre. Quelle: Kench et al. 2014.

Quellen

[1] EIKE: Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 3 Die Marshall-Inselgruppe – (kein) Beispiel für einen Untergang

[2] EIKE: Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 2
[3] EIKE: Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 1 Die Malediven

[4] kaltesonne: Marschallinseln im Pazifik besonders vom Klimawandel betroffen? In den letzten 2000 Jahren fiel dort der Meeresspiegel um anderthalb Meter

[5] Klimaretter.Info: "Die wichtigste Reise meines Lebens"

[6] EIKE: Falsche Satelliten-Altimetrie? 225 Tidenmessstationen zeigen einen nur um 1,48 mm steigenden Meeresspiegel pro Jahr … weniger als die Hälfte der von Satelliten gemessenen Werte
http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/falsche-satelliten-altimetrie-225-tidenmessstationen-zeigen-einen-nur-um-148-mm-steigenden-meeresspiegel-pro-jahr-weniger-als-die-haelfte-der-von-satelliten-gemessenen-werte/




Landkreis könnte energieautark werden: Wie eine lokale Politikerin dank ausreichendem Nichtwissen das Trassenproblem in Bayern löst

Bild 1 (rechts): Quelle: Bayerischer Windatlas[3]

nordbayern 11.10.2016: [1] Strom vor der Haustür im Fürther Land Landkreis könnte energieautark werden
„Unsere Region muss ein Zeichen setzen“, sagt Gabi Schmidt … Sie greift den Vorschlag auf, den vor ihr schon die Gegner der Stromtrasse hatten: „Statt Strom vom Norden her über hunderte Kilometer hinweg zu uns zu leiten, können wir ihn auch selber sauber vor Ort produzieren. Damit machen wir uns unabhängig und behalten die Wertschöpfung in der Region.“
Schmidt hat zu dem Thema Anfragen an die Staatsregierung gestellt. Die Antworten stimmen die Politikerin optimistisch.

Die Idee der Frau Schmidt ist nicht neu. Wenn man keine Trassen will, erzeugt man den Strom eben lokal. Das kann jedes Kraftwerk. Das will man allerdings auch nicht, also machen es die Grünen Energien – dafür sind sie schließlich da. Und was bitte soll daran schwierig sein? Schließlich wird dies auch vom Nordbayerischen Versorger N-ERGIE und vielen lokalen Protestorganisationen vertreten. Und es gibt Studien, welche beschreiben, dass das (mit vielen, herben Einschränkungen, mit vielen Fragezeichen und auch nicht wirklich autark, jedoch mit sicheren, horrenden Kosten) so in etwa funktionieren könnte. Anmerkung: Die ganz aktuelle Studie N-Ergie zur lokalen Energieversorgung in Franken stellt fest, dass selbst mit gravierenden Maßnahmen und Ausbau lokaler Speicher realistisch nur eine Reduzierung der Trassen auf die Hälfte möglich wäre.

Interessiert hat den Autor jedoch, welche Antwort der Bayerischen Staatsregierung diese energetische Fachfrau (Landwirtin und ehemals Leiterin eines Heimes), doch Betreiberin einer eigenen Photovoltaikanlage, so optimistisch stimmt.
Nach der Recherche müsste es sich bei der Antwort zur Anfrage der Frau Schmidt um den Schriftsatz: „Bayerischer Landtag 31.08.2016 17/12093, Erneuerbare Energien in Mittelfranken“ [2], handeln.
Die Anfrage der energetischen Fachfrau der Freien Wähler ist in dem Stil gehalten, wie ihn auch die Grünen und DIE LINKEN lieben, um den Beamtenapparat kontinuierlich zu beschäftigen und eine Reduzierung desselben zu verhindern:

G. Schmidt: [2] Ich frage die Staatsregierung:
1. Wie hoch ist die Menge an erneuerbarer Energie, die derzeit pro Jahr in Mittelfranken produziert wird (bitte aufgeschlüsselt nach Art der Erzeugung und Landkreisen), und wie hat sie sich im Vergleich zu vor fünf Jahren entwickelt?
2. Welche Menge an erneuerbarer Energie wird derzeit in den Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Erlangen–Höchstadt und Fürth-Land sowie den Städten Fürth und Nürnberg produziert (bitte aufgeschlüsselt nach Art der Erzeugung und Gemeinde) und wie hat sie sich im Vergleich zu vor fünf Jahren entwickelt?
3. Welchen Überschuss (Unterdeckung) haben die genannten Kommunen im Vergleich Erzeugung – Verbrauch im Jahresdurchschnitt und wie haben sich die Zahlen im Vergleich zu vor fünf Jahren entwickelt?
Die Antwort kam. Die Bearbeiter(-innen) waren wirklich fleissig und haben alle Punkte der Anfrage sauber tabelliert dargestellt. Alle Angaben sind jedoch reine Statuswerte, über irgendwelche Ausbauszenarien oder Technisches findet sich keine Silbe.
Daraus die wichtige Information:

Bild 2.1 EEG-Stromerzeugung in Franken im Jahr 2014 [2]

Und nun ist der Autor am Grübeln, was die energetische Fachfrau der Freien Wähler veranlasst hat, den nordbayerischen Nachrichten mitzuteilen: [2] „Die Antworten stimmen die Politikerin optimistisch. Damit machen wir uns unabhängig und behalten die Wertschöpfung in der Region.

Aus der Anlage 1 der Antwort (Bild 2) kann man entnehmen, was die Region an Elektroenergie Erzeugt und „konsumiert“:
27 % des Strombedarfes im Regierungsbezirk Mittelfranken kamen aus EEG-Erzeugung,
3,9 % des Strombedarfes im Regierungsbezirk Mittelfranken kamen aus Windkraft,
12,6 % des Strombedarfes im Regierungsbezirk Mittelfranken kamen aus grundlastfähiger EEG-Erzeugung (Wasserkraft und Biomasse).

Um daraus ein Vorzeigebeispiel von Green-Energie-Versorgung herauszugreifen:
Die „Solarstadt Fürth“ erzielte trotz enthusiastischer Meldungen:
Stadt Fürth Homepage: Sonnige Aussichten für die Solarstadt
Auch 2014 war für die Solarstadt Fürth ein gutes Jahr: 55 Photovoltaikanlagen wurden neu installiert, worauf die Gesamtanzahl damit im Stadtgebiet auf 921 stieg. Auch das Ziel eines Solarstromzuwachses von mehr als einem Megawatt wurde erneut erreicht: Exakt kamen 1,169 Megawatt Solarstrom hinzu. Damit stieg die Gesamtleistung im Stadtgebiet auf über 21 Megawatt an – dies entspricht einem Stromertrag in einer Größenordnung von 21 Fürther Solarbergen.

… im Jahr 2014 gerade einmal 3,5 % seines Bedarfes durch Solarstrom und damit weit weniger als durch Biomasse (in der Stadt!). Man muss dazu anmerken, dass das Ergebnis verfälscht ist, weil ganz neue Solaranlagen viel im Eigenverbrauch fahren und nicht einspeisen, da sich das Einspeisen nicht mehr lohnt. Leider gibt es dazu aber keine Angaben. Darüber kann ein normaler Stromkunde allerdings nur froh sein, denn für die Zappelstrom-Eispeisung des Fürther Solarberges bezahlt er Netto noch ca. 10 Jahre lang über 50 ct / kWh direkt an die Betreiber.

Woher hat nun die energetische Fachfrau ihre Daten? Wir sehen in die Tabelle des Landkreises. In der Anlage 7 sieht man die zwei (von 14) Gemeinden, welche es schaffen, einen EEG-Überschuss zu erzeugen.

Bild 2.2 EEG-Stromerzeugung Landkreis Fürth im Jahr 2014 [2] (mit Ergänzungen durch den Autor)

Den Gemeinden gelingt es allerdings nur, weil es dort keine Industrie und keine größeren Verbraucher gibt.

Gemeinde Großhabersdorf
Einwohnerzahl: 4018
WIKIPEDIA: Durchschnittlicher Stromverbrauch in Deutschland pro Einwohner: 6.648 kWh/a

Die EEG-Vorzeigegemeinde Großhabersdorf erzeugt: 4,73 MWh / a Energie pro Einwohner. Das ist zwar ein Überschuss in dieser Gemeinde, reicht aber nicht im Ansatz, um den mittleren Strombedarf für diese Einwohnerzahl in Deutschland zu decken.

