Geht der Elektroauto-Revolution die Puste aus?

Update 29.9.12  Neuer Öko-Boom: schon 4541 Elektroautos!

Wie man mit einem Verkauf in einer Größenordnung von 39 995 Dollar Geld verlieren kann

Warum sind bessere Verkaufszahlen für den Volt ein zweifelhafter Segen? Es stellt sich heraus, dass diese Verkäufe teuer sind: Reuters berichtete vor Kurzem, dass GM mit jedem verkauften Volt einen Verlust macht – trotz des kleinen Grundpreises von 39 995 Dollar für das kleine Hybridfahrzeug mit Stecker.

Während  GM mit der Mathematik von Reuters nicht übereinstimmt, ist dennoch klar, dass das innovative Auto keine Gelddruckmaschine für General Motors ist. Mit nur einigen Tausend Verkäufen im besten Monat wird es viele Jahre dauern, bis das Auto die Entwicklungskosten wieder eingebracht hat, die auf etwa 1 Milliarde geschätzt werden.

Nun ist das nicht unbedingt etwas Schlechtes, zumindest aus Sicht von GM. Wie andere Autobauer auch schaut GM voraus auf die nächste Dekade, wenn die treibstoff-wirtschaftlichen Regeln viel strikter sein werden. Aus der Perspektive von GM repräsentiert der Volt eine frühe Investition in die Art von Technolgie, die GM – und andere Autobauer rund um die Welt – brauchen wird, diese Technologie zu perfektionieren, bevor die Regeln in Kraft treten.

An diesem Argument ist etwas dran. Aber das hält die Kritiker von GM nicht davon ab, sich darüber zu beklagen, dass sich die [Entwicklung der] Technologie der Elektroautos zu einer teuren Zeitverschwendung entwickelt.

Werden Elektroautos jemals die Kurve kriegen?

Ein Editorial in der Washington Post nahm sich diese Woche den Volt zur Brust, und zwar als Teil einer größeren Argumentationskette gegen die Subventionen der US-Regierung für die Technologie von Elektroautos. Das Department of Energy sagte 2011, dass bis zum Jahr 2015 1 Million Elektroautos in den USA unterwegs sein könnten, aber wie die Post selbst sagt, erscheint das im Moment reichlich unwahrscheinlich.

Die Folgerung des Department of Energy basierte auf einer Studie, in der einige Hypothesen aufgestellt worden sind, die heute ziemlich dumm daherkommen. Es erwartete, dass Nissan 25 000 Autos des Typs Leaf in diesem Jahr verkaufen würde. Aber bis einschließlich August 2012 waren es weniger als 5000. Es hat auch vorhergesagt, dass GM 120 000 Volts in diesem Jahr verkaufen wird. Die Realität: weniger als 14 000 Volts wurden 2012 bis einschließlich August in den USA verkauft.

Beide diese Autos, ebenso wie ein großer Teil des sich immer noch entwickelnden Geschäftsfeldes der Elektroautos in den USA hängen fast vollständig von der Hilfe der Regierung ab. Der massive Notverkauf von GM ist kein Geheimnis, aber einige der anderen Hilfsprogramme des Department of Energy sind weniger bekannt: Neben anderen Zuwendungen und Anleihen erhielt Nissan 1,5 Milliarden Dollar an billigen Krediten, um die Produktionsstätte des Leaf in Tennessee zu renovieren, und Tesla erhielt Kredite in Höhe von 465 Millionen Dollar, um das Modell S zur Produktion zu verhelfen.

Und was hat der Steuerzahler von all dem? Nicht sehr viel.

‚Erfolg’ für Elektroautos ist relativ

Bislang steht Tesla für eine große Erfolgsstory im Elektroauto-Spiel – aber dieser Erfolg ist relativ. Bei Tesla stehen mehr als 10 000 Order für das Modell S in den Büchern, ein luxuriöser Sedan mit der größten Reichweite bei den Elektroautos.

Für einen Autobauer im Silicon Valley ist das eine riesige Zahl. Aber es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein hinsichtlich des gesamten Automarktes: Tesla kann 20 000 Autos im nächsten Jahr verkaufen – und das wäre immer noch ein großer Erfolg – aber das ist weniger als die Hälfte der Anzahl von Pickups der F-Serie, die Ford in jedem einzelnen Monat verkauft.

