Energiewende-Illusionen des Bundespresseamtes

Die Antwort des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung vom 20. September 2012 auf Fragen von Herrn Dr. Axel J. Prümm zur „Energiewende“, die an die Bundeskanzlerin persönlich gerichtet waren, zeugt von zwei Tatsachen:

  1. 1. Die Bundeskanzlerin, die die Energiewende zur „Chefsache“ erklärt hatte, hält es nicht für erforderlich, wichtige Fragen dazu selbst zu beantworten oder die vom Presse- und Informationsamt formulierten Antworten wenigstens zu bestätigen. Offenbar gibt es für sie wichtigere Probleme als die Energieversorgung Deutschlands.
  1. 2. Die Antworten des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung belegen entweder eine katastrophale Unkenntnis von Tatsachen oder die Absicht, diese Tatsachen hinter eine Anzahl von immerzu wiederholten Phrasen zu verschleiern. Fehlende Sachkenntnis wird mehrmals sichtbar, indem zum Beispiel Antworten ausgewichen wird.

Nachfolgend einige Anmerkungen zu Behauptungen des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung:

„Alternativlose“ Energiewende:

Weil sie die „richtige Antwort auf die Herausforderung endlicher fossiler Ressourcen und den Klimawandel(„Zu Frage 7“) sei, wird die Energiewende mit dem Unwort des Jahres 2010 „Alternativlos“ etikettiert.
Verdrängt wird dabei die Tatsache, dass die „endlichen fossile Ressourcen“ noch Hunderte bis einige tausende (z.B. Erdgas konv. und unkonventionell; Steinkohle) von Jahren reichen und weder heute noch in absehbarer Zukunft mit einem Mangel daran zu rechnen ist.
Die Bezugnahme auf den „Klimawandel“ ist völlig unverständlich, da er sich schon vollzog, als es noch keine Menschen gab, also noch keine Energiewende in Sicht war.
Es ist zu konstatieren: Eine nachvollziehbare Begründung für die Notwendigkeit dieses schweren Eingriffes in eine jahrzehntelang kontinuierlich gewachsene Energiewirtschafts-Struktur kann vom Presse- und Informationsamt nicht gegeben werden. 

Strategisches Zieldreieck:

Die entscheidenden wirtschaftspolitischen Zielkriterien für eine zukunftssichere Energieversorgung sind Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit. Sie waren die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung unter anderem der deutschen Energiewirtschaft und damit auch der Volkswirtschaft seit hundert Jahren.
Fakt ist, dass mit der Propagierung der Energiewende immer mehr von diesen Kriterien abgewichen wird. Zum Ausdruck kommt das in unaufhaltsam steigenden Preisen für elektrische Energie (im wesentlichen infolge der Außerbetriebnahme von kostengünstigen Kraftwerken und der Inbetriebnahme von Anlagesystemen mit extrem hohen Erzeugungskosten: Wind- und Solaranlagen, verbunden mit zusätzlichen Leitungen und Standby-Kraftwerken), in wachsender Unzuverlässigkeit der Versorgung (Von der nicht auszuschließenden und wachsenden Gefahr von Blackouts bis zu immer häufigeren Unterbrechungen im Millisekundenbereich, die zu erheblichen Produktionsstörungen führen) und in der Verursachung riesiger Umweltschäden, was in der großflächigen Zerstörung gewachsener Landschaften (umschrieben mit den Begriffen „Verspargelung“, „Verspiegelung“ und „Vermaisung“ und im zusätzlichen Landschaftsverbrauch durch neue Fernleitungen) deutlich sichtbar ist.
Die Aussagen „Die Leitprinzipien der Energiewende sind Bezahlbarkeit, Umweltverträglichkeit und Versorgungssicherheit“ („Zu Frage 8“)  und „Für die Bundesregierung bildet der … Dreiklang aus Versorgungssicherheit, Umweltfreundlichkeit und Bezahlbarkeit die Maßgabe für die Energiewende.“ („Zu Frage 11“) sind  daher nicht als eine bewusste Verschleierung von Tatsachen, das heißt, es handelt sich um Lügen. Das gleiche gilt für die Behauptung „Die Stromversorgung in Deutschland zeichnet sich … nach wie vor durch ein sehr hohes Maß an Versorgungssicherheit aus“ („Zu Frage 14“).
Die Bezeichnung der Energiewende als „Infrastrukturprojekt von historischer Dimension“, das für eine „Dauer ist auf vierzig Jahre angesetzt“ ist („Zu Frage 11“), zeugt von maßloser Arroganz, denn erstens ist schon heute absehbar, dass die Ziele der gegenwärtigen Bundesregierung nicht erreicht werden können, und zweitens ist auch die Bundeskanzlerin nicht in der Lage, realistische Vierzig-Jahres-Pläne zu erarbeiten und umzusetzen.

Erneuerbare-Energien-Gesetz:

Das wichtigste Ziel der beabsichtigten Energiewende ist der Ausbau der „erneuerbaren“ Energien. Infolge fehlender Wettbewerbsfähigkeit müssen sie dauerhaft subventioniert und finanziell und administrativ gefördert werden. Geregelt wird das durch das EEG, das allen Grundsätzen der Marktwirtschaft widerspricht (für 20 Jahre staatliche Festpreise und Abnahmegarantien). Auch „Nachbesserungen“, auf die mehrmals hingewiesen wird („Zu Fragen 1, 2 und 9“), können am grundsätzlichen Mangel dieses Gesetzes nichts ändern.

