USA: Hunderte von Demokraten stellen die Politik des Präsidenten zum Klimawandel in Frage

"Sauber ist nicht genug"
Der Brief, von 177 staatlichen Gesetzgebern, 278 lokalen gewählten Beamten und 148 demokratischen Parteibeamten unterzeichnet, argumentiert, dass eine "auf sauber fokussierte Energiepolitik nicht genug ist." Die Energieproduktion muss auch erschwinglich und zuverlässig sein.
Im Brief wird festgestellt, dass die EPA-Emissionsvorschriften saubere Kohletechnologien wirksam verbieten, indem sie sie unerschwinglich machen."Das amerikanische Volk wird dem widersprechen und andere Nationen der Welt werden dem nicht folgen, wenn der Weg, den wir festlegen, einer der teuersten und der am wenigsten zuverlässiger Energie ist".

"Wahre Führung erfordert das Streben der Politik, nach allen Formen sauberer Energien die weniger teuer sind, mögen sie auf erneuerbaren oder fossilen basieren und so zuverlässig sein wie die aktuelle Grundlast-Kohleverstromung" heißt es in dem Schreiben.

"CoalBlue weist zu Recht darauf hin, dass Obamas Energieplan verheerend wirkt, nicht nur für die Familien die schon kämpfen, um über die Runden kommen, sondern riskiert auch unsere globale Wettbewerbsfähigkeit", sagte Laura Sheehan, Senior Vice President für Kommunikation der American Coalition for Clean Coal Electricity. "Ich begrüße alle Stimmen die sich gegen diese illegale Machtübernahme erheben und bleibe zuversichtlich, dass sich diese Stimmen durchsetzen werden."
Klima Träumer“ in Energie
In einem Begleitschreiben zur Veröffentlichung des Briefes, erklärte der ehemalige US Abgeordnete Zack Space (D-OH) [Demokrats Ohio], Vorsitzender von CoalBlue, zu dem Clean Power Plan der Obama-Regierung: "Die EPA, während sie es gut meinte, hat in ihrem Streben nach sauberer Energie die Bedeutung der Erhaltung von kostengünstiger und zuverlässiger Energie verloren,. Als solches verfolgt sie eine Politik, die es unwahrscheinlich macht, dass die anderen Nationen, vor allem die Entwicklungsländer ihr folgen und mit dem Risiko, die Unterstützung zu Hause zu verlieren.“

"Klimaskeptiker werden kritisiert, die ihren Kopf in den Sand zu stecken, aber Klima Träumer können kritisiert werden, den Kopf in den Wolken zu haben und die Realität des anhaltenden Bedarfs und wünschenswerter Nutzung fossiler Energieträger, einschließlich Kohle zu ignorieren", sagte Jon Wood, Präsident CoalBlue. "Nur durch die Anerkennung der Tatsache, dass fossile Brennstoffe können und werden für Jahrzehnte in der Zukunft verwendet, können wir die Herausforderung des Klimawandels produktiv angehen".

Erschienen auf Heartland News am 12. Januar 2016
Übersetzt durch Andreas Demmig
http://news.heartland.org/newspaper-article/2016/01/12/hundreds-democrats-challenge-presidents-climate-change-policies
Der Autor: H. Sterling Burnett, Ph.D. (hsburnett@heartland.org) ist der Chefredakteur von Environment & Climate News.




Subventionen für Haushalts – PV-Anlagen in UK um 65% beschnitten

Die mürrische Vorhersage kam, als die Branche in 2015 ein Rekordjahr feierte, mit Milliardensubventionen in Solar- und Windenergie und mehr durch „Natur“ versorgte Wohnungen als je zuvor.
Die Stadt-/ Gemeinderäte lehnten mehr als ein Drittel der Onshore-Windpark-Projekte ab. Experten haben davor gewarnt, dass diese zum Stillstand kommen, da die Regierung auf ihr Engagement für grüne Energie verzichtet und stattdessen in Fracking und Kernkraft investiert.
Die Auswirkungen vom Ende der Windpark-Subventionen und die Durchführung ihrer Manifest Versprechen "die Ausbreitung von Onshore-Windparks zu stoppen " wurde für The Independent offen gelegt. Die Zahlen von Bloomberg prognostizieren, dass in den nächsten fünf Jahren das Land mindestens 1 Gigawatt Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verlieren wird – genug, um 660.000 Haushalte zu versorgen. [Verzeihung, „…. Haushalte zu versorgen“ geht offenbar nicht aus den Köpfen der Befürworter; A.D.]
Die Daten suggerieren, dass nach 2020 die neue Infrastruktur der erneuerbaren Energien auf so gut wie nichts zusammenbrechen wird, durch Mangel an Investitionen und die blühende Industrie könnte verwelken.
"Die Regierung tritt die Onshore-Windindustrie zu früh von der [Subventions-]Leiter" meint David Hostert, Analyst bei Bloomberg New Energy Finance, welche die Forschungen durchführte. „Ohne irgendeine Veränderung der politischen Unterstützung, stürzen die Investitionen nach 2019 von einer Klippe."
Neue Zahlen von Bloomberg unterstrichen den Schaden, den die Regierung der Branche der erneuerbaren Energien zufügt, sagen die Kritiker. Diese zeigten, dass Investitionen in Onshore-Windparks sich im letzten Jahr auf den Rekordwert von 2,6 Mrd. £ mehr als verdoppelten.
In Verbindung mit Offshore-Wind – eine noch teurere Energieform, für welche die Regierung sich einsetzt – sprangen im Vorjahr die Investitionen in Windkraft insgesamt auf ein Allzeithoch von £ 11 Mrd.
Inzwischen, sackten die PV-Stromanlagen von einem Rekord von £ 5 Mrd. im Jahr 2014 auf £ 3,5 Milliarden im vergangenen Jahr ab, gefolgt von Kürzungen bei großen Anlagen. Es wird erwartet, dass Investitionen in PV-Anlagen in diesem Jahr weiter zurückgehen, nachdem die Regierung die Unterstützung für Haushaltspanels um 65 Prozent im vergangenen Monat gekürzt hat.
Dr. Doug Parr, leitender Wissenschaftler und Politikdirektor von Greenpeace UK, sagte: "Wind und Solarenergie sind an dem Punkt, mit fossilen Brennstoffen wirklich konkurrenzfähig zu werden, aber wenn sie nicht noch für ein paar Jahre unterstützt werden, wird das zum Verlust potenzieller Arbeitsplätze führen." [unlogisch: konkurrenzfähig nur mit Unterstützung ?!?; A.D.]
Schatten-Energieminister [der Labour Partei] Lisa Nandy fügte hinzu: "Die Entscheidung des Kanzlers, die gesamte Energiepolitik der Regierung zu überholen, wird den Bau neuer sauberer Kraftwerke einstellen, die wir dringend brauchen, um die Lichter nicht ausgehen zu lassen und die Kosten zu kontrollieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen."
Ein Sprecher der Abteilung für Energie und Klimawandel, sagte: "Unsere Priorität ist die Bereitstellung sauberer und sicherer Energie während die Rechnungen so gering wie möglich gehalten werden. Um dies zu tun, haben wir die Kosten der erneuerbaren Energien gesenkt, haben den neuen Technologien geholfen auf eigenen Füßen zu stehen, während wir immer noch unsere Verbindlichkeiten der erneuerbaren Energien erfüllen. "
Erschienen am 18 January 2016
Übersetzt durch Andreas Demmig
http://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/britains-renewable-energy-industry-is-about-to-fall-off-a-cliff-says-new-research-a6818186.html#more-9161




