Müssen alle KKW sofort abgeschaltete werden?

Müssen alle KKW sofort abgeschaltete werden?

Veröffentlicht am 21.03.2016

REUTERS NRC-Ingenieure fordern Reparatur von Kernkraftwerken 

am 4. März setzte HUFFPOST :Gefährlicher Konstruktionsfehler droht die Flotte der KKW abzuschalten

 

Public petition under section 2.206

Für einen solchen Vorgang läßt sich nur schwer eine deutsche Übersetzung finden, weil er uns kulturell eher fremd ist. In den USA geht man selbstverständlich davon aus, daß in allen Behörden Dienstwege außerordentlich verschlungen sind. Der normale Weg von unten bis oben ist nicht nur lang, sondern kann auch schnell in eine Sackgasse führen. Dies muß nicht einmal aus “Boshaftigkeit” geschehen, sondern immer neue “Gesichtspunkte” erzeugen auch immer neue Fragen. Deshalb gibt es in der amerikanischen Atomaufsicht – Nuclear Regulatory Commission (NRC) – eine Überholspur in der Form einer Petition.

Jeder Mitarbeiter – in diesem Fall war es eine Gruppe aus sieben Ingenieuren – kann eine (formalisierte) Stellungnahme abgeben. Diese muß dann innerhalb von 30 Tagen beantwortet werden. Das Besondere daran ist, daß diese Eingabe und die Antwort öffentlich sind. Es ist damit ein sehr scharfes Schwert in den Händen der “einfachen Mitarbeiter”. Gerade ausgewiesene Spezialisten mit anerkannten Fachkenntnissen, haben oft keine einflußreichen Positionen in der Hierarchie einer Behörde. Solch eine Petition wirbelt natürlich innen wie außen eine Menge Staub auf. Insofern wird sie nur bei schwerwiegenden Sicherheitsbedenken sinnvoll angewandt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Diese Gruppe hat nach eigenem Bekunden nie die Abschaltung aller Reaktoren in den USA im Sinn gehabt. Gleichwohl hat sie (begründete) Bedenken. Sie meint einer bedeutenden Sicherheitslücke auf die Spur gekommen zu sein und meint, daß nicht genug getan worden ist, um die Mängel zu beseitigen. Ungeduld und vorschnelles Handeln kann man ihnen sicherlich nicht unterstellen, da es sich um vier Jahre alte Vorkommnisse handelt.

Was war passiert?

Am 30.1.2012 war es im Kernkraftwerk Byron zu einer Schnellabschaltung gekommen. Ein solches Ereignis ist meldepflichtig und es setzt eine umfangreiche Untersuchung aller Ereignisse ein. Ziel ist es dabei immer, Schwachstellen herauszufinden, diese gegebenenfalls zu beseitigen und anderen Betreibern die Möglichkeit zu bieten, daraus zu lernen.

Wie man bald herausfand, war die Ursache ein Bruch eines Isolators an der 345 kV Leitung des Kraftwerks. Der Isolator gehörte zu einer Serie, die falsch gebrannt worden war und somit in ihrem Kern starke Fehler aufwies. Inzwischen gab es einen Rückruf und die fehlerhafte Serie wurde ausgetauscht. Soweit nichts besonderes. Brüche von Isolatoren an Hochspannungsleitungen kommen immer mal wieder vor. Was macht die Angelegenheit aber trotzdem zu einem Sicherheitsproblem?

Dieser Isolator hat eine der drei Phasen gehalten, mit denen einer der Transformatoren zur Eigenversorgung des Kraftwerks verbunden war. Nun sind solche Anschlüsse, wegen der erforderlichen Leistungen, eher “Stangen” als “Drähte”. Die Phase riß zwar ab, fiel aber nicht auf den Boden und löste somit keinen Kurzschluss aus. Die Sicherung löste nicht aus. Es gab auch kaum einen Spannungsunterschied zwischen den Phasen. Der Fehler wurde dadurch gar nicht bemerkt und es erfolgte keine automatische Umschaltung auf einen anderen Weg zur Energieversorgung.

Normalerweise ist ein solcher Vorfall nichts ernstes: Man schaltet die Komponente frei, setzt einen anderen Trafo zur Versorgung ein und repariert den Schaden schnellstmöglich. Allerdings muß man dafür den Leitungsbruch bemerken. Hier setzt die berechtigte Kritik ein. Die Unterzeichner der Petition haben systematisch alte Störfälle noch einmal untersucht und dabei festgestellt, daß so etwas bereits häufiger passiert ist. Teilweise wurden solche Fehler erst nach Tagen bei Kontrollgängen bemerkt oder erst infolge von Anfragen des Netzbetreibers “gesucht”. Diesem Problem wurde keine besondere Dringlichkeit beigemessen, da es durchweg nicht zu Schnellabschaltungen kam. Es war einfach nur ein typischer Schaden im nicht-nuklearen Teil des Kraftwerks.

Sicherheitsrelevant oder nicht?

Die Stromversorgung von außen, sollte bei einem Kernkraftwerk immer funktionieren. Deshalb wird sie auch ständig überwacht. Das Tückische an diesem Schadensbild ist jedoch, daß sie eben nicht unterbrochen, sondern nur gestört war. Wenn bei einer Drehstromversorgung nur eine Phase unterbrochen ist, fließt trotzdem noch weiterhin Strom, aber mit geringerer Spannung. Dies wurde von der Meßtechnik auch richtig erfaßt, aber von der Auswerte-Logik falsch interpretiert. Es wurde die Spannungsdifferenz zwischen den Phasen A und B gebildet (die in Ordnung war) und zwischen den Phasen B und C (die geringe Abweichungen hatte, weil Phase C abgerissen war, aber frei in der Luft hing). Wenn die Stromversorgung nicht richtig funktioniert, soll automatisch auf eine andere Strecke umgeschaltet werden oder die Notstromdiesel gestartet werden.

