Versickernde Sintflut

Die Flut kommt. Höher und höher schrauben sich die Pegelstände. Schon bald werden sich auf der Hamburger Reeperbahn nur noch Makrelen und Plattfische vergnügen. Im Münchner Kaufhaus Oberpollinger werden Surfbretter zum Verkaufsschlager, weil’s zum Strand nur noch zwei Gehminuten sind. – Und der „Spiegel“ hat’s mal wieder vorhergesehen. Schon 1986 zeigte sein Titelbild einen Kölner Dom, der nur noch zur Hälfte aus dem Wasser ragt. Die klotzigen Buchstaben darunter künden von der „Klima-Katastrophe“.
Fast drei Jahrzehnte später schlägt die gleiche alptraumhafte Vorstellung immer noch hohe und höchste Wellen. Zwar kann man nach wie vor trockenen Fußes über die Reeperbahn gehen, aber der Alarmismus ist sogar noch schriller geworden. Vor allem, wenn sich rund 150 Staats- und Regierungschefs treffen, um in Paris beim 21. UN-Klimagipfel die Welt vor „Treibhauseffekt“ und „Selbstverbrennung“ zu bewahren (siehe PAZ 49, Seite 8).

Mit biblischer Wucht branden die Hiobsbotschaften von der anstehenden Sintflut heran. Sie sind ein wichtiger Teil des Katastrophenszenarios und kommen so massiv und breitgestreut daher, dass es schwer fällt nicht daran zu glauben. Dabei zeigt gerade die Auseinandersetzung mit dem Thema Meerespiegel, wie viel Skepsis bei allen Aussagen der selbsternannten Klima-Security und Kohlendioxid-Polizei angebracht ist.

Ja, es stimmt, der Meeresspiegel steigt. Aber, er tut dies nachgewiesenermaßen seit 15000 Jahren. Damals lag der Meeresspiegel um 140 Meter tiefer als heute. Er stieg an, als gegen Ende der letzten Eiszeit die Inlandsgletschermassen abschmolzen. Diese Entwicklung ist noch immer nicht zum Stillstand gekommen. Sie setzt sich fort, wenn auch mittlerweile stark abgebremst. Von 1600 – also bereits in vorindustrieller Zeit – bis heute ist die Nordsee um 135 Zentimeter gestiegen. Das sind etwa 34 Zentimeter pro Jahrhundert.

Von 1900 bis 2000 stieg der Pegel in Cuhaven nur um 25 Zentimeter, also eher im unteren Randbereich der 100-Jahres-Schwankungen.

„Der Anstieg des Meeresspiegels erfolgte in den letzten 400 Jahren noch nie so langsam wie im 20. Jahrhundert“, stellt der Physiker und Meteorologe Klaus-Eckart Puls, ehemals Leiter der Wetterämter in Essen und Leipzig, in einem Aufsatz fest. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat aus der Beobachtung des Pegels in Nor­derney ebenfalls seine Schlüsse gezogen und konstatiert:

„Ein beschleunigter Anstieg des Meeresspiegels kann nicht nachgewiesen werden.“

Das kann anderswo allerdings tatsächlich anders aussehen. 71 Prozent der Erde sind von Wasser bedeckt. Wer dessen Oberfläche genauer betrachtet, erlebt Überraschungen. So hat der Meeresspiegel keineswegs überall die gleiche Höhe. Ursache ist unter anderem die ungleichmäßige Verteilung dichter Gesteine im Erdinneren. Dadurch wird das Wasser unterschiedlich stark angezogen. Die Folge sind verblüffende Höhenunterschiede. Sie betragen zum Beispiel zwischen dem Südatlantik und dem Indischen Ozean 200 Meter.
Der Hamburger Professor für Küsteningenieurswesen Winfried Siefert stellte schon vor einigen Jahren fest:

„Der Meeresspiegel entpuppt sich bei näherer Betrachtung immer mehr als eine rechnerische Krücke, unzulänglich und vor allem wenig aussagekräftig. Besonders, wenn er allein als Maßstab dienen soll. Oder wenn aus ihm Horrorszenarien abgeleitet werden.“

Zum Beispiel die Vorstellung, dass ganze Nationen in den steigenden Fluten versinken. Immer wieder genannt wird in diesem Zusammenhang Bangladesch. Das Land am rechten Rand des indischen Subkontinents liegt zu zehn Prozent nur einem Meter über dem mittleren Meeresniveau. Der „Spiegel“ verortete es in der „Todeszone des Klimawandels“. Besonders eifrige Katastrophen-Fans prognostizieren, das ganze Land könnte bis zum Ende des Jahrhunderts unter Wasser stehen.

Tatsächlich verliert Bangladesch kein Land an die Fluten, sondern gewinnt welches.

Das stellte das Institut für Umwelt und Geographie mit Sitz in der Hauptstadt Dhaka fest. Es wertete die Satellitendaten mehrerer Jahrzehnte aus. Das Ergebnis: Bangladeschs Landmasse nimmt jährlich um 20 Quadratkilometer zu. Seit 1973 summierte sich der Landgewinn auf rund 1000 Quadratkilometer. Ursache sind unter anderem die großen Mengen Schwebstoffe, die von den Strömen Brahmaputra und Ganges in die Flussmündungen getragen werden. Dort lagern sie sich dann ab.
Ebenfalls über wachsenden Landbesitz können sich die Bewohner vieler südlicher Inselstaaten freuen, klammheimlich am besten, denn wie so viele Staaten fordern sie von den Industrienationen eine Menge Geld, um sich gegen den drohenden Klimawandelzu wappnen. Da kommt es gar nicht gut,

wenn Wissenschaftler feststellen, dass beispielsweise einige der Fidschi-Inseln in den letzten Jahren um bis zu 30 Prozent gewachsen sind.

