Der lange Sonnenfleckenzyklus 23 sagt eine signifikante Temperaturabnahme im Zyklus 24 voraus

Dies ist also ein Tool, eine mittlere Temperaturabnahme von Zyklus 23 zum Zyklus 24 zumindest für die analysierten Stationen und Gebiete vorherzusagen. Wir haben für die lokalen Stationen in Norwegen gefunden, dass 25% bis 26% der Temperaturzunahme der letzten 150 Jahre durch die Sonne verursacht worden waren. Für 3 atlantische Stationen haben wir eine Sonnenbeteiligung von 63% bis 72% erhalten. Dies deutet darauf hin, dass die atlantischen Strömungen ein solares Signal verstärken.

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Höhepunkte

*Einem längeren Sonnenzyklus folgen niedrigere Temperaturen im darauf folgenden Zyklus.

*Eine Abkühlung um 1°C oder mehr wird für bestimmte Orte von 2009 bis 2020 vorhergesagt.

*Die Sonnenaktivität kann 40% oder mehr zur Erwärmung im vergangenen Jahrhundert beigetragen haben.

*Eine Zeitverzögerung von 11 Jahren zeigt die maximale Korrelation zwischen der Länge von Sonnenzyklen und der Temperatur.

Unsere Analyse zeigt die Variation der Länge der Sonnenzyklen, und man erkennt, dass kurze Zyklen wie derjenige, der 1996 zu Ende gegangen war, nur drei mal innerhalb von 300 Jahren vorgekommen waren. Nach den kürzesten Zyklen gab es jedes Mal einen abrupten Wechsel zu viel längeren Zyklen, und danach wiederum erfolgte eine allmähliche Verkürzung der Zyklen. Dies bedeutet, dass ein neues Minimum [der Länge von Solarzyklen] erst nach vielen weiteren Zyklen zu erwarten ist. Die Analyse der Länge von Sonnenzyklen bis zurück zum Jahr 1600 ergab ein periodisches Verhalten mit einer Periode von 188 Jahren und tritt jetzt in eine Phase mit zunehmender Zykluslänge ein (Richards et al. 2009).

De Jager und Duhau (2011) folgern, dass die Sonnenaktivität gegenwärtig eine kurze Übergangsphase durchläuft (2000 bis 2014), welche von einem Großen Minimum des Maunder-Typs gefolgt wird, das höchstwahrscheinlich in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts beginnen wird. Eine andere, wegen eines reduzierten solaren Radius‘ auf verringerter solarer Strahlung beruhende Vorhersage ist eine Serie schwächerer solarer Zyklen bis hin zu einem Minimum nach Maunder, der um das Jahr 2040 beginnen soll (Abdussamatov, 2007).

Siehe die vollständige Studie, in der sehr detailliert die Temperaturen in vielen Gebieten Westeuropas und der Arktis untersucht wird. Sie findet eine geringe Korrelation mit dem gegenwärtigen Zyklus, aber eine signifikante Korrelation mit dem folgenden. Diese Arbeit legt nahe, dass die Temperaturen in diesem Jahrzehnt beschleunigt abnehmen – eine 11-jährige zeitliche Verzögerung mit dem Minimum des ultralangen Zyklus‘ 23 (12,5 Jahre) würde eine signifikante Abkühlung bis zum Jahr 2018 bedeuten.

Zur Vergrößerung des Bildes oben rechts hier klicken. Es zeigt die Länge von Sonnenzyklen.

Jan-Erik Solheima, Kjell Stordahl

Siehe in diesem  PDF-Artikel von David Archibald, wie eine wesentliche Abkühlung das Problem der kommenden Jahrzehnte sein wird, nicht Erwärmung (Bilder ab Seite 36).

Bemerkung des Übersetzers: Dieser Artikel ist die Übersetzung einer Zusammenfassung auf www.icecap.us. Link zum ausführlichen Artikel mit fast 40 Abbildungen: The long sunspot cycle 23 predicts a significant temperature decrease in cycle 24

Übersetzt von Chris Frey




Das Schwatzfest der britischen Royal Society

Fotos rechts: die offiziellen Konferenzblogger Eva Flinkerbusch und Michael Edwards

Die Tiefen, bis zu denen diese früher so geachtete Institution herabgesunken ist, kann man auf der Website zu dieser Konferenz sehen. Dort erscheinen eine Anzahl offizieller Blogbeiträge, darunter einer, der vom Vizevorsitzenden der Veranstaltung, Mark Stafford-Smith, geschrieben wurde. Darin heisst es:

