April und Mai verhalten sich unterschiedlich

Bild rechts: April-Schnee! Bild: © Chris Frey

Grafik1: Links auf der y-Achse sind die Temperaturen aufgetragen. Auf der x-Achse die Jahre bis 2016. Der April hatte in den letzten 100 Jahren zwei Kältedellen, kurz nach 1920 und zwischen 1970 und 1985. Daneben gab es wärmere Jahrzehnte um 1945 und um 2010. Momentan befindet sich die Temperaturschwingung auf einem oberen Wendepunkt mit der beginnenden Tendenz zur Abkühlung. (Die Polynomtrendlinie überzeichnet zu stark am Ende)

Insgesamt jedoch sind die Temperaturen in den letzten 100 Jahren gestiegen, so dass der jetzige Höhepunkt über dem vor 70 Jahren liegt. Diese Tatsache ist aber noch kein Beweis, dass CO2 diese Erhöhung verursacht hat. Dazu verlangt die Naturwissenschaft einen Versuchsbeweis. Wir betonen: Es gibt keinen einzigen naturwissenschaftlich durchgeführten Versuchsnachweis, der belegt, dass mehr CO2 zur irgendwelchen Temperaturerhöhungen geführt hätte. Und: Es gibt auch keinerlei technische Anwendungen, bei welchen wir uns diesen behaupteten CO2-Erwärmungseffekt positiv zunutze gemacht hätten. Und: Es gibt auch keinerlei Beobachtungen aus der Natur selbst, wo höhere CO2-Konzentrationen zu Erwärmungen geführt hätten. Damit scheidet Kohlendioxid als Erwärmungsursache aus.

Aber halten wir beim April fest: Der April hatte in den letzten 100 Jahren zwei Temperaturhöhepunkte und zwei Kältedellen. Die letzte Kältedelle war erst vor 40 Jahren.

Betrachten wir nun den Mai

Grafik 2: Der Mai hatte im letzten Jahrhundert nur eine große zeitlich ausgedehnte Kältedelle um die Jahrhundertmitte. Der letzte Temperaturhöhepunkt ist bereits überschritten.

Weil die Kältedellen beider Monate zeitlich unterschiedlich waren, ergeben sich auch gänzlich andere Trendlinien der beiden Monate über die letzten 30 Jahre:

Grafik 3: Der April wurde in den letzten 30 Jahren angenehm wärmer. Er avancierte zu einem neuen zweiten Wonnemonat Mai. Die Frage ist: Wird er zukünftig die Erwärmung fortsetzen, sich immer weiter dem Mai nähern und bald konstant so warm sein wie die Maimonate vor 60 Jahren?

Grafik 4: Der Mai verhält sich ähnlich wie die Monate Januar bis März, bereits seit 1985, also seit 31 Jahren stagnieren die Temperaturen. (der Wert für 2016 fehlt natürlich noch)

Wird der April in Zukunft sich weiter dem Mai annähern? Unsere (vorsichtige) Antwort: Leider nein. Schon bei Grafik 1 konnte man erahnen, dass der April seinen Wärmehöhepunkt erst kürzlich überschritten hat und nun wohl leider auch seinem Abwärtstrend beginnt und langsam auf eine erneute Kältedelle zusteuert. Allerdings nicht so krass fallend wie die Polynomtrendlinie dies in Grafik 1 beschreibt. Weil der letzte Temperaturhöhepunkt der Aprilschwingung zeitlich später war, ist die Deutschland-Trendlinie des Monats April auch erst seit 2002, also seit 15 Aprilmonaten ausgeglichen.

Grafik 5: Der April zeigt erst seit 15 Jahren eine ebene Trendlinie, was auf eine Stagnation der Temperaturen seit 14/15 Jahren hindeutet.

Allerdings ist das unterschiedliche Temperatur-Schwingungsverhalten der beiden Frühlingsmonate nichts Ungewöhnliches, die nächste Grafik zeigt, dass sich April und Mai schon öfters unterschiedlich verhielten und sich (vorübergehend) gar einholten

Grafik 6: Beim 11-jährigen Gleitmittel ist das unterschiedliche Temperaturverhalten der beiden Monate besonders gut zu sehen. Besonders vor 150 Jahren kamen sich beide Monate einmal recht nahe

Anmerkung: Erst im Jahre 1881 wurde der Deutsche Wetterdienst gegründet und einheitliche Messverfahren im deutschen Kaiserreich allmählich eingeführt. Und davor? 1761, zu Grafikbeginn lebten noch Friedrich der Große und Maria-Theresia, Deutschland im heutigen Sinne gab es nicht und nach dem Wiener Kongress erfolgte eine Neuordnung Europas. Mindestens drei Viertel der Stationen von damals gibt es überhaupt nicht mehr und sie wurden durch neue an ganz anderen Orten im heutigen Deutschland ersetzt. Auch erfolgte die Datenerhebung nach unterschiedlichen Regeln, teilweise wurde noch bis 1900 in Süddeutschland und in den "Rheinstaaten" nach der franz. Methode und in Réaumur gemessen. Man muss sich wundern, dass trotz dieser Unzulänglichkeiten die Aussage, April und Mai haben zu unterschiedlichen Zeiten ihre Schwingungswendepunkte, im Diagramm über diesen langen Zeitraum erkennbar ist.
Jedoch endet in solchen Fällen die Genauigkeit: Laut Diagramm war die Aprilkälte um 1815 – Wiener Kongress – etwas tiefer als die Kältedelle um 1970. Es könnte auch genauso andersherum sein. (siehe die EIKE-Artikel über Fehlermessungen in den Datenreihen)

Wärmeinselbereinigung: (WI-effekt). Nun wissen wir, dass die Daten des Deutschen Wetterdienstes nicht wärmeinselbereinigt sind. Die Messstationen stehen dort, wo die Menschen leben und arbeiten, also in den von uns geschaffenen Wärmeinseln. Diese Wärmeinseln nehmen täglich zu, denn täglich werden in Deutschland weitere 110 ha Freiflächen überbaut, eine stete wärmende Urbanisierung in die Natur hinein. Zusatzwärme, welche die Thermometer der Messstationen mitmessen, und die nur unzuverlässige Aussagen über globale Klimaänderungen zulassen. Für Temperaturvergleiche über 20 Jahre hinaus bräuchte man einen Korrekturfaktor.