Die Schnellabschaltung ist sicherheitstechnisch der letzte Rat. Um den Reaktor zu schonen, sollte sie so selten wie möglich erfolgen. In der Sicherheitskette ist deshalb eine solche Spannungsüberwachung ein 2-von–2-Kriterium – nur wenn beide Differenzen eine bedeutende Abweichung ergeben, wird von einem schwerwiegenden Fehler ausgegangen. Wenn – wie in diesem Störfall – nur eine Differenzmessung abweicht (weil nur ein Kabel von dreien gebrochen war), wird eher ein Messfehler unterstellt. Die Umschaltung erfolgte später erst durch einen Mitarbeiter, der sich ca. 8 Minuten nach der Schnellabschaltung von der Funktionstüchtigkeit der Schaltanlage vor Ort überzeugte. Er löste die “Sicherung” von Hand aus, nachdem er die abgerissene Leitung sah und damit seinen Verdacht für den Spannungsabfall bestätigt sah. Ein deutlicher Hinweis, warum man Kernkraftwerke nicht vollautomatisch betreibt!

Kleine Ursache, große Wirkung

Man hat in jedem Kraftwerk intern verschiedene Spannungsebenen, um die großen Antriebsleistungen von Pumpen etc. überhaupt bereitstellen zu können. In Byron hingen zwei Hauptkühlmittelpumpen an der “Aussenversorgung.” und zwei an dem eigenen “Generatorsystem”. Zum Anlagenschutz hat jede Pumpe ihr eigenes Überwachungssystem, welches bei einer Überschreitung von Grenzwerten die Pumpe abschaltet. Die zwei Pumpen, die an der “Aussenversorgung” hingen, haben die Spannungsunterschreitung und die Stromüberschreitung infolge der verlorenen Phase richtig erkannt und sich automatisch abgeschaltet. Die anderen zwei, die am “Generatorsystem” hingen, waren davon nicht betroffen. Jetzt griff aber die Sicherheitskette ein: Ein Ausfall von zwei Hauptkühlmittelpumpen ist ein nicht zu überbrückendes Abschaltkriterium. Der SCRAM – die Schnellabschaltung – wird unweigerlich und unbeeinflußbar ausgelöst.

Durch die Schnellabschaltung ging die Dampfproduktion und damit die Eigenversorgung in die Knie. Man war damit noch abhängiger von der Außenversorgung. Der Spannungsabfall fraß sich weiter durchs Kraftwerk und setzte nacheinander weitere Großverbraucher außer Gefecht. Plötzlich befand man sich in einer Situation, ähnlich wie in Fukushima: Man hing nur noch von einer “Notkühlung” über die Notstromdiesel ab. Hier hat zwar alles einwandfrei funktioniert und es sind keinerlei Schäden aufgetreten, aber eigentlich will man nicht so viele “Verteidigungslinien” durchbrechen.

Die unterschiedlichen Interpretationen

Wie gesagt, der Vorfall liegt vier Jahre zurück. Passiert ist nichts. Das Kraftwerk konnte – nach den üblichen umfangreichen Überprüfungen – wieder angefahren werden. Inzwischen gibt es einige Kilogramm Fachaufsätze, die sich mit dem Problem beschäftigen. Zahlreiche Veranstaltungen sind durchgeführt worden.

Schnell und einfach, geht in der (heutigen) Kerntechnik gar nichts mehr. Jede Maßnahme muß genauestens untersucht und kommentiert werden – letztendlich sogar von Juristen. Es gibt inzwischen sogar verschiedene technische Lösungsansätze für das Problem. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Man muß höllisch aufpassen, daß man durch Veränderungen an einer Stelle, nicht neue Probleme an anderer Stelle schafft.

Es geht bei der ganzen Angelegenheit weniger um Technik als um Juristerei. Inzwischen sind alle Kraftwerke und alle Hersteller informiert und arbeiten eng zusammen. Jedes Kernkraftwerk ist ein individuelles Produkt und erfordert damit auch eine spezielle Lösung des Problems. Jeder Einzelfall muß auf seine Auswirkungen bezüglich des Gesamtsystems hin überprüft werden. Eine sehr arbeitsintensive Angelegenheit. Letztendlich streitet man sich um die ewige Frage: Was soll automatisch geschehen und was macht der Mensch? Sollen solche Randbereiche, wie ein einzelnes Kabel eines Hilfstransformators, in automatische Sicherheitsketten eingearbeitet werden? Wird dadurch die Sicherheit erhöht oder gar verringert? Kann man oder soll man sogar, wegen der Beschäftigung mit solchen Problemen, ganze Kraftwerksflotten stilllegen? Wie lange ist der angemessene Zeitraum, um eine etwaige Verbesserung umzusetzen?

Langsam bildet sich in der kerntechnischen Industrie selbst, ein absurd anmutender Drang nach Perfektionismus heraus. Die Abwägung von Risiko und Nutzen geht immer mehr zu Lasten des Nutzens. Was wäre, wenn man jedesmal gleich die Hauptmaschine abstellen würde, weil irgendwo im Maschinenraum ein Teil versagt? Unsere Küsten wären wahrscheinlich längst mit Schiffswracks (auch nuklearen!) gepflastert. Noch absurder wäre die ständige Forderung nach sofortiger Stilllegung der gesamten Flotte. Ganz offensichtlich geht es hier um ganz andere Dinge. Nur konsequente Aufklärung und Transparenz kann die Kerntechnik wieder auf ein Normalmaß zurückholen. Wie wäre es mit der Flugzeugindustrie als Vorbild? Dort wird auch nicht nach jedem Absturz – jedes mal – das gesamte System in Frage gestellt.

Gleichwohl ist das Vorgehen gewisser Presseorgane immer gleich: Man greift Jahre zurückliegende Ereignisse (erinnert sei nur an die Druckbehälter in Tihange und Doel) auf, die längst in der Fachwelt abgehakt, weil vollständig ausdiskutiert sind. Gierig werden einzelne, meist singuläre Ansichten aufgegriffen und daraus vermeintliche Skandale und Vertuschungen konstruiert. Dies alles, obwohl es im Internetzeitalter weniger Klicks bedarf, um sich zu informieren. Ist das Selbststudium zu anstrengend, könnte man ja mal ein paar Fachleute befragen. In wie weit man das noch als “schlampigen Journalismus” oder schon als “Lügenpresse” einordnet, muß jeder für sich selbst entscheiden.

http://www.nukeklaus.de/home/muessen-alle-kkw-sofort-abgeschaltete-werden/

 




Klimaschutzplan 2050 = Morgenthauplan 2.0 ?