Wie man den Krieg um fossile Treibstoffe gewinnen kann

Die Ablehnung von Präsident Obama, unseren physischen Feind beim Namen zu nennen, hält die USA davon ab, diesen Feind effektiv zu bekämpfen. Falls wir uns nicht klar machen, dass wir uns in einem Krieg befinden, können wir nicht unseren Alliierten beistehen, um die Angriffe abzuwettern. Aber wenn wir die Fakten betrachten, zusammen stehen und Ressourcen in die Schlacht bringen, dann bin ich sicher, dass wir gewinnen werden. Die Öffentlichkeit steht auf unserer Seite, aber wir hinken bei der Aufstellung von Truppen hinterher.
Hier geht es um den Krieg um fossile Treibstoffe – das sind nicht nur Kohle, sondern auch Öl und Erdgas. Die drei großen Fragen auf dem Schlachtfeld waren immer: „Wo stehe ich?“ – „Wo steht der Feind?“ – „Wo ist mein Kumpel?“ Diese drei Fragen können genauso gut auch beim Krieg um fossile Treibstoffe gestellt werden.
Wo stehe ich?
Diese Frage ist einfach zu beantworten. Für jene in der Energieindustrie oder die Energieverbraucher, die sich an mit den geringsten Energiekosten weltweit erfreuen und die erbost sind über steigende Kosten – wir alle stehen im Fadenkreuz.
Wo steht der Feind?
Der Feind, das sind mehrere Gruppen wie etwa der Sierra Club und der Natural Resources Defense Council, die sich als Umweltgruppen maskieren – die aber in Wirklichkeit die Soldaten stellen im Krieg um fossile Treibstoffe. Sie haben ihre nächste Offensive angekündigt; sie nennen es „Lasst es im Boden!“ (Falls Sie nicht meine jüngste Kolumne gelesen haben, in der ich „keep it in the ground“ vorgestellt habe). Präsident Obama, Hillary Clinton und besonders Bernie Sanders sind die sichtbarsten Vertreter – sie können leicht Medien kapern, um diese Botschaft in die Welt zu posaunen.

Sierra Club Executive Director Michael Brune
Befeuert durch ihren Erfolg bzgl. der Keystone Pipeline ist es der Plan des Feindes, eine ähnliche Taktik für „Lasst es im Boden!“ anzuwenden.
Obwohl dieser Feind gut finanziell ausgestattet und gut organisiert ist, ist er doch nicht unschlagbar. Obwohl sie einige Siege für sich in Anspruch nehmen können, zeigen Umfragen, dass die Öffentlichkeit nicht hinter ihnen steht. Weil ein katastrophaler anthropogener Klimawandel als Rechtfertigung für die Gegnerschaft zu fossilen Treibstoffen herhalten muss, ist dies ein wichtiger Ansatzpunkt.
Die Klimawandel-Agenda war die teuerste und extensivste PR-Kampagne jemals weltweit. Gallup hat zu diesem Thema seit 25 Jahren Umfragen durchgeführt. Trotz der herkulischen Bemühungen machen sich immer weniger Menschen über den Klimawandel Sorgen als vor 25 Jahren (hier). Das Pew Research Center hat immer wieder herausgefunden, dass auf einer Liste mit Prioritäten der Öffentlichkeit die Antwortenden Arbeitsplätze und Wirtschaft an die Spitze der Liste setzten, während der Klimawandel an letzter Stelle rangiert (hier). Eine Umfrage unmittelbar vor der Klimakonferenz in Paris zeigte, dass nur 3% aller Amerikaner glauben, dass der Klimawandel das Wichtigste ist, vor dem Amerika steht. Neue regionale Umfragen zeigen, dass die Wähler in der gesamten Nation die Bedeutung der amerikanischen Energieversorgung verstehen und eine Pro-Energie-Politik unterstützen.
Ja, diese Nachrichten sind ermutigend, aber das reicht nicht. Wir können uns nicht zurücklehnen, während sie immer neue Angriffe starten. Wir müssen die Öffentlichkeit mit der Pro-Energie-Botschaft präsentieren; was ich „Energie macht Amerika groß!“ nenne – konsistent, umsichtig, ehrlich und gut überlegt. Dieser Gegenangriff ist gerade in einem Präsidenten-Wahljahr ein besonderer Imperativ. Amerika, geschweige denn die Energieindustrie, kann es sich nicht leisten zu verlieren.
Wo sind meine Kameraden?

Wenn man sich im Krieg befindet, ist es sehr wichtig zu wissen, wer unsere Kameraden sind und was diese tun. Wir müssen einander unterstützen. Die Citizens’ Alliance for Responsible Energy (CARE) und deren Gefährte, der Verfechter Energy Makes America Great Inc. sind unsere besten Kameraden [welche könnten das hier bei uns in D sein? Anm. d. Übers.]. Wir sind die Einzigen, die die Trommeln schlagen für eine effektive, effiziente und ökonomische amerikanische Energie – Öl, Gas und Kohle – Treibstoffe für Transporte und Stromerzeugung, Verteilung und Verbrauch sollen angesprochen werden. Das volle Spektrum des Themas und die Unterstützung Dritter verleiht uns Glaubwürdigkeit, die mit Handelsgesellschaften nicht zu erreichen ist.
Während der letzten zehn Jahre haben wir ein einmaliges, mit drei Sturmspitzen versehenes Informationssystem entwickelt und arbeiten aktiv daran, die Falschinformationen zu bekämpfen, die von der Anti-Fossile-Bewegung verbreitet werden. Die erste Sturmspitze ist mein wöchentlicher Energie-Kommentar jeden Dienstag Morgen. Er wird auf mehreren einschlägigen Websites gepostet wie Breitbart, Townhall, RedStateOilPro und American Spectator sowie Anderen. Die Druck-Version findet sich in vielen Zeitungen – vor allem in jenen der Öl-Branche. Weil die Kommentare Nachrichten zur Grundlage haben, ist es exzellentes Futter für Talkshows im Radio. Wenn Energie in den Nachrichten ist – was jede Woche der Fall ist – werde ich eingeladen, in Radioshows mitzudiskutieren – sowohl national, regional (jeweils Einige) und viele lokal. Wie auch immer die Zuhörerschaft zusammengesetzt ist, mein Kommunikations-Hintergrund und der Enthusiasmus für dieses Thema machen mich zu einem populären Gast, wobei ich in vielen Radiointerviews auftrete. Man schaue auch auf meiner Website America’s Voice for Energy.
Wenn man eine wöchentliche Kolumne schreibt, muss man stets die neuesten Informationen parat haben – das macht einen zu einem perfekten Sprecher für Industrie sowie bürgerliche und politische Gruppen. Ein solches Engagement der Sprache ist die dritte Sturmspitze, um unsere Botschaft zu verbreiten. …
Wie sieht der Plan aus?
Diesen Punkt habe ich hinzugefügt. Er ist nicht Teil der ursprünglichen drei militärischen Fragen, aber es sollte die nächste Frage sein, auf die wir kommen müssen.
Man stelle nicht die Größenordnung dieses Problems in Abrede. Wir alle müssen den Fakten ins Auge schauen, zusammenstehen und Ressourcen in die Schlacht einbringen.