…unsere Wissenschaft sagt uns, dass die Erde jetzt in das ‚Anthropozän’ eingetreten ist, eine geologische Epoche, in der die menschlichen Einflüsse jetzt genau so wichtig für das Verhalten des Planeten sind wie geologische und astronomische Einflüsse in der Vergangenheit. (Backup link)

Aber das ist Unsinn. Wie ich schon im August beobachtet habe, ist eine wissenschaftliche Institution mit der Bezeichnung International Commission on Stratigraphy (ICS) für die Namensgebung geologischer Epochen verantwortlich. Diese Institution hat keine solche Bestimmung abgegeben, nach der eine neue Epoche begonnen hat.

Diese seltsame Behauptung kann man bis zu informellen Grübeleien von dem Atmosphärenchemiker Paul Crutzen vor einem Jahrzehnt zurück verfolgen. Er ist kein Geologe. Er gehört nicht zum ICS. Er hat nicht mehr Autorität, eine neue geologische Epoche auszurufen als ich.

Das Anthropozän ist eine zu 100% politische Feststellung. Sie gipfelt in der PR-Strategie aktivistischer Wissenschaftler. Es ist eine Falle, gelegt für leichtgläubige Journalisten. Dass der Vizevorsitzende einer von der Royal Society ausgerichteten Konferenz die Frechheit besitzt zu sagen, die Wissenschaft sagt uns, dass wir in ein neues Zeitalter eingetreten sind, zeigt nicht nur, dass die Wissenschaft das Gebäude verlassen hat, sondern auch, dass sie von Anfang an nie dort gewesen ist.

Andere Blogbeiträge auf der Site der Konferenz sind ähnlich entmutigend. In einer sagt uns Liese Coulter – eine hauptamtliche PR/Medien-Verantwortliche – dass ihrer Ansicht nach ihr Mann zu viel Auto fährt, so dass sie ihn „dazu gebracht hat“, Kohlenstoffsteuern zu zahlen (backup link).

In einem anderen Beitrag nennt Sunita Narain – die als indische Umwelt- und politische Aktivistin beschrieben wird – die USA „den größten Klimaabtrünnigen der Welt“ und sagt, dass Australien, Japan, Neuseeland und Kanada „weitere große Schmutzkanonen“ sind.

Sie bezieht sich auch auf die „US-Republikaner – Neandertaler, die nicht glauben, dass die Klimaänderung wirklich ist“ (backup link). Offensichtlich hat Frau Narains Mutter sie das nie gelehrt – wenn man versucht, die Meinung anderer Leute durch öffentliche Verunglimpfung zu ändern, ist dies nur sehr selten eine erfolgreiche Strategie.

In noch einem anderen Beitrag auf der Site der Konferenz erklärt der „unabhängige Umwelterzieher und Musiker“ Mike Edwards:

Wir stehen vor einer klaren Entscheidung: Entweder fahren wir damit fort, den Planeten bis zur Katastrophe zu zerstören, oder wir ändern unsere Gewohnheiten… wir müssen uns… wieder mit der Natur verbinden und zu einem Wertesystem kommen, bei dem materieller Wohlstand nicht an erster Stelle steht (backup link).

Edwards, der sich selbst als „einen Experten der Klimaänderung” sieht, wird Teilnehmer einer Diskussion zum Thema Making the vision reality III – creative, connected science sein [etwa: Die Vision Wirklichkeit werden lassen III – kreative, verbundene Wissenschaft]. Der Konferenz-Website zufolge:

Diese Sitzung wird den Weg bereiten für ein neues, ganzheitliches Denkschema, das Platz bietet für multiple wissenschaftliche, künstlerische und kulturelle Exkurse, um die Vision einer nachhaltigen Welt Wirklichkeit werden zu lassen. Das wird Spaß machen; es wird tatkräftig und mitbestimmend sein, aber es wird auf der Botschaft basieren, dass neues Denken erforderlich ist, um transformatorische Ideen zur Verfügung zu haben, um den globalen Umweltherausforderungen zu begegnen. (Hervorhebung hinzugefügt)

Ja, das klingt nach dem, womit die Royal Society ihren wissenschaftlichen Ruf verlinken sollte.