Der DWD korrigiert nicht, sondern vergleicht unbereinigt seine Daten über Jahrzehnte hinweg, aus Wärmeinselgründen ist bei der Temperatur- Langzeitschwingung der jüngste Temperaturhöhepunkt dann höher als der vorige um 1945 (siehe Grafik 1) Dort, wo die Menschen wohnen, und dort wo die DWD-Messstationen stehen, wurde es über einen längeren Zeitraum wärmer. Nicht CO2 ist der Grund für diese Erwärmungssteigung der Trendlinie in den Aprildaten des DWD, sondern die zunehmenden WI-effekte.

Im weiteren Verlauf wollen wir der Frage nachgehen, seit wann unsere beiden Monate eine ebene Trendlinie zeigen , wenn man aus den DWD-Daten die Wärmeinselerwärmung herausrechnen würde? Da unsere Berechnungsmethode von Raimund Leistenschneider streng genommen nur für die Jahresmittel gilt und nicht für Monatsbetrachtungen, nehmen wir als Vergleich die fast WI-freie Station Amtsberg-Dittersdorf am Fuße des Erzgebirges.

Beginnen wir mit dem Monat April. Zur Erinnerung sei gesagt, bei den nicht wärmeinselbereinigten Deutschlandtemperaturen ist die Apriltrendlinie seit 2002 eben.

Grafik 7: Die fast WI-freie Station Amtsberg hat schon seit 26 Jahren eine fast ebene Trendlinie, also eine Stagnation der Apriltemperaturen.

Ergebnis: In der kleinen Ortschaft Amtsberg-Dittersdorf, die für das Erzgebirge steht, aber auch in der freien Fläche Deutschlands zeigt der April bereits seit 25/26 Jahren keine Erwärmung mehr, das sind gleich 11 Jahre mehr bei beim Schnitt der April-Deutschlandtemperaturen. In einem der letzten Artikel hatten wir schon betont, dass die WI-effekte im April besonders hoch sind, http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/waermerer-april-grund-zur-freude-oder-ein-vorzeichen-der-klimakatastrophe/ Grafik 9.

Und der Mai in Amtsberg-Dittersdorf:

Grafik 8: Von 1979 bis 2015 zeigte der Monat Mai in Amtsberg-Dittersdorf neben dem jährlichen Auf und Ab keine Änderung. Es gibt keine Erwärmung in diesem Betrachtungszeitraum mehr, eher eine nicht signifikante Tendenz zur Abkühlung. Darauf deuten vor allem die letzten 21 Jahre =21 Maimonate hin.

Ergebnisse:

1) Die Deutschlandtemperaturen der letzten 100 Jahre verliefen in sinusähnlichen Wellen mit Temperaturhöhepunkten und Temperaturdellen.

2) Die beiden Monate April und Mai unterscheiden sich dabei im Verlauf. Beim April war die letzte Kältedelle 20 Jahre später, deshalb liegt auch der letzte Temperaturhöhepunkt, also der obere Wendepunkt erst kurz hinter uns.

3) Der April wird sich leider nicht mehr weiter dem Monat Mai annähern.

4) Stagnation der Temperaturen beim April: DWD 13 Jahre, WI-bereinigt: 25/26 Jahre. Beim Mai: DWD 31 Jahre, WI-bereinigt 37 Jahre.

Man darf gespannt sein, wo sich der Mai 2016 einordnen wird.

April und Mai verhalten sich vollkommen anders. Beim Mai ist erstaunlich, dass er – wie aus der nicht WI-bereinigten Grafik 2 ersichtlich -, seit 105 Jahren, also ab dem vorletzten oberen Wendepunkt bis heute gar keine Erwärmung mehr zeigt. Diese Tatsache ist uns ebenso ein Rätsel wie sicherlich den DWD-Fachleuten in Offenbach, also den naturwissenschaftlich Ausgebildeten, die meist in der 2. Reihe ihre zuverlässige Arbeit erledigen. Die politisch eingesetzte und nicht naturwissenschaftlich ausgebildete Vorstandschaft des DWD schweigt und argumentiert meist gegen ihre eigenen Fakten.

Gehen wir zeitlich noch weiter zurück beim Mai.

Grafik 9: Der Wonnemonat Mai zeigt schon seit Beginn der offiziellen DWD-Messungen nur einen leicht steigenden Verlauf. Unglaublich: Der Maiwärmerekord stammt aus dem Jahre 1889. Im Jahre 1902, also gleich zu Beginn der Betrachtung liegt auch der Mai-Kälterekord, verursacht durch zwei große Vulkanausbrüche am 7. und 8. Mai in Mittelamerika.

Die Feinstaubemissionen der beiden Vulkane verursachten einen Temperaturkältesprung zwischen dem Mai 1901/1902 von 4,5 Kelvin, was die Trendlinie zu Beginn etwas tiefer beginnen lässt. Und: Diese DWD-Temperaturwerte sind nicht wärmeinselbereinigt, sonst würde der Monat Mai sogar eine leicht fallende Trendlinie haben, also eine leichte Abkühlung der Maimonate seit Beginn der DWD-Messreihen. Eine erstaunliche Abkühlung des Wonnemonates Mai seit 1888, die in der freien Natur Deutschlands im Vergleich von heute mit damals selbstverständlich Realität ist. Somit halten wir fest:

Der Monat Mai zeigt in der freien Natur Deutschlands außerhalb der Wärmeinseln seit fast 130 Jahren eine leichte, nicht signifikante Abkühlungstendenz.

Wo ist die behauptete Klimaerwärmung, die angeblich in den letzten Jahren verstärkt zugelegt haben soll und vor der uns der Weltklimavertrag schützen will? Einfache Antwort: Nirgendwo, außer in den Computern der weltweit agierenden Märchenerzähler. Schlimm ist, dass wir diese Scharlatane auch noch finanzieren müssen. Insbesondere die Maitemperaturen entlarven das Geschäftsmodell Klimaerwärmung deutlichst. Die fünf ersten Monate des Jahres haben ihren Temperaturhöhepunkt/Wendepunkt bereits überschritten und kühlen wieder ab. Beim April beginnt gerade die Abkühlungsphase. Den behaupteten verfrühten Frühlingsbeginn in Deutschland kann es nicht geben, weil es keine steigenden Frühlingstemperaturen mehr gibt. Das ist eine eher traurige Entwicklung mit trüben Aussichten. Einzig in den Städten können die Aprilblüher noch punkten. Weil der WI-effekt im April besonders wirkt, verzögert sich die auch in Deutschlands Wärmeinseln beginnende Abkühlungsphase noch. Wir sind ausgesprochene Befürworter des weltweiten Natur- und Umweltschutzes, einen Klimaschutz gibt es nicht. Und ein mehr an CO2 in der Atmosphäre ist ganz im Sinne des Naturschutzes.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter und unabhängiger Klimaforscher