Das ist weit entfernt von der von der Regierung angenommenen Million pro Jahr, und es ist weit entfernt davon, auch nur geringste positive Auswirkungen auf die Umwelt zu haben.

Ein düsterer Trend

Und das ist das wirkliche Problem mit Elektroautos: bisher sind es nicht sehr viele Verbraucher, die sich zum Kauf anstellen. Ökobewusste Fahrer bevorzugen immer noch Hybridautos wie den populären Prius von Toyota (TM), der an jeder Tankstelle aufgetankt werden kann – und das wird sich wahrscheinlich so schnell auch nicht ändern.

Das bedeutet, dass Elektroautos untergehen könnten – egal wie viele davon das Department of Energy verkauft sehen will.

John Rosevear, The Motley Fool

Link: http://www.dailyfinance.com/2012/09/17/is-the-electric-car-revolution-running-out-of-juice/

In diesem Zusammenhang gibt es noch eine interessante Mitteilung von Toyota (A. d. Übers.):

Toyota lässt das ‚E-Auto für jedermann’ sterben

Wer hat das elektrische Auto sterben lassen? In diesem Falle war es Toyota. Die Firma hat heute bekannt gegeben, dass es sein für den Massenmarkt vorgesehenes Mini-E-Auto, den eQ, nicht ausliefern wird.

Der Grund: Es gibt keine Nachfrage dafür, jedenfalls so lange nicht, wie die Batterie-Technologie nicht ausreicht, um mit einer Ladung genauso weit zu kommen wie mit einem Tank voller Benzin.

„Die gegenwärtigen Kapazitäten elektrischer Fahrzeuge entsprechen nicht den Bedürfnissen der Gesellschaft”, sagte Reuters zufolge der Vizevorsitzende von Toyota, Takeshi Uchiyamada. „Ob es die Strecke ist, für die eine Ladung reicht, oder die Kosten, oder wie lange das Wiederaufladen dauert“.

Toyota wird sich stattdessen auf Hybridautos konzentrieren, welche nützlicherweise auf Kurzstrecken mit Batteriestrom fahren können, aber auch die Möglichkeit zur Benzinverbrennung haben, um ihre Reichweite auszudehnen. Sie gestatten es den Fahrern, von Strom zu profitieren, ohne dem Zwang der Reichweite zu erliegen.

Der Erdgasboom in den USA hat die Treibstoffpreise abstürzen lassen, was wiederum die Stromkosten gesenkt hat. Billigere Elektrizität wird den Strom-Hybriden gegenüber anderen Typen sowie über Benzin- und Dieselfahrzeuge Vorteile verschaffen.

Der japanische Autobauer sagte heute, dass er 21 Hybrid-Gas-Elektromodelle bis 2015 in der Produktion habe, davon 14 völlig neue Modelle. Die übrigen werden umgebaute Prius-Modelle sein. Er sagte, man werde für alle Fahrzeugklassen Hybridversionen anbieten.

Der eQ war für 20120 angekündigt, das Ergebnis seiner Anstrengungen war das Design der Mini-Autos vom Typ EV I aus dem Jahr 2008 und EV II 2009. Toyota sagte, dass das E-Auto 2012 in den USA in den Verkauf gehen würde. Das wird es auch, aber in Stückzahlen, die zu klein sind, um einen wirklichen Massenmarkt zu erzeugen.

Tony Smith

Link: http://www.reghardware.com/2012/09/24/toyota_kills_eq_city_ev_mass_launch/

Beide Artikel übersetzt von Chris Frey EIKE

Update: Neuer Öko-Boom: schon 4541 Elektroautos!

