Der Chef der britischen Erneuerbaren: „England ist nicht windig genug”

Hugh McNeal, der vor zwei Monaten vom Ministerium für Energie und Klima zu RenewableUK wechselte, bestand darauf, die Industrie könnte sich für mehr Onshore-Anlagen in einigen Teilen des Vereinigten Königreichs einsetzten, trotz des Rückgangs von Subventionen.

Aber, dies würde "fast sicher" nicht in England sein, da die Windgeschwindigkeiten nicht hoch genug seien, um die Projekte ohne Subventionen wirtschaftlich durchführen zu können.

Die aktuellen Großhandelspreise für Strom sind zu niedrig für jede Form neuer Energieproduktion, die Regierung hat bereits Subventionen möglich gemacht, für neue Gaskraftwerke.

Wenn die finanzielle Unterstützung von Onshore-Wind ist geringer als die für Gas erforderliche, argumentiert die Industrie, sollte es nicht mehr als "Subvention" angesehen werden.

"Wir sind fast sicher, hier nicht über die Möglichkeit von neuen [Windkraft-] Werken in England zu reden. Die Wirtschaftlichkeit der Projekte würde nicht gegeben sein; die Windgeschwindigkeiten sprechen nicht dafür. "

Lesen Sie hier: http://www.telegraph.co.uk/business/2016/06/04/england-not-windy-enough-admits-wind-industry-chief/

WUWT sagt seit einiger Zeit "peak Wind" vorher. Meiner Meinung nach ist diese Aussage des CEO von RenewableUK ein Zeichen dafür, dass es eingetreten ist.

Da der Mangel an Investitionen alle britischen Energiesektoren betrifft, bezweifle ich, dass eine vorübergehende Flaute im Großhandelspreis der Grund ist, die Investitioren abzuschrecken, vor allem mit Investitionen in neue Gasgeneratoren. Der wahre Grund ist wahrscheinlicher, dass der britische Energiemarkt im Chaos ist, dank jahrelanger, plumper Anstrengungen der britischen Regierung zur Förderung erneuerbarer Energien. Nach den Worten von Amber Rudd, des britischen Energieministers : "… Wir haben jetzt ein Stromsystem, bei dem keine Art der Energieerzeugung, nicht einmal gasbefeuerte Kraftwerke, ohne staatliche Eingriffe gebaut wird. … "

Der Versuch, die Subventionen "neu zu definieren" als etwas, das alle Energieversorger erwarten können und daher nicht wirklich eine Subvention wäre, sagt – meiner Meinung nach, dass den Wind Energieversorgern sehr wohl bewusst ist, dass ihr Produkt nie wirklich konkurrenzfähig sein wird gegen zuverlässige, planbare Energieerzeugungs-Systeme.

Erschienen auf WUWT am 05. Juni 2016

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://wattsupwiththat.com/2016/06/05/british-renewables-chief-england-is-not-windy-enough/




Milliardärsclub finanziert Klimakrisen-Propaganda

Ein Minderheiten-Report aus dem Jahre 2014 des Committee on Environment and Public Works beim US-Senat mit dem Titel [übersetzt] „Wie ein Club von Milliardären und deren Stiftungen die Umweltbewegung und Obamas EPA kontrolliert“ beschrieb eine linksaußen stehende politische Maschinerie, die Lobbyarbeit unter dem Mäntelchen „Wohltätigkeits-Spenden“ betreibt.

Gegründet von etwa einem Dutzend prominenter Stiftungen kanalisiert diese Elitegruppe ungeheure Geldsummen durch ein eng geknüpftes Netz hunderter nichtkommerzieller Organisationen, um Propaganda am Fließband in der Verkleidung von Wissenschaft und Nachrichten zu verbreiten.

Der Senatsbericht enthüllt, dass politische Einflussnahme oftmals „eine dreiste grüne Drehtür unter leitenden Funktionären der EPA involviert, welche zu einem wertvollen starken Gefährten geworden ist für die Umweltbewegung und deren wohlhabende Geldgeber“.

Unter den Empfängern dieser geschätzten 10 Milliarden Dollar pro Jahr bei der Umwelt-Lobby-Industrie, die auch von Steuerzahlungen befreit sind, befinden sich der Sierra Club, Earthworks, das Natural Resources Defense Council (NRDC), der Environmental Defense Fund (EDF), Earth Justice, die climate crisis 350.org sowie Anti-Kohle-, Anti-Fracking- und Anti-Keystone-Interessengruppen.

Obamas EPA hat über 27 Millionen Dollar der Steuerzahler an große Umweltgruppen überwiesen. Zwei davon mit „signifikanten Verbindungen zu leitenden EPA-Funktionären“ stechen dabei besonders hervor – der NRDC und der EDF – die jeweils über 1 Million Dollar erhalten haben.

Die Aktivistengruppen propagieren gemeinsam kunstvoll fabriziertes Material unter den falschen Vorgaben, dass sie unabhängige und von Spenden der Bürger finanzierte Organisationen sind, die uneigennützig handeln. In Wirklichkeit bilden sie ein Tandem mit Spenden-Agenden, typischerweise um ein gewünschtes, vorbestimmtes politisches Ergebnis zu rechtfertigen.

„Die Forschungsergebnisse werden dann von irgendeiner Nachrichten-Agentur bekannt gegeben, oftmals eine, die auch von der gleichen Stiftung gestützt wird, um die Einsicht zu erhöhen“.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, hat der Milliardärs-Club „das Kunststück fertig gebracht, angebliche Volksbewegungen aus dem Boden zu stampfen und zu finanzieren, die bei Wahlvorgängen und anderen staatlichen Initiativen assistieren“.

