Behauptung von 3,2 mm Anstieg des Meeresspiegel pro Jahr wird ernsthaft durch mehrere jüngst veröffentlichte Studien in Frage gestellt.

Falls der Meeresspiegel wirklich mit einer Rate von 3,2 mm pro Jahr zwischen 1993 und 2010 gestiegen wäre, wie das IPCC (2013) mit hoher Sicherheit behauptet, dann sollten die thermischen Quellen und die Verdunstungsmenge mindestens ebenfalls im gleichen Zeitraum um 3,2 mm pro Jahr zugenommen haben. Aber falls die veröffentlichten Studien zum Anstieg des Meeresspiegels recht haben, berechnen diese lediglich einen Anstieg zwischen 0,8 und 1,6 mm pro Jahr – ein Viertel des vom IPCC behaupteten Anstiegs – dann ist etwas hinsichtlich der 3,2 mm pro Jahr aus altimetrischen Messungen von Satelliten höchst fragwürdig.

Hier folgt eine gekürzte Liste von Studien aus jüngerer Zeit, die zeigen, dass die Schätzungen des Meeresspiegel-Anstiegs seitens des IPCC sehr übertrieben sind.

http://www.climatechange2013.org/images/report/WG1AR5_Chapter13_FINAL.pdf

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die globale mittlere Rate zwischen 1901 und 2010 bei 1,7 mm pro Jahr lag mit einem Gesamtanstieg von 0,19 m. Zwischen 1993 und 2010 war die Rate sehr wahrscheinlich höher und lag bei 3,2 mm pro Jahr; eine ähnlich hohe Rate war wahrscheinlich von 1920 bis 1950 aufgetreten“.

Problematisch hieran ist, dass während der letzten Jahrzehnte mehrere Studien zu diesem Thema gezeigt haben, dass der Anstieg insgesamt höchstens halb so hoch (oder noch geringer) als die behauptete Rate ist.

Den jüngeren Schätzungen zufolge trug der Beitrag durch thermische Expansion mit 0,64 mm pro Jahr im Zeitraum 2005 bis 2013 zum Anstieg bei (Llovel et al. 2014, siehe nächsten Abschnitt). Der Beitrag von den Eisschilden Grönlands und der Antarktis betrug 0,59 mm pro Jahr für den Zeitraum 1992 bis 2011 (Shepard et al. 2012) Der Beitrag der übrigen Eisschilde und Gletscher weltweit betrug 0,41 mm pro Jahr im Zeitraum 2003 bis 2010 (Jacob et al. 2012).

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Llovel et al. 2014

http://www.nature.com/nclimate/journal/v4/n11/full/nclimate2387.html

Über die gesamte Wassersäule zeigen unabhängige Schätzungen der Ozean-Erwärmung einen Beitrag von 0.77 ± 0.28 mm pro Jahr zum Meeresspiegel-Anstieg … die Tiefsee (unterhalb 2000 m) leistet einen Beitrag von −0.13 ± 0.72 mm pro Jahr zum globalen Anstieg (0,64 mm pro Jahr insgesamt).

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Sheperd et al.2012

http://science.sciencemag.org/content/338/6111/1183

Seit 1992 haben die polaren Eisschilde (Antarktis und Grönland) im Mittel 0.59 ± 0.20 mm pro Jahr zur Rate des globalen Meeresspiegel-Anstiegs beigetragen.

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Jacob et al., 2012

http://www.nature.com/nature/journal/v482/n7386/abs/nature10847.html

Hier zeigen wir, dass Gletscher und Eisschilde außerhalb denjenigen von Grönland und der Antarktis im Zeitraum Januar 2003 bis Dezember 2010 einen Massenverlust mit einer Rate von 148 ± 30 Gt pro Jahr erlitten haben, was 0.41 ± 0.08 mm zum Anstieg beitrug.

Aus diesen Quellen ergibt sich ein Anstieg von etwa 1,6 mm pro Jahr. Interessanterweise ist dies die gleiche oder eine etwas geringere Rate wie für den gesamten Zeitraum 1901 bis 2010 (1,7 mm pro Jahr laut IPCC). Das bedeutet, dass sich jenen Quellen zufolge der Anstieg des Meeresspiegels während der letzten Jahrzehnte eben nicht beschleunigt hat.

