Die dunkle Seite des globalen Naturschutzes

Naturschutzflüchtlinge sind in den gewaltigen Flüchtlingsströmen kaum wahrnehmbar

(Helmut Jäger)
Ein Grund, warum das von den Naturschützern verursachte Flüchtlingsproblem so wenig internationale Aufmerksamkeit findet, ist mit großer Wahrscheinlichkeit die Tatsache, dass Naturschutzflüchtlinge einen geringen Anteil an den von Bürgerkriegen, sonstigen bewaffneten Konflikten und Dürren verursachten Fluchtbewegungen zu haben scheinen. Diese Menschen vor dem Hungertod zu bewahren, ist vordringliche Aufgabe der UNHR, der Flüchtlingshilfe-Organisation der UNO. Die UNHCR selbst ist aber auch Teil des Problems, nicht der Lösung. In UNHCR-Dokumenten wird das Ausmaß von Vertreibungen im Namen des Umweltschutzes maskiert durch die UNHCR-Definition der sogenannten IDPs – Internally Displaced Persons (Interne Vertriebene). Unter der Kategorie "IDP" fasst die UNHCR alle Menschen zusammen, die keine Staatsgrenzen überschreiten, aber dennoch ihre Wohnsitze verlassen. 
 
Afrika ist der Kontinent der Flüchtlinge. (Grafik UNHCR)
Die Naturschutzvertriebenen fasst die UNHCR unter der Kategorie IDP – Internally Displaced People zusammen und macht damit keinen Unterschied, ob die ihrer angestammten Wohngebiete beraubten Menschen aufgrund von Bürgerkrieg, Banden oder Regierungsmaßnahmen ihre Heimat und Existenzgrundlage verloren haben.

Reservate sind interne Angelegenheiten der nationalen Regierungen

Unter der Flagge der hehren Ziele des Umweltschutzes und der Naturerhaltung geschehen Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen an eingesessenen Völkern und Stämmen. Seit über einem Jahrhundert wurden und werden Reservate, Schutzgebiete und Rückzugsräume für die vom Menschen bedrohte Fauna und Flora geschaffen – auch Jagdreservate für die Reichen der Welt. Das Schicksal der Naturschutzvertriebenen, der aus ihren seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden angestammten Siedlungsgebieten vertriebenen Menschen, wird verschwiegen.
Allein in Afrika wurde bis zum Jahr 2000 der Anteil der geschützten Landflächen auf rund 150 Mio Hektar (etwa 5 Prozent der gesamten landwirtschaftlich nutzbaren Fläche) vergrößert. Fast alle afrikanischen Staaten haben geschützte Gebiete geschaffen, einige entzogen bis zu 10 Prozent ihres Landes der angestammten landwirtschaftlichen Nutzung. Betroffen von diesen staatlichen Landnahmen waren nach Schätzungen 1,5 bis 24 Mio Menschen.
undefined(Geisler/Sousa: From Refuge to Refugee, the African Case. 2000)
Die großen, global agierenden Nichtregierungsorganisationen wie Nature Conservancy, World Wildlife Fund, Conservation International, Wildlife Conservation Society und allen voran die International Union for Conservation of Nature IUCN stellen ihre Rolle als Naturschützer publikumswirksam und mit hohem moralischen Anspruch dar. Ihre beitragende Rolle zu den negativen Auswirkungen ihrer Umweltschutzaktivität bleibt unsichtbar. Sie sind sowohl Initiatoren wie auch Partner vieler nationaler politischer Eliten. Letztere benutzen das Ansehen und die Einflussmöglichkeiten der Nicht-Regierungs-Organisationen auf die veröffentlichten Meinungen, um ihre eigenen Ziele bei der Schaffung von Naturreservaten zu verfolgen. Die externe Finanzierung für arme Drittwelt-Staatsregierungen spielt dabei eine wichtige Rolle. Gerade die Zusammenarbeit mit lokalen Regierungsstellen ermöglicht den Nichtregierungsorganisationen, ihre Verantwortung für ethnische Vertreibungen und andere negative Folgen abzuleugnen. Sie können auf lokale Machthaber verweisen, wenn vorgesehene Reservate von einheimischen Bevölkerungen „gesäubert“ werden.

Es sollte aber nicht verschwiegen werden, dass es auch Beispiele für die gelungene Einrichtung von Reservaten und Schutzräumen gibt.

Die Forschung nimmt sich nur sehr zögerlich des unter starker Intransparenz leidenden und nur schwierig zu behandelnden Themas an, aber die Stimmen nehmen zu, die auf die Probleme bei der ständigen Vergrößerung der Naturschutzgebiete aufmerksam machen. Ein neues Buch des amerikanischen kritischen Journalisten Mark Dowie erregt derzeit Aufmerksamkeit: Conservation Refugees [„Naturschutzvertriebene“]
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William Walter Kay schreibt
auf der Webseite "Environmentalism is Fascism:"

Mark Dowie war Herausgeber und Redakteur beim kritischen Magazin Mother Jones. Mit seinen sechs Büchern und 200 Artikeln hat er 18 Auszeichnungen gewonnen. Für die Forschungen zu seinem neuen fachbegutachteten Buch, das vom M.I.T. gedruckt und herausgegeben wird, hat er Jahre mit Reisen um die Welt verbracht und dabei mit vielen leitenden Persönlichkeiten auf der Seite der Naturschützer wie auch auf der Seite der lokalen Verantwortlichen gesprochen.

Mark Dowie
Dowie konnte viele vertrauliche Dokumente der vorherrschenden Naturschutzorganisationen einsehen. Ganz ungewöhnlich für ein derartiges Buch ist, dass es keine Danksagungen enthält und keine Namen von Dowies Förderern.

Die Hauptpunkte:

  • Die weltweite Gesamtzahl der Naturschutzvertriebenen liegt zwischen 5 bis 20 Millionen Menschen. Dowie schätzt sie auf 10 Millionen. Ein anderer Forscher schätzt 14 Millionen allein für Afrika.