Ein wieder anderer Blogbeitrag stammt von Eva Flinkerbusch, die einen Newsletter herausgibt und die Website für das Global Water System Project betreut. Sie bezieht sich auf den „alarmierenden Zustand“ der Trinkwasserreserven. Sie erklärt, dass das „Problem der Wasserknappheit in absehbarer Zukunft weltweit eskalieren wird“ und erörtert „die Notwendigkeit für Änderungen in … Regierungssystemen“. Ihr Beitrag schließt mit dem typischen Schlachtruf der Aktivisten: „Wir müssen sofort handeln!“ (backup link)

Aber hier ist noch nicht Feierabend. Der Blogger Bo Kjellén, der frühere schwedische Chef-Klimaunterhändler vertritt pompös die Auffassung, dass „es signifikante Änderungen hinsichtlich der Art und Weise geben muss, wie unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft operieren“ – und er schlägt vor, dass der menschliche Verbrauch fossiler Treibstoffe gleichbedeutend damit ist, dass wir unsere Seele dem Teufel verkaufen (backup link).

Yvo de Boer – der als der Klimaboss bei der UN tätig war (und dessen akademische Berechtigungsnachweise offensichtlich in der Sozialarbeit bestehen) – nutzt seinen eigenen Blog, um die Privatwirtschaft zu lehren, wie sie ihre Geschäfte abwickeln sollen. Nach seinen Worten (Hervorhebung hinzugefügt):

„Firmen müssen Belastbarkeit entwickeln…“

„Geschäfte müssen Risiken managen…“ 

„Geschäfte müssen künftige Nachhaltigkeitsrisiken verstehen und sich ihnen stellen…“

„…strategische Planung und Strategieentwicklung wird ebenfalls gebraucht…“

„Die Firmen müssen (sic) die Ursprünge der Gründe verstehen, die ihre Operationen beeinflussen…“ (backup link)

Also, wenn ich einen Betrieb führe, der mit der wirtschaftlichen Depression zurecht kommen muss; wenn ich nicht weiß, ob ich in der Lage bin, nächste Woche nicht insolvent zu werden – glaubt in diesem Falle wirklich irgendjemand, dass ich auch nur fünf Sekunden daran denke, was ein UN-Bürokrat darüber denkt, was ich tun muss?

Also wirklich! Eine Menge Geld wird für diese Konferenz ausgegeben. Man erwartet 2500 Teilnehmer – fast alle werden mit fossil betriebenen Fahrzeugen anreisen.

Und das wird als „die größte Zusammenkunft von Wissenschaftlern zur globalen Änderung und Nachhaltigkeit vor dem Erdgipfel Rio+20“ bezeichnet (kursiv hinzugefügt). Aber wie wir sehen, sind viele der involvierten Individuen alles andere als Wissenschaftler. Es sind ausschließlich Politiker und Bürokraten. Es sind Kommunikationsmanager und Musiker. Und was am meisten zählt, alle sind politische Aktivisten. In einigen Fällen geben sie das sogar selbst zu. In anderen wird es dadurch enthüllt, was sie sagen und wie sie sich verhalten.

Dass diese Konferenz von der Royal Society ausgerichtet wird, ist nichts anderes als skandalös.

Link: http://nofrakkingconsensus.com/2012/03/24/the-royal-societys-blatherfest/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Energiewende: Der Weg in die Planwirtschaft

Die „Zukunftsenergien“ Wind- und Solarstrom bleiben trotz ihres gesetzlichen Vorrangs im wesentlichen Dekor, weil sie bislang vorhandene Stromerzeugungs-Kapazitäten nicht ersetzt, sondern größtenteils lediglich symbolträchtig gedoppelt haben. Das soll freilich nach den Vorstellungen der Wende-Energetiker bald anders werden. Nach dem „Energiekonzept“ der Bundesregierung soll der Anteil der so genannten regenerativen Energien (neben Wind und Sonne gehören dazu auch Biogas und Wasserkraft) an der Stromerzeugung im Jahre 2020 bereits 35 Prozent und im Jahre 2050 gar 80 Prozent betragen. Einzelne Bundesländer wie vor allem Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz wollen schon in drei bis zwanzig Jahren die Vollversorgung mit Ökostrom erreichen. Da die Sonne auch in 20 Jahren nachts nicht scheinen und die Häufigkeit starker Winde weiterhin von der nordatlantischen Oszillation bestimmt werden wird, müssen sich die industriellen und privaten Energieverbraucher auf ein stark schwankendes Angebot einstellen.