Eine weitere Schätzung aus jüngerer Zeit des Beitrags des Antarktischen Eisschildes zum Anstieg (Zwally et al. 2015, siehe nächsten Abschnitt) belegt, dass im Zeitraum 1992 bis 2008 der Massengewinn von Eis in der Ostantarktis größer war als der Massenverlust der Westantarktis. Dies bedeutet insgesamt eine Zunahme der Eismasse für den Kontinent als Ganzes und einen negativen Beitrag zum Anstieg des Meeresspiegels von -0,23 mm pro Jahr für den Zeitraum 2003 bis 2008.

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http://www.ingentaconnect.com/content/igsoc/jog/2015/00000061/00000230/art00001

Massenänderungen des Antarktischen Eisschildes beeinflussen mit dem Klimawandel den Meeresspiegelanstieg, aber die jüngsten Raten waren unsicher. Ice, Cloud and Land Elevation Satellite (ICESat)-Daten zeigen Massengewinne durch Akkumulation von Schnee, die Verluste um 82 ± 25 Gt pro Jahr übersteigen, was den globalen Anstieg des Meeresspiegels um 0,23 mm pro Jahr verringert. Satelliten-Fernerkundungsdaten (ERS) von 1992–2001 zeigen einen ähnlichen Zuwachs von 112 ± 61 Gt pro Jahr.

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https://www.nasa.gov/feature/goddard/nasa-study-mass-gains-of-antarctic-ice-sheet-greater-than-losses

„Die gute Nachricht lautet, dass die Antarktis gegenwärtig gar nichts zum Anstieg des Meeresspiegels beiträgt, sondern diesen vielmehr 0,23mm pro Jahr verringert“, sagte Zwally.

Gleichlaufend mit einer Abnahme des Meeresspiegels äquivalent zu einer Rate von -0,23 mm pro Jahr von 2003 bis 2008 infolge Eiszuwachs von +82 GT pro Jahr im gleichen Zeitraum können wir das Absinken des Meeresspiegels von 1992 bis 2001 berechnen mit -0,31 mm pro Jahr, wurde doch im Zeitraum 1992 bis 2001 eine höhere Rate der Zunahme von Eismasse (+112 Gt pro Jahr) für den Antarktischen Eisschild insgesamt verzeichnet. Mittelt man über alles, zeigt die Studie von Zwally et al. 2015, dass die Antarktis den Meeresspiegel im Zeitraum 1992 bis 2008 um 0,28 mm pro Jahr hat sinken lassen.

Zieht man diese Schätzung des Beitrages von -0,28 mm pro Jahr heran anstatt der Schätzung von Sheperd et al. 2012 von 0,19 mm pro Jahr, die man jedoch für den Beitrag des grönländischen Eisschildes beibehält (0,04 mm pro Jahr) reduziert sich der Beitrag der polaren Eisschilde von 0,59 mm pro Jahr auf 0,12 mm pro Jahr, was einen Beitrag beider Eisschilde kombiniert zum Anstieg des Meeresspiegels von 13 mm pro Jahrhundert bedeutet.

Diese Änderung um -0,47 mm pro Jahr reduziert die obige Schätzung von 1,6 mm pro Jahr auf 1,1 bis 1,2 mm pro Jahr oder etwas über 10 cm pro Jahrhundert.

Die Vorlage der Analyse des Anstiegs in obiger Quelle wurde im Journal Science von Cabanes et al. 2001 veröffentlicht. Hier folgt deren Summary für die letzten paar Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts:

http://people.uncw.edu/grindlayn/GLY550/sealevel-topex-science-2001.pdf

Der Dritte Zustandsbericht des IPCC befasst sich mit der Abschätzung verschiedener Faktoren, die zum Anstieg des Meeresspiegels im 20. Jahrhundert beigetragen haben. Der größte Beitrag (0,7 mm pro Jahr) ergibt sich aus der thermischen Expansion infolge der Erwärmung der Ozeane, zu der es hauptsächlich seit den fünfziger Jahren gekommen war. Das Abschmelzen kontinentaler Gletscher leistet einen Beitrag von 0,2 bis 0,4 mm pro Jahr. Das Massenungleichgewicht des Eises in Grönland und der Antarktis leistet einen Beitrag von -0,2 bis 0,6 mm pro Jahr. Der unsicherste Beitrag ist die Änderung der terrestrischen Wasserspeicherung, die ihre Ursache teilweise in menschlichen Aktivitäten hat. Sie liegt im Bereich -1,1 bis +0,4 mm pro Jahr mit einem mittleren Wert von -0,35 mm pro Jahr, d. h. es ist gleichbedeutend mit einem Absinken des Meeresspiegels. Die Summe all dieser Beiträge liegt im Bereich zwischen -0,8 bis +2,2 mm pro Jahr mit einem mittleren Wert von 0,7 mm pro Jahr.