Das Problem der Naturschutzvertriebenen wird geflissentlich von der Wissenschaft übersehen. Naturschutzvertriebene werden verborgen, weil der Preis für den Naturschutz teurer würde, wenn sie sichtbar würden.
Nach 1970 haben die vorherrschenden und führenden Umwelt- und Naturschutzorganisationen Hilfstruppen aus den am meisten rückständigen Völkern der Welt rekrutiert. Derartige Marionetten-Bewegungen stellen sich heute gegen allfällige Umweltzerstörungen.
Die Umweltschützer kann man einteilen in solche, die die vollständige Entvölkerung des Hinterlandes befürworten, und in solche, die sich der einheimischen Umweltschutz-Hilfstruppen bedienen wollen, um selbst die Kontrolle über die Gebiete zu erlangen.
W.W. Kay

Als weiterführende Lektüre [nur in Englisch] empfiehlt William Walter Kay:

undefined Mac Chapin: A Challenge to Conservationists
undefined Dan Brockington and Jim Igoe: Eviction for Conservation: A Global Overview
 undefined Michael Cernea and Kia Schmidt-Soltau: Poverty Risks and National Parks: Policy Issues in Conservation and Resettlement

Zusätzliche Empfehlung des Übersetzers zum besseren Verständnis der Rolle der UNHCR:

undefinedUNHCR2007_DisplPeople_QA.pdf
undefinedUNHCR_Handbook_IDP_I.pdf
undefinedUNHCR_PartnerProfile.pdf
Übersetzung: Helmut Jäger, EIKE