Bemühungen, das Fracking zu verbieten, in New York von der Park Foundation und in Colorado von der Schmidt Family Foundation sowie des Tides Foundation werden als Beispiele genannt. Diese gleichen Stiftungen haben in Colorado mittels zweier Koalitionen agiert, nämlich Local Control Colorado und Frack Free Colorado.

Die Park Foundation und die Schmidt Family Foundation haben dem Vernehmen nach auch „fragwürdige Wissenschaftler finanziert, um Anti-Fracking-Forschungen durchzuführen, worüber die Huffington Post, Mother Jones, and Climate Desk nur zu gerne berichtet haben – alle selbst Empfänger von Zuwendungen“.

Dies erzeugt einen „Nachhall“, welcher daherkommt wie eine falsche Volksbewegung. Es bietet auch „Distanz/Anonymität zwischen Spenden bekannter Geldgeber und Aktivitäten gefährlicher Aktivisten-Gruppen“.

Das Medien-Forschungszentrum VP Dan Gainer erklärt: „Partner finden sich zusammen und koordinieren sich dergestalt, dass eine Gruppe an einem Thema arbeitet, eine andere Gruppe diese hervorhebt, und so weiter … Das geht so lange, bis sie den Eindruck erweckt haben, dass es wirkliche Bedenken hinsichtlich eines Themas gibt, welche dann ihren Weg zu liberalen Websites wie die Huffington Post finden, und von dort in die traditionellen Medien“.

Beispiel: Inside Climate News (ICN) und der Weather Channel haben sich 2014 zu einer Reihe „investigativer Berichte“ zusammen getan hinsichtlich einer künstlich herbeigeredeten Gesundheitsgefahr durch Fracking in Texas.

ICN und deren Alter Ego, Science First, sind aktive Partnerschaften eingegangen mit Associated Press, dem Weather Channel, Bloomberg News, der Los Angeles Times und anderen Medien-Organisationen. Die LA Times lehnt es kategorisch ab, Briefe zu veröffentlichen mit skeptischen Standpunkten hinsichtlich eines „gefährlichen Klimawandels“.

Der New York Times zufolge [die eng verbandelt ist mit der Süddeutschen Zeitung, Anm. d. Übers.] ist ICN ein Nebenprodukt von dessen Gründer und Publizist David Sassoon und dessen beratender Tätigkeit beim Rockefeller Brothers Fund (RBF), einer philanthropischen Gruppe, die Klimapolitik betont. RBF war maßgeblich an der Start-Up-Finanzierung von Science First beteiligt – mit zusätzlichen Zahlungen an die League of Conservation Voters und die Sierra Club Foundation – für Bemühungen, die Keystone Pipeline zu verhindern und die Ausbeutung von Teersanden allgemein.

RBF hielt im Januar 2016 ein geheimes Treffen ab, bei dem etwa ein Dutzend einflussreicher Anti-fossile-Treibstoffe-Aktivisten zusammen kamen, darunter 350.org-Gründer Bill McKibben. Man wollte nach Strategien suchen, „um in der öffentlichen Meinung zu verankern, dass Exxon eine korrupte Institution ist, die die Menschheit (und die gesamte Schöpfung) in ein Klimachaos und gravierendes Leid stürzt“.

Zwei Monate später, am 29.März, leitete der Generalstaatsanwalt von New York Eric Schneiderman eine Pressekonferenz von 16 Staatsanwälten, in der die Absicht bekannt gemacht wurde, Organisationen zu verfolgen, die die Öffentlichkeit „absichtlich in die Irre führen“ bzgl. der Bedrohung eines vom Menschen verursachten Klimawandels. Wenige Tage später zettelte er eine Aktion im Namen des RICO-Gesetzes gegen ExxonMobil an, indem er ein Gesetz in Stellung brachte, dass eigentlich Mafiosi gelten sollte.

Der Staatsanwalt der Virgin Islands Claude Earl Walker, ein ehemaliger EPA-Anwalt, erhob eine RICO-Klage sowohl gegen ExxonMobil als auch gegen das Competitive Enterprise Institute CEI, einer in Washington DC ansässigen Denkfabrik.

Zitat einer wohlbekannten Autorität: „Es gibt nicht viele Demokratien auf der Welt, die auf diese Weise funktionieren, dass nämlich Millionäre und Milliardäre finanzieren, was immer sie wollen, wen auch immer sie wollen, und manchmal im Geheimen“. Und Präsident Obama fügte hinzu: „Das bedeutet, dass durchschnittliche Amerikaner von dem Prozess ausgeschlossen sind“.

[Man darf gespannt sein, wie das unter einem Präsidenten Trump weitergeht, so er gewählt wird. Anm. d. Übers.]

Link: http://www.cfact.org/2016/05/23/billionaires-club-funds-climate-crisis-propaganda/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




„Tief verhakt sich … zieht nicht … wegen des Klimawandels“ – Katja im Wunderland

Bild rechts: Quelle: http://www.zdf-werbefernsehen.de/angebot/sponsoring.html

Der Autor möchte zu Beginn die folgenden Zeilen veröffentlichen, die Herr Prof. Kirstein zu den sonderbaren Ausführungen von Frau Horneffer zusammenfasste:

