Als der Meeresspiegel doppelt so schnell anstieg – nur weil eine Studie nicht richtig gelesen wurde

Der FOCUS meldete voller Bestürzung (es war die wichtige Zeit nach dem Klimagipfel und vor der Unterschrift des Klimavertrages in Paris):

FOCUS [1] Auswirkung des Klimawandels

Bisher unterschätzt: Meeresspiegel steigt doppelt so stark wie bisher vermutet

Eine Studie deutscher Forscher zeigt Bedenkliches. Sie haben herausgefunden, dass der Meeresspiegel wegen des Klimawandels weltweit deutlich stärker ansteigt, als bisher vermutet.

Der weltweite Anstieg der Meeresspiegel durch die Klimaerwärmung ist einer Studie zufolge bislang deutlich unterschätzt worden. Vermutlich sei er doppelt so hoch wie bislang gedacht, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie deutscher Forscher in der US-Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Das notwendige Schreckensszenario durfte dazu natürlich nicht fehlen:

[1]… Dies könnte schwere Folgen haben. … Zunahme schwerer Stürme möglich

Nach dem obligatorischen Schock (hat der Autor etwas so Wichtiges zum AGW-Klimawandel übersehen und nicht auf EIKE gemeldet?) kam die Entwarnung.

Eine andere Quelle klärt auf (ein Lob dem Internet, das unsere Qualitätsmedien immer mehr ersetzen hilft).

[2] wetter.de (Hervorhebungen durch den Autor):

In vielen Medien konnte man von einer Studie hören oder lesen, dass der Meeresspiegel doppelt so stark ansteigen würde, als bislang vermutet. Doch die Studie wurde völlig falsch interpretiert.

Was die Studie eigentlich aussagt ist, dass die Ausdehnung des Meerwassers aufgrund seiner Erwärmung bislang unterschätzt wurde.
In der Vergangenheit war man davon ausgegangen, dass die Erwärmung des Wassers ungefähr 0,7 Millimeter zum jährlichen Meeresanstieg von 3 Millimeter beiträgt. Das Ergebnis der Studie beweist nun jedoch,
dass der Anteil doppelt so hoch ist. 1,4 Millimeter, also fast die Hälfte des Meeresanstieges kommt durch das erwärmte Wasser, das mehr Platz in Anspruch nimmt. An der Gesamthöhe des Meeresspiegel-Anstiegs ändert das jedoch nichts.

Man könnte also mit ruhigem Gewissen über diese Meldungsente des FOCUS hinwegsehen und sich allerhöchstens überlegen, ob sich der Kauf einer solchen Zeitschrift wirklich lohnt.

Was dem FOCUS jedoch nicht aufgefallen ist, sich aber jeder fragt der das Thema kennt:

Wenn diese Studie recht hat, müssen im Gegenzug alle Meldungen über verstärkt schmelzende Pole (Grönland- und Antarktis-Festlandeis) vollkommen falsch sein. Denn damit wurde der Anstieg bisher ja erklärt. Aber keine Sorge, dass dies nicht unwahrscheinlich ist, ist schon länger bekannt:

kaltesonne [3]: Antarktischer Eisschild schmilzt wohl doch langsamer als gedacht

Ein internationales Forscherteam um Erik Ivins vom Jet Propulsion Lab im kalifornischen Pasadena hat sich nun die isostatische GIA-Korrektur näher angeschaut und auf Basis von neuen Überlegungen und Daten überarbeitet. Die Ergebnisse veröffentlichten Sie vor kurzem (2013) im Journal auf Geophysical Research. Dabei bestimmten sie auf Basis der Daten des letzten Jahrzehnts, dass die antarktische Eisschmelze im schlimmsten Fall einen Beitrag von 0,16 mm pro Jahr am weltweiten Meeresspiegelanstieg besitzt. Dies ist signifikant weniger als der Weltklimarat in seinem letzten Klimabericht von 2007 veranschlagt hat. Damals ging der IPCC noch von einem antarktischen Meeresspiegel-Beitrag von im schlimmsten Fall 0,56 mm pro Jahr aus (Tabelle SPM1 des IPCC AR4-Berichts).

Fast interessanter als der Inhalt ist die Begründung:

[3] Dies ist die sogenannte glacial isostatic adjustment (GIA). Und eben dieser Wert ist nicht einfach zu ermitteln. Die Unsicherheit beträgt hierbei 50-150 Milliarden Tonnen pro Jahr (Gigatonnen/Jahr). Dies ist kein Pappenstiel, der bisher angenommene Schmelzbetrag für die Gesamtantarktis beträgt lediglich 26 Gigatonnen pro Jahr. Da ist die Unsicherheit um ein Mehrfaches höher als das angebliche Datensignal, was nicht gerade Vertrauen in die Ergebnisse stiftet.

Dem Autor ist dies auch schon aufgefallen. Das nämlich die Messfehler der Eis-Volumensmessungen ein Vielfaches der angeblich sicheren Aussagen betragen (bezog sich auf eine AWI „Schmelzmeldung“).

Aber wo käme man hin, einfach klein beizugeben nur weil ein paar Unentwegte an AGW-Dogmen zu rütteln wagen. Wenn die einen weniger sagen, wird der AGW-Turbo eben erhöht. Simulationen schaffen das mit Leichtigkeit. Und 10 mal mehr ist wenigstens eine runde, für jeden eingängige Zahl.

GreenTech [4]: Eisschilde schmelzen zehnmal schneller

Der Meeresspiegel könnte in den nächsten 50 Jahren um drei Meter steigen, zeigt die neueste Studie des renommierten Klimaforschers James Hansen. Sich auf eine Erderwärmung um bis zu zwei Grad festzulegen, wie es im Pariser Klimaabkommen geschehen soll, sei "hoch gefährlich", findet Hansen und macht seine Ergebnisse schon vor einem Peer-Review-Verfahren öffentlich.

Was die Amis können, kann das deutsche PIK auch:

[5] PIK-Alarmmeldung: „Meeresspiegelanstieg: Zu groß zum Wegpumpen“, er könnte bis 2100 um 1,3 m steigen

Erinnerungen an die Waschmittelwerbung der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts werden wach und so muss es auch den Juden im Alten Testament gegangen sein, wenn sie sich bei einem Wochenendausflug nacheinander ihre Untergangs-Propheten anhörten.

Dass jede Meldung vollkommen andere Werte angibt stört beim AGW-Wandel nicht, Hauptsache es geht ausreichend alarmistisch aufwärts.

Wie man die Simulationen – und ausschließlich solche zeigen einen (über dem natürlichen Trend liegenden) Anstieg – kalibrieren will, wenn man nicht einmal den realen Zustand genau genug messen kann bleibt ein Rätsel. Aber das ist so Vieles beim AGW-Klimawandel, dass es nicht mehr auffällt.

Fazit

Man muss den FOCUS in Schutz nehmen. Bei den vielen immer neu sich ändernden „sicheren“ Zahlen des AGW-Klimawandels kommt man wirklich schnell durcheinander. Und Hintergrundwissen oder einfach etwas Recherche mit der man die Ungereimtheiten erkennen könnte – kann man von einem Leitmedien-Redakteur schließlich nicht verlangen.

Quellen

[1] FOCUS ONLINE, 26.01.2016: Auswirkung des Klimawandels Bisher unterschätzt: Meeresspiegel steigt doppelt so stark wie bisher vermutet

http://www.focus.de/wissen/klima/auswirkung-des-klimawandels-bisher-unterschaetzt-meeresspiegel-steigt-doppelt-so-hoch-wie-bisher-vermutet_id_5237767.html

[2] www.wetter.de: Falsche Meldung zum Meeresspiegel Durcheinander zur Studie über den steigenden Meeresspiegel

http://www.wetter.de/cms/falsche-meldung-zum-meeresspiegel-2664752.html

[3] kaltesonne, 15. Juni 2013 Antarktischer Eisschild schmilzt wohl doch langsamer als gedacht

http://www.kaltesonne.de/antarktischer-eissschild-schmilzt-wohl-doch-langsamer-als-gedacht/

[4] GreenTech Jul 24 2015: Eisschilde schmelzen zehnmal schneller

http://www.greentech-germany.com/eisschilde-schmelzen-zehnmal-schneller-a1862301

[5] EIKE 01.04.2016: PIK-Alarmmeldung: „Meeresspiegelanstieg: Zu groß zum Wegpumpen“, er könnte bis 2100 um 1,3 m steigen

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/pik-alarmmeldung-meeresspiegelanstieg-zu-gross-zum-wegpumpen-er-koennte-bis-2100-um-13-m-steigen/




Eine unbequeme Überprüfung: 10 Jahre später ist Al Gores Film noch immer alarmierend falsch

Gore warnte, dass Kohlendioxid-Emissionen die katastrophale globale Erwärmung erhöhen würden, was mehr extreme Wetter verursachen würde, Städte auslöschen und zum ökologischen Kollaps führen würde. Um die globale Erwärmung zu stoppen, muss der Mensch auf fossile Brennstoffe verzichten und im Grunde jeden Aspekt seines Lebens verändern.

Das Anschauen von „Eine unbequeme Wahrheit“ ist wie in der Zeit zurück zu gehen. Zurück zu einer Welt, in der Aufklapp-Handys cool waren und „Futurama“ [Zeichentrickserie, spielt zu Beginn des 31.Jh] noch neue Folgen drehte. Eine Welt, wo ein verbitterter Präsidentschaftskandidat versuchte, sich als Umwelt Kreuzfahrer neu zu erfinden.

Aber sind Gores Warnungen, die im Jahr 2006 auf viele alarmierend waren, wahr geworden?

Zu Ehren des bevorstehenden 10. Jahrestag, hat The Daily Caller „Eine unbequeme Wahrheit“ nochmal angeschaut, nur um zu sehen, wie gut Gores Warnungen der zukünftigen Klimakatastrophe mit der Realität einhergehen.

Gore reitet seit mindestens Ende der 1980er Jahre auf der globalen Erwärmung herum, aber erst 2006 entdeckte er eine Möglichkeit sich massiv zu bereichern,  indem er Filme dazu machte und in die staatlich geförderte grüne Energie investierte.

Gore eröffnet den Film, indem er über die Natur spricht, springt dann zu einer Präsentation, wo er das erste Bild zeigt, das je von der Erde aus dem Weltraum aufgenommen wurde. Von diesem Bild, springt er direkt zu alarmistischen Behauptungen über die globale Erwärmung.

Kilimanjaro hat immer noch Schnee

Einer der ersten eklatanten Behauptungen die Gore macht, ist über den Kilimandscharo in Afrika. Er behauptet, dass Afrikas höchster Gipfel schneefrei sein wird „innerhalb des Jahrzehnts.“ Gore zeigt Dias von Kilimanjaro’s Höhepunkt [der Schneebedeckung] in den 1970er Jahren im Vergleich zu heute, um daraus zu schließen, der Schnee verschwindet.

Nun, es ist schon ein Jahrzehnt und, ja, es ist immer noch Schnee auf dem Kilimandscharo, das ganze Jahr über. Man muss kein Wissenschaftler sein, um dies herauszufinden. Es reicht ein Blick auf die letzten Fotos die auf der Reise-Website TripAdvisor.com veröffentlich werden.

