Umweltgutachten 2016 des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung

Aufgaben des SRU

[6] Der 1971 von der Bundesregierung eingerichtete Sachverständigenrat für Umweltfragen hat den Auftrag, die Umweltsituation in Deutschland zu bewerten und Handlungsempfehlungen zu aktuellen Fragen der Umweltpolitik zu geben. Er übergibt dem Bundesumweltministerium alle vier Jahre ein umweltpolitisches Gesamtgutachten und erarbeitet darüber hinaus Sondergutachten, Kommentare und Stellungnahmen.

Um sich die Orientierung des Sachverständigenrates klar zu machen reicht die Sichtung seiner Publizierungen:

SRU Homepage[5] (Beispiele):

— Pressemitteilung: Transformationen anstoßen, Zielkonflikte entschärfen: Umweltrat gibt Impulse für eine integrative Umweltpolitik

— Dieselgate als Chance für Elektromobilität

— Weg von der Kohle: Der SRU fordert einen "nationalen Konsens" über einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung

und zwei Folienseiten aus einem Vortragsfoliensatz des SRU[4]: „Die Energiewende braucht den gestalteten Kohleausstieg“.

In diesen Folien ist ein reines Wunschkonzert komponiert, welches alle Kosten- und physikalischen Betrachtungen unberücksichtigt lässt. Hintergrundinformation dazu [7] und: Elektro-Energiespeicherung, Notwendigkeit, Status und Kosten. Teil 3

Bild: Zwei Seiten aus dem Vortragsfoliensatz des SRU[4], Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich: Die Energiewende braucht den gestalteten Kohleausstieg .

Entsprechend liest sich das Gutachten.

Unbelastet von ökologischen oder technischen Zwängen, bzw. diese vollkommen in Abrede stellend werden die ausschließlichen Segnungen einer grünen – hier „nachhaltig“ genannten – staatlichen Reglementierungspolitik und der als absolut notwendig angestrebten „ökologischen Transformation“ dargestellt und präsentiert.

Es war zu erwarten, dass eine Frau Umweltministerin Hendricks dies begrüßt. Zudem hat sie dafür gesorgt, dass auch die neue Besetzung von dieser Linie nicht abweicht.

[6] Bundesumweltministerin Hendricks: "Die Zusammensetzung des neuen Rates entspricht in hervorragender Weise den Anforderungen, die sich an eine zukunftsfähige Umweltpolitik stellen, insbesondere vor dem Hintergrund des notwendigen Wandels von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung.

In das neue Gremium wurden unter anderem berufen:

Frau Prof. Dr. Claudia Kemfert, DIW Berlin, für den Bereich Wirtschaftswissenschaften/Energie/Klimaschutz

— Herr Prof. Dr. Wolfgang Lucht, PIK Potsdam, für den Bereich Nachhaltigkeit/Erdsystemanalyse

Liest man das Umweltgutachten und die Äußerungen von Frau Hendricks dann stellt sich die Frage, warum neben den Grünen den Linken und Greenpeace eine SPD / CDU überhaupt noch erforderlich sind und nicht gleich zur Einheitspartei verschmelzen. Früher waren diese ein Garant gegen diktatorische Allüren, zu vielen sozialistischen (Wiederholungs-) Experimenten und Armut durch gezielte Verteuerung. Inzwischen bekommt man jedoch den Eindruck, auch diese Parteien sehnen sich geradezu danach.

SRU UMWELTGUTACHTEN 2016

[2] Einleitung

Die ökologischen Handlungsnotwendigkeiten in der EU und in Deutschland sind so groß, dass sie mit den bisherigen Ansätzen eines nachsorgenden oder selbst eines technisch-vorsorgenden Umweltschutzes alleine nicht mehr bewältigt werden können. Beim Klimaschutz und in vielen anderen Handlungsfeldern müssen Eingriffe in den Naturhaushalt substanziell vermindert werden, um wichtige Ökosystemleistungen aufrecht zu erhalten. Allerdings ist die Umweltpolitik mit starken Widerständen konfrontiert. Diese beziehen sich auf vermeintlich unnötige regulatorische Belastungen und Einschränkungen. So wird die Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie oder der Landwirtschaft durch zu hohe Kosten befürchtet. Oder es werden soziale Fragen wie die aktuelle Wohnungsnot oder die Energiearmut gegen eine effektive Umweltpolitik angeführt.

Solche Einwände bedürfen einer differenzierten Bewertung und gelegentlich auch einer deutlichen Zurückweisung.

[2] Vorreiterpolitik für eine ökologische Transformation

Die Energiewende mit dem Ziel einer weitgehenden Dekarbonisierung in allen energieverbrauchenden Sektoren bis zur Mitte des Jahrhunderts ist das prominenteste Beispiel hierfür. Ähnlich grundlegende systemische Änderungen sind aber auch hinsichtlich der Kreislaufführung wichtiger Ressourcen, der Flächenschonung oder einer naturverträglichen Landwirtschaft und Ernährungsweise erforderlich.

Der SRU ist der Auffassung, dass Deutschland aus den folgenden Gründen bei einem solchen nachhaltigen Umbau der Industriegesellschaft eine Vorreiterrolle einnehmen sollte: ….

