UN weicht zurück – will nun doch Reporter des kanadischen Videokanals The Rebel zulassen

Wir berichteten darüber.

Das führte zu einem Skandal, in dessen Verlauf sich der Chef der  UNFCCC Presseabteilung Nick Nuttall (Bild rechts) öffentlich per Rundfunkinterview in Kanada verteidigen musste. Was ihm erstens nicht gefiel und zweitens offenbar misslang, denn es vergrößerte den Skandal noch. Denn statt seine Zensurlinie bestätigt zu bekommen, nahmen die Proteste gegen seine Ausgrenzungsversuche  von unliebsamen Berichterstattern zu.

Nachdem mehrere Beschwerden kanadischer  Medienverbände, wie auch der Rechtsanwälte von Rebel Media zu keinem Einlenken geführt hatten, erreichte dies offenbar eine nur angekündigte Intervention der kanadischen Umweltministerin McKenna, sowie Protestschreiben der Verbände Environment Canada, Canadian Journalists for Free Expression (CFJE), PEN Canada und the Canadian Association of Journalists (CAJ. Der Gründer und Chefkommentator von Rebel Media Ezra Levant nannte nämlich öffentlich den wahren Grund für den versuchten Ausschluss: „Wir wurden nicht ausgeschlossen, weil wir eine Meinung haben“, sagte er in einem Interview. „Wir wurden ausgeschlossen, weil wir die falsche Meinung haben.“

Doch auch noch in letzter Minute versuchte sich die Presseabteilung der UNFCC in kleinlicher Schacherei:

Per Email bot man Rebel Media statt der für Video-Reportagen notwendigen und deshalb geforderten drei Akkreditierungen (1 Reporter, 1 Kameramann , 1 Tontechniker) nur deren zwei an. Und führte dazu aus, dass man leider erst so spät über diese Angelegenheit unterrichtet worden sei. Diesen erneuten Versuch einer Benachteiligung  lehnte der Rechtsanwalt von Rebel Media Stuart  M. Robertson umgehend ab.. Er schrieb „Jede Verspätung bei dieser Entscheidung wurde völlig durch Verzögerungen verursacht , die Sie verursachten … Es ist deshalb  falsch, in diese Angelegenheit zu sagen, dass sie jetzt erst darauf aufmerksam gemacht wurden, und dass es zu spät ist, alle diejenigen zu akzeptieren, die für die Akkreditierung beantragt wurden. Die Entscheidungen die Akkreditierungen zu verweigern, gingen von der falschen Prämisse aus, dass Rebel Media ein „Interessenvertreter (Advocacy) Medienunternehmen sei. ‚“.  Ende offen

Weiterführende Informationen hier




Dümmer gehts nimmer: Zeitungen erklären die neuste Windraderfindung aus Japan

Windräder für Taifune

In Japan hat nun ein findiger Jungunternehmer ein Windrad „erfunden“, welches den in Taifun-Gebieten – wozu auch Japan gehört – herrschenden Windstärken standhält [2].

Grundsätzlich ist nichts gegen eine solche Erfindung einzuwenden. Wobei Erfindung wohl etwas übertrieben erscheint, denn die Bauform (Bild 1) als H-Rotor gibt es schon lange, wird wegen des niedrigen Wirkungsgrades und auch anderer (z.B. Stabilitäts-) Probleme für Großanlagen jedoch nirgends eingesetzt. Neu ist deshalb, dass sich jemand traut, so etwas trotzdem großformatig bauen zu wollen, Taifunen auszusetzen und für diese Windgeschwindigkeit zu optimieren.
Ob sich die Errichtung bei dem deutlich verringerten Wirkungsgrad einer solchen Windradvariante (gegenüber einem gängigen Horizontalläufer) lohnt und ob der geringe, bis gegen Null gehende Energieertrag dieser Extremwindoptimierung bei weniger Wind über die taifunlosen Jahreszeiten rechnet, muss eine Renditeberechnung und die Fördermittel zeigen.
Erschütternd ist jedoch die technische Präsentation in den Medien.

Bilder rechts: Bilder rechts: Links: Taifunfeste Windturbine. Rechts: Taifunfeste Windturbinen in Serienausführung. Beide Bilder: Werbefotos Fa. Challenergy

Neue Osnabrücker Zeitung, 21.10.2016, Susanne Steffen: [2] Energie für 50 Jahre Gigantische Stromerzeugung aus Tropenstürmen
Tokio. Ein japanisches Unternehmen hat die erste taifunresistente Windturbine der Welt gebaut. Gerade hat der Prototyp schwere Sturmböen auch in Strom umgewandelt. Aus einem Tropensturm lässt sich theoretisch genug Energie für 50 Jahre gewinnen.

Strom für 50 Jahre – theoretisch

Erste Tests hatten der Maschine einen Wirkungsgrad von 30 Prozent attestiert. Im Vergleich zu den 40 Prozent bei herkömmlichen Windrädern ist das wenig. Doch angesichts der riesigen Energiemengen, die während eines Tropensturms erzeugt werden können, scheint dieses Manko verzeihlich.

Ein starker Taifun produziere so viel kinetische Energie, dass Japan davon 50 Jahre seinen Strombedarf decken könnte, erklärt Shimizu unter Berufung auf Berechnungen des japanischen Verkehrsministeriums.

Unterstützung erhielt Jungunternehmer Shimizu auch von der staatlichen New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO), welche das Projekt finanziell fördert. Bevor die Taifunturbinen jedoch die Windbranche revolutionieren können, müssen noch einige Probleme gelöst werden. Selbst wenn es Shimizu gelingen sollte, tatsächlich Taifunstrom zu produzieren, ist beispielsweise noch unklar, wie diese riesigen Strommengen gespeichert werden können.

Was ist daran zu bemängeln?