Ich habe die Fakten vermittelt. Keine andere Unternehmung ist so stark positioniert, um die verschiedenen Interessengruppen der Energieindustrie zusammenzuführen mit konsistenter und konstanter Information. Aber um an der vorderen Frontlinie des Krieges um fossile Treibstoffe bestehen zu können, müssen wir Ressourcen in die Schlacht einbringen. In dieser Umgebung niedriger Ölpreise, wegen denen viele unserer Spender in der Industrie zurückstecken mussten, sind individuelle Beiträge umso wichtiger. Kein Betrag ist zu gering. Im Jahre 2014 hatte der mittlere Beitrag bei 500 Dollar gelegen.

Link: http://www.cfact.org/2016/01/22/marita-noon-how-to-win-the-war-on-fossil-fuels/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Kohle abwürgen: Die mutwillige Zerschlagung einer Industrie seitens der Obama-Administration

Seit seinem Einzug in das Weiße Haus hat Obama bürokratische Waffen und administrative Agenturen herangezogen, um die Kohleindustrie Amerikas zu zerschlagen. Zwischen 2008 und 2012 gingen dem Wall Street Journal zufolge 50.000 Arbeitsplätze im Bereich Kohle verloren – diese Zahl wäre heute mit Sicherheit noch viel größer. West Virginia ist besonders hart getroffen worden, ist doch die Arbeitslosigkeit dort auf zweistellige Prozentzahlen gestiegen. Hinsichtlich der Verluste dieser Arbeitsplätze macht die Charleston Gazette-Mail „eine liberale Umweltpolitik verantwortlich, die den Rückgang der Kohle beschleunigt hat“ – was dazu führte, dass „hart arbeitende Männer und Frauen“ arbeitslos geworden sind.
Zusätzlich zu diesen Arbeitsplatzverlusten haben die Obama-Politik – wie etwa die Regional Haze Rule [etwa: Luftgüte-Vorschrift], die Mercury and Air Toxics Standards (MATS)-Vorschrift sowie der Clean Power Plan – „geholfen, die Schließung dutzender Kohlekraftwerke im ganzen Land zuwege zu bringen“, schreibt Politico. In einem Report aus dem November 2015 heißt es: „Über einer von fünf mit der Kohle in Zusammenhang stehenden Arbeitsplätzen sind während Obamas Präsidentschaft verschwunden, und viele große Kohlebergbau-Unternehmen in den USA haben jüngst angekündigt, dass sie demnächst Insolvenz anmelden würden“.
Am 11. Januar ist mit Arch Coal der größte Domino-Stein gefallen, als dieses Unternehmen Insolvenz angemeldet hatte. Das Unternehmen folgt Walter Energy, Alpha Natural Resources sowie Patriot Coal corp., die allesamt im vorigen Jahr Insolvenz angemeldet hatten. James River Coal ging diesen Schritt im Jahre 2014. Das WSJ sagt dazu: „Über ein Viertel der US-Kohleerzeugung ist jetzt bankrott gegangen bei dem Versuch, einen Preisverfall von über 50% seit 2011 aufzufangen“. Als Folge „steht eine rekordhohe Zahl von Kohleminen zum Verkauf“, und die verbleibenden Arbeiter erhalten geringere Löhne. Im schwer gebeutelten West Virginia sind die Anfangsgehälter während der letzten paar Jahre um 50% gesunken: von etwa 40 Dollar auf 20 Dollar pro Stunde.
Im Jahre 2008 wurde Alpha Natural Resources, die 2015 Insolvenz angemeldet hatte, angeboten, einen Anteil zu 128 Dollar pro Aktie zu kaufen. Heute hat Alpha Fortune zufolge 8900 Mitarbeiter, aber deren Aktien sind wertlos. CNN Money meldet: „Seit der Amtsübernahme von Obama im Januar 2009 sind die Aktien vieler Kohleunternehmen um über 90% gefallen“.
Der jüngste Schlag der Obama-Administration gegen die Kohle war am 15. Januar die Ankündigung eines Moratoriums bzgl. der Verpachtung öffentlichen Landes für den Kohlebergbau. Bloomberg berichtet [Zahlschranke!]: „Etwa 40 Prozent der US-Kohle stammt aus Ländereien der Regierung“. Die Ankündigung erfolgte nur ein paar Tage nach der Rede des Präsidenten zur Lage der Nation, in der er versprach, „die Art und Weise zu ändern, mit der wir unsere Kohle- und Ölreserven managen, so dass sie besser die Kosten reflektieren, die sie dem Steuerzahler und dem Planeten auferlegen“. Kurz gesagt, der Plan soll öffentliche Verpachtung zum Halten bringen, während das Innenministerium ein [übersetzt] „programmatisches Umwelteinfluss-Statement“ erarbeitet, von der die Agentur sagt, dass dies in drei Jahren abgeschlossen werden könne – obwohl Projekte der Regierung selten pünktlich eingehalten werden. Der Jahre lange Prozess wird öffentliche Begutachtung enthalten sowie Teilnahme unter dem National Environmental Policy Review Act. Als Folge hiervon wird erwartet, dass Unternehmen mehr zahlen müssen, um Kohle auf öffentlichem Land abzubauen.
Luke Popovich, Vizepräsident von External Communications for the American Mining Association, sagte mir: „Mit dem jüngsten Angriff dieser Vorschriften auf die Industrie hat Obama sein Vermächtnis unterstrichen, der einzige Präsident zu sein, der die Industrie systematisch zerschlägt, die mehr als jeder Andere dafür getan hat, dass die Energiekosten in Amerika zu den niedrigsten in der industrialisierten Welt gehören“.
Während unter den bestehenden Pachtverträgen weiter Bergbau betrieben werden kann und das Moratorium minimale Auswirkungen haben dürfte, nimmt das Interesse an Pachtverträgen ab mit den vielen Leasing-Verkäufen, die nur einen einzigen Bieter haben. Es sendet ein deutliches Signal hinsichtlich administrativer Attentate. In Erwiderung auf die Ankündigung vom 15. Januar hat Senatorin Lisa Murkowski von den Republikanern, Vorsitzende des Senate Energy and Natural Resources Committee, erklärt: „Falls es noch irgendwelche Fragen geben würde, ob die Obama-Administration die Absicht hat, Amerikas Kohleindustrie zu dezimieren, sollte dies diese Fragen beantworten“.
Bloomberg weist darauf hin, dass die Obama-Adminsitration „vor zunehmenden Rufen von Konservativen steht, die verlangen, dass die neue Entwicklung bzgl. fossiler Treibstoffe durchkreuzt wird als Teil der ,lasst-es-im-Boden-Entwicklung‘ – von der Murkowski sagt, dass dies ein „fehlgeleiteter“ Versuch ist, der lokale Ökonomien schädigt und die zukünftige Energieversorgung bedroht“.
In Wyoming, woher etwa 40% der national verbrauchten Kohle stammt, war die Reaktion auf die Ankündigung vom 15. Januar schnell. Der geschäftsführende Direktor der Wyoming Mining Association Jonathan Downing sagte: „Dies ist wieder einmal eine weitere Salve hinsichtlich der Bemühungen des Präsidenten, die Kohleindustrie zu töten. Er und seine Alliierten in der extremistischen Umweltbewegung wissen sehr genau, dass diese Maßnahme den Abbau heimischer Kohle unökonomisch machen wird, was bedeutet, dass die am reichlichsten vorhandene und zuverlässigste Quelle zur Stromerzeugung verschlossen wird“.