Stefan Kämpfe, Diplom- Agraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher




Energie aus Asien – Chinas Vision einer Strom-Seidenstraße bis nach Deutschland

Aus Sicht grüner Energiepolitiker aller Fraktionen müsste in Deutschland eigentlich alles zum Besten stehen: Dank des Klimavertrags von Paris dürften nach der Kernkraft in Deutschland bald auch die Kohlekraftwerke verboten werden, so dass der Weg frei wird für zügigen weiteren Ausbau der Stromerzeugung aus „erneuerbaren“ Energiequellen wie Wind und Fotovoltaik. Allerdings gibt es leider gerade beim Wind teils erheblichen Gegenwind, und das ausgerechnet von Minister Sigmar Gabriel, der eigentlich doch ein langjähriger Frontmann der „grünen“ Energieplanungen ist. Dennoch scheint er sich – zumindest in den Augen der Windlobby – inzwischen vom Motor zum Bremser entwickelt zu haben, wie ein kürzlich in der „Berliner Zeitung“ erschienener Artikel belegt [BEZE].

Bild rechts: Tod auf Raten. Deutschland legt bis 2022 seine Kernkraftwerke still. Hier das 2015 abgeschaltete KKW Grafenrheinfeld (Foto: Avda, Wikimedia Commons)

Durchhalteparolen der EE-Lobby

Schaut man sich den Artikel genauer an, so findet sich darin EE-Lobbyismus in Reinkultur. So wird als Erfolg dargestellt, dass „in den zwölf Monaten zwischen Februar 2015 und Januar 2016 Anlagen mit einer Nettoleistung von knapp 3.600 Megawatt installiert“ worden seien, was „drei Atommeilern“ entspreche. Doch mit der Neufassung des EEG, so der Vorwurf des Artikels, begrenze Gabriel den Ausbau der „Erneuerbaren“ bis 2025 auf lediglich 40 bis 45 %. Damit, so eine im Artikel zitierte Studie, die im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion erstellt wurde, breche der Ausbau der Windenergie schon bald zusammen: „Werden die 45 Prozent angepeilt, könnten nach 2018 nur noch 1500 Megawatt jährlich neu installiert werden, heißt es in dem Papier“. Und Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer wird mit der Aussage zitiert: „Mit der geplanten EEG-Novelle will Sigmar Gabriel sich als Abrissbirne der Energiewende endgültig ein Denkmal setzen“. Während der Rest auf Welt auf Sonne und Wind setze, lege die Bundesregierung den Rückwärtsgang ein – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da die Erneuerbaren billig geworden seien.

Die blinde Gier der Profiteure

Das interessante an dieser Auseinandersetzung zweier Komplizen in Sachen Energiewende ist nicht einmal die Tatsache, dass beide Unrecht haben und die wahren Dimensionen des Problems drastisch unterschätzen. Zur Erreichung der bisherigen „EE“-Ausbauziele der Bundesregierung müssten die tatsächlichen Zubauzahlen bei der Windenergie nämlich schon bald auf mehr als 10 GW pro Jahr und letztlich auf auf mehr als 16 GW/ Jahr gesteigert werden [MUEL], Bild 1.

Bild 1. Zusätzlich zur Netto-Steigerung der installierten Windenergie-Leistung werden in den nächsten Jahren rapide steigende Ersatzinvestitionen erforderlich (Grafik: Autor)

Selbst den Grünen scheint jedoch inzwischen klar zu werden, dass derartige Ausbauzahlen angesichts der Tatsache, dass überschüssiger Strom nicht gespeichert werden kann und die Überlastung der Netze inzwischen in den roten Bereich wandert, schlicht nicht durchsetzbar sind. In Wirklichkeit hat man sich auch dort still und leise vom eigentlichen Ziel der „80 % EE-Anteil bis 2050“ verabschiedet und geht nur noch nach dem Motto vor: „Nimm, was du kriegen kannst“ – bevor der Schwindel endgültig auffliegt und es Zeit wird, schnell zu rennen.

Der Unterschied zur Position von Gabriel besteht hauptsächlich darin, dass dieser aufgrund seiner direkten Regierungsverantwortung deutlicher sieht, wo zum jetzigen Zeitpunkt die Grenzen des finanziell noch Zumutbaren liegen. Ihm geht es weniger um Profitmaximierung als vielmehr um Wiederwahl. Daran, dass die Ziele des EEG tatsächlich noch erreicht werden könnten, glauben in der deutschen Blockparteienregierung vermutlich nur noch eine gewisse höhere Pfarrerstochter sowie eine resolute Dame, die manchen Meldungen zufolge menschliche Handrücken nicht so recht von Aschenbechern unterscheiden kann.

Aus chinesischer Sicht…

In China, das über Jahre hinweg vom hiesigen „Grünstrom-Hype“ durch Lieferung von Solar- und Windenergieanlagen kräftig profitieren konnte, ist den strategischen Planern längst klar, dass der jetzige Kurs der westlichen Energiepolitik im Desaster enden wird. Dem westlichen Druck zur „Klimarettung durch CO2-Reduktion“ wird China nicht allzu offen entgegentreten. Warum soll man sich unnötig den geballten Zorn des Papstes, Obamas, Merkels sowie etlicher amerikanischer Stiftungen und NGO’s zuziehen? China ist eine Kulturnation, die geschickt genug war, selbst die brutale Herrschaft der Mongolen zu ertragen und sie später abzustreifen wie eine Eidechse ihre alte Haut. Angesichts westlicher Erpressung weicht man lieber aus und wartet auf den richtigen Moment, um den Schwung des Gegners gegen ihn selbst einzusetzen. Also investiert man auch selbst in Windmühlen und Solaranlagen, sogar soviel, dass man damit eine weltweite Spitzenposition einnimmt. Angesichts der Größe des Landes und seiner Bevölkerung ist das verkraftbar. Gleichzeitig baut man jedoch Kohlekraftwerke ein Gros: Einem Beitrag der Deutschen Welle ist zu entnehmen, dass von 473 GW Kohlekraftwerks-Kapazitäten, die seit 2010 in Betrieb gingen, rund 85 % allein von China und Indien errichtet wurden [DW]. Und im Rahmen seiner langfristige Zukunftsstrategie zieht China ein geradezu gigantisches Bauprogramm für Kernkraftwerke durch: Mit Stand Januar 2016 waren dort 40 KKW im Bau. Damit liegt man um Längen vor den Zweit- und Drittplatzierten Russland (25) und Indien (24) [STAT].