Ein Bürgerdialog der  keiner ist

Soeben veröffentlicht die Bundesregierung ihre Absicht im Sommer d.J. den „Klimaschutzplan 2050“  zu verabschieden. Nach Beendigung eines sog. „Bürgerdialogs“ am 19.2.16, an dem nur  428 „Bürger “ (von gut 80.000.000, die in Deutschland leben) teilnahmen, will sie deren Vorschläge in Gesetze und Verordnungen umsetzen.  Weil diese „Bürger“ durch eine  „telefonische Zufallsauswahl in Stadt und Umland“ ermittelt worden seien,  bildeten sie – so die unterschwellige Behauptung der Regierung- einen repräsentativen Querschnitt unserer Bevölkerung ab.

Doch nur 2.454 der 76.450 insgesamt Angerufenen zeigten sich überhaupt interessiert. Sie durften damit überwiegend zum harten Kern der „Klimaschützer“ hierzulande  zählen“. Doch damit auch bei denen ja nichts anbrennt, man weiß ja nie, erhielten sie als Denk-Vorgabe den „Klimaschutzplan 2050“ zugesandt. Der hat aber wohl viele trotzdem abgeschreckt, denn nur 472 von Ihnen nahmen an den folgenden Veranstaltungen teil. Und nur noch 428 „Bürger “ also nur 0,55 % der ursprünglich Ausgewählten, beteiligten sich an der letztendlich bestimmenden Online-Umfrage. Mit dieser höchst selektiven Auswahl war sichergestellt, dass die so Befragten das richtige Bewusstsein mitbrachten und deshalb „richtig“ mitmachen würden. Unterstützt und vermutlich auch gelenkt von der ihnen zuvor zugesandten Beeinflussungsliteratur des BMU

Nach dieser Vorarbeit verlief das Experiment zur vollen Zufriedenheit des Auftraggebers, wie die stolz auf der Homepage Bürgerdialog veröffentlichte wohl  typische Aussage einer der Teilnehmerinnen zeigt:

„Ich fand es besonders toll, dass man als Bürger mit ins Boot geholt worden ist: Klimaschutz 2050! Hört sich weit an, aber wir müssen jetzt anfangen etwas zu tun“

Katharina Fechtner, Nürnberg

Organisator dieses, nach allen Regeln der statistischen Stichprobenerhebung hanebüchenen Verfahrens war lt Die Welt die Firma IFOK. Ein auf Klima- und Energiethemen – im richtigen Sinne versteht sich- Beratungsunternehmen, das vom promovierten Biologen Hans-Peter Meister gegründet worden ist. Der war zuvor – welch merkwürdiger Zufall- u.a. Pressesprecher des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gewesen war. Also genau des Ministeriums, dass ihn wenig später mit dieser wichtigen Aufgabe betraute. Seine Mission beschreibt die IFOK so:

„Als Trendsetter hat IFOK immer wieder beispielgebende Entwicklungen angestoßen. So war die Gründung der Tochtergesellschaft Meister Consultants Group (MCG) in Boston ein Treiber für neue Dialog- und Kommunikationsformate in den USA. Seit 2009 berät MCG erfolgreich – inzwischen weltweit – in den Themen Energie- und Klimawandel.“

Hervorhebung vom Autor.

Klimaschutzplan 2050

Ziel des „Klimaschutzplan 2050“  ist – zur Rettung des Weltklimas- die fast vollständige Dekarbonisierung Deutschlands bis 2050. Insbesondere will sich die Regierung auf u.a. folgende Maßnahmen konzentrieren:

– Beendigung des Verkaufs von Verbrennungsmotoren in Deutschland für den Einsatz bei Transport und Verkehr bis 2030

– erhöhte Grundsteuerhebesätze bei "Energie-ineffizienten" Immobilien

– Umstellungspflicht für Heizungen in Immobilien auf "EE"

– Brennstoffsteuer für Öl und Gas (Heizungen)

– durchgängige Tempo-30-Begrenzung in Ortschaften

– durchgängige Tempo-120-Begrenzung auf Autobahnen

und ggf. Erfüllung weitergehende Forderungen von ökofanatischen NGO’s wie

–       Ende des Kohleeinsatzes in Kraftwerken bis 2035.

Abb. 1: Vorgesehene CO2 Emissions-Minderung bis zum Jahre 2050 und Wirkung auf den postulierten Anstieg der globalen Mitteltemperatur (irgendwann) nach Vorgaben des IPCC, d.h. incl. der nicht vorhandenen Wasserdampfrückkoplung (Verstärkung). Grafik M. Limburg, Daten Bundesumweltamt 2011

= Morgenthauplan 2.0

Ein Plan der – wenn er denn umgesetzt wird- Deutschland seine gesamte Industrie und weite Teile der Wirtschaft kosten, und es damit in ein armes Agrarland zurück verwandeln wird. Also genau das, was der amerikanische Finanzminister Henry Morgenthau 1944 vorschlug, um Deutschland für immer jede Angriffsfähigkeit zu nehmen. So jedenfalls dessen Ziel, wenn man Wikipedia glauben mag. Nach den extremen Blutopfern mit ca. 60 Mio Toten, die der durch   Deutschland begonnene zweite Weltkrieg forderte, war diese zumindest für einige Leute aber nur kurzzeitig damals eine Option. Konnte man damals für dessen Totschlagsplan also noch ein gewisses Verständnis aufbringen,  so muss heute umso mehr erschrecken, dass dieser Plan jetzt von der eigenen Regierung wieder hervorgeholt wird. Man nennt ihn natürlich anders, man begründet ihn auch anders, aber das Ergebnis würde jedoch dasselbe sein.

Denn die Bundesregierung – in Gestalt ihrer Umweltministerin Barbara Hendricks- bläst zum General-Angriff auf alle Bürger, um endlich ihr langersehntes Ziel von der „globalen Kulturrevolution“ wenigstens  im Vorreiter-Deutschland durchzusetzen.  

