Hurra, wir haben das EEG-Speicherproblem in Lösung – mit Beton-Pumpspeichern! Aber…

Bild rechts: Beton-Pumpspeicher. Bild Werbebild Hochtief Solutions. Zufügung: Man beachte, dass die Wassertiefe 700 m betragen muss.

STUTTGARTER ZETUNG, 08. November 2016: Im Bodensee sollen Betonkugeln Strom speichern
Eine Betonkugel im Wasser zur Speicherung von Energie? Diese Idee wollen Forscher nun im Bodensee testen. Die Kugel mit einem Durchmesser von drei Metern wurde jetzt in Konstanz zu Wasser gelassen und mit Hilfe von Luftkissen und einem Schiff nach Überlingen gezogen.
Mit dem Bodensee selbst hat das Projekt Stensea nur wenig zu tun. Die Abkürzung steht vielmehr für Stored Energy in the Sea, zielt also auf die Speicherung von Strom im Meer ab. Dort fällt in Zukunft immer mehr Windstrom an, der beispielsweise nachts so reichlich vorhanden ist, dass er an Land keine Abnehmer hat. Dann würde es sich lohnen, ihn so zu speichern, wie dies beispielsweise in Pumpspeicherkraftwerken an Land geschieht. Ist zu viel Strom im Netz, wird bei Stensea aber kein Wasser in höher gelegene Gebiete gepumpt, sondern eine mit Wasser gefüllte Kugel geleert – und damit der Speicher gefüllt. Wird dann Strom benötigt, darf Wasser in die Kugel strömen und läuft dabei über eine Turbine, die Strom produziert – so wie bei einem Pumpspeicher Wasser vom oberen Becken ins untere fließt.
Viele Vorteile
Die Vorteile solcher Meeresspeicher liegen für die Experten auf der Hand: Sie befinden sich in der Nähe der Strom produzierenden Windräder und man erspart sich endlose Diskussionen um Standorte und notwendige ökologische Ausgleichsmaßnahmen, wie sie beim geplanten Pumpspeicher in Atdorf im Schwarzwald seit Jahren geführt werden. Allerdings muss diese Technik erst noch entwickelt und erprobt werden.
Einen großen Schritt vorwärts will nun das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik mit dem Experiment im Bodensee tun.
Mit drei Metern Durchmesser und einem Gewicht von 20 Tonnen hat die Experimentierkugel noch vergleichsweise bescheidene Ausmaße. Später sollen die Kugeln einen Durchmesser von 30 Meter haben, 10 000 Tonnen wiegen und ein Speichervermögen von 20 Megawattstunden haben, bei einer Entladezeit von vier bis acht Stunden. In der Vision der Ingenieure könnte dann eine ganze Batterie von Betonkugeln ausreichend große Speicherkapazitäten für große Windparks liefern.

Gefördert wird das richtungsweisende Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem für Wissenschaft. Ob deren Angaben zu den (angeblich geringen) Kosten nicht einer hoffnungslosen Euphorie geschuldet sind, kann leider nicht nachgeprüft werden. Die von Hochtief gebaute Elbphilharmonie (ca. 10-fache Kostensteigerung) lässt es jedoch ahnen.

BMWi, 17.10.2016: [4] Pumpspeicherkonzept StEnSEA
Die kommerziellen Zielgrößen pro Energiekugel liegen derzeit bei etwa 20 MWh (Entladezeit von 4 Stunden mit einer 5-MW-Pumpturbine) pro Speichereinheit. Bei diesen Zielgrößen liegen die Speicherkosten pro Speichereinheit im Bereich von wenigen Eurocent pro Kilowattstunde und bei leistungsbezogenen Bau- und Gerätekosten im Bereich vom State of the Art Pumpspeicherkraftwerken. Die zu Grunde gelegten Untersuchungen und Berechnungen zum Speicherinhalt gehen von einem Lade-Entlade-Wirkungsgrad von 80 bis 85 % aus.

Eine „Wissenszeitung“, angeblich für Ingenieure und „power by VDI Verlag“ kann sich vor Enthusiasmus fast nicht mehr retten:
INGENIEUR.DE: [2] Die Idee ist genial: Warum nicht Energie in riesigen, hohlen Betonkugeln am Meeresgrund speichern? Wenn die Betonkugeln standhalten und sich die Technik bewährt, könnten Offshore-Windparks mit Kugeln ausgestattet werden, die pro Stück 20 MWh speichern können.
Die Vorteile dieser Technik sind enorm: Die Pumpspeicherkraftwerke können auf die Infrastruktur der Windparks zurückgreifen und sie liegen in großen Tiefen auf dem Meeresgrund, ohne zu stören.
Komischer Weise steht in keiner der euphorischen Medienberichte, dass diese „Lösung“ in der gesamten Nord- und Ostsee nicht möglich ist, weil die Wassertiefen nicht im Entferntesten reichen. Für Deutschlands EEG-Speicherproblem fällt diese wundersame „Erfindung“ als Lösung damit schon einmal vollkommen aus.
FRAUNHOFER IWES: [3] Sicher ist, dass das Konzept erst ab Wassertiefen von ca. 600-800 Metern im Meer wirtschaftlich anwendbar sein kann.
WIKIPEDIA: Die Nordsee ist ein Schelfmeer mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur 94 Metern. Der Meeresboden liegt größtenteils auf dem Schelf, und so steigt die Tiefe von 25 bis 35 Metern im südlichen Teil auf bis zu 100 bis 200 Metern am Kontinentalhang zwischen Norwegen und nördlich der Shetlandinseln. Der gesamte südliche Teil des Meeres ist dabei höchstens 50 Meter tief. Die Ausnahme bildet die Norwegische Rinne; an dieser tiefsten Stelle misst die Nordsee 725 Meter.

Wen interessieren jedoch solche, eine EEG-Lösung verhindernden Fakten. Der „Südkurier“ schoss den Vogel ab, indem seine Redaktion die erforderlichen Tiefen in der Nord- und Ostsee einfach mal „schnell ausbaggerte“ und schrieb:
Südkurier 27.01.2016:[1] Strom aus der Betonkugel auf dem Seegrund
Und später irgendwo in 700 Metern Wassertiefe in der Nordsee oder Ostsee mit vielen weiteren Kugeln für ein stabiles Stromnetz sorgen.
Man muss nicht alles Wissen im Kopf haben, aber nicht einmal googeln können und damit eine Redaktion bestücken, zeigt vielleicht den Einfluss der im Ländle durchgeführten Schulreform, auf jeden Fall aber nicht seriöse Information.

Zum Schluss soll noch kurz abgeschätzt werden, was man für Deutschlands Offshore-Windanlagen benötigen würde, sofern die Nordsee zufällig hinter den Offshore-Windparks steil auf 700m Wassertiefe abfallen würde. Deutlich sieht man, dass der Betonlieferant wohl das größte Geschäft machen könnte.

Deutschlands Offshore-Windparks

Im Jahr 2016 installierte Anschlussleistung: 3552 MW
Speichervolumen einer 10.000 t Kugel: 20 MWh (falls die Kugel vorher leer war)
Benötigte Anzahl Speicherkugeln für 1 h Speicherung: 178 Stück
für 24 h Speicherung: 4260 St (42.624.000 t Beton)
für 2 Wochen Speicherung: 60.000 St (600.000.000 t Beton)

Ja nach „Leerstand“ der Kugeln entsprechen multiplizieren. Rechnet man im Mittel mit 50 %, reicht Verdoppeln.

Quellen

[1] Südkurier 27.01.2016: Strom aus der Betonkugel auf dem Seegrund
http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/ueberlingen/Strom-aus-der-Betonkugel-auf-dem-Seegrund;art372495,8475988
[2] INGENIEUR.DE, 26.04. 2016: Betonkugeln im Bodensee sollen Windstrom speichern
http://www.ingenieur.de/Themen/Energiespeicher/Betonkugeln-im-Bodensee-Windstrom-speichern

[3] FRAUNHOFER IWES: StEnSEA – Stored Energy in the Sea
http://www.energiesystemtechnik.iwes.fraunhofer.de/de/projekte/suche/laufende/stensea-storing-energy-at-sea.html

[4] BMWi, 17.10.2016: Pumpspeicherkonzept StEnSEA: Kugelpumpspeicher unter Wasser
http://forschung-energiespeicher.info/projektschau/gesamtliste/projekt-einzelansicht/95/Kugelpumpspeicher_unter_Wasser/




Was Trumps Sieg für die Energiepolitik bedeutet

Was Trumps Sieg für die Energiepolitik bedeutet

Charles N. Steele

Es wird wichtig sein zu verfolgen, bis zu welchem Grad Trump und der von den Republikanern beherrschte Kongress einer marktbasierten Energie Vorschub leisten im Verhältnis zur Auswahl von Gewinnern mittels Subventionsprogrammen.