Energiekosten:

Die Energiewende sei ein  „ein sehr anspruchsvolles Vorhaben…, das nicht zum Nulltarif umgesetzt werden kann“ („Zu Frage 2“). Damit wird die enorme Kostenbelastung, die heute und in Zukunft auf Deutschland zukommt, angedeutet. Beruhigend wird aber verkündet, dass „die finanziellen Auswirkungen der Energiewende … für Verbraucher und Wirtschaft vertretbar sein“ müssen und es wird immer wieder beteuert, dass die Energieversorgung in Deutschland „bezahlbar“ sein muss („Zu Fragen 2, 5, 8, 11“).
Ignoriert wird das Problem, dass heute schon für hunderttausende Haushalte der Strom nicht mehr bezahlbar ist! Wie mit der vom Bundesumweltminister angekündigten kostenlosen Energieberatung diese Haushalte wieder versorgt werden sollen, bleibt das Geheimnis der Bundesregierung („Zu Frage 11„). Zur Entlastung der Stromrechnung die „Rentenversicherungsbeiträge zu senken“, müssen gerade die Ärmsten im Lande als Hohn empfinden („Zu Frage 4“)!
Die Sorgen der Industrie um „bezahlbaren“ Strom – viele Beispiele dazu werden im Brief an die Bundeskanzlerin angeführt – fast täglich kommen neue hinzu –, werden ignoriert. („Zu Frage 7“). Es wird lediglich auf die Ausgleichsregelung im EEG (BesAR) für die chemische oder metallverarbeitenden Industrie verwiesen, dabei aber verschwiegen, dass die – relativ unerheblichen – Minderbelastungen der Industrie voll auf die übrigen Verbraucher abgewälzt werden („Zu Frage 3“).
Auch die immer wiederkehrende Beteuerung, dass es  „Ziel ist …, dafür zu sorgen, dass der Strom in Deutschland für alle bezahlbar bleibt, für Verbraucherinnen und Verbraucher und für Unternehmen“ („Zu Frage 5“), verdeckt nicht die Unfähigkeit der Bundesregierung zu definieren, was „bezahlbar“ ist. Noch viel weniger kann sie Angaben über die künftige Kostenbelastung machen, was in dem Bekenntnis „Die genaue Entwicklung der EEG-Umlage ist noch nicht bekannt“ offenbar wird.
Verschwiegen wird die Tatsache, dass Wind- und Solarenergieanlagen, die angeblichen Hauptstützen der künftigen Elektroenergieversorgung, jemals zu Kosten produzieren können, die vergleichbar mit denen bei konventionellen Kraftwerken sind, denn sie bedürfen ständig einer praktisch hundertprozentigen Leistungsreserve aus Standby-Kraftwerken (Kohle, Erdgas, Kernenergie) und/oder Energiespeichern (die allerdings gegenwärtig und in absehbarer Zeit nicht verfügbar sind). Die dadurch und außerdem durch zusätzliche Fernleitungen entstehenden Kosten erhöhen den Aufwand für die Stromversorgung dauerhaft. Die „dank des EEG hervorragende Ausbauraten“ der Alternativenergie-Anlagen („Zu Frage 1“) führen also notwendigerweise zu immer höheren Kosten. Das EEG als „Erfolgsmodell“ („Zu Frage 1“) anzupreisen, ist nichts anderes als Schönrednerei ohne jegliche inhaltliche Substanz.
Die Behauptung, dass die „erheblichen Steigerungen der Strompreise … nicht durch die Energiewende bedingt sind, sondern mit gestiegenen Produktions- und Beschaffungskosten“, ist eine bewusste Irreführung („Zu Frage 14“).
Die tatsächlich gestiegenen „Produktions- und Beschaffungskosten“ wurden allerdings (fast) ausschließlich durch die Energiewende verursacht: Deutliche Mehrerzeugung aus EEG-geförderten Anlagen (Wind, Sonne, Biomasse), Stilllegung von Kernkraftwerken mit sehr niedrigen Erzeugungskosten, verschlechterte Auslastung von ursprünglich kostengünstigen Braunkohlekraftwerken infolge des Ausgleichs der volatilen Wind- und Solarenergieeinspeisung sowie zunehmend teure Stromimporte in Hochlastzeiten, die die Erlöse aus Exporten in Schwachlastzeiten übersteigen.
Zur Klarstellung:
Die Preise für Braunkohle oder für Kernspaltstoff sind in den letzten Monaten keinesfalls erkennbar gestiegen.
Zeitweilig niedrige Börsenstrompreise befreien die Gesamtheit der Verbrauch keinesfalls von den hohen Stromkosten aus EEG-geförderten Erzeugungsanlagen. Auch die EEX sorgt nicht für niedrigere Erzeugungskosten, sondern lediglich für eine Umverteilung, von der beispielsweise private Haushalte oder kleine Unternehmen nicht profitieren!  
Völlig unverständlich ist die Aussage im Antwortschreiben, dass die (durch die Energiewende bedingten) steigenden Energiepreise den „mittelfristigen Abschied von den fossilen Energieträgern“ rechtfertigen („Zu Frage 14“)! International steigt der Einsatz fossiler Energieträger. Auch in Deutschland ist äußerst fraglich, dass auf sie mittel- oder langfristig verzichtet werden kann! Im Gegensatz zum empfohlenen „mittelfristigen Abschied von den fossilen Energieträgern“ wird wenige Zeilen später eingeräumt, dass „konventionelle Kraftwerke noch über einen langen Zeitraum erforderlich“ sind („Zu Frage 16“). 
Die infolge der Energiewende entstehenden zusätzlichen Kosten werden nicht nur durch die im EEG festgelegten Einspeisevergütungen verursacht, sondern auch durch einen viele tausend Kilometer (defacto sind es einige hunderttausend, wenn man die notwenigen Mittelspannungsnetze nicht außer Acht lässt)  umfassenden Ausbau des Übertragungsnetzes, durch die Verstärkung des Mittelspannungsnetzes, durch erforderliche Standby-Kraftwerke, durch die Haftung bei Offshore-Anlagen, durch den unternehmensinternen Aufbau von Reservekapazitäten zur Gewährleistung einer stabilen Versorgung u. a.