Die folgenden Ausführungen sind im Wesentlichen der Rezension auf KLIMARETTER.INFO entnommen.

Dekarbonisierung und zusätzlich auch CO2 von Konsumgütern zur Verteuerung mit einbeziehen

[1] Der SRU wirbt für eine "weitgehende Dekarbonisierung" aller Energie verbrauchenden Sektoren bis Mitte des Jahrhunderts.

Konsum in Emissionshandel einbeziehen

CO2-intensive Materialien wie Stahl oder Zement sollen danach nicht nur bei der Herstellung, sondern auch als Endprodukt für die verursachten Emissionen mit einer Abgabe belegt werden. Das soll beispielsweise für den Zement gelten, den ein privater Häuslebauer kauft, aber auch für den, der beim industriellen Bauen eingesetzt wird. Der Einsatz emissionsintensiver Materialien würde dadurch teurer werden.

Einkommensschwache Haushalte bekommen eine kostenlose Energieberatung gegen die steigenden Stromkosten

Unterstützung einkommensschwacher Haushalte

Der Umweltrat ist dafür, die – kürzlich verlängerte – Beratung einkommensschwacher Haushalte weiter zu stärken. Dies sei mit Programmen zum geförderten Austausch ineffizienter Haushaltsgeräte zu verknüpfen.

Steigende Strompreise sind zu begrüßen

Zwar seien, betonten die Experten, steigende Preise für Wärmeenergie zu begrüßen. Die heutigen mietrechtlichen Möglichkeiten könnten aber gerade für einkommensschwache Haushalte zu einer untragbaren Erhöhung der Kaltmiete führen, weil diese oft nicht durch geringere Wärmekosten ausgeglichen werde. Das Mietrecht solle daher deutlicher zwischen energetischer und wohnwertsteigernder Sanierung unterscheiden, fordert der Umweltrat.

Arme bekommen ein Stromkontingent zum Überleben, denn der Strompreis selbst soll hoch bleiben

Sorgen bereiten dem SRU offenbar auch die steigenden Strompreise. Zwar habe die Politik, heißt es im Gutachten, nur begrenzt Einfluss auf die Stromtarife – es sei aber möglich, die Zahlung des Grundpreises unmittelbar mit der Bereitstellung einer geringen Strommenge, eines "Inklusivkontingents", zu verbinden.

Mit einem "Inklusivkontingent" kann nach Ansicht des Sachverständigenrats die Situation einkommensschwacher Haushalte verbessert werden, ohne die ökologische Lenkungswirkung des Strompreises zu vermindern.

Strommessgeräte sollen den Armen (beim Rationieren) helfen

Strommessgeräte könnten ebenfalls helfen, weniger Strom in den Haushalten zu verbrauchen.

[2] Um den Flächenverbrauch deutlich zu reduzieren, müssen auf Bundesebene zentrale Weichen für eine wirksame Flächenpolitik gestellt werden:

Das Ziel sollte sein, den Flächenverbrauch bis 2030 auf netto null zu senken. Das bestehende Flächenziel der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie sollte in diesem Sinne fortgeschrieben werden.

Unbebaute Grundstück sollen zusätzlich besteuert werden

Es sollte geprüft werden, inwieweit bebaute und unbebaute Grundstücke zukünftig gleichmäßig mit Grundsteuer belastet werden können und daneben die Größe der Fläche einbezogen werden kann.

Ab 2030 soll keine neue Fläche mehr verbaut werden dürfen

[2] Um den Flächenverbrauch deutlich zu reduzieren, müssen auf Bundesebene zentrale Weichen für eine wirksame Flächenpolitik gestellt werden: – Das Ziel sollte sein, den Flächenverbrauch bis 2030 auf netto null zu senken.

Die Pendlerpauschale ist abzuschaffen weil sie den Flächenverbrauch unterstützt

Die Bundesregierung sollte bestehende Förderinstrumente überprüfen, um die Subventionierung des Flächenverbrauchs zu beenden. So wird beispielsweise der Flächenverbrauch durch die Pendlerpauschale indirekt gefördert.

Quellen

[1] KLIMARETTER.INFO 10. Mai 2016: Umweltrat will sozialen Stromtarif

[2] Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU): UMWELTGUTACHTEN 2016 Kurzfassung

[3] Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) Umweltgutachten Langfassung

SRU-Umweltgutachten 2016: "Impulse für eine integrative Umweltpolitik" (PDF, 10 MB, Datei ist nicht barrierefrei)

[4] Sachverständigenrat für Umweltfragen, Berlin CUTEC Institut, Technische Universität Clausthal, Kassel, 25. Oktober 2014, Symposium »Energiewende – viele ungelöste politische und technische Fragen«. Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich Foliensatz: Die Energiewende braucht den gestalteten Kohleausstieg

[5] SRU Homepage

http://www.umweltrat.de/DE/DerSachverstaendigenratFuerUmweltfragen/dersachverstaendigenratfuerumweltfragen_node.html