Auf dem 3. VhU-Energieforum der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände unter dem Motto „Sichere Stromversorgung auch bei Wolken und Windstille“ Mitte März in Frankfurt erklärte der Energiewirtschaftler Dr. Jürgen Neubaarth von der Innsbrucker e3 consult, die Stromerzeugung im deutschen Kraftwerkspark müsse künftig innerhalb von 15 Minuten um 12.000 Megawatt hoch oder runter gefahren werden können. „Heute sind es erst 3.000 Megawatt“, stellte Neubarth nüchtern fest. Die inzwischen aufgebaute Windkraftleistung von zirka 27.000 Megawatt ersetze gerade einmal 1.900 MW konventionelle Kraftwerkskapazität. Der Energiewirtschafter erweckte allerdings den Eindruck, als sei die durch den überstürzten Atomausstieg und den unkoordinierten Aufbau witterungsabhängiger Stromerzeugungskapazitäten heraufbeschworene Gefahr eines großflächigen Blackouts allein durch den massiven Ausbau der deutschen und europäischen Stromnetze abwendbar. Gegenüber dem von der Bundesregierung für den Ausgleich von Stromangebot und –nachfrage favorisierten Ausbau der Energiespeicher-Kapazitäten in Form von Lithium-Ionen-Batterien und Pumpspeicher-Kraftwerken beziehungsweise der Umwandlung von Windstrom in Druckluft oder Wasserstoff/Methan gab sich Neubarth hingegen skeptisch, da hierbei große Umwandlungsverluste in Kauf genommen werden müssen. Außerdem gebe es für den Aufbau großer Speicherkapazitäten keine wirksamen Investitionssignale. Denn die Peakpreise für Strom sind in Deutschland wegen des raschen Ausbaus regenerativer Energien unter Druck geraten und der Bedarf an Regelenergie hat in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich abgenommen.

Dr. Christoph Bauer, Energiemanager des Chemiekonzerns Evonik in Hanau, erklärte, der Wechsel von der „verbrauchsgesteuerten Stromerzeugung zum erzeugungsgesteuerten Verbrauch“ sei die „zentrale Herausforderung der Energiewende.“ Er verkniff sich die Bemerkung, dass „erzeugungsgesteuerter Verbrauch“ nur ein anderes Wort für Planwirtschaft ist. Während die Bundesregierung den Strombedarf und damit das Leben der Privatleute über Smart Grids und Smart Meters fernsteuern möchte, sehen Industrievertreter im intelligenten Lastenmanagement stromintensiver Industriezweige ein viel größeres Anpassungspotential. Dieses lässt sich auch ohne harte bürokratische Eingriffe in die Unternehmensentscheidungen nutzen. Statt Stromüberschüsse unter hohen Verlusten in Form von Wasser bergauf oder in Form von Druckluft in die Erde zu pumpen oder für die Produktion von Wasserstoff beziehungsweise Methan zu nutzen, sei es erheblich sinnvoller, die für die Erzeugung industrieller Prozesswärme zu nutzen, um dort Brennstoffe wie Erdgas oder Heizöl zu ersetzen. Diese Option werde derzeit aber in der öffentlichen Diskussion vernachlässigt und durch die Gestaltung der Netzentgelte für stromintensive Industrien praktisch vereitelt.

Infolge der dezentralen Einspeisung von Wind- und Solarstrom in die Verteilernetze komme es immer öfter zu Trafobränden, berichtete Markus Hettig, Manager des mittelständischen Elektroanlagenbauers EFEN (Eltville am Rhein). Es gibt also nicht nur Engpässe im 380 kV-Transportnetz, über die in der Presse relativ häufig berichtet wird. In den vergangenen Wochen haben vor allem die Schwierigkeiten, Offshore-Windparks in der Nordsee an das Netz anzuschließen, für Schlagzeilen gesorgt. Da sich der zuständige staatseigene niederländische Netzbetreiber TenneT wegen Kapitalmangel außerstande sieht, die nötigen 15 Milliarden Euro für Unterwasser-Kabel und Hochspannungsleitungen aufzubringen, sollen nun die Kosten „sozialisiert“ werden, indem sie entweder unter allen vier großen Netzbetreibern aufgeteilt oder von der Staatsbank KfW übernommen werden. Ähnliches soll für die hohen Versicherungsprämien für die Offshore-Anlagen gelten. „Wir werden nicht umhin kommen, einen Teil der Haftungskosten zu sozialisieren“, erklärte der neue Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, gegenüber der FAZ vom 26. März 2012. Schon wird die Verstaatlichung des gesamten deutschen Stromnetzes gefordert.