Die Kommentare von Gouverneur Matt Mead enthalten unter Anderem diesen harten Vorwurf: „Es könnte deutlicher nicht sein – tatsächlich ist es nur zu offensichtlich – dass diese Administration keine Freundin der Kohle ist, wenn sie rundweg erklärt, dass es in absehbarer Zukunft keine neuen Kohle-Pachtverträge geben wird“. In seiner Presseerklärung schreibt er: „Die Kohleproduzenten in Wyoming zahlen: Mineralabgaben, Produktionssteuer, aufgegebenes Land für den Bergbau, Steuer auf Lungenkrebs, Eigentum je nach Wert, Produktion je nach Wert sowie Leasing-Abgaben. Die Industrie hat eine effektive Steuerrate von 40%. All diese Einkommens-Ströme gehen auf verschiedenen Wegen an die Öffentlichkeit“.
Senator John Barasso (Republikaner, aus Wyoming) veröffentlichte dieses Statement: „Wenn das ländliche Amerika sagt, dass Präsident Obama für deren Leben und Lebensweisen Verachtung übrig hat, meint es Entscheidungen wie die Ankündigung vom 15. Januar. Ein Moratorium öffentlicher Kohleverpachtung sendet ein Kündigungsschreiben an die tausende Menschen in Wyoming und anderswo im Westen, die in der Kohleproduktion beschäftigt sind“.
Wyoming ist nicht der einzige Staat des Westens, der die Auswirkungen spürt. Nach der Ankündigung des Innenministeriums veröffentlichte der Kongress-Abgeordnete Kevin Cramer (Republikaner, aus North Dakota) dieses Statement: „Diese eingebrachten Vorschriften sind ein Versuch dieser Administration, die Industrie zu zerschlagen auf ihrem Weg zum Krieg gegen die Kohle. Es gibt Pachtanträge in North Dakota, die vom Bureau of Land Management begutachtet werden, und als eine Folge des angekündigten Stillstand des Leasing-Programms werden sie wohl nicht genehmigt. Mit den etwa 15% der Kohle aus North Dakota, die als von öffentlichem Land stammend klassifiziert wird, wird das restriktiver gemachte öffentliche Kohle-Programm sehr teuer werden und ist ultimativ geeignet, eine Mine ökonomisch unwirtschaftlich zu machen“.
Während das Moratorium „der Abwärts-Trajektorie der Industrie kräftigen Rückenwind verleiht“, wie es der Chef-Herausgeber von WyoFile ausdrückt, hat der Anti-Fossile Treibstoffe-Mob einschließlich des Miliardärs Tom Steyer laut Hurra! geschrien. Senator Ed Markey (Demokraten, Maryland) hat eine Gesetzgebung eingeführt, die den Kohlebergbau auf öffentlichem Land insgesamt verbieten würde.
Das ist der multi-frontale Angriff der Administration: Kein Gerangel ist zu gering; keine Agentur ist zu weit entfernt von der Linie, um nicht involviert zu werden. Jeder denkbare Angriff kann organisiert werden. Beispiel: Am 22. Januar wird die US- Commission on Civil Rights über „die Verlängerung ihres gesetzlich festgeschriebenen Report-Projektes zur Umweltgerechtigkeit“ informieren. Der Presseerklärung zufolge wird sich das von 9 Uhr bis 17.45 Uhr dauernde Treffen „auf die Implikationen auf die Bürgerrechte hinsichtlich der Positionierung der Kohle-Asche-Halden nahe kleiner Ortschaften und solcher mit geringem Einkommen“ konzentrieren. Der Vorsitzende der Kommission Martin R. Castro erklärte: „wir beabsichtigen, die Implikationen auf die Bürgerrechte zu beleuchten, die sich aus der Ablagerung giftiger Kohle-Asche ergeben, ebenso wie andere Umweltbelange bei Gemeinden, die am meisten des Schutzes bedürfen“.
Kohleasche wird häufig recycelt und ist eine wichtige Komponente bei der Herstellung von Beton, Ziegelsteinen und Trockenmauern. Dessen Verwendung wird durch grüne Bauherren empfohlen. Tatsächlich wurde Kohleasche enthaltener Beton beim Bau der EPA-Zentrale in Washington D.C. verwendet.
Teilnehmer an dem Treffen der Zivilrechte-Kommission waren u. A. die EPA-Direktorin des Zivilrechte-Büros Velveta Golightly Howell und der stellvertretende Direktor des Büros für Umweltgerechtigkeit Mustafa Ali. Anwesend waren außerdem Repräsentanten von Earth Justice, Waterkeepers Alliance und Southern Alliance for Clean Energy.
Die US-Zivilrechte-Kommission ist dem Vernehmen nach eine „unabhängige, unparteiische Agentur, deren Aufgabe es ist, den Präsidenten und den Kongress in punkto Zivilrechte zu beraten“.
Während Präsident Obama gegenwärtig das Sagen hat, wird sich die Schlacht noch intensivieren, falls Hillary Clinton gewählt wird, gehen doch ihre Pläne noch hierüber hinaus.
Während ihrer Kampagne im Jahre 2008 versuchte sie, den Kohleunternehmen zu helfen in Gestalt von „Anreizen für sie, die Erzeugung sauberer zu gestalten“. Aber die Huffington Post beschreibt ihre wahren Absichten, wenn sie Clintons 30 Milliarden Dollar-Plan anspricht, mit dem Gemeinden geholfen werden soll, in denen durch absichtliche Angriffe auf die Kohleindustrie Arbeitsplätze verloren gegangen waren: „Ihr neuer Vorschlag entfernt Kohle-Gemeinden erheblich von der Industrie, die ihre Ökonomie nahezu ein Jahrhundert lang beherrscht hatte“.
Im Austausch für ökonomische Verluste werden Kohle-Gemeinden leiden durch die „grüne Ökonomie, die ihr vorschwebt“. Das WSJ sagt, dass ihre „Programme eine Mischung sind aus amtlicher Unterstützung für den Neuaufbau von Kohle-Gemeinden und Hilfen für Arbeiter, die von den Verschiebungen der Energie-Ökonomie betroffen sind“.
„Hart arbeitende Männer und Frauen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, wollen jedoch kein Almosen von eben jener Regierung, die sie aus ihrer Arbeit gejagt hat“. Die Gazette Mail schreibt: „Mit Sicherheit wollen die Allermeisten die gut bezahlten Arbeitsplätze wieder einnehmen, aus denen sie hinausgezwungen worden sind“.
Bergbau-Gemeinden lassen sich durch diesen Plan nicht zum Narren halten und sehen ihn als „nichts weiter als ein Almosen“ und nennen es einen Versuch, „ihre Unterstützung zu kaufen“. John Stilley, Präsident von Americoal Mining in Pennsylvania witzelte: „Wir wollen kein regierungsamtliches Geld für die Weiterbildung für neue Arbeitsplätze, die halb so hoch sind wie unsere gegenwärtige Gehälter“. Ed Yankovich zufolge, Vizepräsident der Bergarbeiter-Gewerkschaft für die Region Pennsylvania und den Nordosten, „haben die Maßnahmen von Präsident Obama jene vor den Kopf gestoßen, die allgemein in der Industrie arbeiten“.
Er sagte Politico: „Die Menschen sehen diese Herrschaften an und sagen, ,sie haben uns vollständig aufgegeben, so als ob wir gar nicht in Amerika wohnen‘. Und darin steckt viel Bitterkeit“.
Der Angriff auf die Kohleindustrie erfreut wohlhabende progressive Geldgeber, und dann werden die Steuergelder aller Amerikaner für die Weiterbildung verwendet mit dem Ziel, sich die Unterstützung der Arbeiter zu kaufen, die bisher gut bezahlte Arbeitsplätze innehatten – und alles gleichzeitig mit dem Anschlag auf die Taschen all jener gleichen Amerikaner, wenn Kohlekraftwerke schließen und teure Erneuerbare die Strompreise in den Himmel schießen lassen.
Das ist die Art und Weise, mit der Obama absichtlich die Kohle tötet.
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Übersetzt von Chris Frey EIKE