Warum die Verringerung der CO2-Emissionen kostenineffektiv ist

Das war eine absichtliche Untertreibung. Ich habe mich intensiv damit befasst zu sehen, ob der kalifornische Entwurf ökonomisch jemals irgendeinen Sinn erfüllen würde. Der Durchlauf der Ergebnisse durch mein einfaches Modell bestätigte, was viele schon lange geargwöhnt haben, womit aber bis jetzt nur wenige gerechnet haben: zu versuchen, unsere Emissionssünden zu vermindern, ist einer kostenineffektivsten Wege überhaupt, das Geld der Steuerzahler in die Tonne zu treten.
Ich habe die Kosten des kalifornischen Schemas in Höhe von 182 Milliarden Dollar multipliziert und die damit verbundenen Abschwächungsmaßnahmen nicht mit dem Faktor 10, sondern 2,5 zugrunde gelegt – ein Viertel der wirklichen Gesamtkosten während eines Jahrzehnts. Der Grund dafür, dass ich die festgestellten Kosten der kalifornischen Politik in dieser Hinsicht nur durch vier geteilt habe, ist die Kritik von Einigen an der Studie, aus der ich die Kosten in Höhe von 182 Milliarden Dollar abgeleitet habe – Varshney und Tootelian 2012 – in der die Kosten übertrieben worden seien.
Ich hätte wirklich eine minimale zwischenzeitliche Diskontrate von mindestens 5% anbringen sollen, was die Kosten auf 410 Milliarden Dollar drückt. In den aktualisierten Graphiken, die ich in diesem Beitrag vorstelle, habe ich diese Diskont-Rate korrekt einbezogen.
Mein Modell ist einfach und schließt Kosten und Vorteile außerhalb der CO2-Problematik aus: anders als bei anderen, aus der Literatur bekannten Methoden zähle ich als Vorteil der Abschwächung die Kosten, die wir durch die Verhinderung klimabezogener Schäden durch die Erwärmung einsparen im Vergleich zu den Kosten, die sich ergeben, wenn wir nicht sofort gegen das CO2 vorgehen.
Hinsichtlich der Vorteilsseite der Kosten habe ich ebenfalls intensiv versucht, nachsichtig mit jenen zu sein, die die Abschwächungsmaßnahmen vorschlugen. Ich habe die allgemein übertriebenen Schätzungen der Vermögensverluste durch Tatenlosigkeit zugrunde gelegt, die sich im Stern-Report über die wirtschaftlichen Folgen der Klimaänderung finden.
In Kürze sagt Stern, falls die anthropogene Erwärmung des 20. Jahrhunderts 3°C beträgt, was die zentrale Projektion des IPCC ist, würden die Kosten der klimabezogenen Schäden 0 bis 3% des Bruttoinlandproduktes [englisch: GDP] betragen (tatsächlich sagt er, „jetzt und für immer“, aber das ist keine ökonomische Analyse: es ist politische Angeberei! Margaret Thatcher würde sagen: „Don’t be silly, dear!”).
Also wäre der von Stern geschätzte Verlust an Wohlstand auf Grundlage der anthropogenen 3°C im Mittel von 0 bis 3%, d. h. 1,5% des GDP im 21. Jahrhundert. Auch dies sollte über das 10 Jahre lange bestehen dieses Schemas mit 5% diskontiert werden, was während dieser Periode 1,27% des GDP ausmachen würde.
Nun ist es allerdings so, dass ich angesichts der Fehler, der Übertreibungen und des Scheiterns der IPCC-Dokumente nicht einen Moment lang glaube, dass wir irgendetwas ähnlich der 3°C-Erwärmung bis zum Jahr 2100 sehen werden. Selbst das IPCC erwartet lediglich die Hälfte davon, oder 1,5°C, die es bis 2100 als Folge des von uns in diesem Jahrhundert emittierten CO2 geben soll. Es sind also lediglich diese 1,5°C, die man mit Maßnahmen zur CO2-Verringerung wahrnehmbar beeinflussen könnte.
Diese 1,5°C sind das Maximum der Erwärmung im 21. Jahrhundert, die wir verhindern könnten, selbst wenn wir im Jahr 2000 sämtliche CO2-Quellen geschlossen hätten. Die restlichen 1,5°C – etwa die Hälfte davon durch Gase ohne CO2 und die Hälfte der bereits aufgrund unserer Emissionen in der Vergangenheit eingetretenen Erwärmung – wird sich auf jeden Fall ereignen, egal welche Maßnahmen wie jene in Kalifornien man ergreift.
Auf dieser Grundlage sollte man die Vorteile aus den von Stern geschätzten 1,27% des eingesparten GDP halbieren. Aber wir wollen – wieder wohlwollend – einmal davon ausgehen, der Vorteil wäre bei Verhinderung der gesamten durch CO2 getriebenen Erwärmung im 21. Jahrhundert wirklich 1,27% des GDP.
Sollte das Modell die Möglichkeit berücksichtigen, dass der Zertifikatehandel in Kalifornien Gelegenheiten für zunehmende Arbeitsplätze schafft? Ich denke nicht. Wie es bei Friedland Multiple heißt: jeder Arbeitsplatz, der durch Subventionen geschaffen wird, zerstört zwei andere Arbeitsplätze unter den Steuern zahlenden Klassen; und einem kürzlichen schottischen Bericht zufolge zerstört jeder mit Mitteln des Steuerzahlers geschaffene „grüne Arbeitsplatz“ fünf andere Arbeitsplätze anderswo.
Warum hat Intel verkündet, es werde niemals wieder eine Fabrik in Kalifornien bauen? Warum wurde die Ölförderung aus Monterey Shale seit 1990 um mehr als ein Drittel gekürzt, obwohl die nachgewiesenen Reserven zugenommen haben? Warum hat es ein nahezu totales Moratorium bei Öl- und Gasbohrungen vor der kalifornischen Küste seit nunmehr 40 Jahren gegeben?
Warum beträgt die Arbeitslosigkeit in Kalifornien 11% – die zweithöchste Rate in den USA nach Nevada? Warum gibt es in der Bauwirtschaft eine Arbeitslosenrate von 50%, die im Gegensatz zu Vorteilen aus der Umrüstung von Gebäuden mit „grüner“ Technologie steht?
Warum weist der Staatshaushalt 2012/2013 ein Defizit von 6 Milliarden Dollar aus? Warum klafft in Kalifornien eine Finanzlücke von 200 bis 250 Milliarden Dollar in der Renten- und Pensionskasse, und wie soll man die Renten weiter zahlen können, wenn das so weiter geht?
Warum sind Sacramento Bee zufolge 50 000 hoch spezialisierte Kalifornier (ein Drittel der Gesamtzahl) in nur zwei Jahren geflüchtet? Warum haben sich 2011 doppelt so viele Firmen wie 2010 aus Kalifornien zurückgezogen? Warum sind Globalstar, Trizetto und eEye in nur einem Monat des vorigen Jahres geflüchtet? Warum sind Boeing, Toyota, Apple, Facebook, DirecTV, Hilton Hotels und Thomas Bros. Maps alle geflüchtet?
Es wäre falsch, alle diese Entscheidungen zur Flucht als direktes Ergebnis des kalifornischen Zertifikatehandels zu bezeichnen, und das habe ich auch nicht getan. Die Wahrheit ist, dass Kalifornien – lange dominiert von fest verwurzelten, hart linken Gewerkschaften und einer offen marxistischen Gesetzgebung – schon jetzt der bei Weitem am wenigsten industriefreundliche US-Bundesstaat ist. Der Zertifikatehandel wird die Lage noch erheblich verschlimmern. Die Wagen rollen schon in Richtung Osten: schon bald werden sie zu einer Sturzflut werden.
Wie ich in Sacramento den Gesetzgebern als Erstes erklärt  habe, ist das erklärte Ziel ihres Zertifikatehandels, den CO2-Ausstoß in Kalifornien in dem Jahrzehnt seiner Gültigkeit um 25% zu vermindern. Aber die kalifornischen Emissionen betragen nur 8% der Gesamtemissionen in den USA, die wiederum 17% der Weltemissionen ausmachen.
Selbst wenn also der Zertifikatehandel so erfolgreich wäre, wie es seine Schöpfer gerne hätten, würden nur etwa 0,34% der globalen Emissionen – ein Drittel eines Prozentes – eingespart. In diesem Vergleich ist nichts, was auch nur ansatzweise kontrovers wäre, außer dass offenbar noch niemand vorher darauf hingewiesen hatte. Die Minen der Gesetzgeber waren versteinert, als ich ihnen das klarmachte.
Weil nur ein so kleiner Teil der globalen Emissionen durch das System eingespart werden würde, zeigen schon einfache, auf den zentralen Vermutungen des IPCC basierende Rechnungen, wie viel Erwärmung es in diesem Jahrhundert geben wird (was ich der Einfachheit halber jetzt mal als korrekt ansehe). Als Ergebnis der gesamten und erfolgreichen Operation des Schemas wird der CO2-Anteil bis zum Ende dieser Dekade von 410 ppmv auf – em – 409,93 ppmv fallen.
Die Verringerung des anthropogenen Strahlungsantriebs würde folglich weniger als 0,001 Watt pro Quadratmeter betragen, und die damit verminderte Erwärmung – warten Sie, warten Sie – atemberaubende 0,001°F (höchstens). Jawohl, weniger als ein Tausendstel Fahrenheit globaler Erwärmung würde verhindert – zu einem Preis in Höhe von 410 Milliarden Dollar selbst nach Anbringung eines Diskontsatzes.
Ist das ein Handel für die jetzt schon überbesteuerten, überregulierten Einwohner von Kalifornien? Wir berichten – Sie entscheiden!
Es ist wichtig zu verstehen, warum Maßnahmen, den CO2-Ausstoß abzuschwächen, immer unbezahlbar sein werden. Erstens, wie das kalifornische Beispiel zeigt, verändern lokale Abschwächungsmaßnahmen die globale CO2-Konzentration nicht messbar. Daher ist der anthropogene Strahlungsantrieb kaum verändert.
