An der Lebenswirklichkeit vorbei

Das Urteil eines ehemaligen DDR-Bürgers zur Energiewende und seine auf der damaligen Lebenswirklichkeit basierenden Analogieschlüsse zum real existierenden Sozialismus (Marxismus/Leninismus) wurden von der FAZ in einem als ungewöhnlich umfangreich zugelassenen Leserbrief vom 3.11.2012 abgedruckt. Trotz der erkennbaren Meinungspaltung der FAZ-Redaktion in der Energie- und Klimafrage sowie der dadurch bedingten, oft nicht sachgerechten Berichterstattung ist der FAZ zum Abdruck des Leserbriefs zu gratulieren. Mit Erlaubnis des Leserbriefverfassers, Herrn Daniel J. Hahn, der Leserbrief nachfolgend in Originallänge:
Zur Berichterstattung über das EEG und die Energiewende: Als wir nach der Revolution im Herbst 1989 aus der DDR zum ersten Mal in die Bundesrepublik fuhren, trafen wir dort Menschen, die viel geschaffen hatten. Die Wohnsiedlungen waren unglaublich aufgeräumt, die Städte sauber und die Autos, verglichen mit unseren Fahrzeugen, technisch schon weit ins nächste Jahrtausend vorausgeeilt. Hoher Sicherheitsstandard, niedriger Verbrauch und kaum Schadstoffe im Abgas. Kurz: So wie es hier aussah, sollte es auch bei uns bald aussehen.
In unglaublicher Aufbruchstimmung sortierten die Menschen ohne gesetzliche Vorgaben ihre alten Autos aus und kauften neue nach westlichem Standard. Die alte Ofenfeuerung mit Braunkohlebriketts verschwand, und neue Heizungssysteme, moderner als viele in den alten Bundesländern, wurden eingebaut. Der technologische Standard der alten Bundesrepublik war der Ausweis für die Überlegenheit und den Erstrebenswert des Systems der Bundesrepublik. Dennoch lastete von Beginn der Vereinigung der beiden deutschen Staaten an eine unsichtbare Last auf der Entwicklung. Nicht alle freuten sich ungeteilt über unser Glück.  Der moralische Zeigefinger wurde allzu bald erhoben, technischer Fortschritt war für einige im Westen eben nicht erstrebenswert. Die Grünen forderten gar 5 DM pro Liter Benzin und konnten vom alten Kampf gegen die Kernkraft, der in Wahrheit der Kampf ihrer alten Bewegung gegen das System Bundesrepublik war und ist, nicht lassen. Nicht ohne Grund enden die Standardwerke dieser Bewegung von Jungk und Pausewang im nationalsozialismusgleichen Polizeistaat.
Die alten Parolen wurden wie die Monstranz der immergrünen Moral auch in das wiedervereinte Deutschland getragen. An unserer Lebenswirklichkeit aber, dem Drang, Verpasstes aufzuholen, ging dieser Kampf gegen die Technik völlig vorbei. Dementsprechend schwach waren und sind die Grünen auch in der Politik der neuen Bundesländer vertreten.  Erst mit der Abwahl der Bundesregierung unter Helmut Kohl und dem Antritt der ersten rot-grünen Bundesregierung 1998 erhielt der alte Straßenkampf gegen die sogenannte Atomlobby neuen, vor allem institutionalisierten Schwung. Das alte sinnstiftende Symbol wurde sehr schnell mit dem Atomkompromiss gekrönt und vermittels EEG ein Instrument geschaffen, welches den Sieg des quasianarchistischen Technikressentiments über die mit dem Staat gleichgesetzte Hochtechnologie Kernkraft besiegeln sollte. Die technologisch unterentwickelten und unterlegenen Alternativen Photovoltaik und Windkraft sollten, koste es, was es wolle, gefördert werden. Gleichzeitig wurde ein Fahrplan zum Ausbau der sogenannten erneuerbaren Energien entwickelt, an dessen Zielpunkt nicht nur die gehassten Kernkraftwerke ersatzlos gestrichen, sondern auch die Kohle als Brennstoff aus der Elektrizitätsgewinnung verschwinden sollte. Treu der Devise, die Sonne schreibt keine Rechnung, wird nun gefördert auf Teufel komm raus. Und die 1989 endlich abgestreifte, weil gescheiterte Planwirtschaft hat uns wieder. Was im Konsumsystem der DDR schon absurd genug war – ein Kleintierzüchter durfte seine Tiere gegen einen garantierten Abgabepreis an die Handelsorganisation der DDR verkaufen: diese Tiere wurden dann an der Ladentheke meist mit einem deutlich niedrigeren Preis wieder verkauft. Es wäre hier schon einfacher gewesen, man verspeiste sein Federvieh und schickte nur noch eine Rechnung, um die Differenz zu kassieren.