Netzstörungen: Der unheilbare Erbdefekt der Energiewende

Am 17. Januar 2016 wurde die deutsche Presse durch eine alarmierende Meldung des Netzbetreibers Tennet plötzlich aus ihrer üblichen Jubelstimmung bezüglich der wunderbaren Fortschritte der „Energiewende“ aufgeschreckt: Grund war eine von dpa verbreitete Meldung des Tennet-Chefs Urban Keussen des Inhalts, dass die Kosten für Maßnahmen zur Stabilisierung des Stromnetzes bereits 2015 die Milliardengrenze geknackt hätten. Wie ernst die Lage innerhalb kürzester Zeit geworden zu sein scheint, zeigt sich am Anstieg der Zahlen. So sprang der Kostenaufwand für Maßnahmen, mit deren Hilfe die Netzgesellschaften Störungen u.a. durch kurzfristigen Zukauf von Regelenergie ausgleichen müssen, allein bei Tennet innerhalb von nur einem Jahr von 74 Mio. € auf rund 225 Mio. € hoch. Das ist eine Steigerung um gut 300 %. Insgesamt musste Tennet für diese sowie weitere Maßnahmen rund 700 Mio. € aufwenden, und bei den anderen Netzbetreibern sah es nicht viel besser aus. Auch bei 50 Hertz liefen Kosten von gut 300 Mio. € auf, und für alle vier Netzbetreiber zusammen kamen mehr als eine Mrd. € zusammen. Tendenz stark steigend, Bild 1.

Bild 1. Mit zunehmender Einspeisung von Strom aus Sonne und Wind steigt auch die Zahl der erforderlichen Netzeingriffe exponentiell an. Der Trend weist steil nach oben (Grafik: M. Limburg, Daten: [NETR])
Damit hatte man offensichtlich nicht gerechnet. Die Netzgebühren dürften dadurch so stark nach oben gehen, dass allein dies die Haushaltsstromkosten um sechs Prozent nach oben treibt. Die Ursache ist klar: Es liegt am Stromaufkommen aus „erneuerbaren“ Energien, insbesondere am Windstrom, von dem 2015 besonders viel eingespeist wurde. Diese Erklärung ist allerdings nicht „politisch korrekt“, weshalb die Netzbetreiber sofort anfingen, lautstark über zu geringe Leitungskapazitäten zu jammern und die dringende Notwendigkeit der Errichtung neuer Trassen wie „Süd-Link“ oder „Süd-Ost“ zu betonen. Dies verschleiert die wahren Ursachen und dient nur den eigenen Interessen. Um zu verstehen, was wirklich vor sich geht, muss man sich zunächst mit den Besonderheiten der „EE“-Stromerzeugung aus Wind und Sonne befassen.

Einspeisung von Wind- und Solarenergie im Dezember 2015

Zunächst muss man sich dabei den entscheidenden und grundsätzlich nicht behebbaren „Erbdefekt“ von Wind- und Solarstrom vergegenwärtigen: In einem 50-Hz-Netz stören sie, statt zu helfen. Bei allen anderen Stromerzeugern kann man die Leistung präzise auf den aktuellen Netzbedarf hin regeln und die Einspeisung ins Netz so den ständig auftretenden kleineren und größeren Schwankungen anpassen. Diese Abweichungen sind prinzipiell unvermeidlich. Deshalb haben zahlreiche Wissenschaftler und Ingenieure Jahrzehnte damit verbracht, ihre Auswirkungen durch ausgeklügelte Methoden abzufangen und zu minimieren. Lohn der Mühe war eine äußerst stabile Stromversorgung. Deshalb gehörte Deutschland bezüglich der Stabilität seiner Stromversorgung noch in den Jahren 2009/2010 im europaweiten Vergleich zur Spitzengruppe, Bild 2.

Bild 2. Das deutsche Stromnetz war bisher eines der stabilsten in Europa. Dargestellt sind die Stromausfälle in Minuten pro Jahr und Abnehmer (Grafik: [VESI])
Im Unterschied zu allen anderen Kraftwerkstypen richtet sich die Stromerzeugung von Windenergieanlagen und Fotovoltaikfeldern nicht nach dem jeweiligen Bedarf, sondern ist grundsätzlich und ausschließlich von den Launen des Wetters abhängig. Hinzu kommt die nur für Ideologen verständliche Festlegung, dass dieser ohne Rücksicht auf den Bedarf erzeugte Strom auch noch per Gesetz Vorrang vor allen anderen Erzeugern hat. Diese müssen daher zusätzlich zu den von den Unwägbarkeiten des Verbrauchs verursachten Schwankungen auch noch die erratischen, von Windböen und Wolkenabschattungen herrührenden Sprünge der Einspeisung von Wind- und Solaranlagen abfangen und ausgleichen. Diese werden naturgemäß umso größer, je mehr derartige Anlagen ans Netz gebracht werden. Allerdings behaupten die Vertreter der EE-Branche, durch die Verteilung von Anlagen über größere Gebiete würden sich örtliche Schwankungen zunehmend ausgleichen und so verstetigen. Auch gebe es einen Ausgleich zwischen Wind- und Sonnenstrom. Doch wie stellt sich dies in der Praxis dar?