Im Jahr 2014 überwachten Ökologen aktuell Kilimanjaro’s Schneedecke und fanden, diese ist nicht einmal in der Nähe von Verschwinden. Die Schneedecke kann ein wenig geschrumpft sein, aber Ökologen sind zuversichtlich, es bleibt so für die absehbare Zukunft.

„Es gibt laufende mehrere Studien, aber die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass das Eis bei weitem nicht schmelzend ist“, Imani Kikoti, ein Ökologe am Mount Kilimanjaro National Park, auf eturbonews.com.

„So sehr wir uns einig sind, dass der Schnee über die Jahrhunderte zurückgegangen ist, sind wir uns aber einig, dass ein gesamtes abschmelzen nicht in naher Zukunft geschehen wird „.

Gore ließ die Erwärmungspause aus

Gore behauptet auch, der Temperaturanstieg durch Erhöhungen der vom Menschen verursachten Kohlendioxid-Emissionen würde „sich ohne Unterbrechung intensivieren.“ Er wechselte zu Hitzewellen, die häufiger werden, wie die eine 2003, die 35.000 Menschen in ganz Europa getötet hat.

Klingt erschreckend – bis Sie wirklich sehen, was mit der globalen Temperatur geschah, nachdem Gore‘s Film veröffentlicht wurde. Die globalen Temperaturen zeigten wenig bis gar keinen Erwärmungstrend.

In der Tat zeigen Daten der Oberflächentemperatur keine signifikante globale Erwärmung für einen Zeitraum von etwa 15 Jahren, der in den frühen 2000er Jahren beginnt.

Mit Satelliten erfasste Temperaturdaten zeigen, bis auf den aktuellen El Niño, keinen statistisch signifikanten Erwärmungstrend seit mehr als 21 Jahren.

Gores Film wurde direkt in der Mitte der so genannten globalen Erwärmungspause „Hiatus“ veröffentlich, die Gore ausgelassen hat.

Das Wetter ist nicht schlechter geworden

Gore wurde auch berühmt mit der Vorhersage, dass Stürme häufiger und intensiver werden wenn vom Menschen verursachte Emissionen die Ozeane erwärmen.

 „Natürlich, wenn die Ozeane wärmer werden, verursacht das stärkere Stürme „, sagte Gore in seinem Film. „Im selben Jahr, als wir diese Reihe von großen Hurrikanen hatten, setzen wir auch einen neuen Allzeitrekord für Tornados.“

Gores Film kam gerade, nachdem Hurrikan Katrina die Golfküste verwüstete. Aufnahmen von den Zerstörungen durch diesen Sturm wurden ausführlich in Gores Film gezeigt. Er erwähnt, wie die US mit Ausbrüchen von schweren Stürmen in den frühen 2000er Jahren getroffen wurde und wie Japan eine Rekordzahl von Taifunen erlebte.

„Die Versicherungswirtschaft hat dies bemerkt“, sagte Gore. „Deren Verluste steigen“.

Aber Gore Behauptung ist mehr Hype als eigentliche Wissenschaft, da Stürme nicht mehr extrem sind seit 2006, nicht einmal die Erkenntnisse des IPCC‘s unterstützen Gores Behauptung.

Der IPCC fand im Jahr 2013  „es gibt nur begrenzte Anhaltspunkte von Änderungen hin zu Extremen mit anderen Klimavariablen, seit der Mitte des 20. Jahrhunderts.“ Der IPCC fand auch „keine signifikanten beobachteten Trends in der globalen tropischen Zyklon Frequenz im vergangenen Jahrhundert“ und  „es wurden keine robuste Trends in der jährlichen Anzahl von tropischen Stürmen, Wirbelstürmen und schweren Hurrikane im Nordatlantischen Becken im letzten Jahrhundert identifiziert“.

Gore sollte diese Ergebnisse wohl ernst nehmen, da er den Nobelpreis im Jahr 2007 mit dem IPCC für seine Arbeit über die globale Erwärmung geteilt hat.

Der Nordpol hat noch Eis

Gore behauptete auch, die Arktis könnte in den kommenden Jahrzehnten eisfrei sein. „Innerhalb der nächsten 50 bis 70 Jahre könnte es vollständig verschwunden sein.“

Ohne arktisches Meereises würden Eisbären und alle Arten von arktischen Tieren bedroht sein, warnte Gore und zeigt eine animierte Szene eines ertrinkenden Eisbären.

Dies ist tatsächlich eine von Gores vorsichtiger Prognose – er sagte im Jahr 2008 falsch vorher, es würde bis 2013 keine Arktis mehr geben Aber auch in diesem Fall liegt Gore falsch, wahrscheinlich wegen der geographischen Lage der Arktis.

Die Arktis ist fast vollständig von Land umgeben, so dass das Eis, das sich dort bildet, dazu neigt, dort zu bleiben. Die arktische Eisbedeckung ist in den letzten Jahrzehnten geschrumpft, aber es ist nicht wahrscheinlich, dass wir auch einen Sommer erleben, wo der Nordpol vollständig eisfrei ist.

„Ich bezweifle, dass die Arktis in jedem Sommer frei von Eis sein wird, obwohl die Gesamtfläche auch in der Zukunft stark reduziert werden kann, wenn es sich dort weiter erwärmt“, sagte Chip Knappenberger, ein Klimaforscher am libertären Cato Institute. „Solche Situation sollte nicht allzu besorgniserregend sein, da es genügend Beweise gibt, dass es in der Vergangenheit [bereits] aufgetreten ist, und klar, Eisbären und alles andere dort oben, haben es geschafft zu überleben“.

Und bevor ich es vergesse, die neuesten Daten zeigen, dass Eisbären tatsächlich gedeihen, trotz schrumpfender Eisbedeckung.

Eine „Day After Tomorrow“ -Style Eiszeit ist immer noch einen Tag entfernt

Erinnern Sie sich an den 2004 Blockbuster-Film „The Day After Tomorrow“? In dem Film sagen die Wissenschaftler, der Golfstrom ist für die Regulierung des Klimas von wesentlicher Bedeutung, er schaltet sich ab und verursacht eine weitere Eiszeit.

Nun, Gore deutet an, dass dies passieren könnte, wenn Grönlands Eisdecke schmilzt und mehr kaltes Wasser in den Nordatlantik bringt.

„Am Ende der letzten Eiszeit, als der letzte Gletscher in Nordamerika zurückging, war das Eis geschmolzen und ein riesiger Pool von frischem Wasser gebildet“, sagte Gore. „Ein Eis-Damm bildete sich an der östlichen Grenze und eines Tages brach er“.

Gore sagte frisches, kaltes Wasser blutete aus in den Nordatlantik und verursacht das der Golfstrom zum Stillstand kommt und Europa in eine weitere Eiszeit schickt. Gore suggeriert dann, wenn Grönlands Eis schmilzt, das eine ähnliche Bedrohung darstellen könnte.

Australische Wissenschaftler haben jedoch völlig die Behauptungen entlarvt, der Golfstrom oder AMOC wurde schwächer werden.

„Behauptungen einer Verstärkung oder Verringerung des AMOC sind daher reine Spekulation“, schrieben Australiens Wissenschaftler in ihrer im März veröffentlichten Studie.

Erschienen auf The Daily Caller am 03.Mai 2016

Übersetzt von Andreas Demmig

http://dailycaller.com/2016/05/03/an-inconvenient-review-after-10-years-al-gores-film-is-still-alarmingly-inaccurate/




Fakten, die man nicht ignorieren sollte Russland: Ein kommender globaler Energieriese?

In diesem Chor ablehnender und abwertender Stimmen sind selten nachdenkliche Töne zu vernehmen. Eine Rolle spielt hier sicherlich die von einer höheren Pfarrerstochter maßgeblich bestimmte deutsche Politik. So war erst vor wenigen Tagen aus dem Kanzleramt zu hören, dass die G8 tot seien [SPIE]. Als Begründung wird angeführt, dass Moskau keine Anzeichen dafür zeige, die Bedingungen für eine Rückkehr zu erfüllen. Und zudem seien die Amerikaner strikt gegen eine Wiederaufnahme. Begriffe wie „Interessenlage Deutschlands“ bzw. Europas oder „Realpolitik“ finden sich in solchen Meldungen kaum. Der europäische Konsens beinhaltet eine einfache Kernbotschaft: Der ungezogene Rüpel hat so lange weiter in der Ecke zu stehen, bis der Schulmeister seine Meinung ändert. Konsequenzen für sich selbst scheint man in Berlin oder Brüssel nicht zu befürchten.

Auch die Medien schlagen nahezu flächendeckend in diese Kerbe. Anscheinend muss bis in die USA gehen, um Analytiker zu finden, die diesbezüglich öffentlich eine differenziertere Meinung vertreten. Einer von diesen ist Scott L. Montgomery von der Jackson School of International Studies der University of Washington, der in einem kürzlich in der „Huffington Post“ veröffentlichten Beitrag Fakten darlegte, mit denen man sich vielleicht näher beschäftigen sollte [HUPO]. Statt einer wörtlichen Übersetzung wurde für die folgende Darstellung die Form einer teils recht freien, eher sinngemäßen Interpretation gewählt. Diese Bereiche sind durch kursive Schrift kenntlich gemacht. Für Passagen, welche die persönliche Einschätzung des Autors wiedergeben, wurde dagegen normale Schrift gewählt. Auch Zwischenüberschriften stammen vom Autor.

Was hat denn Russland überhaupt zu bieten?

Zunächst warnt S. Montgomery davor, Russland als ein Land einzustufen, das seine Macht lediglich seinem Reichtum an Kohlenwasserstoffen – sprich Erdöl und Erdgas – verdanke. Eine solche Charakterisierung als „Petrostaat“ sei zu einseitig. In Wirklichkeit baue sich das Land nämlich als eine völlig neue Art von Energielieferant auf und gewinne dadurch mehr globalen Einfluss als selbst die Opec. Grund für den Unterschied sei Russlands Bedeutung auf vielen entscheidenden Energiesektoren, allen voran Öl, Gas, Kohle und Kernkraft. Diese breitgefächerte Energiestrategie, die auf fossile Brennstoffe ebenso setzt wie auf ein wiedererstarktes Nuklearprogramm, habe geopolitische ebenso wie wirtschaftliche Auswirkungen nicht nur für Russlands europäische Nachbarn, sondern auch für sich entwickelnde Nationen in der ganzen Welt.

Bild rechts oben: Bohrturm für eine Gasexploration

Exportweltmeister bei Öl und bei Gas

In der Diskussion über das Verhältnis zu Russland werde oft übersehen, mit was für einem Riesen auf dem Öl- und Gassektor man es hier zu tun hat. Vielfach wird gar nicht zur Kenntnis genommen, dass dieses Land nach Saudi-Arabien der weltweit zweitgrößte Erdölexporteur ist. Noch bedeutender als beim Erdöl sei seine Rolle auf dem Erdgassektor, wo es aktuell wohl der mit Abstand dominierende Exporteur ist Trotz zahlreicher Warnungen, dass die jetzigen hohen Pumpraten auf Dauer nicht durchzuhalten seien, gebe es keine Anzeichen für eine Änderung. Ein Grund hierfür sei sicherlich die kombinierte Wirkung des aktuellen Verfalls der Ölpreise sowie der im Zusammenhang mit der Ukraine verhängten Sanktionen. Dadurch wurden sowohl der Staat als auch die Wirtschaft schwer getroffen. Vorerst scheine dem Land nichts anderes übrigzubleiben, als weiterhin sein hohes Förderniveau beizubehalten.