Wie nun beim EEG waren die Bewohner der städtischen Mietwohnungen benachteiligt. Die Analogien im EEG mit seinen garantierten Phantasieeinspeisevergütungen sind leider zu frappierend und zeichnen den Weg zumindest des Gesetzes, wenn nicht des Staates, aus wirtschaftlicher Notwendigkeit heraus, vor. Hier profitieren zumeist wohlhabende Grund- und Hauseigentümer sowie Finanzierungsgesellschaften von der von Rot-Grün entgegen der krokodilstränenschwangeren Sozialrhetorik betriebenen Wohlstandsumverteilung von unten nach oben. Fiel die Umlage wegen der zu geringen Zahl installierter Anlagen zunächst kaum ins Gewicht, rollt nun eine Kostenlawine, die ohne den Kraftakt der sofortigen Streichung der Subventionen und aller im Gesetz festgelegten Garantien, nicht mehr zu stoppen ist. Mit bis heute fast einhundert Milliarden Euro haben die Kunden der Elektrizitätsversorger Windkraftwerke, Solaranlagen und in geringerer Zahl andere sogenannte Erneuerbare subventioniert. Im Jahr 2012 allein beläuft sich die Umlage auf knapp zwanzig Milliarden Euro. Selbst wenn ab 2013 die Förderung für Neuanlagen wegfiele, müssten wegen der für zwanzig Jahre gesetzlich garantierten Einspeisevergütung bis 2032 fast vierhundert Milliarden Euro von den Verbrauchern aufgebracht werden. Dabei ist der Anteil der sogenannten Erneuerbaren mit zirka zwanzig Prozent am derzeitigen Energiemix eher gering und nicht einmal grundlastfähig. Da aber die Bundesregierung bis 2035 die Hälfte des Energiemixes aus sogenannten Erneuerbaren stellen will, kann sich jeder ausrechnen, wie teuer die Aufgabe wird. Abhilfe durch eine neue Regierung ist kaum zu erwarten, schließlich findet sich kein führender Politiker, egal, welcher Couleur, der den Sinn der Energiewende öffentlich bezweifelt: Die Energiewende ist richtig, weil sie wahr ist! Bundesumweltminister Peter Altmaier sprach auf dem Deutschlandtag der Jungen Union jüngst von einem unumkehrbaren Projekt, über dessen Richtigkeit er in einigen Jahrzehnten mit Phillip Mißfelder in einem Berliner Kaffe urteilen will.
Was in der ideologischen Ecke der bundesrepublikanischen Systemgegner, assistiert von der Stasi, begann, hat sich nun zu einem veritablen Monster ausgewachsen, dessen Protagonisten die Alternativlosigkeit beschwören. So ähnlich konnten wir das vor 1989 schon im Marxismus-Leninismus hören, und dieses Projekt ist mit ungeheuren Opfern gescheitert. Deshalb muss ich laut ausrufen: hört auf!
Daniel J. Hahn, Bad Grönenbach
Es sei als Abschlussbemerkung erlaubt, an die offiziell genannten Gründe der Energiewende zu erinnern. Zuerst war es CO2-Vermeidung für den „Klimaschutz“, danach die KKW-Havarie in Fukushima, bei der kein Strahlungsopfer zu beklagen war. Eine Ethik-Kommission, die als Mitglieder einen Erz-, einen Landesbischof und den Vorsitzenden des Zentralkomitees deutscher Katholiken, aber keinen Energieexperten aufwies, wurde für die Entscheidung gegen die deutsche Kernkraft und für die Energiewende herangezogen.
Für einen wissenschaftlich kundigen, unvoreingenommenen Beobachter ist es angesichts der Messdaten nicht nachvollziehbar, wie die theoretisch bekannte, äußerst geringfügige Erwärmungswirkung des anthropgenen CO2 einen maßgebenden Einfluss auf Erdtemperaturen ausüben kann. Aus diesem Grund müssen schließlich Klimamodelle bemüht werden, deren Fragwürdigkeit notorisch ist. Die CO2-Gesamtbilanz der „Erneuerbaren“ ist zudem ein Nulleffekt.
Warum ausgerechnet von den sichersten Kernkraftwerken der Welt eine derartige Gefahr ausgehen soll, dass ihre sofortige Abschaltung notwendig wird, erschließt sich ebenfalls nicht.
Dem Leserbriefschreiber, Herrn Hahn, ist daher in seiner Analyse zuzustimmen, dass die Energiewende als Instrument längst bekannter ideologischer Gruppierungen dient, um das verhasste Erfolgsmodell „Industrienation Deutschland“ aus den Angeln zu heben. Hierbei werden sie von konkurrierenden Industrienationen vermutlich sogar mit stillem Wohlwollen bedacht – fällt doch ein lästig erfolgreicher Konkurrent auf dem Weltmarkt zukünftig weg. Erschreckend ist, wie sich eine intelligente Nation durch Ideologen in Schockangststarre vor der Kernenergie treiben und auf den Weg in ungeeignete Methoden der Stromerzeugung lenken lassen konnte. Wir haben es offenbar wieder mit dem historisch bekannten Konformitätsphänomen der Deutschen zu tun. Die Gründe, warum die deutsche Intelligenz sich wieder vor einen ideologischen Karren mit hohem Unheilspotential spannen lässt, sind die gleichen wie in der Vergangenheit:
1. Unterschätzung der Gefahr.
2. Karriere-, Konformitäts-, Konsens- und Profitstreben von Unternehmen und von Einzelnen.
3. Bequemlichkeit und mangelnde Zivilcourage.
Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke
EIKE-Pressesprecher