Offshore-Anlagen:

Das Haftungsgesetz für Offshore-Anlagen („Zu Frage 5“) sei ein großer Erfolg, weil „damit wird eine wichtige Hürde hin zu einem schnelleren Ausbau und Anschluss von Offshore-Windkraft genommen“ worden sei. Dass davon die Offshore-Windenergie-Investoren profitieren ist einleuchtend, dass aber auch die privaten Haushalte dadurch Vorteile hätten, ist eine leere Behauptung: Was haben sie davon, dass bei ihnen „umweltfreundliche Strom der Offshore-Windparks… ankommt“?
Dieser Strom unterscheidet sich nicht von dem Strom, der zum Beispiel aus Kernkraftwerken kommt – lediglich mit der Einschränkung, dass er nicht zuverlässig fließt! Er ist auch nicht umweltfreundlicher – wieso auch?
Der Bundesregierung sollte bekannt sein, dass der Stromfluss von den Offshore-Anlagen zu den Verbrauchern in Berlin oder Dresden nicht durch das „Haftungsgesetz“, sondern durch die Gesetze der Elektrotechnik geregelt wird.
Eine angeblich „faire Lastenverteilung“ soll dafür sorgen, dass „die Kosten für den Verbraucher und die Verbraucherin … der Höhe nach begrenzt und der Eigenanteil der Übertragungsnetzbetreiber … erhöht“ wird. Auch die Bundesregierung sollte die einfache Tatsache kennen, dass alle Kosten bei den Versorgungsunternehmen über die Verbraucherpreise refinanziert werden.
Zur angepriesenen „Kostenkontrolle und Transparenz“: Dem Verbraucher nützt es wenig zu erfahren, aufgrund welcher Schäden die Preise steigen, wenn er sie ohnehin widerspruchslos bezahlen muss. 

Versorgungssicherheit:

Die Aussagen zur Versorgungssicherheit offenbaren deutlich, wie verantwortungslos und sträflich leichtsinnig die Energiewende von der Bundesregierung eingeleitet wurde. Nach der Tsunami-Katastrophe von Fukushima wurden hier mehrere tausend MW in Kernkraftwerken außer Betrieb genommen, obwohl es in Deutschland keinerlei Analogien zu den Ereignissen in Fukushima geben kann.  Warnungen vor einem Leistungsmangel wurden ignoriert.
Jetzt, nachdem man bemerkt, dass die Gefahr von Blackouts immer größer wird, überlegt sich die Bundesregierung, wie man zusätzliche Kraftwerksleistungen aktivieren kann: „Die Schaffung von Kraftwerkskapazitäten ist für die Bundesregierung ein wichtiges Thema“ („Zu Fragen 12, 15, 16“). So sollen beispielsweise längst stillgelegte, unwirtschaftliche thermische Kraftwerke wieder in Betrieb genommen werden.
Die erhöhte KWK-Förderung dürfte erstens nur einen relativ geringen Beitrag zur fehlenden Grundlastdeckung liefern und wird zweitens auch nicht kurzfristig wirksam werden.
Die zinsvergünstigte Finanzierung von Gaskraftwerks-Investitionen, die ohne die Energiewende nicht erforderlich gewesen wären, führt folgerichtig wieder zu höheren gesellschaftlichen Belastungen. Außerdem wird auch sie nicht die unmittelbare Gefahr von Netzzusammenbrüchen beseitigen.
Erörterungen des Themas im BMWi-Kraftwerksforum lösen ebenfalls keine drängenden Probleme.
Unverständlich ist der Hinweis auf Investitionen in den „Bereich Energiespeicherung“. Was für Anlagen sollen die Stadtwerke bauen?
Im Zusammenhang mit der „angespannten Versorgungslage“ („Zu Frage 13“) wird mitgeteilt, dass „das BMWi gegenwärtig gemeinsam mit der Bundesnetzagentur … mögliche legislative Maßnahmen einschließlich auch der Möglichkeit von Alternativen“ prüft. Welche „Alternativen“ sind damit gemeint, da doch die Energiewende selbst angeblich „alternativlos“ sei („Zu Frage 7“)?

Internationale Beziehungen:

An keiner Stelle der Ausführungen des Presse- und Informationsamtes wird auf die internationale Einbindung der deutschen Elektrizitätswirtschaft in das europäische Energieversorgungssystem eingegangen. Unterdrückt wird die Tatsache, dass die Energiewende erhebliche Auswirkungen auch auf unsere Nachbarländer hat, ohne dass diese in die Vorbereitung der Energiewende einbezogen wurden. Von der Europäischen Kommission wurde das mit deutlichen Worten gerügt. Um die Beantwortung der Frage nach Nuklearstromimporten aus Nachbarländern hat sich das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung gedrückt!  