"Doch statt des Siegeszugs kamen dann im August diese Nachrichten: Wegen geringer Nachfrage stoppt der französische PSA-Konzern die Produktion seiner beiden Elektro-Modelle Citroen C-Zero und Peugeot iOn. Aus demselben Grund stehen seit Ende des Monats auch die Bänder des Ampera-Schwestermodells Chevrolet Volt still. Solch einen Stillstand kann sich die Elektromobilität aber nicht erlauben, zumindest wenn es nach den Plänen der Bundesregierung geht. Diese hätte gern bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen."

mit Dank an Wolfgang Röhl ACHGUT




Gletscherrückzug und Vorstoß in Montana

Neue Studie über alpine Gletscher in den USA

Eine neue Studie, veröffentlicht in Quaternary Science Reviews stellt fest, dass alpine Gletscher im Glacier National Park, Montana, während der 1930er und 1940er Jahre bis zu sechsmal rascher zurückgingen als während der vergangenen 40 Jahre.

 

Foto: Wikimedia (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Grinnell_overlook.jpg)
Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.de

Der Grinnell Gletscher im Glacier National Park (USA) in der Mitte des Hintergrunds. Der See vor dem Gletscher ist durch einen starken Rückzug des Gletschers in den vergangenen Jahrzehnten entstanden. Ein kleinerer Gletscher namens Salamander befindet sich unten rechts auf dem Bild. Einst waren beide Gletscher ein einziger. (Photo credit: Wikipedia)

Die “Multi-Proxy-Studie von Sediment-Kernen aus Seen unter modernen Gletschern trägt zur ersten detaillierten Neoglazial-Chronologie für den Glacier National Park (GNP) bei”, und sie zeigt “die höchsten rekonstruierten Rückzugsraten [für] 1930″ von etwa 125 Metern pro Jahr im Vergleich zu nahezu Null um die 1975er und etwa 20 Meter/Jahr am Ende der Aufzeichnung für das Jahr 2005. Die Autoren schreiben: “Die Ergebnisse zeigen an, dass im Holozän die alpinen Gletscher im Glacier National Park zwischen dem Beginn des Neoglazials vor 6.500 Jahren und heute mehrfach vorstießen und sich zurückzogen.” Und weiter: „Der Rückzug seit dem Maximum der Kleinen Eiszeit war der dramatischste während der letzten 1000 Jahre.”

Abstract:

A lacustrine-based Neoglacial record for Glacier National Park, Montana, USA

15 October 2012
Jeffrey S. Munroe | Thomas A. Crocker | Alena M. Giesche | Lukas E. Rahlson | Logan T. Duran | Matthew F. Bigl | Benjamin J.C. Laabs

Eine Multi-Proxy Studie von Sediment-Kernen aus Seen unter heutigen Gletschern trägt zur ersten detaillierte Neoglazial-Chronologie bei für den Glacier National Park (GNP), Montana. Die Analyse konzentriert sich auf Sediment-Eigenschaften, die sensitiv auf die Ausdehnung und die Aktivität von Eis im oberen Gletscher sind, darunter: Wasser, organisches Material, Kohlenstoff, biogenischer Siliziumgehalt, Lagerdichte, Massen-Akkumulations-Rate, Phosphor-Auftrennung, magnetische Suszeptibilität, L*a*b* Farbwerte, Verteilung der Korngrößen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass alpine Gletscher im Glacier National Park mehrfach während des Holozäns nach dem Beginn des Neoglazials vor etwa 6.500 Jahren vorstießen und sich zurückzogen.

Die beiden ältesten Phasen der Gletscherausdehnung verliefen synchron mit dem gut dokumentierten Garibaldi (vor 5.600–6.900 Jahren) und dem Tiedemann-Peyto (vor 1.900–3.700 Jahren) in West-Kanada. Jüngere Phasen korrespondieren mit dem ersten Millennium-Vorstoß in West-Kanada, wie auch mit Gletscher-Vorstößen in der Sierra Nevada. Der Höhepunkt der Vorstöße in der Kleinen Eiszeit war der jüngste und ausgedehnteste in einer Reihe von Vorstoß-/Rückzugszyklen im letzten Jahrtausend. Der Rückzug seit dem Maximum der Kleinen Eiszeit war die dramatischste Episode des Eisrückgangs während der letzten 1.000 Jahre.

Übersetzung: Helmut Jäger, EIKE

Original auf WUWT




Hochgespieltes Fukushima: Haben Journalisten die Energiewende herbeigeschrieben?