Man beachte, dass in diese Analyse der beitragenden Quellen „terrestrische Wasserspeicherung“ Eingang findet, die sich zu -0,35 mm pro Jahr summiert mit einer Bandbreite von „-1,1 bis +0,4 mm pro Jahr“ zum Ende des 20.Jahrhunderts. Eine noch jüngere Schätzung liegt offenbar nicht vor, aber es ist wahrscheinlich angemessen anzunehmen, dass sich diese Parameter der terrestrischen Wasserspeicherung nicht signifikant während des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts verändert haben im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Daher wäre es vernünftig, diesen Beitrag in die Palette aller beitragenden Faktoren zum Anstieg des Meeresspiegels in jüngerer Zeit einzubeziehen. Dies würde den oben beschriebenen Anstieg von 1,1 bis 1,2 mm pro Jahr (Zwally et al. 2015) auf etwa 0,8 mm pro Jahr reduzieren. Dieser Wert ist sehr ähnlich den 0,7 mm pro Jahr, der von Cabanes et al. 2001 für die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts berechnet worden ist. Eine Rate von 0,8 mm pro Jahr ist äquivalent zu einem Anstieg von etwa 8 cm pro Jahrhundert.

Link: http://notrickszone.com/2016/03/15/claimed-3-2-millimeters-per-year-sea-level-rise-seriously-challenged-by-recently-published-scientific-papers/#sthash.Pn17bPW1.dpbs

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Der grüne Alptraum scheint zu platzen Macht die EU der Energiewende ein Ende?

Ist bei der Windenergie bereits Feuer unter dem Dach? (Symbolbild rechts)

Einem Artikel im Handelsblatt vom 14.3.2016 zufolge [HAND] scheint man nämlich im Rahmen der EU-Kommission an Planungen zu arbeiten, die – so die Meldung zutrifft – eine Neuausrichtung der Energielandschaft Europas zur Folge haben dürften. Einem der Redaktion zugespielten Dokument zufolge vertritt man in dem Gremien die Ansicht, dass Europa angesichts eines wachsenden Stromverbrauchs in Zukunft nicht ohne Nuklearenergie auskommen werde. Angesichts der begrenzten Lebensdauer der bestehenden Kernkraft-Kapazitäten sollten Europas Energieversorger daher massiv in deren Erneuerung investieren. Bis zum Jahr 2050 seien hierfür Investitionen in Höhe von 450 bis 500 Milliarden € erforderlich. Da die Kernenergie international auf dem Vormarsch ist, müsse die EU angesichts der Entwicklung in China und Indien alles tun, um ihre Technologieführerschaft im Nuklearbereich zu erhalten.

Neuorientierung durch Leidensdruck?

Mit dieser Stellungnahme zeichnet sich ab, dass es innerhalb der EU zu einem erheblichen Dissens über den künftigen Kurs in der Energiepolitik kommen könnte. Entschieden ist natürlich nichts, aber die Auseinandersetzungen könnten merklich an Schärfe zunehmen. Viele europäische Staaten werden vermutlich die Option nutzen, ihre laut der Handelsblatt-Meldung aktuell 131 derzeit noch am Netz befindlichen Anlagen durch Ertüchtigung länger in Betrieb zu halten. Deutschland wird dagegen aller Voraussicht nach die bisher noch laufenden Anlagen wie geplant bis 2022 abschalten. Die Zahl der seit 2011 vorzeitig stillgelegten Kernkraftwerke liegt dann bei 17. Der volkswirtschaftliche Schaden ist enorm: Für die Errichtung von Ersatzkraftwerken wäre bei angenommenen 8 Mrd. € Stückkosten ein Kapitalbedarf in einer Größenordnung von 135 Mrd. € zu veranschlagen.