Was bedeutet der Sieg von Donald Trump hinsichtlich Energie? Die Wahl von Donald Trump und die Vorherrschaft der Republikaner in beiden Kammern des Kongresses bedeutet sicherlich ein mehr marktorientiertes Umgehen mit der Energiepolitik, als es bei einem Sieg von Clinton der Fall wäre. Eine mehr marktorientierte Politik, in der den Preisen erlaubt wird, sowohl den Wert als auch die Häufigkeit des Vorkommens genau zu reflektieren, bedeutet längerfristig, dass die Energieversorgung ausgeweitet und die Preise niedriger liegen werden. Es gibt viele Gründe für diese Annahme.

Erstens, Donald Trump hat sich nie offen gegen die Entwicklung fossiler Treibstoffe ausgesprochen, anders als sowohl Hillary Clinton als auch die gegenwärtige Regierung. Insbesondere gilt dies hinsichtlich Kohle, von der Clinton versprochen hat, diese als Energiequelle zu eliminieren, aber auch Öl. Donald Trump hat verkündet, dass eine Trump-Regierung die Keystone-XL-Pipeline genehmigen wird, und steht auch Ölbohrungen vor der Südatlantischen Küste offen gegenüber. Wahrscheinlich wird es eine weitere Entwicklung fossiler Treibstoffquellen und der entsprechenden Infrastruktur wie Pipelines unter einer Trump-Regierung geben. Da fossile Treibstoffe den Löwenanteil an Energie in naher und mittlerer Zukunft unter jedem vernünftigen Szenario haben werden, bedeutet dies mehr Energie und niedrigere Preise im Vergleich zu dem, was wir unter einem restriktiveren Gesetzes-Regime unter Clinton zu erwarten hätten.

Zweitens, Trump hat eine Änderung der gegenwärtigen Gesetzeslage angekündigt und fordert die Rücknahme von zwei bestehenden Vorschriften im Austausch mit jeder neuen implementierten Vorschrift. Während unklar bleibt, wie dies in der Praxis aussehen soll – der Wille zur Aufhebung von Vorschriften ist ziemlich bedeutsam. Die einfache Forderung, sowohl die bestehende als auch die geplante Vorschriftenlage einer sorgfältigen Kosten-Nutzen-Analyse zu unterziehen, würde zu einem langen Weg der Reduktion unnötiger Kosten und der Rationalisierung der Vorschriftenlage führen.

Betrachtet man ein paar Besonderheiten, wird der Clean Power Plan der EPA wahrscheinlich unter einer Trump-Regierung kaum Bestand haben. Das ist eine gute Nachricht, führen doch Marktkräfte schon jetzt zu einer Verschiebung der Stromerzeugung weg von Kohle hin zu Gas. Mit dem künstlichen Zwang drohte der EPA-Plan Preisschocks bei Energie und ökonomische Verwerfungen auszulösen, die den Übergang ultimativ ökonomisch viel teurer gemacht hätten, was sehr schädlich für die Verbraucher wäre – vor allem der Ärmeren. Außerdem hätte er zu politischen Gegenmaßnahmen geführt. Ein marktbasierter Übergang vermeidet dies und sollte stattdessen zu sinkenden Energiepreisen führen.

Außerdem stehen eine Trump-Regierung und ein von den Republikanern beherrschter Kongress dem Fracking-Verfahren viel weniger feindlich gegenüber. Hillary Clinton hat deutlich gemacht, dass sie stringente politische Regulierung bzgl. Fracking bevorzugen würde, und zwar so stark, dass diese Technik in den USA praktisch zum Erliegen kommen würde. Ein Ende des Fracking-Verfahrens würde effektiv die erweiterte Produktion von Erdgas zum Erliegen bringen und den Übergang von Kohle zu diesem viel saubereren Treibstoff aus der Bahn werfen. Dies wäre ökonomisch und umweltlich verheerend. Trump hat argumentiert, dass er kein Freund regierungsamtlicher Restriktionen ist, sondern staatliche und lokale Steuerung bevorzugt. Dieses Vorgehen ist viel vernünftiger, sind doch lokale Behörden vor Ort viel besser in der Lage, die lokalen Umstände zu berücksichtigen; und sie sind weit sensitiver gegenüber den Vorteilen und Kosten als die Bundes-Gesetzgeber in Washington D.C.

Ein möglicher Nachteil marktbasierter Energie ist Trumps geäußerte Absicht, verschwenderische Subventionsprogramme auszuweiten, im Besonderen das Äthanol-Programm. Es gibt keinerlei umweltliche oder ökonomische Vorteile durch dieses Programm, welches primär ein öffentliches Geschenk an die Äthanol-Lobby ist. Allgemein sind Subventionen eine schlechte Idee. Sie schützen schlechte Projekte und Technologien, bei den die Kosten die Vorteile weit überwiegen; sie ermutigen das Ausnutzen staatlicher Leistungen und Parasitismus. Das haben wir in der Vergangenheit schon erlebt wie beispielsweise mit dem Solyndra-Fiasko, in das die [US-]Bundesregierung und besonders die Obama-Regierung hunderte Millionen Dollar gepumpt haben – in ein korruptes und unproduktives Solarenergie-Projekt.

Es wird also wichtig sein zu verfolgen, bis zu welchem Ausmaß Trump und der republikanische Kongress marktbasierter Energie Vorschub leisten im Gegensatz zur Auswahl von Begünstigten mittels Subventionsprogrammen. Aber wie auch immer der Mix aussieht, er wird sehr wahrscheinlich wesentlich stärker marktbasiert sein als es unter einer Clinton-Regierung der Fall wäre. Dies bedeutet, egal was sonst noch so ist, höhere Energieversorgung und mehr wirtschaftliches Wachstum.

Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/what-the-trump-victory-means-for-energy

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Was bedeutet Trumps Sieg für die Energiepolitik?

Michael Bastasch

Der Immobilienmakler Donald Trump hat die Präsidentschaftswahlen gewonnen, und das bedeutet höchstwahrscheinlich, dass die Agenda der globalen Erwärmung der Obama-Regierung massiv zurückgestuft oder ganz einkassiert wird. Trump, ein Republikaner, hat versprochen, die EPA zurückzustufen, den Pariser Vertrag zu kündigen und alle Vorschriften zu kippen, die der US-Energieerzeugung im Wege stehen.

„Man schaue einfach auf das, was Trump versprochen hat“, hieß es aus einer Quelle nahe Trumps Übergangsteams. „Der Rückzug aus dem Pariser Klimavertrag, Einstellung der Zahlungen an das UNFCC, Rücknahme der EPA-Vorschriften zu Treibhausgas-Emissionen und Entfernung von Hindernissen vor der Öl-, Gas- und Kohleerzeugung, neben Anderem“.

Trump hat versprochen, Vieles aus Präsident Obamas Agenda der globalen Erwärmung aufzugeben, einschließlich der EPA-Vorschrift für Kraftwerke. Pro-Energie-Leute sowie Skeptiker hinsichtlich globaler Erwärmung waren begeistert von Trumps Sieg.

„Klimavernunft ist in den USA wiederhergestellt worden“, sagt Marc Morano, Betreiber der Skeptiker-Website Climate Depot. „Wir müssen uns nicht länger das Gewäsch von ansonsten intelligenten Leuten, die in D.C. verantwortlich sind, darüber anhören, wie UN-Verträge oder EPA-Vorschriften die Temperatur der Erde oder die Sturmhäufigkeit kontrollieren werden“.

Trumps Sieg fällt zusammen mit dem Treffen von UN-Delegationen in Marokko, um darüber zu sprechen, wie man das im vorigen Jahr in Paris ausgehandelte Übereinkommen implementieren könnte. Trump versprach, das Abkommen aufzukündigen und Obamas Planung zur Erreichung seiner Klima-Versprechungen aufzuheben.