[6] BMUB Nr. 094/16 | Berlin, 27.04.2016: Umweltministerin Barbara Hendricks beruft neuen Sachverständigenrat für Umweltfragen

http://www.bmub.bund.de/presse/pressemitteilungen/pm/artikel/umweltministerin-barbara-hendricks-beruft-neuen-sachverstaendigenrat-fuer-umweltfragen/?tx_ttnews[backPid]=82

[7] EIKE 18.06.2015: Elektro-Energiespeicherung, Notwendigkeit, Status und Kosten. Teil 3 (Abschluss)

http://www.eike-klima-energie.eu/energie-anzeige/elektro-energiespeicherung-notwendigkeit-status-und-kosten-teil-3-abschluss/

EIKE 02.07.2015: Der Wind bläst stetig– die Sonne steht still – wenn mein starker Arm es will oder warum gehen in Bayern die Lichter (noch) nicht aus

http://www.eike-klima-energie.eu/energie-anzeige/der-wind-blaest-stetig-die-sonne-steht-still-wenn-mein-starker-arm-es-will-oder-warum-gehen-in-bayern-die-lichter-noch-nicht-aus/

EIKE 8.12.2015: Die neuen Energien im Jahr 2015 und im Jahr 2050 nochmals erklärt für Dummies Teil 1 Einspeise-Rückschau und Vorschau

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/die-neuen-energien-im-jahr-2015-und-im-jahr-2050-nochmals-erklaert-fuer-dummies/




CO2-,Verschmutzung‘ lässt den Planeten ergrünen

Darin wurde berichtet, dass dank jenes „Verschmutzers“ der Planet viel mehr Pflanzenwachstum hervorbringt, was sogar die schärfsten ideologischen, nicht Fleisch fressenden und oberklugen planetarischen Heilsprediger wirklich feiern sollten.

Wie viel mehr Pflanzenwachstum?

Nun, den 32 Forschern aus neun Ländern zufolge ergab sich während der letzten 35 Jahre eine „persistente und weit verbreitete Zunahme“ der Ergrünung um 25 bis 50% der „globalen, mit Pflanzen bewachsenen Fläche“. Weniger als 4% des Globus‘ zeigten einen Rückgang. Die 85% der eisfreien Landmasse der Erde, die von Grün bedeckt sind, nahm um 32% jener Menge zu.

Das zusätzliche Laub würde, wenn man es sich als einen Teppich vorstellt, zweimal das US-Festland überdecken. Falls man jetzt den Atem anhält und sich fragt, wie das sein kann, dann beruhige man sich bitte … und man sei dankbar.

Auf der Grundlage simulierter Modelle des Ökosystems ordneten die Forscher 70% dieses grünen Zuschusses den Düngungseffekten von CO2 zu. Weiteren Anteil daran haben 9% Stickstoff-Dünger und 4% Veränderung der Landbearbeitung, jedoch können diese nicht das beobachtete zusätzliche Waldwachstum erklären.

Eine Studie aus dem Jahr 2013 zum Thema Wälder in der gemäßigten und der borealen Zone auf der Nordhemisphäre (ebenfalls in Nature veröffentlicht) fand eine substantielle Zunahme der Effizienz bzgl. des Wasserverbrauchs während der letzten 20 Jahre. Diese Zunahme war viel größer als von den Biosphäre-Modellen prophezeit.

Man ordnete dies der verstärkten Photosynthese auf dem Ökosystem-Level zu, der Gesamt-Kohlenstoffaufnahme und verminderter Verdunstung.

Und dann kommt der Teil, der für manche Autoren des jüngsten Berichtes sehr schwer verdaulich ist. Den drittgrößten vorteilhaften Einfluss – 8% – schrieb man dem „Klimawandel“ zu. Diese Erkenntnis muss besonders für den Mitautor Philippe Ciais vom Laboratory of Climate and Environmental Sciences in Frankreich schmerzhaft sein, der auch als Autor für zuverlässig alarmistische Berichte des IPCC fungierte.

Getreu seiner Linie sagte Ciais: „Der Trugschluss des konträren Argumentes ist zweifach. Erstens, die vielen negativen Aspekte des Klimawandels werden nicht berücksichtigt. Zweitens, Studien haben gezeigt, dass sich Pflanzen an steigende CO2-Konzentrationen anpassen und der Düngungseffekt mit der Zeit immer mehr abnimmt“.

Nun also – nein! Er liegt mit beiden Aussagen völlig falsch.

Zum ersten „Trugschluss“ hat Judith Curry, ehemals Vorsitzende von Earth and Atmospheric Sciences am Georgia Institute of Technology, darauf hingewiesen, dass „es unzulässig ist, die Argumente der so genannten Contrarians auszublenden, reflektiert doch ihre Ablehnung des Konsens‘ Wertekonflikte und Bevorzugung der empirischen Beobachtungen gegenüber hypothetischen Projektionen von Klimamodellen“.

Und was die Behauptung angeht, dass der Düngungseffekt vorübergehender Natur ist: die führende Kapazität bzgl. CO2 und Pflanzenwachstum Craig Idso, Leiter des Center for the Study of Carbon Dioxide and Global Change, findet keinerlei empirische Beweise, um eine modellbasierte Behauptung zu stützen, dass die zukünftige Aufnahme von Kohlenstoff durch Pflanzen infolge steigender Temperaturen abnimmt.

