[1] Bauern werden nach Einschätzung von Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) in manchen Gegenden Bayerns ihre Felder schon bald zunehmend bewässern müssen. Der Klimawandel verstärke die Trockenheit im Norden Bayerns, sagte Brunner der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem im Norden Bayerns planen Bauern die wasserarme Zukunft. Bewässerungssysteme wie in Wüstengegenden sollen helfen. 

So schlimm ist es plötzlich geworden, das sich der Bayerische Landwirtschaftsminister höchstpersönlich darum kümmert und sogar nach Israel reisen wird, um zur Rettung die nur dort bekannte, dringend benötigte Bewässerungstechnologie anzusehen. Eine Rettung scheint nur noch möglich, wenn nun auch die Bewässerung „intelligent“ wird. Man kennt das vom EEG. Auch dort wird verzweifelt versucht, die Probleme mit „intelligenten Netzen“ zu lösen. 

[1] Zur Entwicklung intelligenter Bewässerungsanlagen und mobiler Systeme gebe es im Weinbau eine Partnerschaft mit einer israelischen Firma. Er wolle im Herbst gemeinsam mit Fachleuten nach Israel reisen, um sich zu informieren, sagte Brunner. In den kargen Regionen in Nahost wie auch in Afrika gehen Landwirte seit Jahrhunderten mit Trockenheit um – und die heimischen Bauern bräuchten Lösungen, die „mit einem zumutbaren Aufwand“ umsetzbar seien. „Aufgrund des Klimawandels wird das Thema immer dringlicher.“

Wir kümmern uns nicht darum, wie man am sinnvollsten bewässert und warum das Technologieland Bayern es nicht alleine, vielleicht mit Unterstützung durch Rest-Deutschland  stemmen könnte, sonder sehen uns den als sicher geltenden Klimawandel-Einfluss genauer an.

Eine Darstellung zum Langzeit Niederschlag findet sich im Monitoringbericht 2011 von [2]

Daraus die folgenden Niederschlagsgrafiken:

 

Bild1 KLIWA-Untersuchungsgebiet M1 „Main bis oh. Regnitz“. Gebietsniederschlag Sommerhalbjahr

Bild2 KLIWA-Untersuchungsgebiet M1 „Main bis oh. Regnitz“. Gebietsniederschlag Winterhalbjahr

Ob das nun viel oder wenig Wasser ist, sei dahingestellt. Aber weshalb der aktuelle Zustand auf einmal eine „wasserarme Zukunft“ ausweisen soll, entzieht sich jeder Logik. 

Nun kann es ja sein, dass der Fingerzeig dazu erst nach 2010 eingetreten ist. Also betrachten wir auch diesen Zeitraum. Dazu anbei die vom Wetterkontor geladenen Daten von Würzburg, das ja im besonders stark betroffenen Mainfranken liegt als Grafiken.

 

Bild3 Jahreszeitliche Niederschläge Würzburg 1990-2015 

Davon die für das Wachstum besonderst wichtigen Jahreszeiten herausgelöst.

 

Bild4 Frühling und Sommer Niederschläge Würzburg 1990-2015

Es gelingt auch in diesem Zeitraum nicht, einen Beleg für die Aussage zu erkennen:

 „Der Klimawandel verstärke die Trockenheit im Norden Bayerns, sagte Brunner der Deutschen Presse-Agentur“

Erkennen kann man gewaltige Schwankungen. Nach den Bildern 1; 2 hat es die früher aber auch schon gegeben.  Nicht zufällig wurde der vor allem auch als Wasserüberleiter gedachte Main-Donaukanal in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts begonnen.

Fazit

Der Klimawandel scheint die Hexe der Neuzeit geworden zu sein. Immer, wenn etwas passiert was von der Norm abweicht, wird es als Schuldiger benannt. Und wie damals hilft niemand dem armen Delinquenten. Denn jeder Hagel, Starkregen oder Trockenheit belegen den Klimazauber neu. Und die Belegführung ist ja so stichhaltig. Zitat Minister Brunner aus[1]: 

 „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir je solche hohen Temperaturen über einen längeren Zeitraum hatten.“

Fundstellen 

[1]

Mittelbayerische Zeitung 28. Juli 2015 Artikel: Bewässerung soll Klimafolgen mildern

[2]

KLIWA  Monitoringbericht 2011Niederschlag. Zusätzliche Auswertungen für die KLIWA-Untersuchungsgebiete. Veränderungen von meteorologischen und hydrologischen Kenngrößen

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