…sitzt Deutschland zwischen allen Stühlen

Aus Sicht Beijings ist die „Energiewende“ bereits jetzt mit Pauken und Trompeten gescheitert, die spannende Frage ist lediglich, wie lange man das Volk hierüber noch wird belügen können. Die zum Tode verurteilte Kernkraft ist auf Jahrzehnte hinaus so diskreditiert, dass eine Renaissance kaum vorstellbar ist. Selbst wenn man wollte: Es gibt keine entsprechende Industrie mehr. Fachleute wird man bald nur noch in Altersheimen und auf Friedhöfen finden, und die Generation der längst arrivierten Alt-68er und der subventionsverwöhnten Wind- und Solarprofiteure wird diese Technologie auch in Zukunft erbittertst bekämpfen. Das zeigte sich auch am Propaganda-Tsunami, der pünktlich zum 30. Jahrestag des Tschernobyl-Unfalls über sämtliche deutschen Medienkanäle schwappte.

Auch bei den Kohlekraftwerken befindet sich Deutschland längst in einer Todesspirale. Der billigen Braunkohle wurde durch diverse politische Maßnahmen wie der Wegnahme von bereits zugesprochenen Fördergebieten in NRW und den erzwungenen Verkauf der Vattenfall-Aktivitäten im Osten die Existenzgrundlage entzogen. Für Investitionen in Steinkohlekraftwerke wird sich wohl kaum noch ein „nützlicher Idiot“ finden. Zudem ist die Politik dabei, den Stromerzeugern unter dem Vorwand, die Rückbaukosten der Kernkraft zu sichern, auch noch die letzten Barreserven abzuknöpfen. Angesichts von Planungszeiträumen von mindesten 10-15 Jahren wird Deutschland bezüglich seiner Energieinfrastruktur voraussichtlich bis zu 20 Jahre lang gelähmt bleiben.

Strom über die Seidenstraße

Auf der anderes Seite zeichnet sich in China aufgrund erheblicher Investitionen und der Verlangsamung des Wachstums der Volkswirtschaft für die Zukunft ein  Überangebot an Erzeugungskapazität ab. Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge [FT] entwickelt deshalb Liu Zhenya, der Chef des staatlichen chinesischen Stromnetzbetreibers SGCC, die Vision einer „Seidenstraße für Strom”. Die im Westen kaum bekannte SGCC ist der weltweit siebtgrößte Konzern mit rund 1,5 Mio. Mitarbeitern und hat auf dem Weltmarkt große Ambitionen.Der Transport soll über Ultra-High Voltage (UHV)-Fernleitungen erfolgen, die weite Teile Asiens versorgen und sogar bis nach Deutschland reichen sollen. Im Rahmen dieser Planungen sollen gigantische Wasserkraftwerke ebenso zum Einsatz kommen wie Kohle- und Windkraftwerke in Grenzregionen wie z.B. Xinjiang. Dort könne man Strom so günstig produzieren, dass er selbst unter Berücksichtigung der Transportkosten in Deutschland nur halb soviel kosten werde wie einheimisch produzierter. Und für jemanden, der in den Dimensionen eines solchen Riesenreichs denkt, bergen selbst die enormen Transportdistanzen keinen Schrecken: Die Luftlinien-Distanz von der Oasenstadt Kashgar bis nach Deutschland sei lediglich 400 km größer als die von Kashgar bis zum chinesischen Finanzzentrum Shanghai. Und im Unterschied zu deutschen Vorständen der Stromwirtschaft, die sich weniger durch Sachkunde denn durch Unterwürfigkeit gegenüber der Politik auszeichnen, wird Liu Zhenya als jemand beschrieben, der seine Karriere dem Aufbau der UHV-Technologie verdankt – auch wenn er sich dadurch mit einer Reihe von Umweltaktivisten anlegen musste. Dass Liu Zhenya bei seinen auf Deutschland gemünzten Ausführungen das Thema Kernkraft ausklammert, zeigt deutlich, wie gut er die Lage und die Befindlichkeiten in Deutschland einzuschätzen vermag. Chinas Kaufleute galten schon immer als besonders geschickt.


Bei solchen deutschen Drehstrom-Fernleitungen ist bei 380.000 V Schluss. China arbeitet dagegen an UHV-Leitungen, die mit bis zu 1,2 Mio. V Energie über viel größere Entfernungen transportieren

Bereits jetzt, so der FT-Bericht, zeichneten sich Erfolge dieser Politik ab. So wurde kürzlich ein „Memorandum of Understanding“ mit Südkorea sowie der japanischen SoftBank unterzeichnet, das ein vernetztes Stromnetz in Nordostasien befördern soll. Weitere potenzielle Märkte für chinesischen Strom sind Pakistan, Indien und Myanmar.

Fred F. Mueller

Quellen

[BEZE] http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/windenergie-die-bundesregierung-legt-bei-energiewende-den-rueckwaertsgang-ein-23846294

[DW] http://www.dw.com/en/china-india-pouring-cash-into-coal-plants-that-may-not-be-used/a-19156066

[FT] http://www.ft.com/cms/s/0/68cdef50-f66a-11e5-803c-d27c7117d132.html#axzz45pCiHtXg

[MUEL] http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/energiewende-plan-und-orientierungslos-im-nebel/

[STAT] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/157767/umfrage/anzahl-der-geplanten-atomkraftwerke-in-verschiedenen-laendern/




Ein bisschen Schummeln kann beim Klimawandel nie schaden

Schaut man beim dänischen meteorologischen Institut die Arktis-Temperaturen nach, sieht man zwar Abweichungen nach oben, aber immer noch recht viel Kälte (Bild rechts). Dabei bitte beachten: Temperatur in Kelvin angegeben)

Bild 1 (rechts): Daily mean temperatures for the Arctic area north of the 80th northern parallel, plotted with daily climate values calculated from the period 1958-2002. (Kelvin) 0 °C = 273,15 K = 32 Fahrenheit. Quelle: dänisches meteorologisches Institut

Nun weiß ein regelmäßiger EIKE Leser, dass es um den 1. Januar 2016 eine deutliche Temperaturanomalie in Bereichen der Arktis gab „Die Klimaente zum Jahreswechsel Der Nordpol taut mitten im Winter“. Aber dass „… die Temperaturen am Nordpol im Dezember und Januar über dem Gefrierpunkt lagen“ erscheint doch ungewöhnlich.

In einem solchen Fall fragt man am besten nach. Also eine Anfrage an das AWI gestellt.