Tatsächlich wurde in der realen Welt genau das Gegenteil beobachtet. Während der letzten 50 Jahre hat sich die globale Kohlenstoff-Aufnahme verdoppelt. CO2 steigert die Effizienz des Wasserverbrauches erheblich. Gesteigerte CO2-Düngung ermöglicht es den Pflanzen, der Luft bei der Photosynthese mehr Kohlenstoff zu entnehmen – weniger Wasser zu verlieren – oder beides. Die Photosynthese ist der Prozess, der Sonnenlicht und Nährstoffe im Boden zu Zucker konvertiert, welche das Leben treiben. Viele Pflanzen können Hitze auch viel besser vertragen, wenn das CO2-Niveau höher ist, ein Umstand, der durch Satellitenbeobachtungen von Wüsten und Savannen bestätigt worden ist, wo die Zunahme der Ergrünung augenfälliger ist als in nassen Gebieten.

Leitautor Zaichun Zhu von der Peking University sagte der BBC: „Die Ergrünung, von der in dieser Studie die Rede ist, hat das Potential, den Kreislauf des Wassers und des Kohlenstoffes im Klimasystem fundamental zu verändern“.

In vielen Gebieten der Welt wird ein wärmerer Planet zu mehr Niederschlag und längeren Wachstumszeiten führen. Dies wiederum führt zu weniger Todesfällen durch Verhungern und winterlicher Unterkühlung.

Und ja, auch wenn er in jüngster Vergangenheit nicht zu beobachten war, ist der Klimawandel sehr real. Trotz eines „rekordhohen“ atmosphärischen CO2-Niveaus gab es abgesehen von den El-Nino-Temperaturspitzen der Jahre 1998 und 2015 laut Satellitenmessungen keine statistisch signifikante globale Erwärmung seit fast zwei Jahrzehnten.

Nichtsdestotrotz ereignet sich dieser „Stillstand“ innerhalb eines fast zwei Jahrhunderte langen natürlichen Erwärmungstrends, der längst schon im Gange war, als im Zuge der Industriellen Revolution fossile Treibstoffe verbrannt und SUVs entwickelt worden sind.

Die gleichen fossilen Treibstoffe ersetzten den Gebrauch von Feuerholz, was wiederum zum Erhalt der Wälder beitrug, die aus dem CO2 auch den Sauerstoff freisetzen, von dem wir und Bambi so abhängig sind und der auch zu zusätzlichem Pflanzenwachstum beiträgt.

Jesse Asubel, Direktor des Program for the Human Environment an der Rockefeller University, entwirft diese Perspektive: „Die globale Ergrünung ist heutzutage der wichtigste ökologische Trend auf der Erde. Die Biosphäre auf dem Festland erweitert sich um zwei Milliarden Tonnen Jahr für Jahr – vielleicht sogar noch mehr“.

Von dieser Art „Verschmutzung“ brauchen wir also noch viel mehr, und sie verdient eine ganze Welt voller Dankbarkeit.

Link: http://www.cfact.org/2016/05/09/co2-pollution-is-greening-the-planet/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Die UNEP* hat nachgerechnet und meldet: Der Klimafonds benötigt nicht 100 Milliarden Dollar jährlich, sondern 500 Milliarden

KLIMARETTER.INO berichtet[1] Klimafinanzierung wird fünfmal so teuer

Bislang gingen die Experten davon aus, dass dafür in den Entwicklungsländern pro Jahr bis zu 100 Milliarden US-Dollar nötig sind. Eine neue Untersuchung des UN-Umweltprogramms Unep in Nairobi zeigt nun, dass die Kosten voraussichtlich deutlich höher liegen werden. Bis 2030 steige die Summe auf 140 bis 300 Milliarden jährlich, bis 2050 sogar auf 280 bis 500 Milliarden.

Der neue UNEP-Report belegt, dass die Anpassungskosten über die nächsten Jahrzehnte deutlich steigen werden, und zwar auch, wenn das im Paris-Abkommen verankerte Erwärmungslimit von zwei Grad eingehalten wird. Bei stärkerem Anstieg lägen die nötigen Summen sogar noch höher, warnen die Experten. Ohne Klimaschutz-Maßnahmen wird eine Erwärmung um bis zu vier Grad erwartet.

Unep-Vizedirektor Ibrahim Thiaw sagte bei der Vorstellung des Reports in Rotterdam: "Es ist wichtig, dass die Regierungen verstehen, wie hoch die Kosten der Anpassung an den Klimawandel sind."

Es lohnt kaum, im Report[2] nach vernünftigen Belegen zu suchen. Ein Fußnotenhinweis darin sagt es jedoch klar: Dass es so kommt (sobald die Verträge einmal unterschrieben sind) wusste doch jeder:

The Adaptation Finance Gap Report 2016 [2]

The World Bank EACC study estimated the costs of planned adaptation at US$70 billion to US$100 billion a year in the period 2010–2050 for developing countries (World Bank 2010). This study was cited in the IPCC 5th Assessment Report (Chambwera et al., 2014), although the IPCC report noted there was little confidence in these numbers, and that there was strong evidence of important omissions and shortcomings in data and methods, rendering these estimates highly preliminary.