"In der HEUTE-Sendung vom 30.05.2016, 19:00h, versucht die ZDF-Meteorologin Katja Horneffer die die Ursache solch ungewöhnlicher Unwetterereignisse den Zuschauern zu "erklären". Angeblich – so Frau Horneffer – können sich durch den Klimawandel Tiefdruckgebiete "verhaken" und dadurch solche Unwetter
auslösen. Welch ein wissenschaftlicher Unsinn !!
Vorausgesetzt es gäbe tatsächlich einen menschengemachten Klimawandel, dann lässt Frau H. das Problem einer "Verhakung" offen.
In der seriösen Meteorologie spricht man dagegen von Blockierungswetterlagen, die es übrigens auch bei Hochdruckgebieten immer wieder mal gibt.
Offensichtlich ist das ZDF immer sehr schnell dabei mit dem Reizwort "Klimawandel".
Eine Stunde später gab die ARD im Anschluss an die Tagesschau im Brennpunkt zum selben Thema deutlich mehr sachliche und informativere Informationen zur Ursache bekannt.
Innerhalb des 15-minütigen Brennpunktes fiel nicht ein einziges mal das Wort "Klimawandel".
Viele Zuschauer fragen sich natürlich, warum diese ideologische Berichterstattung des ZDF in so krassem Widerspruch zur sachlichen Information der ARD steht – und das ist kein Einzelfall, wenn es um das Thema "Klimawandel" geht.
Für die treue Haltung des ZDF zur Political Correctness gibt es wahrscheinlich Extra-Gelder. Anders kann ich mir als Klimatologe mit 40-jähriger Erfahrung in der Forschung zur Klimavariabilität das nicht erklären.
Wundern Sie sich also nicht, wenn immer mehr Menschen in Deutschland das ZDF als Spitzenreiter der Lügenpresse sehen.
Schönen Gruß an Herrn Kleber, der diesen Kurs des ZDF immer wieder gerne verstärkt.
Prof. Dr. Werner Kirstein
Klimatologe"

Was sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) zu unserem derzeitigen Wettergeschehen?

„Der Polarfrontjetstream – ein Starkwindband in der Höhe gibt den Takt vor!"

„Die sogenannten Jetstreams oder auch Strahlströme stellen ein schmales, bandartiges Starkwindfeld in der oberen Troposphäre bis hin zur Stratosphäre dar, die sich rund um den Globus ziehen. Sie entstehen an der Grenze zwischen unterschiedlich temperierten Luftmassen meist über den mittleren Breiten. Dabei unterscheidet man den Polarfrontjetstream, der die polare Luftmasse von der Subtropischen trennt,…

Die Grenze zwischen polarer und subtropischer Luft (Polarfront) markiert darüber hinaus eine Zone mit niederem Luftdruck, die polwärts und äquatorwärts von Zonen mit höherem Luftdruck abgelöst wird. Als Ausgleich zwischen den Druckunterschieden strömt die Luft von den Hochdruckgebieten über den polaren sowie subtropischen Regionen zum tieferen Luftdruck und wird dabei durch die Corioliskraft auf der Nordhalbkugel nach rechts und auf der Südhalbkugel nach links, d. h. jeweils nach Osten abgelenkt (siehe auch Wetterlexikon auf der Homepage des DWD). Aufgrund der fehlenden bzw. sehr geringen Reibung in der Höhe wird die Luft nur wenig abgebremst, sodass sich dort sehr starke Höhenwinde mit Windgeschwindigkeiten zwischen 200 und 400 km/h, teilweise sogar bis 500 km/h entwickeln können….

Zudem mäandrieren Jetstream wie Flussläufe, können sich in mehrere Äste aufspalten und sind hinsichtlich ihrer Lage im Raum, ihrer Form und Intensität ständigen Veränderungen unterworfen.

Da die Luftdruckverhältnisse in der Höhe direkt mit den Verhältnissen am Boden gekoppelt sind, konnte sich auch in bodennahen Schichten über Nord-, Mittel- und Teilen Südeuropas eine schwachwindige Wetterlage mit zahlreichen kleineren Tiefdruckgebieten ausbilden,…"

Kommt uns irgendwie bekannt vor „Zahlreiche kleineren Tiefdruckgebieten ausbilden“. Also nichts mit „das Tief verhakt sich … zieht nicht …. wegen des Klimawandels“. Der Grund für das derzeitige wechselhafte Wetter mit seinen Turbolenzen liegt also am Polarfrontjet (Abb.1), zu dem der DWD sagt „Der Polarfrontjetstream – ein Starkwindband in der Höhe gibt den Takt vor!“ Rein natürliche Ursachen, die immer wieder auftreten.

Abb.1 zeigt den typischen Verlauf des PolarFrontJet (= Rossby-Welle) über Europa und wie er die polaren Kaltluftmassen von der subtropischen Warmluft trennt. Er steuert primär die Hoch- und Tiefdruckgebiete. Hochdruckkeile kennzeichnen warme, Tröge kalte Luftmassen. Je stärker die Amplitude dieser Wellen ist, umso meridionaler fallen die Luftströmungen aus, und umso stärker sind die Temperaturextreme, weil der ausgleichende Einfluss der von Westen einströmenden maritimen Luftmassen fehlt. Manchmal wird eine solche Konfiguration längere Zeit stabil gehalten (anhaltende Hitze-/Kältewellen), häufiger sorgt jedoch eine mehr oder weniger rasche Ostverlagerung für die bei uns typischen Wetterwechsel. Daher fallen die Temperaturunterschiede jeweils deutlich aus, da sich im Sommer heiße Mittelmeerluft (oder gar aus der Sahara), mit kühler Luft aus nördlichen Breiten abwechselt.