Im Artikel wird es schon angesprochen. Dass ein Taifun viel Energieinhalt hat, ist richtig. Das ist bei vielen Naturereignissen der Fall und nichts Besonderes. Und schon immer bestand der Wunsch, davon Energie ableiten zu können. Doch auch hier stellt sich das gleiche Problem, unter dem auch das Deutsche EEG leidet und welches auch die Japaner gerade bei dieser, extrem darauf angewiesenen „Erfindung“ nicht lösen können: Wie speichert man den extrem kurzfristig gewonnenen Strom für 50 Jahre?

Dazu kommt, dass die Stromerzeugung eines für Extrem-Windgeschwindigkeiten ausgelegten Windrades bei den sonst normalen Geschwindigkeiten extrem abnimmt (mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit). Während die üblichen Windparks wenigstens über Wochenzeiträume im Ansatz Strom liefern, dürfte bei dieser Lösung in der langen Zeit zwischen den Taifunen kaum Energie zu „ernten“ sein. Damit wird für diese Lösung auch das mittelfristige Speicherproblem eklatant – und auch das ist nicht gelöst.

Aber wie in Deutschland erkennt man auch bei den Japanern den gleichen Effekt: Der Staat fördert, wenn nur genügend Heilsversprechungen abgegeben werden.

Bei einer „normalen“ Deutschen Zeitung ist es inzwischen wohl Standard, dass Personen ohne das geringste Fachwissen „Fachinformationen“ texten. Gesteigert hat dies jedoch eine angebliche Fachzeitschrift „INGENIEUR.de“, lt. Homepage „powerd bei VDI-Verlag“. Sie schmückte für ihre technisch versierten Leser die Erfindung mit weiteren Highlights aus und beschrieb hemmungslos reinste Wunschlösungen aus dem Fabelreich.

INGENIEUR.de: [3] Windräder für Wirbelstürme Ein Taifun könnte Japan Jahrzehnte mit Strom versorgen

Windräder, die sogar Taifunen gewachsen sind und mitten im Wirbelsturm Strom erzeugen, könnten die Kernkraftwerke und konventionellen Kraftwerke Japans überflüssig machen. Hat das Konzept des Start-ups Challenergy eine Chance?

Vor zwei Jahren stellte der Norweger Terje Lade mit dem Cargoschiff Vindskip ein ähnliches Konzept vor. Dabei dient der Rumpf als Segel. Schräg einfallender Wind muss auf der ihm abgewandten Seite einen längeren Weg zurücklegen, wodurch auf der dem Wind zugewandten Seite ein Unterdruck entsteht. Dadurch wird das Schiff nach vorne gezogen.
Das Potential für die Challenergy-Mühlen wäre enorm. Allein in diesem Jahr erlebte Japan bereits sechs dieser schweren Unwetter. Bei geringen Windstärken produzieren die Mühlen allerdings keinen Strom oder nur sehr wenig

Das führt zu Shimizus Hauptproblem: Er müsste den Strom, der innerhalb von wenigen Stunden in gigantischen Mengen produziert wird, monate- oder jahrelang speichern. Eine schier unlösbare Aufgabe. Alle derzeit in aller Welt installierten Speicher dieser Art könnten Japan allenfalls minutenlang mit Strom versorgen. Andererseits gehört Japan neben Südkorea und China zu den weltweit größten Batterieherstellern.

… Einen kleinen Prototypen hat Shimizu in Okinawa bereits installiert,

… Er will sein Land, in dem es mit Fukushima die schlimmste Atomkatastrophe gab, mit seiner Technik von der Kernenergie unabhängig machen.

Der Redakteur dieses Artikels gibt zu, dass dieser Windradtyp bei wenig Wind keine Energie mehr liefert, lässt mit dem Text „… Andererseits gehört Japan neben Südkorea und China zu den weltweit größten Batterieherstellern“ aber sofort erkennen, dass er wirklich überhaupt keine Ahnung von Batteriespeicher-Kosten hat (siehe dazu: EIKE 18.06.2015: Elektro-Energiespeicherung, Notwendigkeit, Status und Kosten. Teil 3 (Abschluss) und über die Ausschmückung „ … könnten die Kernkraftwerke und konventionellen Kraftwerke Japans überflüssig machen“, belegt er zudem, vom Thema Energieversorgung im Großmaßstab auch sonst nichts zu wissen. Aber was in Deutschland mit leidlich stetigem Wind schon nicht im Ansatz funktioniert:
Ein EEG-Märchen wird zum Öko-Dogma – Offshore Windkraft sei grundlastfähig“
Ökostrom erklärt für DUMMIES anhand der Wind und Solareinspeisung im November 2015* V2“

… ist natürlich gelöst, wenn es ein Startup-Firmengründer in Japan stolz erzählt.
Im Gegensatz zur Japanischen Regierung, welche solche Erfindungen zwar bezuschusst, aber davon unbeeindruckt die Kernkraftwerke vorsichtshalber wieder hochfährt, ist unsere Regierung dabei, endgültig mit aller Konsequenz und kompromisslos die Energieversorgung an die Wand zu fahren: FOCUS ONLINE 31.10.2016: Versorger befürchten: Bundesregierung will den Bürgern Gashahn zudrehen

Auch sonst ist der Ethusiasmus der „powerd bei VDI“-Fachzeitschrift ungebrochen, wenn es um EEG-Erfindungen geht. Erinnerungen an die euphorischen, den Markt mit Sicherheit „aufmischenden und Geld scheffelnden“ Erfindungen des „Neuen Marktes“ der 90er Jahre werden wach.