Tausende Straßenlampen ausgeschaltet, um Kohlenstoff-Ziele zu erreichen

Bilder rechts: Lichter an der Autobahn Photo: ALAMY
Weite Gebiete in UK werden in Dunkelheit gestürzt, weil immer mehr Straßenlampen von den Verwaltungen ausgeschaltet werden.
Lichter werden ausgeschaltet, an Autobahnen und Hauptstraßen, in Stadtzentren und Wohnstraßen sowie an Fuß- und Radwegen. Damit wollen die Verwaltungen Kosten für Energie sparen und den Zielen der Reduktion von Kohlenstoffemissionen näher kommen.
Sie machen diesen Schritt trotz der Warnungen von Sicherheitsleuten und der Polizei vor einer Zunahme von Verkehrsunfällen und der Kriminalität.
Das ganze Ausmaß des Blackouts kann hier nach Untersuchungen des Sunday Telegraph eingesehen werden – welche an dem Tag erscheint, an dem die Uhren eine Stunde zurück gestellt werden, wodurch es am Abend noch früher dunkel wird. Wir haben gefunden:
● 3080 Meilen Autobahnen und Fernstraßen in England sind vollständig unbeleuchtet;
● Weitere 47 Meilen sind zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens unbeleuchtet, einschließlich einer der belebtesten Autobahnen, und zwar der M1 zwischen Luton und Milton Keynes;
● von 134 Verwaltungen, die auf eine Umfrage geantwortet haben, sagten 73%, dass sie einige Lichter ausgeschaltet oder gedimmt haben bzw. vorhaben, das zu tun
● Alle 27 Landkreisverwaltungen in England haben in ihrem Bereich Straßenlaternen ausgeschaltet oder gedimmt.
Die große Mehrheit der Verwaltungen hat beschlossen, nachts die Lichter auszuschalten mit der Begründung, dass man sie nicht mehr so braucht, während andere Lampen mit Dimmerfunktion installiert haben.
Lokale Behörden sagen, dass diese Maßnahmen helfen, die Energiekosten zu senken, und das zu einer Zeit, in der die Preise immer weiter steigen. Viele der großen Energieunternehmen haben während der letzten Wochen Preissprünge angekündigt, einschließlich British Gas, npower und EDF Energy – letztere hat diese Woche gesagt, dass es seine Standardpreise für Gas- und Stromverbraucher um 10% erhöhen werde.
Einige Verwaltungen erwarten, hunderttausende Pfund einzusparen, indem nachts die Lichter ausgeschaltet oder mit Dimmerschaltern betrieben werden.
Allerdings geben einige Verwaltungen zu, dass es während der nächsten vier oder fünf Jahre noch keine Einsparungen geben werde, und zwar wegen der Kosten für neue Lampen, Dimmerschalter und komplexe Kontrollsysteme.
Und einige Verwaltungen – ebenso wie Autobahn-Direktionen, die für Autobahnen und Hauptfernstraßen zuständig sind – sagen, dass die Lichter ausgeschaltet werden, um „grünen“ Zielen zur Reduktion von Kohlenstoffemissionen durch Stromsparen zu dienen.
Kritiker sagen, dass das Ausgeben öffentlicher Gelder zum Erreichen dieser Ziele in einer Zeit der Rezession völlig unangebracht ist.
Die zunehmende Verbreitung von Blackouts wurde vergangene Nacht von Sicherheits- und Automobilorganisationen kritisiert. Sie sagen, dass die ökonomischen und umweltlichen Vorteile überbetont werden, und warnten davor, dass weniger Straßenbeleuchtung zu mehr Verkehrsunfällen und verstärkter Kriminalität führen werde.
Ein Sprecher der Royal Society for the Prevention of Accidents [etwa: Gesellschaft zur Verhinderung von Unfällen] sagte: „Die Beleuchtung reduziert nicht nur das Risiko von Verkehrsunfällen, sondern auch deren Schwere. Umfragen haben ergeben, dass die Öffentlichkeit die Straßenbeleuchtung als einen Weg begrüßt, die Sicherheit auf den Straßen zu verbessern und dass man sie in manchen Gebieten noch verbessern könne.
Es gibt wirtschaft- und umweltliche Gründe, warum einige Organisationen sich wünschen könnten, die Beleuchtung zu reduzieren. Allerdings gibt es Sicherheitsgründe, warum die Beleuchtung verfügbar sein muss“.
Paul McClenaghan, kommerzieller Direktor bei Halfords, sagt: „geringe oder gar keine Beleuchtung kann es für Autofahrer sehr schwierig machen, nachts Gefahren oder Objekte klar zu erkennen. Außerdem zeigen Zahlen der Regierung, dass die Unfälle in der Woche nach der Umstellung der Uhren zunehmen. Daraus wird ersichtlich, dass zu dieser Jahreszeit zusätzliche Aufmerksamkeit erforderlich ist. Das gilt für Auto- und Radfahrer ebenso wie für Fußgänger.“
Paul Watters, Chef der Verkehrspolizei bei der AA [Automobile Association, Britischer Automobilclub] sagte: „Wir wissen, dass sich die meisten Unfälle bei Dunkelheit ereignen. Außerdem ist [das Licht] für die Leute angenehm, vor allem wenn sie spätabends mit einem Spätzug irgendwo ankommen. Es gibt auch Hinweise auf zunehmende Kriminalität. Also könnten die Maßnahmen zwar Geld sparen hinsichtlich des Energieverbrauchs, aber dann muss man auch die Kosten hinsichtlich Sicherheit und Unfällen betrachten, die möglicherweise höher sind. Wir haben sogar gehört, dass einige Milchmänner Schwierigkeiten haben. Die Verdunkelung könnte also sogar Folgen haben, an die man gar nicht denkt.
Autobahnbenutzer mögen sich ständig ändernde Situationen nicht, von hell nach dunkel und von dunkel nach hell, aber ich denke, wir sollten uns nicht dafür aussprechen, überhaupt keine Beleuchtung zu haben. Sie ist äußerst komfortabel für die Fahrer, vor allem bei schlechtem Wetter“.
… [Hier folgt eine längere Auflistung von Zahlen und Ortsangaben, die für den Kontext des Artikels nicht so relevant sind. Man klicke auf den Originallink. A. d. Übers.]
In vielen Gebieten gab es Klagen von Anwohnern.
Caroline Cooney, eine Schauspielerin, die sich am Hertfordshire County Council über das Ausschalten der Lichter nach Mitternacht nahe ihrer Wohnung in Bishop’s Stortfort beklagte, sagte, sie sehe sich einem „Schwarzen Loch“ gegenüber, wenn sie von ihrer Arbeit im West End von London nach Hause käme.
„Meine Straße ist vollständig von großen Bäumen gesäumt, und ich kann die Hand vor meinen Augen nicht sehen”, sagte sie.
Mrs. Cooney, die in Gregory’s Girl auftritt, sagte, dass die Menschen dadurch gefährdet werden und dass die Verwaltung im Grunde eine „mitternächtliche Sperrstunde für die Bewohner einführe, die nicht blind nach Hause gehen wollen“.
„Als ich nach Hause kam, war es außerhalb der Station wie ein Schwarzes Loch”, sagte sie, „ich kann es einfach nicht riskieren, in etwas nach Hause zu gehen, was effektiv wie absolute Schwärze daher kommt.“
Die Verwaltung jedoch sagte ihr, dass sie „nicht maßgeschneiderte Straßenbeleuchtung für die speziellen Erfordernisse eines jeden Einzelnen zur Verfügung stellen kann“.
Claire Duffin
Link: http://www.telegraph.co.uk/news/9637929/Street-lights-turned-off-in-their-thousands-to-meet-carbon-emission-targets.html#
Übersetzt und mit einer Einführung versehen von Chris Frey EIKE