Mein EIKE-Kollege, der Diplom-Meteorologe Herr Puls hat bereits Frau Horneffer in einer Mail das Wettergeschehen erläutert. Ich darf ihn zitieren:

Sehr geehrte liebe Kollegin Katja Horneffer, mit Erstaunen und gelindem Entsetzen habe ich Ihre Aussagen in Ihrem gestrigen Interview in den "heute – Nachrichten" gesehen/gehört, wo SIE sinngemäß sagten:"….das Tief verhakt sich… zieht nicht…. wegen des Klimawandels … und damit ist künftig noch zunehmend zu rechnen… mit noch mehr Unwettern…"

Was ist denn das – mit Verlaub – für ein fachlich-sachlicher Unfug ?Seit wann haben denn "ortsfeste Tiefs“ etwas mit Klima oder gar Klimawandel zu tun?Solche Tiefs kennen wir, insbesondere in Troglagen(Anmerkung des Autors: Des PolarFrontJets), seit Beginn von Wetteraufzeichnungen und Wetterkarten-Analysen !Einen solchen von Ihnen dargelegten meteorologisch-klimatologischen Unfug haben Sie doch – bitte sehr -hoffentlich nicht bei Ihrem Bonner Lehrer Prof. Helmut Kraus gelernt,…“

In seinem EIKE-Artikel "Sommerhitze 2015 – Klimawandel oder ’normales‘ Wettergeschehen" (http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/sommerhitze-2015-klimawandel-oder-normales-wettergeschehen-teil-2/) hat Leistenschneider dargelegt, dass für unser Wetter in Mitteleuropa der PolarFrontJet die maßgebliche Rolle spielt. Siehe hierzu auch den Beitrag von Hans-Dieter Schmidt bei EIKE http://www.eike-klima-energie.eu/klima-anzeige/bemerkungen-zu-den-hitzewellen-2015-in-mitteleuropa/

Derzeit hat sich der PolarFrontJet in zwei Äste aufgespalten (siehe Abb.2). Einer verläuft weit im Norden, der andere über dem Mittelmeer. Mitteleuropa liegt genau zwischen diesen beiden Ästen in einem Bereich, in dem bis hinauf zur Tropopause nur geringe Windgeschwindigkeiten herrschen. Gleichzeitig wird die Luftmasse in den bodennahen Luftschichten erwärmt, während sie in höheren Luftschichten relativ kalt bleibt. Dadurch bilden sich immer wieder Gewitter oder auch ganze Gewitterherde (Cluster), die sich kaum verlagern und lokal eng begrenzt extrem unterschiedliche Regenmengen bringen können (siehe Abb.3).

Abb.2: Strömungsverhältnisse im 500-hPa-Niveau vom 3. Juni 2016. Quelle: Verein Berliner Wetterkarte e. V.

Die derzeitige Lage des PolarFrontJet, der die polaren Luftmassen von den subtropischen trennt und den diese Luftmassen nicht einfach überwinden können, ist maßgeblich für unser Wetter (vgl. Aussage DWD), was aktuell zu turbulenten und wechselhaften „Extrem“wetterverhältnissen* führt.

Abb.3: Satellitenbild Anfang Juni 2016, Quelle DWD.

Vor 15 Jahren hatten wir noch andere Wetterverhältnisse in Deutschland. Wir erinnern uns noch an warmes, beständiges Wetter und an den „Jahrhundertsommer“ 2003. Seinerzeit hatten gleich 3 solare Zyklen ihr Aktivitätsmaximum:

  • der 11-jährige Schwabe-Zyklus

  • der 35-jährige Brückner-Zyklus und

  • der Hauptsonnenzyklus (im Mittel 208-jährige De Vries/Suess-Zyklus)

Die Lage und der Verlauf des PolarFrontJet ist abhängig von der Energie in der Atmosphäre und die kommt allein von der Sonne (99,98% der Energie, die die Erde erhält, kommt von der Sonne, die restlichen 0,02% aus dem Erdinnern – von CO2 kommt Null Komma Null, da passive Elemente grundsätzlich keine zusätzliche Energie in ein System bringen können, wie uns die Thermodynamik lehrt).

Der Autor geht davon aus, dass die von Herrn Prof. Ewert in seiner Arbeit aufgezeigten Temperaturschwankungen in den Langzeittemperaturreihen, auf die sich ändernde geographische Lage des PFJ zurück zu führen sind (dass sich sein statistisches Mittel mit der solaren Aktivität ändert), verbunden mit der durch die aktive Sonne ausgebrachten Wärme. Der PFJ, steuert dabei einmal die vorhandene Warmluft und dann die Kaltluft nach Europa. Abb.4.

Abb.4: Zu sehen ist der Temperaturverlauf von Wien im Zeitraum von 1775 – 2008, Quelle: Prof. Ewert, EIKE. Die rote Linie gibt den Zeitpunkt des Maximums im Hauptsonnenzyklus an. Bis zu einem Zeitraum von 20 – 30 Jahren nach dem Hauptsonnenzyklus schwanken die Temperaturen am stärksten zwischen warm und kalt (rote Fläche). Bis zu dessen Minimum sind immer noch relativ hohe Temperaturausschläge zu verzeichnen, jedoch auf insgesamt niedrigerem Niveau (grüne Fläche). Unmittelbar vor und nach dessen Minimum ist das Klimasystem sozusagen in seinem eingeschwungenen, kalten Zustand und die Ausschläge sind am geringsten. Vor einem Temperaturanstieg fallen die Temperaturen auf ein relatives Minumum und steigen dann kontinuierlich an (schwarze Linien).