Mittelfristige Stabilisierung

Trotz dieser Probleme hat das Land eine Gegenstrategie gefunden, die es ihm erlauben dürfte, die Auswirkungen abzufedern und sich langfristig sogar in eine bessere Ausgangsposition zu bringen. So hat Russland fortschrittliche neue Methoden zur Verbesserung der Ausbeute bei älteren Feldern eingesetzt und konnte dadurch den Rückgang ihrer Produktion kompensieren. Ergänzt wurde dies durch neu erschlossene Vorkommen im ostsibirischen Becken sowie auf der Sachalin-Insel. Dies Kombination hat es Russland ermöglicht, seine Produktion langsam, aber stetig zu steigern.


Rohre für eine Bohrlochauskleidung

Raffination auf Rekordniveau

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen Russland und vielen anderen ölexportierenden Ländern betrifft die Tatsache, dass die Russen nicht nur die reinen Rohstoffe Öl und Gas liefern, sondern auch raffinierte Produkte wie Benzin oder Treibstoff für Flugzeuge, die sowohl nach Europa als auch nach Asien exportiert werden. Interessant ist hieran schon allein der Umfang: Russland ist auf diesen Schlüsselsektoren bereits seit mehr als einer Dekade der weltgrößte Exporteur und liefert mehr als die gesamte OPEC zusammengenommen. Nur die USA haben aufgrund ihres Booms im Schiefergasbereich ähnliche Zahlen vorzuweisen. Dank dieser zusätzlichen Prozessschritte in der Wertschöpfungskette ergeben sich weitere Verdienstmöglichkeiten, so dass ein höherer Anteil der erzielten Verkaufserlöse im eigenen Land verbleibt.

Niemand kennt die wahren Reserven

Die entscheidende Frage im Zusammenhang mit Russland ist die nach der tatsächlichen Höhe der vorhandenen Reserven. Hierzu scheint es im Ausland keine wirklich verlässlichen Zahlen zu geben. Diverse Anzeichen sprechen allerdings dafür, dass sie bedeutend sein könnten. Und sie werden in der jetzigen Situation schlechter Preise geschont. So hat Russland beispielsweise die Inangriffnahme zahlreicher neue Öl- bzw. Gasprojekte schlicht verschoben und eher darauf gesetzt, den Förderstrom aus den vorhandenen Bohrlöchern mithilfe moderner Fördertechnologien zeitlich zu verlängern. Für neue Märkte in Asien hat man gleich auf neue Vorkommen in Ostsibirien und auf der Insel Sachalin zurückgegriffen. Das Problem für den Westen ist die Tatsache, dass man dort nicht weiß, über welche Reserven an Kohlenwasserstoffen Russland wirklich verfügt. Sie sind vermutlich gewaltig. Unter der Arktis dürften noch riesige unerschlossene Vorkommen schlummern, und auch unter dem Kaspischen Meer, dem Nordkaukasus sowie Teilen von Ostsibirien sowie Sachalin werden noch große Ressourcen vermutet. Hinzu kommt noch enormes Potenzial für Schieferöl und -gas in Westsibirien.

Im Visier der Saudis?

Viele Beobachtern haben Mühe, die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Manöver der Außen- und Wirtschaftspolitik Saudi-Arabiens einzuordnen. Die aggressive Förderpolitik schadet sowohl Freund (USA, übrige OPEC-Staaten) als auch Feind (Iran und Russland). Militärisch hat man sich im Jemen in eine kriegerische Auseinandersetzung verwickeln lasse, die nicht so siegreich zu verlaufen scheint, wie man sich das vermutlich erhofft hatte. Die Erfolge des von den Saudis unterstützten und finanzierten Bürgerkriegs in Syrien wurden durch das  Eingreifen russischer Truppen in vergleichsweise kurzer Zeit weitgehend zunichte gemacht. Und das früher enge Verhältnis zu den USA ist mittlerweile deutlich komplizierter geworden. Insgesamt ist eine sehr komplizierte Gemengelage verschiedenster Machtfaktoren und geopolitischer Interessen entstanden, die nur schwer zu interpretieren ist. Einigen Aspekten sollte man jedoch Aufmerksamkeit schenken.

Saudi-Arabien hat seine Preis- und Förderschlacht losgetreten, als Russland durch die Ukrainekrise und die Boykotte bereits geschwächt und isoliert wirkte. Dennoch scheint Moskau imstande zu sein, der von Saudi-Arabien losgetretenen Mengen- und Preisschlacht standzuhalten. Das berechtigt zu Spekulationen über die tatsächliche Größe der russischen Reserven. Tatsache ist, dass Russlands Wirtschaft zwar angeschlagen, aber noch längst nicht K.O. zu sein scheint und die Devisenreserven weitgehend stabil sind, während die Goldbestände sogar zunehmen. Auf der anderen Seite kommt auch Saudi-Arabien augenscheinlich nicht ohne Blessuren davon. So gibt es Meldungen über wirtschaftliche Probleme, und die kürzliche Ankündigung, sich vom Öl abwenden zu wollen, wirft eine Menge Fragezeichen auf. Hinzu kommen Rückschläge auch auf außenpolitischem Gebiet. Es ist den Saudis nicht gelungen, die Aufhebung der Isolation Teherans zu verhindern, und das Verhältnis zu den USA war früher möglicherweise schon mal enger. Die schnelle und erfolgreiche Militärkampagne der Russen in Syrien ist auch ein Signal an Riad. Auch sollte zu denken geben, dass Russland im gleichen Zusammenhang bereit war, finanzielle Verluste in zweistelliger Milliardenhöhe in Kauf zu nehmen, als die Türkei sich einmischte. Die Schnelligkeit und Härte der russischen Reaktion gegenüber Ankara zeugt nicht unbedingt von Schwäche, weder was Finanzen noch was politische oder militärische Macht angeht. Bei aller gebotenen Vorsicht könnte man in all dem Anzeichen dafür sehen, dass das Wüstenkönigreich mit Moskau an einen Gegner geraten ist, der ihm auf seinem ureigensten Gebiet – dem Erdöl – auf Augenhöhe begegnen könnte.

Erdgas als Trumpf

Ein ganz entscheidender Trumpf in der Hand Moskaus ist in diesem Zusammenhang das Erdgas. Unter den Kohlenwasserstoffen ist dies die höherwertige Energiequelle. Ergiebige Erdgasvorkommen sind wesentlich rarer gesät als solche des Erdöls. Hier ist Russland nicht nur der mit Abstand größte Exporteur, sondern verfügt auch über rund 25 % der weltweit bekannten Reserven. In einer Welt, die nach COP21 versuchen will, aus Klimaschutzgründen ihren Primärenergiebedarf eher aus Erdgas statt aus Kohle oder Erdöl zu decken, wird deshalb in Zukunft wohl kein Weg an Russland vorbeiführen.

Europa ist bezüglich seines Bedarfs an Kohlenwasserstoffen – insbesondere bezüglich Erdgas – zu 30 % von Russland abhängig. Bei fast der Hälfte der europäischen Länder einschließlich Deutschlands liegt die Abhängigkeit mit Werten zwischen 40 und 100 % noch deutlich höher. Offizielle Verlautbarungen, dass diese Abhängigkeiten abgebaut würden, haben sich bisher wohl als hohle Phrasen erwiesen. Die Realität spricht in Form erhöhter Importe eine andere Sprache. Die wirtschaftliche Schwäche Europas hat es gezwungen, lieber preiswertes Pipeline-Erdgas aus Russland zu beziehen als das teurere Flüssiggas aus Übersee.

Ostasien befindet sich diesbezüglich in einem früheren, aber bereits jetzt wesentlichen Stadium eines ähnlichen Abhängigkeitsverhältnisses. So bezieht Japan, der weltweit größte Flüssiggasimporteur, inzwischen rund 10 % seiner Lieferungen aus Russland, versucht aber dessen ungeachtet, weitere Verträge abzuschließen.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Lieferungen von russischem Öl und Gas für die Mehrzahl der fortgeschrittensten Volkswirtschaften der Welt unverzichtbar geworden sind. Sollten die Vorhersagen der International Energy Agency (IEA) und vergleichbarer Organisationen zutreffen, so wird die Nachfrage nach Erdgas in den nächsten Jahrzehnten zunehmen.

Abkehr von Europa bei Öl, Gas…

Mit Blick auf die internationale Ausrichtung russischer Energieexporte sind Anzeichen einer für Europa nachteiligen Entwicklung nicht zu übersehen. Während russisches Öl und Gas aus vorhandenen Quellen zurzeit weiterhin nach Europa fließen, findet nach und nacch eine Verschiebung nach Asien statt. Schwerpunkte sind hierbei China, Japan und Südkorea. Neue Vorkommen und neue Pipelines werden vor allem mit Blick auf Asien erschlossen.

Bisherige russische Versuche einer Verbesserung der Liefersituation für Europa scheinen dagegen vorerst weitgehend auf Eis zu liegen. Die South Stream-Pipeline wurde auf Betreiben der EU gestoppt, als das Rohrmaterial schon bestellt war. Das erratische Verhalten eines aufstrebenden Despoten am Bosporus, an den sich Europa auf Betreiben einer gewissen Dame mit Betonkopf und Blondfrisur gegen jede Vernunft binden möchte, hat zudem dafür gesorgt, dass auch die Planungen für eine Ausweichroute nachhaltig gestört sind. Hierzulande scheint man nicht zu begreifen, dass Pipelines extrem teure und deshalb entsprechend langfristig ausgelegte Infrastrukturprojekte darstellen. Hat man einen potenziellen Investor einmal „überzeugt“, dass er sein Geld und seine Ressourcen besser woanders einsetzen sollte, so wird man ihn später in der Regel nur mit größter Mühe dazu bringen können, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken. Hier haben unsere Politiker recht gewichtige Hypotheken aufgenommen. 

…und auch bei der Kohle

Diese Verschiebung der russischen Interessenschwerpunkte lassen sich auch beim Export von Steinkohle feststellen, einem weiteren Energiesektor, auf dem das Land eine weltweit führende Rolle spielt. Die in Russland vorhandenen Reserven sind die weltweit zweitgrößten und werden nur noch von denjenigen der USA übertroffen. Auch wenn die USA ihre Kohleindustrie derzeit vor die Wand fahren und Europa aus Klimaschutzgründen aus der Kohleverstromung aussteigen möchte, gibt es weltweit genügend Abnehmer.

Seit dem Jahr 2000 hat sich das Exportvolumen von 45 Mio. t/a auf über 150 Mio. t/a mehr als verdreifacht. Damit liegt Moskau hinter Indonesien und Australien weltweit auf dem dritten Platz. Ähnlich wie bei den Kohlenwasserstoffen gehen diese Exporte sowohl nach Westen wie auch nach Asien, doch liegt der Anteil von China, Japan und Südkorea bereits bei mehr als 40 % und nimmt weiter zu. Wachsende Nachfrage gibt es auch aus Indien und Südkorea sowie einer Reihe von Ländern in Südostasien. Russland profitiert hierbei von seiner geographischen Lage, die es ihm erlaubt, seine Exportmärkte sowohl im Westen als auch im Osten zu suchen.