Hier sind keine Schwebstoffe, sondern Korallen für den Landgewinn verantwortlich. Die koloniebildenden, kalkablagernden Nesseltiere scheren sich keinen Deut um angeblich steigende Meeresstände. Für sie zählt einzig die Realität knapp unter dem Meeresspiegel.  ===================================================================
)* Anmerkung der EIKE-Redaktion:
Dieser Artikel ist zuerst erschienen in Preuß.Allg.Z., 11.12.2015, S.2 ;
Wir danken dem Autor Frank Horns und der PAZ für die Gestattung des ungekürzten Nachdrucks.
PDF anbei.
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Heiße Luft ablassen

Wird Klimawandel-Politik die Armen noch ärmer machen?
Den Schlagzeilen zufolge hat der Pariser Klimagipfel ein „historisches“ Abkommen erreicht, welches „die Welt retten“ wird. Aber man lasse sich nicht zum Narren halten. Klimaverhandlungen waren unter Politikern schon lange populär. Budgets auszugleichen und gegen die Arbeitslosigkeit vorzugehen ist harte Arbeit. Geriert man sich jedoch als Retter des Planeten, ist das glamourös. Man fliege an exotische Plätze, mache mit prominenten Persönlichkeiten herum und lächle breit, wenn die Medien unseren Mut und unsere Weisheit preisen. Was ist daran unschön?
Hier auf dem Planeten Erde war das Klimaspiel immer zu 97% Symbolismus. Seit einem Vierteljahrhundert machen politische Führer unrealistische Versprechungen über Emissions-Reduktionen, die sie dann nicht eingehalten haben, und stimmten dann sogar noch stringenteren Reduktionen zu.
Vor vier Jahren hat Professor Roger Pielke Jr. in Umweltstudien berechnet, dass Australien zum Erreichen seiner bis 2020 gesetzten Emissionsziele seinen mit Kohle erzeugten Strom durch 56 Kernkraftwerke ersetzen – oder Dutzende neue Solarenergie-Einrichtungen jeden Monat errichten muss. Versessen darauf, dass sie für den Kampf gegen den Klimawandel gewürdigt werden, haben Australiens Führer einen Zeitplan erstellt, den Pielke als „bestenfalls phantasievoll“ bezeichnet.
Das ist das erste Problem. Das zweite Problem ist, dass selbst wenn Australien all diese neuen Einrichtungen in Rekordzeit bauen würde, die Auswirkung auf das globale Klima nicht wahrnehmbar wäre. Australien trägt etwa 1,3 Prozent zu den globalen Treibhausgas-Emissionen bei. Falls jeder einzelne Australier während seines restlichen Lebens keine Emissionen erzeugen würde, wäre der Gesamteffekt zu klein, um irgendeine Rolle zu spielen.
Als politischer Wissenschaftler weist Björn Lomborg darauf hin, dass die Zahlen des Großen und Ganzen sinnlos sind. Falls jede Nation irgendwie die Ziele in Verbindung mit dem neuen Paris-Dokument erreicht, sagt er, wird es nur ein Prozent der Emissions-Kappungen tatsächlich geben. Weiter sagt er: „Die Mathematik ist einfach: in einem unwahrscheinlichen Best-Case-Szenario hinterlässt Paris 99% des Problems. Es ist wie eine Abmagerungs-Diät, bei der man schon nach dem ersten Salat den Sieg verkündet“.
(Im Abkommen heißt es, dass die Nationen sich bemühen werden, mit der Zeit noch ambitioniertere Ziele zu erreichen. Aber das ist wie ein Diätiker, der verspricht, während des ersten Monats 10 Pfund abzunehmen und 15 Pfund während des zweiten Monats. Gute Absichten sind das Eine, ihnen nachzukommen das Andere).
Nationen, die in gutem Glauben versuchen, ihren Verpflichtungen in Paris nachzukommen, werden viel Geld dafür ausgeben, um billige Energiequellen mit höheren Emissionen zu ersetzen durch teurere Energiequellen mit geringeren Emissionen. Das Geld für diese Transition muss irgendwoher kommen, was bedeutet, dass der Gesundheitsvorsorge, der Bildung, dem Kampf gegen den Terrorismus und der Flüchtlingshilfe Milliarden entzogen werden – alles nur, um ein Ziel zu erreichen, dass den geringsten Teil einer vermeintlichen globalen Lösung darstellt.
Energie zu verteuern verursacht Elend für die Armen, selbst in den reichsten Nationen. Im wirtschaftlich so starken Deutschland wurde über einer Million Haushalten während der letzten drei Jahre der Strom abgedreht (hier). Sechs Millionen waren vom gleichen Schicksal bedroht. Jüngst haben sich die Strompreise verdoppelt, wofür die aggressive grüne Politik Deutschlands die allergrößte Verantwortung trägt.
In ganz Europa verbringen viele Senioren ihre letzten Jahre frierend vor Kälte. Zehntausende sterben vorzeitig in jedem Winter. Steigende Heizkosten – infolge der Vorschriften der Regierung, teurere Formen der Energieerzeugung anzuwenden – sind dabei ein wesentlicher Faktor. Im Januar vorigen Jahres erschien im UK-Telegraph die Schlagzeile [übersetzt]: Beerdigungs-Institute quellen über durch einen starken Anstieg der Todesfälle infolge der Kälte (hier). Zwei Wochen später las man die Schlagzeile „Winter death toll ‚to exceed 40,000‚“. Man vergesse Hitzewellen, wie eindeutig aus einem Bericht der Regierung hervorgeht (hier): „Selbst mit dem Klimawandel werden Todesfälle aufgrund von Kälte weiterhin die stärkste Ursache der Sterblichkeit in Bezug auf Wetter sein“.