Etwa 27 Staaten und Dutzende Interessengruppen klagten gegen den so genannten Clean Power Plan CPP vor Gericht. Rechtsexperten erwarteten zwar, dass der Plan vor dem Bundes-Berufungsgericht in D.C. Bestand haben wird, aber der Sieg von Trump macht einen juristischen Sieg für die EPA weniger wichtig.

Der CPP war der Grundpfeiler der Vorschriften, auf die sich Obama bei seinem Versprechen vor UN-Mitgleidern stützte, um das Paris-Abkommen zuwege zu bringen. Obama versprach, die US-Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2025 um 26% bis 28% zu kappen. Ohne den CPP dürfte das kaum gelingen.

„Es ist an der Zeit für einen Clexit, also den Abschied der USA aus dem UN-Abkommen von Paris“, sagte Morano.

Trump stellte den so genannten „Krieg gegen die Kohle“ in den Mittelpunkt seiner Kampagne, reiste durch die Kohle-Staaten und griff die EPA-Vorschriften scharf an, weil diese den Bergleuten schadeten. Trump gewann folgerichtig in Kohle-Staaten wie Kentucky, West Virginia und Wyoming.

Trumps Sieg in Ohio und Pennsylvania, zentralen Swing-Staaten, war nicht zuletzt dem umfangreichen Kohlebergbau in diesen Staaten geschuldet. Trumps Haltung zu Handel und Energie fand bei den Wählern dort offenbar große Resonanz.

„Wir erwarten, dass sich jetzt gute Politik durchsetzt, wie etwa die Keystone-XL- und Dakota Access-Pipelines, Exporte verflüssigten Gases und Energieprojekte auf öffentlichen Ländereien, die nicht unter Naturschutz stehen oder in Nationalparks liegen“, sagte Tim Wigley, Präsident der von der Petroleum-Industrie gestützten Western Energy Alliance.

Bei den UN-Delegationen, die Jahre mit der Arbeit für ein globales Klimaabkommen zugebracht haben, war man ob Trumps Sieg „geklatscht“. Einige ausländische Funktionäre sagten, dass Trump nicht in der Lage wäre, das Pariser Abkommen zu Fall zu bringen (hier).

„Während ich hier spreche, haben 103 Länder, die für 70% aller Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind, dieses Abkommen ratifiziert, und das kann er – im Gegensatz zu seinen Absichten – nicht einfach zu Fall bringen“, sagte Ségolène Royal, die Umweltministerin von Frankreich.

Umweltaktivisten sind ebenfalls überzeugt davon (hier), dass Trump das Pariser Abkommen nicht zu Fall bringen könne. „Die Wissenschaft darf keine positiven Klima-Maßnahmen von ihm erwarten“, sagte Hans-Joachim Schellnhuber vom PIK [und der muss es ja wissen! Anm. d. Übers.] „Die Welt muss jetzt ohne die USA voranschreiten auf dem Weg zur Abschwächung der Klima-Risiken [welcher? Anm. d. Übers.] und zu Innovationen sauberer Technologien“.

Link: http://www.cfact.org/2016/11/10/what-does-trumps-victory-mean-for-energy-policy/

Beide Beträge übersetzt von Chris Frey EIKE




Reise nach Tschernobyl 2016

Dr. Hinsch ist Strahlenfachmann, war über Jahre als solcher für die Messungen im Bergwerk Asse zuständig, dem vormals beabsichtigten Endlager für schwach- und mittelaktive Abfälle aus Medizin und Strahlentechnik, wobei KKWs und Wiederaufarbeitung Karlsruhe mit Filtermaterial, verfestigtem Abwasser und dergl. den Hauptanteil der Radioaktivität brachten. Dr. Hinsch hat das Tschernobyl-Sperrgebiet seit 1986 schon mehrfach besucht. Über Sinn und Zweck dieser Besuche ist am Ende dieses Berichtes mehr zu lesen.

Zur oben genannten Erwartungshaltung gehört die Kenntnis von der Erfassung und der Wirkung erhöhter radioaktiver Belastung: dazu aus dem Tschernobylbericht von Prof. Appel von 2014 (1):

Strahlenbelastung:

Die Messung und Bewertung radioaktiver Strahlung … soll hier kurz erwähnt werden:

Becquerel  (Bq):            1 Bq = 1 / s

1 Bq ist ein radioaktiver Zerfall pro Sekunde. Die Energie und die Zerfallsprodukte sind je nach Isotop unterschiedlich.

In unserem Körper besteht das Kalium zu 0,012 Prozent aus dem radioaktiven Kalium-Isotop K40. Diese Isotope erzeugen ständig 40 bis 60 Bq pro Kilogramm Körpergewicht. Die zweite große körpereigene Strahlenquelle ist das Kohlenstoff-Isotop C14. Zusammen mit einigen weiteren radioaktiven Isotopen als Spurenelemente strahlt es im Menschen mit rund 8.000 Bq. Die „innere" Strahlung beträgt in Deutschland etwa ein Zehntel der natürlichen Umgebungs-Strahlung. Becquerel ist aber noch kein ausreichendes Maß für die Strahlenbelastung, da die Energie nicht angegeben wird.

Gray (Gy):                     1 Gy = 1 Ws / kg

Gray ist die Strahlungsenergie (Dosis), die von einen Kilogramm Masse aufgenommen wird. Sie wird in Wattsekunden pro Kilogramm angegeben. Die Strahlungsenergie ist biologisch wirksam. Die radioaktive Strahlung besteht aus a-, b– und g-Strahlung, die wegen ihrer unterschiedlichen Natur unterschiedliche biologische Wirksamkeit haben. Für die biologische Wirksamkeit werden daher Wichtungsfaktoren eingeführt. Die biologisch wirksame Strahlung (Strahlendosis) wird in Sievert gemessen.

Sievert (Sv):                 1 Sv = 1 Ws / kg (für  g-Strahlung)

Sievert ist die biologisch wirksame Äquivalenzenergie einer radioaktiven Strahlung. Auch Sievert wird in Wattsekunden pro Kilogramm angegeben, Für Gamma- oder Röntgenstrahlung ist der Wichtungsfaktor 1.  a– und b-Strahlung haben höhere Wichtungsfaktoren. Z.B gilt für  a-Strahlung: Der Wichtungsfaktor ist 20, daher: 1 Sv(a)  entspricht 0,05 Ws/kg. Für die nachfolgenden Betrachtungen wird ausschließlich Sievert verwendet.

Typische Strahlenwerte / Strahlenleistungen in Mikrosievert pro Stunde (mSv/h):

Natürliche Strahlung in Deutschland:              0,1 –  0,6

Natürliche Strahlung in der Welt:                     0,1 – 30*     (*Ramsar, Iran)

Sperrgebiet Tschernobyl:                                 unbelastet 0,1

am Kraftwerk maximal 12

(am Kraftwerk am 30.8.1992 noch max.17)

Bereich der Rauchwolke 0,6 – 8

Durchschnitt bei Besuch <1

Flug in 10 km Höhe                                          4-5

Grenzwerte in Deutschland  zusätzlich zur Hintergrundstrahlung:
Diese Grenzwerte werden in Millisievert (mSv) pro Jahr angegeben.

Kernkraftwerk Umgebung                                  0,3

Endlager                                                          0,1

Kernforschung und Medizin                             2,4        (ca. 20.000 mSv als                                                                                                   Jahresstrahlendosis)

Am Vormittag des 24. August 2016 bricht unsere achtköpfige Gruppe zusammen mit noch einmal acht Individualreisenden in einem Kleinbus vom Maidan in Kiew auf. Der Schauplatz der ukrainischen Revolution wimmelt von Polizei und Miliz. Man will sicher gehen, daß der Feiertag nicht gestört wird. Zahlreiche Musiker formieren sich zu einer umfangreichen Militär-Kapelle. Bei leichtem Nieselregen schicken sich die Kiewer an, ihren Nationalfeiertag zu begehen.