Schreitschilde stützen die „Decke“ im Untertage-Kohlebergbau und schützen so die Kumpel

König Kernkraft?

Einen massiven Ausbau betreibt Russland darüber hinaus im Bereich der Kernenergie. Die staatliche Nuklearfirma Rosatom hat seit 2010 Verträge und Kooperationsabkommen mit mehr als zwei Dutzend Ländern abgeschlossen. Diese betreffen die erstmalige Errichtung von Kernkraftwerken im jeweiligen Land. Darüber hinaus übernimmt Russland auch den Betrieb und die Versorgung mit Kernbrennstoff.

Zu den Vertragspartnern gehören nicht etwa die reichsten Länder, da die meisten von diesen bereits über Nuklearenergie verfügen. Stattdessen finden sich darunter Länder wie Vietnam, Myanmar, Bangladesh, Armenien, die Türkei, Jordanien, Saudi-Arabien sowie Ägypten. Keines dieser Länder ist bisher Mitglied im „Nuclear Power“-club.

Es gibt eine Reihe wichtiger Gründe, weshalb diese sich entwickelnden Länder Interesse an Kernkraft haben: Steigender Bedarf an elektrischer Energie, der Wunsch nach CO2-freier Stromerzeugung und Sorgen um die künftige Sicherheit der Energieversorgung. Damit ist, klar, dass ungeachtet einer Stagnation oder sogar eines Rückgangs der Kernkraftnutzung in westlichen Ländern ihr Einsatz in diesen sich entwickelnden Ländern stark zunehmen wird.

Im März dieses Jahres vermeldete die World Nuclear Association, dass aktuell 65 Reaktoren im Bau sind und weitere 173 in den Auftragsbüchern standen oder geplant waren. Die meisten waren für China, Indien oder Russland selbst vorgesehen. Aber über diese Zahlen hinaus, die allein für sich mehr als ausreichen, um alle Kernreaktoren zu ersetzen, die in die nächsten Dekaden möglicherweise stillgelegt werden könnten, gibt es 337 weitere Reaktoren, die zurzeit in der Diskussion stehen. Ihre Standorte liegen in 50 Nationen, von denen 31 bereits Kernkraftprogramme haben. Hierzu gehören die meisten oben bereits genannten Länder, die bereits Verträge oder Vereinbarungen mit Russland haben. Darüber hinaus gibt es aber weitere Interessenten in Afrika, Südostasien und Südamerika, die durchaus zu einem späteren Zeitpunkt in die Kernenergie einsteigen dürften.

Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, dass Russland bereits bewiesen hat, dass es imstande ist, am Wettbewerb für einen großen Anteil an diesem neuen, rasch wachsenden globalen Markt teilzunehmen [ROSA]. Die Globalisierung der Nukleartechnologie hat Russland die Möglichkeit eröffnet, erfolgreich gegen Anbieter aus Japan, Südkorea, Frankreich, den USA und demnächst auch China und Großbritannien anzutreten. 

Allerdings hat Russlands keine Garantien für Erfolg auf diesem Gebiet. So plant beispielsweise Saudi-Arabien die Errichtung von 16 Kernreaktoren bis 2035 und hat eine ganze Reihe von Angeboten sowohl für kleinere als auch für größere Anlagen von Russland, Japan und Südkorea eingeholt. Dennoch zeigt sich, dass die Bedeutung Russlands als Lieferant sowohl von Nukleartechnologie als auch von entsprechenden Brennstoffen in Zukunft auf jeden Fall zunehmen dürfte. Das Resultat könnte eine Machtposition Moskaus in vielen Teilen der sich entwickelnden Welt sein, welche die Sowjetunion niemals erreichen konnte.

Grafische Darstellung des modernen russischen Kernkraftwerks der Generation 3+ in Novoworonesch (http://www.rosenergoatom.ru/media/files/magazine/REA0_0108.pdf (Seite 32/33)) Original uploader was TZV at de.wikipedia)

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine kürzliche Analyse der südafrikanischen IOL, die sich mit der russischen Nuklearpolitik in Afrika beschäftigt [SUED]. Mit Ausnahme des bereits gut industrialisierten Südafrikas verfügen die südlich der Sahara gelegenen Länder Afrikas nur über rund 28 GW an Kraftwerkskapazität, gerade einmal soviel wie Argentinien. Nur ein Viertel der Bevölkerung hat Zugang zu elektrischem Strom, und die Versorgung ist sehr unzuverlässig. Diesem Mangel wollen Afrikas Länder durch Bau von Kernreaktoren begegnen.

Algerien plant demnach den Bau von 2 KKW mit 2.400 MW, in Ägypten geht es um 4 KKW mit 4.800 MW, Ghana 1 KKW mit 1.000 MW, Kenya 4 KKW mit 4.000 MW, Marokko 1 KKW, Nigeria 4 KKW mit 4.000 MW und Südafrika will 6-8 Reaktoren mit insgesamt 9.600 MW errichten.

Russland ist dieser Quelle zufolge der weltweit größte Exporteur von Nukleartechnologe mit einem Anteil von 25 % aller derzeit gebauten Kernkraftwerke. Darüber hinaus hat Moskau zweistellige Prozentanteile an Konvertierung und Anreicherung von Uran, an der Lieferung von Kernbrennstoffen und an der Wiederaufbereitung abgebrannter Brennstäbe. Die Exporterlöse von Rosatom erreichten im vergangenen Jahr 6,4 Mrd US-$, während das Gesamtvolumen der bis 2030 vorliegenden Auslandsaufträge 110 Mrd US-$ erreichte.

Eine ernstzunehmende Energiegroßmacht

Viele, vermutlich sogar die meisten der hier besprochenen Beziehungen, die sich auf Energielieferungen gründen, sind zweifellos primär kommerzieller Natur. Noch ist nicht abzuschätzen, wie viele derjenigen, die sich auf Öl und Gas beziehen, sich auf Dauer entwickeln werden, vor allem dann, wenn sich die aktuelle Preisschwäche zu einem Dauerzustand entwickeln sollte.

Aus Russland entwickelt sich augenscheinlich – und das vermutlich für zumindest die kommende Dekade – eine Energiegroßmacht, deren Einflussmöglichkeiten weit über rein kommerzielle Aspekte hinausreichen. Zwar scheinen die langfristigen Auswirkungen dieser Entwicklung noch nicht klar zu sein, doch zeichnet sich hier ein Machtfaktor ab, den man tunlichst nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern nüchtern und mit kühlen Kopf analysieren sollte.

Denn unabhängig von der Frage, in welcher Form sich im Osten ein neues „Energieimperium“ herauskristallisieren sollte: Über Hebel für mehr Macht und Einfluss werden die Herrscher in Moskau auf jeden Fall verfügen. Als Nation, die dabei ist, sich selbst energiepolitisch bis herauf zum Bauchnabel zu kastrieren, wäre Deutschland gut beraten, mit diesem künftigen Kraftzentrum der Weltpolitik vorsichtig umzugehen. Die jetzige weitgehende Unterwerfung Deutschlands unter die geopolitische Interessen und Machtspiele eines außereuropäischen Landes, dessen Interesse sich nach eigenem Bekunden verstärkt auf den pazifischen Raum richtet, erscheint in diesem Umfeld riskant. Denn egal was wir uns wünschen mögen: Russland wird in jedem Fall unser naher Nachbar bleiben. Im Guten ebenso wie im Schlechten.

Fred F. Mueller

Quellen

[HUPO] http://www.huffingtonpost.com/the-conversation-us/russia-a-global-energy-po_b_9693032.html

[ROSA] http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/europa_cee/4981378/AtomExport_Rosatom-sieht-sich-technologisch-an-der-Weltspitze

[SPIE] http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-wird-nicht-wieder-in-g8-gruppe-aufgenommen-a-1090030.html

[SUED] http://www.iol.co.za/business/news/africas-big-nuclear-ambitions-lure-russia-2019026




Deutschland im 21. Jahrhundert – Von der Industriegesellschaft zum Ökosozialismus

Was für ein Vorhaben! Was für eine Hybris! Seit Bestehen der Erde ist ihre Atmosphäre von teils drastischen Klimaänderungen betroffen. Und jetzt sollen Änderungen der weltweit unterschiedli­chen Lufttemperaturen, die ja wesentliche Elemente des Klimas sind, vertraglich festgelegt werden, so etwa wie die Einstellung des Thermostaten an einer Zentralheizung. Dies ist angeblich möglich durch die als „Dekarbonisierung“ bezeichnete Beendigung aller durch die heutige Lebensweise (In­dustrie, Verkehr, Wohnen) verursachten Emissionen des Gases Kohlendioxid ( CO2).

Eine Wettervorhersage über mehr als drei Tage ist kaum möglich. Und jetzt wird behauptet, dass sich die langfristigen Mittel­werte dieses komplexen Geschehens durch Einflussnahme auf winzige Änderungen eines einzigen Parameters, der CO2 Konzentration nachhaltig regeln lassen.

Dennoch wurde dieses absurde Vorhaben auf der Klimakonferenz von 195 Ländern plus der EU be­schlossen.

Die auf Grund der Kli­maänderung beschworenen angeblichen Gefahren treffen hauptsächlich unter­entwickelte Länder, die kaum Beiträge zur CO2 Emission leisten und damit von der kostspieligen Dekarbonisierung ih­rer Lebensumstände kaum betroffen sind, an der ja angeblich die Industrielän­der „Schuld“ sind. Daraus wird ein Anspruch dieser Länder gegen die entwickelte Welt abgeleitet. Diesem Anspruch soll durch Gründung eines UN Klimaschutzfonds genüge geleistet werden, in den die Industrielän­der soviel einzahlen, dass daraus jährlich 100 Mrd. $ an die ärmeren Länder verteilt werden können, um diesen zu ermöglichen sich gegen die „Gefahren“ des Klimawandels rüsten zu können. Das wird diese anregen, irgendwelche Projekte zu erfinden, für die sie dann Geld beanspru­chen können. Was veranlasst die Geberländer bei dieser gigantischen Vermögensumverteilungs-Ma­schinerie mit zu machen?