Der „grandiose EEG-Überschuss“ ist also sofort weggeschmolzen, sobald mehr als eine „Schlaf- und Bauerngemeinde“ versorgt werden muss. Würde die Gemeinde vor lauter EEG-Enthusiasmus, bzw. nach Vorschrift der Grünen, noch voll auf Elektroautos umrüsten und diese dann vom eigenen Strom laden müssen, wäre es mit dem Überschuss ebenfalls vorbei. Und dabei ist das Problem der Zwischenspeicherung noch gar nicht angesprochen worden.

Für Bayern sehen die Daten wie folgt aus (Bilder 3 und 4):
Nach dem Energieatlas Bayern betrugen die Anteile der Windenergie im Jahr 2014:
Windenergie Bruttostromerzeugung: 2 % (vom Verbrauch Bayerns)

Windenergie, Verhältnis installierte Leistung / erzeugte Energiemenge: 14 %

Bild 3 Anteil von Windstrom an der Energieversorgung Bayerns im Jahr 2014. Quelle: Energieatlas Bayern Windenergie im Vergleich

Bild 4 Windenergie Bayern, installierte Leistung und Energieertrag. Quelle: Energieatlas Bayern Windenergie im Vergleich

„Damit machen wir uns unabhängig und behalten die Wertschöpfung in der Region“

Um die Landkreise energieautark zu machen, müsste aufgrund der grottenschlechten Ganglinien demnach die EEG-Anschlussleistung ganz grob um das 5 … 10-Fache erhöht werden. Da Wasserkraft und Biogas langsam ihre Ausbaugrenzen erreichen, würde dies einen exzessiven Ausbau der Windkraft erfordern. Damit wäre eine Autarkie aber noch lange nicht erreicht, sondern nur die Ladefähigkeit für die notwendigen Speichersysteme. Solche müssten noch zusätzlich errichtet werden.
In der Antwort steht das alles nicht drin, denn es war auch nicht gefragt. Der Autor vermutet sogar, dass danach nicht gefragt wurde, weil die energetische Fachfrau davon nichts wusste (nicht jede Person welche vom elektrischen Energiesystem keine Ahnung hat, nutzt die umfangreichen und vor allem kostenlos auf EIKE zur Verfügung gestellten Informationen).

Mal sehen was passiert, wenn die Landkreisbewohner mitbekommen, was die Freien Wähler da vorschlagen

Wenn den Landkreisbürgern klar wird, dass die Freien Wähler jetzt vorschlagen, ihre fränkischen Landkreise so wie Deutschlands Norden nun auch konsequent mit Windparks „vollzupflastern“ wo sie eben wegen der (im Gegenzug geringen) Landschaftsverschandelung durch Trassenmasten auf die Straße gegangen sind, werden die Freien Wähler vielleicht einen Gegenwind spüren, wie sie ihn bisher noch nie kennengelernt haben.
Die „landschaftsverschandelnden“ Stromtrassen kann man in den Tälern und Flachland verlegen, so dass man sie nicht von überall sieht, trotzdem sind alle dagegen. Die Windräder in Franken stehen alle! weithin sichtbar auf Höhenzügen (ähnlich dem Bild 5), denn nur dort weht ausreichend Wind. Man muss schon eine enthusiastische Begeisterung für Energielandschaften (Bild 5 und 8) haben, um dies nicht als Landschafts(zer)störend zu empfinden.
Wie die Stimmung dazu beginnt umzukippen, wurde in Der massive – gesetzlich forcierte – Windkraftausbau kostet Wählerstimmen beschreiben. Ob die energetische Fachfrau das so mit ihrem FW-Vorsitzenden, Herrn Aiwanger abgesprochen hat, dass sie das Thema noch vor der kommenden Wahl „lostreten“ will?

Bild 5 Bild aus dem SZ-Artikel: Ihre Frage – Stehen in Franken mehr Windräder, um die Landschaft in Südbayern zu schonen? Originaltext zum Bild: Eine Verschönerung für die Landschaft sind Windräder wirklich nicht. Im Bild: Ein Windpark im Kreis Euskirchen. (Foto: dpa) Anmerkung des Autors: Euskirchen steht nicht in Franken

Das Bild 6 zeigt den berechneten, standortabhängigen Windertrag in Bayern in 100 m Höhe. Nur die Braun hinterlegten Gegenden bieten ausreichende Windgeschwindigkeiten. Man sieht deutlich, dass Südbayern kaum Windstandorte bietet. Das Bild 1 aus dem Bayerischen Energieatlas welches in ganz Bayern Windräder zeigt, ist demnach eine künstlerisch freie Wunsch-Darstellung des Grafikers und hat mit der Wirklichkeit an Windstandorten überhaupt nichts zu tun.
Bild 7 zeigt dagegen, wie es mit der Windanlagendichte aktuell in NRW aussieht. So in etwa könnte die Energiekartierung nach dem Wunsch der Freien Wähler in Zukunft auch für Franken als „Energiebauern-Landkreis“ Bayerns aussehen.


