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Man muss Greenpeace zur Rechenschaft ziehen!

Inzwischen hat der WWF (2013 mit einem globalen Einkommen von 927 Millionen Dollar) formell Anklage erhoben gegen Peabody Energy, weil dieses Unternehmen „Leser mit Anzeigen in die Irre führt“, in denen es heißt, dass Stromerzeugung auf der Grundlage von Kohle das Leben in Entwicklungsländern verbessern könnte. Diese Anzeigen sind „unanständig, nicht ehrlich und entsprechen nicht der Wahrheit“, wie es nach belgischem Recht der Fall sein muss, schnaubten die World-Wildlife-Ethiker. Andere Nicht-Regierungs-Organisationen erhoben ähnliche Vorwürfe.
Das ist eine neuartige Taktik. Aber das Ganze könnte auch kaum mehr sein als ein cleverer Versuch, die Menschen von Entwicklungen abzulenken, die Probleme für die bislang über den Gesetzen stehenden Big-Green-Organisationen bringen könnten.
Ich meine nicht de Verlust von 5,2 Millionen Dollar von Greenpeace International vor einigen Wochen, als ein schurkischer (und danach gefeuerter) Mitarbeiter das Geld der Organisation genutzt hat, um nicht autorisierte Transaktionen auf dem globalen Währungsmarkt abzuwickeln. Andere Ereignisse aus jüngster Zeit deuten auf weit rauere legale und politische Gewässer, die vor den radikalen Öko-Imperialisten liegen, vor allem, falls Länder und Unternehmen einige Seiten mehr aus dem Drehbuch von Big Green heranziehen.
Das Büro des indischen Geheimdienstes hat Greenpeace vor Kurzem als „eine Bedrohung der nationalen wirtschaftlichen Sicherheit“ eingestuft mit der Begründung, dass diese und auch andere Gruppen internationale Protestbewegungen „anzetteln“ und fördern, die zahlreiche Minen blockiert oder den Bergbau behindert hatten, ebenso wie Stromprojekte und andere Infrastruktur-Programme, die dringend gebraucht werden, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Leute von Armut und Krankheit zu befreien. Die Anti-Entwicklungs-NGOs bringen dem indischen BIP jedes Jahr Verluste von 2 bis 3%, schätzt das Büro.
Die indische Regierung hat jetzt die direkte Förderung lokaler Kampagnen-Gruppen durch ausländische NGOs wie Greenpeace, dem WWF und dem in den USA ansässigen Center for Media and Democracy verboten. Indien und andere Nationen könnten noch viel mehr tun. Sie könnten einfach diese über-wohlhabenden* Non-Profit-Umweltunternehmen den gleichen ethischen Standards unterwerfen, die diese von Profit-Unternehmen verlangen. Das wäre ein faszinierender Beginn.
[* Im Original steht ‚über-wealthy nonprofit…‘, wo auch immer Driessen als Amerikaner diese Bezeichnung einschließlich des Umlautes her hat. Anm. d. Übers.]
Greenpeace, der WWF und andere Big-Green-Campaigner verlangen andauernd Umwelt- und Klima-Gerechtigkeit für arme Familien. Sie bestehen darauf, dass Profit-Unternehmen sozial verantwortlich sind und hinsichtlich Schäden und Ungerechtigkeiten ehrlich, transparent, verantwortlich und haftbar sind. Diese Schäden und Ungerechtigkeiten haben die Unternehmen den NGOs zufolge vermeintlich verursacht, zum Beispiel durch die Veränderung von Wetter und Klima auf der Erde.
Inzwischen haben über 300 Millionen Inder (die Zahl entspricht in etwa der US-Bevölkerung) immer noch keinen oder nur sporadischen Zugang zu Strom. Genauso wie 700 Millionen Afrikaner, die ebenfalls gar keinen oder nur gelegentlich Zugang zu Strom haben. Weltweit fehlt es fast 2,5 Milliarden Menschen (fast ein Drittel der Erdbevölkerung) an Strom, oder sie müssen sich auf kleine Solarpaneele auf ihren Hütten verlassen, auf eine einzige Windturbine in ihren Dörfern oder auf stark unzuverlässige Netzwerke, um ein Funktelefon oder einen kleinen Kühlschrank zu betreiben oder ein paar Glühlampen brennen zu lassen.
