Achtung: Diese News wurde ergänzt, (s. u.) 

Um mir selbst ein Bild zu machen, und da wir gewohnt sind, uns auf Beobachtungen zu verlassen, statt auf Prognosen, habe ich vor etwa einem Jahr die in Wetterzentrale.de gespeicherten und um 1700 beginnenden Temperaturmessungen ausgewertet. Die Erarbeitung von ca. 300 Temperaturganglinien hat viele Kenntnisse aus meiner jahrzehntelangen Hydrogeologen-Zeit bestätigt. 

 Auf der Grundlage meiner Beschäftigung mit Temperaturganglinien möchte ich zu der NASA-Grafik, die Sie in Ihrem Artikel NASA: 2009 auf Rang 2 vom 18.1.2010, kommentiert haben, anmerken, dass man diese Temperaturganglinie in Analogie zu anderen Klimaentwicklungen anders interpretieren sollte, nämlich so, wie ich sie zusätzlich eingezeichnet habe. Sie stimmt dann in ihrer Aussage auch recht gut mit den Ganglinien anderer Institute überein. Selbst wenn 2009 das zweitwärmste Jahr gewesen sein sollte – man wird ja unsicher, welchen Daten man noch trauen kann –, ist daraus nicht zu folgern, dass die Erwärmung weiter geht. Warten wir doch ein paar Jahre ab!

 

Glück auf!  F.-K. Ewert EIKE

25.23.10

Sehr geehrte Kommentatoren,

Das Originalzitat von Herrn Rahmstorf finden Sie unter dem von mir angegebenen Link NASA: 2009 auf Rang 2.

Sie haben um Beispiele für analoge Klimaentwicklungen gebeten. Ich habe bei meiner Auswertung  der Temperaturdaten aus www.wetterzentrale.de dafür viele Beispiele gefunden. Eines füge ich bei; alle anderen werden im Rahmen einer umfassenden Ausarbeitung demnächst hier zu sehen sein. 

Man kann in die Temperaturganglinie die Trendlinie als gerade Linie einzeichnen, weil Einzelheiten unberücksichtigt bleiben sollen – oder müssen. Man kann aber auch die Einzelabschnitte betrachten, um damit – beispielsweise – eine städtebauliche Entwicklung zum Ausdruck zu bringen, die man natürlich kennen muss. Letzteres macht mehr Arbeit, lohnt sich aber, denn man  entdeckt dabei, wie gut die Temperaturganglinie die Stadtentwicklung reflektiert. Die Station New York, Central Park, zeigt das nahezu perfekt:

  • 1820 – 1900 rot: bei  üblichen Schwankungen weder Erwärmung noch Abkühlung, gleichbleibend, städtische Normalbebauung aus 19. Jahrhundert.
  • 1900 – 1950 grün: Bau von Hochhäusern, auch in der Umgebung des Central Parks, verändert das Mikroklima.
  • 1950 – 1990, orange: nach Stabilisierung auf ca. 2°C höheren Niveau etwa gleichbleibende Temperatur.
  • 1990 – 2005 dunkelgelb: Beginn einer leichten Abkühlungsphase, die mangels weiterer Daten hier nicht abschließend beurteilt werden kann.  

 

 Das Verfahren der Einzelabschnittanalyse funktioniert gut; deshalb habe ich es angewendet, und zwar nicht nur in diesem Fall.

Apropos „…– man wird ja unsicher, welchen Daten man noch trauen kann – …..“: Die Zuverlässigkeit der NASA-Daten habe ich damit nicht bezweifelt. Wenn man allerdings Herrn Rahmstorfs Interpretation der NASA-Kurve folgt – die Erwärmung setzt sich fort – dann widerspricht sie der Hadley-Kurve, die eine Abkühlung anzeigt. Den Widerspruch kann man auf zweierlei Weise auflösen:

  • Wenn Herrn Rahmstorfs Interpretation stimmt, ist die Hadley-Kurve falsch – oder umgekehrt.
  • Wenn man die Einzelabschnittanalyse anwendet, stimmen beide Kurven sehr wahrscheinlich mindestens tendenziell überein (Überprüfung des Maßstabes vorbehalten!), dann würde jedoch um 2000 die Erwärmungsphase durch eine Abkühlungsphase abgelöst worden sein.

Glück auf!  F.-K. Ewert