Forschungen, die von der Verbraucher-Organisation uSwitch in UK durchgeführt worden sind, zeigen, dass in einem von vier Haushalten „regelmäßig“ (21 Prozent) oder „immer“ (3 Prozent) im vorigen Winter nicht geheizt werden konnte, weil sie sonst die Stromrechungen nicht hätten bezahlen werden können. 37 Prozent aller Haushalte gaben an, dass das Sparen an Wärme ihre Gesundheit oder ihre Lebensqualität beeinträchtigt hätte. uSwitch-Mitarbeiterin Ann Robinson sagte: „Es ist einfach inakzeptabel, dass sich die Menschen gezwungen sehen, ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen, nur um zu versuchen, ihre himmelhohen Energierechnungen begleichen zu können“.
Alles in allem ist der Versuch der Menschheit, mittels Reduktion von Emissionen den Klimawandel zu bekämpfen, eine endlose Geschichte des kläglichen Scheiterns. Nicht, dass die Ziele unrealistisch wären, dass die Mathematik absurd ist oder dass Politiker und Journalisten routinemäßig nur Unsinn von sich geben. Das schmutzige kleine Geheimnis ist: wenn die Emissionen verschwinden, verschwindet auch das Wohlergehen der Menschen.
Während der letzten vier Jahrzehnte war es nur einmal zu einem merklichen Rückgang von Emissionen gekommen – während jener Zeit der Härten, bekannt unter der Finanzkrise des Jahres 2009. Die New York Times schrieb, dass vier Millionen Amerikaner zusätzlich in jenem Jahr unter die Armutsgrenze gerutscht seien, und dass das mittlere Einkommen von Familien um fünf Prozent niedriger lag als im Jahrzehnt zuvor. Der Weltbank zufolge wurde „nahezu jedes Entwicklungsland“ im Jahre 2009 schwer getroffen. 50.000 afrikanische Kinder zusätzlich dürften an Unterernährung gestorben sein, und es wird vermutet, dass geschätzt „64 Millionen mehr Menschen auf der ganzen Welt“ zurück in elende Armut gefallen sind.
Während der 21 Jahre vor dem UN-Klimavertrag aus dem Jahr 1992 (1971 bis 1991) sind die Emissionen um 50 Prozent gestiegen. Während der 21 folgenden Jahre (1992 bis 2012) stiegen die Emissionen ebenfalls um 50 Prozent. Trotz der teuren UN-Bürokratie, der jährlichen Klimagipfel und dem frohgemuten Gerede darüber, dass erneuerbare Energie wettbewerbsfähig würde, treten wir Wasser.
Es ist an der Zeit, unser Vorgehen zu ändern. Und aus einem bestimmten Blickwinkel zeigt das Pariser Klima-Abkommen auch eine neue Richtung auf. Richard Tol, ein Ökonomie-Professor, dessen Spezialgebiet der Klimawandel ist, drückt es so aus: „Unter all dem Getöse ist das Pariser Abkommen wirklich ein Schritt vorwärts. Der Gedanke gesetzlich bindender Ziele und Zeitpläne ist Vergangenheit“.
Tol weist darauf hin, dass nationale Parlamente, die direkt ihren eigenen Wählern Rechenschaft schuldig sind, jetzt die Freiheit haben, Klima-Maßnahmen lediglich als eine von vielen nationalen Prioritäten anzusehen. Länder, die mit sich selbst genug zu tun haben (sei das nun ein verheerender Tsunami in Japan oder Energiearmut in Polen) sind nicht länger belastet durch extern aufgepfropfte Verpflichtungen zur Reduktion von Emissionen. Das Pariser Abkommen fordert von jeder Nation das Einreichen von Papieren, in denen die beabsichtigten Klimamaßnahmen umrissen werden im Lichte deren spezieller Umstände. Die Sorgen von UN-Kritikern, dass unverantwortliche Bürokraten versuchen, der ganzen Welt eine Klimapolitik von oben aufzudrücken, scheint vom Tisch zu sein.
Eine sorgfältige Lektüre des Kleingedruckten stützt nicht Präsident Obamas grandiose Behauptung, dass das Paris-Abkommen „genau das ist, was die Welt braucht, um die Klimakrise zu lösen“. Falls Emissionsreduktionen der Schalthebel sind, wird das kommende Jahrzehnt wahrscheinlich nicht anders verlaufen als die vier Jahrzehnte zuvor.
Online-Kommentatoren bezeichnen das Pariser Dokument als „freiwilligen Brei“. James Hansen, Klimaaktivist und ehemals NASA-Wissenschaftler, verwendet Termini wie „Betrug“ und „Fälschung“. Seiner Ansicht nach handelt es sich einfach nur um „wertlose Worte. Es gibt keine Maßnahmen, keine Versprechungen“.
Der UK-Kolumnist Christopher Booker kommt zu ähnlichen Schlussfolgerungen: trotz der politischen Pirouetten „wird die Welt als Ganzes sich niemals daran machen, ihre Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren“. Die Bevölkerungen Chinas und Indiens verstehen beide, dass es die Kohle war, die es den westlichen Nationen ermöglicht hatte, ihre robusten Ökonomien aufzubauen. Jetzt ist es ihre Sache, ebenfalls den angenehmen Lebensstandard, sanitäre Einrichtungen und Gesundheitswesen zu erreichen, die bezahlbare, industriell nutzbare Energie zur Voraussetzung hat.
So sehr wir jedoch wünschen mögen, den Planeten zu retten – falls wir eine irrationale Klimapolitik unterstützen, die arme Menschen zu Hause und auswärts schädigt, machen wir die Welt eben nicht zu einem besseren Ort.
Die kanadische Journalistin Donna Laframboise hat die Klimawelt seit 2009 beobachtet. Sie ist Autorin von zwei Büchern über das IPCC und schreibt auf BigPicNews.com.
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Übersetzt von Chris Frey EIKE




