„Speicherung von elektrischem Strom – Voraussetzung jeder Energiewende“  

Es ist das dritte Buch von Dr. Manfred Mach und trifft mit dem Titel den Nagel auf den Kopf. Manfred Mach lehrt seit 2001 an der TU Berlin das Fach "Projektmanagelnent im Maschinen- und Anlagenbau" und so ist das Buch auch vornehmlich als Lehrbuch für Studierende und andere Interessierte aufgebaut. Um die Qintessenz des Buches vorweg zu nehmen – Ohne Speicherung ist die Energie (Strom-) Wende nicht machbar, und mit Speicherung vollends unbezahlbar. Dieser Schluss wird zwar nicht expressis verbis gezogen, aber speziell bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der diversen Speichertechnologien wird das jedem Leser schnell klar. Allerdings, und das macht dem Autor einiges Kopfzerbrechen, ist das wohl nicht so bei den Verursachern der Energiewende in den politischen Zirkeln, den Ministerien und den von ihnen reichlich mit Studienhonoraren und sonstigen Fördermittelm bedachten „wissenschaftlcihen Institute

Dieses Buch befaßt sich daher vornehmlich mit den technischen und ökonomischen Auswirkungen der Speicherproblematik und wendet sich damit an die deutsche Energiewirtschaft, die Verantwortlichen für Energie und Umwelt in Politik und Verbänden, an Studenten technischer und wirtschaftlicher Fächer sowie an den interessierten Verbraucher, der sich nach so langer und teurer Förderung der .Erneuerbaren" inzwischen fragt, warum die Energiewende nicht vorankommt, der Strompreis immer weiter steigt und das zugesicherte Klimaziel, u.a. die CO2-Minderung – trotz rasanten Ausbaus der Wind- und Solarenergie – nicht erreicht wird. Denn zu diesem Schluss wird jeder kommen, der das Buch unvoreingenommen liest. Weil er dem Leser auf vielerleiweise und anschaulich vermittelt wird.

Dazu führt der Autor sehr sachkundig das ganze Spektrum der Stromerzeugung und –verteilung vor, das es bedarf um ein Indstrieland sicher mit Elektrizität zu versorgen. Und weil die Energewende tiefe Kerben, ja Fußballfeld große Löcher in dieses Spektrum schlägt, zeigt der Autor dem Leser, wie letztlich alles mit allem zusammenhängt.

Weil die deutsche Energiewende vornehmlich mit dem Schutz der Umwelt und der Endlichkeit der fossilen Ressourcen begründet wurde, widmet der Autor auch diesen Fragen einigen Raum. Befremdlch muss aber dem Leser erscheinen, dass der Autor nach wie vor dem Staat die Legitimität zuspricht – wg. einer nur vermuteteten baldigen Knappheit fossiler Ressourcen- mit  gewaltigen Mitteln alternative Energiebereitstellungsmethoden zu erforschen und bereitstellen zu lassen. Das wiederum wird nicht jeder Leser so sehen, denn bisher war noch immer das Bessere der Feind des Guten, und wenn es etwas Besseres gibt, dann kommt das in aller Regel nicht von Staatsorganisationen sondern von den Unternehmern am freien Markt. Offensichtlich ist also die aktuelle grundlegende Entspannung bei Suche, Förderung und Bereitstellung fossiler unkonventioneller Energieträge an dem Autor vorbeigegangen.

Als weiteres Momentum der Energiewende sieht der Autor zu Recht, den Kernkraftunfall im japanischen Fukushima, der am 11. März 2011 durch einen Tsunami ausgelöst wurde.

Aus den genannten Gründen wird daher hierzulande die volatile Wind- und Solarkraft, extrem subventioniert, obwohl sie – naturbedingt – oft nicht verfügbar ist und deren Strom daher in bedarfsgerechten Strom umgewandelt werden muß.

Es wird vom Autor belegt, dass dafür Stromspeicher erforderlich sind, und zwar mit dem 800-fachen der jetzigen deutschen Pumpspeicherkapazität. Erst, wenn sie vorhanden sein sollten und die "Erneuerbaren" den Strombedarf ohne fossile Stützungskraftwerke decken, könnte, so der Autor, die geplante CO2- Senkung eintreten. Doch auch hier dreht die Politik den Spieß um und konterkariert mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und verstärkt durch den Emissionshandel, alle Bemühungen CO2 emittierende fossile Erzeugungsarten auch CO2 mindernd einzusetzen.

Doch es bleibt die Tatsache bestehen, dass der  Dreh- und Angelpunkt der Energiewende die Speicher sind und nicht der vorauseilende Bau von immer mehr Wind ­und Solaranlagen. Und um deren Möglich- besser Unmöglichkeiten dreht sich das ganze Buch. Eine Fundgrube für jeden der sich mit den Argumenten pro und contra dazu befassen will

Über den Autor

Hat 40 Jahre Erfahrung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau, davon 25 Jahre auf Geschäftsführungs- und Aufsichtsratsebene. Dazu gehören die M.A.N. {Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG}, die AEG (Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft AG) und die Lurgi Energie- und Umwelttechnik, ein Unternehmen der MG Iectmologies AG (früher Metallgesellschaft AG). Nach seiner Pensionierung lehrt er seit 2001 an der TU Berlin das Fach "Projektmanagelnent im Maschinen- und Anlagenbau" und ist Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Beiräten.

Darüber hinaus publiziert er auf dem Gebiet der Energie im Rahmen der Arbeitsgruppe Mensch – Umwelt – Technik am Institut für Energietechnik und am lehrstuhl tür Technologie- und Innovations management der TU Beriin sowie im Themennetzwerk Energie und Ressourcen der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).

Das Buch erschien asl Hardover 2015 im Rhombos Verlag, ISBN 978-3-944101-97-2 und kostet 19,80