Diese sozial benachteiligten Menschen leiden nicht bloß unter elender Armut. Sie müssen Holz und Dung zum Heizen und Kochen verbrennen, was zu schwächenden Lungenkrankheiten führt, die jedes Jahr eine Million Menschen töten. Ihnen fehlen Kühlmöglichkeiten, eine sichere Wasserversorgung und ordentliche Krankenhäuser. Dies führt zu virulenten Darmkrankheiten, die jährlich fast zwei Millionen Menschen unter die Erde bringen. Die große Mehrheit dieser Opfer sind Frauen und Kinder.
Diese Energie-Entbehrungen sind zu großen Teilen die Folge unerbittlicher, aggressiver und betrügerischer Kampagnen von Öko-Aktivisten gegen Kohlekraftwerke, Erdgas-Turbinen sowie gegen Kern- und Wasserkraft in Indien, Ghana, Südafrika, Uganda und anderswo. Die Obama-Administration sprang Greenpeace bei, hat sie es doch abgelehnt, Kredite für diese überlebenswichtigen Projekte zu unterstützen, und zwar mit Behauptungen über den Klimawandel und über andere Dinge.
Der außerordentliche Professor der American University Caleb Rossiter hat jüngst in einem Artikel des Wall Street Journal gefragt: „Wo bleibt die Gerechtigkeit, wenn die USA die Weltbank drängen, Abstand zu nehmen von Projekten zur Stromerzeugung in Afrika unter Beteiligung fossiler Treibstoffe, oder wenn die Europäische Union eine ‚globale Erwärmungs‘-Steuer auf Frachtflüge erhebt, die leicht verderbliche Waren aus Afrika transportieren?“
Wo bleibt die Gerechtigkeit, wenn Obama-Berater John Holdren sagt, dass ultra-grüne Eliten in reichen Ländern den armen Ländern eine „ökologisch korrekte Entwicklung“ diktieren sollten? Wie die indische Regierung hinsichtlich des Banns auf Förderungen ausländischer NGOs sagte, arme Länder haben „ein Recht auf Wachstum“.
Stellen Sie sich Ihre Leben vor ohne reichlich, zuverlässigen und bezahlbaren Strom und ohne Treibstoffe für Transporte. Stellen Sie sich vor, unter Bedingungen zu leben, die verarmte, mangelernährte und kranke Inder und Afrikaner erdulden müssen, deren Lebenserwartung 49 bis 59 Jahre beträgt. Und dann wagen Sie es, deren Bitten und Hoffnungen abzulehnen auf der Grundlage von Spekulationen und GIGO-Computermodellen hinsichtlich einer „gefährlichen, vom Menschen verursachten globalen Erwärmung“. Wirkliche Verschmutzung durch moderne Kohlekraftwerke (Partikel, Schwefel, Nitrate und so weiter) bildet heute im Vergleich von vor vierzig Jahren nur noch einen winzigen Teil – und ist viel harmloser als Verschmutzungen durch Holzfeuer bei Null-Strom.
Aktivisten von Big Green sagen, dass etwas anderes als Solarpaneele und Vögel mordende Windturbinen nicht „nachhaltig“ seien. Genau wie Klimaänderung ist „Nachhaltigkeit“ unbegrenzt dehn- und verformbar, was es zu einer perfekten Waffe für alle Fortschrittsgegner macht. Was auch immer sie unterstützen, ist nachhaltig. Wogegen auch immer sie sind, das ist alles nicht nachhaltig. Für diese Leute sind offenbar die Krankheiten und Todesraten nachhaltig, gerecht, ethisch und moralisch.
Was auch immer sie befürworten, es wird auch dem Begriff „Vorsorgeprinzip“ unterworfen. Was auch immer sie gering schätzen, verletzt dieses Prinzip. Schlimmer, ihr perverser Leitgedanke konzentriert sich auf die Risiken des Gebrauchs von Technologien – aber niemals auf die Risiken, diese Technologien nicht zu gebrauchen. Sie heben die Risiken hervor, die eine Technologie – Kohlekraftwerke, Biotech-Nahrung oder DDT zum Beispiel – haben könnte und ignorieren die Risiken, die diese Technologien reduzieren oder verhindern würden.