Jenseits der Vororte von Kiew wird es auf der Landstraße in Richtung Tschernobyl einsam, es gibt kaum Gegenverkehr. Unsere englischsprachige Reiseleiterin gibt einige Regeln für das Verhalten im Tschernobyler Sperrgebiet aus und lässt sich deren Akzeptanz durch Unterschrift bestätigen. Dann ‚spricht’ zu uns der Bildschirm mit Videos von den Ereignissen damals 1986 am 26. April in der Nähe der Stadt Tschernobyl. Wir sehen in einer (echten?) Aufnahme aus einiger Entfernung wie der Block vier der Reaktorgruppe ‚hochgeht’ – eine Feuersäule von einigen hundert Metern Höhe, durchsetzt mit glühenden Trümmern gegen den dunklen Nachthimmel. Ein Höllenfeuer. Es folgen Aussagen und Gespräche von Politikern (Gorbatschow), von internationalen Fachleuten (Carl Bildt) und vor allem Bilder von Beteiligten und damit Opfern der ersten Maßnahmen am und um den havarierten Meiler. Zu den ersten Maßnahmen gehört auch das bergmännische (erfolgreiche) Bemühen, einen Wassertank unterhalb des geschmolzenen Reaktorkerns zu entleeren, um ein Durchschmelzen und eine weitere (dann gigantische) Knallgasexplosion zu verhindern. Wir sehen Luftbilder von der Mustersiedlung Pripjat, wo das Betriebspersonal der Anlagen mit den Familien lebte, und sehen, wie es (erst) 36 Stunden nach dem Unfall innerhalb von zwei Stunden evakuiert wurde. … 

(2) Die Atomreaktoren wurden etwa 20 Kilometer von der Grenze zu Weißrussland gebaut. Zur Kühlung wurde neben dem Fluss Pripyat  ein riesiger Kühlteich mit einer Fläche von 22 Quadratkilometer angelegt (s.u.). Der Wirkungsgrad der Kernkraftblöcke lag bei knapp 30 Prozent. Es mussten also mehr als 70 Prozent der in Wärme umgewandelten Kernenergie vom Kühlwasser abgeführt werden.  So ist das auch bei unseren KKWn. Dazu wurde das Wasser vom Stausee über einen Kanal zum Kraftwerk, und das erwärmte Wasser wieder zurück geleitet. Die große Stauseefläche ließ das Wasser dann wieder abkühlen. In dem Kühlwasserkanal wurden Welse ausgesetzt, die heute die stattliche Länge von mehr als einen Meter haben. Angeblich ist das Fleisch der Fische selbst in unmittelbarer Nachbarschaft des Kraftwerks heute nur noch unwesentlich radioaktiv belastet – zu Anfang war dies ganz erheblich. In den Knochen konnte eine deutliche, aber unkritische Strahlenerhöhung durch das Isotop Cäsium 137 nachgewiesen werden.

Das Kernkraftwerk ging 1977 mit dem Block 1 in Betrieb. Ab 1983 waren die ersten 4 Blöcke mit einer elektrischen Leistung von zusammen 3.800 Megawatt angeschlossen. 2 weitere Blöcke waren im Bau. Alle Reaktoren waren Graphit-moderiert; das heißt, die Brennstäbe waren von Graphit umgeben.

Am 26. April 1986 kam es zu einer Kernschmelze im Block 4. Der Graphit entzündete sich. Es gab eine Knallgasexplosion und einen großen Brand. Das einfache Fabrikdach über dem Reaktor (es gab keine Stahlbetonhülle wie bei allen kommerziellen westlichen Reaktoren) war kein Schutz und wurde zerstört. Der Rauch, den östliche Winde Richtung Europa trieben, transportierte radioaktive Isotope weit nach Westen. Sie konnten noch in Deutschland nachgewiesen werden. Die daraus resultierende zusätzliche Strahlung war aber in Deutschland und in den anderen Europäischen Ländern niemals gesundheitsgefährlich.Nach dem Reaktorunfall wurden die drei intakten Blöcke weiter betrieben. 9.000 Menschen arbeiteten weiterhin in unmittelbarer Umgebung des zerstörten Reaktors. Block 2 wurde 7 Jahre nach dem Unfall still gelegt. Block 1 folgte 3 Jahre später. Block 3 in unmittelbarer Nachbarschaft des Unglückreaktors ging erst auf Druck der Europäischen Union und nach einer Ausgleichszahlung im Dezember 2000 vom Netz. Die Blöcke 5 und 6 wurden nach dem Unfall nicht weiter gebaut.

Nach dem Aufschrei über die gefährliche Strahlenverseuchung vor allem von Europa mit Deutschland an der Spitze wurde 36 Stunden nach dem Unfall die Stadt Pripyat innerhalb von 2 Stunden evakuiert. Pripyat liegt ca. 4 Kilometer nordwestlich vom Kraftwerk. Die Stadt hatte über 40.000 Bewohner, die weitgehend für das Kraftwerk arbeiteten. Danach wurden auch die umliegenden Dörfer geräumt und die Verbots- und Kontrollzone auf einen Radius von 30 Kilometern ausgeweitet. Insgesamt mussten mehr als 200.000 Menschen ihre Wohnung verlassen.

Gleichzeitig ging der Betrieb des Kraftwerks weiter. Die Bedienungsmannschaften arbeiteten 2 Wochen im Kraftwerk und kehrten dann für 2 Wochen zu ihren ausgesiedelten Familien zurück. Sie wohnten in der verlassenen Stadt Pripyat. Schwimmbad und Sporthalle der Stadt nutzten die Arbeiter noch bis zum Jahr 2000. Heute hat die Natur sich dort wieder ausgebreitet. Die mehrstöckigen Häuser sind von dichten Baumwuchs umgeben und von den Straßen kaum zu sehen. Sie sind ausgeschlachtet. Fenster, Türen und Armaturen konnte man wohl an anderer Stelle gut brauchen. 

Nach etwa 140 km und zwei Stunden erreichen wir die Grenze der äußeren Sperrzone. An diesem ersten, äußeren Kontrollpunkt werden während kurzer Pause die genannten Verpflichtungserklärungen und Pässe der Reisenden abverlangt. Auf Schautafeln ist das Sperrgebiet gezeigt und das Ausmaß der dortigen Kontamination mit detaillierten Tabellen zur Belastung in Bequerel – leider nur auf ukrainisch.

Zu erkennen ist die relative Lage der relevanten Orte: Tschernobyl, das Kraftwerk, der Ort Pripjat, der Pripjat-Stausee mit dem Kühlwasserkanal. Die Grenzen des Sperrgebiets entsprechen der Höhe der  Kontamination durch die zum Zeitpunkt der Havarie herrschenden Winde in Ost-Westrichtung. Die Grenzen umfassen keinen Kreis, sondern eher eine Ellipse. Ein Teil des Sperrgebiets befindet sich auf weißrussischem Gebiet im Norden, 

Die Fahrt geht weiter durch üppigen Wald. Ein Halt: Wir sind in einem Dorf, dessen Hütten und Häuser völlig vom Wald überwuchert sind. Auf schmalem Pfad durch Buschwerk erreichen wir nach etwa 40 Metern das ehemalige Kulturhaus des Dorfes: Das Mauerwerk steht noch, aber Fenster. Türen, Fußböden sind weitgehend zerstört, verrottet, herausgerissen. Die Strahlung ist hier (noch) normal bei 0,15 mSv/h (Mikro-Sievert pro Stunde). 

Nach weiteren Kilometern durch den Wald erreichen wir die Stadt Tschernobyl. Sie ist noch bewohnt von einer Stammbesatzung für die Verwaltung und Sicherung und von den Bauarbeitern, die den neuen `Sarkophag` für den havarierten Block 4 des ehemaligen KKW baut. Wie wir später sehen, ist diese riesige `Nissen-Hütte` (das größte verfahrbare Gebäude der Welt) fast fertig und kann demnächst über Block 4 gefahren werden. Sie wurde aus Betonfertigteilen errichtet, die hier in Tschernobyl fabriziert wurden. Wir halten am Ortseingang von T. direkt neben der Betonfabrik und den Gebäuden der Feuerwehr, die vor allem dafür sorgt, daß jeder Waldbrand schon im Entstehen bekämpft wird. Kein  strahlendes Material darf (wieder) in die Atmosphäre. Diese kleine Stadt ist noch nicht von der Natur zurückerobert worden. Wir befahren die breite menschenleere Hauptstraße. Manche Gebäude werden erkennbar noch genutzt, wie das der Stadtverwaltung, der Feuerwehr, die Wohnblocks für die Arbeiter an der KKW-Ruine, das Restaurant mit Hotel, in dem wir ein reichliches Mittagessen serviert bekommen. Drei Gedenkstätten werden uns gezeigt: für die heldenhaften Feuerwehrleute der ersten Stunden, Tage und Wochen, für die 96 aufgegebenen Dörfer und Siedlungen innerhalb des Sperrgebietes, für den Schulterschluß mit Fukushima, wo bekanntlich eine andere Spielart menschlichen Versagens (schon in der Planung der KKW) zur  Katastrophe geführt hat.

