Wer sich heute im selben Internetportal über die Temperaturentwicklung im 20. Jahrhundert informieren möchte, findet andere Temperaturganglinien und Datensätze, und die zeigen, dass es fortschreitend wärmer geworden ist und dass diese Erwärmung andauert. Nur wer beide vergleicht, kann erkennen, dass die Temperaturdaten zwischen 2010 und 2012 rückwirkend verändert wurden. Unser Geologe Friedrich-Karl Ewert ist dieser Diskrepanz auf den Grund gegangen.

Warum wurden rückwirkend Temperaturdaten geändert ?

Die im Jahre 2010 veröffentlichte Arbeit von Joesph D’Aleo und Anthony Watts [1] enthält einen Link, der das Internetportal von NASA-GISS öffnet und Zugang zu den dort angebotenen Temperaturganglinien und Datensätzen verschafft. Es war Zufall, dass die zuerst geöffnete Ganglinie zur Station Vilnius gehörte, die 1880 begann und bis 2009 reichte, aber, anders als erwartet, für das 20. Jahrhundert keine Erwärmung anzeigte. Die Ganglinie doukmentiert die üblichen Temperaturschwankungen, aber keinen Klimawandel – im Mittel schien die Temperatur gleich geblieben zu sein. (Bild 1).

Bild 1: Temperaturganglinie der Station Vilnius (Quelle: NASA-GISS Internet-Portal 2010)

Vilnius konnte eine Ausnahme bilden, aber es war zu prüfen, ob das wirklich so war. Nachdem die Trendlinien der Ganglinien von ca. 800 Stationen weltweit ermittelt und ausgewertet worden waren, stand fest, dass die Temperaturganglinien von NASA-GISS größtenteils keine globale Erwärmung erkennen ließen. Bei der ersten Auswertung wurden die Trends der Ganglinien visuell bestimmt, also dem Augenschein nach, d.h. so, wie sie in die Ganglinien eingezeichnet wurden (Bild 2). Dabei wurde zwischen vier Typen unterschieden, nämlich 1) I: ansteigend – Erwärmung, 2) U: vorübergehend ansteigend – Stadtent­wicklung, 3) D: abnehmend – Abkühlung, und 4) S: gleichbleibend – weder Erwärmung noch Ab­kühlung.

Bild 2: Klassifizierung der Kurventypen

Die Ergebnisse dieser Auswertung sind in Tabelle 1 zusammengefasst: Die D- und S-Ganglinien ha­ben zusammen einen Anteil von 74,1 %, zeigen also für die Gesamtzeit keine wesentliche Erwärmung an; für die letzten Jahrzehnte sind dies 69,3% .

Tabelle 1:

 

Types of whole Temperature Curves

 

Dto., Types of Final Phase

Unit

 

No

I

U

D

S

WW

 

No

I

U

D

S

WW

Africa

(n)

48

9

3

9

27

36

 

32

14

 

6

12

18

America N

(n)

160

25

7

19

109

128

 

148

27

1

43

77

120

America S

(n)

120

31

11

29

49

78

 

107

16

4

22

65

87

Atlantic

(n)

24

7

2

15

17

 

20

3

2

15

17

Australia

(n)

40

12

1

4

23

27

 

39

2

1

14

22

36

Europe

(n)

127

22

10

13

82

95

 

117

48

4

13

52

65

Indic

(n)

8

1

1

6

7

 

8

6

1

1

2

Pacific

(n)

24

8

1

3

12

15

 

21

4

12

5

17

Russia

(n)

128

15

4

2

107

109

 

102

30

13

6

53

59

S-Asia

(n)

96

16

19

10

51

61

 

84

16

7

43

18

61

All

(n)

775

146

56

92

481

573

 

678

166

30

162

320

482

 

(%)

 

18,84

7,23

11,90

62,1

74,1

 

 

26,4

4,4

23,6

45,7

69,3

Im Jahre 2011 wurde die Klassifizierung der Ganglinien-Trends durch eine quantitative Auswertung ergänzt. Sie umfasste die Datensätze von 1110 Stationen. Dabei wurden die Trend­linien für die Ganglinien der Gesamtzeit und für die ca. 5500 Ganglinien der aufeinander folgenden Erwärmungs- und Abkühlungsphasen und deren Änderungsraten quantitativ bestimmt. Mit der Berechnung der Änderungen werden die Entwicklungen genauer erfasst, denn bei der visuellen Bestimmung der Trendlinie können sehr geringe Erwärmungen nicht erkannt werden, und gerade sie haben einen wesentlichen Anteil. Von den 1110 Stationen wird hier die Temperaturentwicklung zwischen 1895 und 2010 repräsentativ für die Welt an Hand von vier typischen Ganglinien gezeigt (Bilder 4 – 7).

Die Temperaturentwicklung korreliert mit der Sonnenaktivität (Bild 3), synchron zu ihren Änderun­gen haben sich Erwärmungs- und Abkühlungsphasen abgewechselt.

Bild 3: Temperaturentwicklung korreliert mit der Sonnenaktivität, aus [2]

Etwa vier Fünftel der Ganglinien von 1110 Stationen zeigen insgesamt eine Er­wärmung von wenigen bis einigen Zehntel Grad in 100 Jahren an. Die Ganglinie für die Gesamtzeit umfasst nacheinander abwechselnde Erwärmungs- und Abkühlungsphasen, die unterschiedlich lang sind. Die Bilder 4 und 5 repräsentieren die weltweit dominierende Entwicklung. Ein Einfluss der verstärkten anthropogenen CO2-Produktion und CO2-Emissionen nach 1960 ist nicht erkennbar.