Fazit:

Die „theoretischen“ – besser: politisch-ideologischen – Grundlagen der Energiewende sind
–       die Furcht vor einer menschengemachten Klimaerwärmung (Klimaphobie),
–       die Furcht vor einem Mangel an Energieressourcen (Energiemangelphobie) und
–       die Furcht vor der friedlichen Nutzung der Kernenergie (Nuklearphobie).
Keine dieser Ängste ist gerechtfertigt, denn:
–        Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass mehr oder weniger Kohlendioxid, das in Deutschland bekanntlich zum „Klimakiller“ ernannt wurde, einen messbaren Einfluss auf die Temperaturentwicklung hat. Erst recht nicht kann Deutschland mit seinen relativ geringen Emissionen einen Einfluss haben!
–        Die Ressourcen an fossilen Energieträgern reichen für Hunderte von Jahren. Weitere Energieressourcen sind im Uran und Thorium verfügbar. Die Kernfusion wird letztlich unendlich große und unendlich lange verfügbare Energiequellen erschließen.
–        Die erst seit einem halben Jahrhundert genutzte Kerntechnik hat sich international – trotz Tschernobyl und Fukushima – als eine der zuverlässigsten Energieversorgungstechniken erwiesen. Erhebliches Entwicklungspotential für wirtschaftlichere und noch zuverlässigere Anlagen ist vorhanden und wird weltweit schrittweise erschlossen. Lediglich in Deutschland wird sogar die wissenschaftliche Arbeit hieran weitgehend unterdrückt und der Neubau auch moderner Kernkraftwerke gesetzlich verboten – ganz im Gegensatz zu vielen anderen Ländern der Erde, auch in unmittelbarer Nachbarschaft Deutschlands.          
Die Entscheidung der Bundesregierung, mit der Energiewende das Klima „schützen“ zu wollen, die (fossilen) Energieressourcen künftig nicht mehr in Anspruch nehmen zu wollen und auf die Nukleartechnik zu verzichten, führte zu Verwerfungen in der Elektrizitätswirtschaft, die – so zeigen es auch die Ausführungen des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung von 20. September 2012 – nicht mehr beherrschbar sind:
–        Die Erzeugungskosten der Elektroenergie und damit die Preise steigen in einem Maße, das nicht mehr verantwortet werden kann. Die wiederholt beschworene „Bezahlbarkeit“ ist nichts als Gesundbeterei.
–        Die Zuverlässigkeit ist infolge der massenhaften Inbetriebnahme von Wind- und Solarenergieanlagen so stark gesunken, dass in vielen Industrieunternehmen erhebliche Produktionsstörungen auftreten und die Gefahr von Blackouts nahe gerückt ist. 
–        Die Umwelt wird immer stärker ge- und zerstört durch Zehntausende Windenergieanlagen, durch viele Quadratkilometer große Photovoltaik-Flächen und durch riesige Monokulturen zum Biomasseanbau. Damit werden nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch Mensch und Fauna erheblich beeinträchtigt.     
Die Ausführungen des Presse- und Informationsamtes offenbaren die Unfähigkeit der Bundesregierung, die immensen negativen Auswirkungen der Energiewende zu beherrschen. Es werden zwar Wünsche und Absichtserklärungen verkündet, tatsächlich werden die Probleme immer größer und immer unbeherrschbarer.
Es erweist sich auch, dass die Energiewende-Aktion überstürzt und völlig undurchdacht, zudem  weder national noch international abgestimmt, eingeleitet wurde. Die vorgesehene Terminplanung konnte in fast keinem Fall eingehalten werden. Die Bürger wurden mit leeren Versprechen abgespeist
So erklärte die Bundeskanzlerin in einem Video-Podcast am 4. Juni 2011:
„Ich glaube, wir können die Energiewende schaffen, wenn es uns gelingt, richtig zu investieren und vor allen Dingen auch die Potentiale erneuerbarer Energien so zu nutzen, dass sie möglichst bald marktkonform, das heißt preisdeckend werden. – Heute haben wir eine Umlage im Erneuerbare-Energien-Gesetz von etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Wir wollen, dass diese Umlage nicht wesentlich erhöht wird. Wir glauben, dass wir das schaffen können.“
Keines dieser Versprechen konnte erfüllt werden und wird auch nicht erfüllt werden können.
Verzweifelt versucht die Bundesregierung, bestimmte Probleme in den Griff zu bekommen. Alles läuft auf den immer intensiveren Eingriff in die unmittelbare Wirtschaftsführung der Energieversorgungsunternehmen hinaus. In der Energiewirtschaft sind marktwirtschaftliche Grundsätze kaum noch wirksam, stattdessen wird hier vorwiegend Planwirtschaft praktiziert.
Offiziell wird verdrängt, dass die Energiewende den Bürgern und der Wirtschaft erheblichen Schaden zufügt. Es besteht die unmittelbare Gefahr, dass große Teile der – vor allem energieintensiven – Wirtschaft auf weitere Investitionen in Deutschland verzichten und das Land verlassen. Der mögliche Verlust von Hunderttausenden Arbeitsplätzen wird von der Bundesregierung offenbar billigend in Kauf genommen.
Die Schlussfolgerung aus dieser wirtschaftlich, politisch und ökologisch nicht zu verantwortenden Situation kann nur lauten:

Sofortige Einstellung aller mit der Energiewende im Zusammenhang stehenden Aktivitäten!