Zurück kam ein freundliches Mail und die entsprechende Information. Die Temperaturen wurden an Bojen des AWI gemessen. Eine Listung der entsprechenden Bojendaten (Bild 2) und Grafiken waren anbei. Leider war ein Teil der Grafiken recht unscharf, so dass die Daten geladen und mit Excel umgesetzt werden mussten (Bild 3).

Bild 2, Tabelle 1: Übersicht verschiedener Parameter der in der Arktis im Einsatz befindlichen Schneebojen.

Tabelle: Bojendaten mit Werten ab 0 Grad (Quelle: Detaildaten der Bojen aus dem Meereisportal):

Boje 2015S35 (blaue Linie), 500 km vom Pol entfernt, 19 Stunden 13.12. – 01.01.2016, 12 Stunden 24 / 25.01.2016

Boje 2015S29 (rosa Linie), 290 km vom Pol entfernt, 3 Stunden 30.12.2015

Boje 2015S16 (hellgrüne Linie), 407 km vom Pol entfernt, 4 stunden 30.12.2015

Man sieht im Bild 3, dass 30 Grad Temperatursprünge innerhalb kürzester Zeit bei Stürmen in der Arktis im Winter normal sind. Und wirklich, für einige Stunden haben Bojen im Winter auch positive Werte gezeigt. Wie lange, ist in der Tabelle „Bojendaten“ gelistet.

Jedoch: Keine Boje war am Nordpol. Am nahesten dran war Boje 2015 S29 mit 290 km Entfernung zum Pol und Messwerten über ca. 3 Stunden mit über 0 Grad am 30.12.2015.

Bild 3, Bojen-Messdaten S35; S29; S16. Quelle: http://www.meereisportal.de (Förderung: REKLIM-2013-04) bojendaten

Wie sich die Temperaturen um den 1. Januar global gesehen darstellten, zeigt Bild 4. Die NOAA hat in den Randbereichen von den AWI-Bojendaten demnach nichts mitbekommen, denn deren 0-Grad-Grenze liegt meilenweit entfernt.

Und da stellt sich die Frage: Sind solche Erscheinungen im Polarmeer eventuell sogar „normal“ und wurden bisher nur nicht entdeckt, weil es Messbojen mit Stundenauflösung in dieser Gegend erst seit wenigen Jahren gibt?

Eine Grafik über die Variabilität der Stratosphäre im Winter zeigt es. Über dem Polarmeer geht es im Winter richtig „Abartig“ zu. Dazu der Textausschnitt:

Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin K. Labitzke: Die Rolle der Stratosphäre für das Klimasystem:

Über der Nordhemisphäre wird die Zirkulation in den mittleren und hohen Breiten der Stratosphäre im Winter im wesentlichen von einem großen kalten Polarwirbel und einem quasistationären Hoch über den Alëuten bestimmt. Planetarische Wellen aus der Troposphäre dringen in die Stratosphäre ein, verstärken sich gelegentlich und führen zu großen Stratosphärenerwärmungen (s.u.), die unter Umständen einen Zusammenbruch des Polarwirbels und den Aufbau eines Hochs über der Arktis bewirken. Die einzelnen Winter sind sehr verschieden, daher ist die Variabilität der Stratosphäre in der winterlichen Arktis besonders groß

heute wissen wir, daß derart gestörte Winter mit verhältnismäßig ruhigen, kalten Wintern wechseln. Einen guten

Eindruck von der Variabilität von Tag zu Tag im 10-hPa-Niveau über dem Nordpol gibt Abb.2 (Anmerkung: ist Bild 5), in der der Temperaturverlauf von 11 Wintern dargestellt ist. Die großen Erwärmungen werden durch eine Verstärkung der langen planetarischen Wellen verursacht, die gleichzeitig Ozon aus den Subtropen in das Polargebiet transportieren.

Fazit

Dass es am Nordpol im Winter wirklich über 0 Grad hatte, ist weiterhin unwahrscheinlich und auch nicht belegt.

Nahe am Nordpol ist es der Fall gewesen, allerdings belegt nur für 3 Stunden im Dezember 2015 in 290 km Entfernung. Im Dezember und Januar geschah es in 500 km Entfernung.

So ganz weit hergeholt ist die Aussage des AWI nicht, aber richtig ist sie deshalb auch nicht.

Bild 4, Oberflächentemperatur am 30. Dezember 2015 (Daten: NCEP/NCAR Reanalysedaten www.esrl.noaa.gov/psd/products). Weiße Punkte sind AWI-Messboyen. Zufügung: Der rote Pfeil kennzeichnet die 0 Grad Grenze, das weiße Kreuz den Nordpol.

Bild 5, Abb. 2 Zeitreihen von täglichen 10-hPa-Temperaturen (°C) am Nordpol von November bis April, für die 11 Winter von 1988/89 bis 1998/99. (Daten: Institut für Meteorologie, Freie Universität Berlin)




Atomkonzerne wollen Ausstiegskosten drücken

Welchen Müll?

Um gleich mal mit einer provokativen Frage anzufangen. Abgebrannte Brennelemente z. B. sind Abfälle – weil nicht mehr vom Kraftwerk verwendbar – aber deshalb noch lange kein Müll. Kein Mensch kommt heute auf die Idee, eine alte Autobatterie oder eine alte Zeitung als Müll zu verunglimpfen. Bei der “gelben Tonne” spricht man deshalb heute selbstverständlich von einer “Wertstofftonne”. Von Anfang an, war es vorgesehen, die “abgebrannten” Brennelemente zu recyceln. Aus dem Abfall – aus der Sicht eines Kraftwerks – wurde erst durch grüne Politiker “Atommüll” gemacht, nachdem man die Wiederaufbereitung in Deutschland verboten hat. Genau der heutige (große) Vorsitzende der “Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe” war maßgeblich an dieser Schandtat beteiligt.

Die Unterscheidung von “Abfall” und “Müll” ist alles andere als Haarspalterei. Abfall ist immer ein höchst subjektiver Zustand, der erst zum Müll wird, wenn keine Nachfrage mehr vorhanden ist. Wesentlicher Unterschied ist die Menge vorher und nach der Aufbereitung. Ein typisches Beispiel wohin die Entwicklung geht: Als mit dem “Endlager Konrad” begonnen wurde, war ein wesentliches Sicherheitskriterium der Absturz eines mehrere hundert Tonnen schweren Dampferzeugers in die Grube. Seit Jahren ist aber die komplette Versendung der Dampferzeuger z. B. nach Schweden Realität. Dort werden sie industriell (maßgeblich durch Roboter) zerlegt und “dekontaminiert”. Zurück kommt ein Würfel, etwa so groß wie ein Kühlschrank, in dem alle Radioaktivität eingeschmolzen ist. Alle anderen Materialien werden an lokale Schrotthändler verkauft und damit dem normalen Materialkreislauf wieder zugeführt. Dies ist bereits heute billiger, als die komplette Einlagerung.