Unerklärlicher Weise gehört das führende Industrieland Deutschland zu den aktivsten Verfechtern dieser Dekarbonisierungsstrategie. Die Angst vor einer die Menschheit bedrohenden Erderwärmung wird vor allem auch durch die links-grün dominierte deutsche Regierung Merkel geschürt.  Bereits auf der ersten Weltklimakonferenz COP 1 1995 in Berlin versprach die damalige Umweltministerin Angela Merkel, sich dafür einzusetzen, dass Deutschland stets den höchsten Beitrag aller Industrie­länder für den „Klimaschutz“ aufbringen soll. Dies ist eine der wenigen Konstanten in ihrer Politik. Merkel 2007: „Ein weiter so gibt es nicht. Der Klimaschutz ist die größ­te Herausforderung des Jahr­hunderts“. Und bei der G7 Konferenz in Elmau erneut ein Bekenntnis zum Zweigrad-Ziel: „Wir wissen, dass wir dafür tiefe Einschnitte bei weltweiten Treibhausgas-Emissionen brauchen und ha­ben uns deshalb dazu bekannt, dass wir im Laufe dieses Jahrhunderts eine Dekarbonisierung der Weltwirtschaft brauchen“.(Pressekonferenz Sender Phoenix, 8.6.2015)

Die Umweltministerin Frau Hendricks propagiert das Auslaufen der Produktion von Verbrennungs­motoren bis Mitte des Jahrhunderts.  Das Elektroauto soll dann offenbar die Basis für den Indivi­dualverkehr  werden. Eine abenteu­erlich Vorstellung. Ein teures Fahrzeug, mit dem man ohne Kli­maanlage jeweils ca. 100 km fahren kann, bis man an einer hoffentlich freien Ladestation in einer halben Stunde Energie für die nächs­ten 100 km laden kann. Ein solches Vehikel, dass selbstver­ständlich in einer Marktwirtschaft prak­tisch unverkäuflich ist, soll nun durch eine von der Allge­meinheit aufzubringende Subvention von 4000 € gefördert werden. Ein Fahrzeug, das keinen steu­erlichen Beitrag zu Ausbau und Erhalt der Verkehrsinfrastruktur leistet. Die technologischen Defizi­te sollen durch staatlich geförderte Ent­wicklungen überwunden werden, für die es aber derzeit über­haupt keinen erfolgversprechenden An­satz gibt.

Als naturwissenschaftlich ausgebildeter Ingenieur steht man diesen politischen Abenteuern fas­sungslos gegenüber und sucht nach einer Erklärung für eine solche de facto Selbstmord-Strategie.

Das von Angela Merkel auf der Vorkonferenz in Elmau maßgeblich konzipierte Programm der  COP 21 in Paris, bedeutet praktisch: 40.000 „Revolutionäre“ beschließen einen neuen Morgenthau­plan! 

Der Morgenthauplan war bekanntlich der nach Ende des zweiten Weltkriegs 1944 vom US Finanz­minister Mor­genthau entworfene Plan einer vollständigen Deindustrialisierung Deutschlands, das auf den Status eines Agrarlands zurückentwickelt werden sollte. Insbesondere sollte die Montanin­dustrie an Ruhr und Saar total beendet werden. Das Wort „Dekarbonisierung“ gab es damals noch nicht, aber es beschreibt genau das!

Exkurs

zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen der Hypothese von der menschlich verursachten globa­len Erwärmung kurz AGW-Hypothese (Anthropogenic Global Warming).

Zur Begründung wurde  ein Gedanke herangezogen, den zuerst Jean Babtiste Fourier im Jahr 1824 beschrieben hat. Einfallendes Licht erwärmt den Erdboden, die vom Erdboden dadurch emittierte Wärmestrah­lung wird aber in der Atmosphäre irgendwie absorbiert und erwärmt (Fourier kannte die Strahlungsei­genschaften der Gase noch nicht).

Ausgehend von diesen Ideen beschrieb John Tyndall 1862 einen auf den Strahlungseigenschaften der Gase beruhenden Treibhauseffekt. Er erkannte, dass dafür im wesentlichen der Wasserdampf verantwortlich ist, aber auch CO2 eine Rolle spielt. Auf diesen Ideen aufbauend leitete der Physiko- Chemiker Svante Arrhenius (1859 – 1927) im Jahr 1896 ein Klimamodell ab, mit dem er versuchte, die Eiszeiten zu erklären.

Diese Thesen hatten nur ein kurzes Leben. Sie wurden bereits von den berühmten Physikern Gustav Kirchhoff (1824 – 1887) und Robert Bunsen (1811 – 1899) widerlegt. Kirchhoff und Bun­sen wie­sen anhand der von ihnen aufgestellten und noch heute Bestandteil des elementaren Physikunter­richts bildenden Grundlagen der Wärmeübertragung durch Strahlung nach, dass die Erdatmo­sphäre als offenes System nicht mit einem Treibhaus verglichen werden darf. Ein strahlender, annähernd schwarzer Körper kann von keiner nur selektiv Strahlung absorbierenden Schicht an seiner Abküh­lung gegen einen kalten Hintergrund behindert werden. Insbesondere ist auch eine Wärmeübertra­gung aus der kalten Hochatmosphär­e auf den warmen Erd­boden weder durch eine „Gegenstrahlung“ noch durch sonst einen Me­chanismus möglich, da dies dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik widerspricht!

Die Erde kann nicht mit einem Treibhaus verglichen werden, da das für die Funktion eines Treib­hauses entscheidende Bauelement eines Glasdachs fehlt. Der reale Treibhauseffekt beruht nicht auf Strahlungswirkung sondern auf der Behinderung des konvektiven Wärmeaustauschs mit der Umge­bung. 1906 lieferte der amerikanische Physiker William R. Wood dafür auch einen experi­mentellen Beweis durch Vergleich zweier Treibhausmodelle mit ei­nem für Wärmestrahlung durchlässigen und einem undurchlässigen Glasdach. Beide erwärmen sich ungefähr gleich. Die Strahlung spielt keine Rolle.

Mehr ist dazu nicht zu sagen. So funktioniert Naturwissenschaft: Neue Ideen werden geboren und müssen ei­ner Prüfung anhand erprobter Gesetze, Messungen und Beobachtungen standhalten oder werden verworfenen. Das ist die naturwissen­schaftliche Methode, wie sie von dem bedeutenden Philoso­phen Karl Popper[1] in „Conjectures und Refutations“ beschrieben ist. Die letzte Instanz für die Ent­scheidung, ob eine The­se Anerkennung findet oder verworfen werden muss, ist immer die Beobach­tung.

Die klarste Antwort gibt in diesem Fall die Paläoklimatologie: Selbst unter Beachtung der Tatsache, dass derartige über Jahrmillionen gehende und auf verschiedene Proxydaten zugreifende Darstellun­gen eine vielleicht relativ große Unsicherheit aufweisen, zeigt das Diagramm eindeutig: Es gab und gibt keine Steuerung der globalen Temperatur der Troposphäre durch ihren CO2-Gehalt!

Abbildung 1. Verlauf der CO2 Konzentration und er globalen Mitteltemperatur über geologische Zeiträume.

Beide Größen zeigen aber extreme Werte, die weit über die aktuellen, alarmistisch diskutierten Wer­te hinausgehen. Insbesondere mit CO2 -Gehalten die mehr als 10 fach über den heutigen Werten lie­gen ohne dass lebensbedrohliche Temperaturen erreicht wurden.

Siehe Bild oben

Ausgangspunkt des gegenwärtig einen großen Teil der Industrieländer gefährdenden Ökowahns war wahrscheinlich die vom Club of Rom in die Vorstellung der Massen gerückte malthusianistische[2] Vorstellung von den Grenzen des Wachstums, die insbesondere der kapitalisti­schen Wirtschaft ein Ende bereiten werden. Dies ist der Vorläufer, der heute von der Umweltbewegung entwickelten Hy­pothese des „Ökologischen Fußabdrucks“[3].

Nach dieser in Deutschland vor allem durch Ernst Ulrich von Weizsäcker vertretenen These gibt es in den Industrieländern große „Nachhaltigkeitsdefizite“ gegenüber den Entwicklungsländern. Die Daten werden vom Global Footprint Network erhoben. Dabei wird die für einem Menschen durch­schnittlich verfügbare Land- und Wasserfläche (die sogenannte „Biokapazität“) der von diesem Menschen in Anspruch genommenen Fläche gegenüber gestellt. Die von den Bürgern der Industrie­länder in Anspruch genommene Fläche ist dabei im Vergleich zu der in den Entwicklungsländern pro Kopf verfügbaren Fläche zu groß.  Slogan: Wollten alle Menschen die von den Bewohnern der Industrie­länder beansprucht Fläche nutzen, brauchte man eine zweite Erde!

In diese Berechnungen werden nicht nur die reinen Produktionsflächen, etwa für die Lebensmittel­produktion  einbezogen, sondern z.B. auch Ansätze für die Müllentsorgung. Einen großen Teil nimmt die Energiewirtschaft ein, bei der etwa die Waldfläche berechnet wird, die not­wendig ist, um die auf eine Person entfallende Kohlendioxidemmission zu neutralisieren. Wie man leicht erkennt, bietet das Konzept eine große Anzahl von willkürlich anwendbaren Stellschrauben, die letztlich je­des gewünschte Ergebnis einstellbar machen.

Das Konzept ist sehr gut und einprägsam zu veranschaulichen. Das Global Footprint Network be­rechnet z.B. jährlich den „Earth Overshoot Day“, ab dem die von der Menschheit konsumierten Ressourcen die Kapazität der Erde übersteigen. Im Jahr 2012 war dies der 22.August!

Im Jahr 2009 wurden auf Grund dieser Konzepte von einem 28 köpfigen Wissenschaftlerteam soge­nannte „Planetary Bounderies“ als ökologische Grenzen der Erde definiert, die von einer künftigen Menschheit nicht überschritten werden dürfen. Zu diesem Team gehörte, man könnte fast sagen selbstverständlich, auch Hans-Joachim Schellnhuber vom Potsdam Institut für Klimafolgenfor­schung (PIK), der die Verbindung der malthusianistischen Ressourcenerschöpfungs-Theorie mit der Klimapolitik herstellte.  Auch die Atmosphäre wird zu einem knappen Gut. Die Treibhaus­gas-Hypothese wird wiederbelebt und behauptet, es dürften nur noch sehr begrenzte Mengen von CO2 in der Atmosphäre „abgelagert“ werden.

Dies wurde sehr offen bereits in dem oft zitierten Statement des Geschäftsführers des PIK[4], Otmar Edenhofer ausgesprochen.  Er sagte 2010 auf der Klimakonferenz in Cancun:

Der Klimagipfel ist keine Klimakonferenz, sondern eine der größten Wirtschaftskonferenzen seit dem zweiten Weltkrieg. Warum? Weil wir noch 11.000 Gigatonnen Kohlenstoff ..unter unseren Füßen haben..und wir dürfen nur noch 400 Gigatonnen in der Atmosphäre ablagern, wenn wir das Zweigrad-Ziel einhalten wol­len.“ Und weiter: „Zunächst haben wir Industrieländer die Atmosphäre der Weltgesellschaft quasi enteignet. Aber man muss klar sagen: Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermö­gen  um“.

Er unterstellt damit, dass es den bereits widerlegten Zusammenhang zwischen Klima und CO2 Ge­halt der Troposphäre gibt und dass er sogar die diesbezüglichen quantitativen Verhältnisse kennt.

Hier wird jetzt eine der Quellen sichtbar, die zu dem gegenwärtigen allumfassenden Klimawahn ge­führt hat.

Es kann als gesichert gelten, dass  eine Gruppe von Aktivisten um den damaligen US Präsident­schaftskandidat Al Gore auf dieser Grundlage eine Geschäftsidee entwickelte.

Ein Maximalgehalt der Erdatmosphäre  an CO2 wird zu einer begrenzten Ressource definiert und damit zum Gegenstand einer Mangelverwaltung mit Hilfe von Kohlenstoffsteuern. Der „Spiegel“ (Heft 33, 1986) erscheint mit dem Titelbild des im Meer versinkenden Kölner Doms und der Unter­schrift: „Die Klimakatastrophe“. Durch die Rationierung der Erlaubnis Kohlendioxid zu emittieren wird ein neues knappes Gut erschaffen, das bezahlt werden muss.  ( Hartmut Bachmann, Die Lüge der Klimakatastrophe, 6. Auflage 2010). Durch die sehr guten Verbindungen dieser Clique findet diese Idee den Weg in den US-Senat und in die große Politik. AGW ist bei der UN angekommen.