*Anmerkung zu Extrem“wetterverhältnissen: Für die Natur sind solche Zustände natürlich nicht „extrem“, sondern stellen „normales“ Wettergeschehen dar. Der Autor möchte dies unseren Lesern am Wettergeschehen von vor 200 Jahren, anhand des meteorologischen Observatoriums Hohenpeißenberg, zeigen. Dies war der Zeitraum, nach dem vorletzten Maximum im Hauptsonnenzyklus. Dass sich in Interviews die Menschen (vermeintlich) nicht an solche Wetterereignisse wir die aktuellen erinnern, liegt neben unserem subjektiven Kurzzeitgedächtnis auch daran, dass diese Zeit noch niemand vorher erlebte. 200 Jahre alt und mehr, wird ein Mensch bekanntlich nicht. Der DWD gibt sein Observatorium (Wetterstation) Hohenpeißenberg, das der Autor für seinen Beweis auswählt, übrigens selbst als Referenzstation an.

In seinem Artikel "Sommerhitze 2015 – Klimawandel oder ’normales‘ Wettergeschehen" hat Leistenschneider dargelegt, dass sich die Jahre nach einem Hauptsonnenzyklus in ihren Temperaturgängen ähneln (Abb.5).

Abb.5 nach Daten des DWD zeigt den Temperaturgang der Temperaturreferenzstation HPB und die Deutschlandtemperaturen, jeweils um den Zeitraum des Maximums im Hauptsonnenzyklus. Der Gleichklang beider Temperaturreihen, nicht nur in ihrem jeweiligen Höchstständen, sondern auch Tiefstständen und im Verlauf ist frappierend und selbst redend! Dass sich eine Jahresverschiebung einstellt, liegt an der Unschärfe, die Leistenschneider angibt, dass anhand der Daten über den Verlauf gegen Ende des 18. Jahrhunderts sich das Maximumjahr nicht exakt auf ein Jahr bestimmen lässt und um das Jahr 1797 angesiedelt ist. Daher sollen im jetzigen Vergleich die Jahre 1807-1813 betrachtet werden und in diesen Jahren explizit der Monat Mai.

Gegenwärtig schreiben wir das Jahr 2016. Das Maximum im Hauptsonnenzyklus lag im Jahr 2003 (Jahrhundertsommer), also vor 13 Jahren. 1797 + 13 = 1810. Wegen der o.g. Unschärfe, die Betrachtung ab 1807 bis 1813.

Vorgehensweise:

Bei der Betrachtung werden die Zyklen (Maxima) des Hauptsonnenzyklus zueinander synchronisiert und anschließend jeweils das Wettergeschehen danach verglichen.

Die Synchronisation ist nicht ganz einfach, weil es sich beim Hauptsonnenzyklus (De Vries/Suess-Zyklus) nicht, wie beim Schwabe-Zyklus mit seinen Sonnenflecken, um einen optisch erfassbaren, sondern um einen reinen Energiezyklus handelt. Selbst Satelliten sind nicht in der Lage, die Gesamtenergieabgabe der Sonne zu erfassen, da deren Maßsysteme nur den Wellenlängenbereich von 200nm bis 2.000nm abdecken. So variieren die Maxima-Angaben beim letzten Maximum auf die Jahre 2003, bzw. 2002. Die Unschärfe beträgt demnach 1 Jahr.

Beim davor liegenden Maximum in den 1790-Jahren, welches mittels Proxys (14C oder 10Be, den radioaktiven Isotopen von Kohlenstoff oder Beryllium) ermittelt wird, liegt die Unschärfe der Maximum Bestimmung bei 2-3 Jahren, so dass beim anschließenden Wetter-/Klimavergleich eine Verschiebung von 2-3 Jahren auftreten kann, zumal sich bei einem 208 jährigen Zyklus das Maximum auch auf 2 Jahre erstrecken kann. Der Kurvenverlauf der Temperaturen und damit das Wettergeschehen sollten jedoch gleich, zumindest sehr ähnlich sein. Wir wollen sehen, ob dies heute zu damals zutrifft.

Abb.6 zeigt den Jahresverlauf der Tagesmitteltemperatur von Juni 2015 bis Mai 2016 auf der Referenzstation Hohenpeißenberg, Quelle: DWD. Der DWD hat dazu in seinen Abbildungen die jeweiligen Min/Max-Werte und die Abweichungen vom langjährigen Trend (rot/blau) angegeben.

Der heutige Temperaturgang nach dem letzten Maximum (2003/2002) im Hauptsonnenzyklus, soll in gleicher Weise für das vorletzte Maximum im Hauptsonnenzyklus vorgenommen werden, mit dem gleichen zeitlichen Abstand (Abb.7).

Abb.7 nach Daten des DWD zeigt den Jahresverlauf der Tagesmittelwerte der Temperatur auf dem Hohenpeißenberg von Juni 1807 – Mai 1808. Etwa dem gleichen Zeitraum nach dem Hauptsonnenzyklus in der Mitte der 1790-Jahre, wie Abb.6.

Werden nun die Abb.6 und 7 zusammengelegt, ergibt sich folgendes Vergleichsbild:

Abb.8: Unschwer zu erkennen, dass beide Temperaturverläufe nahezu deckungsgleich sind. Vor 200 Jahren war es genau so warm wie heute und dabei war 2015 laut DWD eines der wärmsten Jahre nach den Temperaturaufzeichnungen. Die Charts zeigen eindrucksvoll, dass nichts zu sehen ist von einer angeblich menchengemachten Erwärmung in unseren Tagen!

Im Gegenteil, das Wetter war vor 200 Jahren extremer als heute, wie Abb.9 zeigt.