Eine Erwiderung auf die Rufe der Alarmisten bzgl. SANDY

Bild rechts: Graphik vom 21.8.2012 aus meinem Beitrag mit dieser Vorhersage.
Das Hauptargument der Alarmisten über SANDY ist die einfache Tatsache, dass die Flutwelle von SANDY, die New York City heimgesucht hat, „alle Rekorde gebrochen“ hat. Dies gibt den Alarmisten die Gelegenheit, ihr Lieblingswort wieder hervorzukramen, „noch nie dagewesen“ [unprecedented]. Sie lieben dieses Wort, weil daraus hervorgeht, dass etwas „ohne Präzedenz ist; noch niemals erlebt worden oder bislang unbekannt; beispiellos und ohne Parallele ist“. Irgendwie bringen sie es fertig, sich selbst davon zu überzeugen, dass etwas drunter und drüber geht; dass etwas schrecklich falsch ist.
Es gibt zwei gute Möglichkeiten, solche Leute zu beruhigen. Erstens ist es hilfreich, ihnen zu erklären, dass jedes neugeborene Kind „noch nie dagewesen“ oder „ohne früheres Beispiel, niemals zuvor bekannt und ohne Parallele“ ist, weil jedes Neugeborene Fingerabdrücke hat, wie sie in der Welt noch nie gesehen worden sind. Daher besteht kein Grund zur Panik. Tatsächlich ist ein neugeborenes Baby, sind Neuigkeiten allgemein etwas sehr Erfreuliches. Ohne Neuigkeiten würde das Leben ziemlich langweilig werden.
Tatsächlich ist das auch der Grund, warum es so viel Spaß macht, das Wetter vorherzusagen, selbst wenn man damit Gefahr läuft, geschmäht zu werden. Das Wetter erzeugt immer Dinge, die niemals zuvor gesehen worden waren. Wetter ist für immer frisch und neu.
Der zweite Weg, die Alarmisten ruhig zu stellen, besteht darin, darauf hinzuweisen, dass es auch zuvor schon zu Hurrikanen gekommen ist, von denen einige tatsächlich schlimmer waren. Alarmisten werden dann natürlich einwenden, das kein Sturm jemals so schlimm wie SANDY war, weil keiner eine so gewaltige Flutwelle in New York hat entstehen lassen. An diesem Punkt muss man ihren Handrücken tätscheln und ihnen beruhigende Dinge sagen. Und dann muss man sie fragen, wie viel sie von dem Sturm im Jahr 1821 wissen, der den „bisherigen Rekord“ gehalten hat.
Die meisten Alarmisten studieren die Geschichte kaum. Unglücklicherweise wollen die meisten das auch gar nicht. Sie haben ihre Gehirne festgelegt, weil sie nach Unmöglichem mit der Bezeichnung Abschluss“ hungern, was den Nebeneffekt hat, einen verschlossenen Geist zu kreieren. Wenn man sie jedoch verhätschelt und sie auffordert, „einfach mal des Spaßes wegen zuzuhören“, könnte man sie dazu bringen, sich die Geschichte des Großen Orkans von 1821 anzusehen.
Anders als SANDY trödelte dieser Hurrikan nicht. Er kam die Ostküste herauf gestürmt und traf New York nur wenige Stunden, dann war er schon wieder weiter gezogen. Die Menschen damals berichteten von einer Flutwelle, die um 13 Fuß [fast 4 m] über dem mittleren Hochwasser gelegen habe; jedoch haben die gründlichsten Studien eine Flutwelle mit einer Höhe von 11,2 Fuß [ca. 3,5 m] ergeben. SANDY erreichte 13,88 Fuß [wenig über 4 m]. (Man kommt nicht umhin zu bemerken, wie viel wissenschaftlicher wir geworden sind. Im Jahr 1821 haben sie eine Flutwelle nur in Zehntelfuß gemessen. Heute messen wir in Hundertstel).