Als wäre es ein abgekartetes Spiel zur Einführung der Planwirtschaft durch die Hintertür, zieht so jeder mit der „Energiewende“ verbundene staatliche Eingriff in den Strommarkt weitere Eingriffe nach sich. Der Kollege Reinhold Böhmer hat das in der „Wirtschaftswoche“ prägnant zusammengefasst: „…der Staat entzieht wie beim Atomausstieg den Unternehmen auf dem Markt eingeführtes Geschäft und verlangt von ihnen nun wie bei der Energiewende vom Markt nicht unmittelbar nachgefragte Leistungen etwa in Form von Ökostrom. Wer so etwas macht, der muss sich nun mal den Gesetzen des Marktes fügen: Private Unternehmen leisten eben nicht, was ihnen aufoktroyiert wird und was unprofitabel oder zu risikoreich ist. Andernfalls würden sie auf Dauer ihre Existenz aufs Spiel setzen. Das fällt nicht einmal unter das Phänomen Marktversagen, da ja die Politik hier vom Markt etwas will, was der Markt per Definition nicht hergibt.“ Dem bleibt nichts hinzuzufügen.

Edgar L. Gärtner EIKE

Update*: Realitäsverweigerung in Reinform:

Bericht der Bundesregierung über die Umsetzung des 10-PunkteSofortprogramms zum Energiekonzept  

* mit Dank an Spürnase Uwe Klasen




‚Emissionshandel’ scheitert an fehlenden Anreizen

Foto rechts: von DOE/Lawrence Berkeley National Laboratory

Autorin der Studie ist Margaret Taylor, eine Forscherin am Lawrence Berkeley National Laboratory (Berkeley Lab), die die Studie während ihrer Zeit als Assistenzprofessorin an der University of California durchführte. Tatsächlich scheint es so zu sein, sagt sie, dass der Erfolg einiger Programme zum Emissionshandel zur Erreichung vorher bestimmter Reduktionsziele zu geringen Kosten Anreize für Forschungen und Entwicklungen vermindert zu haben scheint, die helfen können, geeignetere Ziele zur Kontrolle der Verschmutzung zu erreichen.

„Politische Entscheidungsträger haben selten die perfekte Voraussicht, welches die geeigneten Emissionsziele sind, um die öffentliche Gesundheit und die Umwelt zu schützen – normalerweise müssten diese Ziele strenger gefasst werden“, sagte Taylor. „Und doch setzen die Entscheidungsträger selten Ziele ohne den Beweis, dass die Industrie diese Ziele erreichen kann. Hier sind Forschung und Entwicklung [R&D] unabdingbar, die zur Entwicklung innovativer Technologien über längere Zeiträume führen können.“

In der Studie erforschte Taylor die Beziehung zwischen Innovationen und Programmen zum Emissionshandel (CTPs). Sie verwendete Daten von den beiden erfolgreichsten CTPs, dem nationalen US-Markt zur Kontrolle von Schwefeldioxid (SO2) und dem Markt zur Stickstoffkontrolle (NOx) der nordöstlichen und mittelatlantischen US-Bundesstaaten. (Respectively, Title IV of the 1990 Clean Air Act and the Ozone Transport Commission/NOx Budget Program.)

Taylors Forschungen zeigen, dass Analysten vor Handelsbeginn für diese CTPs überschätzt haben, wie schwierig es für die Emissionsquellen sein würde, mit einer oft beobachteten Verteilung von Umweltverträglichkeit, Sicherheit und Energieeffizienz Ziele zu erreichen, einschließlich aller CTPs in der Welt. Erkennbar wurde dies in Überschätzungen des Wertes von Zertifikaten, welche die Emission einer bestimmten Menge unter einem CTP erlaubt. Wenn eine Instanz billig Emissionen reduzieren kann, kann sie diese Zertifikate entweder für jeden Preis, den sie bekommen kann, verkaufen, oder sie kann diese Zertifikate sammeln, um späteren Restriktionen hinsichtlich der Emissionen zu begegnen.

Die von Taylor untersuchten Programme zum Zertifikatehandel zeitigten niedrigere Preise als erwartet, teils weil die Teilnehmer an dem Programm eine unerwartet breite Palette von Vorgehensweisen übernommen haben, um Emissionsquellen im Hinblick auf den kommenden Handel zu reduzieren. Als Ergebnis wuchs eine große Bank von Zertifikaten, besonders im SO2-Programm. Das war ein Signal dafür, dass die Preise für die Zertifikate viele Jahre lang stabil bleiben würden.