Hans Mathias Kepplinger und Richard Lemke spürten der Medienberichterstattung zur Reaktorkatastrophe in Fukushima nach, und zwar vergleichend in Deutschland und der Schweiz, wo nach dem GAU die bekannte energiepolitische Kehrtwende stattfand, sowie in Frankreich und Grossbritannien, wo es bisher keinen Politikwechsel gab…. Noch verblüffender sind die Differenzen bei der Bewertung des Ereignisses. Die britischen und die französischen Medien beschäftigten sich weit intensiver mit dem Reaktorunfall in Japan selbst, während die deutschen und die Schweizer Redaktionen das Unglück vor allem zum Anlass nahmen, die Situation im eigenen Land auszuleuchten: «Die Medien in Deutschland und der Schweiz haben im Unterschied zu den Medien in Frankreich und England sehr häufig Forderungen nach einem Ausstieg aus der Kernenergie veröffentlicht.» 90 Prozent der analysierten Artikel hätten den möglichen Ausstieg und ein Moratorium für die Kernenergie diskutiert. «Fukushima wurde somit zum Menetekel, das Konsequenzen verlangt», resümiert Kepplinger.

Lesen Sie den ganzen Beitrag von Stephan Russ-Mohl in der NZZ




Die Wirklichkeit bzgl. des Eises in Arktis und Antarktis

Update 28.9.12:

“Noch nie” besaß das antarktische Meereis eine so große Ausdehnung am 267. Tag des Jahres wie 2012

Für diese so genannten Wissenschaftler wurde die Welt im Jahre 1979 erschaffen, als die Überwachung durch Satelliten begonnen hat. Das berühmte Bild des U-Bootes (rechts), das im August 1959 auftauchen konnte, zeigt, dass dies zuvor auch schon der Fall war.

Steve Goddard hat auf seinem Blog Real Science viele Berichte aus den Main-Stream-Medien in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gesammelt: http://stevengoddard.wordpress.com/polar-meltdown/ und http://stevengoddard.wordpress.com/ice-free-arctic-forecasts/.  

Das letzte arktische Minimum im Jahr 2007 fiel zusammen mit einer Rekordausdehnung in der Südhemisphäre, was aber niemals eingeräumt worden ist. Hier folgt die heutige Anomaliekarte der Eisausdehnung in der Südhemisphäre:

Man beachte auch einige Studien, denen zufolge sich auf der Antarktischen Halbinsel seit 1850 signifikant zusätzliches Eis akkumuliert hat. Der Studie von  Grace et al. (2012) zufolge, veröffentlicht in den Geophysical Research Letters GRL, gab es auf der Antarktischen Halbinsel eine „signifikante Akkumulation“ bis zu „45 Meter zusätzlicher Eisdicke während der letzten 155 Jahre“. Dieses Ergebnis steht im Gegensatz zu den Behauptungen in der höchst fälschlichen Studie von Eric Steig bei RealClimate, der zufolge sich die Antarktische Halbinsel rapide erwärmen soll. Das Ergebnis ist besonders überraschend, da die „signifikante Akkumulation“ seit dem Ende der Kleinen Eiszeit um 1850 stattgefunden hat.

Eiszunahme auf der Antarktischen Halbinsel seit 1850 und dessen Auswirkungen auf die glaziale isostatische Anpassung (GIA)

Schlüsselpunkte:

·        Das Modell simuliert ein mit GIA zusammenhängendes Absinken bis zu 7 mm/Jahr, was Auswirkungen auf GPS haben wird

·        Aus dem GRACE-Sateliten abgeleitete Raten der Änderung der Eismenge werden zu tief gezeigt, wenn man dieses Signal ignoriert.

Arktisches Eis

Am 21. Oktober 2011 schlug eine Geschichte von Associated Press mit dem Titel „Eisschmelze durch Temperaturanstieg in der Arktis [”Sea Ice Melting as Arctic Temperatures Rise“] ein. In diesem Sommer waren zahlreiche Geschichten in Zeitungen und Zeitschriften zu den Aufzeichnungen dieses Jahres erschienen. Teilweise bezogen sie sich auf den Sturm in der Arktis, welcher das Eis aufbrach.