Genetisch erzeugter Goldener Reis enthält ein Gen aus Mais, um ihn mit Beta-Karotin anzureichern, welches vom Menschen in Vitamin A umgewandelt wird und so Blindheit verhindert und Leben rettet. Der Reis würde armen Landwirten kostenlos zur Verfügung gestellt. Nur zwei Ounces [ca. 60 Gramm] würde die Mangelernährung von Kindern praktisch beenden, würden Blindheit und Tod verhindern. Aber Greenpeace und seine „ethischen“ Kollaborateure haben Goldenen Reis seit Jahren bekämpft, während acht Millionen Kinder an Vitamin A-Mangel gestorben sind, seit der Reis eingeführt worden ist.
In Uganda hängen mangelernährte Menschen stark von Bananen ab, die wenig Vitamin A enthalten, genauso wie der herkömmliche Reis in Asien. Eine neue Banane enthält Gene von Wild-Bananen, um den Vitamin A-Gehalt dieser Frucht zu verzehnfachen. Aber Anti-Biotechnologie-Aktivisten üben immer wieder Druck auf Gesetzgeber aus, diese Biotech-Ernten nicht zum Verkauf zuzulassen. Andere Erntegüter sind genetisch verändert, um gegen Insekten, Dürren und Krankheiten resistenter zu sein, was den Einsatz von Pestiziden verringert und den Landwirten erlaubt , mehr Nahrung auf weniger Land und mit weniger Wasser zu erzeugen. Allerdings ist Big Green auch hier natürlich dagegen, während Millionen durch Mangelernährung und Hunger sterben.
Wenn man es in kleinen Mengen auf Häuserwände sprüht, kann DDT Mücken abwehren, und zwar sechs Monate lang oder noch länger. Es tötet jede einzelne, die an diesen Wänden landet und lenkt jene ab, die nicht getötet oder abgewehrt werden. Daher wird in den Häusern niemand gestochen. Keine andere Chemikalie – schon gar nicht zu seinem Preis – ist dazu in der Lage. Wo DDT und andere Insektizide eingesetzt werden, sind die Fälle von Malaria und anderer von Insekten übertragener Krankheiten eingebrochen – um bis zu 80%. Richtig angewendet, ist diese Chemikalie sicher für Menschen und Tiere, und Malaria tragende Mücken bilden viel weniger Resistenzen gegen DDT als gegen andere Pestizide, die immer noch stark in der Landwirtschaft verwendet werden und tatsächlich Gefahren für die Menschen bergen.
Aber in einem weiteren Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekämpfen Greenpeace, der WWF und deren Gesinnungsgenossen das DDT – während eine halbe Milliarde Menschen jedes Jahr von Malaria infiziert werden, was sie wochenlang daran hindert, arbeiten zu können, was Millionen mit permanenten Gehirn-Schädigungen zurück lässt, und was eine Million Menschen pro Jahr tötet, zumeist Frauen und Kinder.
Indien und andere Länder können zurückschlagen, indem sie Steuervorteile für diese NGOs streichen, so wie es Kanada mit Greenpeace vorgemacht hat. Sie können die Aktionsgruppen zwingen, die gleichen Standards einzuhalten, die diese für profitorientierte Unternehmen verlangen: Ehrlichkeit, Transparenz, soziale Verantwortung und persönliche Haftung. Sie könnten die Big Green-Gruppen bloßstellen mit deren Verbrechen gegen die Menschlichkeit – und sie bestrafen für all die Mangelernährung, Krankheiten, ökonomische Rückschläge und Todesfälle, die sie anrichten oder weiterführen [unübersetzbares Wortspiel: ‚perpetrate or perpetuate‘]
Derartige Aktionen würde Millionen Leben verbessern und Big Green sowie deren Dollars* etwas Rechenschaft verleihen. [*Noch ein Wortspiel: ‚Big Green(backs)‘. ‚Greenback‘ ist ein amerikanischer Slang-Ausdruck für Dollarnoten.]
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Paul Driessen is senior policy analyst for the Committee For A Constructive Tomorrow (www.CFACT.org) and author of Eco-Imperialism: Green power – Black death.
Anmerkung des Übersetzers: Dieser Kommentar von Paul Driessen ist mehr eine Generalabrechnung mit sog. „grünen“ Gruppen, als dass es um Klima oder Energie geht. Aber es zeigt, wie Kampagnen dieser Marodeure auch in puncto Klima oder Energie einzuordnen sind – nämlich absolut menschenfeindlich.
C. F.
Link: http://wattsupwiththat.com/2014/07/06/holding-greenpeace-accountable/#more-112566
Übersetzt von Chris Frey EIKE