INGENIEUR.de, 13.10.2016: Versuch beginnt 2017 Schotten wollen mit Drachen am Himmel Strom erzeugen

Mit einer Mischung aus Fallschirm und Flugdrachen wollen schottische Ingenieure der Windenergie einen gewaltigen Schub geben. Die Technik soll billiger, einfacher, effizienter und vielseitiger als die herkömmlichen Windturbinen sein. Der Härtetest steht bald an. … Es klingt schon fantastisch: Zwei lang gestreckte Drachen schweben in der Luft, verbunden durch Seile, in der Mitte eine Turbine. Während der eine Schirm in bis zu 450 m Höhe aufsteigt, sinkt der andere herab. Und das Verbindungsseil bringt derweil eine Trommel in der Turbine in Rotation. Aus der kinetischen Energie wird Strom erzeugt
… Und wenn der eine Schirm wieder mit „minimalem Energieeinsatz“, wie die Entwickler sagen, herabgezogen wird, steigt der andere auf und setzt den Prozess fort. Es entsteht also praktisch permanent Strom.
Der erste Härtetest soll im kommenden Frühjahr an der schottischen Küste stattfinden. Hier, auf einem Areal der britischen Regierung, entsteht zunächst eine Anlage, die 500 Kilowatt Leistung bringen soll. Innerhalb der nächsten zehn Jahre will KPS aber Kapazitäten von mehreren hundert Megawatt aufbauen.

Bild 3 Energieschirm. Ausschnitt eines Werbebildes von Kite Power Solutions

Ü Werden die Taifune in Japan durch den Klimawandel verstärkt?

Wie immer in einem Artikel unserer Medien, darf der Hinweis, es würde wegen des Klimawandels schlimmer werden, nicht fehlen.

[2] … Im Durchschnitt nähern sich jedes Jahr etwa elf Taifune dem ostasiatischen Inselstaat. In normalen Jahren treffen drei dieser Stürme in Japan an Land. In diesem Jahr wurde Japan bereits von sechs Tropenstürmen heimgesucht. Wissenschaftler warnen, dass angesichts der Erderwärmung in Zukunft mit häufigeren und stärkeren Stürmen zu rechnen sei.

Auch dazu ist zu bemängeln, dass es sich um reine Vermutungen handelt, und andere Wissenschaftler auf andere Ergebnisse kommen:

wetter.tagesschau.de 27.09.2016: ARD-Wetterredaktion Taifune und Klimawandel

Im Zeitraum von 1965 bis 2015 wurden im Nordwestpazifik pro Saison durchschnittlich 26 Tropenstürme, davon 16 Taifune registriert. Dieses Jahr rechnet man insgesamt mit etwa 22 Tropenstürmen von denen etwa 13 Taifunstärke erreichen sollen. Auch wenn die Häufung schwerer Taifune bei Taiwan innerhalb der vergangene zwei Wochen bemerkenswert ist, scheint sich aber zumindest in diesem Jahr keine ungewöhnliche Häufung tropischer Wirbelstürme im Westpazifik abzuzeichnen.
ETH Zürich 2013, Dissertation: Assessment of typhoon induced wind risk under climate change in
Mehrere Forschungsarbeiten deuten darauf hin, dass die Klimaveränderung einen Einfluss auf Häufigkeit, Intensität und Entwicklung von Taifuns hat. Es wird erwartet dass die Häufigkeit abnehmen wird, aber dass die Anzahl Taifuns mit hoher Intensität zunehmen wird.

kaltesonne 01.08.2012: Hurrikanen scheint die Erwärmung egal zu sein: Keine Zunahme der tropischen Wirbelstürme in den letzten Jahrzehnten

Fassen wir kurz zusammen: Hinweise auf eine stetige Zunahme der Hurrikantätigkeit gibt es keine, weder in ihrer Häufigkeit, noch in ihrer Intensität. Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 0,8°C in den vergangenen 150 Jahren hat offensichtlich noch keine gravierenden Auswirkungen auf die Hurrikane gehabt. Eine Kopplung von Temperatur und Wirbelstürmen, wie sie von einigen Forschern in der Vergangenheit behauptet wurde, ist aus den historischen Daten nicht belegbar und sollte hinterfragt werden.

Fazit

Dem Land der „Dichter und Denker“ sind leider nur die Dichter und Fabelerzähler verblieben. Auch wenn hier die Fabeln aus dem Ausland kommen, sind die, welche sie als angebliche Wahrheit weiter erzählen nicht klüger.

Quellen

[1] CNN September 28, 2016: Storm chasers: the typhoon turbine that could power Japan for 50 years
http://edition.cnn.com/2016/09/27/asia/typhoon-catchers-japan-challenergy/

[2] Neue Osnabrücker Zeitung, 21.10.2016, Susanne Steffen: Energie für 50 Jahre Gigantische Stromerzeugung aus Tropenstürmen

http://www.noz.de/deutschland-welt/vermischtes/artikel/793748/gigantische-stromerzeugung-aus-tropenstuermen

[3] INGENIEUR.de: Windräder für Wirbelstürme Ein Taifun könnte Japan Jahrzehnte mit Strom versorgen

http://ezfe07.circit.de/Fachbereiche/Windenergie/Ein-Taifun-koennte-Japan-Jahrzehnte-Strom-versorgen




Annalen getürkter, politisierter „Wissenschaft“

Ein stetig zunehmender Anteil wissenschaftlicher Forschung wird gesteuert von, durch oder in Richtung auf die Bundesregierung. Heute wird der Einzel-Erfinder, der in seinem Atelier experimentiert, von Wissenschaftler-Arbeitsgruppen in Laboren und bei Feldexperimenten in den Schatten gestellt. Auf die gleiche Art und Weise war es an den Freien Universitäten, einst die Speerspitze freier Gedanken und wissenschaftlicher Entdeckungen, zu einer Revolution bei der Durchführung von Forschungen gekommen. Teils wegen der involvierten riesigen Kosten wird ein Kontrakt der Regierung praktisch zu einem Substitut für intellektuelle Neugier … Der Aspekt der Dominanz der Gelehrten der Nation, Projekt-Zuteilungen und die Macht des Geldes sind immer präsent – und müssen besonders intensiv überwacht werden.