Einspeisung von Wind- und Solarenergie im Dezember 2015

Als Musterfall nehmen wir die Solar- und Windenergieeinspeisung vom Dezember 2015, einem Monat, der sich zur Freude der Branche durch eine besonders hohe Windausbeute auszeichnete, Bild 3.

Bild 3. Grafische Darstellung der Summenleistung der deutschen Wind- und Solarerzeuger im Dezember 2015, basierend auf viertelstündlich aufgezeichneten Daten der Strombörse EEX (Grafik: Autor)
Wie man sieht, ist der Verlauf schon beim Wind sehr unruhig. Die kurzen, aber intensiven „Solarnadeln“ tragen noch zur Verstärkung dieser Diskontinuität bei. Die Summenkurve erhält dadurch ein geradezu extrem sägezahnartiges Profil. Bei einer installierten Gesamtkapazität von mehr als 84 GW schwankt die abgegebene Leistung zwischen 1,7 und 35,6 GW, das ist ein Verhältnis von 21/1. Trotz der enormen nominellen Kapazität erreichte der Nutzungsgrad nie mehr als 42 %. Im schlechtesten Fall lag er nur bei 2 %. Benötigt wurden dagegen zwischen 35,5 und 88,8 GW: Zu mehreren Zeitpunkten in diesem Monat waren die „Erneuerbaren“ demnach mehr oder weniger ein Totalausfall. Fast die gesamte Leistung im Netz musste von zuverlässigen, regelbaren Stromerzeugern geliefert werden. Man sieht auf den ersten Blick, warum Wind- und Solarstrom für die Versorgung einer Industrienation ungeeignet sind. Das ist ein angesichts der riesigen nominellen Kapazität sehr ernüchterndes Ergebnis. Angesichts der Verteilung von etwa 25.000 Windenergieanlagen und noch viel mehr Solaranlagen über ganz Deutschland kann man auch die Behauptung, dass es hierdurch zu einer Verstetigung der Erzeugung käme, als eindeutig widerlegt betrachten.

Extreme Schwankungen

Ein weiterer Negativpunkt sind nicht nur die Schwankungen der „EE“-Leistungen an sich, sondern auch die geradezu extremen Geschwindigkeiten, mit der dies erfolgt. Besonders anschaulich erkennt man dies, wenn man sich das Geschehen am 6. und 7. Dezember in hoher zeitlicher Auflösung ansieht, Bild 4.

Bild 4. Am 6. und 7. Dezember brach die Gesamtleistung der Wind- und Solarproduktion innerhalb von 28 Stunden um 33,9 GW ein (Grafik: Autor)
Doch das ist nur ein Teil der Fakten, denn im gleichen Zeitraum zog auch noch der Strombedarf des Landes deutlich an und erreichte in der Spitze fast 90 GW. Noch bis zur Tagesmitte des 6.12. hatten jedoch die regelbaren Kraftwerke wegen des Vorrangs für die „EEG-Stotterstromlieferanten“ Wind und Sonne ihre Leistungsabgabe teils stark reduzieren müssen. Als dann am 6.12. sowohl Sonne als auch Wind keine Lust mehr hatten, mussten die in Betrieb befindlichen Einheiten einen regelrechten Alarmstart hinlegen und ihre Leistungsabgabe in nur 35 Stunden um 38.000 MW steigern, Bild 5.

Bild 5. Als am 6.12. sowohl Sonne als auch Wind keine Lust mehr hatten, mussten die regelbaren Kraftwerke ihre Leistungsabgabe in nur 35 Stunden um 270 % (!) auf 38.000 MW steigern,
Vergleicht man diese Zahl mit der Größenordnung üblicher Kohlekraftwerksblöcke von rund 1 GW, so mussten demnach über einen Zeitraum von 35 Stunden insgesamt 38 Kraftwerke von Stillstand auf Volllast hochgejagt werden. Das geht im Prinzip nur bei Gas- und Steinkohlekraftwerken. Schaut man sich die in Bild 5 farbig gekennzeichneten Anteile der verschiedenen Kraftwerkstypen an, so sieht man, dass es vor allem die heute so verächtlich gemachten Kohlekraftwerke waren, die zusammen mit den im Grundlastbetrieb laufenden Kernkraftwerken Deutschland vor einem Blackout gerettet haben. Alle anderen Kraftwerkstypen haben gar nicht die Kapazität, Energie in solchen Größenordnungen bereitzustellen.
Das Ganze hatte jedoch seinen Preis: Kein Kraftwerksbetreiber jagt gerne seine Anlagen derart rücksichtslos von ganz unten im Eilgang auf Volllast. Bei den riesigen, mehr als 10.000 t wiegenden Kesselanlagen, Leitungen und Ventilen kommt es dadurch zu erheblichen Schäden u.a. durch Wärmespannungen. Das muss natürlich dann auch bezahlt werden. Wie teuer der Spaß wirklich war, kann man aus zwei Zahlenangaben von Tennet ermessen: In einer am 19. November herausgegebenen Pressemitteilung wurden die Kosten zur Beherrschung der allein den „erneuerbaren“ zuzurechnenden Notmaßnahmen im Netzgebiet von Tennet noch auf knapp 500 Mio. € beziffert [TENN]. Nur wenige Wochen später war von 700 Mio. € die Rede [SPIE]. Ein rasanter Kostenanstieg, der sich in den kommenden Jahren noch erheblich steigern dürfte. Interessant ist hierbei übrigens auch die Aufschlüsselung der Kosten, die sich wie folgt darstellt: 225 Mio. € für das Hoch- bzw. Herunterfahren von Kraftwerken, 152 Mio. € für den Abruf der Netzreserve und 239 Mio. € für das Notabschalten von Windkraftanlagen. Im Vorjahr hatten die Vergleichszahlen noch bei 74, 92 resp. 128 Mio. € gelegen.

Das Problem der Kurzfrist-Gradienten

Neben der soeben beschriebenen Problematik längerfristiger starker Schwankungen speziell im Windenergie-Aufkommen gibt es noch ein weiteres, darunter versteckt liegendes Problem: Ständige starke kurzfristige Schwankungen, die erst bei feiner zeitlicherer Auflösung sichtbar werden. Leider stehen dem Autor lediglich Daten mit viertelstündlicher Auflösung (Bild 6) zur Verfügung, es gibt jedoch Hinweise, dass sich solche Schwankungen auch bis unterhalb des Minutenbereichs auswirken.