Was war geschehen? Deutschland verfehlt seine unsinnigen, aber dafür sehr ambitionierten, „Klimaschutzziele“ mittels massiver CO2 Vermeidung deutlich. Statt einer weiteren Absenkung derselben stiegen sie im Jahr 2015 wieder an. Vermutlich auf ca. 912 Mio t so hat es jedenfalls das Forum Ökologisch Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion errechnet.

Beschlüsse von Paris und Realität klaffen auseinander

Und in Paris hatte man – unter internationalem Jubel- im Dezember die Einhaltung des sog. 2 ° Zieles (auf freiwilliger Basis sogar 1,5 ° Zieles) beschlossen, Trotz der unbestreitbaren Tatsache, dass die globale Mitteltemperatur seit nunmehr fast 20 Jahren keinen Anstieg mehr zeigt (El Niño Ereignisse wie 1998 oder 2015 sind Wetter und kein Klima), gleichzeitig aber die CO2 Konzentration ungebremst weiter steigt, leugnete man in Paris diese Entwicklung.  Man wolle also mittels der völlig sich als untauglich erweisenden CO2 Emissionsabsenkung,  nun Dekarbonisierung genannt, die weitere Erwärmung verhindern. So die Begründung.

Und Deutschland mit ihrer ahnungslosen aber durchsetzungsstarken Burning Barbara Umweltministerin Hendricks will als bekannter Streber an vorderster Front dabei sein.  

Und dann das! Statt einer geplanten Absenkung ergibt sich eine kräftige Erhöhung.

 

Abb. 2 CO2 äquiv Emissionen Deutschland von 1990 bis 2015 Quelle FÖS hier

Also musste jetzt Action gezeigt werden, getreu dem Befehl des Genossen Ulbricht an seine SED Genossen zur Machtübernahme in der damaligen sowjetischen Besatzungszone ausgab:

„Es muss alles demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand behalten“

Mittels einer fingierten Volksbefragung -siehe oben- wird der Wille des Volkes vorgetäuscht. Damit lassen sich längst geplante Grausamkeiten ins Parlament bringen und von diesem im Schnelldurchgang  auch genehmen zu lassen. Wir kennen das von der Eurorettung, aber auch – kaum noch in Erinnerung-  von der Durchpeitschung der Gesetzgebung für das Energiekonzept vom Herbst 2010. Wie kann ein Parlament, so das Kalkül der  Macher, denn das Votum des Volkes ablehnen?

Und das schicke, schöne daran ist – sozusagen als erwünschter Kollateralschaden- die Abschaffung der Demokratie selber, vorzugsweise durch diese.

Denn schon im Sommer, vermutlich schon im Juni, das Parlament soll den „Klimaschutzplan 2050“ billigen und verabschieden.

Überwiegend auf dem Verordnungswege soll eine fast völlige „Dekarbonisierung“ aller Lebensbereiche incl. der  Wirtschaft erzwungen werden. Gefordert wurde diese, anfangs „globale Kulturrevolution“[2] im maoistischen Sinne treffend genannte „Dekarbonisierung“ zuerst und zuvörderst vom Potsdam Institut für Klimaforschungsfolgen (PIK) bzw. seinem Gründer und Chef Hans Joachim Schellnhuber bereits seit 2007. (Wir berichteten u.a. hier darüber).

Als man dort merkte, dass der Begriff – obwohl genauso gemeint, wie ihn Maos rote Garden damals umsetzten- vielleicht zu belastet sei, erfand man den für viele fortschrittlicher klingenden Begriff von der „großen Transformation“.  Um in der Folge mit einer Fülle von Kongressen, Vorträgen, Artikeln, Büchern, sogar Comics und Diskussionen – unterstützt von der Riege der  Mainstream-Medien, auf breiter Front dafür zu werben.

Immer finanziell gut gepolstert mit Geldern des Steuerzahlers, aber insbesondere manchen privaten Milliardenstiftungen wie der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation, die ihrerseits von -insbesondere von US Großstiftungen- wie der William and Flora Hewitt Foundation, der McCall/MacBain Foundation , aber – immer mit dabei- der Stiftung Mercator getragen wird.

Da überdies die leitenden Aktivisten des PIK und auch manch gesellschaftlicher „Institute“, die sich dieser Thematik verschrieben hatten,  wie bspw. dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (Prof. Dr. Dirk Messner), oder dem Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen (Prof. Claus Leggewie) zugleich Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat Globale Umwelt (WBGU) waren, einem illustren Beratergremium der Bundesregierung mit Zugang zur Kanzlerin, wurde auch über diesen Kanal heftigst  und mit Steuerzahlergeldern für die Dekarboniserung -besser neuen Morgenthauplan 2.0-  geworben.

Immer dieselben Aktivisten in immer neuen Rollen und Verkleidungen

Mittels dieser erfolgreichen Methode – immer dieselben Leute, in immer neuen Verkleidungen auftreten zu lassen- hatte schon zuvor der „Solarpapst“ Hermann Scheer seine unendlich teure Solarförderung zur Perfektion gebracht. Um damit den Medien immer neue, erlaucht klingende Namen mit immer pompöser klingenden Gremien und deren „Missionen“ vorzusetzen und auf diese Weise eine große Vielfalt und Akzeptanz vorzugaukeln. Ohne, dass es den Medien und Politikerkollegen auffiel, sangen immer wieder dieselben Leute dieselbe Litanei. 

Abb 3 Zitat von Prof. Otmar Edenhofer in der NZZ vom 14.11.2010

Der Schein trügt, aber die politischen Entscheider machen mit

Und viele Medienschaffenden fielen und fallen immer wieder darauf rein, genauso, wie fast die gesamte politische Klasse. Nicht merkend oder nicht erkennen wollend, oft aber auch begeistert, dass es sich immer wieder um einen relativ kleinen Kreis von immer denselben Personen und Unterstützern handelt, die auf diese Weise ihre Agenda vorantreiben. Die Agenda von der großen Transformation, mit Abschaffung der Demokratie und Enteignung der Produktionsmittel zum Zweck der Umverteilung zugunsten des neuen Gottes „Klimaschutz“.  Einem vermeintlichen Menschheitsziel, gestützt allein auf Glaubensbekenntnissen, wie sie zuletzt auf der Pariser Klimakonferenz formuliert und in einen Vertrag gegossen wurden.