Finnland genehmigt weltweit erstes Endlager

Vor ca. 40 Jahren begannen sie – ähnlich wie die Deutschen – mit Grundlagenversuchen zu diesem Thema. Drei geologische Formationen wurden genauer ins Visier genommen: Salz, Ton und Granit. Alle drei sind geeignet zur Aufnahme des hochradioaktiven Abfalls aus Kernkraftwerken, besitzen aber spezifische Vor- und Nachteile. Salz ist gut wärmeleitend und Hohlräume verschließen sich leicht. Es ist die Formation in Gorleben. Ton ist nicht wasserlöslich, deshalb setzen Frankreich und die Schweiz auf dieses Wirtsgestein. Das Kristallgestein Granit ist sehr stabil und wurde in Finnland ausgewählt. Ähnliche geologische Granitformationen befinden sich in Deutschland in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern, sie sind aber oft mit Rissen behaftet.

Optimaler Standort

Die heimische Firma Posiva erhielt von der finnischen Regierung die Lizenz zur Auswahl des Standorts und zum Bau des Endlagers. Nachdem man sich auf Granit als Wirtsgestein geeinigt hatte, gab es Dutzende von Gemeinden, die sich als Standort für das Endlager anboten. Den Zuschlag erhielt die 6.000-Einwohner-Gemeinde Eurajoki . Der Ort für das geplante Endlager heißt Onkalo. Er befindet sich 230 Kilometer nordwestlich von Helsinki auf einer Halbinsel, wo bereits zwei Siedewasserreaktoren in Betrieb sind und ein dritter (EPR-Art) geplant ist. Die Transportwege zum künftigen  Endlager sind deshalb optimal kurz. Im Rahmen eines Erkundungsprojekts wird hier seit 2004 gebohrt und gesprengt. Die Grubengänge sind mittlerweile fast fünf Kilometer lang und reichen bis in eine Tiefe von 450 Meter Tiefe. Man kennt also die Ausdehnung und die Eigenschaften der Granitformation recht genau.
Bild rechts: Luftbild der finnischen Halbinsel Olkiluoto: Im Hintergrund sind zwei Kernkraftwerke zu sehen; das bebaute Areal im Vordergrund gehört zum Endlager Onkalo.

Politische Unterstützung, Langfristüberlegungen

Bevölkerung und Politik waren in allen Projektphasen fest eingebunden. Die finnische Regierung hatte schon frühzeitig ihre Zustimmung zum Endlagerprojekt signalisiert. Im Jahr 2001 ratifizierte auch das finnische Parlament dieses Vorhaben mit 159 zu 3 Stimmen. Im Februar 2015 bestätigte die finnische SicherheitsbehördeSTUK die atomrechtliche Sicherheit des beantragten technischen Konzepts. Um das Jahr 2020 herum soll mit den ersten Einlagerungen begonnen werden.  Das Endlager bietet Platz für 6.000 Tonnen hochaktive Abfälle. Die abgebrannten Brennelemente werden in Spezialcontainern verstaut, welche mit Kupfer ummantelt sind. In 450 Meter Tiefe werden sie in entsprechend gebohrte Tunnellöcher geschoben. Diese sollen anschließend mit der Vulkanasche Betonitversiegelt werden, die sofort aufquillt, falls sie in Kontakt mit Wasser kommt.  Zum oft diskutierten Problem der Langzeitrisiken haben die finnischen Endlagerforscher folgende Position: Ihrer Meinung nach lassen sich die vergangenen geologischen Veränderungen in und auf der Erde über Jahrmillionen nachvollziehen. Die Geologen analysieren diese Veränderungen der Vergangenheit und ziehen daraus Rückschlüsse über mögliche Entwicklungen in der Zukunft. So können Prognosen für unterschiedliche Gesteine und Erdschichten bis zu einer Million Jahre im Voraus erstellt werden. Diese Forscher weisen nach, dass die geologischen Veränderungen an der Erdoberfläche wesentlich rasanter vonstatten gehen als die Vorgänge im tiefen Untergrund. Je tiefer man gräbt, desto besser lassen sich also verschiedene Gefahren wie Erosion durch Flussläufe Erdrutsche oder Eiszeiten umgehen. Beispielsweise kann man in den kommenden eine Million Jahren mit etwa zehn Eiszeiten rechnen. Eine Million Jahre ist recht kurz im Vergleich zur Entstehungsgeschichte der Erde, die sich über 4.500 Millionen Jahre erstreckt. Damit die Eiszeiten und die mit ihnen einhergehenden geologischen Veränderungen keine Gefahr für ein atomares Endlager darstellen, müssen die Abfälle tief genug unter Tage eingelagert werden. Aus den Analysen der Vergangenheit weiß man, dass Gletscher schon 250 Meter tiefe Rinnen in die Erde gefräst haben. Geht man davon aus, dass sich zukünftige Eiszeiten nicht sehr viel anders abspielen werden als vergangene, so sollte man mit einer Erosion bis zu 300 Meter Tiefe rechnen. Die Einlagerungssohle muss also tiefer liegen, was in Olkiluoto mit 450 Meter der Fall ist. Bergwerke in dieser Tiefe sind nicht problematisch; in Deutschland hat man die maximale Tiefe von Endlagerstollen auf 1.500 Meter festgelegt.  Inzwischen denkt auch das Nachbarland Schweden über ein ähnliches Endlager in Granit nach. Man darf gespannt sein, wie diese Entwicklungen in Skandinavien die öffentliche Diskussion in Deutschland beeinflussen.
Übernommen vom Rentnerblog hier