Unvermeidlich ging es in diesen Geschichten auch um die Bedrohung der Eisbären und in einigen sogar um die Bedrohung der Pinguine. Sie sind in der folgenden Abbildung dargestellt, obwohl es am Nordpol gar keine Pinguine gibt und am Südpol keine Eisbären (wofür die Pinguine dankbar sind, weil sie sonst gar nicht existieren würden).

Nun haben die Temperaturen in der Arktis währen der letzten Jahre tatsächlich zugenommen, und das Eis ist zurückgegangen. Ein Minimum wurde im Jahr 2007, ein weiteres stärkeres in diesem Jahr 2012 verzeichnet. Aber dies ist wahrscheinlich weder überraschend, noch ist es noch nie dagewesen. Die arktischen Temperaturen und die Eisausdehnung um den Nordpol variieren mit einem gut vorhersagbaren Zyklus von 60 bis 70 Jahren im Zusammenhang mit ozeanischen Zyklen, vermutlich getrieben durch solare Zyklen. Im Jahr 2007 haben NASA-Wissenschaftler berichtet, dass ihr Team nach jahrelangen Forschungen Daten gesammelt hat, die zeigen, dass Jahrzehnte lange Änderungen der arktischen Meeresströmungen, die durch den Namen Arktische Oszillation bekannt sind, zum größten Teil für die seit vielen Jahren beobachteten wesentlichen arktischen Klimaverschiebungen verantwortlich waren. Diese periodischen Umkehrungen der Meeresströme transportieren wärmeres und kälteres Wasser an andere Stellen, was große Auswirkungen auf das Klima hat. Die arktische Oszillation lag im vergangenen Winter auf einem rekord-tiefen Niveau, was die Rekordkälte und den Schnee in Mittleren Breiten erklärt. Eine stark negative AO transportiert die kälteste Luft weit nach Süden, während die Temperaturen in den Polargebieten unter dem blockierenden hohen Luftdruck höher als normal sind. Siehe den Beitrag hier.

Wir stimmen zu. Und tatsächlich spielen beide Ozeane eine Rolle. In der (seit Beginn der Satellitenbeobachtung im Jahre 1979) Rekord-Eisschmelze im Sommer 2007 haben NSIDC-Wissenschaftler die Bedeutung beider Ozeane hinsichtlich des arktischen Eises bemerkt.

„Ein prominenter Forscher, Igor Polyakov an der University of Fairbanks, weist darauf hin, dass Schwaden ungewöhnlich warmen Wassers aus dem Atlantik in den Arktischen Ozean geflossen sind, die sich viele Jahre später im Ozean nördlich von Sibirien wiedergefunden haben. Diese Schwaden warmen Wassers helfen, den oberen arktischen Ozean zu erwärmen und tragen so zur Eisschmelze im Sommer bei und helfen auch dabei, das winterliche Anwachsen des Eises zu reduzieren.“

Ein anderer Wissenschaftler, Koji Shimada an der japanischen Agentur für Marine-Earth Science And Technology, berichtet von Beweisen von Änderungen von Meeresströmen auf der pazifischen Seite des arktischen Ozeans. Durch eine komplizierte Wechselwirkung mit dem abnehmenden Meereis fließt warmes Wasser im Sommer durch die Bering-Straße an der Küsten von Alaska entlang in den Arktischen Ozean, wo es weitere Eisverluste zeitigt.

„Viele Antworten fehlen noch, aber diese Änderungen der Ozean-Zirkulation können wichtige Schlüsselfunktionen sein, um den beobachteten Eisverlust in der Arktis zu verstehen“.

Die Warmphase im Pazifik begünstigt mehr El Ninos und wärmeres Wasser weit im Norden des Pazifiks einschließlich der Bering-Straße. Die PDO ging 1978 in die Warmphase, die arktischen Temperaturen begannen zu steigen und das Eis zu schmelzen.

Man beachte, wie Temperaturen in Alaska stufenweise verlaufen, gekoppelt an die PDO (Keen)

Der Atlantik weist ebenfalls einen Zyklus von 60 bis 70 Jahren auf. Die Atlantische multidekadische Oszillation trat 1995 in ihre Warmphase ein.