Leave it in the air…

Interessant ist die Reaktion der Finanzmärkte. Bisher war viel von der Ausbreitung „grüner“ Fonds die Rede, welche die ungeheuren Kapitalbeträge bereitstellen sollen, die zur weiteren Errichtung von Wind- und Solargeneratoren erforderlich wären. Dennoch mussten wichtige Fonds wie der iShares Total return Global Clean Energy ETF innerhalb des letzten Jahres teils deutliche Rückgänge hinnehmen. Im von den Finanzmärkten lange vernachlässigten Bereich der Nukleartechnologie zeichnen sich dagegen konträre Bewegungen ab. Dies scheint darauf hinzuweisen, dass sich große Kapitalströme neu in Richtung Uranbergbau orientieren. Dabei sind gegenläufige Trends zu erkennen: Aufgrund der aktuellen Überversorgung der Märkte mit Uranbrennstoff (U3O8) ist dessen Preis in den letzten Wochen erheblich gefallen. Dazu dürfte nicht zuletzt der Beschluss eines japanischen Gerichts beigetragen haben, das die erneute Stilllegung von zwei gerade wieder angefahrenen Reaktoren verordnet hat.

…and take it from the ground?

Auf der anderen Seite zeichnet sich jedoch aufgrund des massiven Ausbaus der Kernkraft in Russland, China und Indien auf längere Sicht eine erhebliche Unterversorgung des Marktes ab. Als Folge hiervon – und möglicherweise auch beflügelt von den Meldungen aus Brüssel – sind die Aktienkurse von Uranminen geradezu explodiert. Allein am Donnerstag, den 17.3. schoss der Solactive Global Uranium Performance Index um 6 % nach oben. Manche vielversprechende Minentitel aus dem sogenannten Juniorenbereich zogen innerhalb weniger Tage um mittlere zweistellige Prozentbeträge an. Bei manchen kapitalstarken Investoren scheint die Bereitschaft zu wachsen, mit großen Beträgen wieder auf diesen Markt zurückkehren. Man sollte ein Auge hierauf haben.

Fred F. Mueller

Quellen

[HAND] http://www.handelsblatt.com/politik/international/500-milliarden-fuer-alternde-reaktoren-eu-fordert-massive-investitionen-in-atomkraft/13320036.html




Praktische Energiewende: Wahlsonntag, Erdkabel und Blackout

Wo ist der Zusammenhang? Um 17.00 Uhr (am Wahlsonntag) begann ich mich auf die um 18.00 Uhr zu erwartende Prognose der drei Landtagswahlen vorzubereiten. Um 17.19 Uhr schickte mir meine Alarmanlage (am Wohnhaus) eine SMS mit dem Text "AC-Power-Failure". Alles schien aber noch zu funktionieren. Aber halt, in der Küche war kein Strom mehr (da hängt auch die Alarmanlage drauf).

Der Schaltautomat für diesen Strang war "on". Schnell stellte ich fest, dass diese Phase schon am Übergabepunkt fehlte. Da kam auch schon eine Nachbarin – eine sehr alte Dame – aufgeregt, bei ihr ginge nichts mehr, auch kein Telefon. Ihr konnte ich mit einem Verlängerungskabel für Telefon und Fernseher an eine andere Steckdose (auf einer andere Phase) schnell helfen.

Der Notdienst der Gütersloher Netzgesellschaft teilte mir mit, der Fall sei schon von meinem Nachbarn gemeldet worden. Es würde etwas dauern, aber der Strom würde in der Nacht wieder kommen.

Nun gut – es ging ja fast alles, und so habe ich auf die Inbetriebnahme meines Notstrom-Aggregates verzichtet und mich bis ca. 19.00 Uhr Prognose und Hochrechnungen gewidmet. Da stand plötzlich der Notdienst an der Tür und teilte mit, man müsse nun alle drei Phasen trennen. Nach kurzen Gezetere habe ich alles runter gefahren, nachdem ich genügend Kerzen und Powerpack-Lampen bereit gelegt hatte. Mit dem Wahltag war es nun vorbei, inzwischen waren schon mehr als 5 Netz-Service-Wagen da, aber in fast allen Häusern war noch Licht. Das trieb mich auf die Straße, denn ich hatte verstanden, dass man erst mit der Fehlersuche beginnen kann, wenn alles vom Netz – also knapp 20 Häuser dunkel sind. Dort stellte ich fest, das inzwischen auch die Polizei da war. Grund: Ein Hausbesitzer wollte die Service-Teams nicht auf sein Grundstück lassen – kostbare Zeit verging. Inzwischen war es 21.00 Uhr. Alle Koppelstellen (Muffen) des ca. 300 m langen Erdkabels waren inzwischen mit roten Marken auf den Strassen versehen. Der Bagger stand in Wartestellung. Um ca. 21.30 Uhr zeigten die Messgeräte einen Bereich entfernt von einer Muffe und ca. 50 m von meinem Wohnhaus als mögliche Störstelle an. Aber nachdem die Baggereinsatzentscheidung noch unklar war, da undefinierte Fehlermeldung, beschloß ich, aus der Kälte ins Haus bzw. ins Bett zu gehen, denn inzwischen war seit drei Stunden die Heizung aus.