Die Wirtschaft wehrt sich verhalten vor der „Ökodiktatur“

Nun, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war, beginnt wenigstens die Wirtschaft doch sehr verhalten aufzumucken. Man schreibt „Brandbriefe“.

Die Chefs der Verbände, wie BDI, DIHK, ZdH oder VKI schrieben solche Brandbriefe an die Regierung, manche benutzen dabei sogar das böse Wort von der Ökodiktatur. Der Maschinenbau und die Automobilindustrie halten sich noch zurück. Zu fett sind wohl die Pfründe, die sie glauben noch länger abgreifen zu können. Und merken nicht einmal dass das von ihnen gemästete Krokodil sie fressen wird, nur etwas später

Die anderen tun so, als ob das Ganze plötzlich vom Himmel gefallen wäre. Sie tun so, als ob sie nicht die ganzen letzten Jahre zu den lautesten Beifallklatschern dieser verhängnisvollen Politik  gehört hätten, immer nur darauf achtend von der großen Umverteilung einen gehörigen Batzen abzubekommen.

Wer erinnert sich z.B. nicht an den lauten Protest des Marsches der 15.000, organisiert von der IGCBE gegen den Plan der Regierung auch noch einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung in Gang zu setzen? Und wie schnell man sich einigte, als die Regierung – mit dem Geld der Stromverbraucher – den Unternehmen und der Gewerkschaft ihren Protest mit ein paar Milliarden wieder abkaufte?

So wird es mit einiger Sicherheit auch mit dem Protest gegen den nun anstehenden Morgenthauplan 2.0 – genannt Klimaschutzplan 2050- enden.

Wollen wir wetten?  

Es sei denn, dass die Menschen in diesem Land doch noch begreifen, dass es nicht um das völlig normale Klima, sondern allein um eine sozialistisch-grüne Ideologie  geht. 


Es sei denn, dass auch im politischen Lager endlich mal der Groschen fällt und sich handfester Widerstand organisiert. Mit dem Erscheinen der AfD und deren soeben veröffentlichten Programmentwurf scheint zumindest ein Funken Hoffnung berechtigt zu sein.

 

Abb 4: Zu den Zielen von Paris ein Zitat der Chefin des UNFCC Christina Figueres im Januar 2015 in  Davos

[2] Die Seite des PIK mit dieser Bezeischnung ist inzwischen gelöscht aber im Netz noch zu finden. „globale Kulturrevolution“ Quelle PIK 8.5.2007 hier




Über die Suche nach Erwärmung in den USHCN-Daten

Vom United States Historical Climatology Network USHCN haben wir eine Zeitreihe von Temperaturmessungen, die vom 19.Jahrhundert bis heute reicht. Die „monatlichen“ Versionen der USHCN-Daten sind zusammengesetzt aus jährlichen Stationsaufzeichnungen, die sowohl monatliche als auch Jahresmittelwerte enthalten. Diese Aufzeichnungen können herangezogen werden zur Konstruktion von Temperaturänderungen an jeder USHCN-Messstation. Die in Abbildung 1 (rechts!) gezeigte Funktion ist ein Komposit aus Netzwerk-Mittelwerten der schrittweisen Änderungen der Maximum-Temperatur (jährliche mittlere Höchsttemperatur). Die Anzahl der tatsächlichen Messstationen variiert, lag jedoch im Zeitraum 1930 bis 1940 bei etwa 1100 Stationen.

Abbildung 1 (rechts!): Mittel der sich von Jahr zu Jahr ändernden, nicht adjustieren Höchsttemperatur.

Aus dieser Abbildung kann man viele Dinge herauslesen:

• In den nicht adjustierten Aufzeichnungen der Höchsttemperatur zeigt sich kein eindeutiger Erwärmungstrend

• Die Wärmeänderung zwischen Erwärmungs- und Abkühlungsphasen verläuft zyklisch

• Die Änderung der Höchsttemperatur verläuft ordentlich während der gesamten USHCN-Historie, trotz signifikanter lokaler Differenzen zwischen vielen USHCN-Stationen untereinander.

• In der Verteilung der der Wärme-Änderungen ist eine komplexe Dynamik offensichtlich.

Abbildung 2: Histogramm von Änderungen der Maximum-Temperatur in den USHCN-Aufzeichnungen

Abbildung 2 zeigt ein Histogramm der gleichen Daten, die zu der Funktion in Abbildung 1 oben rechts beitragen. Die Tatsache, dass dieses Histogramm symmetrisch um die 0-Achse ist bestätigt, dass es keinen langzeitlichen Erwärmungs- (oder Abkühlungs-)Trend gibt. Wir wissen das, weil es in diesem Spezialfall unnötig ist Werte für die Masse und die Wärmekapazität zu haben.

Q = m * c * ΔTmax = m * c * [0] = 0

Energiebilanz

Interessanterweise sagt uns die gleiche Analyse mit den Daten der Minimum-Temperatur viel über die Energiebilanz mit der Zeit. Dies deshalb, weil die Minimum-Temperatur den Punkt repräsentiert, an dem die nächtliche Abkühlung aufhört und die tägliche Erwärmung einsetzt. Die Temperaturänderungs-Analyse für die Minimum-Temperatur zeigt Abbildung 3:

Es zeigt sich das gleiche Bild wie in Abbildung 1, nämlich dass es keinen eindeutigen Trend mit Erwärmung oder Abkühlung gibt in der Funktion der Tiefsttemperatur-Änderung. Nochmals bestätigt wird dies durch das Histogramm der Daten in Abbildung 4:

Abbildung 4: Histogramm der Tiefsttemperatur-Änderung von Jahr zu Jahr

Das Fehlen eines Erwärmungs- oder Abkühlungstrends für die jährliche Minimum-Temperatur wird wieder durch die Wärmegleichung gegeben:

Q = m * c * ΔTmin = m * c * [0] = 0

Welche Erwärmung auch immer stattfindet während der täglichen und jahreszeitlichen Erwärmungszyklen – sie wird vollständig ausgeglichen durch die korrespondierenden täglichen und jahreszeitlichen Abkühlungszyklen. Anderenfalls würde es in den Daten der Minimum-Temperatur eine Änderung des Trends geben. Man vergesse nicht, dass alle Abbildungen auf der Grundlage jährlicher Mittelwerte erstellt worden sind, so dass sich jahreszeitliche Effekte in der Analyse herausmitteln.