Frances et al. (GRL 2007) zeigten, wie die Erwärmung in der Arktis und das schmelzende Eis mit warmem Wasser in der Barents-See zusammenhängt (+3°C), welches langsam in die sibirische Arktis floss und das Eis schmolz. Sie bemerkte auch die positive Rückkopplung einer veränderten „Albedo“ wegen des offenen Wassers, was die Erwärmung weiter verstärkt.

Das International Arctic Research Center an der University of Alaska in Fairbanks zeigte die zyklische Natur arktischer Temperaturen im Zusammenhang mit dem Eindringen atlantischer Wassermassen – kalt und warm.

Die Korrelation wurde von Juraj Vanovcan bestätigt.

Man beachte, wie schnell das arktische Eis im Jahr 1995 auf die Erwärmung der atlantischen Wassertemperatur reagiert (Quelle: Cryosphere today). Dies markierte ein zweites Standbein. Wir haben große Schwingungen gesehen seit dem großen Minimum 2007, das einem Maximum der atlantischen Wärme in den Jahren 2004 und 2005 und dann wieder 2012 folgte, der neuen Spitze in der AMO.

Die folgende Graphik von Chylek (2009) zeigt die enge Korrelation der AMO und der arktischen Temperaturen.

Die Autoren ziehen folgendes Fazit: „Unsere Analyse zeigt, dass das Verhältnis der Arktis zu globalen Temperaturänderungen in einem multidekadischen Zeitscale variiert. Die allgemein verbreitete Vermutung eines Faktors 2 bis 3 für die arktische Amplifikation [?] war nur für die gegenwärtige Warmperiode 1970 bis 2008 gültig. Die Arktis hat sich während der Erwärmung von 1910 bis 1940 im Vergleich zu 1970 bis 2008 deutlich schneller erwärmt. Während der Abkühlung von 1940 bis 1970 war die arktische Amplifikation extrem hoch, zwischen 9 und 13. Die multidekadische Variabilität der thermohalinen Zirkulation im Atlantik wird als wesentlicher Grund für die Variationen der arktischen Temperatur angesehen“.

Obwohl die PDO und die AMO auf verschiedene Weise gemessen werden, spiegeln sie beide eine Dreipoligkeit [a tripole {?}] der Ozeantemperaturen. Beide sind warm im Norden sowie in den Tropen und relativ kühl zwischen der positiven Phase im kalten Norden und den Tropen und warm in der negativen Phase.

Normalisiert man die beiden Datensätze und addiert sie danach, erhält man Aussagen zum Potential einer Gesamterwärmung oder –abkühlung sowohl global als auch in der Arktis. Man beachte, wie sehr die Summe zum Verlauf der arktischen Temperaturen passt. Obwohl es damals noch keine Messungen der Eisausdehnung gegeben hat, gibt es viele Berichte und anekdotische Beweise, dass sich das arktische Eis von den zwanziger bis zu den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts massiv zurückgezogen hat, wie Goddard oben zeigt.

Am Rande der Arktis verhält es sich in Grönland in gleicher Weise – mit Erwärmung und Abkühlung gekoppelt an die AMO.

Dr. Willie Soon hat gezeigt, wie gut die arktischen Temperaturen zur solaren Gesamteinstrahlung (TSI) passen (Hoyt/Schatten/Willson). Die Korrelation mit CO2 ist dagegen nicht auffindbar.

Wir sehen, wie die jährliche TSI und der jährliche Verlauf von AMO und PDO zum Verlauf der arktischen Temperaturen passen.

In meinem letzten Beitrag zu diesem Thema vor einem Jahr habe ich gesagt: „Obwohl die gegenwärtige Spitze der Temperaturen im Atlantik und mehr Blockierungen in hohen Breiten eine weitere Spitze des Abschmelzens während der nächsten Jahre bringen können, wenn warmes Wasser aus der AMO den Weg in die Arktis findet, kann man längerfristig erwarten, das die arktischen Temperaturen wieder zurück gehen und sich das Eis erholt, wenn es im Pazifik kalt bleibt und sich der Atlantik abkühlt und außerdem die Sonne in ihrem 213-jahres-Eddy-Minimum [?] verbleibt“.