Einfache Arithmetik ergibt, dass das Hochwasser des Sturms 1821 um 2,68 Fuß niedriger lag als bei SANDY. Allerdings ist das Interessante am Sturm von 1821, dass dessen Flutwelle während eines ausgeprägten Niedrigwassers erfolgte. Die Tide in New York schwankt grob gesagt um 6 Fuß [ca. 1,8 m] zwischen Ebbe und Flut. Um fair zu sein, sollte man also zu der Flutwelle von 1821 6 Fuß hinzu addieren, wenn man diesen Sturm mit der Flutwelle von SANDY vergleichen will. Damals, im Jahr 1821 wäre dabei eine Flutwelle mit einer Höhe von 17,2 Fuß herausgekommen [ca. 5,3 m].
Außerdem muss man den Vollmondeffekt während des Durchzugs von SANDY bedenken. Dies addiert einen weiteren Fuß zum Hochwasser. Im Jahr 1821 hätte sich damit eine Fluthöhe von 18,2 Fuß ergeben.
Joe D’Aleo von WeatherBELL brachte noch einen weiteren faszinierenden Faktor ins Spiel: 1821 markierte das Ende der Kleinen Eiszeit, während der sich die Ozeane stark abgekühlt hatten. Weil sich Wasser beim Abkühlen zusammenzieht, lag der Meeresspiegel damals etwa um 1 Fuß niedriger als heute. Daher muss man der Fairness halber noch 1 weiteren Fuß zum Sturm von 1821 addieren, was dann insgesamt eine Fluthöhe von 19,2 Fuß ergibt.
Joe Bastardi, ebenfalls bei WeatherBELL, kann es sogar noch besser. Alles, was man tun muss ist, die Zugbahn des „Long Island-Hurrikans“ aus dem Jahr 1938, der in letzter Minute nach Nordwesten abdrehte, um etwa 80 Meilen [ca. 129 km] weiter nach Westen bis Südwesten zu verlegen. Dann hätte man eine Flutwelle deutlich über zwanzig Fuß erhalten, die sich den Hudson River aufwärts bewegt hätte. Das kommt praktisch einem Tsunami gleich, der wahrscheinlich noch Albany erreicht hätte.
Mit anderen Worten, SANDY war nicht so stark. In mancher Hinsicht war SANDY im Vergleich zu 1821 ein Schwächling und ein nicht perfekter Sturm. Damals wurden Schornsteine in Philadelphia vom Dach gefegt, ganze Häuser in New York City zum Einsturz gebracht und Wälder in ganz Neuengland flach gelegt.
Schlussfolgerung: Es hätte für New York City noch viel schlimmer kommen können, selbst wenn Stürme keineswegs „beispiellos“ wären. Es hätte schon durch normale Ereignisse schlimmer kommen können!!!!
Es hilft viel, so etwas zu sagen, wenn man aufgeregt ist. Alarmisten können wütenden Typen besser zuhören als einem langweiligen, gesunden Verstand.
Es würde sogar noch mehr helfen, wenn man sie am Schlafittchen packt und sie wiederholt schüttelt. Ich selbst würde ihnen dann das hier entgegen schmettern:
„Ihr Dummköpfe! Wir haben seit Jahrzehnten gewusst, dass die U-Bahn-Tunnel in New York in einem vollendeten Sturm geflutet werden würden. Es war eine echte Bedrohung. Warum haben wir nicht Fluttore gebaut, die die U-Bahn im Falle einer Flutwelle oder sogar eines Tsunamis hermetisch verschlossen hätten? Warum haben wir stattdessen Milliarden für Windmühlen und Solyndra ausgegeben? …“
Von diesem Punkt könnte man weitergehen, aber in einigen Fällen werden alle Bemühungen vergeblich sein. Man darf nicht aufhören, es zu versuchen, weil man nie weiß, wann ein Idiot zur Besinnung kommt, aber man sollte im Falle eines Scheiterns nicht entmutigt sein, weil den Alarmisten die Wahrheit zu erklären bedeutet, sie zu beschmutzen.
Guest Blogger Caleb Shaw
Link: http://wattsupwiththat.com/2012/11/02/a-reply-to-hurricane-sandy-alarmists/#more-73621
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Hurrikan SANDY – Fanal der Klima-Alarmisten?