Aber diese Botschaft der niedrigen Preise führte nicht zur Änderung der politischen Ziele der CTPs, trotz des Beweises, dass es nicht nur billiger als erwartet sein würde, diese Ziele zu erreichen, sondern auch, dass es für die öffentliche Gesundheit noch wichtiger war, die Ziele basierend auf wissenschaftliche Fortschritte zu verschärfen. Das Signal des niedriger als erwartet liegenden Preises führte jedoch dazu, dass die Emissionsquellen ihre Investitionen in saubere Technologien noch einmal überdachten, was zu signifikanten Streichungen geführt hat.

Inzwischen signalisierte der niedrige Preis auch den Entwicklern sauberer Technologien – die oft von den Zertifikate haltenden Emissionsquellen unabhängig sind – dass die potentielle Rückkehr zu ihren Forschungs- und Entwicklungsprogrammen, die allgemein ungewisse und erst langzeitliche Profite abwerfen, billiger als erwartet sein würde.

Dieser Effekt hilft auch, das Ergebnis zu erklären, dass patentierte Aktivitäten, der dominante Indikator kommerziell orientierter Forschung und Entwicklung, einen Höhepunkt erreicht hatte, bevor die CTPs in Kraft traten, und dann zurück gingen, als der Zertifikatehandel in Gang kam und inzwischen das niedrigste Niveau seit Beginn der nationalen SO2 und NOx-Regulation im Jahre 1970 erreicht hat.

„Normalerweise muss man zu Beginn irgendeines neuen politischen Umweltprogramms relative billige und einfache Dinge tun”, sagte Taylor, die sich auf politische Analysen, Umwelt- und Energiepolitik sowie Innovationen spezialisiert hat. „Aber wenn das Erledigen dieser Dinge zur Folge hat, dass Anreize für längerzeitliche Innovationen verschwinden, kann sich ein echtes Problem ergeben, besonders wenn dramatische technologische Änderungen erforderlich sind, wie z. B. im Falle der Stabilisierung des globalen Klimas.“

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Das Lawrence Berkeley National Laboratory befasst sich mit den dringendsten wissenschaftlichen Herausforderungen der Welt durch die Förderung nachhaltiger Energie, dem Schutz der menschlichen Gesundheit der Erzeugung neuer Materialien und des Ursprungs und weiteren Schicksals des Weltalls. Seit der Gründung im Jahre 1931 wurden wissenschaftliche Expertisen des Berkeley Labs mit 13 Nobelpreisen ausgezeichnet. Die University of California managt das Berkeley Lab für das U.S. Department of Energy’s Office of Science. Mehr dazu hier: www.lbl.gov.

Anthony Watts

Link: http://wattsupwiththat.com/2012/03/18/cap-and-trade-fails-for-lack-of-incentives/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




“Forever, and Ever, and Ever”

Bild rechts: Händels Messias: Das gilt nicht mehr nur für Weihnachten*

Ich weiß, dass ich jedes Mal die Augen verdrehe, wenn ich dieses Wort zu Hause höre. „nie dürfen Sie jemals“ und „sie sollen immer“ – dies sind Begriffe, von denen ich meine beliebte Frau überzeugen konnte, dass sie selten etwas mit Wahrheit zu tun haben. Was sie allerdings auslösen, sind starke Gefühle.

Und man würde starke Gefühle brauchen, um das Wort „jemals“ zu verwenden, um 150 Jahre der Erdgeschichte zu beschreiben: „das wärmste jemals“, „das drittwärmste jemals“, „das heißeste jemals“, „das fünftwärmste jemals“, „das zweitwärmste jemals“. Als Ganzes werden diese Begriffe, welche in Artikeln gefunden werden, die angeblich die Leute informieren sollen, beschwörerisch, und tatsächlich hören wir das Echo, wie es buchstäblich in christlichen Kirchen weltweit gesungen wird: „Forever and ever and ever …. Hallelujah, hallelujah,” und so weiter, wie es in Händels Messias aufgeführt wird. Mancher hat gesagt, dass die globale Erwärmung ihre eigene Religion ist, und es sieht so aus, als hätten diese Leute recht.