Bild 6. Die Auftragung der kurzfristigen Schwankungen des Aufkommens an Wind- und Solarstrom bei viertelstündlicher Auflösung zeigt ein ruheloses Hin und Her mit Amplituden bis zu mehr als 3.700 MW/h (Grafik: Autor)
Diese Schwankungen, die von der maximalen Amplitude her dem vollen Leistungsumfang von vier großen Kohlekraftwerken entsprechen, treten selbst bei schwächeren bis mittleren Windgeschwindigkeiten nahezu ununterbrochen auf und müssen daher ununterbrochen durch entsprechende Gegenmaßnahmen der Netzbetreiber ausgeglichen werden. Aus der Sicht eines Regelungstechnikers handelt es sich um eine ständige Quelle von Störimpulsen. Diese müssen zu Lasten und auf Kosten der andern Netzteilnehmer aufgefangen und ausgeglichen werden, denn die Energiebilanz im Netz muss im 10-Millisekunden-Takt stets ausgeglichen werden.
Zugleich ist diese Grafik eine weitere Widerlegung jener Ideologen, die trotz solcher längst vorhandener Gegenbeweise stur behaupten, Wind und Sonne taugten als Energielieferanten für eine moderne Stromversorgung. Im Gegenteil gilt: Solange die Anteile dieser Anlagentypen an der Gesamtversorgung unbedeutend waren, konnte deren Gezappel noch hingenommen werden, weil es im „Grundrauschen“ der übrigen Störimpulse mehr oder weniger folgenlos unterging. Jetzt, wo ihre Anteile die 20-%-Marke überschreiten, beginnen sich die nachteiligen Auswirkungen ernsthaft bemerkbar zu machen. Und es wird rasant schlimmer werden, weil mit Verschiebung der Technologieanteile nicht nur die Störungen zunehmen, sondern zugleich auch die „Ausgleichskapazitäten“ der vom Markt verdrängten regelbaren Kraftwerke drastisch reduziert werden.

Alptraum voraus!

Die jetzt beschriebene Situation wurde von Fachleuten schon seit Jahren vorausgesehen, und es gab entsprechende Warnungen zuhauf. Diese wurden lange nicht zur Kenntnis genommen. Dabei handelt es sich bei dem, was wir jetzt zu sehen bekommen, erst um die Spitze des Eisbergs, der vor dem Bug unseres „garantiert unsinkbaren“ Energiewende-Dampfers sichtbar geworden ist. Um seine wahren Dimensionen deutlicher erkennen zu können, machen wir eine Projektion in die Zukunft, genauer gesagt ins Jahr 2050, bis zu dem ja laut der aktuellen Planungen der EE-Anteil an der Stromerzeugung auf 80 % anwachsen soll. In einem kürzlich erschienenen Artikel wurde für diese Projektion ein Mengengerüst samt Verteilung auf die verschiedenen Technologien entwickelt [EIK2]. Dabei wurden auch der Strombedarf der von der Politik geforderten Umstellung des Autoverkehrs auf batteriebetriebene Fahrzeuge sowie der sich bereits abzeichnende Niedergang der Stromproduktion aus „Biogas“ sowie Müll berücksichtigt. Letztlich werden neben den 20 % konventioneller Kraftwerke vor allem die Windenergie sowie ein deutlich kleinerer Anteil Solarstrom das Geschehen bestimmen, während Wasser bei unter 3 % verharren dürfte. Nach Umrechnung mit den Nutzungsgraden ergeben sich dann folgende Kapazitäten: Wind rund 333 GW und Solar rund 52 GW. Damit hat man Umrechnungsfaktoren, mit deren Hilfe man den hypothetischen Dezember 2050 (mit angenommen identischem Wetterverlauf wie 2015) nachvollziehen kann, Bild 7.

Bild 7. Darstellung der Einspeisung von Wind-und Solarstrom in einem hypothetischen Dezember 2050 mit angenommen identischem Wetterverlauf wie im Dezember 2015 (Grafik: Autor)
Beim Vergleich der beiden Bilder fällt zunächst auf, dass der Anteil der Solarstromerzeugung erheblich geringer ist als 2015. Dies entspricht dem heute bereits zu beobachtenden Trend, weil Solarstrom von allen „erneuerbaren“ Technologien die mit Abstand unwirtschaftlichste ist. Das ist anscheinend jetzt auch der Politik klargeworden, weshalb die Förderung stark zurückgefahren wird.
Weitere Auffälligkeit ist das extrem hohe Niveau der Stromerzeugung an windreichen Tagen, das mit bis zu 245 GW weit über dem Tagesbedarf liegen dürfte. Damit sind je nach aktueller Netzlast Überschussleistungen von bis zu mehr als 200 GW vorprogrammiert. Für diese gibt es derzeit kein realistisches Speicherkonzept. Im Gegenteil, man findet seitens der „EE“-Lobbyisten abwiegelnde Aussagen wie die, dass man sich erst in etwa 20 Jahren ernsthaft um diese Thematik werde kümmern müssen [AGOR]. Dabei wird unter anderem ignoriert, dass für die Bewältigung solch gigantischer Leistungen auch entsprechende Leitungskapazitäten benötigt werden, egal wohin man mit dem Strom letztlich gehen wird. Man möge sich vor Augen halten, welche Probleme und welche Kosten allein ein einziges vergleichsweise kleines 4 GW-Leitungsprojekt wie SüdLink mit sich bringt. Wo, wie und mit welchem Aufwand sollen dann Leitungen mit einer Kapazität von mehr als 200 GW errichtet werden? Allein dieses Leitungsnetz könnte mit Zusatzkosten von rund einer halben Billion € zu Buche schlagen.
Die Kehrseite der Medaille ist der je nach Wetterlaune jederzeit mögliche Einbruch der „EE“-Leistung. Im vorliegenden Fall stünden am 7.12. lediglich noch 11.470 MW zur Verfügung. Je nach aktueller Netzlast käme es daher zu einem Defizit von bis zu mehr als 76 GW. Selbst bei der hohen Ausbaustufe des Jahres 2050 sind Wind und Strom offensichtlich ungeeignet zur Sicherung der Grundlast.
Ebenfalls ungeklärt ist auch die Frage, wo diese 76 GW Leistung denn herkommen sollen, wenn wir kaum noch über konventionelle Kraftwerke verfügen werden. Selbst wenn man über die rund 70 % Verluste bei Power-to-Gas hinwegsehen möchte: Wer soll denn die Investitionen in Errichtung und Unterhalt eines Parks moderner Gaskraftwerke mit einer solch hohen Kapazität, die eventuell nur für wenige Stunden im Jahr benötigt würden, finanzieren? Schließlich müssen solche Anlagen mit einer vierschichtigen Belegschaft rund um die Uhr bereitstehen. Und das sind nicht nur ein paar Portiers und Schalterumleger: Für den Betrieb solch komplexer Anlagen braucht es eine Vielzahl gut ausgebildeter und durch ständige Erfahrung trainierter Spezialisten.

Noch extremere Schwankungen…

Wie bereits weiter oben ausgeführt, stellten Schwankungen der Abgabeleistung von „EE“-Erzeugern die Netzbetreiber schon 2015 und insbesondere im Dezember vor erhebliche Herausforderungen, wodurch die entsprechenden Kosten auf insgesamt über 1 Mrd. € hochschossen. Probleme bereitete insbesondere der schnelle und steile Abfall in der Größenordnung von 1 GW/ h zwischen dem 6.12. und dem 7.12. Dies würde sich im fiktiven Dezember 2050 noch wesentlich gravierender darstellen, Bild 8.