Dazu gehört u. a.:
–        Die ersatzlose Liquidierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und damit Verhinderung des subventionierten Weiterbetriebes und Neubaus von entsprechenden Erzeugungsanlagen,
–        die sofortige Einstellung des Emissionsrechte-Handels sowie
–        Wiederinbetriebnahme und Neubau von modernen Kernkraftwerken.
Die Behebung der bereits jetzt eingetretenen Schadens dürfte beträchtliche Kosten verursachen, die ausschließlich von der Bundesregierung zu verantworten sind. Diese Kosten dürften jedoch mit Sicherheit deutlich geringer sein als die bei der Fortführungen der „Energiewende zu erwartenden.
Bedauerlicherweise hat das Presse- und Informationsamt nicht den Mut aufgebracht, ungeschminkt die Wahrheit über die verhängnisvollen Entscheidungen zur Energiewende und seiner Folgen zu benennen. Die vorliegenden Ausführungen waren lediglich ein weiterer Beitrag zur Vertuschung der realen Situation. 
Dr. Dietmar Ufer EIKE
Leipzig, 30. September 2012       




Das große Glück von UK hinsichtlich Schiefervorräten

Obwohl durch die Presse weitgehend ignoriert, möchte ich hier einige Enthüllungen und Hypothesen daraus hinsichtlich des Potentials von Schiefergas öffentlich machen, das wichtige internationale Implikationen haben kann. Bleiben Sie dran! Alles, was sie über Energie in UK zu wissen glaubten, ist veraltet. Lesen Sie alles, aber hier folgen ein paar Kernpunkte. Für Vielbeschäftigte habe ich einige Schlüsselpunkte unterstrichen.

Aus unserer Erkundung und Auswertung der Bowland Shale-Formation in Lancastershire wird deutlich, dass UK über einen sehr großen Vorrat an Erdgas vor Ort verfügt. Unsere vorläufige Schätzung im Bowland-Lizenzgebiet allein beläuft sich auf 200 TCF [trillion cubic feet. Auf eine Konversion dieser Riesenzahlen wird hier verzichtet! A. d. Übers.] Wir werden diese Schätzung nach weiteren 3D-Analysen der seismischen Erkundung überarbeiten, die in diesem Gebiet bereits abgeschlossen ist, ebenso wie wir die Daten der benachbarten Bohrung an der Stelle Anna’s Road Side nahe Blackpool analysieren werden.

1. Wie lauten die Schätzungen hinsichtlich der Menge von Schiefergas in UK, Europa und der übrigen Welt, und welche Anteile sind förderbar?

1.1 Cuadrilla glaubt, dass die Aussichten für Schiefergas in UK und Teile des europäischen Festlandes sehr vielversprechend sind, jedenfalls nach Auswertung einer Anzahl geologischer Formationen, die der Größenordnung von Lagerstätten in den USA und Kanada nicht unähnlich sind, wo große Mengen Erdgas entdeckt worden sind.

1.2 Während die ökonomischen Vorteile von Schiefergas auf der Basis vorläufiger Schätzungen und Forschungen noch nicht in vollem Umfang bestimmt worden sind, glauben wir, dass mindestens 200 TCF ursprüngliches Gas vor Ort (OGIP) im Bowland-Becken liegen. Wir werden diese Schätzung nach weiteren 3D-Analysen der seismischen Erkundung überarbeiten, die in diesem Gebiet bereits abgeschlossen ist, ebenso wie wir die Daten der benachbarten Bohrung an der Stelle Anna’s Road Side nahe Blackpool analysieren werden.

1.3 Die abbauwürdige Reserve ist eine Funktion von Schiefergeologie und genauso, wenn nicht noch mehr, eine Funktion der Anzahl horizontaler Bohrungen, die gebohrt und abgeteuft werden können. Allerdings hängt dies wiederum ab von ökonomischen und sozialen Hindernissen einer solchen Entwicklung. Unsere Erkundung hat ergeben, dass die Schieferschicht im Bowland-Becken in Lancastershire wesentlich dicker ist als jede vergleichbare Lagerstätte in den USA. Dies bietet die Möglichkeit, die Entwicklung mit einem viel geringeren Oberflächen-„Fußabdruck“ durchzuführen als in den USA.

1.4 Cuadrilla versteht, dass die Schieferwirtschaft und technologische Fortschritte die Kosten mit der Zeit immer weiter zurückgehen lassen werden, und Schätzungen von einem Rückgang um 15 bis 20% erweisen sich als recht konservativ. Wie auch immer, ein Rückgang um nur 15% würde eine Reserve von etwa 45 TCF vom Bowland-Feld allein erschließen. Dies ist etwa fünf mal mehr als die verbuchten Gasreserven in UK von 8,7 TCF (nachgewiesene Reserven) und fast doppelt so viel wie die 25 TCF im besten Falle (nachgewiesen + möglich + vielleicht). Quelle: DECC – UK Gas Reserves and Estimated Ultimate Recovery 2012.

2.1.3 Die Erfahrungen der Schiefergas-Industrie in Nordamerika zeigen, dass verbessertes Wissen, ein Produkt fortgesetzter technologischer Entwicklung und Erfahrungen bei der Durchführung zu einer immer besseren Ausbeute führen. Einige ausgereifte Schiefer-Unternehmungen haben Abbauraten von geschätzt 40%.