Was haben nun aber der Höhepunkt des Messias’ und Klimawissenschaft miteinander zu tun, wenn überhaupt? Wie sich zeigt, zumindest Einiges. Der Messias wurde geschrieben, um ein Gefühl für das Unendliche, für Ewigkeit und Vollständigkeit, für das Einssein mit Gott zu erwecken. Die Geschichte der jüngsten gegenwärtigen Erwärmung, die Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen hatte, wurde auf eine Art und Weise durchgeführt, die genau das Gegenteil erzeugen sollte: Ein Gefühl für das Endliche, die Unbeständigkeit der Biosphäre, für Unvollständigkeit und für die Entfremdung von Natur, Gott und dem Heiligen Geist. Über diese Geschichte schreibe ich noch viel mehr  in meinem Buch.

Man kann vereinfacht sagen, dass das Gebilde der globalen Erwärmung errichtet wurde, um einen Zustand der Verzweiflung zu induzieren.

Man kann auch sagen, dass die Geschichte in dieser Hinsicht außerordentlich erfolgreich war. Welcher geistig gesunde Mensch zum Beispiel kann, wenn er „das jemals Wärmste“ wieder und immer wieder von den Kanzeln der Wissenschaft und der Medien hört, daraus nicht schließen, dass vor allem seine eigene Zeit auf der Erde unglücklich, düster und verloren ist?

Was hat es überhaupt mit diesem Wort „jemals“ auf sich? Ist es wirklich ein geeignetes Wort, um die letzten paar Jahrzehnte der Klimageschichte der Erde zu beschreiben? Nun, wenn man Verrücktheiten mag, ist es ein großes Wort! Ursprünglich waren klimawissenschaftliche Artikel in den Zeitungen und Zeitschriften vorsichtig mit Äußerungen wie „drittwärmstes Jahr“, war es doch lediglich das Drittwärmste in den modernen Aufzeichnungen. Und in einigen Artikeln findet sich diese Abgrenzung immer noch. Was jedoch zum weit verbreiteten Gebrauch des Wortes „jemals“ führte, scheinen müde, nach Dramatik suchende Schlagzeilenschreiber gewesen zu sein (ich war dort), die spätnachts zusammengeschustert worden sind und in denen eine kleine Anzahl von Wörtern eine Masse an Informationen liefern sollte. „2010 war der eineinhalb Jahrhunderte langen Aufzeichnung einer Klimaagentur zufolge das wärmste Jahr“ – das ergibt keine Top-Schlagzeile, nicht einmal annähernd. „2010 war das jemals wärmste Jahr“ dagegen schon – jetzt kocht man es richtig auf. Das ist eine Schlagzeile. Und Schlagzeilen verkaufen sich gut; sie geben den Leuten das Gefühl, engagiert zu sein.

Die Kürze der Aufzeichnungen ist ein wichtiger Punkt, weil die klimatologische Vergangenheit des Planeten ein wenig weiter zurück reicht! Diese Vergangenheit erschließt sich aber nur mit indirekten Methoden, durch Proxies – oftmals durch Baumringe, Eisbohrkerne und Sedimenten in Gewässern. Aber wen die NASA und danach The New York Times sagen, dass das Jahr 2010 den instrumentellen Aufzeichnungen zufolge das wärmste Jahr war, ignorieren sie das wichtige Proxy, das die Temperaturen während der Eiszeit zeigte, die vor drei Millionen Jahren begonnen hat (was nicht allzu lange ist), in der die Werte routinemäßig höher lagen als die, die über die Fernsehbildschirme, die Tafeln am Times Square und Frontseiten von Zeitungen strömen.

Einer der am meisten zitierten Klimawissenschaftler ist Michael Mann von Penn State. In einem Interview mit NPR (National Public Radio) sprach er das an, was Klimatologen die „moderne Erwärmung“ nennen und die Wahrscheinlichkeit, dass sie Teil eines natürlichen Zyklus’ sei. Das ist sehr unwahrscheinlich, sagte Dr. Mann: „Es gibt keine Möglichkeit, diese von uns beobachteten Änderungen mit irgendeinem dieser natürlichen Faktoren zu erklären… Das heißt in diesem Zusammenhang, wenn wir über die jüngste Klimaänderung reden, reden wir über die Menschen“.