Über die gesellschaftlichen, politischen oder sonstigen Umstände von SANDY wird an anderer Stelle zur Genüge geredet. Für mich als Synoptiker ist ein ganz anderer Aspekt interessant, den ich hier in aller Kürze erläutern möchte, und den ich bisher nirgendwo angesprochen gesehen habe. Ich meine seine Zugbahn. Er hätte nämlich eigentlich gar nicht das US-Festland erreichen dürfen.
Hurrikane, die im subtropischen Atlantik entstehen, driften zunächst nach Westen und drehen dann mehr oder weniger weit von der US-Küste entfernt nach Norden ein. Er folgt damit der Vorgabe durch den subtropischen Hochdruckgürtel und als Teil davon beispielsweise einem ausgeprägten Azorenhoch. Diese Gebilde werden bekanntlich im Uhrzeigersinn von den Luftmassen umkreist. Wegen der stark ostwärts vorspringenden US-Ostküste treffen sie dabei dann und wann auch auf das Festland, und in Washington und New York war SANDY keineswegs der erste Hurrikan dieser Art. Folgende Abbildung illustriert dies:

Abbildung 1: Zugbahn aller atlantischen Tropenstürme im Jahr 2011, das hier stellvertretend auch für andere Jahre steht. In der Quelle oben links im Bild findet man auch für alle anderen Jahre ein ähnliches Bild. (Quelle: http://www.wunderground.com/hurricane/at2011.asp)
Erfolgt dieses Eindrehen nach Norden ausreichend weit von der US-Küste entfernt, trifft der Sturm irgendwann auf den Jet Stream der Polarfront und dreht dann nach Nordosten und später Osten ein. Kommt er dort entwicklungsgünstig auf der Vorderseite eines Kurzwellentroges zu liegen, wird daraus ein ganz normales Tiefdruckgebiet der gemäßigten Breiten, allerdings in der Regel ein sehr Gewaltiges. Ein Wirbelsturm besteht nämlich hinsichtlich Temperatur und Feuchtigkeit (isentrop) aus der wärmstmöglichen Luftmasse überhaupt. Er liefert also noch mehr Energie als der normale Temperaturgegensatz zwischen hohen und niedrigeren Breiten. Die Folge ist in aller Regel die Bildung eines riesigen Orkanwirbels, meistens mit Zentrum bei Island. Aber was ist an einem Orkanwirbel bei Island so abnorm?
Manchmal beschleunigt sich die Verlagerung in der Westwindzone noch, und das Gebilde zieht jetzt als ganz normales Sturmtief nach Mitteleuropa. Trifft er jedoch in der Region der Polarfront entwicklungsmäßig auf eine für seine Weiterentwicklung "ungünstige" meteorologische Konstellation, dann löst er sich sang- und klanglos auf.
Aber zurück zu SANDY. Auch dieser Sturm hat sehr weit östlich der US-Küste nach Norden eingedreht. Dann allerdings, etwa bei Erreichen des 40. Breitengrades, ist er plötzlich wieder nach Westen eingeschwenkt. Diesen Vorgang haben selbst die numerischen Modelle nur unter Schwierigkeiten erfasst, wie man hier (auf Deutsch bei EIKE hier) sehen kann. Seine Zugbahn zeigt die folgende Abbildung:

Abbildung 2: Zugbahn aller Hurrikane dieses Jahres 2012. Etwas aus dem Rahmen fällt SANDY schon seit seiner Entstehung, aber man erkennt, wie ungewöhnlich das Eindrehen nach links ist. (Quelle: http://www.wunderground.com/hurricane/at2012.asp)
Bemerkenswert ist dies auch deshalb, weil Labilitätswirbel die Wärme von unten brauchen (s. nächster Abschnitt). SANDY wurde aber mit dem Eindrehen nach links direkt über deutlich kälteres Wasser getrieben, bevor er auf das Festland traf. Dies verdeutlicht Abbildung 3:

Abbildung 3: Zugbahn von SANDY. Erkennbar ist auch, dass SANDY zu keiner Zeit ein besonders starker Hurrikan war. Die folgende Tabelle zeigt die Übersicht über alle vom Hurrikan-Zentrum in Miami registrierten Tropenstürme dieses Jahres in chronologischer Reihenfolge:

Tabelle: Liste aller Tropenstürme im Jahr 2012. Beim Anklicken des Namens (in der Quelle) kann man sich jede Zugbahn einzeln darstellen lassen. (Quelle: http://www.wunderground.com/hurricane/at201218.asp)  
Warum also ist diese Zugbahn so bemerkenswert? Hierzu muss man etwas weiter ausholen.
Sturmwirbel – Wirbelsturm
Wir wollen uns zunächst einmal DEN Unterschied zwischen einem tropischen Wirbelsturm und einem außertropischen Sturmwirbel der gemäßigten Breiten ansehen. Ein Wirbelsturm bezieht seine Energie aus der vertikalen Temperaturdifferenz zwischen unteren und oberen Luftschichten. Je stärker Temperatur und Feuchtigkeit mit der Höhe abnehmen, umso brisanter wird die Lage. Man spricht von Labilität. Ein Wirbelsturm ist also ein Labilitätswirbel, der in einer ringsum gleichartigen Luftmasse ohne jeden horizontalen Temperaturgegensatz entsteht.
Die Sturmwirbel unserer gemäßigten Breiten beziehen ihre Energie dagegen aus dem horizontalen Temperaturgegensatz zwischen hohen und niedrigen Breiten. Je schärfer dieser sich in der Westwindzone der gemäßigten Breiten konzentriert, umso intensiver werden die sich bildenden Tiefdruckgebiete ausfallen. Damit wird auch klar, welcher Unsinn es ist, in einer vermeintlich wärmer werdenden Atmosphäre davon auszugehen, dass Sturmwirbel wie KYRILL in Mitteleuropa immer häufiger und stärker werden. Das Gegenteil ist der Fall, wie jedermann im Verhältnis Sommer – Winter jedes Jahr nachvollziehen kann. Im Sommer gibt es nämlich fast nie große atlantische Orkanwirbel!
Die ungewöhnliche Zugbahn von SANDY
Aber jetzt wieder zurück zu unserem Wirbelsturm. Er traf noch als Hurrikan, also als Labilitätswirbel, auf einen besonders stark ausgeprägten Polarfront-Jet. Die kanadische Kaltluft war bereits in Hochform. Dieser Vorgang führt schon für sich allein zu markanten Wettererscheinungen, nach denen jedoch dort drüben wegen deren Normalität kein Hahn kräht. Anders war es jedoch, als SANDY seinen ungeheuren isentropen Energievorrat mit ins Spiel brachte. Nun wollen wir aber endlich die Frage beantworten, warum SANDY überhaupt nach Westen eingeschwenkt sein könnte. Damit kommt man auch zu dem, was indirekt daraus für uns in Mitteleuropa folgen könnte.
Der Autor hat bei EIKE schon früher in einem Kommentar zum Beitrag über die Eisschmelze in Grönland darauf hingewiesen, dass dies ebenso wie der sehr starke Eisrückgang in der Arktischen See in diesem Jahr ein Zeichen für einen größeren Wärmevorrat in arktischen Breiten ist. Dies bedeutet einen besonders geringen horizontalen Temperaturgegensatz zwischen Nord und Süd. Ein Maß hierfür ist die NAO, die sich seit Monaten in einer starken Negativ-Phase befindet. In solchen Fällen ist der Westwindimpuls (der zonale Grundstrom) nur schwach ausgeprägt. Häufig bilden sich dabei im 500-hPa-Niveau in hohen nördlichen Breiten Hochdruckgebiete. An ihrer Südseite herrscht also nicht der normale West-, sondern Ostwind. Das lässt folgende Schlussfolgerung zu:
Offenbar ist dieses Phänomen in diesem Herbst 2012 so stark ausgeprägt, dass selbst intensive Wettersysteme davon gesteuert werden. Das könnte der Grund sein, dass SANDY nach Westen gesteuert wurde. Man spricht in solchen Fällen von einer „Zirkulations-Anomalie“. („Anomalie“ heißt hier, dass es nicht in jedem Jahr vorkommt. Es kommt aber immer wieder vor. Das jegliche Fehlen solcher Anomalien wäre also in jedem Fall höchst anomal! Dies nur am Rande). Eine solche Anomalie ist keine kurzfristige Wetterphase, sondern kann mehrere Monate dauern, häufig sogar mehr als ein Jahr. Sehr ausgeprägt zeigte sich eine solche Anomalie 1962/63.
Folge für Mitteleuropa: Sollte diese Anomalie im kommenden Winter immer noch vorhanden sein, besteht eine sehr hohe statistische Wahrscheinlichkeit für einen kalten oder sehr kalten Winter bei uns. Dieser würde dann nicht nur zwei Wochen dauern wie im Februar dieses Jahres, sondern mehrere Monate. Natürlich gibt es auch in den kältesten Wintern immer wieder kurzfristige Tauwettereinbrüche, die aber das Gesamtbild nicht wesentlich verzerren (so wie die Kältewelle im Februar 2012, so extrem sie auch war, nicht den insgesamt recht milden Wintercharakter 2011/2012 verändert hat).
Eine „statistische Wahrscheinlichkeit“ ist noch keine Vorhersage. Wer also jetzt kolportiert, dass ich einen strengen Winter vorhergesagt hätte, dem muss ich böswillige Absicht unterstellen. Aber diese Wahrscheinlichkeit allein lässt mich befürchten, dass das, was die Energieexperten hier bei EIKE hinsichtlich einer drohenden Stromlücke in Deutschland erläutern, schneller real wird als so manch einer sich das vorstellt.
Irgendwann wird es jedoch wohl auf jeden Fall passieren. Dann schon eher jetzt, damit die Folgen nicht noch dramatischer werden als ohnehin schon.
Dipl.-Met. Hans-Dieter Schmidt für EIKE