Also wird der Versuch Kaliforniens, die globale Erwärmung anzuhalten, nur eine so geringe Abkühlung zeitigen – im aktuellen Beispiel von weniger als einem Tausendstel Grad Fahrenheit – dass kein modernes Instrument oder Methode das feststellen kann. Selbst wenn das kalifornische Schema zu einem Schnitt von 25% der Emissionen im Staat führen würde (was es nicht wird), hätte der Staat keine Möglichkeit zu messen, dass er hinsichtlich des Bewirkens einer globalen Abkühlung erfolgreich war.
Nun könnten Sie einwenden, wie es einige Kommentatoren zu meinem Vortrag vor den kalifornischen Gesetzgebern getan haben, dass natürlich Kalifornien mit einem Alleingang kaum etwas bewirken würde. Jeder muss also Kalifornien folgen und so viele Wirtschaftszweige wie möglich schließen. Lassen Sie uns diese unattraktive Option einmal bewerten.
Ein wenig grundlegende Mathematik wird zeigen, dass die Kosten zur Verminderung der globalen Erwärmung um 1 Grad Fahrenheit durch weltweite Maßnahmen genauso spektakulär kostenineffektiv sind wie in Kalifornien, nahe 640 Trillionen Dollar – ziemlich viel mehr als eine ursprüngliche Schätzung von 454 Trillionen Dollar, weil ich so großzügig mit den Werten der Klimasensitivitätsparameter im Zeitraum von Jahrhunderten gewesen bin.
Sein Wert sollte 0,4 Kelvin pro Watt pro Quadratmeter nicht übersteigen, während ich großzügig den Parameter von 0,5 Kelvin pro Watt pro Quadratmeter übernommen hatte, wie er implizit im IPCC-Bericht 2007, Seite 13, Tabelle SPM.3. steht.
Alles zusammengefasst würden die Kosten für die Verminderung der Erwärmung um ein Drittel Grad Fahrenheit, was das IPCC als Erwärmung in dem Jahrzehnt der Laufzeit dieses Schemas annimmt, und falls jemand so lächerlich kostenineffektive Maßnahmen übernehmen würde, etwa 25 000 Dollar pro Kopf der Weltbevölkerung betragen, oder ein Drittel des globalen GDP während eines Jahrzehnts. Das wären 26 mal die Kosten, die entstehen könnten, wenn wir gar nichts zur Verhinderung der Erwärmung tun würden.
Ich habe absichtlich sehr vorsichtige Annahmen in meiner Präsentation vor der Versammlung in Sacramento gemacht, und ich habe den Legislatoren gesagt, dass Aktionen nur 11 mal so viel Kosten würden wie keine Aktionen. Aus mehreren Gründen erwarte ich, dass die Kostenineffektivität des kalifornischen Schemas (das in keiner Weise untypisch für solche Maßnahmen ist) deutlich schlimmer ausfallen wird als aus irgendwelchen meiner oben präsentierten Folien hervorgeht.
Zunächst ist es überhaupt nicht wahrscheinlich, dass das Schema hinsichtlich einer Abschwächung der kalifornischen Emissionen um 25% erfolgreich sein wird. Die Schemata der EU und von Neuseeland haben die Emissionen nicht um einen Deut verringert, und das Schema der EU bricht – zum vierten Mal hintereinander – zusammen, da die Kosten für das Recht, eine Tonne CO2 zu emittieren, unter 8 Dollar gefallen sind. Vor einigen Tagen gab es wieder einen deutlichen Rückgang, und – wenn es so weitergeht wie bisher – könnte es enden wie der inzwischen gescheiterte Kohlenstoffhandel in Chikago, wo der Preis unter 10 Cent pro Einheit gefallen war.
Nun haben natürlich die Diktatoren der EU [!] die Macht, den Umfang der Zertifikate künstlich zu verknappen, um die Preise in die Höhe zu treiben. Das ist der Grund, warum der Zertifikatehandel kein – ich wiederhole: kein – Instrument des Marktes ist. Es ist der Wunschtraum jedes Tyrannen und der Alptraum aller Geschäftsleute. Deswegen verlassen immer mehr emissionsintensive Branchen Europa und werden demnächst die Flut der schon jetzt aus Kalifornien flüchtenden Industrien verstärken.
Aus diesen und vielen anderen Gründen tendiert mein Modell dazu, die Abschwächung der Erwärmung zu übertreiben, die irgendwelche CO2-Reduktionen hervorrufen könnten, und auch dazu, die Kostenineffektivität zu untertreiben. Zum Beispiel geht das IPCC von einer Verweildauer des CO2 in der Atmosphäre von 50 bis 200 Jahren aus: Falls das so sein sollte, wird es kaum irgendeine Abschwächung im 21. Jahrhundert geben.
Auch legen meine Zahlen nahe, dass jede politisch getriebene Maßnahme zur Reduktion der CO2-Konztentration sofort stattfindet, obwohl sie wahrscheinlich schrittweise zwischen dem Start- und dem Endjahr erfolgt. Dies würde die Abschwächung jenes Jahres halbieren und die Kostenineffektivität verdoppeln. Wenn die zentralen Projektionen des IPCC (auf denen meine Berechnungen basieren) die Erwärmung weiterhin so übertreiben, die sich aus einer vorausgesetzten Zunahme der CO2-Konzentration in der Atmosphäre ergibt, könnte die Kosteneffektivität noch geringer sein als gezeigt.
Bisher gab es seit dem Jahr 2001 überhaupt keine Erwärmung mehr. Tatsächlich gab es neuesten Daten des Hadley Centers und der CRU an der UEA zufolge seit vollen 15 Jahren keine statistisch signifikante Erwärmung mehr.
Natürlich sind solche Perioden stagnierender Temperatur ziemlich oft in den Aufzeichnungen zu finden. Sie bedeuten nicht, dass es keine weitere Erwärmung in Zukunft geben wird. Aber sie drücken die Rate der Erwärmung, welche nicht einmal in der Nähe der ungerechtfertigten zentralen alarmistischen Schätzungen des IPCC liegt.
Die CO2-Emissionen steigen derzeit nach dem A2-Szenario des IPCC, die Zunahme der CO2-Konzentration war ein Jahrzehnt lang nahezu linear. Sie könnte bis zum Jahr 2100 deutlich unter der Hauptschätzung des IPCC von 700 ppmv liegen.
Der von mir verwendete Klimasensitivitätsparameter gilt im Zeitmaßstab eines Jahrhunderts: daher ist ein kleinerer Koeffizient für den von den Studien betrachteten Zeitraum angemessen (der Tatsache geschuldet, dass längerzeitliche Temperaturrückkopplungen sich noch nicht ausgewirkt haben). Konsequenterweise würde eine geringere Abschwächung der Erwärmung die Kosteneffektivität weiter reduzieren.
Und schließlich ignorieren meine Berechnungen alle verpassten Gelegenheiten, von Ressourcen zur Abschwächung der globalen Erwärmung abzulenken. Allerdings können es sich die schon jetzt der industriefeindlichen Volksrepublik Kalifornien entfliehenden Industrien nicht leisten, solche vitalen Überlegungen zu ignorieren. Dies ist der Grund, warum jedes Individuum und jede Firma, die bereit sind zu gehen, bereits gegangen sind.
Die hier gezeigten Graphiken sind absichtlich sehr vereinfacht, aber es ist nichtsdestotrotz eine sehr erhellende Methode, die zentralen klimatologischen Projektionen des IPCC mit den Standards ökonomischer Techniken zu kombinieren, um nicht spezialisierten politischen Entscheidungsträgern leicht zu ermöglichen, eine halbwegs verlässliche Abschätzung der Kosten und Vorteile von Maßnahmen vorzunehmen, die die CO2-Emissionen vermindern.
Meine Methode ist in zweierlei Hinsicht einmalig. Erstens hat vorher noch niemand die Klimatologie des IPCC mit ökonomischen Methoden so direkt kombiniert. Zweitens erlaubt es diese Methode zum ersten Mal, selbst lokale politische Maßnahmen zu evaluieren und mit konkurrierenden Maßnahmen anderswo zu vergleichen.
Falls jemand eine Kopie dieser Studie haben möchte, in der die Methode erklärt und die Gleichungen begründet werden, kontaktieren Sie mich bitte (monckton@mail.com) Ich übermittle sie Ihnen sehr gerne und begrüße Ihre Kommentare. Ich kann sie noch nicht posten, weil ich nach der Präsentation dieser Gedanken auf der Dritten Santa Fe-Klimakonferenz im vorigen November aufgefordert worden bin, die Studie einem Fachjournal zur Veröffentlichung zu übermitteln, und die endgültige Fassung geht gerade an die Begutachter.
Einer meiner noblen Freunde hat mir erzählt, dass er die Analyse dem obersten wirtschaftlichen Berater des Finanzministeriums in UK übermittelt habe. Jedoch kann man dort nicht allzu viel tun, weil die britische Umweltpolitik jetzt von den nicht gewählten Kommissaren in Brüssel festgelegt wird. Seine Botschaft an die Mandarine: „Wie man in Londoner Versicherungskreisen sagt: Wenn der Versicherungsbeitrag die Kosten des Risikos übersteigt, versichern Sie sich nicht!“
Angesichts der ausufernden Kosten für die Abschwächung (man betrachte nur all diese Wagen, die die außerordentlich nutzlose Überregulierung und Über-Besteuerung in Kalifornien verlassen) erhebt sich die Frage, ob man überhaupt versuchen soll, die CO2-Emissionen abzuschwächen.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist das Fazit brutal einfach und vollkommen klar. Maßnahmen zur CO2-Abschwächung, die preiswert genug sind, um bezahlbar zu sein, entpuppen sich als ineffektiv, und Maßnahmen, die effektiv sind, sind unbezahlbar.
Christopher Monckton; Viscount of Brenchley
Link: http://wattsupwiththat.com/2012/04/04/why-mitigating-co2-emissions-is-cost-ineffective/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Letzter Beweis, dass wir NICHT Ursache der globalen Erwärmung sind?