Erderwärmung: „Kirche macht sich lächerlich, wenn sie pseudowissenschaftliche Theorien unterstützt“

Im vergangenen Juni war es Kardinal Peter Turkson, der Vorsitzende des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, der die Öko-Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus der Weltöffentlichkeit vorstellte. Der afrikanische Purpurträger engagiert sich seit Jahren in Sachen Klimawandel nach dem Verständnis der UNO. Sollten von der Weltklimakonferenz in Paris nicht gute Neuigkeiten, also Ergebnisse kommen, drohte der Kardinal noch vergangene Woche mit „einem Kommentar oder einer Erklärung“ von Papst Franziskus. Das Ziel? Den Stillstand zu durchbrechen und die in Paris versammelten Staats- und Regierungschefs zum Handeln zu bewegen.
Natürlich werde der Papst kein Ultimatum stellen, relativierte der Kardinal seine Drohung, denn „das entspricht nicht seinem Stil“. Jedenfalls hätten die Staatsvertreter mit etwas zu rechnen. Überhaupt, so der Kardinal, habe der Papst bereits viel getan. Ausdrücklich betonte er, daß die Öko-Enzyklika mit Blick auf den Klimagipfel von Paris veröffentlicht worden sei. Dann beim Angelus vom 6. Dezember der Appell an Mächtigen, bei der Weltklimakonferenz „mutige Entscheidungen“ zu treffen. Soweit Kardinal Turkson.
Am vergangenen Sonntag forderte Franziskus beim Angelus, das in Paris geschlossene Klimaabkommen nun tatkräftig umzusetzen.

Bedenkliche Ideologie hinter Lichtspektakel Fiat Lux

Licht-Show:
Licht-Show: „Als würde man ein Bild des Petersdomes auf einen Zoo projizieren“
Gegen diese Haltung meldete sich James Schall, emeritierter Professor für Politische Philosophie an der Georgetown University zu Wort: „Die Kirche darf es sich nicht leisten, pseudowissenschaftlichen Theorien zu unterstützen“, sagte er der Tageszeitung Il Foglio. „Die Kirche läuft auf diese Weise Gefahr, sich lächerlich zu machen, weil sie über ihre Kompetenzen hinausgeht und Wissenschaft mit Fakten verwechselt.“ Das könne nicht die Priorität der Kirche sein.
„Ob die Erderwärmung eine Tatsache ist oder ob die Aufgabe fossiler Brennstoffe ein Vorteil oder ein Nachteil für die Welt ist, ist eine Frage der Beurteilung und muß Gegenstand akkurater Untersuchungen sein. Die Kirche kann sich aber nicht auf diese Schienen begeben. Sie muß sich einer Unterstützung jedweder Ideologie enthalten.“
Weiterlesen bei katholisches Info hier
Ergänzung:
Pater Schall nennt auch einen Grund, warum auf die Klimahysterie der Erdkult folgt. Das liege an der Hartnäckigkeit der Klimaskeptiker, die die pseudowissenschaftliche Grundlage des angeblich menschenverursachten Klimawandels aufgezeigt haben. Wörtlich sagte. James Schall: „Weil manche Dickköpfe draufgekommen sind, daß sich die Erde gar nicht so sehr erwärmt.“




Klimanarren und die Lügenpresse DER SPIEGEL

Übertrieben? Leider nein, denn die bisherige Entwicklung enthüllt immer deutlicher die Strukturen des neuen Morgenthau-Plans. Er hat das Zerbrechen des industriellen Rückgrats von Deutschland zum Ziel. Der ideologische und operative Unterbau für die deutsche Politik bei Verfolgung dieses Plans wird dabei von einem fragwürdigen „Öko-Institut e.V.“ (hier, hier) geliefert, das von sich sagt „Das Öko-Institut, gegründet im Jahr 1977 als wissenschaftlicher „Anwalt der Umweltbewegung“, hat sich als eine europaweit führenden Forschungs- und Beratungseinrichtungen für eine nachhaltige Zukunft etabliert„. Die totalitären Ziele dieses Öko-Instituts, das sich absurderweise auch noch mit den Begriffen „demokratisch“ und „Gerechtigkeit“ schmückt, kann man auf seiner Seite unter „Unsere Vision“ nachlesen (hier). Solch ein Institut erfreut sich der besonderen Wertschätzung deutscher Politik!

Verrückte gibt es natürlich überall auf der Welt, hierzulande aber anscheinend ungewöhnlich viele. Rote Lichter sollten zumindest aber dann blinken, wenn die deutsche Regierung solchen Verrückten folgt, so wie bereits schon einmal dem wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU). Dieser forderte in der Schrift „Welt im Wandel, Zusammenfassung für Entscheidungsträger“ von 2011 nämlich nichts weniger als die Abschaffung der Demokratie zur Durchsetzung ökologisch gesteuerter Regierungsformen und die Abschaffung der deutschen Kohleindustrie (hier, s. insbesondere die Seiten 3 und 4). Das skandalöse WGBU Dokument vom Jahre 2011 wurde unter der damaligen Regierungskoalition CDU/FDP veröffentlicht.