Sandy- Meteorologische Vorhersagequalität verhinderte Schlimmeres: „Das war ihre feinste Stunde”

[Im Original lautet dieses Zitat: „But if we fail, then the whole world, including the United States, including all we have known and cared for, will sink into the abyss…
Let us therefore brace ourselves to our duties, and so bear ourselves, that if the British Empire and its Commonwealth last for a thousand years, men will still say, This was their finest hour.”]
Seit Sonnabend habe ich viele Male an dieses berühmte Zitat von Sir Winston gedacht – als vollständig klar wurde, dass Hurrikan SANDY zu einer Katastrophe in mehreren US-Bundesstaaten werden würde [a multi-state disaster], das sich schon während der voran gegangenen zwei Tage abzeichnete.
Während Opfer und Funktionäre immer noch im Anfangsstadium der Bewertung dieser Katastrophe stecken, wird immer klarer, dass dieses beispiellose und extrem schwer vorherzusagende Hurrikan SANDY die „feinste Stunde“ der Meteorologen war.

Hier ein Ausschnitt von der Vorhersagegüte des ZDF Meteorologen Dr. G. Tiersch. Irren ist menschlich! (Mit Dank an R. Hoffmann für die Erstellung des Ausschnitts)

Wie gut waren diese Vorhersagen?

Das Bild oben rechts zeigt die Vorhersagen der europäischen Computermodelle von 14 Uhr vorigen Mittwoch. Sie zeigen einen Hurrikan nahe der Küste von New Jersey oder DelMar Virginia gestern Abend. Die Computermodelle zeigten mit der Zeit immer mehr Details dieses grausamen Sturms.
Die Modellrechnungen der USA waren nicht so gut, verlegten sie den Sturm doch hinaus auf das Meer. Aber menschliche Forecaster bei AccuWeather und anderen ließen all ihr Wissen und ihre Erfahrung walten und machten die europäischen Simulationen zur Basis von Warnungen und vorbereitenden Hinweisen 4 bis 5 Tage im Voraus. Diese Vorhersagen blieben konsistent und wurden mit der Zeit immer detaillierter. Bis Sonnabend wurden das Vollaufen der Subway-Tunnel und die Überschwemmung zweier Flughäfen in New York City von uns vorhergesagt.
Bis zu diesem Moment [d. h. bis Redaktionsschluss des Originalartikels, A. d. Übers.] forderte der Sturm sowohl dem WSJ als auch der NY Times zufolge 33 Todesopfer. Während jedes Todesopfer eine Tragödie ist, ist es doch nur ein müder Abklatsch der Opferzahlen, falls SANDY ohne Warnungen zugeschlagen hätte. Der überraschende Hurrikan von Galveston forderte 8000 Todesopfer, KATRINA fast 2000. Der Neu-England-Hurrikan von 1938 forderte 620 bis 800 Tote – und es war ein schwächerer Sturm als SANDY.
Die rechtzeitigen Warnungen verschafften den Menschen Zeit, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, die ihnen das Leben retteten.
Die Schäden durch SANDY werden an zehnter oder elfter Stelle stehen [will be in the ten or eleven figures]. Gewaltig. Atemberaubend. Ein weiterer Schlag für die ohnehin schon schwache US-Wirtschaft. Aber das ist weniger als es normalerweise der Fall gewesen wäre. Auch die Höhe der Schäden wurde durch die Industrie und die Bewohner infolge der rechtzeitigen Warnungen vermindert. Die Firma Lowes zum Beispiel nutzte die Vorhersagen von AccuWeather Enterprise Solutions, um ihre Läden in den bedrohten Gebieten zu sichern und die nötigen Dinge zu beschaffen, die sie brauchten, um ihre Kunden durch den Sturm zu bringen.
Nicht-Meteorologen stellen die außerordentliche Qualität dieser Vorhersagen fest , die trotz meteorologisch schwieriger Umstände ausgegeben worden waren.
Während der nächsten Tage wird man hinsichtlich des Unglücks mit dem Finger auf die Dauer der Stromausfälle und anderer Dinge zeigen, einige ernst gemeint, andere trivial. Aber man denke mal darüber nach: diese Leute werden noch in der Lage sein zu debattieren, sich zu beklagen und mit ihren Familien Mittag essen zu können, weil sie überlebt haben. Das ist kein kleiner Anteil der Wissenschaft der Meteorologie.
Ich glaube, wenn einst die Geschichte der Meteorologie geschrieben wird, wird sich zeigen, dass dies unsere feinste Stunde war.
Mike Smith
Link: http://meteorologicalmusings.blogspot.de/2012/10/this-was-their-finest-hour.html