Ca. um 1.00 Uhr morgens hörte ich dann endlich Baggerlärm und war zumindest etwas beruhigt.

Um 5.43 Uhr wurde ich durch die Wiedereinschaltung geweckt.

Man hatte ca. 10 m Kabelstrecke aufgebuddelt und dann ein Stück von 1m Länge ausgetauscht. Das Erdkabel liegt seit knapp 30 Jahren. Diese gut 12 Stunden ohne Strom waren für alle Bewohner unserer Straße ein unglaubliches Erlebnis mit teilweise weitreichenden Konsequenzen. Offensichtlich waren auch die Serviceteams von der Komplexität der Fehlersuche überrascht (wenn ein Mast umfällt oder eine Überlandleitung reisst, sieht man das sofort.) 

Betroffen waren weniger als 20Häuser und keine Versorgungspunkt für Telefon oder Gas. Mir wurde die Problematik der Erdverkabelung in eigener Erfahrung deutlich.

Und jetzt wollen wir uns von dieser Technik auch im "Großen" abhängig machen? Nun kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass diese Höchstspannungstechnik viel mehr eingebaute Kontroll- und Sicherheitsmechanismen enthält. Aber es gibt auch auch ganz andere Risiko-Dimension bei vielen 100-tausend Volt. Und denken wir nur an Erdabsenkungen, Erdbeben oder andere seismische Effekte.   




Die Kraniche kommen – vielleicht ein letztes Mal

Die Kraniche kommen.

Viele Tausend der majestätischen Vögel sind nach ihrem kräftezehrenden Nonstop-Flug aus dem Süden Europas jetzt im Anflug auf Mecklenburg-Vorpommern. Die ersten sind bereits gelandet, um ihre Brutplätze zu besetzen und ihre spektakulären Balztänze aufzuführen. Der Galenbecker See ist seit Jahrhunderten ihre Heimat. Hier rasten die eleganten Vögel, hier ziehen sie ihren Nachwuchs auf. Die nahegelegene Friedländer Große Wiese ist für die „Vögel des Glücks“ – so die japanische Mythologie – ein wichtiges Nahrungshabitat. Die Kraniche können nicht ahnen, dass die 4. Änderung des Flächennutzungsplanes der kleinen Gemeinde Ferdinandshof sie in naher Zukunft zu heimatlosen „Pechvögeln“ machen wird. Denn genau in diesem wertvollen EU-Vogelschutzgebiet nahe der Stadt Neubrandenburg soll eine Windkraftanlage gebaut werden! Die Großanlage würde im Abstand von 3,5 bis 8 Kilometern von drei wichtigen Kranichschlafplätzen gebaut und würde den Fortbestand der Rastplätze gefährden.

Die ausgewiesene Fläche für den Bau der Windkraftanlage befindet sich direkt im Hauptflugkorridor zwischen den Schlafplätzen und den Nahrungsgewässern für Kraniche. Aber auch Grau-, Bläss- und Saatgänse sowie Höcker- und Singschwäne brauchen die Friedländer Große Wiese, die mit rund 20.000 Hektar Moorboden etwa so groß wie 25.000 Fußballfelder ist. Damit ist das Gebiet das größte und wichtigste Niedermoor in Norddeutschland!  

„Die Auswirkungen einer industriellen Windenergieanlage auf dieses wertvolle Biotop sind immens“, sagt Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die negativen Folgen auf die Vogelwelt sind beträchtlich und in vergleichbaren Lebensräumen nachgewiesen.“ Am Ende wird ein Wildtier-Paradies einem umstrittenen Energie-Projekt geopfert. 