Der Niedergang der lange zuvor einmal liberalen Partei FDP, die gegen das WBGU Pamphlet weder protestierte noch das Verfassungsgericht gegen den WBGU anrief oder gar die Koalition angesichts solcher Ungeheuerlichkeiten platzen ließ, ist allein schon aus diesem WBGU Vorgang nachvollziehbar. Im ökotrunkenen Deutschland erfolgt zur Zeit die Wiederkehr des Totalitarismus, diesmal nicht unter kommunistischen oder nationalsozialistischen sondern unter ökoideologischen Vorzeichen. Keine einflussreiche politische Kraft wehrt sich dagegen.

Wie geht es aber nun aktuell weiter? Wir haben bereits die für uns extrem kostspielige Abschaffung der deutschen Kernkraftwerkstechnik miterlebt. Nennenswerte Forschung auf diesem Sektor gibt es in Deutschland ebenfalls nicht mehr. Der Untergang großer Energieunternehmen (Beispiel RWE) ist ferner nur noch eine Frage der Zeit. Die aktuell und ernsthaft von der deutschen Politik angestoßene Zerstörung der Kohleindustrie (s. die beiden o.g. SPIEGEL Artikel), welcher zwangsläufig die Vernichtung energieintensiver Unternehmen schlechthin, der deutschen Großchemie und endlich der Autoindustrie und dem mit ihr verbundenen Maschinenbau folgen wird, stellt dann alles Bisherige weit in den Schatten. Die entstehenden Schäden werden dann nur noch mit denen nach einem verlorenen Bombenkrieg zu vergleichen sein.

Es handelt sich leider nicht um Hirngespinste, denn die aktuelle Politik meint es bitterernst. Deutschland ist inbesondere in der Konsequenz grauenerregend, mit der es seine Fehlentscheidungen mit Klauen und Zähnen bis zum bitteren Ende durchzieht. Sehr alte Mitbürger erinnern sich noch an die letzten Tage des zweiten Weltkriegs, als allen Kombattanten zwar das nahe Ende bekannt war und dennoch Spezialeinheiten der deutschen Wehrmacht auf Fahnenflüchtige Jagd machten um fleißig zu exekutieren. Angesichts des aktuell völlig fehlenden Widerstands deutscher Industriemanager, Gewerkschaften, Industrieverbände und der immer noch nicht aufgewachten deutschen Bevölkerung gegen den bereits durchgeführten und weiter geplanten Wahnsinn industriellen Selbstmords durch „Dekarbonisierung“ verbleibt also im Gehorsams- und Konsensland Deutschland nur wenig Hoffnung.

Für die ökologische Verdämmerung und Verdummung der deutschen Bevölkerung haben ohnehin schon gründlich die deutschen Medien gesorgt. Diesen können wir daher den Vorwurf „Lügenpresse“ nicht ersparen. Hat man schon jemals von ernsthaftem publizistischen Widerstand gegen den neuen Morgenthau-Plan in den deutschen Medien gehört? Dieser neue Plan ist allen Fachleuten längst bekannt. Hat man ferner schon jemals, unbedeutende Ausnahmen ausgenommen, unabhängige Experten zur Klima- und Energiefrage in den deutschen Medien ausführlich zu Wort kommen lassen, so wie es tagtäglich den Klima-, Öko- und Energie-Clowns zugestanden wird – Musterbeispiel Prof. Claudia Kemfert.

Aber auch im Freundes- und Bekanntenkreis hört man nur noch von neuen Batterien für Wind- und Sonnenstrom, Power to Gas, die Welt vor dem Wärmetod rettenden Elektroautos und ähnlichen Hirngespinsten. Deutschland hat das wirtschaftlich-technische Rechnen und jegliche Vernunft komplett entsorgt. Die einzige vernünftige langfristige Zukunftschance, nämlich das sinnvolle Beibehalten unserer weltweit sichersten Kernkraftwerke, der Kohleverbrennung und der Forschung an modernen Kernreaktoren der Generation IV (inhärent sicher, kein Abfall, was kann man eigentlich mehr wollen?) wird dagegen vertan. Schon bloßes Erwähnen der Kernkraft wird im persönlichen Umfeld mit Verachtung bestraft. Kürzerfristig kann in den nächsten Jahrzehnten noch die Kohle zum Einsatz kommen, denn von „Dreckschleudern“ kann keine Rede sein. Jedem, der solchen Unsinn von sich gibt, werden Besuche der Großekraftwerke Mannheim oder Lippendorf empfohlen.

Nun zur Berichterstattung des SPIEGEL in seinen „Rauchfreie Landschaften“ und „Wir werden anders leben„: Wir titeln unseren Beitrag mit „die Lügenpresse DER SPIEGEL„, ein schwerer Vorwurf, der nun auch zu begründen ist: Wir bezeichnen hier eine Berichterstattung als „Lügenpresse“, wenn

1) sie Sachinformation oder Grafiken dazu verwendet, dem Leser einen völlig anderen Sach- oder Tatbestand zu suggerieren, oder
2) sie maßgebende Sachinformation verschweigt, oder
3) sie in Interwiews Partei ergreift, indem sie für die befragte Person zwar unangenehme, für das Interview aber maßgebende Fragen erst gar nicht stellt, oder
4) sie nur der eigenen Auffassung genehme Interviepartner einlädt und Fachexperten anderer Meinung ignoriert.