Überhorizont-Radarstation “Tschernobyl-2” :

Später – wir haben Tschernobyl verlassen – biegt der Kleinbus ab. Auf schmaler Betonplattenstraße fahren wir 5 oder 7 km durch den Kiefernwald. Ziel ist `Tschernobyl 2`, eine Siedlung, zu dem Zweck erbaut, eine monströs-riesige Radar-Antennen-Anlage zu erbauen und zu betreiben, stillgelegt nach dem Ende der Sowjetunion, ein Beispiel für den fast grenzenlosen Einsatz von Technik und Material zur Abwehr des (vermeintlichen?) Gegners. Die Antennen sollten den Start von Interkontinental-Raketen melden – frühzeitig genug für die Auslösung des Gegenschlages. … Einzelheiten und vielfältiges Bildmaterial hierzu sind dem folgenden link3 zu entnehmen – einschließlich der Theorien der Anhänger von Weltverschwörungen und anderer finsterer Kräfte. Hier sind zahlreiche Fotos der Anlagen, Gebäude und Arbeitsplätze zu finden… Von Tschernobyl 2 aus kann man schon die KKW-Ruinen sehen mit dem neuen Wahrzeichen des silberglänzenden Halbzylinders als dem künftigen ‚Sargdeckel‘. Die Nähe zu den Kraftwerken wird aus der enormen Leistungsaufnahme der Antennenanlage von Pulsen von mehreren  Megawatt verständlich. Beim Verlassen der Station messen wir 0,7 mSv/h.

Woodpecker4 (deutsch: Specht) ist die Bezeichnung für ein sowjetisches Kurzwellensignal, das zwischen Juli 1976 und Dezember 1989 weltweit auf Radiofrequenzen zu hören war. Die zufälligen Frequenzwechsel störten den öffentlichen Rundfunk sowie Funkamateure, was weltweit zu tausenden Beschwerden führte. Das Signal hörte sich wie ein scharfes Klopfen an, das sich in der Regel mit einer Frequenz von 10 Hz wiederholte. Die Leistung des Signals wurde auf 10 MW EIRP geschätzt. Die Aussendung erfolgte auf wechselnden Frequenzen im Kurzwellenbereich zwischen 7 und 19 MHz. Die Ähnlichkeit mit dem Klopfen eines Spechtes führte zu seinem Namen.

Bereits recht früh wurde vermutet, dass das Signal zu einem sowjetischen Überhorizontradar gehört. Diese Theorie wurde nach dem Fall der Sowjetunion bestätigt. Das Signal wurde von Anlagen namens Duga erzeugt, die Teil des sowjetischen Raketenabwehrsystems waren. Mit diesen Radargeräten sollte ein möglicher Start von Raketen im europäischen und amerikanischen Raum frühzeitig erkannt werden. Aus der offensichtlich hohen Sendeleistung der Duga-Anlagen sowie aus der Pulsfrequenz von 10 Hz lässt sich eine Entdeckungs-Reichweite von bis zu 15.000 km ableiten. Bei der NATO wurden die Anlagen unter dem englischen Begriff Steel Yard geführt. Die bekannteste dieser Anlagen, Duga-3, befindet sich in der Ukraine in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Kernkraftwerks Tschernobyl. Erst als Duga-3 aufgrund der dortigen Reaktorexplosion im Jahr 1986 aufgegeben werden musste, gelangten Einzelheiten und Fotos der Anlage an die Öffentlichkeit.

Bei der Anlage Duga-3 nahe Tschernobyl sind Sender (51° 18′ 19,1″ N, 30° 3′ 57,4″ O) und Empfänger (51° 38′ 16″ N, 30° 42′ 10,4″ O) rund 50 Kilometer voneinander entfernt. Sie bestand aus rund 50 Großantennen mit einer Höhe bis zu jeweils 150 Metern. Die Reichweite lag bei 9000 Kilometern. Für den Betrieb der Anlage und die Auswertung der Daten waren zahlreiche Fachleute erforderlich, die in einer Siedlung von rund 2000 Menschen in der Nähe wohnten. Nach der Katastrophe von Tschernobyl musste dieser Standort aufgegeben werden.[2] Die Empfangsanlage wurde teilweise demontiert und in Komsomolsk am Amur aufgebaut. 

Wieder auf der Hauptstraße, Halt an einer nächsten kleinen, wieder unsichtbaren Siedlung, wo ein paar Schritte neben der Straße im dichten Wald ein ehemaliger Dorfkindergarten besucht wird. Der Bauzustand entspricht dem besichtigten `Kulturhaus`. Hier berühren vor allem die verlassenen Reihen von doppelstöckigen Kinderbetten…Hier messen wir 12 µSv/h, 100 mal so viel wie von Natur aus. 

Wenig später nähern wir uns dem Ziel, der KKW-Ruine, passieren noch eine Schranke, die die innere Sperrzone andeutet, und machen wenig später Halt neben dem Kühlwasserkanal (von der Dimension unserer Binnenwasserstraßen), der die Abwärme aus den KKW-Blöcken 1 bis 4 in den aufgestauten Pripjatsee transportierte. Wir messen hier 0,64 mSv/h. Die Anlagen der Blöcke 1 – 4 mit dem neuen `Sargdeckel`sind nur wenige hundert Meter entfernt, ebenso wie die aufgegebenen Torsi der angefangenen Blöcke 5 und 6. Sie sollten ihre Abwärme allerdings über Kühltürme abgeben. 

Wenige Meter weiter nochmal Halt zur Beobachtung der Riesenwelse im Kanal. Von einer Eisenbahnbrücke lassen sie sich leicht beobachten. Sie sollen kaum belastet und durchaus eßbar sein. 

Wir umrunden das Gelände der in Reihe aneinander gebauten Blöcke 1 bis 4 auf der Nordostseite. Erneuter Halt neben dem Sarkophag-Neubau, der sich hier in seinen gigantischen Ausmaßen von über 100 Metern Höhe weißglänzend im Sonnenlicht präsentiert. Der havarierte Block 4 liegt vielleicht 200 m vor uns. Wir messen 3,1 mSv/h. Immerhin – so heißt es – war die Strahlenbelastung direkt über dem Wrack in den letzten Jahren noch so hoch, daß man den neuen `Deckel` seitab hochgezogen (gewissermaßen entfaltet`) hat, um die Belastung der Arbeiter in (ungefährlichen) Grenzen zu  halten. Diese arbeiten im Zwei-Wochen-Rhythmus: zwei Wochen am Kraftwerk mit Unterbringung in Tschernobyl und zwei bei den Familien außerhalb der Sperrzonen. (Auch Bohrinsel-Besatzungen kennen diesen Wechsel.) Mit uns stand im Angesicht der nun verborgenen, nicht mehr sichtbaren Höllenglut eine Gruppe von fröhlichen jungen Soldaten. Es war nicht zu erkennen, ob sie zur Sicherung der Sperrzone eingesetzt oder lediglich mit touristischer Neugier hier waren. 

Kurze Fahrt bis zur nächsten Straßenkreuzung. Halt am ‚Wegweiser‘ (in mannshohen Betonlettern) nach Pripjat. dem ehemaligen Wohnort der KKW-Mannschaften, der 1986 drei Tage nach der Havarie innerhalb von zwei Stunden evakuiert wurde. Links und rechts der Straße Hinweisschilder auf erhöhte Strahlung: Wir messen am Erdboden 19 mSv/h. Dies ist dr höchste Wert auf unserer Reise. 