Foto rechts: Kalte Tatsachen: Im Gegensatz zu dem, was Klimawissenschaftler glauben, hat sich Antarktika tatsächlich schon im Mittelelter erwärmt.
Aktuelle Theorien zu Gründen und Auswirkungen der globalen Erwärmung sind durch eine neue Studie in Frage gestellt worden, welche zeigt, dass sich im Mittelalter der gesamte Planet erwärmt hat.
Danach kühlte es sich auf natürliche Weise ab, so dass es sogar zu einer ‘kleinen Eiszeit’ gekommen war.
Ein Team von Wissenschaftlern unter Leitung des Geochemikers Zunli Lu an der Syracuse University im US-Bundesstaat New York hat herausgefunden, dass die „Mittelalterliche Warmzeit“ vor 500 bis 1000 Jahren im Gegensatz zu dem ‚Konsens’ nicht nur auf Europa beschränkt war.
Tatsächlich war sie ausgedehnt selbst bis nach Antarktika – was bedeutet, dass es auf der Erde bereits globale Erwärmungen ohne Mithilfe von anthropogenem CO2 gegeben hat.
Gegenwärtig argumentiert das IPCC, dass die Mittelalterliche Warmzeit auf Europa beschränkt war – deswegen sei die gegenwärtige Erwärmung ein vom Menschen verursachtes Phänomen.
Allerdings hat Professor Lu gezeigt, dass dies nicht stimmt – und der Beweis liegt in einem seltenen Mineral mit dem Namen Ikaite, welches sich in kalten Gewässern bildet. [Ikaite = bei tiefen Temperaturen kann Kalziumkarbonat zu Ikaite kristallisieren. Formelzeichen: CaCO3·6H2O. Wer mehr wissen will: googeln! A. d. Übers.]
Professor Lu: „Ikaite ist eine eisige Version von Kalkstein. Die Kristalle sind nur unter kalten Bedingungen stabil und schmelzen bei Zimmertemperatur“.
Es stellte sich heraus, dass das Wasser, das die Kristallstruktur zusammenhält – Hydratwasser genannt – Informationen über die herrschenden Temperaturen speichert, die bei der Bildung der Kristalle geherrscht haben.
Dieses Ergebnis des Forschungsteams um Prof. Lu etabliert Ikaite zum ersten Mal als einen zuverlässigen Weg, vergangene Klimabedingungen zu untersuchen.
Beweise für die Erwärmung der Erde vor über 1000 Jahren fanden sich in einem seltenen Mineral namens Ikaite.
Die Wissenschaftler untersuchten Ikaitekristalle aus Sedimenten, die vor der Küste Antarktikas erbohrt worden sind. Die dortigen Sedimentschichten sind vor über 2000 Jahren abgelagert worden.
Sie waren besonders an den Kristallen interessiert, die in Schichten gefunden worden sind, die sich während der ‚kleinen Eiszeit’ abgelagert hatten, also vor etwa 300 bis 500 Jahren, sowie zuvor während der mittelalterlichen Warmzeit.
Beide Klimaereignisse sind für Nordeuropa dokumentiert, aber Schlussfolgerungen, ob sich diese Bedingungen in Nordeuropa auch bis nach Antarktika einstellten, waren damit bisher nicht möglich.
Lus Team fand, dass dies tatsächlich der Fall war.
Sie konnten dies aus der Menge schwerer Sauerstoffisotope ableiten, die sich in den Kristallen gefunden hatten.
Während kalter Perioden gab es viele, während warmer Perioden gar keine.
„Wir haben gezeigt, dass Klimaereignisse in Nordeuropa die Klimabedingungen in Antarktika beeinflusst haben”, sagt Lu. „Noch wichtiger: Wir sind extrem glücklich, dass es uns gelungen ist, dieses Klimasignal aus diesem speziellen Mineral zu erhalten. Ein neues Proxy ist für das Studium vergangener Klimaänderungen immer willkommen“.
Diese Forschungsergebnisse wurden vor Kurzem online im Journal Earth And Planetary Science Letters veröffentlicht und werden in gedruckter Form am 1. April erscheinen.
Ted Thornhill
Read more: http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-2120512/Global-warming-Earth-heated-medieval-times-human-CO2-emissions.html#ixzz1qR8cu8ch
Link: http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-2120512/Global-warming-Earth-heated-medieval-times-human-CO2-emissions.html
Übersetzt von Chris Frey EIKE