Seitdem sind 55 Jahre vergangen, und wir stecken tief in der Dystopie, die Eisenhower vorhergesehen hat. In der heutigen Wissenschaft ist Förderung seitens der Regierung alles, und die Kontrolle derselben befeuert die Orthodoxie und den Ausschluss von Skeptikern und Abweichlern – die Antithese von Wissenschaft. Man kann viele Beispiele anführen, in denen die Wissenschaft vollständig durchgedreht hat mittels der perversen Anreize der Monopol-Finanzierung seitens der Regierung. Aber nichts, wirklich überhaupt nichts kann die Hysterie der Klimawandel-Maschinerie toppen – unterstrichen mit Milliarden Dollar der Regierung jedes Jahr (hier).

Wer auf diesem Blog regelmäßig liest, weiß ganz genau, dass das wissenschaftliche Kartenhaus der anthropogenen globalen Erwärmung mit jedem Tag instabiler wird. AGW zuwider laufende Informationen kommen immer weiter – von den Klimategate-E-Mails bis zum fast 20 Jahre dauernden und nicht ergründeten „Stillstand“ des weltweiten Temperaturanstiegs, über wiederholte Enthüllungen über Veränderungen historischer Temperaturaufzeichnungen durch Funktionäre der Regierung (hier), die darauf abzielen, das Narrativ der nicht vorhandenen Erwärmung zu erhalten – aber nichts dergleichen verlangsamt die Maschinerie des politischen Klima-Aktivismus‘ und die Restriktionen bzgl. fossiler Treibstoffe. Der jüngste Schlag gegen das Narrativ von der katastrophalen Erwärmung war der Forschungsbericht von Wallace et al. (hier), worüber wir im vorigen Monat hier berichtet hatten. Dieser Bericht zeigte keine statistisch signifikante Erwärmung in irgendeiner der großen Temperaturreihen der Welt, nachdem man die zugestandenermaßen nicht anthropogenen Auswirkungen von El Nino und La Nina berücksichtigt hatte.

Wo also stehen unsere großen wissenschaftlichen Gesellschaften in diesem Bereich? Falls man das immer noch nicht weiß, dürfte es demoralisierend sein zu erfahren, dass die führenden Gesellschaften ohne wesentliche Ausnahme auf der Linie des offiziellen Regierungs-Narrativs einer gefährlichen, vom Menschen verursachten globalen Erwärmung liegen. Im Juni 2016 haben rund 31 wissenschaftliche Gesellschaften einen gemeinsamen Brief an den Kongress gesandt (hier), um die Abgeordneten „an den vermeintlichen Konsens des Klimawandel-Standpunktes zu erinnern“. Weiter wurden in dem Brief dringende weitere Maßnahmen der Regierung gefordert, den Verbrauch fossiler Treibstoffe zu reduzieren. In dem Link wird die vollständige Liste aller unterschreibenden Gesellschaften genannt. Falls man genau hinschaut, kann man versuchen, die große Gesellschaft zu erkennen, die in der Liste fehlt. Das ist die American Physical Society APS, die Assoziation der Physiker! Aber, könnte man jetzt fragen, ist nicht die so genannte „Wissenschaft“ vom „Klimawandel“ speziell ein Bereich der Atmosphären-Physik? Es stellt sich heraus, dass die APS ein Gremium seiner eigenen Mitglieder im Jahre 2014 mit einer Begutachtung der Wissenschaft vom Klimawandel beauftragt hat, und der Bericht des Gremiums unterstützte in keiner Weise die Konsens-„Wissenschaft“. Innerhalb der APS setzt sich zu diesem Thema ein Kampf fort (worüber man hier mehr lesen kann), aber inzwischen ist es ein Schlüsselfaktum, dass eine Gruppe Menschen, die tatsächlich wissen, dass es bei diesem Thema so viele Dissidenten und Skeptiker gibt, nicht auf den fahrenden Zug aufgesprungen ist.

Wer aber ist auf den fahrenden Zug aufgesprungen? Nun, beispielhaft sei hier die American Society of Ichthyologists and Herpetologists genannt. [Fischkundler und Herpetologen]. Wissen sie irgendetwas von Klimaphysik? Vermutlich nicht viel. Aber sie wissen ganz genau, dass falls man Schlangen studieren möchte und dazu auf das Geld der Regierung scharf ist, man etwas bzgl. globale Erwärmung in den Forschungsantrag schreiben muss. Wie wäre es, eine Förderung zu beantragen für „die Auswirkung der globalen Erwärmung auf die lesser eastern tree boa“? Das sollte funktionieren!

Wie auch immer, das Ergebnis des Forschungsberichtes von Wallace et al. veranlasste mich, mich mit Alan Carlin zusammenzutun, einem Ökonom mit Erfahrungen am MIT und 40 Jahre lang leitender Analyst und Manager bei der EPA. Zusammen schrieben wir vor ein paar Tagen Briefe an jede der 31 unwissenschaftlichen Wissenschafts-Gesellschaften und forderten darin, die vermeintliche wissenschaftliche Grundlage bzgl. ihrer Haltung zum Thema Klimawandel im Licht der jüngsten Ergebnisse offenzulegen. Der vollständige Text unseres Briefes steht hier. Einige der wichtigsten Passagen:

Der von Ihnen unterschriebene Brief vom 28. Juni enthält Statements, die stark implizieren, dass es zuvor empirische Validierungen irgendwelcher Art einer kausalen Beziehung zwischen zunehmenden atmosphärischen Treibhausgas-Konzentrationen und global steigender Temperaturen gegeben hat. … allerdings, wie oben erwähnt, waren die Autoren des Forschungsberichtes von Wallace et al. nicht in der Lage, in irgendeiner wissenschaftlichen Studie eine eindeutige empirische Validierung einer statistisch signifikanten, quantitativen Beziehung zwischen steigenden Treibhausgas-Konzentrationen einerseits sowie den Temperaturen in den Tropen, den benachbarten USA oder weltweit andererseits zu finden. Tatsächlich können wir keine einzige Studie finden, welche tatsächlich mathematisch sichere empirische Beweise dafür findet, dass sich die Auswirkungen steigender atmosphärischer Treibhausgas-Konzentrationen auf die Temperaturen der Welt mit statistischer Signifikanz von Null unterscheiden.