Aber wie kann Dr. Mann das wissen? Er spielt auf den Gedanken an, dass die gegenwärtigen Temperaturen die „jemals wärmsten“ sind, aber die heutigen Temperaturen liegen unter dem Niveau vor 7000 Jahren während des Klimaoptimums des Holozäns; sie liegen unter den Werten der Eemian-Zwischeneiszeit vor 115000 Jahren und auch unter den Werten der drei Zwischeneiszeiten zuvor. (Zwischeneiszeiten sind Unterbrechungen der weit verbreiteten Vergletscherung und ein Charakteristikum der gegenwärtigen drei Millionen Jahre alten Eiszeit). Kein Klimatologe, der etwas auf sich hält, bestreitet das, auch nicht Dr. Mann. Der Eisbohrkern aus Wostok zeigt, dass nicht bestritten werden kann, dass die gegenwärtige Temperatur deutlich unter dem Niveau dieser jüngeren Perioden der Erdgeschichte liegt.

Als in der Eemian-Zwischeneiszeit, die vor 130 000 Jahren begonnen hat und vor 115 000 Jahren zu Ende gegangen ist,  die Temperaturen ein oder zwei Grad höher lagen als heute, spiegelte der Meeresspiegel diese warmen Bedingungen und die dadurch ausgelöste Gletscherschmelze. Er lag 15 Fuß (ca. 4,5 m) höher als heute. Mittlerweile haben die Klimatologen die Leute davon überzeugt, dass der gegenwärtige Meeresspiegel als „normal“ anzusehen sei, oder noch absurder „permanent“. Der Meeresspiegel war niemals stabil, das kann er auch gar nicht.

Wenn man einmal weiß, dass sich die gegenwärtige Temperatur sehr gut innerhalb der Bandbreite der normalen Variabilität des Klimasystems der Erde bewegt, wird der Gebrauch des Wortes „jemals“ als ein Stück Anti-Wissenschaft entlarvt, als ein vorsätzlicher Anschlag, egal ob es von einem mitgenommenen Schlagzeilenschreiber oder Wissenschaftsjournalisten verwendet wird.

Das Holozän wird auf dieser Graphik von Petit et al. aus dem Wostok-Eisbohrkern heraus gearbeitet. Das Eemian-Interglazial zeigt sich rechts.

Heute ist die Zeit, in der wir leben, nicht die heißeste, wärmste oder schlimmste Zeit auf diesem wundervollen Planeten. Es ist wohl die beste Zeit! Der Wostok-Eisbohrkern zeigt, dass unsere eigene Zwischeneiszeit, das Holozän, das gemäßigste, das stabilste Klima aufweist – tatsächlich ist es wie ein gemütliches klimatisches Nest.

Vergeben Sie den Schlagzeilenschreibern und den „wissenschaftlichen“ Autoren, wenn Sie wollen. Ich tue das. Es sind Menschen, und Verrücktheit geht mit Mensch sein einher – manchmal. Aber hören Sie besonders aufmerksam den Wissenschaftlern zu, die selbst dieses Wort „jemals“ verwenden. Da auch sie Menschen sind, haben sie schnell erkannt, welche Macht das Wort „jemals“ über die Öffentlichkeit ausüben kann. Es hat begonnen, sich in hoch wissenschaftlichen Artikeln wiederzufinden, in denen einst sorgfältig eigene Analysen beschrieben wurden, so unvollkommen sie auch waren. Wenn ein Klimawissenschaftler das Wort „jemals“ verwendet, noch dazu routinemäßig und immer öfter, muss man verstehen, dass dies zumindest mit Ästhetik zu tun hat, wie der Messias, jenes beeindruckende Werk von Händel – und möglicherweise mit etwas, dass man nicht so leicht vergeben kann: mit dem Vorsatz, in die Irre zu führen.

Also, Journalisten, Wissenschaftler: Warum gebt ihr nicht der übrigen Welt unser Wort zurück. Wir wissen, wie man es benutzt.

Harold Ambler ist Besitzer von www.talkingabouttheweather.com und Autor von Don’t Sell Your Coat

Harold Ambler hat seit über 20 Jahren über die Themen Wetter und Klima geschrieben. Er begann seine journalistische Laufbahn bei The New Yorker, und seine Arbeiten erschienen in The Wall Street Journal, The Huffington Post, The Atlantic Wire und auf www.wattsupwiththat.com. Er lebt in Rhode Island.

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Und hier: http://talkingabouttheweather.wordpress.com/author/haroldambler/

* Der Halleluja-Chor im Messias gehört eigentlich zur Auferstehung Christi, also zum Osterfest. Warum dieser weltberühmte Chor eher mit Weihnachten in Verbindung gebracht und gespielt wird, ist unklar. Händel wäre deswegen wahrscheinlich heute sehr überrascht. A. d. Übers.

Übersetzt von Chris Frey EIKE