Analyse von adjustierten Daten der Maximum-Temperatur

Die gleiche Analyse mit adjustierten Versionen der Minimum-Temperaturdaten zeigt identische Ergebnisse. Wie bei den nicht adjustierten Daten gibt es keinen eindeutigen Trend der Wärmeänderung. Tatsächlich gibt es nur marginale Differenzen hinsichtlich der Amplitude der Erwärmungs- und Abkühlungszyklen.

Abbildung 5: Version von Abbildung 1 mit adjustierten Daten

Die reale „globale Erwärmung“

Die Klimawissenschaft sucht nach der globalen Erwärmung in Computermodellen, die so programmiert sind, dass sie genau diese erzeugen – in geringem Umfang. Inzwischen zeigen die Beobachtungsdaten eine massive Erwärmung. Jedermann (auf der Nordhemisphäre) weiß, dass es im Winter kälter ist als im Sommer. Die Erwärmung von Winter zu Sommer ist ein natürliches jahreszeitliches Phänomen, der später von der Abkühlung von Sommer zu Winter abgelöst wird. Diese jährlichen Zyklen haben als Ursache die sich ändernde Stellung des Planeten relativ zur Sonne.

Abbildung 6: Mittlere jahreszeitliche Erwärmung von Winter zu Sommer (Januar bis Juli) in den USHCN-Daten

Abbildung 6 zeigt die Verteilung der jahreszeitlichen Erwärmung über die Zeit auf der Grundlage der Temperaturdifferenz zwischen Januar und Juli. In den USA beträgt die jahreszeitliche Erwärmung etwa 45°F [ca. 25 K] mit einer Bandbreite zwischen 40°F und 55°F [ca. 22 K bis 30 K]. Das ist eine massive Erwärmung und eine große Variation. Sie ist viel größer als das vermeintliche Auslöse-Niveau für globale Erwärmung! Und doch spielt das für die Klimawissenschaftler überhaupt keine Rolle.

Das Mysterium der Klimawissenschaft ist, dass massive, regelmäßige jahreszeitliche Erwärmungszuyklen nicht der Erwähnung wert sind, während geringste Änderungen der jährlichen Temperaturen einen katastrophalen Klimawandel signalisieren sollen. Das verstehe, wer will.

Überlegungen zu diesen Analysen

Da die Beweisführung durch Daten nicht gerade eine Spezialität derjenigen ist, die den Konsens unterstützen, folgen hier ein paar Dinge, die bzgl. der Evaluierung der Analysen angesprochen werden könnten:

• Treibhauseffekte, so es sie gibt, können mit diesen Methoden nicht erkannt werden.

• Städtische Wärmeinseln sind in diesem Analyseverfahren nicht signifikant, obwohl sie real sind.

• Die Verwendung jährlicher Mittelwerte minimiert die Signifikanz kurzfristiger Wetterabläufe.

• Die [Jahres?-]Mitteltemperatur ist kein messbarer Parameter, lässt das Verhalten von Maximum- und Minimum-Temperatur verschmelzen, darum wird sie in diesen Analysen nicht herangezogen.

• Die Verwendung inkrementeller Änderungen der Maximum- bzw. Minimum-Temperatur normalisiert effektiv die anderenfalls ungleichen Stationsdaten und erlaubt Zusammenfassung.

Reference: “monthly” versions of USHCN data hier:  http://cdiac.ornl.gov/epubs/ndp/ushcn/monthly_doc.html

Link: http://wattsupwiththat.com/2016/03/16/searching-for-warming-in-ushcn-data/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Aktionsprogramm Klimaschutz – Frau Hendricks fördert Investitionen für Lastfahrräder zur CO2-Minderung

Bild rechts: TRIROTA Produkte Fahrradtaxis. Untertitel des Autors: Alleine mit dem Lastenfahren käme ich nicht über die Runden. Weil ich meine Passagiere aber anweise, während der Fahrt ab und zu die Luft zur CO2-Minderung anzuhalten, bekomme ich zusätzliche CO2-Vermeidungs-Fördermittel. Damit reicht es.

Der neuste „Schrei“ ist nun der Ausbau des Radverkehrs „Hendricks fördert Ausbau des Radverkehrs“. Aber nicht für den Tourismus, sondern als Ersatz des Verkehrs und zum Lastentransport für Firmen: Bundeswettbewerb "Klimaschutz im Radverkehr". Danach werden auch Unternehmen gefördert, die ihre Waren mit Lastenfahrrädern transportieren wollen. Förderfähig sind auch Investitionen in Lastrad-Verleihe.

 

Mit Geld wird dabei nicht geknausert: Pro bewilligtem Projekt stellt das BMUB mindestens 200.000 Euro zur Verfügung. 

Damit die Ideen nicht ausgehen, darf jeder Verein eigene einbringen. Das  Ministerium listet und fördert sie dann: Aktionsprogramm Klimaschutz. Beiträge leisten darin z.B.: WWF, Greenpeace, Germanwatch, Bundesverband erneuerbare Energien, IASS, Kirche NRW, katholische Landjugendbewegung Deutschlands, Deutscher Verband Flüssiggas e. V. und natürlich alle an Ökosubventionen partizipierenden Industrieverbände.

Wie sehen solche herausragenden Ideen aus:

Deutscher Verband Flüssiggas e. V.: CO2 Reduzierung durch den Einsatz von Flüssiggas in Baumaschinen. 