KK-Strom Aktion beendet: Auswertung per 25.3.12

Erwartungsgemäss hoffen viele der Interessenten, dass KK-Strom etwas billiger angeboten werden kann.  Es sind von der Anzahl her 43 %  (max 15 % billiger lautete die Vorgabe). Immerhin 51 % würden diesen Strom auch beziehen wollen, wenn er gleich teuer wäre, und immer noch 6 % würden auch dann auf KK-Strom Wert legen, wenn er teurer (max 15 % lautete die Vorgabe).
Abbildung 1: Verteilung der Interessesentenauf die Bezugskategorien billiger , gleich teuer, teurer.
Der Verbrauch teilt sich ähnlich auf. Von den rd 4000 MWh entfallen 43 % auf diejenigen, die es gerne billiger hätten, 50 % auf die, die auch dann kaufen würden, wenn er gleich teuer wäre und immerhin 7 % der Menge würde von Interessenten auch dann bezogen werden wenn er teurer sein würde.
Von den deutschen Versorgern wurden bisher RWE, EON und Vattenfall angefragt, ob sie ggf. "reinen" KK-Strom liefern würden. EON und Vattenfall lehnten dies ab.  RWE ist noch am Überlegen. Zwei der Interessenten hatten Ihre aktive Mithilfe angeboten den Bezug unternehmerisch organisieren zu helfen, insbesondere aus Tschechien. Leider verloren sie aber zwischendurch die Lust.

Wie geht es weiter?

EIKE prüft jetzt von wem und ob ein solcher Bezug möglich ist. Sollte diese Prüfung positiv ausgehen, dann werden wir eine Strom-Handelsgesellschaft gründen (Details dazu stehen noch aus) und unseren Lesern den Strom-Bezug ggf. ist auch eine Beteiligun denkbar.
Zu gegebener Zeit werden wir über den Status berichten. 
Danke an alle die sich als Interessenten gemeldet habe, Es gibt eben auch noch besonnene Leute in Deutschland
Michael Limburg EIKE




Nature -Studie befördert CO2 mit Statistiktricks vom Trittbrettfahrer zum Steuermann. Wie dem CO2 das Ende der Eiszeit angedichtet wird!


Genau das hat man auch gemacht. Vor mehr als 10 Jahren veröffentlichte ein schweizerisch-französisches Forscherteam in der Zeitschrift Science eine Untersuchung eines Antarktis-Kerns. Mit dabei war übrigens auch der heutige Vorsitzende der Arbeitsgruppe “Wissenschaftliche Grundlagen” des Weltklimarats IPCC, Thomas Stocker. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass das CO2 der Temperaturentwicklung um ca. 800 Jahre hinterherhinkt. Berücksichtigt man diesen wichtigen zeitlichen Zusammenhang, so wird klar, dass die CO2-Entwicklung während dieser Zeit wohl eher eine Reaktion auf die Temperatur darstellt und keineswegs die Ursache der Klimaänderungen sein kann. Aus den Eiskerndaten eine bedeutende Klimapotenz des CO2 abzuleiten ist daher abwegig. Einen plausiblen Mechanismus für die beobachtete Entwicklung gibt es übrigens auch: In warmem Wasser kann sich nämlich weniger CO2 lösen. Da sprudelt das freiwerdende Kohlendioxid zu Beginn der Warmzeit einfach aus dem Meer heraus und sammelt sich in der Atmosphäre. Wenn es dann zu Beginn einer neuen Eiszeit kälter wird, kann sich dieser CO2-Überschuss im nun aufnahmebereiten Meerwasser wieder lösen und die CO2-Konzentration der Atmosphäre sinkt. 
Die verzögerte CO2-Entwicklung versuchten einige bekannte Akteure der Klimadiskussion in der Vergangenheit gerne zu verschleiern, darunter auch Al Gore in seinem Oscar-prämierten Film „Eine unbequeme Wahrheit“. Der Fehlschluss ist Mitgrund dafür, dass der Film laut Gerichtsbeschluss an britischen Schulen nicht mehr unkommentiert gezeigt werden darf. Auch Hartmut Graßl wandte den Trick in seinem Buch „Klimawandel – Was stimmt? Die wichtigsten Antworten“ nur allzu gerne an. 
 