Hier vermählt sich die Geschäftsidee mit der in den 70iger Jahren auf der oben beschriebenen Mal­thusianistischen Ideen allseits um sich greifenden antikapitalistischen Ideologie.

Als Hauptakteur fungierte James Hansen, bis 2013 Head of NASA Goddard Institute for Space Stu­dies und Freund Al Gores. Hansen war es, der das AGW-Konzept über den US-Senat zum Gegen­stand der UN machte, was zur Gründung des UNFCCC[5] und des IPCC[6] führte.

Eine weitere Zentralfigur war  der US Klimatologen Michael Mann[7], der aus Baumringdaten für die letzten 2000 Jahre nachzuweisen versuchte, dass allein menschliche CO2 Emissionen des letzten Viertels des 20. Jahrhunderts einen dramatischen Anstieg der Globaltemperatur verursacht haben.

In dieser Kurve zeigt er eine über die letzten 2000 Jahre gleichmäßige Temperatur in der Tropo­sphäre mit einem plötzlichen steilen Anstieg in dem letzten Quartal des 20. Jahrhunderts,  (die soge­nannte Hockeystick-Kurve).  Diese  Kurve unterschlägt die seit langem bekannten Perioden der „Mittelalterlichen Warmzeit“ und der „Kleinen Eiszeit“ .Sie  ist eine Fälschung[8]  wie von Steven McIntyre und Ross McKitrick (Universtiy of Guelpf) in einer detaillierten Analyse der von Mann benutzten statis­tischen Verfahren bewiesen wurde. Dieser Betrug war den Akteuren durchaus be­wusst, wie später aus dem gehackten Server der University of East Anglia öffentlich zugänglich ge­wordenen E-Mail­verkehr zwischen den Beteiligten hervorgeht.  Es handelt sich um den vielleicht größten Wis­senschaftsskandal der Neuzeit, der inzwischen als „Climate Gate“ in die Wissenschafts­geschichte ein­gegangen ist.

Die zweite, heute die Diskussion dominierende Quelle des allgemeinen Klimawahns ist vermutlich die oben geschilderte, vom Club of Rom wiederbelebte, Debatte über eine drohende Verknappung vieler Ressourcen,  eine Verteilungsgerechtigkeitsdebatte entsteht mit der Tendenz zu einer neuen Art von Sozialismus.

Ziel ist die Vernichtung der kapitalistischen Marktwirtschaft zugunsten einer angeblich gerechteren Welt. Ideologische Basis ist die angebliche Bedrohung der Welt durch eine von der menschlichen Industriegesellschaft verursachte, gefährliche, weltweite Erwärmung durch zu hohe Emissionen von Kohlendioxid CO2 .  Die AGW Hypothese wird nun zunehmend mit einem keine Diskussion dulden­den  Absolutheitsanspruch vom UNFCCC[9] vertreten. Sie hat inzwischen religionsartige Züge ange­nommen und den Status eines nicht mehr hin­terfragbaren Dogmas erreicht.

Die derzeitige Vorsitzende des UNFCCC, Christiana Figueres,

Zitat: „Das ist das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass wir es uns absichtlich zur Aufgabe gemacht haben ,innerhalb ei­ner festgelegten Zeitspanne das seit der industriellen Revolution für mindestens 150 Jahre vorherr­schende Leitbild der wirtschaftlichen Entwicklung zu ändern“. Und weiter: “Dies ist wahrschein­lich die schwierigste Aufgabe, die wir uns je gegeben haben. Absichtlich das Leitbild der wirt­schaftlichen Entwicklung zu transformieren …“.  

Dazu bedient sich die UNFCCC u.a. der jeweils für politische Zwecke erstellten Zusammenfassun­gen der Berichte des IPCC[10],  dem oft als wis­senschaftliche Organisation missverstan­denen Weltkli­marat. Dieser wurde 1988 vom Umweltprogramm der vereinten Nationen (UNEP) und der Weltor­ganisation für Meteorologie (WMO) als zwischenstaatliche Organisation ins Leben gerufen, um für politische Entscheidungsträger den Stand der wissenschaftlichen Forschung zusammen zu fassen. Die „Rechtmäßigkeit der wissenschaftlichen Inhalte“ von IPCC Berichten erkennen Regie­rungen durch die Verabschiedung der jeweiligen „Zusammenfassung für politische Entscheidungs­träger“ an (Siehe z.B. Wikipedia).

Auftragsgemäß und allen anerkannten wissenschaftlichen Gepflogenheiten widersprechend wird da­bei die AGW These nicht auf ihre Gültigkeit geprüft, sondern es werden nur die These eventuell stützende Argumente gesammelt und flächendeckend in die öffentliche Mei­nung transportiert.

Wie oben bereits erläutert ist aus paläoklimatologischen Daten über Millionen von Jahren leicht nachweisbar, dass das in der Troposphäre vorhandene Kohlendioxid nie einen steuernden Einfluss auf die Temperatur gehabt hat.

Die AGW-Hypothese ist aber gegen auf naturwissenschaftlicher Basis vorgebrachte Argumente im­munisiert, da es den Vertretern dieser These erfolgreich gelungen ist, die Beweislast umzukehren.

Seit den bahnbrechende Arbeiten Sir Karl Poppers zur Theorie der Naturwissenschaften wissen wir, dass die Gültigkeit naturwissenschaftlicher Aussagen nicht beweisbar sondern nur gegebenenfalls falsifizierbar ist.

Es ist daher nicht Aufgabe der etablierten meteorologischen Wissenschaft zu beweisen, dass die Be­hauptungen des IPCC falsch sind, sondern es wäre Aufgabe des IPCC zu beweisen, dass die auf vie­len Beobachtungsdaten beruhende Nullhypothese: „CO2 hat keinen Einfluss auf das Klima“ falsch ist. Diesen Nachweis hat das IPCC in bisher 5 umfangreichen Berichten nicht geführt und letztlich nicht einmal ernsthaft versucht.

Speziell für die Beratung der deutschen Regierung wurde ein weiteres Gremium, der WBGU[11], ge­schaffen. Es wird nicht überraschen, dass der Vorsitzende auch hier der Gottvater der Klimareligion Hans-Joachim Schellnhuber ist. Dieser Rat wurde 1992 vor dem sogenannten „Erdgipfel von Rio“ als „unabhängiges“ Beratergremium gegründet, das von der Bundesregierung mit der Erstellung von Sondergutachten beauftragt werden kann. Die Mitglieder werden vom Bundeskabinett berufen (wodurch garantiert ist, dass der jeweilige Rat das gewünschte Ergebnis liefert).  Der Rat legt der Bundesregierung jährlich ein Hauptgutachten vor zum Thema „Welt im Wandel“.

Welche konkreten Vorstellungen Angela Merkels Berater dabei im Auge haben ist  beschrieben im   Hauptgutachten 2011 unter dem Titel:

„Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“. In der Einführung heißt es: „Dieser Be­richt begründet die dringende Notwendigkeit einer post-fossilen Wirtschaftsweise, zeigt zugleich die Machbarkeit der Wende zur Nachhaltigkeit auf und präsentiert zehn konkrete Maßnahmenbün­del zur Beschleunigung des erfor­derlichen Umbaus. … Damit die Transformation tatsächlich gelin­gen kann, muss ein Gesellschaftsvertrag zur Innovation durch einen neuartigen Diskurs zwischen Regierungen und Bürgern innerhalb und außerhalb des Nationalstaats geschlossen werden.“

Und weiter:

„ …dass dies nur gelingen kann, wenn Staaten, Unternehmen und die gesamte Zivilge­sellschaft gemeinsam die richtigen Weichen stellen und alle Mittel der regionalen und globalen Zu­sammenarbeit ausschöpfen.“

Welche Weichen richtig sind entscheidet der WBGU zusammen mit dem Sekretariat der Klimarah­menkonvention der Vereinten Nationen UNFCCC. Für den noch unter dem Nationalsozialismus aufgewachsenen Autor klingt dies in Sprache und Diktion wie ein Auszug aus einem Kompilat von „Mein Kampf“ und dem „Kommunistischen Manifest“. Dieser Stil setzt sich dann auch in den hier speziell diskutierten Ausführungen zur Klima- und Energiepolitik fort.

Das in der gesamten Öffentlichkeit gefeierte Ergebnis der COP 21 in Paris war, dass man sich geei­nigt habe, den unterstellten Anstieg der Globaltemperatur bis 2050 auf deutlich unter 2° zu begren­zen und Anstrengungen zu unternehmen für eine Begrenzung auf 1,5°. Für Deutschland wird dazu ein klarer Auftrag abgeleitet, einen „konsequenten und ambitionierten Klimaschutzpfad einzu­schlagen“. Dieser muss gemäß den Autoren des WBGU einen Rückgang der Treibhausgas Emissionen gegenüber 1990 um mindestens 95% bis 2050 erreichen, Schlagwort: Dekarboni­sierung!

Man sollte erwarten, dass bei einem derart konkret formulierten Ziel eine klare Vorstellung zu Grunde liegt, wie viel CO2 das denn ist, was da eingespart werden muss und welchen Beitrag zur Vermeidung eines gefährlichen Temperaturanstiegs das denn bringt.  Das heißt, es müsste eine Kau­salfunktion der Abhängigkeit der Globaltemperatur vom CO2 Gehalt der Atmosphäre existieren in der Form:  delta TGlobal = f (CO2 Gehalt).

Eine mögliche Quelle, die hier Auskunft geben müsste, ist das 2014 erschienene Sondergutachten des WBGU: „Klimaschutz als Weltbürgerbewegung“.  Ein gewaltiger pseudo­wissenschaftlicher Schwulst im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesministeri­ums für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit. Dort heißt es auf Seite 1 (Hervorhebun­gen durch den Autor):

„Der 5. Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC) macht unmissverständlich klar: Inakzeptable Klimafolgen, die sich jenseits der 2°C Leitplanke häufen dürften, können nur vermieden werden, wenn der weitere Anstieg der Treibhausgaskonzentration so bald wie möglich gestoppt wird. Der WBGU empfiehlt daher, die CO2 Emissionen aus fossilen Energieträgern  bis spätestens 2070 auf Null zu senken“. 

Und weiter:

„Der Weltgesellschaft als Ganzes steht ein eng begrenztes Kohlenstoffbudget zur Verfügung, so dass der Scheitelpunkt der Emissionen möglichst bis 2020, auf alle Fälle aber in der dritten Dekade er­reicht werden sollte.“

Als Begründung für diese, den Selbstmord des Industriestandorts Deutschland bedeuten würdenden Forderungen heißt es noch auf Seite 1:

„Die Aussagen des 5. IPCC Sachstandsberichts sind ein­deutig: Der Klimawandel findet statt und der Einfluss des Menschen ist unstrittig. Die Beweis­lage zur globalen Erwärmung ist überwältigend. Bei ungebremster Treibhausgasemission könnte bis Ende des Jahrhunderts ein globaler Temperaturanstieg von mehr 4°C erfolgen.“

Sucht man im Bericht nun nach den angeblichen Beweisen, findet man zunächst (Seite 5) ohne ir­gend eine über einen Hinweis auf das IPCC hinausgehende Quellenangabe die übliche bereits viel­fach widerlegte Behauptung:

„Es besteht kein Zweifel mehr: das Klimasystem erwärmt sich. Beobachtungen von Atmosphäre, Ozean und Eis zeigen eine fortschreitende Erwärmung der Erde…“.