Wie Sie erkennen könnten, sind wir besorgt, dass angesehene wissenschaftliche Gesellschaften einschließlich Ihrer Gesellschaft einen Brief an Mitglieder des Kongresses unterschrieben haben, in dem wissenschaftliche Aussagen als definitiv etabliert bezeichnet werden, obwohl es in Wirklichkeit niemals eine mathematisch fundierte empirische Validierung der Aussagen gegeben hatte, und tatsächlich scheint es jetzt so zu sein, dass jene Aussagen wissenschaftlich definitiv invalide sind. …

Kurz gesagt, falls Sie über mathematisch fundierte empirische Validierungen der Hypothesen verfügen, die Ihrem Eintreten zugrunde liegen, machen Sie diese bitte bekannt. Falls Sie darüber nicht verfügen, wollen Sie es freundlicherweise ebenfalls bekannt machen.

Joseph D’Aleo (einer der Mitautoren des Reports von Wallace et al.) hat den vollständigen Text unseres Briefes auf seiner ausgezeichneten Website icecap.us gepostet, zusammen mit einigen Kommentaren. Wie Carlin mit dem Thema umgegangen ist, kann man hier nachlesen. D’Aleo wird sehr deutlich, wenn der die Korruption unwissenschaftlicher Wissenschafts-Gesellschaften beschreibt:

Die vormals professionellen Gesellschaften setzten während der letzten Jahre ihr Abgleiten in ein beispielloses Eintreten fort, als sie auf den politisch getriebenen Förderungs-Zug aufgesprungen sind und ihren Mitgliedern eine ganze Generation von Öko-Fanatikern aufgedrückt haben, die unsere scheiternden Schulen in allen Bereichen indoktrinieren. Ihre Eingabe an den Kongress ist in keiner Weise wissenschaftlich.

Link: http://manhattancontrarian.com/blog/2016/10/25/annals-of-fake-politicized-science

Übersetzt von Chris Frey EIKE




El Hierro: Autark am Arsch. Ein Energiewendemärchen

Hauptsächlich ernsthafte Wanderer und Taucher zieht es auf das Eiland, das die Einheimischen – 6000 oder 7000 leben hier ständig – als „El culo del archipiélago“ bewitzeln, Arsch des Archipels. Arbeitsplätze sind rar, Industrien nicht existent. Was an Waren auf die Insel gelangt, sind meist die Ladenhüter von Teneriffa und Gran Canaria. Kein Geheimnis, dass Hierro nicht gerade ein Hotspot von Leistungsträgern ist. Wer was auf dem Kasten hat, verlässt El culo und macht sein Geld auf den großen Nachbarinseln oder gleich auf dem spanischen Festland.

Derart rückständig ist Hierro, dass es manchmal selbst Ausländer verblüfft, die hier schon lange wohnen. Frauen nehmen männliche Bekannte nicht einmal dann im Auto mit, wenn sie ihnen auf einsamer Landstraße begegnen – könnte Gerede geben. Besucher klatschen laut in die Hände, wenn sie eine Finca betreten. Damit Nachbarn sie wahrnehmen und wissen, dass die Ankömmlinge sich nicht heimlich zu fremden Frauen schleichen wollen. Das ist nicht bloß Folklore, das wird verdammt ernst genommen.

Die politischen Verhältnisse sind byzantinisch, beziehungsweise erdoganisch

Die politischen Verhältnisse sind byzantinisch, beziehungsweise erdoganisch. Wer öffentliche Aufträge oder (etwa als Kultur- oder Medienschaffender) Zuwendungen bekommen will, muss sich mit den Matadoren der Inselverwaltung gutstellen und sie kräftig loben. Kritiker des Cabildo werden ausgegrenzt und von der Gunstliste gestrichen. Das Kritisieren an und für sich finden die meisten Herreños sowieso unangemessen, was mit einer verbreiteten Verdruckstheit der Umgangsformen korrespondiert. Ein Inselsprichwort lautet: Wenn man den Mund geschlossen hält, kommen keine Fliegen hinein.

Und dann, ach, der Bürgerkrieg! Steckt noch nach 80 Jahren in den Köpfen vieler Insulaner. Es hat damals nicht wenige Verbrechen und Verfolgungen gegeben auf dem kleinen Hierro, die Insel war sehr Franco-affin. Wer solche Fälle recherchieren will, muss sich warm anziehen.

In einem Punkt aber hält Hierro einen Spitzenplatz – beim Abgreifen von Subventionen. Pro Insulanerkopf gerechnet, ist mehr EU-Geld in die Insel versenkt worden als in irgendeine andere Region. Allein die grotesk überdimensionierte Mole im Hafen La Estaca verschlang 20 Millionen Euro aus der EU-Regionalförderung. Benötigt wird die Mole nicht. Großfähren oder Kreuzfahrtgiganten steuern Hierro nicht an. Warum auch?

Fabelhaft ausgebaut (selbstredend mit EU-Förderung) und prima in Schuss gehalten ist auch das Straßennetz, bis in entlegene Bergregionen. Serpentinenfahren auf Hierro macht richtig Spaß, denn es kommt einem selten jemand entgegen. Auch andere Großprojekte zeichnen sich durch hohe Kosten im Verbund mit kompletter Sinnfreiheit aus. Etwa das in eine feuchtkalte Höhe von 900 Meter gesetzte „Kongresszentrum“, wo leider so gut wie nie Kongresse stattfinden. Ein Meerwasserschwimmbad gammelte viele Jahre unbesucht vor sich hin.