Bild 4: Beispiel für Erwärmung im 20. Jh. mit längerer Erwärmung und kürzerer Abkühlung

 

Bild 5: Beispiel für Erwärmung im 20. Jh. mit kürzerer Erwärmung und längerer Abkühlung

 

In etwa einem Fünftel der Regionen hat sich die Ab­kühlung der Kleinen Eiszeit fortgesetzt, die zwischenzeitlichen Wechsel sind dort trotzdem erfolgt. Die Bilder 6 und 7 sind repräsentativ für diese Entwicklun­gen.

Bild 6: Beispielfür Abkühlung im 20. Jh. mit längerer Erwärmung und kürzerer Abkühlung

Bild 7: Beispiel für Abkühlung im 20. Jh. mit kürzerer Erwärmung und längerer Abkühlung

Die aus den GISS-Datensätzen entwickelten Temperaturganglinien zeigen auch für das 20. Jh., dass die aufeinander folgenden Abkühlungs- und Erwärmungsphasen jeweils unterschiedlich lang sind. Gegenwärtig befinden wir uns in einer Abkühlungsphase, die von ca. 72% der Stationen registriert wurde.

Im 20. Jh. haben zwei Warmphasen stattgefunden, die erste zwischen 1920 bis 1960 und die zweite zwischen 1980 und 1995. Die Warmphasen traten auch in den Regionen auf, die insgesamt eine Abkühlung erfuhren. Vor und zwischen den beiden Warmphasen und danach wurde es kühler. Die erste Warmphase dauerte länger und war intensiver. Ihr ist es im wesentlichen zu verdanken, dass die qualitative Trendanalyse der ersten Auswertung für etwa drei Viertel der Stationen keine Erwärmung ergeben hat, sondern Gleichbleiben oder Abkühlung

Die erste Warmphase ist von entscheidender klimapolitischer Bedeutung, denn die verstärkte Produktion und Emission von anthropogenem CO2 begann erst später und fiel auch noch mit einer Abkühlungsphase zusammen (Bild 3). Vermutlich war im Jahre 2010 die Diskrepanz zwischen Temperaturverlauf und CO2-Produktion noch nicht aufgefallen, und es wurde erst später realisiert, dass diese Fakten grundsätzlich das Modell einer menschengemachten Erderwärmung widerlegen. Um dieses Modell aufrecht erhalten zu können, musste die erste Warmphase reduziert werden, und das geschah mittels einer Veränderung der in der Vergangenheit gemessenen Temperaturwerte. Diese neuen „2012-Werte“ haben die 2010-Werte ersetzt, die jetzt im Internetportal von NASA-GISS nicht mehr vorhanden sind. Die Ganglinien in den Bildern 8a/b und 9a/b demonstrieren die Veränderungen beispielhaft für die Stationen Reykjavik und Palma de Mallorca.

Bild 8a: Die Warmphase 1920-1960 der 2010-GISS-Werte erzeugt für das 20. Jh. praktisch ein Gleichbleiben der Mitteltemperatur

 

Bild 8b: Kleinere Messwerte am Anfang und zwischen 1920 und 1960 sowie höhere Werte in den späten Jahr­zehnten erzeugen den Eindruck einer stärkeren Erwärmung

Bild 9a: Seit 1881 hat die Station Palma de Mallorca eine Abkühlung registriert

 Bild 9b: Mit der nach rechts abnehmenden Reduktion der Werte wird die Abkühlung zur Erwärmung

Solche Veränderungen wurden in einem großen Teil der Stationen vorgenommen. In dem als PDF-Datei beigefügten Bericht ‚GISS „korrigiert“ seine Temperaturdaten’ ist das ausführlich behandelt und mit mindestens 62 Paaren von Temperaturganglinien beispielhaft belegt: die ursprünglichen 2010-Ganglinien wurden den veränderten 2012 Ganglinien gegenübergestellt und sind damit direkt vergleichbar. Die Veränderungen hatten erkennbar das Ziel, die gemessenen geringen Erwärmungen zu vergrößern und die gemessenen Abkühlungen zu verringern oder gar in Erwärmungen umzuwandeln. Um die Veränderungen durchzuführen, wurden je nach Verlauf der ursprünglichen Ganglinie unterschiedliche Methoden angewandt, die in dem Bericht erläutert werden.

Wer sich heute im NASA-GISS-Internetportal an Hand der jetzt dort vorhandenen Temperaturganglinien und Datensätzen über die Temperaturentwicklung informieren möchte, erfährt, dass es fortschreitend wärmer wird, wie es das offizielle Klimamodell postuliert – „Modell“, weil es nicht bewiesen ist. Das Modell stimmt mit der wirklichen Entwicklung nicht überein, denn die ursprünglichen Daten zeigen, dass die hauptsächliche Erwärmung im 20. Jahrhundert vor der industriellen CO2-Produktion statt gefunden hat, von ihr also nicht verursacht worden sein kann, und dass nach 1995 eine neue Abkühlungsphase begann, obwohl der CO2-Gehalt der Luft weiter ansteigt. Damit der wirkliche Temperaturverlauf nicht in Vergessenheit gerät, wird er im zweiten Bericht behandelt, der ebenfalls als PDF-Datei beigefügt ist: ‚Was lehren die GISS-Originaldaten?’

Friedrich-Karl Ewert, EIKE; Prof. em. Dr. Geologe

weiterführende Links hier und hier über weitere GISS Manipulationen

Referenzen

[1] D’Aleo J. + Watts A.: Surface Temperature Records; Policy driven Deception? SPPI Original

[2] Robinson A.B., Robinson N.E., and Soon W.: Environmental effects of increased atmos­pheric

Carbon Dioxide. Journal of American Physicians and Surgeons, 12/2007, 27 Fig­ures

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