Radioaktiver Zerfall geht immer nur in eine Richtung

Das ist die andere (schöne) Seite der Medaille. Je länger man wartet, um so geringer wird die ausgesendete Strahlung. Dies ist z. B. bei Umweltgiften wie Asbest oder Quecksilber nicht der Fall. Insofern müßte eigentlich von dem “Endlager Herfa-Neurode” eine unendliche Sicherheit gefordert werden – aber “Chemiemüll” ist wohl politisch korrekt.

Der radioaktive Zerfall verläuft meist in Ketten (d. h. mehrere Zwischenglieder), endet aber immer mit einem stabilen Endglied (welches nicht mehr radioaktiv ist). Diese Zerfallsketten laufen unbeeinflußbar ab. Am Anfang nimmt die Strahlung sehr stark ab (Elemente mit kleiner Halbwertszeit), später sehr langsam (immer mehr Kerne sind bereits zerfallen, es sind nur noch Elemente mit großer Halbwertszeit vorhanden). Wichtig für das Verständnis eines “Endlagers” ist die Tatsache, daß der “Atommüll” in menschlichen Zeiträumen eine Intensität erreicht, die der natürlich vorkommender Erzlagerstätten entspricht. Anders ausgedrückt: Solange man den “Atommüll” nicht isst, kann man ihn problemlos in die Hand nehmen. Sollte er tatsächlich wieder in den biologischen Kreislauf gelangen (z. B. durch Grundwasser) ist die entscheidende Frage, wieviel Zeit vergangen ist (d. h. wieviele und welche radioaktiven Elemente überhaupt noch vorhanden sind) und welche Konzentration vorliegt.

Die Crux mit der Radioaktivität ist, daß man einerseits noch geringste Mengen nachweisen kann, andererseits diese längst nicht mehr schädlich sind. Typisches Beispiel ist die Banane oder verschiedene Mineralwässer. Für die “Beherrschbarkeit” und dem Umgang mit abgebrannten Brennelementen könnte man sagen: Je länger abgelagert, je harmloser und technisch einfacher handhabbar. Jeder Laie kann das nachvollziehen. Nach der Entnahme aus dem Reaktor kann man die “frischen Brennelemente” nur fernbedient handhaben und muß diese zur Kühlung und Abschirmung in metertiefen Wasserbecken lagern. Nach einigen Jahren werden sie in Spezialbehälter umgepackt. Neben solchen “Castoren” kann man gefahrlos herlaufen oder eine Lagerhalle betreten.

Warum nicht einfach verkaufen?

Abgelagerte Brennelemente sind der ideale Input für Wiederaufbereitungsanlagen. Je geringer die Strahlung ist, desto weniger belasten sie die Anlage und das notwendige Personal. In diesem Sinne, sind z.B. Indien und China ideale Kunden. Beide Länder haben sich zum Bau von Wiederaufbereitungsanlagen entschlossen, da sie arm an eigenen Uranvorkommen sind. Je zügiger sie mit dem Bau beginnen, desto geringer ist die Menge, die sich aus den eigenen Kernkraftwerken ansammelt. Bis solche Anlagen richtig laufen, sind Jahrzehnte Vorlauf (Planung, Bau, Probebetrieb) notwendig. Gerade in den ersten Betriebsjahren sind abgelagerte Brennelemente die ideale Beschickung. In diesem Sinne wären Brennelemente aus Deutschland ein interessantes Handelsgut.

Wäre nicht die zur Zeit vorherrschende ideologische Verblendung bestimmend, könnten wir international – gerade bei einem Totalausstieg – zu vernünftigen und wirtschaftlich optimalen Lösungen gelangen. Schließlich haben wir ja auch bisher schon die “Dienstleistung Wiederaufbereitung” in England und Frankreich eingekauft. Warum zukünftig nicht auch in Rußland, China oder sonst wo? Entsprechendes gilt für die Konditionierung von Abfällen. Es wurden ganze LKW-Ladungen von brennbaren Abfällen in die USA verschifft und anschließend die “radioaktive Asche” nach Deutschland zurückgeführt. Bei den geringen Mengen, die bis zum “Totalausstieg” angefallen sein werden, kann man gleich über die Mit-Einlagerung in deren “Endlager” verhandeln. Ganz so, wie wir ja auch das “Endlager Herfa-Neurode” international vermarkten. Falls das nicht politisch gewollt ist, bliebe auf diesem Weg nicht viel mehr als ein zentraler Bunker über, indem der gesamte Restmüll sicher eingelagert werden kann.

Die Finanzierung

Die Kerntechnik ist die erste Sparte überhaupt, die von Anfang an die gesamten Kosten berücksichtigt hat. Dies ist – nach wie vor – ein Alleinstellungsmerkmal. Kein Windmüller muß für seine als Plastikmüll endenden Flügel, kein Sonnensammler für seine giftmüllhaltigen Sonnenzellen Rücklagen bilden. Auch die sog. Ewigkeitskosten der Bergwerke wurden nicht in den Kohlepreis eingerechnet. Heute findet man beispielsweise “Giftmülldeponien”, die Bohrschlämme aus der Gas- und Ölförderung enthalten.

Man kann die Folgekosten grundsätzlich erst tragen, wenn sie tatsächlich anfallen oder bereits zu Anfang versuchen sie einzurechnen. Für beide Vorgehensweisen lassen sich stichhaltige Argumente anführen. Das einzige, was zu völlig falschen Ergebnissen führt, ist die gleichzeitige Anwendung beider gegensätzlichen Prinzipien. Genau das, wurde aber von der “Anti-Atomkraft-Bewegung” als Kampfmittel entdeckt.

Wenn man schon bei der Nutzung adäquate Rücklagen bildet, bleibt immer noch die Frage wie: Als Umlagesystem (analog zu unserem Rentensystem) mit dem Staat als Garanten, der Vermögensbildung beim Unternehmen oder der Anlage in einem Fonds. In Deutschland hat man sich zur Bildung von Rücklagen im jeweiligen Unternehmen entschlossen. Dies wurde ursprünglich sehr gründlich und kontrovers diskutiert und abgewogen. Allen Möglichkeiten ist die Schwierigkeit der Abschätzung der zukünftigen Kosten und die Sicherheit der Anlage gemeinsam: Staaten können verschwinden, Unternehmen pleite gehen und Anlagen durch Finanzkrisen etc. dahinschmelzen.