Wie ich kürzlich angemerkt habe, sind die Angaben wahrscheinlich konservativ, aber schon dabei sind sie so hoch, so immens im globalen Maßstab, dass zu glauben, es seien nur 200 TCF, wäre ein enttäuschender Versuchsballon, den wir ohne Weiteres ignorieren können, es wäre albern. Es wäre wie die Zurückweisung des ersten Preises im Lotto, weil die Euromillionen größer sind. …

Den immer wiederkehrende Einwand, den ich immer wieder höre, lautet „UK ist zu sehr bevölkert“. Es würde für niemanden zu bevölkert aussehen, der wie ich alle drei Bohrstellen von Cuadrilla in Augenschein genommen hat. Die erste Stelle befand sich in Preese Hall auf einem Bauernhof, von keiner Straße aus sichtbar. Die Stelle Singleton wird nur von total desinteressierten Kühen und Wildvögeln gesehen. Die Stelle Banks liegt in der Mitte eines Ackers mit Kohl, viele hundert Meter abseits der Straße. Ich habe zwei Häuser in Sichtweite gezählt.

Aber es ist die unglaubliche Mächtigkeit von Bowland Schiefer, die die gesamte Diskussion verändert.

2.3.2 Im Falle der Entwicklung von Schiefergas onshore bedeuten neue Bohrungen nicht, dass die Landschaft mit immer mehr Bohrtürmen zugepflastert wird. [Komisch! Gegen das Zupflastern mit Windrädern scheint man nichts zu haben! A. d. Übers.] Horizontale Bohrungen können von einem Bohrloch ausgehen wie die Zinken einer Gabel sowie radial in viele verschiedene Richtungen. Weil wir inzwischen erkannt haben, dass das Bowland-Feld wie oben schon erwähnt ungewöhnlich mächtig ist, kann diese Art von Bohrungen in verschiedenen Tiefen erfolgen, den sog. „vertically stacked“ horizontal wells. Von einem Loch können mit heutiger Technologie etwa 36 solcher horizontalen Bohrungen erfolgen. Mit der fortschreitenden Weiterentwicklung der Technik dürften es in Zukunft immer mehr werden. Jede horizontale Bohrung ist äquivalent zu einer minimalinvasiven Chirurgie [keyhole surgery]. Der „Bohrer“ besteht aus einer von außen gesteuerten Turbine, deren Position zwei Kilometer tief und drei Kilometer entfernt sein kann, dessen Position jedoch immer genau bekannt ist. Der horizontale Durchmesser des Bohrlochs ist vergleichsweise klein, etwa 8 Inches [ca. 20 cm]. Alle Frakturen befinden sich typischerweise tausende Fuß unter Grundwasser führenden Schichten. Über der Schieferformation von Bowland in Lancastershire liegt der Manchester Marl [?], eine dicke wasserundurchlässige Felsschicht, die den ‚regionalen Dichtering’ [regional seal] bildet, eine Barriere zwischen den im Schiefergestein darunter gefangenen Kohlenwasserstoffen und den Grundwasserschichten mehrere tausend Fuß darüber. Folglich kann sehr viel von einem einzigen Bohrloch aus getan werden – daher unsere Ansicht, dass es in UK viel Gelegenheit gibt, das Ganze ohne große Verdichtungen durchzuführen.

Ich habe früher schon erwähnt, dass Cuadrilla unglaublich unglücklich darin war, dass sie den einzigen nachgewiesenen Link weit und breit zwischen Fracking und Erdbeben haben. Das hat die Erzeugung in UK um 18 Monate zurück geworfen, aber vielleicht sollte das so sein. Cuadrillas Glück – und das von UK, wenn wir die Chance ergreifen – ist, dass Bowland eines der, wenn nicht das mächtigste Schieferfeld der Welt ist. Sie sagten „ungewöhnlich mächtig“ und meinten 3000 Fuß [ca. 900 m] mächtig. Um einen Eindruck davon zu vermitteln, zeigt die Graphik oben rechts einen Vergleich zwischen der Mächtigkeit des Bowland-Feldes und Feldern in den USA.

Zurück zu den Cuadrilla-Beweisen:

2.3.3 Schiefergasoperationen müssen sich kommerziell rechnen, um praktikabel zu sein. Daher ist es notwendig, Entwicklungskosten, Marktpreise für Gas und andere Flüssigkeiten sowie weitere finanziellen Impulse und Belastungen zu betrachten. Wichtig, die Industrie braucht die Effizienz einer kleinen Zahl von Pads [?], genauso viele, wie die Bürger verlangen.

Gestatten Sie mir die Bemerkung, dass ich als Anglo-Amerikaner, der sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen hat, in UK zu leben, dass meine britischen oder zumindest englischen Landsleute nicht für Optimismus bekannt sind. Aber hinsichtlich Bowland haben wir großes geologisches Glück, und wir können es zu jedermanns Nutzen gebrauchen.

Ein Baustein dieses Glücks, auf das ich mich berufe, ist, dass die Mächtigkeit des Bowland-Schiefers auf natürliche Weise die Auswirkung von Bohrungen begrenzt. Das bedeutet, dass man systemverändernde Mengen von Erdgas potentiell aus nur einer Handvoll Bohrlöchern fördern kann. Dies beseitigt eine der großen Ängste der Öffentlichkeit. Sicher wird es die Entwicklung von Schiefergas vor der Haustür von irgendjemandem geben. Aber es werden nur Wenige sein, vor deren Haustür das passiert. Ein Hauptgrund für den Schiefer-Pessimismus in Europa war, dass „Europa zu stark bevölkert“ sei. Aber zumindest in Bowland ist dieses Hindernis nicht länger anwendbar.