[Übersetzung von Chris Frey: Die Studie der Weltbank EACC schätzte die Kosten der geplanten Anpassung mit 70 Milliarden Dollar bis 100 Milliarden Dollar pro Jahr ein, und zwar während des Zeitraumes 2010 bis 2050 für Entwicklungsländer (Weltbank 2010). Die Studie wurde im AR 5 des IPCC angeführt (Chambwera et al. 2014), obwohl das IPCC anmerkte, dass es nur wenig Vertrauen in diese Zahlen gebe und dass es starke Hinweise auf Auslassungen und Unzulänglichkeiten bei Daten und den Verfahren gibt. Dies macht diese Schätzungen höchst vorläufig.]

Auf KLIMARETTER.INFO wird vermittelt, dass dies selbstverständlich alleine die Auswirkungen des allgegenwärtigen und immer schlimmer werdenden Klimawandels seien. Dazu ein Foto mit einem um mehrere Meter höheren (fiktiven) Meeresspiegel (wegen des Copyrights leider hier nicht abbildbar), Bildtext: Kunstaktion: Die blaue Linie zeigt, wie hoch der Meeresspiegel an den Küsten steigt, wenn die Welt untätig bleibt.

Derzeit gibt es keinerlei Anzeichen für einen (über dem natürlichen Wert) steigenden Meeresspiegel [4]. Klimawandel-bedingte Unwetter nehmen ebenfalls nicht zu, sondern eher ab [3] [5] – wie es selbst der letzte IPCC-Report zugibt.

Parallel zeigt sich immer deutlicher, auf welcher katastrophalen Datenbasis die Zukunftsszenarien basieren [6][7] und wer sich die geradezu inflationär verbreitenden Vulnerabilitätsberichte genauer anschaut, bemerkt darin vor allem die großen Fehler der Projektionsbänder und völlige Gleichgültigkeit, sie bemerken zu wollen[8].

Somit kann man die Darstellung[1] nur als eine den wirklichen Daten widersprechende Information bezeichnen.

Für eine so vorbildliche political correctness wurde die Blog (mit-)Betreiberin Prof. C. Kemfert deshalb auch ganz aktuell zusammen mit einem Vertreter des PIK in den Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) berufen. Es lohnt sich also wieder, von der Politik vertretene Darstellungen ohne Wenn und Aber zu unterstützen.

Der Autor vermutet hinter der Kostenexplosion des Klimafonds jedoch ganz andere – aber bestimmt nicht vom sich stetig wandelnden Klima verursachte – Gründe. In der Artikelreihe über die (nicht) untergehenden Inseln [4] lassen sich welche nachlesen.

*United Nations Environment Programme

[1] KLIMARETTER.INFO, 11. Mai 2016: Klimafinanzierung wird fünfmal so teuer

[2] UNEP 2016. The Adaptation Finance Gap Report 2016. United Nations Environment Programme (UNEP), Nairobi

[3] EIKE 13.01.2016: Munich Re Presseinfo: Natur fordert mehr Opfer – Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Hitzewellen haben 2015 deutlich mehr Menschenleben gekostet als im Vorjahr

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/munich-re-presseinfo-natur-fordert-mehr-opfer-naturkatastrophen-wie-erdbeben-ueberschwemmungen-und-hitzewellen-haben-2015-deutlich-mehr-menschenleben-gekostet-als-im-vorjahr/

[4] EIKE 14.12.2015:

Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 3 Die Marshall-Inselgruppe – (kein) Beispiel für einen Untergang

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/gehen-die-suedseeinseln-wirklich-wegen-des-klimawandels-unter-teil-3-die-marshall-inselgruppe-kein-beispiel-fuer-einen-untergang/

[5] EIKE 27.03.2016: Nachgesehen: Anzahl Tornadoopfer in den USA fast auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Zählung um 1875

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/nachgesehen-anzahl-tornadoopfer-in-den-usa-fast-auf-dem-niedrigsten-stand-seit-beginn-der-zaehlung-um-1875/

[6] EIKE 11.05.2016: Die Problematik der Temperaturrekonstruktion Eine beispielhafte Sichtung dazu anhand des Projektes PAGES 2k

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/die-problematik-der-temperaturrekonstruktion-eine-beispielhafte-sichtung-dazu-anhand-des-projektes-pages-2k/

[7] EIKE 20.04.2016: Klimamodelle rekonstruieren Niederschlagsentwicklungen nur mit gröbsten Fehlern

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/klimamodelle-rekonstruieren-niederschlagsentwicklungen-nur-mit-groebsten-fehlern/

[8] EIKE 07.02.2016: Der Himmel fällt uns auf den Kopf und ohne die Glaskugel im Computer würden wir es nie erfahren

Rezension: UBA Studie 24/2015 Die Vulnerabilität Deutschlands gegenüber dem Klimawandel