Hierro ist der Irrsinn der europäischen Subventionspolitik in einer Nussschale

Sicher, auch andere Regionen sind nicht faul, wenn es darum geht, das Geld europäischer Steuerzahler für lachhafte „Infrastrukturmaßnahmen“ zu verbrennen – siehe die etlichen Millionen, welche der Bau von doppelspurigen, kaum benutzten Radwegen auf der Starkwindinsel Fuerteventura verschlang. Aber auf Hierro ist der Irrsinn der europäischen Subventionspolitik in der Nussschale zu besichtigen.

Das Prinzip geht so: Eine lokale Größe, die zum Beispiel an einer Asphaltfabrik beteiligt ist, welche wiederum mehrheitlich einem Verwandten der besagten Größe gehört, initiiert zum Beispiel einen Antrag auf Mitfinanzierung breiter, straßenrennentauglicher Straßen in einer einsamen Gegend, wo allenfalls geländegängige Forstfahrzeuge etwas zu suchen haben. Im fernen Brüssel wird das fadenscheinige Ansinnen anstandslos abgenickt. Das Asphaltwerk dankt.

Vor ein paar Jahren machte Hierro mit einem Projekt Schlagzeilen, dessen Kühnheit höchstens mit jener von Kolumbus vergleichbar schien, der 1493 von Hierro zu seiner zweiten Entdeckungstour in die neue Welt aufgebrochen war. Die Vision: Der Arsch des Archipels wollte als erste Insel „energieautark“ werden. Denn, nicht wahr, es weht ja oft kräftig über die Bergrücken! Wahrzeichen von Hierro ist ein vom Wind niedergedrückter, sehr fotogener Wacholderbaum nahe der Ermita des los Reyes. Was liegt da näher, als den Wind zu „ernten“?

Anstelle des alten Dieselkraftwerks in Puerto de la Estaca sollten künftig fünf Windräder auf dem Gipfel eines erloschenen Vulkans die Stromversorgung übernehmen. Überschüssiger Strom sollte genutzt werden, um Wasser in ein auf dem Vulkan errichtetes Pumpspeicher-Kraftwerk zu befördern. Damit, hoffte man, würden die Flauten überbrückt werden, die auch mitten im Atlantik immer wieder vorkommen.

Kritische Denkströme beherzt ausgeknipst

Das kurz „Gorona“ genannte Projekt, zu 60 Prozent im Besitz der Inselverwaltung, wurde mit Komponenten aus Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz gewuppt. Kosten: 85 Millionen Euro. Die Hälfte davon deckten staatliche Subventionen ab, für die andere Hälfte verschuldete sich die Gemeinde. Kleingeld, wenn man bedenkt, dass Hierro praktisch dem gesamten Planeten als „energetische Referenz“ dienen würde, wie es ein Betreiberprospekt versprach.

Das richtungweisende Projekt war noch nicht eingeweiht, da kugelten sich bereits die üblichen Medienjungs und -deerns vor Begeisterung. „El Hierro wird Ökomodell“, jubelte „Geo“ im August 2013. Als die Windkraft-Pumpspeicher-Kombi im Juni 2014 ans Netz ging, meldete Wikipedia prompt, der Strom auf der Insel würde nunmehr „vollständig von Windkraft erzeugt.“ Ebenso affirmativ wunschdachte die „Neue Zürcher Zeitung“: „Die kanarische Insel El Hierro ist als erstes Eiland der Welt energieautark“.  

Durch die Stilllegung des Stinkekraftwerks würden jährlich 18.700 Tonnen CO2 eingespart, 100 Tonnen Schwefeloxid und 400 Tonnen Stickoxid vermieden. Die Stromversorgung per Wind und Wasser werde zudem 23 Prozent günstiger als bisher sein, der Strompreis wohl sinken. Hinter diesen und geistesähnlichen Arien, deren Autoren offenbar ihre kritischen Denkströme beherzt ausgeknipst hatten, wollten auch die Öffis nicht zurückstehen. „El Hierro – Visionäre am Ende der Welt“ betitelte „Arte“ noch Ende 2015 ein euphorisches Feature, das dem Sender alsbald auf die Füße fallen sollte.

Denn nach einem Betriebsjahr stand zwar die gute Nachricht fest: Der Traum, den Strombedarf der Insel zu 100 Prozent nachhaltig zu erzeugen, hatte sich erfüllt. „Kühnste Erwartungen“, jauchzte die Betreiberfirma Gorona, seien "übertroffen worden“. Die schlechte Nachricht: Das mit den 100 Prozent war nur an einem einzigen Tag des Jahres 2015 der Fall gewesen, für ganze zwei Stunden. In der ersten Hälfte des Jahres trug die „saubere“ Energie nur zu 30 Prozent zur Stromversorgung bei, in späteren Monaten immerhin zwischen 49 und 55 Prozent.

Ein um den Faktor 200 zu kleines Pumpspeicherbecken

Die Erfolgsmeldungen stammten allerdings sämtlich von der Betreibergesellschaft. Diese zeichne sich durch hohe „Kreativität“ bei der Interpretation von Fakten aus, spottete der Blog ruhrkultour.de über „das bittere Ende eines Energiewende-Märchens". Nicht wenige Insulaner – darunter zahlreiche auf der Insel residierende Deutsche – bezweifeln hartleibig, dass Verlautbarungen der windigen Betreibergesellschaft Ähnlichkeiten mit der Realität aufweisen.

Während der treue alte schmutzige Diesel unten am Hafen weiterhämmerte – notwendigerweise permanent, um das Netz allzeit stabil zu halten – war der Katzenjammer enorm. Langsam wurde klar, was – neben all dem Schöngerede und Selbstbetrug – der Kardinalfehler des frivolen Vorhabens war, ausgerechnet inmitten eines Unesco-Biosphärenreservats fünf potthässliche Windräder sowie ein mit Wasser gefülltes Becken aufzustellen.