Nick Grealy

Link: http://tinyurl.com/9bqlkou

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Auslösen des Eiskappen-Alarms und Ignorieren des Elefanten

PBS steht seit Langem auf der Seite des Klimaalarmismus’, dem Glauben, das anthropogene Treibhausgase das Erdklima zerstören. Die Programme und die Website von PBS enthalten Storys über schmelzende Eiskappen, stärkere Hurrikane, Überschwemmungen, Dürren, Waldbrände und selbst eine geringe Kirschenernte in Michigan. All das soll wegen der anthropogenen Emissionen von Kohlendioxid so sein, einem Spurengas in unserer Atmosphäre.

Einem objektiven Beobachter, der sich die Wissenschaft anschaut, ist die Theorie der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung unglaublich. Nur vier von jeweils 10000 Luftmolekülen sind Kohlendioxid, und das, was der Mensch davon während der gesamten Menschheitsgeschichte eingetragen hat, ist nur ein Bruchteil von einem Molekül davon. Und doch behaupten PBS und Andere, dass die CO2-Emissionen die Ursache unserer kommenden Klimazerstörung sind.

Während des Interviews erwähnte Suarez, dass das arktische Eis schneller verschwinde als die Klimamodelle vorhergesagt hätten. Dr. Meier bestätigte das und stellte fest, „…dass wir erleben, wie die Dinge so viel schneller ablaufen als nach den Modellen zu erwarten war. Die Modelle hatten angenommen, dass wir einen Sommer ohne – mit nur sehr wenig Eis zum Ende dieses Jahrhunderts sehen werden“. Für einen uninformierten Zuschauer klingt das alles sehr alarmierend.

Aber PBS und Dr. Meier haben den im Raum stehenden Elefanten ignoriert. Der Elefant ist die Eiskappe in der Antarktis. Während die Satelliten zeigen, dass das arktische Eis während der letzten 30 Jahre abgenommen hat, zeigen die gleichen Satellitendaten, dass sich die Eiskappe in der Antarktis seit 30 Jahren ausdehnt. [Siehe dazu das Bild oben rechts vom NSIDC]

Es ist interessant, dass die Klimawissenschaftler durch das zurück gehende arktische Eis so alarmiert sind. Die arktische Eiskappe macht nur etwa 1 bis 2 Prozent der Eismassen auf der Erde aus, während sich im Elefanten, der antarktischen Eiskappe, rund 90 Prozent des Eises auf der Erde konzentrieren. Die Klimamodelle haben den Rückgang des arktischen Eises unterschätzt, aber sie sind völlig durcheinander hinsichtlich der Eisausdehnung in der Antarktis. Die Daten von Dr. Meiers eigenem NSIDC [siehe Bild oben rechts] zeigen, dass die Ausdehnung des Meereises um die Antarktis im Jahr 2012 größer ist als das Mittel der Jahre 1979 bis 2000. Ich frage mich, warum er die gute Nachricht hinsichtlich des Eises in der Antarktis nicht erwähnt hat.

Die Amundsen-Scott-Station ist die derzeitige amerikanische wissenschaftliche Forschungsstation am Südpol. Seit mehr als 50 Jahren waren die USA dort präsent. Sie ist die dritte Station der USA. Die ersten beiden Stationen wurden unter der immer weiter wachsenden Schneedecke begraben. Jedes Jahr kommt es am Südpol zu einer Gesamterhöhung der Schneedecke von etwa 8 Inches [ca. 20 cm]. Die jetzige Station ist modular und steht auf Stelzen. Sie kann jedes Jahr bis über die sich akkumulierende Schneedecke angehoben werden, um die Lebensdauer zu verlängern. Im Gegensatz zu den alarmistischen Befürchtungen dehnen sich 90 Prozent der irdischen Eiskappen aus!

Steve Goreham

Steve Goreham ist geschäftsführender Direktor der Climate Science Coalition of America und Autor des neuen Buches „The Mad, Mad, Mad World of Climatism: Mankind and Climate Change Mania”.

Link: http://www.phillyburbs.com/news/local/courier_times_news/opinion/oped/sounding-the-ice-cap-alarm-while-ignoring-the-elephant/article_684f4bf8-2319-5072-b360-f64beae40064.html#user-comment-area

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Video: Faktencheck 2012 – Temperatur- Meeresspiegel- Extremwetter-CO2 Einfluss! Teil II

Klaus Eckard Puls: Faktencheck 2012 – Globale Temperatur, Meeresspiegel, Extremwetter, Gletscher und Polareis:

Vortrag von Klaus Eckard Puls: Faktencheck 2012

PD Dr. E. Schulze: Zahlen vs. Gefühl: CO2; Klima und der Mensch! Wer und was spielt eine Rolle?

PD Dr. E. Schulze: Zahlen vs. Gefühl.

Vortrag Dr. G. Stehik: Wasser und CO2 verstehen – Physikchemische Eigenschaften der  Erdoberflächenkomponenten.

Dr. G. Stehik: Wasser und CO2 verstehen




Schwierigkeiten eines Anti-Fracking-Spielfilms in Hollywood

Bild rechts: Universal Picture

Es war das übliche Hollywood-Drehbuch. Wir kennen es alle: Damon spielt einen Mann, der für eine „böse“ Ölgesellschaft arbeitet. Er kommt in eine Kleinstadt im ländlichen Amerika und verkauft den Anwohnern eine gefährliche Fracht.

Er wird Bournes Eskapaden übertrumpfen müssen: Damon, diesmal in “The Bourne Ultimatum”, drückt sich vor den Fracking-Tatsachen.