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/der-himmel-faellt-uns-auf-den-kopf-und-ohne-die-glaskugel-im-computer-wuerden-wir-es-nie-erfahren/




Das ZDF zu Tschernobyl

Der ZDF-Bericht wäre anders ausgefallen, hätte man solche Informationsquellen genutzt. Statt dessen wurden nur die Ansichten eines russischen „Grünen“, Alexei Jablokow, und des Korrespondenten Winand Wernicke verbreitet. In der Sendung um 14.00 Uhr kam noch eine ganz obskure Person aus der alternativen Strahlenszene zu Wort, Prof. Lengfelder. Wieso stützt sich ein öffentlicher Sender nur auf Scharlatane und Laien, während Wissenschaftler, welche in der Tradition von nunmehr 100 Jahren ernsthafter Strahlenforschung stehen, nicht berücksichtigt werden?

  1. Videoauszug der ZDF heute Sendung vom 26.4.16 zu den Opfern von Tschernobyl
  2. ♦ Es gab in 25 Jahren über 1 Million Tote
  3. ♦ Es gab über 2 Millionen Fehlgeburten
  4. ♦ Unter den Folgen leiden Mensch und Natur bis heute
  5. ♦ Auf dem Reaktorgelände kann man sich nur einige Stunden lang aufhalten

Zu 1) Die Zahl von 1 Million Todesopfern:

Das wären dann fast so viele, wie die 1,25 Millionen Verkehrstoten der ganzen Welt pro Jahr. Wer gegenüber Zahlenangaben grundsätzlich misstrauisch ist, wird sagen: Auch diese 1,25 Millionen sind nicht plausibel. In Deutschland leben 1,1 % der Menschheit, also rund 1 %, und wir hatten 2015 fast 3.500 Verkehrstote. In der Welt müssten es dann weniger als das Hundertfache sein, da es in den meisten Ländern nicht so viele Autos gibt, also unter 350.000. Aber die Zahl 1,25 Millionen stammt von der Weltgesundheitsorganisation und lässt sich erklären. Anderswo fährt man rücksichtsloser. Iran z.B. hat etwa so viele Einwohner wie Deutschland, weit weniger Autos, aber 5 – 6mal mehr Verkehrstote pro Jahr.

Wollte man also vorzeitige Todesfälle vermeiden, müsste man die Verkehrssicherheit in der Welt auf unseren Stand bringen und nicht etwa Kernkraftwerke abschalten, selbst wenn das mit der Million stimmen würde.

Aber die Million ist völliger Unsinn. Alle Zahlen über 60 von Todesopfern wurden auf zweifelhafteste Weise berechnet, oft auch einfach nur behauptet. Berechnungen beruhen auf dem Konzept der Kollektivdosis. Eine Einwirkung könne noch so gering sein, wenn man sie mit einer entsprechend hohen Zahl von Personen multipliziert, wäre das Ergebnis wieder das gleiche.

Lässt sich solch eine einfache Vorstellung auf biologische Systeme anwenden? Wohl kaum. Jemand verliert 5 l, also 5.000 ml Blut und ist damit tot. 1.000 Personen verlieren je 5 ml, also gibt es unter den 1.000 genau einen Todesfall? Natürlich nicht. Bei Strahlen ist die Einwirkung auf die Zellen unspezifisch, das heißt, die Wirkung unterscheidet sich nicht von der Wirkung anderer Einflüsse, die sehr viel häufiger sind. Wie bei kleinen Wunden kann man davon ausgehen, dass alles repariert wird.

Aber selbst die unwahrscheinliche Vorstellung, dass kleinste Dosen noch eine Wirkung haben (LNT – linear no threshold) und nur mit einer genügend hohen Zahl von Betroffenen multipliziert werden müssen, führt nicht zu der Million Tschernobyl-Opfern. Im äußersten Fall, wenn man voraussetzt, dass jede messbare Dosis, auch wenn sie weit unter dem natürlichen Strahlenniveau liegt, noch eine Wirkung hat, ist das Ergebnis: 30.000 Tote.

Das „Chernobyl Forum“ von 2003 bis 2005, an dem u.a. WHO und UNSCEAR teilnahmen, berechnete mittels des Kollektivdosis-Konzepts 4.000 Todesfälle. Der Unterschied zu dem Wert 30.000 rührt daher, dass keine Personen einbezogen wurden, deren Dosen gegenüber dem natürlichen Strahlenpegel ganz geringfügig waren.

Man liest immer wieder: Wirkungen bis zu kleinsten Dosen sind erwiesen. Das geht gar nicht. Schon bei der relativ hohen Dosis von 100 mSv liefert die Rechnung 5 Krebsfälle pro 1.000 Personen. Da aber leider 200 bis 300 Menschen von 1.000 sowieso Krebs bekommen, sind die angeblichen 5 zusätzlichen darunter nicht zu entdecken.

Alle seriösen Arbeiten weisen darauf hin, dass diese hypothetischen Fälle gar nicht existieren müssen, es spräche viel dafür, dass die wirkliche Zahl Null ist.