Drei Kilometer weiter fahren wir in Pripjat ein. Halt am zentralen Platz des Ortes, heute ein dichtes Wäldchen übermannshoher junger Bäume, die Randbebauung des Platzes ist kaum zu erkennen. Vorbei an der verwüsteten Halle des ehemaligen Supermarkts, der Kulissenhalle des Kulturhauses/Theaters mit den überlebensgroßen Portraits der örtlichen Parteigrößen von 1986, die für den dann nicht mehr möglichen Maiumzug bereit standen, über den Rummelplatz mit den dahin rostenden Kindervergnügen, dem Autoscooter (hier 9 mSv/h), der Schiffschaukel, dem nicht ganz so riesigen Riesenrad, durch das inzwischen gewucherte Wäldchen auf dem ehemaligen Fußballplatz hin zu den immer noch hoch aufragenden Tribünen. 

Das Stadion verlassen wir durch die nicht mehr benötigte Sperre, fahren einige Meter, tauchen wieder ein in den dichten Wald und wieder auf vor der verfallenden Sporthalle und dem Hallenbad, die beide noch bis zur endgültigen Stillegung des letzten KKW-Blocks im Jahr 2000 von den Betriebsmannschaften genutzt wurden. Wir schauen in das daneben im Wald versteckte Gebäude der Grundschule: in verlassene Klassenzimmer, auf Haufen von Schulbüchern und eine erschütternde Halde von Gasmasken im Kinderformat. 

Damit verlassen wir den vormaligen Vorzeigeort der Sowjetzeit. Zweimal passiert jeder von uns, an der inneren und äußeren Sperrzonengrenze einen Strahlendetektor. Niemand muß dekontaminiert werden. Keiner hat offensichtlich aus den Sperrzonen strahlende Souvenirs mitgenommen, auch der Staub an unseren Füßen ist nicht kontaminiert.

Wir haben uns etwa 5 Stunden in den Sperrgebieten um die KKWe aufgehalten. Die Strahlenbelastung (Gesamtdosis) kann aus den punktuellen Messungen zu 4,5 mSv abgeschätzt werden. Dieser Wert ist deutlich niedriger als die Belastung während der Flugreisen, die wir für diesen Besuch ohne alle Bedenken unternommen haben. Für den Flug Hannover – Amsterdam – Kiew waren dies etwa 12 mSv.

Zur Relativierung der weit verbreiteten Strahlenhysterie noch einmal Prof. Appel (5):

Gefährdung durch radioaktive Strahlen

Radioaktive Strahlung durchdringt den Körper und zerstört Gene, wenn sie von der Strahlung getroffen werden. Die Zellen sind dann nicht mehr teilungsfähig. Sie sterben ab und müssen vom Körper abgebaut werden. Sie werden von Nachbarzellen, die weiter teilungsfähig sind, ersetzt. Unser Körper hat sich auf diese Arbeit eingestellt. Es kommt erst zu ernsthaften Schädigungen, wenn die Strahlung und damit die Zerstörung der Gene so hoch ist, dass der Körper die Schäden nicht mehr reparieren kann. In Tschernobyl hat sich gezeigt, in vielen Fällen kann der Körper längerfristig selbst mit hohen Strahlenschäden fertig werden. Denn von den 138 strahlenkranken Feuerwehrmännern und Hubschrauberpiloten starben nur 28 innerhalb von 8 Monaten.

Bewohner in Gebieten mit hoher natürlicher Strahlung sind nach einer Reihe von Berichten gesünder und leiden weniger unter Infektionskrankheiten. Krebs und Fehlgeburten sind nicht erhöht. Unser Körper braucht offensichtlich eine ausreichende Strahlendosis (Hormesis) für ein optimales Wohlbefinden.

Tote durch den Reaktorunfall

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Atom Energie Organisation (IAEA) haben die Folgen des Reaktorunfalls auf die Menschen untersucht. Die Berichte über die Todesfälle durch die radioaktive Strahlung sind sehr unterschiedlich. Sicher ist das Auftreten der Strahlenkrankheit (Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall, Haarausfall, Hautveränderungen, Kreislaufbeschwerden) bei 134 Feuerwehrleuten und Hubschrauberpiloten, die den Brand gelöscht haben. Sie waren der starken Strahlung ohne nennenswerten Schutz ausgesetzt. Davon starben 28 im Jahr der Katastrophe. In den nächsten 8 jähren starben 19 weitere Helfer, die von der Strahlenkrankheit betroffen waren. Ein Teil dieser Todesfälle wird auf die Strahlenkrankheit zurückgeführt.

Danach konnten akute Verstrahlungen nicht mehr nachgewiesen werden. Es gab etwa 6.000 Krebserkrankungen der Schilddrüse in den Gebieten um Tschernobyl und den Gebieten in Russland und Weißrussland, in die der Rauch größere Mengen radioaktives Jod transportiert hatte. Der Krebs wurde weitgehend erfolgreich bekämpft. 

Eine neuere weißrussische Veröffentlichung6  gibt dazu Zahlen – siehe Grafik. Glücklicherweise sind bei dieser Krebsart die Heilungschancen groß.

Nach Angaben der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) wurden mit Ausnahme von Schilddrüsenkrebs in den am stärksten kontaminierten Gebieten keine erhöhten Krebsraten festgestellt, die eindeutig auf die Strahlung zurückgeführt werden können.

Der staatliche Führer nannte uns jedoch einige tausend Todesfälle durch den Reaktorunfall. Auf Nachfrage waren dies alle Sterbefälle von den mehr als 200.000 Menschen, die aus der Schutzzone um das Kraftwerk evakuiert wurden. Weder das Sterbealter noch die Todesursache sind bewertet worden.

Auch den Grünen waren die sachlich fundierten Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht schwerwiegend genug. So hat die grüne Europa-Abgeordnete, Rebekka Harms, eine Studie von den Briten lan Fairlie und David Sumner angefordert, die weitaus schwerwiegendere gesundheitsschädigende Folgen des Reaktorunglücks voraussagen. Die Wirklichkeit hat diese Voraussagen bisher aber nicht^ bestätigt.

Dagegen hat die Evakuierung, die mit der Strahlengefahr begründet wurde, zu einem deutlichen Ansteigen der Selbstmordrate geführt. Die Angst, langsam sterben zu müssen, führt wohl häufiger zu der Entscheidung auf ein schnelles Ende. Aber auch der Verlust des Hauses und sozialer Bindungen führen zu Ängsten, Stress und Hoffnungslosigkeit.

Folgerungen

Die Wirkung radioaktiver Strahlung auf den Menschen ist noch nicht voll verstanden. Sicher ist jedoch, die Angst verbreitenden Warnungen vor tödlichen Gefahren durch einen GAU in einem Kernkraftwerk über Jahrhunderte und Gesundheitsschäden über die kommenden Generationen sind um viele Größenordnungen zu hoch. Dies hat Tschernobyl gezeigt. Die Warnenden müssen sich im Klaren sein, dass sie viele Menschen bereits durch ihre unbewiesenen Schreckens-aussagen ins Unglück oder gar in den Selbstmord getrieben haben. Es wird höchste Zeit, sachlich und ohne ideologische Vorbehalte die breite Öffentlichkeit über die Wirkung radioaktiver Strahlung aufzuklären. 

Ein Besuch in den Sperrgebieten von Tschernobyl bis in die unmittelbare Nähe des (‚vergewaltigten‘ und so ‚entgleisten‘) KKW und die dabei vermittelten Informationen zeigen, daß der Umgang mit der KKW-Problematik auf sachlicher Grundlage uns helfen kann und helfen sollte, die über Jahrzehnte besonders in Deutschland geschürte Strahlenhysterie und -Angst abzubauen und auf das angemessene Maß gegenüber dem verantwortungsvollen Umgang mit der ’strahlenden Technik‘ zu reduzieren, wie es weltweit üblich ist. 