Im (inzwischen untergegangenen) Sozialismus wurde die das Proletariat rettende Zukunft immer sorgfältig vorgeplant. Nur so fortschrittliche Länder wie z.B. Nordkorea führten dies auch weiterhin konsequent durch. Unsere die Welt von allen Übeln rettende Regierung hat diese „bewährte“ Methoden jedoch übernommen.

Impulspapier

Die Bundesregierung hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) damit beauftragt, einen Klimaschutzplan 2050 zu erstellen und mit den Ressorts abzustimmen, damit er 2016 im Bundeskabinett verabschiedet werden kann. 

Unsere „Intelligenz“ die bisher doch alles unterstützt hatte, scheint inzwischen auch Angst vor einer Regierung zu bekommen die in einem Anfall von Hysterie Grün zu überholen versucht und deren Verbotsagenda übertrumpft. Vielleicht ist ihr die Ausrufung des bedingungslosen Endkampfes gegen das sich stetig wandelnde Klima durch Berlin nun doch nicht mehr so ganz geheuer – da es inzwischen erkennbar auch massiv ihren Geldbeutel betreffen wird. 

DIE WELT online, 19.03.2016: Deutsche Wirtschaft fürchtet sich vor "Öko-Diktatur"

(Auszug): In Paris hatte es sich noch gut angefühlt. Die Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen ging Ende Dezember in einem Freudentaumel zu Ende, weil sich die Staatengemeinschaft für die "Dekarbonisierung" der Weltwirtschaft ausgesprochen hatte.

Doch auf die Party folgt wohl bald der Kater. Höhere Mieten, höhere Steuern, Sanierungszwang für Hausbesitzer, Tempolimits auf Autobahnen und massive Kostensteigerungen für Industriebetriebe: Das könnten die Folgen sein, falls die im Bundesumweltministerium gesammelten Vorschläge zur künftigen deutschen Klimaschutzpolitik demnächst Gesetzeskraft erlangen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte durch das Beratungsunternehmen IFOK bereits seit vergangenem Jahr in Bürgerforen und Anhörungen Vorschläge sammeln lassen, wie der klimaschädliche CO2-Ausstoß Deutschlands bis 2050 gegen null gefahren werden könnte.

Wirtschaft warnt vor katastrophalen Folgen

Der "Dialogprozess" endet heute, wenn die gesammelten Vorschläge der Ministerin überreicht werden. In größter Hektik, nämlich noch vor der Sommerpause, soll aus dem Sammelsurium von Vorschlägen ein Bundesgesetz werden, das die Leitplanken der künftigen deutschen Klimapolitik bestimmt.

Nur: Was dabei zusammenkam, gleicht aus Sicht der Wirtschaft eher einem Programm zur Deindustrialisierung Deutschlands.

 

Unser Beitrag dazu kommt in Kürze: Stichwort Morgenthauplan 2.0 

Anm.: Der Hinweis zum Thema kam vom NAEB-Strom-Newsletter 2016/03

 




„Grün“ – das Statussymbol, dass sich die Wohlhabenden leisten können und die Armen teuer bezahlen müssen

[*Ich habe nirgends eine Übersetzung für den Begriff ,Priuses‘ gefunden. Er ist auch im Original groß geschrieben. Liegt vielleicht ein Verschreiber vor? Anm. d. Übers.]

„Grün“ ist inzwischen zu einem Statussymbol geworden, das sich die Reichen leisten können. Und doch führt ihr Bestreben, ihr „eigenes Gutmenschentum“ nach außen zu tragen, zu höheren Kosten für jene, die sich dies am wenigsten leisten können.

Solarenergie ist ein großartiges Beispiel. Auf der Website von SunRun, einem Unternehmen zum Leasen von Solarpaneelen, findet sich die Story der Verbraucherin „Pat“; sie ermutigen sogar mit der Werbung als „grünes Statussymbol“ zum Kauf anzuregen. Während Pat vielleicht glücklich ist mit ihren Solarpaneelen und „hofft, dass alle Nachbarn ebenfalls auf Solar übergehen“, bürdet ihr „grünes Statussymbol“ den Verbrauchern hohe Unkosten auf, die es sich zumeist nicht leisten können, auf „Solar überzugehen“.

Wie ich schon viele Male geschrieben habe, der Gedanke des Leasings von Solar funktioniert nur aufgrund von Steueranreizen und einem System mit der Bezeichnung „Net Metering“. Erstens müssen alle Steuerzahler für diese Steueranreize aufkommen. Immer wenn die Regierung etwas gibt, zahlt jedermann dafür. Net Metering ist etwas schwieriger zu verstehen. Kurz gesagt, der Versorger wird per Gesetz gezwungen, den durch Solarpaneele auf dem Dach zusätzlich erzeugten Strom zum vollen Tarif zu kaufen – sogar auch, wenn man diesen Strom nur zu einem Bruchteil des Preises des Kraftwerkes verkaufen kann. Da immer mehr Menschen sich diesem Programm zuwenden, steigen die Gesamtkosten für Strom. Man erinnere sich jedoch, dass all jene mit Solarpaneelen eine Null-Rechnung von dem Versorger bekommen, obwohl sie den Strom des Versorgers nachts ebenfalls verbrauchen. Außerdem bürden sie der Allgemeinheit zusätzliche Infrastruktur-Kosten auf wie etwa den Bau von Stromleitungen. Ultimativ wird der Strom nur für Nicht-Solar-Eigentümer immer teurer. Infolge dieser „Kostenverschiebung“ ändern viele US-Staaten ihre Politik bzw. Net Metering dergestalt, dass Solareigentümer für die nicht gezahlten Kosten des Netzes aufkommen. Allerdings ändern die überarbeiteten Programme die Ökonomien wie jüngst in Nevada und machen es für die Unternehmen unprofitabel, in dem Staat zu operieren.

Dies erkennt man glasklar in den immer weiter steigenden Stromkosten – 3 Prozent pro Jahr oder 34 Prozent von 2008 bis zum Oktober 2015, und zwar dem Institute for Energy Research zufolge – und das, obwohl sich die Preise für die Haupt-Treibstoffe (Kohle und Erdgas) in einem Allzeit-Tief befinden.