Auf Seite 6 heißt es dann aber interessanter Weise:

„Der globale Temperaturtrend unterliegt einer starken Variabilität, die auf natürliche interne Schwankungen des Klimasystems zurückzuführen ist, z.B. auf Phänomene wie El Nino / südliche Oszillation (ENSO) oder die Pazifische Dekadische Os­zillation (PDO). Diese interne Variabilität des Klimasystems kann den langfristigen Klimatrend für kurze Zeit verstärken, abschwächen oder sogar umkehren. Solche Variationen sind häufig in Beob­achtungen zu finden, aber auch Klimamodelle sind in der Lage, solche Fälle zu simulieren. Aller­dings erlauben die Modelle keine genaue zeitliche Vorhersage von solchen Variationen auf einer Zeitskala von wenigen Jahren.“.

Nach diesen durchaus kritischen Feststellungen diskutiert der Bericht dann ausführlich viele teils sehr vage Vorstellungen, wo denn die glaubensgemäß ständig weiter zugeführte aber real nicht nachweisbare Wärme wohl ge­blieben sein könnte. Die Schwierigkeiten der Modellbildung werden erörtert, aber ein ständiger Fortschritt dabei festgestellt, der die neueren Modelle in die Lage ver­setzt zuverlässige Szenerien der Klimaentwicklung zu erstellen mit den geschilderten bedrohlichen Konsequenzen für die Erde.

Abbildung 2: "Nicht ganz perfekte" Klimamodelle im Vergleich zur Realität. Die Abweichung zwischen den Satelliten Mitteln und der Modell Mittel liegen heute bei ca. 0,5 K. Das ist mehr als die Hälfte des gesamten Anstiegs des letzten Jahrhunderts.

Auf Seite 11 heißt es:

„Obwohl sie noch nicht perfekt sind, gehören Klimamodelle sicherlich zu den besten Werkzeugen unserer Gesellschaft, um bestimmte Aspekte der Zukunft zu projizieren. Damit stellen sie eine solide Basis für Entscheidungsprozesse dar.

Die Basis sieht dann wie folgt aus:

Mit den laufend fortentwickelten Modellen wurden Szenarien erstellt, sogenannte „Representative Concentration Pathways (RCPs). Ausgehend von vorgegebenen von der Konzentration von Treib-h­ausgasen abhängigen „Strahlungsantrieben“ von 2.6, 4.5, 6.0 und 8.5 W/m² wurden Er­wärmungsszenarien gerechnet. Die niedrigste (RCP 2.6) hält die 2° Leitplanke mit 66% Wahr­scheinlichkeit ein. Mit den Klimamodellen wurden „die Antwortmuster des Klimasystems auf ver­schiedene indivi­duelle externe Anregungen“ untersucht. „Aus dem Vergleich dieser Experimente geht eindeutig her­vor, dass die beobachtete Erwärmung der letzten 50 Jahre weder durch interne Va­riabilität noch durch natürlich, externe Anregung zustande kommt, sondern nur durch den durch an­thropogene Emission erzeugten Anstieg im CO2 – Gehalt der Atmosphäre erklärt werden kann“ .

Daraus resul­tiert auch die Aussage im 5. IPCC Sachstandsbericht:

„Dass es „extrem wahrscheinlich (> 95%)ist, dass mehr als die Hälfte des beobachteten Anstiegs der Oberflächentemperatur der Erde von 1951 bis 2010 durch menschliche Aktivitäten zustand gekommen ist.“

Die Klimasensitivität wird definiert als die Änderung der Oberflächentemperatur der Erde bei einer Verdoppelung des CO2 Gehalts nachdem der Gleichgewichtszustand erreicht ist.

Abbildung 3:Entwicklung des CS Wertes gem. verschiedener Studien. Trend: Je jünger desto geringer. Zuletzt Harde [1] CS = 0.45K ± 30 %, andere 0,3 bis 1 K. Das IPCC schreibt dazu in der Summary for Policymakers, SPM auf Seite 16, aber nur als Fußnote"No best estimate for equilibrum climate sensitivity; d.h der Wert ist unbekannt, aber deutlich kleiner als 3 K

WBGU:

„Nach neuen, besser fundierten Abschätzungen durch den IPCC (Collins et. all) liegt der Wert mit > 66% Wahr­scheinlichkeit zwischen 1,5° und 4,5° C“.

Es wimmelt von Konjunktiven und „Wahrschein­lichkeiten“.

 

Wie man sofort sieht, sind diese Aussagen widersprüchlich in sich. Die gemäß AGW-These eindeu­tig und unstrittig auf die menschlichen CO2 Emissionen zurückführbaren Änderungen des Klimas werden mit Wahrscheinlichkeitsaussagen präzisiert.  Der dabei verwendete Wahrscheinlichkeitsbe­griff ist darüber hinaus falsch!

In der mathematischen Statistik versteht man unter Wahrscheinlichkeit die Häufigkeit, mit der ein bestimmtes Ereignis eintritt, als Ergebnis von Experimenten oder Beobachtungen mit verschiedenen prinzipiell nicht vorhersagbaren Ergebnissen. Als Beispiel dient oft der Wurf von Würfeln, bei dem die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer bestimmten Augenzahl angegeben wird.

Ein mit dieser Definition vergleichbarer Vorgang liegt aber hier nicht vor.  Es werden ja ausdrück­lich „Experimente“ mit Computermodellen beschrieben. Computersimulationen sind aber grund­sätzlich deterministisch und zeigen bei gleichen Eingaben immer die gleichen Ergebnisse. Den glei­chen elementaren Fehler machen die Studienautoren im Zusammenhang mit der sogenannten Kli­masensitivität. Auch dies ist definitionsgemäß keine stochastische Variable sondern eine determinis­tische Größe. Die Angabe einer Wahrscheinlichkeit, mit der diese Größe einen bestimmten Erwar­tungswert annimmt ist daher sinnlos. Die Temperaturzunahme, die von einer gegebenen Erhö­hung des CO2-Gehalts verursacht wird, sollte definitionsgemäß ein physikalischer Prozess sein. Dass die­se Größe schwer be­stimmbar ist, liegt an der Komplexität des Systems und nicht an einer prinzipiel­len Unbestimmbar­keit wie etwa beim Würfelspiel.

Die in Paris beschlossenen Maßnahmen zu einem vollständigen mit einer gigantischen Kapi­talvernichtung einhergehenden Umbau der gesamten Weltwirtschaft auf Basis letztlich völlig irrelevanter Computerspiele müssen daher als ein Gipfel der Inkompetenz und Verantwor­tungslosigkeit der daran beteiligten Regierungen angesehen werden.

Welche Ziele Angela Merkel eigentlich umtreiben, soll hier nicht im einzelnen analysiert werden. Klares Kennzeichen ihrer Politik ist, dass sie an einer an ordoliberalen Prinzipien orientierten Marktwirtschaft ebenso wenig interessiert ist, wie an einem Schutz privaten Kapitals oder verant­wortungsvollem Umgang mit Steuergeldern.

Ihren ersten offenbar aus einer Mischung von Macht- und Umweltpolitik motivierten Vernichtungs­schlag führt sie gegen die deutsche Atomindustrie. Es gelingt ihr das entsprechende entschädigungs­lose Enteignungs­verfahren mit offensichtlich fadenscheinigen Begründungen innerhalb weniger Tage durch den in­zwischen zu einer oppositionsfreien Volkskammer entarteten Bundestag zu drücken. Sie hat die Chuzpe sich diese bis dahin größte Vernichtung privaten Kapitals von einem Ethikausschuss ohne große Fachkenntnisse absegnen zu lassen. Das ist Mittelalter, vergleichbar mit der seinerzeitigen Ablehnung der Erbauung des Panamakanals, weil es Gott nicht wollen könne, dass die amerikani­schen Kontinente getrennt werden.

Dieser erste Eingriff in die Privatwirtschaft wird seither übertroffen durch die Folgen der mit dem Atomausstieg gleichzeitig eingeführten Gesetze zur Umstellung auf „erneuerbare Energie“.  Die jährlich den privaten Haushalten zugunsten einiger Profiteure entzogenen Mittel überschreiten in­zwischen 24 Mrd: EUR und die auf den Haushalten in diesem Zusammenhang lastenden Verbind­lichkeiten überschreiten 300 Mrd. EUR.

Dies alles sind die bereits eingetretenen Auswirkungen der aktuellen, am Klimawahn ausgerichteten Politik. Die derzeitigen Akteure können nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden, wenn das jetzt für die Zukunft entworfenen Weltbild eines dekarbonisierten Deutschland Wirklichkeit werden sollte. Eine Zeit, nachdem die letzte Dampf­turbine aufgehört hat, sich zu drehen, die letzte Tankstel­le abgerissen wurde, der letzte Hochofen ausgegangen ist und die Tore des letzten Stahlwerks für immer geschlossen wurden. Der letzte Ferienflieger hat abgehoben. Die Hausfrau oder der Haus­mann besteigen ihr Lastenfahrrad, um den Einkauf in ihr kaltes Haus zu bringen ehe der Smartzäh­ler im Haus den ohnehin zu warm eingestellten Kühlschrank abschaltet.

Soll das wirklich die Welt sein, die wir unseren Kindern hinterlassen wollen? Wo bleibt die von Kant beschworene Vernunft. Gibt es wirklich in Politik und Wirtschaft nur noch angepasste Mitläu­fer auf dem Weg in den Untergang dieses einst erfolgreichen Landes?

Wie es scheint, ist die AfD die einzige politische Kraft, die sich diesem  Wahnsinnsvorhaben entge­genstellt. Wird sie stark genug sein, Deutschland von diesem Selbstmordprogramm abzubringen?


[1]   Sir Karl Popper * 1902 in Wien, gest. 1994 London. Einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Be­gründer der modernen Wissenschaftstheorie. In seinem Buch „Conjectures and Refutations, The Growth of Scienti­fic Knowledge“ erklärt er, wie naturwissenschaftlicher Fortschritt durch Versuch und Irrtum entsteht.

[2]   Thomas Robert Malthus, * 1766 bei Dorking, Grafschaft Surray, gest. 1834. Britischer Ökonom. Verfasste mehrere Werke zur Bevölkerungstheorie, nach der biologischen Gesetzen folgend die Bevölkerungszahl exponentiell zu­nimmt, während die natürlichen Ressourcen nur in arithmetischer Progression zunehmen und schließlich überhaupt nicht mehr erweiterbar sind.

[3]   Ökologischer Fußabdruck: 1994 von Mathis Wackernagel und William Rees entwickeltes Konzept der Berechnung des Flächenanteils der Erdoberfläche, die ein Mensch unter heutigen Produktionsbedingungen dauerhaft braucht, um seinen Lebensstil aufrecht zu erhalten. Die Daten werden vom 2003 gegründeten Global Footprint Network in Hektar pro Person und Jahr angegeben.