Abbildung 1: Die Temperaturkurve hat gegenüber dem CO2 einen Vorlauf von durchschnittlich 800 Jahren, ist also hier Auslöser und nicht Folge der CO2-Veränderungen. Abbildung ergänzt nach Monnin et al. 2001.
Dem Weltklimarat passte die unbequeme zeitliche Abfolge der Ereignisse natürlich so gar nicht ins Konzept. Vielfach wurde argumentiert, dass die Temperatur zwar den Startschuss zur CO2-Erhöhung gegeben hat, danach aber das CO2 als Haupt-Wärmetreiber übernommen hätte. Dies lässt sich jedoch leicht widerlegen, da die Verzögerung von 800 Jahren hartnäckig über den gesamten Verlauf der Eiskernkurven aufrechterhalten blieb. Wenn CO2 auf dem Chefsessel gewesen wäre, hätte das CO2 die Temperatur an irgendeiner Stelle doch überholen oder zumindest gleichziehen müssen, was jedoch nicht passiert ist. 
Gerade entsteht der neue IPCC- Bericht und es wäre doch schön, wenn man dieses lästige Problem noch schnell irgendwie loswerden könnte. Da kam dem Weltklimarat eine neue Publikation in nature gerade recht, die den zeitlichen Verzug des CO2 in einen zeitlichen Vorsprung umwandeln wollte. Erstautor der Studie ist der frisch promovierte Jeremy Shakun. Interessant ist jedoch, dass sein Co-Autor und Doktorvater Peter Clark koordinierender Leitautor im neuen IPCC-Bericht ist. Und auch die Co-Autorin Bette Otto-Bliesner ist Leitautorin im neuen Werk des Weltklimarats. Aufgabe des IPCC ist eine neutrale Sichtung und Bewertung der wissenschaftlichen Literatur. Wie kann diese Neutralität gewährleistet sein, wenn letztendlich IPCC-Mitglieder über ihre eigenen Arbeiten gutachten? 
Worum geht es nun in der neuen Publikation eigentlich? Das Forscherteam um Jeremy Shakun wusste natürlich, dass das CO2 der Temperatur im antarktischen Eiskern um 800 Jahre der Temperatur hinterherhinkt. Dies wäre jedoch nicht weiter schlimm, sagen sie, denn es handelte sich hier lediglich um eine lokale antarktische Temperaturentwicklung. Daher stellten die Forscher Temperaturkurven aus zahlreichen anderen Teilen der Erde zusammen, leiteten daraus einen Mittelwert ab – und voilà – plötzlich hinkte die global gemittelte Temperatur der CO2-Entwicklung hinterher. Die Temperatur der Antarktis hatte einfach zu früh „gezuckt“ und wäre nicht repräsentativ. Irgendwie muss die Antarktis schon geahnt haben, dass 800 Jahre später das CO2 ansteigen wird und hat sich in vorauseilendem Gehorsam bereits erwärmt. In Wirklichkeit ist die Erwärmung der Südhalbkugel (Antarktis) und der Nordhalbkugel (Grönland) sehr oft durch einen zeitlichen Verzug gekennzeichnet (siehe z.B.Steig & Alley 2002). Für den Untersuchungszeitraum gegen Ende der letzten Eiszeit hat sich zunächst die Südhalbkugel (Antarktis) erwärmt. Daauf der Südhalbkugel der größte Teil der Ozeane beheimatet ist, entgaste hier während dieser Phase sehr viel CO2. Die Erwärmung der Nordhalbkugel erfolgte durch den typischen Zeitverzug später, hat jedoch im Kern nichts mit der passiven CO2-Entgasung zuvor zu tun. Shakun und Kollegen begehen nun den Fehler und interpretieren einen ursächlichen Zusammenhang zwischen CO2-Anstieg und Erwärmung der Nordhemisphäre.  Aufgrund der neuen, fehlinterpretierten zeitlichen Abfolge lasten sie die globale Erwärmung gegen Ende der letzten Eiszeit zu einem großen Teil dem CO2 an. In Zahlen ausgedrückt: Die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre schnellte damals um 40 Prozent in die Höhe, was laut der Shakun-Gruppe zu einer Erwärmung von rund 3,5 Grad Celsius geführt hätte. Große Zufriedenheit beim IPCC über diese außerordentlich hohe Klimawirkung des CO2. Aber auch einige interessierte Medienvertreter atmeten wohl tief durch, da ihnen die liebgewonnene Klimakatastrophe auf diese Weise noch weiter erhalten bleibt. Sogleich wurde die freudige Nachricht ungefiltert und ungeprüft der Welt verkündet (Spiegel Onlineweb.deStern).  
Faktencheck
Es wäre alles schön und gut, wenn nicht mal jemand nachgeschaut hätte, was die Shakun-Truppe in ihrer Studie eigentlich genau gemacht hat. Das Ergebnis ist erschreckend. 
Willis Eschenbach hat sich die Mühe gemacht, die im Nature-Paper verwendeten Temperaturkurven der verschiedensten Regionen der Erde separat aufzutragen. Die Kurven hat er feinsäuberlich in seiner Analyse auf WUWT abgebildet. Die Überraschung: Er fand riesige regionale Unterschiede. Der Erwärmungsbeginn unterscheidet sich um bis zu 10.000 Jahre. Wie man aus dieser riesigen Datenstreuung ein globales Hinterherhinken der Temperatur gegenüber dem CO2 ableiten soll, wie im Titel der Shakun-Arbeit behauptet wird („Global warming preceded by increasing carbon dioxide concentrations during the last deglaciation“), ist ein echtes Rätsel (siehe Abbildung 2).
 