Dies ist umso nötiger, als gerade zur Zeit angesichts des weltweiten Energiehungers eine tragfähige Befriedigung diese Bedarfs auf der Grundlage des deutschen Energiewende-Irrwegs nicht zu erwarten – dagegen aber ein neuer Frühling für die KKW-Nutzung erkennbar ist. Unter den Stichworten von z.B. ‚Thoriumreaktor‘ und ‚fluid-bed-reactor‘ wird heute alternative Kerntechnik erforscht und propagiert, die schon in den frühen Tagen der Entwicklung mit vielversprechenden Ergebnissen bearbeitet wurde und Schwächen der konventionellen Druckwasser- und Graphitreaktoren vermeiden  (fluid-bed) bzw. die künftige Reichweite der verfügbaren Kernbrennstoffe erheblich vergrößern kann (Thorium).

im September 2016

Dr. Wilfried Jacobi

Den ganzen Reisebericht mit vielen Bildern können Sie als pdf im Anhang herunterladen


1

      In diesen Bericht sind wesentliche Teile des Berichtes aus 2014 von Prof. Dr. Hans-Günther Appel abschnittweise (wie hier) eingefügt. Sein Bericht wurde 2014 von NAEB Stromverbraucherschutz e.V. veröffentlicht.

2

      Prof. Appel, wie (1)

3

      http://pripyat.de/chernobyl2.htm

4

      https://de.wikipedia.org/wiki/Woodpecker_(Kurzwellensignal)

5

      Prof. Appel, wie (1)

6

            Aus einer weißrussischen Publikation (Mitteilung Dr. Hinsch) „30 Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl: Ergebnisse und Perspektiven der Überwindung der Folgen“, 2016

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Wie stark werden die Temperaturen nach El Nino sinken?

Ein wichtiger Faktor, der in den Berichten fast immer fehlt, ist die Tatsache, dass ein El Nino ein kurzfristiges Ereignis ist – Wetter, nicht Klima. Selbst das Met Office ist etwas durcheinander, wenn es um kurzfristige und langfristige Auswirkungen geht. Sie nennen das El-Nino-Ereignis ein natürlich auftretendes Klimaereignis und fügen hinzu, dass es der dominante Faktor der Klima-Variabilität von Jahr zu Jahr ist. Dies ist ein Widerspruch in sich, da Klima sich natürlich über einen viel längeren Zeitraum erstreckt als ein individueller El Nino. Tatsächlich ist die rapide Erwärmung während eines El Nino, der eine genauso rapide Abkühlung folgt, viel zu kurzfristiger Natur, um ein echtes Klima-Phänomen zu sein.

Nun wird vom Jahr 2016 prophezeit, dass es ein rekord-warmes Jahr wird. Da ist es interessant, darüber zu spekulieren, welchen Anteil der El Nino daran hat. Antwort mit einem Wort: alles! Man kann argumentieren, dass die Jahre 2014 bis 2016 ohne den El Nino (und den sog. „Pacific Blob“) keine rekord-warmen Jahre gewesen wären.

Hinsichtlich der Aussage, dass 2015 bzgl. der Temperatur einen Rekord aufgestellt habe, einen winzigen Betrag über dem Jahr 2014, haben drei Datensätze folgende Abweichungen errechnet: NASA GISS 0,13 ±0,1°C, HadCRUT4 0,18 ±0,1°C und NOAA 0,16 ±0,09°C. Betrachtet man diese drei Datensätze, ist das Jahr 2016 um 0,16°C als das Jahr 2014. [Das sind noch nicht wärmeinsel-bereinigte Datensätze, oder? Gibt es da auch Vergleichszahlen aus Satelliten-Datensätzen? Anm. d. Übers.]

Obwohl dieses Jahr noch nicht vorbei ist, scheint klar zu sein, dass 2016 noch das Jahr 2015 schlagen und das neue Rekordjahr werden wird. Vorläufige Schätzungen gehen davon aus, dass 2016 um 0,18°C wärmer ausfallen soll als 2015. Aber welche Auswirkungen hatte der El-Nino zur Temperatur der Jahre 2015 und 2016? Da gibt es eine große Bandbreite von Schätzungen.

Das große Durcheinander

Jeff Knight vom Hadley Centre des Met. Office sagte, dass deren Modellierung die zusätzliche Wärme aus einem starken El Nino wie dem gerade beendeten etwa 0,2°C betragen würde. Weiter sagte er, dass die Windverhältnisse auf der Nordhemisphäre weitere 0,1°C den jüngsten monatlichen Messungen hinzugefügt hätten.

Andererseits hat Adam Scaife gezeigt, dass es lediglich wenige Hundertstel eines Grades sind, und bei Real Climate nannte man einen Wert von 0,07°C. Michael Mann sagte dem Guardian, dass seiner Schätzung nach der El-Nino-Beitrag weniger als 0,1°C betragen hatte. Einige andere Schätzungen der El-Nino-Auswirkungen gingen von höheren Werten aus. Mit Verweis auf den El Nino 1997/98 zeigten Hansen et al. 2006, dass dadurch die globale Temperatur um 0,2°C gestiegen war. Auch Foster und Rahmstorf (2011) nannten diesen Wert.

Sciafe* zufolge wird der El-Nino-Beitrag 2016 größer sein als im Jahr 2015, da der Einfluss desselben im zweiten Jahr allgemein stärker zu Buche schlägt infolge der thermischen Trägheit. Er schätzt einen Anstieg um 0,2°C.

[*Der Name taucht im Original auch zweimal auf mit der gleichen unterschiedlichen Schreibweise. Da ich den Namen noch nie gehört habe, lasse ich beide so stehen wie im Original. Anm. d. Übers.]

David Karoly from the University of Melbourne sagte, dass die Nachwirkung eines El Nino auf die globale Lufttemperatur nach dessen Verschwinden etwa 3 bis 6 Monate dauern würde. Als wichtige Bemerkung sagte er auch, dass es nach dem vollständigen Ende eines El Nino keine Temperaturrekorde mehr geben würde. Mit anderen Worten, ohne den El Nino hätten die letzten Jahre keine neuen Rekordmarken gesetzt.

Missverständnis

Falls die Rekordjahre nicht-klimatischen Variationen geschuldet sind, fragt man sich, warum sie so oft als Unterstützung für Klimamodelle herangezogen werden. Man betrachte einen Vergleich zwischen CMIP5 und Messungen. Es war eindeutig, dass vor 2015 die Diskrepanz zwischen Messungen und Modellen erheblich war. Nimmt man die Jahre 2015 und besonders 2016 hinzu, wird der Eindruck vermittelt, dass die Diskrepanz abnimmt. Man vergesse aber nicht, dass die Modelle keine geringen vulkanischen Effekte sowie den jüngsten Rückgang der Sonnenaktivität berücksichtigen.

Aber jetzt kommt ein Realitäten-Check: Der El Nino ist beendet und die Temperaturen sinken. Viele denken, dass das Jahr 2017 kühler ausfallen wird als die letzten Jahre. Myles Allen von der Oxford University sagt, dass zur Zeit der nächsten großen UN-Klimakonferenz die globalen Temperaturen wahrscheinlich nicht höher liegen werden als während COP in Paris 2015 (hier). Das wäre eine seltsame Sache, falls – wie einige Klimawissenschaftler behauptet haben – die letzten Jahre auch ohne El Nino Rekordjahre gewesen wären.

Für manch einen ist die Aussicht auf eine globale Abkühlung ein Problem, vor allem für all jene, die eine allgemein bekannte Veränderung des Verhaltens der globalen Temperaturen etwa um die Jahrtausendwende als eine mächtige, von den „Skeptikern“ herangezogene „Waffe“ sehen (hier), um Zweifel an der Klimawissenschaft zu wecken. Aber diese Skeptiker sprechen von der realen, sich entwickelnden Klimawissenschaft auf eine Weise, die viele der öffentlich deutlicher sichtbaren Wissenschaftler ablehnten, die es nicht vermochten, sich den Fakten anzupassen. Der so genannte „Stillstand“ – der vor dem jüngsten El Nino so offensichtlich war – signalisierte eine wachsende Erkenntnis hinsichtlich dekadischer Klimavariationen. Er war ein wichtiger Schritt zum Verständnis dessen, was vor sich geht. Direkt gesagt, jene Individuen und Organisationen, die noch vor einem Jahrzehnt oder so von einem klaren und starken Signal globaler Erwärmung und einem unmittelbar bevorstehenden rapiden Temperaturanstieg gesprochen haben, mussten ihren Tenor ändern, und in einigen Fällen haben sie versucht, die Historie umzuschreiben, indem sie jetzt sagen, sie haben schon immer gewusst, was vor sich geht.