[4]   Potsdam Institut für Klimafolgenforschung PIK. 1992 unter Leitung von Hans-Joachim Schellnhuber gegründetes Institut zur Untersuchung von Fragen im Bereich Nachhaltige Entwicklung und Klimawandel als Grundlage für Ent­scheidungen im Bereich Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Unter A. Merkel auf 300 Mitarbeiter aufgepäppelt.

[5]   United Nations Framework Conventionon Climate Change UNFCCC. Gegründet 1992 derzeitiger Sitz des Sekreta­riats ist Bonn. Veranstalter der jährlichen „Parteitage“, der Klimakonferenzen (Conference of the Parties (COP)). Auftraggeber für das IPCC.).

[6]   IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change, der sogenannte Weltklimarat. Keine Wissenschaftseinrichtung also sondern eine Lobby. Herausgeber sogenannter Sachstandsberichte, die die Existenz eines vom Menschen verur­sachten Klimawandels nachweisen sollen.

[7]   Michael E. Mann, Professor of Meteorology, Director Earth System Science Center, Pensylvenia State University

[8]   Ross McKitrick, University of Guelph Ontario. Member of Global Warming Policy Foundation zeigte, dass Mann’s Darstellung grundlegende Fehler in der Datenbehandlung aufwies und letztlich bei Eingabe beliebiger Daten immer das gleiche Ergebnis zeitigte.

[9]   UNFCCC:  UNITED Nations framework Convention on climate change.

[10] IPCC = Intergovernmentel Panel on climate change. Eine Lobby also, keine wissenschaftliche Institution.

[11] WBGU = Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen. Lokalisiert beim PIK. 

[12] Hermann Harde  Was trägt CO2 wirklich zur globalen Erwärmung bei




Schon fünf Salomonen-Inseln sind durch den Klimawandel versunken – obwohl der Pegel dort nicht gestiegen ist

Schreckensmeldung des Portals für gesicherte AGW-treue Information: Fünf Inseln der Salomonen sind bereits durch den anthropogenen Klimawandel untergegangen:

[1] KLIMARETTER.INFO: Schon fünf Salomonen-Inseln versunken

Durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel. Dass kleine Inselstaaten dadurch akut in ihrer Existenz bedroht sind, ist nicht länger etwas, das erst in einigen Jahrzehnten passieren wird. Fünf Inseln der Salomonen im Pazifik sind bereits komplett vom Meer überflutet. Auf sechs weiteren ist die Erosion schon so weit fortgeschritten, dass Häuser im Meer versunken sind. Weitere 21 sind hoher Wellenenergie ausgesetzt, sodass ihnen ein ähnliches Schicksal wahrscheinlich bald bevorsteht. Das ergab eine australische Studie, die im Fachmagazin Environment Research Letters veröffentlicht wurde.

Dabei bezieht sich diese Meldung auf eine andere:

[2] ABC.net: Solomon Islands: Rising sea levels blamed for the disappearance of five reef islands

For the past 20 years, the Solomon Islands have been a hotspot for sea level rise.

Its seas have risen at almost three-times the global average — about 7-10 millimetres per year since 1993. This higher local rate is partly the result of natural climate variability. These higher rates were in line with what is expected across much of the Pacific in the second half of this century as a result of human-induced sea level rise.

[Übersetzung von Chris Frey: [2] ABC.net: Salomonen-Inseln: Steigender Meeresspiegel verantwortlich für den Verlust von fünf Riff-Inseln

Während der letzten 20 Jahre waren die Salomonen-Inseln ein Hotspot für den Anstieg des Meeresspiegels. Das Meer ist fast dreimal so stark gestiegen wie im globalen Mittel – etwa 7 bis 10 mm pro Jahr seit 1993. Diese höhere lokale Rate ist teilweise die Folge der natürlichen Klimavariabilität. Diese höheren Raten liegen auf einer Linie mit dem, was in der 2. Hälfte dieses Jahrhunderts im Pazifik zu erwarten ist als Folge des vom Menschen ausgelösten Meeresspiegel-Anstiegs]

Erst kürzlich hat der Autor in einer recht umfangreichen und wie er (immer noch meint) fundierten Recherche[4] festgestellt, dass Südseeinseln sicher sehr gefährdet sind – aber nicht durch den anthropogenen Klimawandel. Was ist also zwischenzeitlich dort geschehen?

In einem solchen Fall ist es am besten, sich den Verlauf der Tidenpegel in dieser Region selbst anzusehen. Vielleicht hat er sich seit der Zeit der letzten Sichtung dramatisch verändert, oder es wurden vorherige übersehen.

Bild 1 Salomonen-Inseln (Nr. 1) und Umgebung.

Quelle: PSMSL Catalogue Viewer, www.psmsl.org/data/obtaining/map.html

Von den im Bild 1 blau eingekreisten und benummerten Regionen sehen die Pegelverläufe wie folgt aus:

Salomonen selbst (1). Keine Pegelerhöhung des Jahres-Mittelwertes seit ca. 1995. Der Absolutwert hat sich nicht verändert, eher verringert. Keinerlei dramatischer Anstieg irgendwo erkenn- oder ahnbar.

Bild 2 (Region 1) Pegelverlauf Salomonen von 1994 – 2015 Quelle PSMSL Sea-Level www.psmsl.org/data/obtaining/map.html

Nauro (2). Max. 100 mm Pegelerhöhung des Jahres-Mittelwertes seit 1995. Der Absolutpegel hat sich wenn überhaupt nur geringfügig erhöht. Keinerlei dramatischer Anstieg irgendwo erkennbar.

Bild 3 (Region 2) Pegelverlauf NAURO-B von 1993 – 2015 Quelle PSMSL Sea-Level www.psmsl.org/data/obtaining/map.html

VANUATU Port Vila B (3). Keine Pegelerhöhung des Jahres-Mittelwertes seit 1995. Der Absolutpegel hat sich ebenfalls nicht verändert. Keinerlei dramatischer Anstieg irgendwo erkenn- oder ahnbar.

Bild 4 (Region 3) Pegelverlauf VANUATU Port Vila B von 1993 – 2015 Quelle PSMSL Sea-Level www.psmsl.org/data/obtaining/map.html

Bild 4 Australien Townsville I (4). Eine geringe Pegelerhöhung des Jahres-Mittelwertes seit 1960, seit ca. 1970 keine. Der Absolutwert ist niedriger als zum Jahr 1959. Keinerlei dramatischer Anstieg irgendwo erkenn- oder ahnbar. Eher sogar ein Beleg, dass etwas mit den regelmäßigen AGW-Pegeländerungsmeldungen nicht stimmen kann.

Bild 5 (Region 4) Pegelverlauf Australien Townsville I von 1959 – 2013 Quelle PSMSL Sea-Level www.psmsl.org/data/obtaining/map.html

Fazit

Es hat sich also zum Stand der damaligen Analyse[4] nichts verändert. Doch trotzdem gehen die Inseln nach der aktuellen Information reihenweise unter, obwohl sie nach anderen Meldungen an Fläche zugenommen haben und die Korallen problemlos mit einem (eventuell langsam steigenden) Meeresspiegel mit-wachsen. Was ist da geschehen?

Die Information auf der englischsprachigen Seite gibt deutliche Hinweise:

SCIENTIFIC AMERICAN[3]

… Choiseul, a township of around 1,000 people on Taro Island, a coral atoll in Choiseul Bay, is less than two meters (6,6 feet) above sea level. Its vulnerability to storm surges and tsunamis causes by earthquakes ist expected to be compounded in the future by rising sea.

… The Solomon Islands government would be looking for climate change funding from international donors to finance the relocation, he added.

… On a brief visist to the Solomon Island this week, U.S. Secretary of State John Kerry said the Pacific Island nation stands to benefit from U.S. funding programs to deal with the effects of climate change in the Asia-Pacific region.

[Übersetzung von Chris Frey: Die kleine Ortschaft Choiseul mit etwa 1000 Einwohnern auf der Taro-Insel, einem Korallenatoll in der Choiseul-Bucht liegt weniger als 2 Meter über dem Meeresspiegel. Es wird erwartet, dass dessen Verwundbarkeit gegenüber Sturmfluten und Tsunamis in Zukunft weiter zunehmen wird.

Die Regierung der Salomonen rufen nach Klimawandel-Finanzen von internationalen Geldgebern, um die Umsiedlung zu gewährleisten.

Bei einem Kurzbesuch auf den Inseln sagte US-Außenminister Kerry, dass die Pazifische Inselnation Anspruch auf Gelder aus US-Finanzierungsprogrammen hat, um mit den Auswirkungen des Klimawandels in der Region Asien-Pazifik umgehen zu können.]

Die Inseln gehen derzeit nicht wegen steigendem Pegel unter, sondern die (dort schon immer wütenden) Stürme, verheerenden Tsunamis und Erdbeben machen den Bewohner zu schaffen. Schließlich gibt es diese Inseln nur, weil sie auf der aktivsten Vulkan- und Erdbebenzone der Erde liegen (Pazifischer Feuerring). Und vielleicht ist an der Erosion auch Sandabtragung für Bauten und Dynamitfischerei nicht unbeteiligt, wie es ein paar Hinweise nahelegen.

Jedenfalls steht darin nichts von einem aktuellen Untergang, sondern dass er kommen könnte – wie üblich das Ergebnis geeigneter Simulationen. Und ein kompletter Schuh wird aus der Schlussmeldung daraus: Der Verteilungskampf um die Klimamilliarden beginnt!

KLIMARETTER.INFO war Hintergrundinformation aber nicht wichtig, sondern dass die Überschrift beim deutschen Bürger hängenbleibt – denn er wird ein Zahlmeister dieses Klimafolgen-Rettungsfonds.

Quellen

[1] KLIMARETTER.INFO 08. Mai 2016: Schon fünf Salomonen-Inseln versunken

http://www.klimaretter.info/forschung/nachricht/21194-schon-fuenf-salomonen-inseln-versunken

[2] ABC.net: Solomon Islands: Rising sea levels blamed for the disappearance of five reef islands

http://www.abc.net.au/news/2016-05-07/rising-sea-levels-blamed-for-wiping-out-five-islands/7392986

[3] SCIENTIFIC AMERICAN, August 15, 2014: Township in Solomon Islands Is 1st in Pacific to Relocate Due to Climate Change

http://www.scientificamerican.com/article/township-in-solomon-islands-is-1st-in-pacific-to-relocate-due-to-climate-change/

[4] EIKE 14.12.2015: Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 3 Die Marshall-Inselgruppe – (kein) Beispiel für einen Untergang

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/gehen-die-suedseeinseln-wirklich-wegen-des-klimawandels-unter-teil-3-die-marshall-inselgruppe-kein-beispiel-fuer-einen-untergang/

EIKE 26.11.2015: Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 2

http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/gehen-die-suedseeinseln-wirklich-wegen-des-klimawandels-unter-teil-2/

EIKE 17.09.2015: Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 1 Die Malediven

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/ist-der-reiche-westen-wirklich-an-den-inselfluechtlingen-schuld-weil-er-co2-emittiert-teil1-die-malediven/