Abb.9 zeigt die Maitemperaturen auf dem Hohenpeißenberg der Jahre 1808, 1809, 1810 und 1813. Von den Jahren 1811 und 1812 fehlen dem Autor die Daten, daher hat er 1813 dargestellt. Die Jahre bilden jeweils den Zeitraum vor und nach dem Hauptsonnenzyklus ab. Wie oben bereits beschrieben, lässt sich das exakte Maximumjahr nicht bestimmen, daher die 4 (5) Jahre (+- 2 Jahre).

Wie Abb.10 zeigt, ähnelt insbesondere das Jahr 1808 dem Vergleichsjahr 2016.

Abb.10: Die Mai-Temperaturen 1808 ähneln denen von Heute: Gleiches Muster (lediglich etwas zeitlich zueinander verschoben) und gleichen Max- und Min-Werten der Temperatur. Das Wetter war demzufolge ähnlich wie heute.

Fazit:

Vor 200 Jahren war es genau so warm wie heute. Das Wettergeschehen war mit seinen Wechseln (von 2°C bis 25°C, 1809 aber auch 1813) jedoch deutlich extremer als heute. Unser heutiges Wetter, mit all seinen vermeintlichen Extremereignissen ist anhand der gezeigten Vergleiche in den Temperaturdaten als nicht außergewöhnlich für die Zeit nach einem Maximum im Hauptsonnenzyklus anzusehen und damit, ungeeignet für jegliche Panikmache, wie dieses mal von Frau Horneffer versucht. Wir Menschen müssen, wie seit Jahrhunderten (Abb.11), akzeptieren, dass die Natur den Weg vorgibt.

Abb.11: Flugschrift zum Hochwasserereignis 1651, Quelle: Bayer. Staatsbib. München, Fl.-Nr. 03099 aus “Zur Temperatur- und Hochwasserentwicklung der letzten 1000 Jahre in Deutschland“, R. Glaser, Ch. Beck, H. Stangl.

Sogar ein Ereignis von weltpolitischer Bedeutung wurde durch das Wetter entschieden, welches damals so war, wie gegenwärtig.

Napoleon wurde das Wettergeschehen im Juni 1815 in Waterloo zum Verhängnis. Als es dort tagelang stark regnete. An den Tagen vor der Schlacht von Waterloo vom 18. Juni 1815 hatte es teilweise ununterbrochen geregnet, so dass der Boden des Schlachtfeldes schlammig und aufgeweicht war. Abb.12 gibt einen Eindruck über den schlechten Zustand des Bodens, der von Pfützen übersät war und den vorherrschenden kühlen, nassen Wetterverhältnissen.

Abb.12: Die beiden zeitgenössigen Gemälde zeigen den vom Starkregen aufgeweichten Boden im Juni 1815 in Waterloo.

Napoleon wollte die Schlacht, wie es in seiner „Natur“ lag, bald beginnen und so eine Entscheidung erzwingen, bevor sich die getrennten verbündeten Heere (Wellington und Blücher) wieder vereinigen konnten. Er hatte seinen Marschällen als Schlachtbeginn 9,00 Uhr festgelegt. Aufgrund der äußerst schlechten Bodenverhältnisse – seine Artillerie drohte im Morast festzustecken und so in ihrer entscheidenden Beweglichkeit einzubüßen – musste er den Angriffsbeginn verschieben. Dieser fand fast drei Stunden später wie geplant, um 11,35 Uhr statt. Erst dieser Zeitverlust versetzte Blücher in die Lage, Wellington am späten Nachmittag „in letzter Minute“ zu Hilfe zu kommen. Als Napoleon sich bereits anschickte, dem bereits von den französischen Truppen geschlagenen Wellington (wohl jeder kennt den verzweifelten Ausspruch Wellingtons: "Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen."), die entscheidende Niederlage zuzuführen. Ohne diese naturbedingte Verzögerung, wäre Blücher zu spät gekommen, mit unübersehbaren weltgeschichtlichen Folgen. Der 18. Juni 1815 gilt als “Der Tag, der die Welt veränderte“. Es kann als Ironie des Schicksals bezeichnet werden, dass Napoleon von dem einzigen, dass er fürchtete, den Widrigkeiten der Natur, letztendlich besiegt wurde.

Teil 2: "Sturtzfluten und ihre Ursachen", in Kürze.

 

Raimund Leistenschneider – EIKE




Entwicklungsländer und der Klimawandel: It’s Politics, Stupid!

von Suzan Heidenreich

In der Klimadebatte kommt immer wieder ein antikapitalistisches, antiwestliches und antimodernes Narrativ im Mantel des Klimaschutzes daher. Zu den jüngsten Beispielen gehört hier die Berichterstattung über die Auswirkungen des El-Niño-Phänomens.

El Niño gehört zu den regelmäßig wiederkehrenden Klimaoszillationen, die prägend für das Weltklima sind. Es ist die bekannteste dieser Schwankungen, und fiel 2015/2016 ungewöhnlich heftig aus.

Wobei „ungewöhnlich“ ein relativer Begriff ist. El Niño produziert immer extreme Wetterlagen. Ab wann ein Extremwetterereignis „ungewöhnlich extrem“ sein soll, ist dem Betrachter überlassen. Eine Dürre ist eine Dürre, und eine Überschwemmung eine Überschwemmung, sollte man meinen. Doch wenn es darum geht, mit Klimaberichterstattung politische Ziele zu verfolgen, wird gerne Wortakrobatik betrieben.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Nachrichtenlage zum El Niño 2015/2016. So wurde ausführlich berichtet, dass El Niño im Süden Afrikas eine starke Dürre entstehen ließ, bzw. die seit zwei bis drei Jahren andauernde Trockenperiode verschärfte. Die Folgen: Nahrungsmittelknappheit, höhere Preise, finanzielle Verluste für Farmer, Trinkwassermangel, bis hin zum Tod durch Unterernährung (ländliche Dorfbewohner) oder zum Selbstmord aus Verzweiflung (Farmer). In einigen Ländern der Region sind internationale Hilfsorganisationen aktiv, um die größte Not zu lindern.