Nur die Zeit wird den El-Nino-Einfluss vorangegangener Jahre in den richtigen Zusammenhang stellen mit Variationen der Hintergrund-Rate globaler Temperaturänderungen. Wird sich der Stillstand wieder einstellen? Einige Wissenschaftler befürchten, dass die Temperaturen während der nächsten Jahre weiter zurückgehen könnten. Sie bereiten ihre Kollegen auf eine solche Situation vor und warnen die Klimawissenschaftler, „sich nicht in die Irre führen zu lassen durch temporäre Fluktuationen in die andere Richtung, die sich möglicherweise umkehren“.

Link: http://www.thegwpf.com/how-far-will-global-temperature-drop-after-el-nino/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Der Kampf mit der Bürokratie: Die Haupt-Protagonisten des Globale-Erwärmung-Betrugs

Hinsichtlich des Globale-Erwärmung-/Klimawandel-Betrugs gibt es zwei hauptsächliche Komponenten, nämlich die Beteiligung der Bürokraten jeder nationalen Wetteragentur und das Fehlen empirischer Daten. Unter Letzterem sind ungeeignete Daten zur Erstellung der Klimamodelle und das Fehlen empirischer Beweise zur Stützung der Behauptungen und Prophezeiungen des IPCC.

Maurice Strong hat deren Inklusion garantiert ebenso wie die Kontrolle durch Bürokraten mittels der Inanspruchnahme der WMO, um es dem IPCC zur Verfügung zu stellen. Dieses bestimmte, dass es durch die nationalen Wetterämter kontrolliert werden sollte. Diese wiederum wurden zur einzigen Informationsquelle für die Politiker in jeder Nation. Das Ganze entwickelte sich zu einem Beweis für die Definition von Mary McCarthy, der zufolge eine Bürokratie das Gesetz für niemanden ist, der modernen Form von Despotismus.

Diese nationalen Wetter-Bürokratien [ist der DWD nicht ein Musterbeispiel dafür? Anm. d. Übers.] werden auf Beweise festgenagelt, oder das Fehlen von solchen, und unterminieren konstant die Story, die sie ihren politischen Bossen verkaufen. Ich schrieb bei WUWT in einem Beitrag etwas über das Dilemma, bürokratische Klimawissenschaftler zu haben. Viele dieser Klima-Bürokraten haben mich immer wieder darauf angesprochen und gesagt, sie kennen die Probleme, brauchen aber ihren Job.

Mit den Jahren begannen viele Personen, die Wissenschaft hinter den IPCC-Behauptungen näher zu betrachten, die die Politik ihrer Regierungen unterstütze. Viele dieser Personen bildeten Gruppen, weil die meisten Informationen brauchten – und sie konnten nicht glauben, was sie sahen. Sie konnten dem Niveau von Korruption, Verzerrung und Missbrauch der Wissenschaft nicht glauben, auf das sie stießen. Ich hatte die Ehre, einigen dieser Gruppen dabei zu helfen, sich zu informieren, oder zumindest ihre Fragen zu beantworten. Friends of Science war eine der ersten und erfolgreichsten Gruppen. In jüngerer Zeit war ich in der australischen Galileo Movement involviert unter Federführung von Malcolm Roberts.

Senator Roberts forderte die für Klimawandel verantwortliche CSIRO auf, empirische Beweise dafür vorzulegen, dass menschliches CO2 eine Erwärmung oder Klimawandel verursache. Sie lieferten einen Bericht, der diese Beweise nicht lieferte. Sie haben kurz den britischen Gelehrten Brian Cox angesprochen, der die NASA GISS-Temperaturgraphik herangezogen hatte. Das konnte von Steve Goddard leicht widerlegt werden, zeigte er doch, dass die Graphik ungeeignet modifizierte Daten zur Grundlage hatte, um die Erwärmung zu betonen. Es waren ,adjustierte‘ und keine realen Daten. Man kann auf einem YouTube-Video Goddards Bloßstellung aller ,Adjustierungen‘ der US-Daten seitens NOAA und NASA GISS zur Betonung der Erwärmung ansehen.

Heute habe ich zusammen mit Malcolm und Steve an einer Pressekonferenz vor dem australischen Parlament teilgenommen, um über dem CSIRO-Bericht zu sprechen und – wenn auch nur kurz – über den historischen Kontext des Betruges, der die Manipulation der Daten erforderlich machte, um diesen Betrug aufrecht zu erhalten.

Wenn man einen wissenschaftlichen Zusammenhang auf der Grundlage einer ungeprüften Hypothese erstellt, besteht das sehr reale Risiko, dass Beweise auftauchen, die dieser Hypothese widersprechen. Weil Maurice Strong die wissenschaftlichen Bürokraten in jedem nationalen Wetteramt dazu benutzte, das IPCC populär zu machen, präsentierten sie die falsche Story den Politikern, dass nämlich die globale Erwärmung oder später der Klimawandel infolge des menschlichen CO2-Beitrages eine unbestreitbare Tatsache sei. Sie befanden sich auf einem Laufband, auf dem sie ständig Daten entgegenwirken oder diese absichtlich verändern mussten, um ihre Story aufrecht zu erhalten. Sie waren gezwungen, sich an all der Korruption zu beteiligen oder diese zumindest zu billigen. Dank der Maßnahmen von Senator Roberts sind sie in Australien jetzt verpflichtet, die Beweise für ihre Behauptungen vorzulegen.

CSIRO erstellte einen Bericht, den Roberts und sein Team vollständig zerpflückten. All dies kann auf seiner australischen Senats-Website eingesehen werden. Sinn der Pressekonferenz war es, Medien und Öffentlichkeit auf den neuesten Stand dessen zu bringen, was vor sich ging. Auch wurde betont und erklärt, wie die CSIRO-Informationen als Grundlage herangezogen wird für alle politischen Maßnahmen der Regierung und der politischen Parteien, egal welcher politischen Farbe diese zuzuordnen sind.

Hoffentlich werden diese Maßnahmen und Ereignisse andere Politiker ermutigen, den größten Betrug der Geschichte anzusprechen und bloßzustellen. Ein Betrug, der zu einer schlimmen Politik führte, die Menschenleben gefordert und Billionen Dollar verschwendet hat.

Demnächst werde ich noch die Ehre haben, einen Vortrag auf der ersten jährlichen Bob-Carter-Konferenz zu Klima und Klimawandel in Brisbane zu halten. Wie vielen bekannt ist, war Bob ein effektiver und unermüdlicher Krieger für wissenschaftliche Genauigkeit und der Wahrheit über das globale Klima. Er hat große Risiken auf sich genommen und war von zwei Seiten schweren Angriffen ausgesetzt, nämlich den Befürwortern von AGW und von Leuten in seiner eigenen Disziplin.

Ich weiß nach vielen Stunden der Unterhaltung mit Bob, dass dieser stolz auf Senator Malcolm Roberts und seine Aktionen gewesen wäre und diese unterstützt hätte. Bob wurde niemals in von seinen Bemühungen abgeschreckt, die akkurate Wissenschaft der Öffentlichkeit und den Politikern vorzustellen, unabhängig vom Preis, den er zu zahlen hatte. Senator Roberts ist genauso bestimmt bei der Präsentation genauer Wissenschaft vor den Politikern, so dass Politik auf die geeignetste Weise auf die Grundlage realer Beweise gestellt werden kann. Ich habe den Verdacht, dass es viele bürokratische Wissenschaftler gibt, die die Gelegenheit willkommen heißen würden, ihrer Wissenschaft nachzugehen, ohne hinsichtlich ihrer politischen Nützlichkeit beeinflusst oder beurteilt zu werden. Diesem meinem Verdacht liegt zum Teil die Tatsache zugrunde, dass die CSIRO ein kleines Hintertürchen in ihren Report eingebaut hat, und zwar in Gestalt der Aussage, dass diese Arbeit nicht als Grundlage für Politik geeignet ist. Das befreit sie aber nicht von ihrem Scheitern, mit den Daten des BoM und von NASA GISS mit der angemessenen Sorgfalt umgegangen zu sein. Ebenso wird auch keine andere Agentur davon befreit, diese Daten ohne Nachfrage herangezogen zu haben. Falls Sie das tun, sind Sie genauso Teil des Problems und verantwortlich für die Schäden als deren Verursacher.

Link: https://wattsupwiththat.com/2016/11/07/the-battle-with-bureaucracies-the-main-promoters-of-the-global-warming-deception/

Übersetzt von Chris Frey EIKE