Dieses 150.000-Kubikmeter-Becken, das bei Windarmut hydroelektrisch erzeugte Energie zuliefern sollte, hätte nach neueren Berechnungen mindestens fünfmal, nach anderen Kalkulationen zwanzigmal so groß sein müssen, um längere Flauten überbrücken zu können. Wikipedia schreibt in einem aktualisierten Eintrag über Hierro gar, für eine autarke Stromversorgung sei ein 200fach größerer Wasserspeicher als der Bestehende notwendig.

Das Projekt Autarkie liegt in der Grütze, Geld futsch, Vorschusslorbeeren verwelkt

Wie auch immer: Pools von derlei Ausmaßen sind nicht nur immens teuer, sondern in einer Erdbebenregion hochgefährlich. Katastrophale Erfahrungen mit einem geborstenen Großspeicher waren auf La Palma  schon 2011 gemacht worden. Der Speicher von Barlovento wird nach kostspieliger Reparatur vorsichtshalber nur mehr zu Hälfte gefüllt, ein Flop wie aus dem betriebswirtschaftlichen Lehrbuch.

Was also können die gebeutelten Herreños daraus lernen? Das Projekt Autarkie liegt in der Grütze, klar. Geld futsch, Vorschusslorbeeren verwelkt. Nix mit den erträumten Delegationen von anderen Inseln, die auf Hierro hätten erfahren können, wie die energetische Zukunft aussieht. Und auch keine herzensgrünen Reporter aus Deutschland mehr. Keine öffentlich-rechtlichen Fernsehteams mit gusseiserner Ökoagenda im Gepäck.

Auch ist keine Rede mehr vom dem ulkigen, fast merkelesken Plan, sämtliche Autos der Insulaner bis 2020 durch E-Mobile zu ersetzen und damit zum „ersten emissionsfreien Ort der Welt“ (so weiland die enthusiasmierte „NZZ“) aufzusteigen. Der plötzliche Energiereichtum der armen Leute von Hierro gehört wohl zu den Visionen, deren Inhabern Helmut Schmidt einen Arztbesuch empfahl.

Was Hierro tun könnte, um den Kladderadatsch wenigstens abzumildern? Einfach mit inseleigenen Pfunden wuchern! Aus dem anfangs erwähnten, fast immer verwaisten Kongresszentrum im Hochland könnte sich ein Kompetenzzentrum entwickeln, das rund ums Jahr Fachseminare anbieten würde. Etwa für Entscheidungsträger aus Brüssels Bürokratie, Sparte Regionenförderung. Oder für Politiker, die vor Ort studieren möchten, was bei einer „Energiewende“ hinten so rauskommt. Oder für Journos, die auf dem herbschönen Hierro lernen könnten, in Sachen EU und Energiewende unvoreingenommen zu recherchieren.

Mögliche Themen der Tagungen:  „Gauner im grünen Zwirn – woran man Ökoschwindler erkennt“. „Nepper, Schlepper, Subventionsfänger – wie örtliche Seilschaften Jagd auf EU-Fördermillionen machen.“ Oder einfach: „Größenwahn am Arsch der Welt. Am Beispiel El Hierro“.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier




Wissenschaft steckt in Schwierigkeiten

Da gibt es nur ein Problem: Die Wissenschaft selbst steckt tief in Schwierigkeiten. Im vorigen Jahr hat Richard Horton, Herausgeber von The Lancet eingeräumt, dass „Vieles in der wissenschaftlichen Literatur, vielleicht sogar die Hälfte, einfach unwahr ist“. Seinen Worten nach „hat die Wissenschaft eine Kehrtwendung in die Dunkelheit“ vollzogen.

Medizinische Forschung, Psychologie und Ökonomie befinden sich allesamt im Griff einer ,Reproduzierbarkeits-Krise‘. Ein pharmazeutisches Unternehmen, das versucht hatte, die Ergebnisse von 53 Eckpunkte setzenden Studien zu Krebs zu bestätigen, war damit nur in sechs Fällen erfolgreich, eine Rate des Scheiterns von 89%. Im Jahre 2012 widmete ein Psychologie-Journal eine ganze Ausgabe den Zuverlässigkeits-Problemen in jener Disziplin, wobei ein Beitrag die Überschrift trug [übersetzt] „Warum Wissenschaft sich nicht notwendigerweise selbst korrigiert“. Auch ein Bericht aus dem Jahre 015, aufbereitet für das Board of Governors der US Federal Reserve kommt zu dem Ergebnis, dass „Forschungsergebnisse im Bereich Ökonomie normalerweise nicht reproduzierbar sind“. Dessen Autoren waren lediglich in der Lage, die Ergebnisse von einem Drittel der in angesehenen Wirtschaftsjournalen veröffentlichten Studien zu verifizieren. Nachdem man die Hilfe der ursprünglichen Forscher in Anspruch genommen hatte, stieg die Erfolgsrate auf immer noch erbärmliche 49%.

Die Politik der Regierung kann man nicht als auf Beweisen beruhend ansehen, falls die Beweise, von denen sie abhängt, nicht unabhängig verifiziert worden sind. Und doch wird die große Mehrheit aller akademischen Forschungen diesem Test niemals unterzogen. Stattdessen findet etwas wie ,wissenschaftliche Begutachtung‘ [peer review] statt. Wenn eine Forschungsstudie eingereicht wird, laden die Journale ein paar Personen ein, die diese Studie evaluieren sollen. Bekannt als Beurteiler legen diese Individuen fest, ob die Studie veröffentlicht, modifiziert oder abgelehnt wird.

Falls einer etwas bekommt, für das einer bezahlt, ist es der Beobachtung wert, dass Beurteiler typischerweise ehrenamtlich arbeiten. Ihnen fehlen sowohl die Zeit als auch die Ressourcen, um irgendetwas Anderes zu machen als einen oberflächlichen Blick darauf zu werfen. Es passiert nichts, was einer Beweissicherung [audit] gleicht. Niemand untersucht die Rohdaten auf Genauigkeit oder das Computer-Programm auf Fehler. Wissenschaftliche Begutachtung garantiert nicht, dass angemessene statistische Analysen durchgeführt worden sind, oder das die Laborinstrumente angemessen verwendet wurden.