Dann bekommt er zwei Probleme – sein kaltes Geschäftsherz wird durch eine attraktive Frau unter den Einwohnern geschmolzen, und Krasinski kommt als ein Umweltaktivist ins Spiel, der enthüllt, dass die Ölgesellschaft plant, auszubeuten, zu verschmutzen und wieder zu verschwinden.

Die erschrockenen Stadtbewohner fühlen sich betrogen. Damon steht im Zwiespalt – soll er weiter für die Gesellschaft und seine Karriere arbeiten, oder soll er seinem Herzen folgen und zurückfahren in seinem weißen SUV, seine Mitarbeit in der Gesellschaft aufkündigen und die Lage retten?

Die Filmemacher waren über dieses Drehbuch so erfreut, dass sie angekündigt haben, dieses Drehbuch als einen potentiellen Oskar-Gewinner zu vermarkten.

Aber dann begannen die Schwierigkeiten.

Ich habe die Neuigkeit aufgedeckt, dass es bei „Promised Land“ um Fracking geht, und jetzt kann ich enthüllen, dass in dem Drehbuch wegen der Beweise aus der wirklichen Welt, dass die Anti-Fracking-Aktivisten die wirklichen Bösewichte sind, einige sehr hastige Umschreibungen vorgenommen wurden.

In einer Gerichtsverhandlung nach der anderen wurde bewiesen, dass Anti-Fracking-Aktivisten des Betrugs und der Fehlinterpretation schuldig waren.

Da gab es die Ortschaft Dimock in Pennsylvania – die wahrscheinliche Inspiration für den Film „Promised Land“, der ebenfalls in Pennsylvania spielt. Von Dimock war in zahllosen Reportagen die Rede, wobei sogar Hollywood-Berühmtheiten 11 Familien mit Wasser versorgten, die behauptet hatten, dass Fracking ihr Wasser vergiftet und ihr Leben zerstört hätte.

Aber noch während der Produktion von “Promised Land” brach die Geschichte von Dimock zusammen. Der Staat untersuchte, und seine Wissenschaftler fanden nichts, was beanstandet werden müsste. Dann bestanden die 11 Familien darauf, dass Wissenschaftler der EPA den Fall untersuchten. Das haben sie auch getan – und sehr zum Missfallen der Umweltbewegung fanden sie heraus, dass das Wasser nicht vergiftet war.

Dann waren da die Wolf Eagle Environmental Engineers in Texas, eine Gruppe, die ein beängstigendes Video über brennende Wasserhähne produziert und behauptet hatte, dass eine Gasgesellschaft das Wasser vergiftet hätte. Aber ein Richter hat herausgefunden, dass das Video ein glatter Betrug war – Wolf Eagle hatte einfach die Gasleitung an einen Schlauch angeschlossen und das Wasser dann angezündet.

Andere Fälle von „Verschmutzung” kollabierten in Wyoming und Colorado. Selbst Josh Fox, der mit seiner Oskar-nominierten Dokumentation „Gasland“ als Erster Sorgen über brennbares Wasser erzeugt hat, hat zugeben müssen, Beweise dafür zurückgehalten zu haben, dass das Fracking dafür nicht die Ursache war.

Diese Betrügereien und Fehlinterpretationen führten zu massiven Problemen für das Drehbuch von Damon/Krasinski zum Thema „was uns als Nation definiert“.

Schließlich fanden sie dem Film nahe stehenden Kreisen zufolge eine Lösung – sie sagen einfach, dass die Anti-Fracking-Betrüger in Wirklichkeit Geheimagenten der Industrie der fossilen Treibstoffe sind, um die Umweltbewegung zu diskreditieren.

In dem überarbeiteten Drehbuch stellt Damon Krasinski als Betrüger dar – nur um feststellen zu müssen, dass die von Krasinski verkörperte Figur tief undercover für die Ölindustrie arbeitet, um die Gegner des Fracking zu beschmutzen.

Hollywood macht sich Sorgen über die abnehmende Zahl von Kinobesuchern; es macht das Internet und die Rezession dafür verantwortlich. Aber das wirkliche Problem könnte viel näher liegen.

Damon und Krasinski sagten, dass sie einen Film produzieren, der „uns als Nation definiert“. Dann aber bugsierten sie Ideologie in das Drehbuch – und als die Ereignisse in der realen Welt zum Problem wurden, bugsierten sie noch mehr Ideologie hinein.

Die einfache Wahrheit bzgl. Fracking ist, dass sehr viel der Opposition dagegen von überführten Lügnern, Scharlatanen und Betrügern getrieben wird – einige getrieben durch Zelotismus, andere durch die Gier, einen großen Gerichtsprozess zu gewinnen.

Ein Krieg ist in einigen Gebieten von Amerika im Gange zwischen verarmten Anwohnern und urbanen Eliten. Diese Eliten greifen zu Betrug, Übertreibung und zur Macht von Prominenten, um ländliche Gemeinden daran zu hindern, durch Bohrungen nach Gas zu erblühen.

Das klingt nach einem großartigen Korsett für einen Film. Unglücklicherweise für Amerika wird aber Hollywood irgendwann demnächst keinen solchen Film produzieren.

Phelim McAleer is a journalist and the director of “FrackNation,” a documentary about fracking.

Link: http://www.nypost.com/p/news/opinion/opedcolumnists/for_his_next_escape_x46uFSONrAaCey67ZzZV0I

Übersetzt von Chris Frey EIKE