Vor einigen Tagen hat Investor’s Business Daily (IBD) einen weiteren interessanten Blickwinkel angesprochen: „Grüne Energie kann mit Öl zu einem Preis von 30 Dollar pro Barrel wettbewerbsmäßig nicht mithalten“. Die einzige Möglichkeit für „grüne“ Energie ist: „Die Regierung muss die Menschen zwingen, sie zu kaufen; sie muss Strompreise und Heizkosten für Familien und Geschäfte hochtreiben“.

Eine neue, vom IBD zitierte Studie der University of Chicago kommt zu dem Ergebnis, dass für ein Elektrofahrzeug, dass im Betrieb billiger sein soll als eines mit einer modernen internen Verbrennungsmaschine, „der Preis von Öl über 350 Dollar pro Barrel steigen muss“. IBD stellt fest: „Ohne massive zusätzliche Subventionen der Steuerzahler an Unternehmen wie Tesla, müsste sich der Preis von Öl nicht nur verdoppeln oder verdreifachen, sondern mehr als verzehnfachen, bevor batteriebetriebene Fahrzeuge finanziell sinnvoll sind“.

Und doch berichtet die International Business Times (IBT): „Der Verkauf ist im vorigen Jahr tatsächlich um 16 Prozent gestiegen, teilweise weil diese Fahrzeuge als Statussymbole dienen und die Fahrer nach außen tragen wollen, wie sehr ihnen die Umwelt am Herzen liegt“.

Am 11. März schreibt der Kolumnist Holman Jenkins im Wall Street Journal: „Die Wähler sollten verrückt nach Elektroautos sein“. Warum? Weil, wie er erklärt: „Das Geschäftsmodell von Tesla vollständig von der Großzügigkeit des Steuerzahlers abhängt“. Jenkins weiter: „Tesla-Autos haben ein Status-Siegel, ja. Selbst Kunden der Mittelklasse könnten angezogen werden, trotz der niedrigen Benzinpreise, solange ihm mittels eines enormen Batzens Steuerzahler-Unterstützung geholfen wird“. In seiner Erklärung der „Absurdität ihres Subventions-Regimes“ für die Leser kommt Jenkins zu der Schlussfolgerung: „Und Sie fragen sich, warum Wähler auf irgendeiner Ebene das Gefühl haben, dass unsere politische Klasse Amerika in eine Sackgasse geführt hat, wo nur die Wohlhabenden von diese Subventionen profitieren, ebenso wie von den Gesetzen und dem politischen Einfluss zu ihren Gunsten“.

Alternative Treibstoffe sind auch durch die niedrigen Ölpreise angeschlagen. Die IBT schreibt: „Mais-Äthanol und Diesel auf Algenbasis brauchen Ölpreise, die etwa doppelt so hoch sind wie heute – oder höher – um mit fossilen Treibstoffen wettbewerbsmäßig mithalten zu können“.

Ein anderer Aspekt der „grünen“ sozialen Bewegung hat in der Umgebung niedriger Ölpreise einen Zoll gefordert, und zwar überraschenderweise von Recycling. Unter Verweis darauf, dass Recycling ein „Geschäft mit 100 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr“ ist, sagt der Reporter Stacy Venek Smith von National Public Radio: „Plastik wird aus Öl hergestellt, und wenn also das Öl billig wird, wird es auch billig, immer neues Plastik herzustellen. Wenn der Ölpreis wirklich sehr niedrig liegt, kann es tatsächlich teurer sein, recyceltes Plastik zu verwenden, weil dieses sortiert und gereinigt werden muss“. Aus Salt Lake City berichtete die Fernsehstation KUTV: „Viele Geschäftsbereiche finden es billiger, neues Plastik herzustellen als recycelte Materialien zu verwenden“. In Montana wird Plastik der Philippsburg Mail zufolge nicht mehr für das Recycling gesammelt, „weil die Preise pro Pfund niedriger lagen als die Kosten für Benzin und die Entfernungen für die entsprechenden Fahrten“.

Das Problem ist international. Deutschland hat einen Ruf als Recycling-Modell mit dem Ziel, 36% der Plastikerzeugung des Landes aus recyceltem Material herzustellen, und „die deutschen Verbraucher finanzieren Recycling mittels Lizenzabgaben, welche auf die Preise der von ihnen gekauften Produkte aufgeschlagen werden“. Das sagt Deutsche Welle, Deutschlands führende Organisation für internationale Medien-Entwicklung in einem Report mit dem Titel [übersetzt] „niedrige Ölpreise bedrohen das Plastik-Recycling in Deutschland“. Darin heißt es: „Für Hersteller, die strikt auf die Kosten achten, wäre die Option auf billigere neue Plastikwaren ökonomisch attraktiver“. Allerdings werden viele Unternehmen in dem Bestreben, „umweltfreundlich“ dazustehen, „die Aufpreise für recyceltes Plastik zahlen“ – was höhere Preise für die Verbraucher dieser Plastikerzeugnisse bedeutet.

Hinsichtlich des Recycling-Problems schreibt der Guardian: „Recycling funktioniert nur, wenn es jemanden auf der anderen Seite der Gleichung gibt, jemanden, der das recycelte Material kaufen will“.

Zum Glück für die Recycling-Industrie, aber zum Schaden der Verbraucher, die höhere Preise für Plastikerzeugnisse zahlen müssen, kommt die Philippsburg Mail zu dem Ergebnis: „Eine Menge Fortune-500-Unternehmen [?] wollen immer noch recycelte Ware kaufen, um Nachhaltigkeits-Ziele zu erreichen“.

Trotz Behauptungen, dass der „Grüne Wohlstand“ [green prosperity], der eine solche Politik impliziert, „Armut bekämpfen und den Lebensstandard heben kann“, ist das Gegenteil der Fall. Jedermann zahlt mehr – selbst jene, die sich das am wenigsten leisten können – nur damit die nach grünen Statussymbolen gierenden Eliten sich gut fühlen und sich als die richtigen Führer der Gemeinde gerieren können.

Link: http://oilpro.com/post/23132/greenthe-status-symbol-affluent-can-afford-costs-poor

Übersetzt von Chris Frey EIKE