Abbildung 2: Gesamtdarstellung der von Shakun et al. (2012) verwendeten Temperaturdaten (in grün). CO2-Kurve aus der Antarktis als schwarze Kreise. Ein konsistenter Vorlauf des CO2 gegenüber der globalen Temperaturentwicklung ist nicht zu erkennen. Die Streuung ist einfach zu groß. Zusatzfrage: Wie würde eigentlich die CO2-Kurve nach 5000 v. Chr. weitergehen? Die Eiskerne reichen doch bis zur Heutezeit!? (die Auflösung gibt es in Abbildung 4) Abbildungsquelle: Willis Eschenbach auf WUWT.
In der Nature-Arbeit selbst werden lediglich schön geglättete Kurven gezeigt, die jedoch wenig mit der Realität zu tun haben (Abbildung 3). Warum haben sich die Gutachter der Zeitschrift Nature bei diesem sensitiven Thema nicht die Zeit genommen, die Datenbearbeitung zu überprüfen? Die Autoren hatten die Daten mit dem Manuskript lobenswerterweise zur Verfügung gestellt. Wie konnte die eklatante Fehlinterpretation durch das Nature-Gutachtersystem flutschen? Wer waren überhaupt die anonym-gebliebenen Gutachter? Möglicherweise IPCC-Kollegen? Wäre diese Information nicht vielleicht wichtig im Sinne der Transparenz?
 
Abbildung 3: Das haben Jeremy Shakun und seine Kollegen aus der stark streuenden Punktwolke gemacht (rot: Temperatur Antarktis; gelbe Punkte: CO2-Messwerte Antarktis-Eiskern; blau: angebliche globale Temperatur) . Offensichtlich wurde „mit geeigneten statistischen Verfahren“ den Daten ein fragwürdiges Signal entlockt, das der kritischen Überprüfung jedoch nicht standhält (siehe Darstellung der realen Datenbasis in Abbildung 2). Abbildung aus Shakun et al. 2012
Eschenbach hat zwischenzeitlich noch einmal nachgebohrt und eine weitere interessante Beobachtung gemacht (siehe sein WUWT-Artikel „Shakun Redux: Master tricksed us! I told you he was tricksy!“). Die Kurven in der Shakun-Arbeit beschränken sich auf die Zeit bis 7000 Jahre vor heute, das entspricht 5000 vor Christus. Dies gilt auch für die antarktischen CO2-Daten der Wissenschaftlergruppe. Die mitgelieferten Temperaturdaten gehen jedoch weiter bis in die Heutezeit. Eschenbach hat nun die CO2-Datenlücke mit anderen Eiskerndaten geschlossen und machte eine interessante Beobachtung. Während die Shakun-Temperaturwolke in den letzten 700 Jahren leicht nach unten abknickt, die Temperaturen also offenbar im Durchschnitt abgesunken sind, stieg das CO2 weiter an (siehe Abbildung 4). Wie passt eigentlich mit der postulierten starken Klimawirkung des CO2 zusammen? Offensichtlich gar nicht. Man muss davon ausgehen, dass der Shakun-Truppe diese Entwicklung ebenfalls nicht entgangen sein kann. Wie redlich ist es eigentlich, diese wichtige Beobachtung und ihre Konsequenzen in der Publikation nicht anzusprechen? 
 
Abbildung 4: Willis Eschenbach hat die Lücke in der CO2-Kurve nach 5000 v. Chr. mit Daten aus anderen Untersuchungen gefüllt. Wie seltsam: Das CO2 steigt weiter an, obwohl die Temperatur leicht absinkt. Wie kann dies sein? Das passte wohl Shakun et al. 2012 nicht ins Konzept, wurde daher weggeschnitten. Abbildungsquelle: Willis Eschenbach auf WUWT.
Es stellen sich weitere fachliche Fragen, die Don Easterbrook in einem kürzlichen Artikel auf WUWT zusammengestellt hat. 
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich um einen erneuten, verzweifelten Versuch handelt, das geliebte CO2-Katastrophenmodell doch noch zu retten. Bereits im Fall der legendären Hockey Stick Kurve wurde mit statistischen Tricks die Wirklichkeit ad absurdum geführt. Nachdem dies gescheitert ist, versuchen IPCC-nahe Forscher derzeit die Kleine Eiszeit fast ausschließlich mit Vulkanausbrüchen zu erklären. Die Shakun-Arbeit setzt diese Reihe fort. Es zeigt zudem noch einmal deutlich, dass Richter (lies: IPCC-Berichtautoren) nicht über ihre eigenen Taten (lies: wissenschaftliche Arbeiten) richten sollten. Was im Rechtswesen selbstverständlich ist, wird in den politisch sensitiven Klimawissenschaften nicht einmal hinterfragt. Verwundert kratzt man sich am Kopf und staunt. 
Und es gibt eine weitere interessante Parallel zur Hockey Stick Saga. Michael Mann erhielt damals seinen Doktortitel für seine Hockey-Stick-Forschung, wurde danach rasend schnell zum Professor und ins IPCC-Management befördert. Auch Jeremey Shaku führte die jetzt in Nature publizierte Arbeit als Teil seiner Doktorarbeit durch, die er 2010 einreichte (siehe S. 64 in der Doktorarbeit bzw. S. 80 des pdf). Ursprünglich war die Arbeit wohl zur Publikation in Science gedacht. Wurde sie dort eingereicht, möglicherweise abgelehnt und hatte dann bei nature mehr Glück? Und was wird jetzt aus Jeremey Shakun? Wird er eine ähnlich steile Karriere hinlegen wie Mann?
Dr. Sebastian Lüning
zuerst erschienen auf "Die kalte Sonne" 

Statistik-Trick befördert CO2 vom Beifahrer zum Chauffeur: Fragwürdiger neuer Shakun-Artikel in Nature

 Weiterführende links

Shakun The Last, I Hope 

Die Diskussionen zu dieser Arbeit werden weitergehen. Wir werden die Entwicklung aufmerksam verfolgen und diesen Artikel entsprechend aktualisieren.