Der Lebensraum des größten geschlossenen Niedermoorgebietes liest sich wie das „Who is who“ bedrohter Arten: Schreiadler brüten hier, Kornweihen und Raufußbussarde, Sumpfohreulen sowie viele Tausend Buch- und Bergfinken, Rot- und Wacholderdrosseln, Wiesenpieper und Goldammern nutzen das Nahrungshabitat. Die Friedländer Große Wiese ist für Laub-, Moor- und Grasfrösche, Erdkröten und Ringelnattern ein überlebenswichtiger Lebensraum. „Allesamt sind Rote-Listen-Arten und verdienen besonderen Schutz“, sagt der Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. „Seltene Wildtiere sollen hier einer unausgegorenen Energiepolitik geopfert werden“, kritisiert Prof. Vahrenholt. „Das rasante Artensterben und der Schwund der Biodiversität werden heruntergespielt, ignoriert und einer fragwürdigen Klimapolitik gegen den Willen der Bürger geopfert.“ 

Auf die Frage: „Wohin mit der vielen Windenergie, falls der Wind bläst?“, bleibt die Landespolitik ohnehin eine Antwort schuldig. Denn bei mäßigem bis starkem Wind sind die Stromleitungen im Norden nicht in der Lage, den Strom abzutransportieren. „Dann müssen ganze Windparks abgestellt werden – doch der nicht produzierte Strom wird dem Windparkbetreiber trotzdem vergütet.“ Für Prof. Fritz Vahrenholt erhöht „jeder neue Windpark in Mecklenburg-Vorpommern die Wahrscheinlichkeit dieser unsinnigen Nullsummenpolitik“. Einige Wenige profitieren von der Schildbürgerei: „Es sind die Projektentwickler und Betreiber der Windenergieanlagen! Die Rechnung zahlt hinterher der private Haushaltstromkunde und die Natur bleibt auf der Strecke.“ 

Kostenloses Bildmaterial: www.Presse.DeutscheWildtierStiftung.de 

Pressekontakt 

Eva Goris, Pressesprecherin, Christoph-Probst-Weg 4, 20251 Hamburg, 

Telefon 040 9707869-13, Fax 040 9707869-19, 

E.Goris@DeutscheWildtierStiftung.de, www.DeutscheWildtierStiftung.de 




Bedeutende Denker des 21. Jahrhunderts – heute Prof. Dr. Otmar Edenhofer und FAZ Autor Marcus Theurer

….Denn der wichtigste Effekt ist nicht höhere Energieeffizienz, sondern sind höhere Investitionen in die Exploration neuer Ölfelder sowie der verstärkte Einsatz von Kohle. Die Steigerung der Energieeffizienz ist demgegenüber quantitativ von geringerer Be-deutung. Insofern glaube ich, dass ein hoher Ölpreis die Klimapolitik stark unter Druck setzt und wir daher so schnell wie möglich einen globalen Kohlenstoff-Markt brauchen.

In der FAZ vom 23.01.2016 lesen wir

Wird das billige Öl zum Klimakiller?

Von Marcus Theurer

Der Preissturz verführt zum allzu sorglosen Umgang mit fossilen Brennstoffen. Aber er kann dem Klimaschutz auch nutzen. 

…..Wenn fossile Brennstoffe deutlich billiger werden, kann das zu einem sorgloseren Verbrauch verleiten. Jahrelang ist der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch der Autos auf Amerikas Straßen gesunken, mittlerweile steigt er dagegen wieder. Warum ein sparsameres Auto kaufen, wenn das Benzin plötzlich so günstig geworden ist? Und warum nicht öfter mit Ryanair oder Easyjet übers Wochenende verreisen, wo doch auch die Flugtickets wegen der stark gesunkenen Kerosinpreise deutlich billiger geworden sind? So gesehen konterkariert der Ölpreisverfall die Anstrengungen zum Klimaschutz. Aber Energiefachleute verweisen auch auf einen entgegengesetzten Effekt: Verblüffender weise könne der Preisverfall sogar dem Klimaschutz helfen, argumentieren sie. „Es ist keineswegs so, dass sich der Preisverfall ausschließlich negativ auswirken muss“, sagt Varro…..

 …„Die Gefahr ist, dass der klimaschonende Umbau unseres Wirtschaftssystems durch die Niedrigpreise verzögert wird, und das können wir uns eigentlich nicht leisten“, sagt Varro…..

….Maurice Obstfeld, der Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington, warnte kürzlich, dass es klimaschonende Technologien schwerer haben werden sich durchzusetzen, wenn fossile Brennstoffe so billig sind wie heute. Anzeichen dafür gibt es bereits: Die Vereinigten Staaten sind einer der wichtigsten Absatzmärkte für Elektroautos. Aber im Jahr 2015 sind die Verkaufszahlen dort um 17 Prozent gefallen.

Mit Dank an D. Ufer für diese Fundstücke