Wie kommen aber nun Jablokow, wie auch Greenpeace, IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) und andere zu ihren extrem hohen Opferzahlen? Indem sie eben nicht von einer linearen Dosis-Wirkungs-Beziehung ausgehen, sondern, völlig aus der Luft gegriffen, eine verstärkte Wirkung gerade bei kleinen Dosen behaupten.

Zu 2) Fehlgeburten

Nach Jablokow gab es über 2 Millionen Fehlgeburten mehr durch Tschernobyl. Diese Zahl ist offensichtlich frei erfunden. Fehlgeburten werden nirgends vollständig erfasst.

Zu 3) Unter den Folgen leiden Mensch und Natur noch immer?

Am stärksten betroffen waren die Einwohner der bald nach dem Unglück evakuierten Gebiete. Deren Lebensdosis kann einige 100 mSv betragen. Nun sind unterhalb einer Schockdosis von 100 mSv keine biologischen Wirkungen nachweisbar. Einige 100 mSv, gestreckt über das ganze Leben, können daher keine Wirkung hervorbringen. Nur die künstlich erzeugte Angst macht Menschen krank. Da man Tieren und Pflanzen nichts vorlügen kann, zeigt die Natur heute keine Schäden mehr.

Zu 4) Aufenthalt auf dem Reaktorgelände

Nach Herrn Wernicke kann man sich nur einige Stunden auf dem Reaktorgelände aufhalten. Das gilt aber nur für ihn, vielleicht war er in Eile und musste noch von einem anderen Ort Unzutreffendes berichten. Die Strahlung war jedenfalls kein Grund, den Besuch zu verkürzen. Ich habe mich im Jahr 2014 mit einer kleinen Gruppe von 5 Leuten 7 Stunden im Sperrgebiet aufgehalten. Einer von uns kam aus USA.

Unser Aufenthalt brachte uns weniger Dosis als der Flug Amsterdam – Kiew. Allerdings gibt es kleine Stellen mit höherer Dosis. Hätten wir die 7 Stunden auf dem Gelände eines ehemaligen Kindergartens zugebracht, wäre unsere Dosis 35 µSv (Mikrosievert) gewesen, also etwas mehr, als unser Mitreisender ab Houston auf seinem Dosimeter durch den Flug hatte.

Abb. 1 Dosis in µS verschiedener Aktivitäten

Den absoluten Spitzenwert von 12 µSv pro Stunde fanden wir in einem Moospolster. Würde dort ein Käfer ständig leben, hätte er eine Jahresdosis von 105 mSv. Auf 1 Jahr verteilt ist das nicht schlimm, denn nur, wenn diese Dosis innerhalb kurzer Zeit einwirkt, können sich bei Säugetieren geringe biologische Effekte zeigen. Insekten vertragen mehr.

Die Behauptung, im Sperrgebiet von Tschernobyl könnte man sich nur ein paar Stunden aufhalten, zeugt von grenzenloser Unkenntnis oder grenzenloser Unehrlichkeit. Schließlich leben dort längst wieder Menschen.

O tempora, o mores! (Was für Zeiten, was für Sitten!) klagte Cicero im alten Rom. Dort lief einer namens Catilina herum, richtete großen Schaden für die Allgemeinheit an, konnte sich aber frei bewegen und Volksreden halten. Ein Staatsmann, eben Cicero, sorgte jedoch dafür, dass Catilina erledigt wurde. Wer dagegen bei uns Schaden anrichtet, sinnlos Angst erzeugt, unsere Stromversorgung ruinieren will, hat die „Staatsmänner“ hinter sich.

Man sagt manchmal: „Zustände wie im alten Rom“. Nein, schlimmer.




Zusammenbruch von SolarCity (SCTY) – wird Elon Musk jetzt überschätzt?

Angesichts des weiteren Rückgangs der Tesla-Anteile um 7% nach nicht eingetretenen Gewinn-Erwartungen hat Musks Netzwerk mit Sicherheit einen schweren Schlag erlitten. Natürlich haben wir keinerlei Mitleid mit dem Gründer, dem Nach-Wie-Vor-Milliardär von Tesla, SpaceX und Paypal, aber die Investoren fangen an, Fragen zu stellen über die wirkliche Realität des wahrgenommenen „Musk-Effektes“.

Eines wollen wir hier klarstellen: Elon Musk ist ein Genie. Der Mann war eine revolutionäre Kraft beim Vorankommen unserer Gesellschaft, und seine Luftschlösser über die Fähigkeit der Menschheit sind inspirierend. Nichtsdestotrotz wird immer klarer, dass Musks Rückhalt ein Unternehmen nicht automatisch zu einem Rendite-Garanten macht.

Das Tesla-Problem

Das vielleicht besorglichste Thema für Musk sind die unverändert bestehenden Schwierigkeiten von Tesla. Musk selbst hat am lautesten über Tesla geredet sowie Elektroautos allgemein. Dabei ging er sogar so weit zu sagen, dass das Unternehmen im Jahre 2025 genauso viel wert sein wird wie Apple heute. Jetzt fangen viele Kritiker an zu argumentieren, dass Musks Rhetorik den Wert von Tesla auf Jahre hinaus künstlich aufgebauscht hat.