Beurteiler bei den angesehensten Journalen haben grünes Licht für Forschungsergebnisse gegeben, die sich später als durchweg betrügerisch erwiesen haben. Umgekehrt haben sie Arbeiten verspottet, die später mit Nobelpreisen ausgezeichnet wurden. Richard Smith, ein ehemaliger Herausgeber des British Medical Journal beschreibt die Begutachtung als ein Roulette, eine Lotterie und eine Black Box. Er weist darauf hin, dass eine extensive Forschungsarbeit karge Beweise findet, dass dieser überprüfte Prozess viel erreicht. Andererseits, ein Berg von Gelehrsamkeit hat ausgeprägte Defizite aufgezeigt.

Die zufällige und willkürliche Natur von Begutachtung wurde bereits im Jahre 1982 demonstriert. Zwölf bereits veröffentlichte Studien wurden fiktive Autorennamen und Institutionen zugeordnet, bevor sie 18 bis 32 Monate später dem gleichen Journal erneut eingereicht wurden. In drei Fällen wurde die Duplikation erkannt, aber die übrigen neun Studien durchliefen Begutachtung von jeweils zwei Beurteilern. Nur eine Studie davon wurde bei dieser zweiten Begutachtungsrunde seitens des gleichen Journals, das die Studien bereits veröffentlicht hatte, der Veröffentlichung für wert befunden. Dass die Studien nicht das Original waren, war nicht Teil der Bedenken der zweiten Welle von Beurteilern.

Jedermann kann ein Wissenschaftsjournal aufmachen und Begutachtung so definieren, wie man will. Keine minimalen Standards gelten, und keine Vollzugsverfahren stellen sicher, dass man tatsächlich den von einem Journal beschriebenen Maßnahmen folgt. Einige Herausgeber geben zu, unter dem Deckmantel der Anonymität erfundene Begutachtungen geschrieben zu haben, anstatt sich die Mühe zu machen, gutgläubige Beurteiler zu rekrutieren. Im Jahre 2014 ging eine Meldung durch die Nachrichten, der zufolge 120 Studien mit von Computern erzeugtem Kauderwelsch dennoch den Begutachtungsprozess, durchgeführt von angesehenen Publizisten, erfolgreich durchlaufen haben.

Politiker und Journalisten haben es schon lange bequem gefunden, begutachtete Forschungen als de facto ordentliche Wissenschaft zu behandeln. Falls das so wäre, hätte das Journal Nature im Februar 2016 kaum mit einem Artikel mit der Unterschlagzeile aufgewartet [übersetzt] „Fehler in begutachteten Studien sind einfach zu finden, aber schwer zu beseitigen“. Über einen Zeitraum von 18 Monaten hat ein Forscherteam versucht, Dutzende substantieller Fehler bei Forschungsarbeiten zu Ernährung und Fettleibigkeit zu korrigieren. Unter diesen war die Behauptung der Änderung der Größe einer Gruppe von Erwachsenen von im Mittel 7 cm innerhalb von drei Wochen. Das Team berichtete, dass Herausgeber „unvorbereitet oder mangelhaft für eine Untersuchung ausgerüstet waren“. Auf Kafkaeske Art kulminierten die Monate langen Bemühungen in der Einräumung eines Ausrutschers, woraufhin die Journale forderten, dem Team in einem Fall 1700 Dollar und in einem anderen Fall 2100 Dollar zu zahlen, bevor ein Brief veröffentlicht werden kann, in dem die Aufmerksamkeit für die Fehler Anderer erregt wird.

Was uns zurückführt zum Thema öffentliche Politik. Uns wurde lange versichert, dass die vom IPCC erzeugten Berichte maßgeblich sind, weil sie vollständig auf begutachteter wissenschaftlicher Literatur beruhen. Eine Untersuchung des InterAcademy Council im Jahre 2010 hat diese Behauptung als falsch überführt, aber das ist eine andere Geschichte. Selbst falls alles Quellenmaterial des IPCC dieser Prämisse genügen würde, die Tatsache, dass eines von geschätzt 25.000 akademischen Journalen ein nicht spezifiziertes und unbeaufsichtigtes Begutachtungsverfahren durchgeführt hat, ist keine Garantie, dass eine Studie nicht totaler Unsinn ist.

Falls die Hälfte der wissenschaftlichen Literatur „einfach unwahr sein kann“, dann kann die Hälfte der vom IPCC herangezogenen Klimaforschung ebenfalls unwahr sein. Diese erschreckende Unzuverlässigkeit erstreckt sich auf Arbeiten zu Cholesterin-Diätvorschriften, häuslicher Gewalt, Luftverschmutzung – kurz, auf alle Forschungen die gegenwärtig von der Akademie durchgeführt werden.

Die National Science Foundation der USA hat uns jüngst daran erinnert, dass ein wissenschaftliches Ergebnis „nicht als empirische Tatsache betrachtet werden kann“, solange es nicht „unabhängig verifiziert“ worden ist. Begutachtung erfüllt diese Funktion nicht. Bis Regierungen anfangen, Forschungen zu authentisieren, bevor diese als Grundlage für neue Gesetze und gewaltige Ausgaben herangezogen werden, ist die Behauptung unwahr, dass die politische Maßnahme X auf Beweisen beruht.

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Donna Laframboise ist auch Autorin von einem jüngst von der GWPF veröffentlichten Report zum Thema: Peer Review: Why Skepticism is Essential. Dieser Report wird demnächst in Auszügen übersetzt auf dieser Website erscheinen.

Link: http://www.thegwpf.com/donna-laframboise-science-is-in-truble/

Übersetzt von Chris Frey EIKE