Bild 6 [3] Standorte in Bayern Anteil am Referenzertrag in 100 Meter Höhe. Die Farben zeigen den Anteil in Prozent. Quelle: Bayerischer Windatlas, Abb. 7


Bild 7 Bestand Windenergieanlagen in NRW. Quelle: Energieatlas Nordrhein-Westfalen

Das folgende Bild 8 zeigt, wie ein solches Land dann aussieht. Wohl nur Personen die dort nicht wohnen, finden das schön und wünschen sich solche „Energielandschaften“ auch für Franken sehnlichst herbei.

Bild 8 Screenshot aus dem ARD-Beitrag: Der Kampf um die Windräder – Die Auswüchse der Boombranche

Und das Speicherproblem?

Es bleibt ungelöst. Die energetische Fachfrau spricht das Thema nicht an – wohl, weil es ihr nicht bekannt ist – und die Zeitungsredakteurin fragt nicht danach (zu vermuten ist: aus dem gleichen Grund). Kavernen für Power to Gas mit Rückverstromung oder Druckluftspeicher bietet der fränkische Boden nicht. Bleibt das übrig, was der Nürnberger Versorger N-ERGIE sich wünscht (weil er es über eine eigene Firma verkauft): Jeder stelle sich gefälligst teure Akkus in den Keller, sofern er Wert auf eine sichere Stromversorgung legt. Wer das nicht kann (oder will) bezahlt die exorbitanten Akku-Speicherkosten eben über eine Umlage als Kunde. Denn Ausweichen kann er nicht. Energie-Autarkie bedeutet so schwache Ausgleichsnetze (dagegen wurde ja protestiert), dass externe Bezugsalternativen dann nicht möglich sind und der lokale Versorger seinen Kunden endlich rücksichtslos „auf dem Kopf herum tanzen“ kann (wie es sich der N-ERGIE Vorstand wüscht).

Fazit

Wünsche als Lösungen präsentieren wird zunehmend zur Methode, dies zu tun, ohne eine Spur Ahnung vom Thema zu haben ebenfalls. Leider merken es die Verkünder nicht, da dieses Verfahren von unseren Medien (deren Redaktionen ähnlich besetzt sind) hofiert wird. Und im Landtag, wo man eine solche Partei dafür demonstrativ auslachen könnte, sitzen in den anderen Parteien die gleichen „xxx“ (ein Wort, welches hier stehen soll, bitte selbst denken).
Eine Anmerkung zum Schluss muss noch kommen
Die Bayerische CSU gehört beileibe nicht zu den Hellsten und beherbergt Minister(vor allem -innen), welche oft genug zur Zielscheibe von schlimmem Spott des Autors werden. Doch in der Politik lässt sich alles toppen. Es hat schon seinen Grund, warum die Oppositionsparteien in diesem Bundesland so wenig Stimmanteile bekommen.

Anlagen


Bild 9 Installierte Nettoleistungen Deutschland gruppiert dargestellt. Quelle: Fraunhofer ISE Energy Charts


Bild 10 Installierte Nettoleistungen Deutschland gestapelt dargestellt. Quelle: Fraunhofer ISE Energy Charts

Quellen

[1] nordbayern 11.10.2016: Strom vor der Haustür im Fürther Land Landkreis könnte energieautark werden
http://www.nordbayern.de/region/fuerth/strom-vor-der-haustur-im-further-land-1.5536138

[2] Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Gabi Schmidt FREIE WÄHLER vom 19.05.2016, Erneuerbare Energien in Mittelfranken. Bayerischer Landtag Aktenzeichen: 31.08.2016 17/12093

[3] Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Bayerischer Windatlas März 2014: Windernte und Energieertrag.