Das Problem mit Tesla ist, dass das Unternehmen mit dem Verkauf von Autos einfach nicht genug Geld verdient. Vieles trägt zu den geringen Verkaufszahlen bei, von denen eines das lächerlich hohe Preisschild [price-tag] ist, das mit dem Kauf eines Tesla einhergeht. Aber keine Angst! Elon Musk und sein unter 30.000 Dollar teures Modell 3 kommen zur Rettung!

Außer dass es wirklich nicht so einfach ist, und das Modell 3 ist selbst ein wunderbares Beispiel dafür, wie mächtig Musks Worte sein können. Investoren sind über das Modell 3 regelrecht in Verzückung geraten, glaubten sie doch, dass Tesla endlich das bezahlbare Fahrzeug entwickelt hatte, das für einen normalen Menschen attraktiv ist und das die Verbrauchszahlen ankurbeln könnte. In Wirklichkeit würde Tesla mit der Produktion des Modells 3 nicht vor Ende 2017 anfangen. Bis dahin dürfte der von der öffentlichen Hand gewährte Steuervorteil, welcher den Preis des Autos unter 30.000 Dollar drückt, längst abgeschafft sein (hier).

Überbewertung von SolarCity

Was Investoren jetzt unbedingt erkennen sollten ist, dass es kein Bonus mehr sein sollte, in SolarCity zu investieren, nur aufgrund der Verbindung mit Musk. Während der jüngste Bericht des Unternehmens diesen Punkt unterstreicht, gab es schon den ersten Hinweis hierauf, als Tesla verkündet hatte, dass seine neue Solar-Batterie mit Solarpaneelen auf dem Dach einfach nicht zusammenpasste (hier).

Obwohl Musk den Vorsitz führt, hat sich SolarCity offiziell entschieden, die neuen Tesla-Batterien nicht zu verwenden. An diesem Punkt scheint die mögliche Verbindung zwischen SolarCity und Tesla, einst als der beste Trieb für SCTY-Anteile gepriesen, lockerer zu sein als je zuvor.

Wie viel für eine Idee?

Eindeutig unbestreitbar ist, dass Musk eine unglaubliche „Ideen-Fabrik“ ist. Sein noch nicht öffentliches Weltraumerkundungs-Venture, SpaceX, revolutioniert gerade den bemannten Raumflug, entwickelt er doch Raketen, die sicher wieder zur Erde zurückkehren und dann erneut verwendet werden können.

Natürlich wirft SpaceX nicht notwendigerweise sofort irgendwelche Profite ab. Allerdings glaubt Musk, dass das Unternehmen innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre einen Mann zum Mars bringen wird, und falls es SpaceX gelingt, seine Rakete wieder zu verwenden, wird dies die Welt der Weltraumerkundung für immer verändern, und das Unternehmen wird zum Steuermann kommerzieller Raumfahrt.

Eine weitere grandiose Idee von Musk kam daher in Gestalt einer Herausforderung an Ingenieure im Jahre 2013, als er es wagte, jemanden von seinem Traum eines Hochgeschwindigkeits-Transportsystems zu überzeugen, das auf der Basis von unter Druck stehenden Röhren funktioniert. Ein Unternehmen, nämlich Hyperloop Technologies, sagt, dass es kurz davor stehe zu demonstrieren, dass diese Technologie funktioniert, und demnächst werde man in einem Live-Ereignis den Fortschritt belegen, gesponsert von SpaceX.

Unter dem Strich

SolarCity strampelt, Tesla strampelt. Elon Musk ist nicht der König Midas, der Unternehmen perfekt macht. Stattdessen werden diese Musk-Marken wie alle anderen Geschäftsbereiche, in denen öffentlich gehandelt wird, sich auf einen Weg konzentrieren müssen, die Profite steigen zu lassen und den Anteilseignern Werte zukommen zu lassen. Musks Zauberei kann nicht mehr alles richten.

Link: http://www.nasdaq.com/article/as-solarcity-scty-crashes-is-elon-musk-overrated-cm619241

Das Thema ist in den USA ziemlich verbreitet. Unter Anderem findet sich folgender Beitrag, der so zusammengefasst wird:

Das wirkliche Problem mit Tesla-Autos ist, dass eigentlich niemand sie kauft. Nun, nicht direkt. Deren Herstellung ist schwer subventioniert – und deren Verkauf ist schwer subventioniert. Tesla verdient auch kein Geld mit dem Verkauf von Autos. Es verdient Geld mit dem Verkauf von „Kohlenstoff-Zertifikaten“ [carbon credits] an reale Autofirmen, die funktional und ökonomisch zuverlässige Autos bauen, die sich den Erwartungen zufolge verkaufen – welche aber keine „Null-Emissionen-Fahrzeuge“ sind. Es wird geschätzt, dass Musks verschiedene Unternehmungen – einschließlich seines neuen Werkes SolarCity für Solarpaneele und SpaceX – den Steuerzahler bereits mindestens 4,9 Milliarden Dollar gekostet haben, wobei etwa die Hälfte davon an Tesla geflossen ist. – Eric Peters, The Detroit News, 9. Mai 2016

Übersetzt von Chris Frey EIKE