Einen Schuldigen dafür hat man natürlich schon gefunden: Es sind die Industrieländer, die durch ihren CO2-Ausstoß den Klimawandel ausgelöst haben, welcher nun für extreme Wetterlagen sorgt, unter denen die Entwicklungsländer leiden müssen! Freilich ist solch eine antiwestliche Denkweise natürlich noch eng mit so genannter Kapitalismuskritik und Antimodernismus verwoben.

Hat der kapitalistische Westen also Schuld daran, dass Kinder in Afrika hungern müssen? Diese Aussage ist paradox, insbesondere angesichts der Milliarden, die jährlich an privater und öffentlicher Entwicklungshilfe in zahllosen Programmen alleine in Afrika versenkt werden. Es spricht einiges dafür, dass die unter der Dürre leidenden Menschen ihre Situation eher ihren eigenen – sozialistischen – Regierungen zu verdanken haben.

Beispiel Simbabwe: Nachdem das Mugabe-Regime seit der Jahrtausendwende aus rassistischen und politischen Gründen die florierende, exportorientierte Agrarindustrie zerstörte und die meisten kommerziellen Farmer enteignete, brach die gesamte Wirtschaft des Landes zusammen. Die Großfarmen wurden zerschlagen und unter landwirtschaftlich unerfahrenen Günstlingen des Regimes verteilt, sodass sich der Gesamtertrag drastisch reduzierte. Die politische und wirtschaftliche Lage verunsicherte Investoren, und führte zu einer Auswanderungswelle – es fehlte dadurch an Geld und Wissen, um z.B. die Infrastruktur zu warten. Mit diesem Kapitalabfluss und dem Weggang der Mittel- und Oberschicht wandelte sich Simbabwe vom Brotkorb zum Armenhaus Afrikas. Mangel an Investitionen, an Knowhow, an allem, führte dazu, dass das Land heute ohne jegliche Reserven und mit darniederliegender Infrastruktur einer Dürreperiode, die unter normalen Umständen für ein funktionierendes Staatswesen kein größeres Problem darstellen würde, schutzlos ausgeliefert ist. Für den Hunger können sich die Simbabwer also bei ihrer politischen Klasse „bedanken“, und nicht bei den imperialistischen Industriestaaten.

Beispiel Namibia: Das Land ist geprägt von Wüsten und Halbwüsten, und ist eines der trockensten der Erde. Wenn es hier mal regnet, steht es sogar in den Zeitungen, und täglich wird über den Stand der Dämme berichtet. Man sollte meinen, dass Wassermanagement von zentraler Bedeutung wäre. Doch Namibia steht am Rande einer Dürrekatastrophe, und muss vielleicht bald Wasser importieren. Diese Probleme sind ebenfalls hausgemacht. Zwar leiden Land und Leute unter der jahrelangen Trockenperiode, die durch El Niño verschlimmert wird. Aber in den letzten 10 bis 20 Jahren wurde nur unzureichend in die Wasserinfrastruktur investiert. Anstatt Dämme, Leitungen und Kanalsysteme in Stand zu halten und an die wachsende Bevölkerung anzupassen, setzten sich die Politiker lieber pathetische Heldendenkmäler. Wichtige Investitionen wurden verschleppt, und die Regulierung des Wasserverbrauchs vernachlässigt: Es gibt in jeder Stadt mehrere illegale Autowaschanlagen, aus geborstenen Leitungen sprudelt tagelang Trinkwasser, und selbst Behörden verschwenden das kostbare Nass. Mittlerweile sind viele Stauseen fast leer, und das restliche Wasser in ihnen ist durch Algen verseucht. Mit Preiserhöhungen, Rationierung und gesenktem Leitungsdruck versucht man nun gegenzusteuern. Es zeigt sich, dass eine rechtzeitige und vorausschauende Politik die kommenden Härten verhindert oder mindestens stark abgefedert hätte. Aber zur Zeit ist nur eine einzige Talsperre im Bau, während die bestehenden allesamt vor der Unabhängigkeit, also unter südafrikanischer Verwaltung, geplant und/oder gebaut wurden. Eine kurzfristige Verbesserung ist nicht in Sicht, denn solche Bauprojekte dauern Jahre. Sollte es also zum Schlimmsten kommen, und die Dämme vor der Regenzeit leer sein, ist dies nicht die Schuld des CO2 aus europäischen und amerikanischen Fabriken, sondern die der kurzsichtigen Politik vor Ort.

Viele Länder leiden unnötig unter dem Klima. Doch nicht etwa der Klimawandel trägt die Schuld, sondern Fehlanreize und verfehlte Politik. „Gesunde“ Länder, also Länder, in denen Rechtstaatlichkeit und Marktwirtschaft herrschen, in denen Privateigentum und Freiheit geschützt werden, sind krisenfest und können sich auch gegen Wetterkapriolen schützen. Herrscht jedoch Willkür, Unfähigkeit und Blindheit, wird ein Staat die Ressourcen verlieren, bei Unbill stabil zu bleiben.

Die Liste der Beispiele ließe sich fortsetzen. Das zeigt, dass die internen Gründe, weshalb Länder durch El Niño etc. in Schieflage geraten, überwiegen. Die Lösung muss sein, Fortschritt durch Marktwirtschaft, Rechtstaatlichkeit und Freiheit zuzulassen. Sozialismus, Kleptokratie und Dirigismus haben überhaupt erst zu den Problemen geführt.