Das Rauchschwaden-Bild aus Kohlekraftwerken in dem SPIEGEL Artikel „Rauchfreie Landschaften“ ist Musterbeispiel für Lügenmethode 1). Rauch aus Kohlekraftwerksschornsteinen oder gar Wasserdampf aus Kraftwerkskühltürmen hat mit dem unsichtbaren CO2 nichts zu tun. Dass diese „CO2-Täuschung“ so gut wie alle Medien bevorzugen, ist keine Entschuldigung für den SPIEGEL, der sich bekanntlich als Qualitätsmedium versteht. Insbesondere im Falle des SPIEGEL, wobei wir wohlwollend alle Kenntnis-Defizite seiner Journalisten (im vorliegenden Fall Horand Knaup und Gerald Traufetter) berücksichtigen, erscheint es ausgeschlossen, dass die folgenden Eigenschaften von CO2 den SPIEGEL Redakteuren unbekannt sein sollten:

1) Spurengas von aktuell 0,04 Volumenprozent in der Erdatmosphäre, sowie
2) unsichtbar und daher mit Kraftwerksrauch oder Wasserdampf aus Kühltürmen nicht zu verwechseln,sowie
3) bisher kein wissenschaftlich stringenter Nachweis eines maßgeblichen Klimaeinflusses seines anthropogenen Anteils in der Erdatmosphäre,sowie
4) Hauptbestandteil der Photosynthese (ohne CO2 gäbe es weder Pflanze noch Tier noch uns) und für die jüngste Ergrünung der Erde verantwortlich (hier, hier, hier, hier).

Zu Lügenmethode 2) gehört die SPIEGEL Aussage in „Rauchfreie Landschaften“, der Pariser Vertrag „verdonnere“ Deutschland. Der Vertrag sieht umgekehrt völlige Freiwilligkeit vor (hier, hier). Jedes Unterzeichner-Land kann ihn zu allem Überfluss auch noch nach wenigen Jahren kündigen. Der Vertrag ist, nüchtern gesehen und wenn man von seiner gewollten Wirksamkeit als mediale Propaganda-Aktion einmal absieht, komplett wertlos (hier). Dies sollte der SPIEGEL korrekterweise auch berichten.

Wenn nunmehr Ökonarren oder Ökoideologen wie Felix Matthes oder Barbara Hendricks das Ende des Benzin- und Dieselmotors einläuten, um Deutschlands Rolle als Klimavorreiter gerecht zu werden, muss man sich fragen: Sind diese Leute jetzt komplett übergeschnappt, oder ist das Zerstörungsprogramm unserer industriellen Basis eine langfristige, bewusst geplante Agenda? In Fällen von Regierungsmitgliedern drängt sich im letztgenannten Fall zumindest die Problematik des Amtseides auf. Dieser verlangt Fürsorge für das deutsche Volk aber keine Fürsorge für fiktive absurde Hypothesen wie die von einer katastrophalen globalen Erderwärmung durch anthropogenes CO2.

Zumindest ist von keiner Regierung dieser Welt eine ähnlich ökoideologische Selbstzerstörungswut und Konsequenz wie bei uns bekannt. Wie bereits erwähnt wird man allenfalls in dunklen Zeiten der deutschen Vergangenheit bei der Suche nach ähnlichem Abersinn noch fündig. Zitat SPIEGEL: „Diskret aber leitete die Regierung einen Politikwechsel ein. Auf dem Klimagipfel trat das Umweltministerium in aller Stille der Zero-Emission Vehicle Alliance bei. Ihr Ziel: die Abschaffung von Diesel- und Benzinmotoren in 30 Jahren„. Die zynische Verantwortungslosigkeit der deutschen Regierung, solch ein Zerstörungsprogramm unseres wichtigsten materiellen Existenzpfeilers „Automobilindustrie“ in Gang zu setzen, bedarf keines weiteren Kommentars.

Das SPIEGEL Interview von Barbara Hendricks „Wir werden anders leben“ gehört schließlich zu den Lügenmethoden 3) und 4). In diesem Interview entwirft die Umweltministerin – ernsthaft! – das Zukunftsszenario von 95% deutschen CO2 Einsparungen bis zum Jahre 2050. Ist dieser Dame und den SPIEGEL Redakteuren eigentlich klar, dass dann überhaupt keine Industrie mehr möglich ist? Bei dem kühnen Vorstoß kompletter Dummheit vergaß Frau Hendricks nur noch das „Ausatmungsverbot“ für die deutsche Bevölkerung, denn jeder von uns erzeugt im Jahr etwa 0,4 Tonnen CO2 durch ausatmen. Auch einer Expertin der „Margarine-Industrie am Niederrhein“ – so das Promotionsthema von Frau Hendricks – müssten wenigstens die Grundrechnungsarten sowie seitens der Fachmitarbeiter ihres Ministeriums die elementaren Zahlen zu den CO2 Emissionen Deutschlands und der Welt geläufig sein. Das gleiche ist auch von ordentlich recherchierenden SPIEGEL Redakteuren zu fordern.

Da wir uns in diesem Punkt nicht so sicher sind, helfen wir mit den folgenden Erläuterungen nach. Wir verwenden dabei die unter Fachleuten bevorzugte Emissionen-Angabe in C (Kohlenstoff) an Stelle von CO2. Erst in der Atmosphäre gilt dann die Äquivalenz von 1 ppm CO2 = 2,12 GtC (hier, hier). Ferner gibt das aktuelle CO2-Szenario des IPCC bei Verdoppelung des aktuellen CO2 Anteils der Erdatmosphäre einen geschätzten – weil tatsächlich unbekannten [2] – Wert zwischen 0,5 bis 1,5 °C globale Erwärmung an. Damit sind alle Voraussetzungen zu einer Abschätzungsrechnung beisammen, die die Wirkung der Agenda von Frau Hendrick auf die globale Mitteltemperatur angibt, wenn man dem IPCC folgen mag:

Der gegenwärtige Weltanteil Deutschlands an den aktuellen globalen C Emissionen von 10 GtC/Jahr pro Jahr beträgt rund 2% (hier), d.s. 0,2 GtC/Jahr (GtC = Gigatonne Kohlenstoff). Würde das private und industrielle Leben in Deutschland gemäß Frau Hendricks bis 2050 gänzlich CO2-neutral werden (wir setzen 95% grob mit 100% gleich), sich also alle Deutschen ab 2050 nur noch von Feldfrüchten, Pilzen und Beeren ernähren, sich mit Pfeil und Bogen Kaninchenfelle als Kleidung beschaffen, über keine Industrie mehr verfügen und daher auch keine Elektroautos oder Windmühlen mehr bauen, würden der Welt bei hier angenommener linearer Verringerung der deutschen CO2 Emissionen über die 35 Jahre auf CO2-Null-Emission 35 x 0,2 x 0,5 = 3,5 GtC anthropogene Kohlenstoffmissionen erspart bleiben.

Was passiert, wenn diese 3,5 GtC per industriellen Selbstmord aber nicht eingespart werden? Zunächst gelangt nur die Hälfte davon in die Atmosphäre, also 1,75 GtC, der Rest geht in den Ozean und die Biosphäre (die Airborne Fraction von CO2 beträgt aktuell etwa 50%, und das wird sich auch bis 2050 nicht ändern). Mit dem schon erwähnten Umrechnungsfaktor 2,12 von ppm CO2 in GtC wären dies dann 1,75/2,12 = 0,8 ppm deutsches CO2 in der Atmosphäre mehr. Rechnen wir großzügig mit 1,5 °C globaler Erwärmung bei CO2 Verdoppelung (heute haben wir 400 ppm) wobei wir von Linearität ausgehen wollen (real sind Temperatur und CO2 Konzentration logarithmisch miteinander verknüpft), würde der industrielle Selbstmord Deutschlands infolge seiner Decarbonisierung der Welt im Jahre 2050 satte (0,8/400) x 1,5 = 0,003 °C an zusätzlicher globaler Erwärmung ersparen.

Dieses Land, das der Welt 0,003 °C Erwärmung erspart, nennt Frau Hendricks dann weltweiten „Vorreiter“ und bricht darüber gar in Freudentränen aus, wie in Paris anlässlich des absurden Klima-Nonsense-Vertrags geschehen.

Wer nach den ökoideologischen Kindereien von Barbara Hendricks, Felix Matthes, Angela Merkel oder gar dem „Selbstverbrenner“ Hans-Joachim Schellnhuber noch ernst bleiben kann, dem fehlt jeglicher (Galgen)humor. Dabei sind insbesondere die von den Medien hofierten „wissenschaftliche Experten“ oft nur mogelnde Komiker. So verkündete beispielsweise H.-J. Schellnhuber als Mitautor einer wissenschaftlichen Fachveröffentlichung [3] noch im Jahre 2003 in der Zusammenfassung: „In der weit überwiegenden Anzahl von Stationen fanden wir keine Anzeichen für eine globale Erwärmung„. Untersucht wurden in dieser Arbeit 95 Stationen weltweit. Das verwendete Verfahren, die DFA Analyse (hier), ist heute keineswegs veraltet oder gar ungültig – ein EIKE-Mitglied als Verfasser wissenschaftlich begutachteter Klimapublikationen bestätigt uns dies zumindest, hat er doch selbst dieses Verfahren in mehreren wissenschaftlichen Klima-Fachveröffentlichungen angewendet (hier).

0,003 °C zusätzliche deutsche Erwärmung bei „höchst sträflichem“ Verzicht auf CO2 Enthaltsamkeit und aktuell schon insgesamt 17 Jahren erlebter Erwärmungspause ab dem warmen Nino Jahre 1998 bis zu dem ebenfalls warmen El Nino Jahr 2015 gaben nun zum Science-Fiktion-Thriller H.-J. Schellnhubers „Selbstverbrennung“ durch zu hohe CO2 Emissionen Anlass. Kompletten Schwachsinn zu schreiben sei selbstverständlich jedem gegönnt, wir sind schließlich ein freies Land, und unsere Buchhandlungen sind übervoll von derartigem Schwachsinn. Als Belohnung darf der Autor der „Selbstverbrennung“ immerhin auf Seligsprechung des heiligen Vaters rechnen. Wir würden uns freuen und gratulieren schon einmal vorsorglich, denn „Seligsprechung“, da erblassen dann sogar Enterprise und Star Wars vor Neid. Aber bei all dem Homo sapiens? Herr, lass endlich Hirn regnen, uns aus dem  Ökoalbtraum Deutschlands aufwachen, wieder vernünftig werden und alle Ökoideologen sofort auf ihr verdientes Altenteil schicken, ehe sie noch schlimmeren Unfug anstellen!

Quellen:

[1] H. Krauss u.U. Ebel: Risiko Wetter, Springer (2003); 250 S., zahlr. Abbildungen

[2] Diese Information ist in einer unscheinbaren Fußnote auf S. 16 des IPCC-Berichts von 2013 zu finden. Ins Deutsche übersetzt heißt es dort „Für die Klimasensitivität kann keine Abschätzung angegeben werden, weil keine wissenschaftliche Übereinstimmung über ihren Wert an Hand von Evidenz und Studien vorliegt.“

[3] J. F. Eichner, E. Koscielny-Bunde, A. Bunde, S. Havlin, and H.-J. Schellnhuber, Physical review E 68, 046133 (2003). Der Artikel ist unverändert im frei zugänglichen Arxiv erschienen und hängt hier als pdf an.

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