Bild 8. In den 28 Stunden zwischen 12 Uhr am 6.12 und 16.00 Uhr am 7.12. 2050 würde die Leistungsabgabe von Wind- und Solarkraftwerken um mehr als 201 GW einbrechen (Grafik: Autor) 
Im Prinzip würde nach dieser Projektion die Leistungsabgabe innerhalb von 28 h um mehr als 201 GW zurückgehen. Dies entspräche einer mittleren Änderungsgeschwindigkeit von rund 7,2 GW/ h bzw. der vollen Leistung von acht modernen Gas-und-Dampf-Turbinen des Typs „Irsching 5“ mit je 860 MW. Gasturbinen deswegen, weil auch bei „Power-to-gas“ die Rückumwandlung zu Strom ja durch Kraftwerke erfolgen muss. Als Wermutstropfen und Warnhinweis sollte allerdings die Tatsache dienen, dass das in Irsching installierte Kraftwerk wegen katastrophaler Unwirtschaftlichkeit zur Stilllegung angemeldet werden musste. 
Daher stellt sich die Frage, woher all die benötigten Kraftwerke kommen sollen. Geht man von einer Netzlast von 106 GW und der „EE“-Minimalleistung von 11.500 MW am 7.12. aus, so müsste man 89 Kraftwerke dieses Typs innerhalb von 28 Stunden ans Netz bringen, damit die Lichter in Deutschland nicht ausgehen. Zu diesen Fragen gibt es seitens der Wind- und Solarlobby zwar wortreiche Beteuerungen, aber keine überzeugenden Antworten.

…und nicht mehr beherrschbare Kurzfrist-Gradienten

Was die bereits im Zusammenhang mit Bild 6 erläuterten Kurzfrist-Gradienten angeht, so würden diese im fiktiven Dezember 2050 bis zu -26.500 MW/h erreichen, Bild 9.

Bild 9. Die Auftragung der kurzfristigen Schwankungen des Aufkommens an Wind- und Solarstrom bei viertelstündlicher Auflösung zeigt ein ruheloses Hin und Her mit Amplituden bis zu mehr als -26.500 MW/h (Grafik: Autor) 
Eine weitergehende Diskussion ist nach den bereits zu Bild 6 gegebenen Erläuterungen nicht mehr erforderlich. Mit den heute bekannten bzw. verfügbaren Technologien sind solche Schwankungen schlicht nicht beherrschbar, nicht zuletzt auch deshalb, weil die für ein eventuelles Auffangen erforderlichen Ressourcen durch die Vernichtung konventioneller Kraftwerkstechnologie immer weiter zurückgebaut werden.

Untaugliche Gegenrezepte

Natürlich stellt sich an diesem Punkt die Frage, wie es denn angesichts der jetzt „plötzlich“ auch für die Allgemeinheit sichtbar gewordenen werdenden Probleme weitergehen soll. Besonders unerfreulich ist ja, dass dieses Dilemma schon längst vorhersehbar war und es genug Warnungen gab. Jetzt ist der Salat auf dem Teller und den Verantwortlichen bei den Netzbetreibern fällt dazu als erstes die Forderung nach einem verstärkten Ausbau der Netze zur besseren Verteilung des Stroms aus „erneuerbaren“ Energien ein. Dabei ist dies alles andere als sinnvoll, denn es bedeutet nur, die von den Windquirlen ausgehenden Störimpulse großflächiger zu verteilen, ohne dass sie dadurch behoben würden. Das einzige Ergebnis wäre, dass man damit noch mehr Verbraucher mit immer massiveren Störungen „beglücken“ würde. Was man im Ausland davon hält, zeigt sich an den Sperrtrafos, die mittlerweile von Polen und Tschechien zur Abwehr deutschen Windstroms an den Grenzen aufgestellt werden.
Der Grund für die Vorschläge der Netzbetreiber ist allerdings leicht zu verstehen, wenn man ihr Geschäftsmodell berücksichtigt. Ihnen ist es egal, wo der Strom herkommt oder wo er hinfließt und was für Probleme es damit gibt. Sie verdienen nämlich an Problemen. Sie verdienen an neuen Leitungen, an den Durchleitungsgebühren und auch an der Behebung von Störungen, sie verdienen an allem. Die Aufwendungen, welche jetzt so lautstark beklagt werden, sind für sie „Wareneinkauf“, auf den sie ihren staatlich zugesicherten Profit oben draufschlagen dürfen. Wenn sie eine neue Leitung ziehen, so spielen Kosten oder die tatsächliche Auslastung keine wirkliche Rolle. Alle Aufwendungen müssen vom Verbraucher via Durchleitungsgebühr beglichen werden. Die Politik hat es geschafft, aus den früheren Verbundversorgern, die mit einem ganzheitlich optimierten Konzept agierten, ein chaotisches Mit- und Gegeneinander einzelner Akteure zu schaffen, die jeweils nur ihre eng begrenzten Partikularinteressen vertreten und denen alles, was links oder rechts davon passiert, völlig egal ist. Die Zeche zahlt wie immer der Verbraucher, und sie wächst immer schneller.
Während die Kanzlerin mit ihrer in den DDR-Jahren erworbenen Betonkopf-Mentalität stur an ihrem „Energiewende“-Kurs festhält, zeigen sich bei ihrem SPD-Koalitionspartner Anzeichen für erste Absetzbewegungen. Gabriel, der bereits vor einiger Zeit durch den Spruch auffiel, dass man uns im Ausland wegen der Energiewende „sowieso für bekloppt“ halte, scheint ebenso wie in der Flüchtlingsfrage die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und sprach in den letzten Tagen davon, die Kohlekraftwerke länger laufen zu lassen. Womit im Prinzip das Ende der Wende eingeläutet würde.
Fred F. Mueller
Quellen
[AGEB] http://www.ag-energiebilanzen.de/viewpage.php?idpage=139
[AGOR] http://tinyurl.com/jode6ds
[BDEW] http://tinyurl.com/jox5h7d
[BDPR] http://tinyurl.com/zc6cxu7
[EIKE] http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/strom-und-co2-deutschland-im-treibsand-der-illusionen/
[EIK2] http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/energiewende-plan-und-orientierungslos-im-nebel/
[LIMU] Limburg, M.; Mueller, F.F.: Strom ist nicht gleich Strom. Kap. 23, „Strompreise – dank EEG hinauf zu den Sternen“. ISBN 978-3-940431-54-7.
[NETR] http://www.netztransparenz.de/de/Redispatch.htm
[QUAS] http://www.volker-quaschning.de/datserv/windinst/index.php
[SPIE] http://tinyurl.com/hpyvnb9
[STILL] http://tinyurl.com/nddurkc     Abgerufen am 30.12.2015
[TENN] http://tinyurl.com/hfvgbed
[VAFI] http://www.vafinans.se/ravaror/diagram/eex-strom-phelix-baseload-year-future/EURO
[VESI] http://tinyurl.com/zgn48e2