«Bockmist»-Quiz: Die Auflösung

1 – «Sonne und Wind schicken keine Rechnung.»

Eine Lüge ist das sicher nicht, aber ein kräftiger Bockmist, der insinuiert, dass Strom aus Sonne und Wind gratis ist. Auch die Wolken schicken für ihren Regen keine Rechnung. Trotzdem ist der Strom aus Wasserkraft nicht kostenlos: Die Gemeinden und Kantone im ­Gebirge verrechnen sogenannte Wasserzinsen. Auch die Dammbauer und Generatorenhersteller schicken ­natürlich Rechnungen, genauso wie im Fall der Solar­energie die Lieferanten von Fotozellen oder bei der Windkraft die Erbauer von Windrädern. Genau dasselbe tun die Eigentümer des Bodens, auf dem Windräder oder Sonnenkollektoren stehen.

2 – «Diese Solaranlage versorgt 2000 Haushalte.»

Eine glatte Lüge, weil die Versorgungssicherheit nicht auf Jahres­basis gewährleistet werden muss, sondern zu jeder Sekunde. Mein Herz versorgt meinen Körper auch nicht, wenn der Blutdruck im Jahresmittel stimmt, aber zwischendurch auf null abfällt. Die Nutzer von Solarstrom würden das rasch merken, wenn sie im abgetrennten Netz unter sich bleiben müssten.

3 – «Die Förderung der Erneuerbaren ist ein Gebot der Zukunft.»

Sprachlicher Bockmist, denn ein «Gebot» ist rein normativ. In dem Fall steht es im Widerspruch zu Theorie und Praxis. Diese zeigen deutlich, dass staatliche Investitionen und Subventionen Innovation verhindern und nicht fördern.

4 – «Solarstrom wird immer billiger.»

Das ist wieder gelogen, weil wohl die Zellen immer billiger werden, aber nicht die Anlagen und schon gar nicht die Folgekosten der flatterhaften Einspeisung in Form von Speicherung, Back­up und Integration ins Netz. Je höher der Anteil der Solarenergie, desto höher die Kosten.

5 – «Ein Viertel des Stromverbrauchs kann kostenlos eingespart werden.»

Reiner Bull­shit, denn das würde heissen, dass Tausendernoten auf dem Trottoir liegen, die aus Unkenntnis oder Faulheit nicht aufgelesen werden.

6 – «Nuklearstrom hat die grössten externen Kosten.»

Das ist wissenschaftlich längst widerlegt, aber die subjektiven Ängste sind ­politisch relevant.

7 – «Die Förderung der Erneuerbaren und der Energie-Effizienz schafft neue Arbeitsplätze.»

Klarer Bockmist, obwohl in der Tat Dachdecker und andere Installateure profitieren. ­Allerdings zerstören die steigenden Stromkosten mehr und produktivere ­Arbeitsplätze durch Verlagerungen ins Ausland.

8 – «Im Bodensee schlummert die Energie von zwei AKW.»

Energie schlummert überall. Das Problem ist, sie zu wecken und produktiv zu nutzen. Bull­shit, weil wir mehr Energie aufwenden müssten, um die schlummernde Energie in Arbeit umzuwandeln.

9 – «Fördergelder bleiben hier, statt in den Nahen Osten zu fliessen.»

Keine Lüge, aber Bockmist der schlimmsten Sorte. Schliesslich importieren wir Güter und Leistungen, weil das für uns profitabel ist. Ansonsten könnten wir ja auch Bananen in schweizerischen Gewächshäusern anbauen und uns darüber freuen, dass das Geld hier bleibt.

10 – «Mit einem Smart Grid wird die Grundlast im Stromnetz überflüssig, ja störend.»

Schwer zu sagen, ob nun Lüge oder Bockmist überwiegen. Im Gegensatz zu ­einem Taktfahrplan würde das Smart Grid die ­Züge dann abfahren lassen, wenn der Wind bläst oder die Sonne scheint.

11 – «Solar- und Windenergie haben keine ­externen Effekte.»

Gerade in der Schweiz mit ihrem hohen Landschafts- und Kulturgutschutz sowie der extremen Platznot straft diese Aussage schon ein Blick in die Natur Lügen. Von den Entsorgungskosten von Fotozellen oder Windturbinen muss man gar nicht mehr reden, oder sonst erwähnt man noch die hochgiftigen Batterien.

12 – «Die günstigste Energie ist die eingesparte.»

Ein Tiefpunkt von Bullshit. «Die günstigste Kalorie ist die eingesparte», können Sie den Hungernden dieser Welt sinngemäss tröstend weitergeben. Oder: «Der Blackout ist die billigste Stunde, weil aller Strom eingespart wird.» Wir nutzen Energie, um zu produzieren oder einen Komfort zu erzielen. Je mehr Energie wir durch staatlichen Zwang einsparen müssen, desto teurer wird die letzte Einheit.

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)*  Anmerkung der EIKE-Redaktion : Dieser Artikel ist zuerst erschienen in WELTWOCHE Zürich:

Wirtschaft: «Bockmist»-Quiz: Die Auflösung | Die Weltwoche, Ausgabe 20/2016 | 31. Mai 2016 ; http://www.weltwoche.ch/

EIKE dankt der Redaktion der WELTWOCHE und dem Autor Silvio Borner für die Gestattung des ungekürzten Nachdrucks.

Silvio Borner ist Mitglied im Carnot-Cournot-Netzwerk, einem Interdisziplinären Think Tank für Politikberatung in Technik und Wirtschaft   http://www.c-c-netzwerk.ch/ .

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