Das schließt kurzfristig nicht einige sehr kalte und schneereiche Winter aus. Im Jahr 2008 berichtete der Glaziologe Bruce Molnia von einem bitterkalten Sommer in Alaska, der einem La Nina gefolgt war, wobei extreme Kälte und starke Schneefälle dazu führten, dass sich die Gletscher des Gebietes ausgedehnt haben, und zwar zum ersten Mal seit Beginn von Aufzeichnungen. Die Sommertemperaturen, etwa 3 K unter normal, gestatteten es, dass Rekordschneemengen des voran gegangenen Winters viel länger erhalten geblieben waren, was zum ersten Mal seit mindestens 250 Jahren zu  einer Zunahme der Gletschermasse geführt hatte“.

Man erinnere sich, dass es in Alaska 2011/2012 einen brutal kalten Winter mit neuen Allzeitrekorden der Schneemenge und unglaublicher Kälte im Januar gegeben hat.

Das Eis in der Bering-See erreichte einen neuen Rekord seit Beginn der Satellitenära.

Siehe das PDF hier. Der jüngste Beitrag von Verity Jones zu den arktischen Daten ist hier. Mehr zu Gletschern und Eiskappen gibt es hier. Außerdem gibt es einen Beitrag von Arnd Bernaerts zu Verity Jones’ Beitrag ‚Digging in the Clay’ hier mit viel mehr Informationen zur Arktis.

Unter dem Strich: Falls die Erwärmung und die Eisabnahme durch das CO2 getrieben werden würde, müssten sich die Eiskappen an Nord- und Südpol gleichermaßen zurückziehen. Ozeanzyklen können dagegen die beobachteten Veränderungen sehr gut erklären. In 5 oder 10 Jahren, wenn sich der Atlantik wieder abkühlt, müssen sie sich eine andere Geschichte konsistent mit der globalen Erwärmung ausdenken – vielleicht eine rapide zunehmende Eis- und Schneebedeckung sowie rapide Abkühlung.

Joe D’Aleo

Aktualisierung: Jeff Masters von Weather Underground sagt, dass sich die Gewässer um die Antarktis schneller erwärmen als in jedem anderen Gebiet der Erde. Dazu schaue man auf die folgende NOAA-SSTA-Karte. Träum weiter, Jeff! Er ist jetzt dort, wo er hingehört – The Weather Channel.

Link: http://icecap.us/images/uploads/Arctic_and_Antarctic.pdf

Übersetzt von Chris Frey EIKE

Lesen Sie auch den ergänzenden Beitrag in "die kalte Sonne":  

“Noch nie” besaß das antarktische Meereis eine so große Ausdehnung am 267. Tag des Jahres wie 2012

Bemerkung des Übersetzers: Viele hier erwähnte Links sind im Original nicht als Link hinterlegt. Auf meine Anfrage hat mir Autor Joe D’Aleo dankenswerterweise die Links jedoch zugänglich gemacht, so dass sie hier alle anklickbar sind.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie aufgeschlossen diese Wissenschaftler sind, wenn man freundlich anfragt. Ich empfehle allen, die hier ständig meckern, doch mal die Autoren selbst zu fragen! Ich bezweifle jedoch, dass Forentrolle dazu den Mut haben.

C. F.




Video – Klimapolitik: der späte Sieg der zentralen Planwirtschaft! Teil I

1. Günter Ederer: Klimapolitik: der späte Sieg der zentralen Planwirtschaft!

Fernsehjournalist und Buchautor (Träum weiter, Deutschland!: Politisch korrekt gegen die Wand) Günter Ederer zur Klimapolitik & Planwirtschaft. 

1. Edgar Gärtner : Aufgewärmter undefinedMalhusianismus: Von der Bevölkerungsbombe zur Kohlenstoff-Rationierung:

Der Wissenschaftsjournalist Edgar Gärtner (EIKE) am 15.6.12 in Berlin; Gärtner ist Autor des ausgezeichneten Buches Öko-Nihilismus  Selbstmord in Grün hier bzw. direkt beim Verlag TvR Medien zu bestellen.