Die vermeintliche Anlagesicherheit

In Deutschland mußten die Energieversorgungsunternehmen mit Kernkraftwerken Rücklagen für den Abriß und die Abfallentsorgung bereitstellen. Ein revolutionärer Gedanke, ein Alleinstellungsmerkmal und die “praktizierte Nachhaltigkeit”.

Ein (vorgeschriebener) Anteil an den Unternehmenserlösen wurde für die Entsorgung zurückgestellt. In der Praxis bedeutete das, man hat mit diesen Mitteln neue Kraftwerke, Stromleitungen etc. finanziert. Dies führte zu zusätzlichen Erträgen, da man keine Zinsen für Kredite an die Banken zahlen mußte. Es mußte nur der Barwert, der in der Zukunft anfallenden Kosten, zurückgestellt werden. Die Vorteile kamen indirekt allen zu gute, da jeder elektrische Energie verbraucht. Insofern bestand volkswirtschaftlich kein Unterschied zu einem Umlagesystem. Bei einem Fonds hätte man zusätzliche Kosten für die externe Vermögensverwaltung in Rechnung stellen müssen.

Jetzt zur (vermeintlichen) Sicherheit der Anlage. Das Geld wurde in Vermögenswerte umgewandelt. Nichts anderes kann auch ein Fonds bieten. Er kann jedoch nicht auf dingliche Werte (Kraftwerke, Umspannwerke etc.) zurückgreifen, sondern nur auf Finanzprodukte (Aktien, Anleihen etc.). Ironischerweise sind gerade Anleger mit ähnlich langfristigem Anlagehorizont und ähnlichem Sicherheitsbedürfnis brennend an Sachanlagen aus der Energiewirtschaft mit regelmäßigen Einnahmen interessiert. Versicherungswirtschaft und Pensionsfonds investieren in Pipelines, Stromtrassen usw. Sie erscheinen heute durchaus sicherer und ertragreicher als Staatsanleihen und Aktien. Strom wird halt immer gebraucht. Insofern werden auch die Anlagen zur Erzeugung und Verteilung gebraucht – es sind echte Vermögenswerte.

Von dem Gedanken des Verursacherprinzips ausgehend, ist die Anlage in den Unternehmen ebenfalls logischer: Das Unternehmen haftet mit seiner Substanz. Wenn man einen Fonds zwischen schaltet, kann man die Haftung kaum noch durchleiten. Ist das Geld an der Börse verspekuliert, kann das Unternehmen nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Die Anlagen der Energieversorger waren im Zeitalter des Energiemixes auch breit gestreut. Wo bitte, soll der “Entsorgungsfonds” denn seine Milliarden anlegen? In Windparks, E-Autos oder doch lieber in griechischen Staatsanleihen? Wer verwaltet den Fonds und wer bekommt die Verwaltungskosten? Der Fonds soll doch bestimmt ethisch und politisch korrekt sein und “klimaneutral”, nicht wahr?

Woher soll das Geld kommen?

Die Rücklagen der Energieversorgungsunternehmen sind Vermögen als Sachanlagen im eigenen Unternehmen. Dieses Vermögen ist eine Immobilie. Darin unterscheidet sie sich nicht grundsätzlich von einem Gebäude: Der Bau hat mal eine bestimmte Summe gekostet, mit der es in die Bücher eingegangen ist. Vermindert um die gesetzlichen Abschreibungen, erhöht um Modernisierungen etc. Soweit ist es Vermögen. Wenn aber nun diese Werte plötzlich ausgeschüttet werden sollen, ergibt sich schlagartig das Problem der Umwandlung in einen Preis: Es muß ein Käufer – nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage – gefunden werden. Wer bitte, soll aber so blöd sein, in Deutschland ein Kraftwerk zu kaufen? In einem Land, indem gerade die Kernkraftwerke entschädigungslos enteignet worden sind und nun auch die Kohlekraftwerke abgeschafft werden sollen? Jeder seriöse Investor, wird eher nach Afrika oder Asien gehen. Übrig bleiben, werden nur Spekulanten, die bereit sind Wetten darauf abzuschließen, wie lange der Wahnsinn in Deutschland noch anhält. Da politische Veränderungen erfahrungsgemäß sehr langsam ablaufen, kann der finanzielle Einsatz nur gering ausfallen. Selbst die DDR konnte sich rund vier Jahrzehnte über Wasser halten. Für technische Entwicklungen ein unendlich langer Zeitraum. Lange Rede, kurzer Sinn: Es werden gewaltige Preisabschläge auf die Buchwerte nötig sein, um 23 Milliarden kurzfristig flüssig zu machen.

Mal angenommen, es gelingt tatsächlich. Mit welchen Produktionsmitteln sollen dann die übrig gebliebenen Skelette noch Ergebnisse erzielen? Das Ganze gleicht doch einem Bauern, der Trecker und Saatgut verkauft. Die von dem Sozialisten Trittin dem Volk vorgegaukelte Sicherheit, ist in Wirklichkeit nichts weiter als die Schlachtung der Kuh, die er melken will. Oder frei nach Maggie Thatcher: Den Sozialisten geht irgendwann immer das Geld der anderen aus. Dieser Fonds wird – nach dem er das Geld für alle möglichen linken Projekte verbrannt hat – möglichst unauffällig dahinsiechen, ohne eine einzige Tonne “Atommüll” beseitigt zu haben.

Spätestens wenn die Blase “Windparks” geplatzt ist, wird nur noch ein Heer von Arbeitslosen, von den ehemals stolzen Energieversorgern übrig bleiben. Wer nicht jetzt beginnt, sich zu wehren, sollte sich schon mal mit den “Schlecker-Frauen und Karstadt-Verkäufern” über das Leben danach unterhalten. Die Ex-Minister Trittin, Müller und der grüne Gewerkschaftsfunktionär Bsirske werden sicherlich ihre Pensionen genießen und auch weiter unter Palmen über den “Raubtierkapitalismus” schwadronieren. Noch nie war Enteignung so schön, wie heute.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Nukeklaus hier




Zum Schieflachen: Klimaalarmistischer Diskussionsleitfaden “Ungewissheit gekonnt vermitteln”

Nun ist guter Rat natürlich teuer. Angesichts der kippenden wissenschaftlichen Faktenlage sehen sich die Klima-Lobbyisten immer stärkerer Kritik ausgesetzt. Die Klimaaktivistenplattform SkepticalScience hat nun für seine Anhänger einen Leitfaden zur Diskussion mit Andersdenkenden herausgegegeben, deren Lektüre zum mitleidigen Schmunzeln anregt:

Ungewissheit gekonnt vermitteln 
Hatten Sie schon irgendwann einmal Probleme damit, die Unsicherheiten beim Thema Klimawandel zu vermitteln? Sind sie frustriert über die Klima-Zweifler, die diese – in jedem komplexen wissenschaftlichen Gebiet vorkommende – Ungewissheit als Rechtfertigung ausnutzen, um politische Antworten hinauszuzögern? Dann ist “Ungewissheit gekonnt vermitteln” der richtige Ratgeber für Sie.

Nochmals: Dies ist kein Witz. Dies ist die Einleitung einer realen auf SkepticalScience vorgestellten Broschüre, auf die uns Leser Mr.U. dankenswerterweise hinwies. Mitverfasser der Handlungsanweisung ist der Hardcore Aktivist und experimentelle Psychologieprofessor Stephan Lewandowsky. Hier die Zehn – Verzeihung, Zwölf – Gebote der ungewissen Klimadiskussionsgesprächsführung:

1. Steuern Sie die Erwartungen Ihrer Zielgruppe

Soll heißen: Stellen Sie sicher, dass die Diskussionspartner nicht merken, wie wackelig das ganze Klimakatastrophengebäude ist. Am besten wäre es, wenn sie schon bei der bloßen Erwähnung eines heißen Sommertages Klimaalarmkrämpfe bekämen.

2. Beginnen Sie mit dem, was Sie wissen, nicht mit dem, was Sie nicht wissen

Problematisch, denn für die meisten klimaalarmistisch Diskutierenden wäre dann nämlich die Diskussion ziemlich schnell zuende. Testdiskussionen auf der Klimaretter-Webplattform zeigen dies in erschreckender Weise.

3. Stellen Sie den wissenschaftlichen Konsens deutlich heraus

Oder andersherum: Vermeiden Sie es tunlichst, die vielen Diskrepanzen und Probleme des klimaalarmistischen Konzepts zu erwähnen. Versuchen Sie Ihre Gesprächspartner vom Elefanten im Raum abzulenken. 

4. Verlagern Sie den Schwerpunkt von “Ungewissheit” zu “Risiko”’

Erstellen Sie ein totgefährliches Alarmszenario, das die gesamte Erde auslöscht, auch wenn das Risiko nur 0,03 Promille beträgt. Für etliche Zeitgenossen ist dies schon genug, ihr Leben vollkommen umzukrempeln. Vermeiden Sie dabei auf jeden Fall, andere nichtklimatische Probleme zu erwähnen, die bereits heute real existieren, also ein 100%-’Risiko’ darstellen. Die dem Klimawandel zugedachten Gelder fehlen der Bekämpfung der aktuellen Missstände. Stichworte sauberes Trinkwasser, Bildung, Diskriminierung, schlechte Staatsführung, Umweltverpestung durch Abrennen von tropischem Regenwald zum Anbau von Palmöl, etc. etc.

5. Machen Sie deutlich, über welche Art von Ungewissheit Sie reden
Eine häufige Strategie derjeniger, die den wissenschaftlichen Konsens ablehnen, ist es, absichtlich Verwirrung zu stiften und verschiedene Arten der Ungewissheit in einen Topf zu werfen. Es ist deshalb entscheidend, dass Sie deutlich machen, über welche Art von Ungewissheit Sie reden – Ursachen, Auswirkungen, Politik oder Lösungen – und die jeweils passende Sprache einzusetzen.

Was ist das für ein Unsinn?

6. Verstehen Sie, was die Meinungen der Leute zum Klimawandel beeinflusst
Die Ungewissheit über den Klimawandel ist bei Personen höher, die bei ihren politischen Werten nach rechts tendieren. Es gibt mittlerweile jedoch eine zunehmende Zahl von Forschungsergebnissen, die Wege aufzeigen, wie über den Klimawandel so berichtet werden kann, ohne dass das konservative Wertesystem bedroht wird, oder das eine Sprache verwendet wird, die bei Personen, die von Werten rechts der Mitte geprägt sind, Anklang findet.

Trick 17

7. Die wichtigste Frage zu Auswirkungen des Klimawandels ist “wann” und nicht “ob”

Falsch. Die wichtigste Frage ist “wieviel”. Welchen Wert hat die CO2-Klimasensibilität?

8. Verwenden Sie Bilder und Geschichten

Eines Tages ging Tante Trixi mit Hund Bello einkaufen. Auf dem Weg zum Kaufmannsladen wurden sie von einer Dürre überrascht. Schuld daran waren all die bösen Nachbarn von Tante Trixi, die mit dem Auto zur Arbeit fuhren und damit das Klima auf dem Gewissen hatten. Daraufhin beschloss sie, Klimaaktivistin zu werden. In unregelmäßigen Abständen stoch sie seither Autoreifen auf, um die Leute vom klimaschädlichen Autofahren abzuhalten. Anlässlich der Weihnachtsfeier erhielt Trixi die Große Klimaauszeichnung am grünen Bande.

9. Heben Sie die “positiven” Seiten der Ungewissheit hervor

Wieso sollte es positiv sein, wenn auf dieser wackeligen Basis weitreichende gesellschaftliche Veränderungen begründet werden?

10. Kommunizieren Sie effektiv über die Auswirkungen des Klimawandels

Dürfte schwierig sein, wenn die wissenschaftlichen Fakten so uneindeutig sind.

11. Führen Sie eine Unterhaltung und kein Streitgespräch
Trotz der überproportionalen Aufmerksamkeit, die “Skeptikern” in den Medien eingeräumt wird, reden oder denken die meisten Menschen vergleichsweise wenig über den Klimawandel nach. Dies bedeutet, dass schon alleine eine Unterhaltung über den Klimawandel – aber kein Streitgespräch oder eine simple Wiederholung eines Slogans – eine wirksame Methode hin zu mehr Engagement sein kann.

Der pure Hohn. Die Medien sind noch immer fest in der Hand der Klimaalarmisten. Meist verwehren sich die Aktivisten sogar einer Diskussion. Ist das wirklich alles, was die Aktivistenseite zu bieten hat? Aufforderung zur “simplen Wiederholung eines Slogans“?

12. Erzählen Sie eine menschliche Geschichte und keine wissenschaftliche

Warum? Weil die Wissenschaft den Klimaalarm nicht mehr deckt. Daher muss jetzt Tante Trixi ran.

Übernommen von Die kalte Sonne hier